Carolina Panthers in der Sezierstunde

Eine der schwierigsten zu greifenden Mannschaften vor Start der NFL-Saison: Die Carolina Panthers. Weiterlesen

Vorher / nachher

Natürlich würde ich gerne behaupten, dass ich Mahomes schon immer als #1 hatte. Doch weil schreibe, protokolliere ich. Und weil ich protokolliere, lässt sich Einschätzung mit Eingetroffenem recht gut miteinander vergleichen.

Vor dem Draft ist leicht stinken. Nach dem Draft ist leicht alles gewusst zu haben. Doch lass uns mal das Vorher und Nachher miteinander vergleichen. Nehmen wir zum Beispiel den NFL Draft 2011. Weiterlesen

Date am Donnerstag, Woche 6: Carolina Panthers – Philadelphia Eagles

Leckerli für heute Nacht: Ein Donnerstagsspiel mit viel Appeal: Carolina Panthers (4-1) vs Philadelphia Eagles (4-1) – also zwischen zwei Mannschaften, die in den letzten Spieltagen richtig heiß gelaufen sind. Kickoff heute Nacht, 2h30. Weiterlesen

Die Quarterbacks von Super Bowl 50

Die beiden Quarterbacks von Super Bowl 50 könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite läuft am Sonntag für die Denver Broncos der 38-jährige Peyton Manning auf, der vermutlich beste Quarterback aller Zeiten in seinem mutmaßlich letzten Spiel. Sein Gegenüber ist in Cameron Newton von den Carolina Panthers ein aufstrebenden Stern der NFL, einstiger Heisman-Trophy Gewinner und mit seinen flotten Sprüchen einer der gefragtesten Interviewpartner der Gegenwart. Weiterlesen

Power Ranking Beitragsbild

NFL Power Ranking 2015, Week 6 | Ein Sonntagabend für Feinschmecker

Spätschicht am Sonntag bot mit den unterhaltsamsten NFL-Football in der kompletten laufenden Saison. Ein Protokoll. Weiterlesen

Carolina Panthers in der Sezierstunde

Freak-Saison für die Carolina Panthers, die sich mit 7-8-1 Siegen für die Playoffs qualifizierten und dort sogar nach einem Sieg über die quarterbacklosen Arizona Cardinals für die zweite Runde qualifizieren konnte – wo in Seattle allerdings Schluss war. Letztlich verlief die Saison also in etwa wie erwartet für Carolina: Ein Jahr nach dem Riverboat-Ron Jahr 2013 und nach entscheidenden Verlusten im Kader krebste man als Durchschnittstrupp durch die Liga. Weiterlesen

Divisional-Playoffs 2013/14 am Sonntag

Den Abschluss machen heute Abend zwei Spiele, die wir schon am 10. November 2013 hatten. Für beide Spiele habe ich schon damals eine detailliertere Vorschau geschrieben. Beide sind heute immer noch ähnlich gepolte Matchups, aber es gibt kleinere Unterschiede von damals zu heute.

Carolina Panthers – San Francisco 49ers

  • Kickoff 19h05
  • Live bei SPORT1 US und im NFL-Gamepass, Zusammenfassung bei SAT.1 und im ran.de-Stream ab 0h05
  • US-Kommentatoren: Joe Buck/Troy Aikman
  • Vorschau Herrmann: Panthers vs 49ers.

Langjährige Leser kennen die folgende Leier: Die Carolina Panthers gehören auf diesem Blog zu den Mannschaften, die am öftesten thematisiert wurden. Das liegt daran, dass sie seit Beginn der Saison 2012 (!) quasi ohne Unterbrechung im NFL-Power Ranking in den Top-8 stehen, trotz Zeiten in denen ihre Siegbilanz bei 2-8 lang und sie eher um den Top-Draftpick spielten als um die Superbowl: Sie waren Down für Down so effizient, dass sie eher um letzteres hätten spielen sollen. Aber sie hatten ein Problem: Den Head Coach Ron Rivera.

Rivera ist allerdings auch der Mann, der in dieser Saison eine der erstaunlichsten Wendungen genommen hat, die ein Mann in seiner Position nehmen kann: Er wurde vom konservativsten PlayCaller zu einem der aggressivsten, spielte plötzlich 4th-Downs en masse aus anstelle zu punten – und die Panthers begannen mit dem Gewinnen. Nach einem unglücklichen 1-3 Start zu Beginn der Saison antworteten die Panthers mit einer 11-1 Serie zum „Abschluss“. Resultat: Gewinn der NFC South, Seed #2 in der NFC.

Die Ironie der Geschichte in Carolina: Während letztes Jahr die Offense um QB Cameron Newton die Pace vorgab, ist es dieses Jahr die Defense, die in der Offseason um haargenau die richtigen Spieler ergänzt wurde: DT #98 Lotulelei und DT #99 Short, beide hohe Draftpicks, die die große Lücke in der Defensive Line stopften. Carolina 2013 führt folgende Spieler in der Front-Seven auf:

  • DE #76 Greg Hardy
  • DT #98 Star Lotulelei
  • DT #91 Colin Cole / #99 Kawann Short
  • DE #95 Charles Johnson
  • OLB #93 Chase Blackburn
  • ILB #59 Luke Kuechly
  • OLB #58 Thomas Davis

Eine Front-Seven, die 48 der 60 Panthers-Sacks fabriziert hat; allein die Ends Hardy (15 Stück) und Johnson (11) machten zusammen 26. Lotulelei gilt als einer der besten Rookies des Jahrgangs. Kuechly, ein Mann im zweiten Jahr, gilt als legitimert Anwärter auf den Titel des „Abwehrspielers des Jahres“.

Diese Front-Seven allein reicht aus, um trotz eines suspekten Defensive Backfields eine der besten Pass-Defenses im Lande zu stellen: 5.5 NY/A (#5 der Liga) bei 59% Success-Rate (#16) gegen das Laufspiel, und eine weit überdurchschnittliche INT-Quote von 3.6%. Eine Sack-Quote von 9.6%, beste der Liga. Carolina gibt zwar 66.7% Completion-Rate im Passspiel auf, aber für wenige Yards: nur 10.3yds/Completion, viertbester Wert der Liga. Wie man es drehen und wenden will: Diese Defense ist fassungslos gut geworden, und sie ist philosophisch ein Ebenbild des heutigen Gegners San Francisco: Auch dort hat man eine dominante Front-Seven gebaut, und versucht damit, eine suspekte Secondary zu kaschieren. Allerdings spielt Carolina vornehmlich 4-3, San Francisco eher ein verkapptes 3-4. Wuchtig sieht beides aus.

Sogar die Offenses sind ähnlich gepolt: Viele Ressourcen, die in die Running Back-Position gesteckt wurden. Zwei junge, schwarze, mobile Quarterbacks. Ein Ballfänger-Corp, der in erster Linie aus einem guten Wide Receiver und einem guten Tight End besteht. Eine Offense Line, in die Geld investiert wurde, die aber eher unkonstante Leistungen bringt. Alles mit Zusatz „jeweils“. Der Absatz gilt für beide Teams.

Bei den Panthers ist aber ausgerechnet der Teufel im Detail bei Cameron Newton begraben. Die landläufige Meinung sah in Newton nun zwei Jahre lang eine Lusche in den engen Spielen, ohne Eier, die Mannschaft Tebow-like rein per Willenskraft zum Sieg im engen Spiel zu preschen. Newton verlor fast alle der knappen Spiele der ersten Jahre, aber seine Offense brachte mit ihm stets um die 7.0 NY/A Passspiel zusammen – trotz eines abseits von WR-Legende #89 Steve Smith unterirdischen WR-Corps.

2013? Nun, Newton wurde über Nacht Eli-Manning-like zum „Close-Game“ Star und führte spektakuläre „Game Winning / Comeback Drives“ gegen Patriots, 49ers oder Saints das Feld runter. Allerdings leidet die Panthers-Offense dieses Jahr unter der geringeren Effizienz: Nur noch 5.9 NY/A für Newton sind nur noch der 20t-beste Wert der NFL. Nicht alles davon ist schlecht: Carolina spielt dieses Jahr einen Tick zurückhaltender in der Offense: Es wird kürzer geworfen, es wird weniger tief geworfen:

2011   25.7%
2012   23.3%
2013   19.9%

Das sind die Prozentwerte der Newton-Pässe, die in den letzten Jahren mehr als 15yds in der Luft downfield gingen (also keine 2yds-Pässe, die von Runninbacks zu 15yds-Raumgewinnen getragen wurden). Die Completion-Rate der Newton-Pässe stieg leicht an, von zuletzt 57.7% auf nunmehr 61.7%. Aber die Pass-Success Rate, also die Rate an Pässen, die verbesserte Punkteerwartung („EPA“) brachte, ist bei Newton seit Karrierebeginn dieselbe: 47%. Er ist also der fast identische Spieler seit Jahren.  Heute wird er allerdings mal wieder mit einem bestenfalls angeschlagenen (Knieverletzung) Steve Smith antreten können – Smith ist wohl active, aber er selbst ist sich noch nicht sicher, wie fit er sein wird.

Kaepernick kommt aus derselben Draftklasse wie Cam Newton, wurde aber erst Mitte 2012 zum Stammspieler. Er hat einen etwas besseren Support-Cast in Leuten wie Boldin, Davis oder Crabtree, aber er erlebt dieses Jahr erstmals Kritik, weil die Pass-Offense der Niners nur allzu oft so aussah: 13/25 Pässen für 174 yds, 1 TD, 1 INT, 3 Sacks, 4 gecallte Timeouts zur Verhinderung von False-Starts. Im „Hinspiel“ gegen Carolina, jenem berühmten 10-9 Sieg der Panthers, waren Kaepernick und seine Jungs noch schwächer: 11/22, 91yds, 1 INT. Allerdings fehlten damals noch Crabtree und in der zweiten Halbzeit Davis wegen Knieproblemen.

Ein weiterer Faktor in diesem Spiel: Das Coaching. Rivera ist völlig ohne Vorwarnung über Nacht zum Vorreiter der neuen Coach-Generation „Go fo it on 4th Down“ mutiert, und schwupps gewinnen die Panthers nun diese Spielen, die sie zuvor verloren haben (u.a. dank 5 Siegen in den letzten 5 knappen Spielen!). Nicht alles davon ist Rivera, aber ein Teil sicherlich. Der Coach, der in den letzten Jahren so viele Spiele wegschmiss, weil er Schiss hatte, gewinnt nun umso mehr davon. Auch gegen San Francisco?

Nicht alle sind sich sicher, dass Rivera auch in der Crunchtime in seinem ersten Playoff-Spiel die Eier zum Ausspielen zeigen wird. Einen Vorteil gegenüber seinem Gegenüber Jim Harbaugh hat Rivera aber auf alle Fälle: Er verbrennt nicht so viele sinnlose Timeouts, bevor es gen Spielende geht. Was sich Harbaugh/Kaepernick zuletzt wieder in Green Bay leisteten, spottete jeder sittlichen Beschreibung (2 verbrannte Timeouts in den ersten Minuten im dritten Viertel, davon eines vor dem ersten Spielzug des dritten Viertels!).


Für Newton und sein Bild in der US-Öffentlichkeit ist es ein enorm wichtiges Spiel: Er kann mit diesem Spiel vom leicht freakigen Unsympathen in der Provinz von Carolina („da drunten“) zur landesweiten Marke als neuester „Elite-QB“ mutieren – so unfair die eine oder andere Darstellung von ihm sein möge. Gelingt ihm kein Sieg, sollte man ihn aber auch nicht verdammen, denn die Ansetzung gleicht einem Münzwurf. Das Power-Ranking sieht einen 52/48-Vorteil pro Carolina. Das Hinspiel hatte einen 10-9 Endstand, und seither haben die 49ers Crabtree und einen fitten Davis dazu bekommen.

Es ist die klassische Ansetzung, in der die sprichwörtlichen Kleinigkeiten entscheiden könnten: Der Fumble, der in die richtigen Arme fällt. Der Puntreturn, der einen Tackle bricht und für 27 statt -2yds geht. Die eine Pass-Interference, die wahllos gegeben wird, weil sich die Refs nicht noch stärker dem Vorwurf der „Playoff-Softies“ aussetzen wollen.

Oder aber, es entscheidet der Quarterback, der sein Pass-Spiel gegen die jeweilige Monster-Defense besser in Gang kriegt. Und da würde ich heute aufgrund des besseren Supporting-Cast tendenziell mit Kaepernick gehen. Ergo: Ich sehe San Francisco trotz Harbaughs Auszeiten-Fetisch minimal vorn.

Denver Broncos – San Diego Chargers

  • Kickoff 22h40
  • Live bei SPORT1 US, im ran.de-Stream und im NFL-Gamepass, Zusammenfassung und Live-Einstieg bei SAT.1 ab 0h05
  • US-Kommentatoren: Jim Nantz/Phil Simms

Diese Ansetzung ist eine der einfachsten intuitiv innerhalb von Momentenbruchteilen zu erfassen, aber sie ist extremst schwierig, in eine strukturierte Preview zu fassen. Der Grund ist, dass beide Mannschaften konzeptionell sehr ähnlich gebaut sind, aber beide sind schwierig, in Worte zu fassen. Sie sind Wundertüten. Wundertüte ist dabei ein Synonym für „ich weiß es nicht“.

Die Chargers sind potenziell großartig. Gleichzeitig sind sie unkontrollierbar – für sich und für den Gegner. Das macht dieses Spiel so attraktiv.

Beide Teams sind um ihre Quarterbacks gebaut, wobei bei den Broncos der QB Peyton Manning „das System“ darstellt in Form von einem immergleichen Runterwichsen der Plays: 3 WR, 1 TE, 1 RB in der Aufstellung, und je nachdem was die Defense anbietet, lässt der Stratege Manning laufen oder er wirft selbst. Das funktioniert, solange er zumindest zwei großartige Wide Receivers hat; die Broncos haben deren vier: #88 Demaryius Thomas, #87 Eric Decker, #83 Wes Welker, #80 TE Julius Thomas. Manning selbst ist der ganz große Wurfkünstler nicht mehr, aber das muss er auch nimmer sein. Sein Wissen genügt.

Bei den Chargers geht es mehr um die Wurfkünste des Philip Rivers, wobei die Offense durchaus vielseitig ist: Alles, was die Offense Line wirklich drauf hat, ist das Lauf-Blocking. Damit kommt das Laufspiel um RB #24 Mathews und den weißen Zauberer #39 Woodhead ganz gut über die Runden. Dazu streut Rivers eine Menge an Kurzpässen und Checkdowns für die konstanten kurzen Raumgewinne ein, aber der wahre Star ist das Mitteldistanz-Spiel: Rivers bringt mit seiner Präzision auch die schwierigsten Pässe an den Mann, und keiner seiner Receiver ist dabei instrumenteller als der Rookie mit der #13, Keenan Allen.

Vom Konzept her ist das also ähnlich bei beiden. Liegt es daran, dass Chargers-Headcoach Mike McCoy letztes Jahr OffCoord in Denver war, und sich so einiges bei Manning abschauen konnte? Oder liegt es am QB-Flüsterer Ken Whisenhunt, jetzt OffCoord in San Diego? Auf alle Fälle sind die Ergebnisse bei den beiden Teams ähnliche: Denver als #1-Passoffense mit 7.8 NY/A, San Diego als #2 mit 7.5 NY/A. Denver mit 44% Success-Rate im Laufspiel, San Diego mit 43%.

Die Fragezeichen sind die Defenses, die beide problematisch sind – aber beide hatten im Verlauf der Saison auch genügend gute Momente, sodass man sie nicht ohne weiteres verdammen könnte. Die Chargers zum Beispiel: Mit 7.0 NY/A gibt man die meisten Yards im Passspiel auf, mit 46% Success-Rate hat man die zahnloseste Lauf-Defense der Liga. Allein: Die letzten Wochen der Chargers waren besser – viel besser.

Vielleicht ist es die Genesung von OLB Melvin Ingram, vielleicht war es der CB Marshall, der das Backfield verbesserte. Vielleicht auch nicht: Auch nach Ingrams Rückkehr stieg die Sack-Rate der Chargers nicht an. Auf alle Fälle aber „klickt“ die Pass-Defense der letzten Wochen besser. Wurde man in den ersten Wochen des Jahres noch regelmäßig in Grund und Boden geworfen, sind die Chargers des Dezember/Jänner eine relativ durchschnittliche Defense – ein Kompliment. Man schaltete in Woche 15 sogar Denver in Denver aus (allerdings ein damals Welker-loses Denver). Man stellte auch Cincinnati kalt. Es waren keine Rabauken-Vorstellungen, aber man war fleißig, legte sich wie Mehltau auf den Gegner und würgte den ohne Aufsehen langsam ab.

Bei den Broncos ähnliches: Erste Saisonhälfte war eine Katastrophe, aber mittlerweile ist man runter auf sehr passable 6.2 NY/A gegen den Pass. Allein: OLB #58 Miller ist mittlerweile auf der IR. DT Wolfe mit epilepsieanfälligen Symptomen noch immer inactive. Hinten drin Probleme bei CB Bailey… es ist eine Defense, die unter DefCoord Del Rio mal richtig gut ist, mal richtig banal.

Das sind die Mannschafts-Gerüste. Es gibt aber viele verdeckte Stats, die eine Rolle spielen könnten. So sind beide Offenses gigantisch in den 1st-Downs. „Gigantisch“ in 1st-Downs ist auch das Feld bereitet für „gigantisch in 3rd-Downs“: Broncos mit 49% Conversions die #1, Chargers mit 47% die #2.

Die Chargers sind der Underdog, d.h. für sie könnte es interessant sein, wie schon in Week 15 eine ballkontrollierte Offense zu spielen, um möglichst wenige Drives für beide Teams zu sehen. Wenige Drives = mehr Varianz = bessere Siegchance für den Außenseiter. Und laufen können die Chargers. Sie haben sogar die Chance, über ihren RT Fluker zu laufen – die Seite, auf der das Laufspiel exzellent ist. Es ist auch die Seite, auf der Denver etwas ausrichten muss, da die LE-Seite als Schwachpunkt gilt.

Okay.

Die Broncos sind insgesamt besser besetzt, tiefer, haben Heimvorteil und somit zu favorisieren. Aber die Chargers sind mit ihrer Offense in jedem Spiel ein Kandidat. Alles, was es braucht, ist eine erneute unangenehme Defense-Leistung, die gerade genügend Plays macht um mit der Offense das Spiel zu gewinnen. So geschehen in Week 15. Das Gute an den Chargers: Dank der jüngsten Verbesserung der Defense sind sie unberechenbar – und somit sollte auch dieses Spiel Augenschmaus-Potenzial haben.

Date am Donnerstag, #8: Tampa Bay Buccaneers – Carolina Panthers Preview

Das heutige Donnerstagnachtspiel (02h30 LIVE bei SPORT1 US) kommt aus der NFC South und bietet mir die Chance, den Scheinwerfer auf die chaotische Situation der Tampa Bay Buccaneers zu richten – jene Buccaneers, die ich zu meinen Superbowl-Favoriten 2013/14 gezählt hatte, und die nach sieben Spieltagen mit 0-6 Bilanz als eine der schlechtesten Mannschaften der Saison am Bodensatz dümpeln.

Mehr noch: Die Buccs sind zur Lachnummer verkommen. Ein in weiten Teilen der Anhängerschaft mittlerweile komplett verhasster und zum Abschuss frei gegebener Head Coach Greg Schiano in seinem heute vielleicht letzten Spiel als Buccs-Trainer. Schiano, ein Grund-Unsympath von Mensch mit einer diffusen Vergangenheit (windige Machenschaften schon bei Rutgers am College), sägte erst QB Josh Freeman bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ab um Freeman auch gleich noch unterschwellig ein Drogenproblem zu unterstellen.

Dieses Durchsickern der Freeman-Problematik könnte Schiano auch unabhängig von der sportlichen Enttäuschung den Strick drehen, denn die NFLPA ermittelt in dieser „Leaking“-Geschichte: ein baldiges Untersuchungsergebnis wird erwartet, und bei für Schiano negativem Report könnte er im Entlassungsfall auch den Anspruch auf Abfindung verlieren. Spitze Zungen behaupten, Tampa warte nur noch das (für Schiano negative) Gutachten in einer NFLPA-Ermittlung ab, um die Millionen zu sparen. Dass Schiano rasiert wird, gilt als fix. Das zeitnah erwartete Untersuchungsergebnis sowie die zehn Tage Pause bis zum nächsten Spiel summieren sich zu einem „idealen“ Zeitpunkt für eine Entlassung.

Sportlich führte sich das Team mit einer Unzahl an Strafen und Penaltys in den ersten Wochen der Saison ein, dass Stänkerer nicht anders konnten als darauf hinzuweisen, dass man von einer Mannschaft, deren Trainerstab selbst die „Victory-Formation“ zum Abknien attackieren lässt, nix besseres erwarten kann. Dass Teams, die sich so verhalten, überhaupt leichter in die Lage kommen, die gegnerische Victory-Formation gegen sich zu sehen. Aber da waren die Pleiten noch knapp, und trotz der Defense-Strafen in erster Linie der anämischen Offense zuzuschreiben.

Aber mittlerweile läuft selbst in der Defense alles aus dem Ruder. Zuletzt in Atlanta trat die eigentlich bärenstark besetzte Defense unabängig von den Strafen auf eine Art und Weise auf, die man im Fußball mit „spielen gegen den Trainer“ umschreibt. Da kommt nix mehr. Dieses Jahr ist abgeschrieben.

Als Memo an mich: Der Trainerstab ist eine extremst wichtige Komponente einer Footballmannschaft. Ein herausragender Trainerstab kann eine mittelmäßige Mannschaft weiter bringen als ein herausragender Kader einen mittelmäßigen Trainerstab. Ich habe das Coaching-Problem in Tampa unterschätzt. Aber einen derartigen Absturz hätte ich auch mit viel Pessimismus niemals sehen kommen.

Das „scheming“-Problem der Buccs lässt sich wunderbar am Einsatzgebiet des CBs #24 Darrelle Revis ablesen: Revis‘ Ruf wie Donnerhall gründet auf seiner Fähigkeit, gegnerische Top-Receiver im 1-vs-1 kaltzustellen, scheißegal, wo der sich an der Anspiellinie aufstellt. Dieses meisterhafte Neutralisieren der besten Waffe des Gegners machte Revis quasi zu einer lebenden Legende.

In Tampa wird der beste Manndecker der Liga in eine Zonendeckung gesteckt, acc. to Greg Cosell. Der muss es wissen. Mehr muss man zur fachlichen Qualität des Trainerstabs nicht sagen.

Was heißt das für die Zukunft der Buccs?

Nicht unbedingt Schlechtes. Kaderqualität ist, wie wir wissen, nicht alles, aber sie ist nichtsdestotrotz eminent wichtig. Und Tampa Bay hat von der personellen Besetzung einen der 4-5 besten der Liga, wenn wir die QB-Position rausrechnen. Fast alle Schlüsselpositionen (außer QB) sind mit jungen Weltklassespielern besetzt, von denen niemand besorgnis errgend teure Verträge besitzt: RB mit Doug Martin (2013 allerdings out for the season), OT mit Penn, OG mit Nicks und Joseph, WR mit Jackson und Williams, DT mit McCoy, DE mit Clayborn und mit Abstrichen Bowers, LB mit Lavonte David, Secondary mit Revis und Barron. Mal ehrlich: Seattle hat vielleicht noch einen breiteren Kader, San Francisco ist in der Spitze vielleicht etwas besser besetzt, aber sonst?

Der neue Trainerstab findet 2014 für NFL-Verhältnisse paradiesische Zustände vor, und hat zu allem „Überfluss“ noch das Glück, aus einer breit besetzten QB-Klasse den neuen Franchise-QB auszuwählen. Dass der diesjährige third rounder Mike Glennon nicht des Rätsels Lösung ist, dürfte klar sein. Glennon kann einem in dieser Situation schon etwas Leid tun, als derjenige, der sich dem Spott auf dem Feld ausgesetzt sieht.

Für dieses Jahr ist Tampa abzuschreiben. Vielleicht geht es nach Schianos Rauswurf Richtung Mitte, und Tampa schließt mit einer 5-5 Serie oder so das Jahr ab.


Wie schnell ein neuer Franchise-QB einer Franchise nicht bloß ein neues Image, sondern auch sportliche Perspektive geben kann, zeigt der heutige Gegner. Dort wurde 2011 Cameron Newton mit dem Top-Pick geholt, und quasi über Nacht war eine leblose Franchise wieder ein Contender. Ich verhehle nicht, dass ich Newtons Einberufung damals gelinde gesagt skeptisch gesehen habe, aber ich habe meine Meinung geändert: Newton ist ein Volltreffer. Vielleicht kein Luck oder RG3, aber er macht mit schlechterem Supporting-Cast ähnlich vieles.

Deswegen, und wegen der monströsen Panthers-Front 7, ist Carolina in diesem Spiel zu favorisieren.

NFL-Recap, Week 1: Carolina Panthers – Seattle Seahawks

Das Spiel eines meiner Geheimfavoriten (Carolina) gegen den absoluten Topfavoriten nach Common-Sense (Seattle) enttäuschte nicht – zumindest mich nicht. Die Seahawks gewannen ein meiner Meinung nach exzellent ausgeführtes Spiel von beiden Mannschaften am Ende knapp 12-7. Qualitätsunterschiede konnte ich zwischen beiden Mannschaften ehrlicherweise praktisch keine erkennen. Weiterlesen

Zwei Jahre danach: Cameron Newton

Eines ist fix: QB Cameron Newton von den Carolina Panthers ist einer der Footballer, die die Geister scheiden. Er war es von Anfang an. Cameron Newton war einst in Florida der Backup von Tim Tebow und als solcher hätte er eigentlich dessen Nachfolger werden sollen, doch der Teenie Newton war unreif, stahl Laptops und wurde selbst vom laxesten aller Coaches, Urban Meyer, von der Uni geschmissen. Erst fast zwei Jahre später, im Spätsommer 2010, tauchte Cam Newton wieder auf der Bildfläche auf, als potenzieller Sleeper auf den Quarterback-Job an der Auburn University, einem Kult-College aus einer Kleinstadt in Alabama, das alle zwei Wochen ein Stadion füllen kann, das locker doppelt so groß ist wie die Stadt selbst.

Newton gewann den Job als #1-Quarterback, und der Rest ist Geschichte: Newton dominierte den College Football wie nie ein Spieler vor ihm. Als 1,96m-Mann, geschmeidiger Scrambler und sehr gute Wurftechnik pulverisierte Newton Schul- und Conference-Rekorde in der hochklassigsten aller College-Ligen, der SEC, und er machte es ohne adäquaten Supporting-Cast: Der Running Back war gut, aber alles andere waren solide Spieler, nicht mehr. Auburn hatte ein Team, das bei gutem Saisonverlauf 8-4 gegangen wäre und an #22 in irgendeiner Silvester-Bowl gespielt hätte – ohne Newton.

Mit ihm gewann Auburn 2010/11 die BCS-National Championship. Auburn scorte 65 Punkte gegen die Arkansas Razorbacks. Auburn drehte ein legendäres Spiel in Alabama, nur das verrückteste von vielen Comebacks. Auburn war nicht dominant, aber Newton war es. Und Newton fand sich alsbald mitten drin in einem Recruiting-Skandal, der ihn fast seine Reputation, Auburn fast den Titel, und die Heisman-Trophy fast ihre Integrität gekostet hätte. Es gilt als sicher, dass Newtons Vater eine sechsstellige Summe von Auburns Boostern für die Dienste seines Sohnes kassierte, dass zumindest einige Dinge nicht rechtens gelaufen waren. Newton kam damit durch, mutierte zwar nicht zu einem Helden der Güteklasse Tebow (der mit sehr viel stärkeren Mannschaftskollegen ähnlich dominant am College war), aber Cam Newton konnte sicher sein, dass er NFL-Talent hatte.

Am College hatte er in der offenen spread offense von Guru Gus Malzahn gespielt, eine Art one read-System, das dem Quarterback sein Leben stark vereinfacht. Trotzdem war nicht zu übersehen, dass der Hüne Newton mit seiner Beweglichkeit und seiner Wurftechnik gutes NFL-Potenzial besaß. Im Draft-Prozess 2011 machte er vieles falsch („Ich werde eine Ikone sein“) und wurde immer und immer wieder als großer Unsympath porträtiert, und am Ende wanderte er tatsächlich, längst nicht von allen erwartet, mit dem Top-Pick an #1 nach Carolina.

Ich gestehe, ich habe Newton gehasst wie die Pest und ich fand, dass Carolinas Trümmerhaufen von Offense vieles vertragen würde, aber an einem unerfahrenen und nur bedingt reifen Rookie-Quarterback, sei er noch so talentiert, zu knabbern haben würde. Ich schrieb:

Bis zu allerletzt hatte ich es nicht geglaubt, aber die Carolina Panthers haben sich unter dem neuen Head Coach Ron Rivera tatsächlich entschieden, gleich zu Beginn die Football-Variante von Russisch Roulette zu spielen. Cameron Newton hat kaum 300 Bälle geworfen und ist nun #1-Pick.

Der Amerikaner sagt dazu: high risk, high reward. Newton ist ein Entwicklungsprojekt für die nächsten Jahre und wird eine sehr speziell auf ihn zugeschnittene Offense brauchen. Carolina hat mit diesem Pick den QBs Matt Moore und vor allem Jimmy Clausen mit beiden Fäusten in die Fresse geschlagen. Der Gedanke hinter diesem Pick ist: Alles oder nichts. Kann zweifellos funktionieren. Aber das Gefühl sagt eher: Nope.

Zwei Jahre später spaltet Newton die Massen noch immer. Seine Mobilität ist unbestritten ein gigantisches asset, und der Trainerstab machte einen exzellenten Job um Newtons Talente zu maximieren. Seine Statistiken sind gewaltig, und Carolina hatte in beiden Saisons mit Newton eine der besten Pass-Offenses mit über 7 NY/A, obwohl es außer einem alternden Steve Smith nicht einen einzigen weiteren Ballfänger von Format gibt. Carolina verlor mehr Spiele, als es gewann, aber die Hauptschuld ist eindeutig an anderen Orten zu suchen: Die Defense zeigte erst ab Mitte Saison 2012 Anzeichen von Leben, und Head Coach Ron Rivera geht in engen Spielen nicht bloß der Killerinstinkt ab, sondern regelrecht die Muffe.

Die, die Newton spielen sehen sehen, berichten ganz gerne kritischere Dinge. Es ist unbestritten, dass der Mann nicht der feingeschliffenste Werfer ist, der jeden Ball sauber in die Dreifachdeckung bekommt. Eindeutig geht Newton auch der letzte Zapfen Spielintelligenz ab und er lässt sich ganz gern auch mal von einfacheren Abwehrschemen verarschen. Newton ist nicht der große Student des Spiels und ist manchmal aufreizend lässig, aber hey: Er kann sich das leisten.

Beweglichkeit und, noch besser, die Option auf 1A-Scrambles, sind Voraussetzungen, die viele dieser Probleme kaschieren. Sie sind positive Attribute, die ein NFL-Quarterback haben kann. Newton hat sie, und es ist dadurch kein allzu großer Schaden, wenn er nicht die präzisesten Pässe der Liga wirft: Carolina kann nämlich die Offense so designen, dass sie offener wird als mit einem generischen Pocket-Passer. Beweis sind die letzten beiden Jahre und die Offensivsysteme, die mittlerweile in anderen Orten Einzug gehalten haben. Wie lange der Trend anhält und ob die Defenses darauf eine schnelle Antwort finden, bleibt abzuwarten, aber ein gewisses Maß an Vorsprung haben sich Scramble-QBs immer schon erarbeitet.

Newton ist auch kein Fragilchen wie ein RG3, um dessen Knochen man bei jeden Sprung ins Getümmel Angst haben muss. Newton ist selbst ein Brocken von Mann, der austeilt. Und er scrambelt intelligent, geht den übelsten Hits ganz gut aus dem Weg, rennt nicht mit 180 Sachen blindlings in die Scheiße. Verletzungsgefahr bleibt, aber sie ist bei Newton minimiert.

Es bleibt festzuhalten, dass Newton nach zwei Jahren gewaltige Effizienz-Zahlen eingefahren hat, noch dazu mit einem bestenfalls lauwarmen Supporting-Cast. Newton hat eine durchschnittliche Turnover-Anfälligkeit. Ballsicherheit und Risikomanagement sind ausbaufähig, aber nix nervös zu werden. Newton ist noch längst nicht mit der Konstanz da, wo ein Rodgers oder Brees sind, aber er bietet einem Coach an, eine Offense allein um ihn herum zu bauen – ein Luxus, den nur wenige Teams haben; zum Beispiel ist das nichtmal in Atlanta der Fall, wo man Matt Ryan teure Waffen geben musste um ähnlich effizient zu spielen.

Newton ist einer der faszinierenden Spieler vor dieser Saison 2013. Er hat alle Tools der Welt. Er muss allerdings mit zwei Schwierigkeiten fertig werden: Erstmals hat er nach Chudzinskis Abgang einen neuen Offensive Coordinator. Und dann ist da noch die Lokalpresse, die sich immer mal wieder gerne auf Newton einschießt – die alte Leier bei Jungs, die ihren eigenen Kopf haben und nicht nach der Pipe der Journaille tanzen. Bei arroganten Jungs wie Newton sicher noch schwerer.

Cameron Newton hat bei mir schon gewonnen. Er hat in den zwei Jahren ausreichend gezeigt, dass die meisten Befürchtungen überflüssig waren. Er hat genügend angedeutet um einen #1-Draftpick zu rechtfertigen. Der letzte Schritt zum Elite-QB (sagen wir: Top-5 auf Jahre hinaus) fehlt freilich noch, aber wenn wir das nach zwei Jahren erwarten, legen wir die Latte bei ihm höher als bei allen anderen.

Vielleicht schafft er den Sprung dorthin nie (nur fünf können die Top-5 bilden!), aber das Experiment Cam Newton ist den Versuch wert und noch besser: Auf gutem Wege, zu gelingen.

Carolina Panthers in der Sezierstunde

Stat Line 2012

Record         7-9    --
Enge Spiele    4-7  
Pythagorean    7.8   (18)
Power Ranking   .626  (4)
Pass-Offense   7.0    (4)
Pass-Defense   6.0   (10)
Turnover        +1

Management

Salary Cap.
Free Agents.

Es gibt jedes Jahr mittelprächtige Mannschaften, die mit vielen knappen Siegen nach oben rauschen. Es gibt aber auch den umgekehrten Weg: Starke Teams, die schwere Schedules spielen müssen und mit vielen knappen Pleiten nach unten durchgereicht werden. Die Carolina Panthers von 2012/13 können der letzteren Kategorie zugeschrieben werden: Eine grundsolide Mannschaft, die Mitte November mitten im Rennen um den Top-Draftpick war, obwohl sie das Power-Ranking eher als NFC-Topkaliber gesehen hätte!

An den Effizienz-Stats führen erstmal keine Wege vorbei: Die Pass-Offense mit 7.0 NY/A die viertbeste der NFL, die Pass-Defense mit 6.0 NY/A die zehntbeste, der gespielte Schedule etwas überdurchschnittlich stark. Warum schloss Carolina trotzdem nur mit 7-9 ab?

Zum einen: Sie waren 4-7 in engen Spielen, mit den einzigen beiden Blowouts gegen die New York Giants und Denver, also eher gehobene NFL-Klasse. Zum anderen: Head Coach Ron Rivera ist noch mehr old school als alle im NFL-Dunstkreis herumschwirrende Personalien außer Dan Dierdorf. Rivera schmiss zumindest die Partien gegen Tampa Bay und Atlanta mit fragwürdigen PlayCalls in der Schlussphase weg und kassierte völlig unnötige Pleiten. Ein versteckter Faktor könnte auch die Starting Field Position sein, wo Carolinas Offense nur an #28 aufschlägt.

Die Panthers haben also für die nahe Zukunft das Make-Up eines gewaltigen Sleepers. Aber es gibt durchaus auch außerhalb des PlayCallings und der Münzwürfe Fragezeichen und Verbesserungspotenziale.

Die Panthers-Offense

Nicht uninteressant wird die Entwicklung der Offense, nachdem OffCoord Chudzinski nach Cleveland zurückkehrte. Chudzinski war nicht unumstritten, aber man muss ihm zugute halten, aus dem durchaus eher unkonventionellen Talenten des QB Cameron Newton in den beiden Jahren Vorzeigbares gemacht zu haben. Für Chudzinski rückt QB-Coach Mike Shula nach.

Es wird spannend, wie sich die Offense entwickeln wird. Cam Newton war trotz der teuren Running Backs DeAngelo Williams/Jonathan Stewart der leading rusher der Panthers in der abgelaufenen Saison, aber es wäre nicht so, dass der 2m-Brocken Newton den „vickiger“ Scrambler gäbe: Im Gegenteil, Newton läuft vielleicht sogar zu selten, kassiert relativ viele „Coverage Sacks“ durch zu lange Nibelungentreue mit dem angesagten Pass-Spielzug.

Newton ist nicht der allerbeständigste Quarterback unter der Sonne, ist immer anfällig gegen einen leicht unplatzierten Ball, den die mittelprächtigen Receiver und Fullbacks der Panthers dann nicht fangen. Aber Newton ist mit seiner Granate von Wurfarm eine weiterhin junge, entwicklungsfähige Wunderwaffe und mir steigt noch immer die Schamesröte ins Gesicht, wenn ich dran denke, wie sehr ich vor zwei Jahren von einer Einberufung Cam Newtons mit einem Top-Draftpick abgeraten hatte.

Das Laufspiel fand ich in der abgelaufenen Saison dezent enttäuschend, was auch an der unbeständigen Offensive Line liegen kann. Wenn man die Probleme am wochenlangen Ausfall von C Ryan Kalil festmachen will, dürfte sich das Problem mit Kalils Gensung von selbst lösen. Wen die Kritiker aber immer wieder in den Senkel stellen, ist der Right Tackle. Man geht davon aus, dass hier nachgebessert wird.

Die TE-Frage, in einer Offense der Tradition Chudzinski seit jeher eine wichtige Position, wurde mit Greg Olsen bereits adäquat beantwortet (Olsen mit 69 Catches für 852yds, 5 TD). Bei den Wide Receivers gibt es weiterhin nur den bald Mittdreißiger Steve Smith, der bald auch nicht mehr die Wunderzwergenkräfte von vor einigen Jahren besitzen dürfte. Und danach… lange… nichts. LaFell, Murphy, Edwards, Pilares – die 7.0 NY/A des Cam Newton sind angesichts dieses Supporting-Casts nichts anderes als sensationell.

Weil die Panthers wie im Kästchen oben verlinkt wenig Platz unter der Salary Cap haben, dürfte hier die Antwort „NFL-Draft“ lauten.

Die Panthers-Defense

Das Cap-Problem dürfte zur Entlassung des 11 Mio. teuren CB Chris Gamble führen. Gambles möglicher Abgang führt allerdings dazu, dass die eh schon instabile Secondary der Panthers zu einem echten Problem werden könnte (CB Munnerlyn ist ebenso Free Agent). Wenn man sich vor Augen führt, wie viel Geld der ehemalige GM Marty Hurney den zirka fünfunddreißig Linebackers in Carolina zugeschachtelt hat, kann der geneigte Panther-Fan durchaus Aggressionsanfälle gegenüber Hurney bekommen.

Die Herren Beason, Anderson, Davis kosten 15-20 Mio. Dollar für relativ unbedeutende Positionen, wo mit LB Luke Kuechly auch noch der „Rookie des Jahres“ bereit stünde. Es ist zu erwarten, dass die Panthers entweder Verträge umstrukturieren oder Spieler rausschmeißen müssen.

Es wäre auch nicht so, dass die Ankermänner vorne (DL) wie hinten (S) die sichersten Kandidaten sind. DE Charles Johnson sagte man ein insgesamt gutes Jahr nach, aber die jungen Defensive Tackles sollen weiterhin kaum Fortschritte gezeigt haben. Im Backfield muss man um einen Unsicherheitsfaktor wie S Nakamura herum bauen, der nicht bloß die eine horrende Vorstellung gegen Atlanta in Woche 4 hatte.

Rivera und DefCoord McCormack gelten als Verfechter von quicken, schnellen Defenses. Ich würde daher eher eine Nachbesserung in der Secondary erwarten und ein Hoffen der Panthers, dass irgendein relativ billiger, solider Free Agent auf Defensive Tackle auf den Markt kommt.

Ausblick

Die Salary-Cap (2 Millionen dead money für einen Kicker (!), my Ass) könnte die eh schon wackelige Defense in die Scheiße reiten, aber möglicherweise fällt es mit dem enormen Potenzial, das in der Panther-Offense steckt, nicht mal sosehr ins Gewicht. Vielleicht haben wir in Carolina die nächste Defense, die bend but don’t break mit Hoffen auf Turnovers spielen sollte; Lauf-Defense passt dank der Linebackers halbwegs, Pass-Defense könnte ihre Schwächen damit etwas kaschieren.

Meine Skepsis gegen Ron Rivera ist noch immer mit „enorm“ zu umschreiben, aber die Panthers sind ein Team, bei dem schon viel schief gehen muss, dass sie nicht mindestens acht Siege einfahren. Acht Siege müssten eher mit Standgas drin sein. Die Panthers 2013/14 sind Playoffkandidaten, sofern Superstar Newton fit bleibt und sich nicht wieder mit Nebenschauplätzen wie der Lokalpresse beschäftigt.

NFL 2012/13 Week 9 am Sonntag – Preview

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So, 19h   CIN - DEN
So, 22h25 SEA - MIN
So, 02h20 ATL - DAL
Mo, 02h30 NO  - PHI

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Zum Auftakt bekamen wir am Donnerstag ein nur bedingt spannendes Divisionsspiel San Diego – Kansas City zu sehen. Heute Abend startet ESPN America gleich mit dem nächsten Team aus der AFC West, und es sind die Denver Broncos von QB Peyton Manning, die sich derzeit zu everybody’s darling entwickeln, nachdem in den vergangenen Wochen überzeugende Siege gegen große Namen eingefahren wurden: San Diego und New Orleans.

Bei genauerem Hinschauen erkennt man, dass Denver seit Saisonbeginn auf hohem Niveau spielt, und einen 4-3 Record sieht, der größtenteils durch einen knüppelharten Schedule erklärt werden kann.

Heute also geht es gegen die Cincinnati Bengals, auch so ein Liebling vieler im Sommer, aber bis dato schwer in die Gänge gekommen. Die Bengals kranken in der Offense an Eindimensionalität, man ist stark vom Sensations-WR #18 A.J. Green abhängig und konnte trotz des wuseligen WR #12 Hawkins noch nicht genügend Schultern finden, um die Last besser zu verteilen.

Aus Bengals-Sicht das größere Problem könnte in diesem Spiel allerdings die Secondary werden, die immer noch nicht vollzählig auftritt und trotz eines mächtigen Pass Rushes immer wieder blank steht.

Die anderen 19h-Spiele

SPORT1+ ist mit Green BayArizona dabei, ein Spiel, in dem ich null Upset-Chancen für die Cardinals sehe, deren unterirdisches Passspiel zum Hindernis werden dürfte. Der Dolchstoß dürfte dann die Defense sein, wenn sie nicht deutlich besser tackelt und auf den Mann geht als zuletzt in einer hohen MNF-Niederlage zuhause gegen San Francisco.

ClevelandBaltimore bietet kleine Upset-Chancen: Die Ravens führen mal wieder medial einen Krieg gegen die Hausreporter, die das PlayCalling von OffCoord Cam Cameron ins Kreuzfeuer genommen haben. Danke an Brian Burke dafür, diese Bedenken als unbegründet zu entlarven: Baltimore gehört zu den Teams mit dem spieltheoretisch besten PlayCalling (was, auf der anderen Seite, schon wieder entmutigend sein sollte, da das Potenzial der Ravens-Offense zumindest in Sachen PlayCalling ausgeschöpft scheint).

Die Browns sind zwar nur 2-6 und verfügen über eine unterdurchschnittliche Offense rund um die völlig unbeständigen Rookies QB Weeden/RB Richardson/WR Gordon, aber die Abwehr gefällt und hielt Cleveland schon im „Hinspiel“ vor einigen Wochen lange im Spiel.

Im FedEx Field treffen sich zwei der meistdiskutierten Jungstar-QBs in der NFL, zwei schwarze Leute, zwei Scrambler: QB Robert Griffin III ist dieses Jahr das, was letztes Jahr QB Cameron Newton war. Mittlerweile ist der geschmeidige Newton trotz ordentlicher Vorstellungen schwer in der Kritik, während RG3 zu den legitimen Rookie-des-Jahres-Kandidaten zählt, zweifellos einer der spektakulärsten Spieler ist und demnächst von den ESPN-Pundits in den Kreis der MVP-Anwärter gehypt werden dürfte.

In Jacksonville erwarten die Jaguars die Detroit Lions, was qua Letzterer ein weiterer Krimi innerhalb eines Scores werden muss (Detroit gewann und verlor diese Saison nie mit mehr als acht Punkten).

Houston – Buffalo ist die Rückkehr des DE Mario Williams, in der Offseason aus der Stadt geekelt, und diese Woche mit ein paar Aufsehen erregenden Kommentaren zum Abschied aus der Stadt, die ihn einst als #1-Draftpick einberufen hatte.

Die 22h-Ansetzungen

Nur begrenzt erfreuliche Ansetzungen um 22h: ESPNA bringt völlig überraschend Seattle SeahawksMinnesota Vikings, eine Ansetzung, die durchaus Interesse wecken sollte: Beide mit bisher überzeugenden Defenses, beide mit starken Running Backs (Lynch vs. Peterson), beide mit unerfahrenen, teilweise unzuverlässigen Quarterbacks (Wilson vs. Ponder). Gemessen an den vergangenen Wochen dürfte Seattle favorisiert sein.

In den Meadowlands „müssen“ die NY Giants eigener Aussage nach spielen, um der Bevölkerung nach dem Hurrikan Sandy Ablenkung von der Alltagstristesse bieten zu können. New York kam zuletzt in Dallas mit einem fetten blauen Auge davon, trifft nun auf die Steelers, die seit Wochen immer besser in Schwung kommen. Wenn QB Roethlisberger auf die WRs Brown/Sanders wirft und diese gegen CB Webster gestellt sind, drohen aus Giants-Sicht 180 Passyards und drei Touchdowns allein auf dieser Seite des Spielfelds.

OaklandTampa Bay ist vielleicht nicht so sehr Katastrophentourismus, wie es sich anhört. Grund sind die Buccs, eine Mannschaft, die, wenn sie wie diese Saison die Turnovers im Griff haben, durchaus Potenzial auf die Playoffs haben. Tampa hat eine schwache Pass-Defense, die gegen Oakland getestet werden wird. Tampa hat aber seinerseits einen potenziell starken Angriff, der die Raider-Defense deutlich ärger in Bedrängnis bringen sollte als zuletzt die Chiefs.

Sunday Night Game

Die ungeschlagenen Atlanta Falcons werden gegen Tony Romo und seine Cowboys einen weiteren Test erfahren – einen der letzten richtig harten in dieser Regular Season, nachdem Atlanta danach einen relativ bescheidenen Schedule spielen darf, der eigentlich den Weg zum #1-Seed frei gemacht hat.

Die Falcons sind noch schwer zu greifen. Wenigstens drei ihrer sieben Spiele kamen eher glücklich zustande (Denver, Carolina, Oakland) und die Offense wirkt immer noch nicht überragend explosiv. QB Matt Ryan muss immer noch nur eher den blässlichen Verwalter geben.

Nicht ausgeschlossen, dass die Cowboys das gewinnen, sofern sie wenigstens in Ansätzen diszipliniert auftreten.

Tipps

Schließlich die Tipps (Siegertipps in Kapitälchen). Stand nach bisher 119 Spielen: 73-46.

Cincinnati – DENVER
Cleveland – BALTIMORE
GREEN BAY – Arizona
Tennessee – CHICAGO
Indianapolis – MIAMI
Washington – CAROLINA
Jacksonville – DETROIT
HOUSTON – Buffalo
SEATTLE – Minnesota
Oakland – TAMPA BAY
NY Giants – PITTSBURGH
Atlanta – DALLAS
New Orleans – PHILADELPHIA

NFL 2012/13, TV-Guideline #8 abseits von allem Trara in London-Wembley

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NFL in Wembley 2011 – Foto: Steve (danke!)

Noch einmal die Vorwarnung: Nach der Winterzeitumstellung von heute Nacht werden die NFL-Spiele am heutigen Sonntag um 18h und 21h25 MEZ beginnen; die Amerikaner stellen wie gewohnt eine Woche später um.

Der heutige achte Spieltag wird aus europäischer Sicht „überschattet“ vom WembleySpiel zwischen New England und St Louis, worauf wir bereits am Morgen eine Vorschau von Herrmann lesen durften, der die Partie live im Stadion verfolgen wird. Es gibt aber noch weitere Spiele.

Wembleybegleitprogramm

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So, 18h   STL - NE
So, 21h25 DAL - NYG
So, 01h20 DEN - NO
Mo, 01h30 ARI - SF

PULS4 LIVE

So, 22h30 DAL - NYG

Bei Chicago – Carolina steht der junge QB Cameron Newton im Fokus, der in den vergangenen Wochen erstaunlich wüst in die Kritik gekommen ist, obwohl die Zahlen eigentlich a) gar nicht so übel sind und b) auch nicht wirklich einen Leistungsabsturz im Vergleich zum Vorjahr vermuten lassen. Newton leidet derzeit IMHO an vor allem zwei Dingen:

  1. Die extrem vielen langen dritten Downs, die er nicht verwerten kann.
  2. Die Reputation, „Cam Newton“ zu sein.

Ersteres hängt mit Carolinas Offensivsystem zusammen: Ähnlich den Tampa Bay Buccs muss hier um einen nur mäßig präzisen Quarterback gebastelt werden, was zu vielen tiefen Spielzügen führt, aber eben auch zu vielen langen dritten Downs – Carolina muss die längsten dritten Downs im Schnitt ausspielen (9.4yds im Schnitt). Zweiteres hängt mit der öffentlichen Meinung über Cameron Newton zusammen, der schon seit College-Zeiten kein Sympathieträger war und nun im Zweifelsfall eben von Medien und Fans mehr auf die Fresse bekommt als es ein RG3 jemals bekommen würde. Newton muss aufpassen, sich dadurch nicht in ein zu tiefes mentales Loch zu graben. Die Waffen für Brillanz hätte er.

In Philadelphia werden die Eagles beim Wiedersehen Vick/Falcons zum 14ten Mal im 14ten Versuch in der Ära Andy Reid nach der Bye Week einen Sieg einfahren und die letzte ungeschlagene NFL-Franchise (Atlanta) putzen, oder es werden sämtliche erwiesenen Naturgesetze außer Kraft gesetzt und die Pferde kotzen doch noch vor den Apotheken.

Bei NY JetsMiami geht es neben dem Zählen der Tebow-Einspieler vor allem darum, inwiefern die bärenstarke Lauf-Defense der Dolphins die prinzipiell vor allem um den Lauf gebaute Jets-Offense in Kalamitäten bringen kann. Die Jets zuletzt mit einer überraschend knappen Niederlage in New England (wie schon zuvor auch gegen ein anderes AFC-Topteam, Houston) fühlen sich schon wieder an der Schwelle zur AFC-Favoritenstellung.

Zum Thema des Spiels werden auch die pinken Flaggen der Refs gehören, die auf Wunsch eines Jungen eingeführt werden; es ist BTW auch das letzte pinke Wochenende in der NFL für dieses Jahr.

Und schließlich bleibt aufzuwarten, was die Detroit Lions Offense, a.k.a. Megatron, gegen eine blutjunge, aber nicht zu unterschätzende Seahawk-Secondary aufstecken wird können. Spielt Seattles Defense auf einem Niveau, das ihr selbst gerecht wird (wäre so zirka Bears-Niveau), werden wir einen QB Stafford mit 35% Completion Rate erleben. Auf der anderen Seite wird mir die Lions-Abwehr bis dato zu schlecht gemacht, sollte das Spiel zumindest lange eng halten können.

Nachtisch

Erneut nur zwei Spätspiele. Kansas City – Oakland hat die Ingrendienzien, zu den unterirdischsten Ansetzungen des Jahres zu gehören. Die Chiefs haben QB Cassel durch QB Brady Quinn ersetzt, aber sofern da nicht irgendwo ein Phönix aus der Asche steigt, erleben die Chiefs spätestens im Jänner ein erneutes Hausreinemachen.

Schon sehr viel spannender ist das Duell in der NFC East, Dallas CowboysNew York Giants, das „Rückspiel“ des Season Openers. Dallas gewann damals verdient eine Partie, die von vielen Drops der Giants (CRUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUZ) gekennzeichnet war, verlor danach aber drei von fünf Spielen gegen harte Konkurrenz. Die Giants sind 5-2 und Leader der Division, aber auch ihre Leistungen sind noch nicht über alle Zweifel erhaben. QB Eli Manning muss ein Comeback nach dem anderen iniziieren, um die tiefen Löcher, in die sich die Giants graben, zu füllen.

X-Faktoren: Strafen, (fehlende) Defensive Interceptions Cowboys, Verletzung Dallas-LB Lee.

Nachtrunde

Das Sunday Night Game ist bei ESPNA nicht zu sehen, weil dort die World Series Vorrang hat. Interessant werden in den Staaten die Quoten sein, nachdem die ersten beiden Partien der MLB-Finalspiele enttäuschende Quoten eingefahren haben, und dabei war die Konkurrenz noch nicht das Premiumprodukt der NFL, Sunday Night Football…

Diesmal erleben wir das „Wiedersehen“ der beiden Quarterbacks aus Superbowl 44, Peyton Manning und Drew Brees. Die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher kaum sein: Denver geigte bisher gegen einen hammerharten Schedule ziemlich stark auf und dürfte in der zweiten Saisonhälfte gegen seine eigene, einfache Division ein lockeres Einspielen auf die Playoffs bestreiten können.

Die Saints dagegen gruben sich mit vier knappen Niederlagen zu Saisonbeginn in ein tiefes Loch und müssen nun „von hinten“ das Feld aufrollen – ab diesem Spieltag mit einem halbneuen Interims-Chefcoach Joe Vitt, der nach Sperre das Zepter von Kromer übernehmen wird. Ob das der schlechtesten Pass-Defense in der National Football League helfen wird, zumal wenn es gegen PEYTON MANNING geht?

Tipps

Siegertipps in Großbuchstaben. Bisherige Bilanz: Enttäuschende 64-41.

CHICAGO – Carolina
CLEVELAND – San Diego
Detroit – SEATTLE
St Louis – NEW ENGLAND
NY JETS – Miami
PHILADELPHIA – Atlanta
PITTSBURGH – Washington
GREEN BAY – Jacksonville
TENNESSEE – Indianapolis
Kansas City – OAKLAND
DALLAS – NY Giants
DENVER – New Orleans
Arizona – SAN FRANCISCO

Vor Carolina – N.Y. Giants

Heute Nacht um 02h30 folgt das zweite Donnerstagnachtspiel der Saison mit dem göttlichen Cokommentator Mike Mayock, der leider in der Condensed-Version des NFL-Gamepasses viel zu oft ausgeschnitten wird: Carolina – N.Y. Giants, und sowohl ESPN America, als auch SPORT1+ werden live mit von der Partie sein.

Carolina und New York sind beide 1-1 gestartet und haben beide dabei höchst gemischte Eindrücke hinterlassen. Beide eint das, naja, Eine: Sie haben bereits gegen die Buccs gespielt. Und während Carolina dabei böse abgewürgt wurde, feierte Big Blue ein Schützenfest. Keinen Kantersieg, aber ein QB Eli Manning mit nach drei teilweise bösen Interceptions in Halbzeit eins noch 510 Passyards und einem 41-34 Sieg.

Ich habe keine Ahnung, was von dieser Partie zu erwarten ist. Sicher, New York ist angesichts der Passgewalt Eli Mannings klarer Favorit, auch weil die Panther-Defense noch suspekt ist. Aber auf der anderen Seite haben die Panthers mit QB Cam Newton auch selbst einen Quarterback, der mobil genug ist, um dem Pass-Rush zu entfleuchen, und der den Arm hat, um die 50yds-Bomben downfield anzubringen und eine Secondary zu verbrennen. Und Carolina hat im Gegensatz zu Tampa Bay (und Dallas mit Abstrichen) auch die Laufspielwucht, um eine Defense vorsichtig zu genug zu halten.

Beide Teams bisher mit zwei völlig unterschiedlichen Vorstellungen. Ich bin nicht sicher, wie viel schlauer wir morgen Abend sein werden. Tipp auf alle Fälle: Giants-Sieg.