Vorschau Woche 10, SNF Patriots@Jets

Wie in der Früh angekündigt, wird hier in Zukunft Herrmann regelmäßiger Beiträge schreiben. Heute geht es um das Sunday Night Game von heute Nacht.


As the world turns… Als wir uns das letzte Mal dem Klassiker Jets-Patriots gewidmet haben (und man lasse sich nur nicht einreden, das sei gar keine “echte” große Rivalry), hingen die Blätter noch an den Bäumen, die Patriots-Offense war das heißeste Ding seit Erfindung des Geldes und der Schreiberling selbst war noch kein Sidelinereporter an der Seite von korsakoff. Seitdem haben die Jets drei Spiele in Folge gewonnen und teilen sich mit einem 5-3-record den ersten Platz in der AFC East mit den Mannschaften aus New England und Buffalo.

Das soll hier keine Executive Summary werden, sondern wir wollen uns auf einen Punkt konzentrieren: New Englands Offense gegen New Yorks Defense. Das Matchup Pats-D gegen Jets-O soll hier nur ganz kurz und nicht umfassend abgehandelt werden: wenn das Laufspiel New Yorks funktioniert, funktioniert auch der Rest. Wenn nicht, funktioniert gar nichts. Und die Lauf-D der Patriots ist nicht die allerschlechteste.

Die Patriots seit haben dem letzten Spiel gegen den Divisionsrivalen in Woche 5 das große Zittern bekommen, seitdem nicht ein Mal mehr als 20 Punkte gemacht (20 gegen die Cowboys, 17 gegen die Steelers und 20 gegen die Giants) und sahen ihre hochgelobte Offense entzaubert. Am schlimmsten sah der Angriff um Tom Brady gegen Pittsburgh aus und das Überraschendste daran war, daß die Steelers es mit einer anderen taktischen Marschroute geschafft haben als die Jets bei ihrem letztjährigen Playoffsieg.

Die Grundidee beider, der Jets wie der Steelers, war gleich: die WR an den Seitenlinien verteidigt man 1-gegen-1, das reicht aus, weil Branch, Ochocinco, Taylor Price oder auch TE Hernandez vielleicht mal einen oder zwei Bälle fangen, aber uns nicht das Genick brechen werden. Der Unterschied lag in der Defense, die sie zwischen den Seitenlinien gespielt haben.

Pittsburghs Dick LeBeau, gebranntes Kind nach der Klatsche gegen New England letztes Jahr, als Brady genüßlich Zone-Coverage um Zone-Coverage auseinandergenommen hat, versuchte einfach mal was ganz Neues, was sich (seltsamerweise?) bis jetzt noch niemand getraut hat: Mann-Verteidigung mit Bump-and-run an der Line of Scrimmage und als Highlight oben nur einen Safety. Damit waren die Receivers der Pats völlig überfordert und das gewohnte Timing zwischen QB und WR war wie weggeblasen. Weil der zweite Safety – in der Regel ein Herr namens Polamalu – damit “in the box” war, wurde einerseits Bradys beliebte Mitte für die TEs und Welker mit einem Extramann abgedeckt und andererseits hatte auch das Laufspiel einen zusätzlichen Verteidiger gegen sich.

Die Jets hatten einen ähnlichen Ausgangspunkt, haben den Rest aber ein wenig anders gemanaget. Also auch: außen eins gegen eins. Und auch: Mitte zu. Aber Rex Ryans Jungs aus den Meadowlands haben das getan mit Zonenverteidigung. Bis auf zwei Cornerbacks haben alle Spieler der Secondary (die Jets haben hauptsächlich Dime gepielt) im Umkreis der Hash Marks ihre Zonen verteidigt. Und oftmals haben sie nur 3 Pass Rusher aufgeboten und 8 Mann (!) in die Paßverteidigung geschickt. New England hat das diese Saison in Woche 5 mit viel hard-nosed Laufspiel gekontert. Aber wenn die Jets ihre Strategie mit der Steelers-Taktik verbinden, wird auch das wohl nicht funktionieren.

Der Angriff von Belichick, Brady und OC Bill O´Brien braucht eine neue Idee, einen neuen wrinkle. Irgendetwas Neues. Mehr 3-WR- oder 4-WR-Sets vielleicht, ein kreativeres Laufspiel, ein Pärchen Ocho/Brady, das endlich lernt, miteinander zu spielen oder einfach nur einen Deep Threat. Brandon Tate war es nicht, Vielleicht kann es Taylor Price sein,

Ich möchte keinesfalls klingen wie ein “Fan, der vom Gestern lebt” (Uli Hoeneß), aber wo ist der Deep Threat – formerly known as Randy Moss? Es hat schon einen Grund, warum alle guten Mannschaften so einen in ihren Reihen haben und sogar ein Schüler Belichicks wie Thomas Dimitroff  seine Karriere aufs Spiel setzt, um einen Julio Jones zu draften. Das ist kein Plädyer pro Moss, aber von irgendwoher muß er kommen, der schnelle Receiver mit den langen Schritten, der tief gehen kann.

Für die Patriots ist dieses Spiel sehr viel wichtiger als für die Jets. Es könnte das erste Mal seit 2002 werden, daß Bellys Pats drei Spiele in Folge verlieren. Wenn man dazu nimmt, daß New England seine letzten drei Spiele in den Playoffs verloren hat und der letzte Sieg in diesen aus der Saison 2007 datiert, kann man tatsächlich so langsam mit dem Abgesang auf die Patriots der Belly/Brady-Ära beginnen.

Oder, wenn man nochmal den letzten Optimismus zusammenkratzen will, könnte dieses Aufeinandertreffen einen Wendepunkt markieren wie das Spiel in Woche 5 der Saison 2003 (38-30 gegen die Titans), das den Beginn der längsten Siegesseries der NFL-Geschichte einläutete: 21 Spiele in Folge ungeschlagen und Siege in den Super Bowls XXXVIII und XXIX.

Es wird sich zeigen und das Spiel hat als Sunday-Night-Ansetzung auch einen würdigen Platz dafür.

NFL Free Agency 2011, Tag -1: Belichicks defensiver Moss [Update: Und der Offensiv-Moss ist auch da!]

Ich möchte an der Stelle mal wieder Eigenwerbung machen und verweise auf den prominent, auf der Startseite rechts oben positionierten Link für E-Mail-Abo (mit Dank an die Marketing-Praktikantin). Also, schnell abonnieren!

[07h10] Paar Ergänzungen von über Nacht: Der NFL-Gamepass ist wieder da. Kostet €174,96 plus optionale €34,99 für die Postseason – alles in der Premium-Variante. Die ersten Stimmen dazu sprechen von einem qualitativ verbesserten Player, der aber erhöhte technische Anforderungen mit sich bringt und daher nicht mehr so einfach laufen dürfte. Für meinen Rechner definitiv zu viel.

Zu den letzten Signings: Die Houston Texans scheinen aus dem Asomugha-Poker ausgestiegen zu sein und haben dafür Cincinnatis CB Jonathan Joseph gesichert, einen verletzungsanfälligen Cornerback, und S Danieal Manning, und damit dürfte die Secondary der Texans automatisch verbessert sein. Houston wird für mich immer mehr zum AFC-South-Favoriten.

DE Mathias Kiwanuka scheint in New York bei den Giants zu bleiben. Ike Taylor hat nun offensichtlich in Pittsburgh zugesagt. DT Barry Cofield ist der Haynesworth für Arme in Washington. Detroit hat seine Secondary gleich mal leicht ge-ugraded und CB Eric Wright aus Cleveland geholt – Morddrohungen sollten für den Mann in Detroit nicht zu befürchten sein.

Die Buccs mit einem Siebenjahresvertrag für OG Davin Joseph (52 Mio.) und 2yrs-Vertrag für OT Trueblood. Es ging auch in der Nacht ziemlich rund.

[00h01] Harhar, was, wenn TE Aaron Hernandez die #85 nicht rausrückt?

Freie Nummer im Patriots-Kader aktuell:

15 – Eins Fünf – Chad el Uno Cinco
16 – Eins Sechs – Chad el Uno Seis
80 – Acht Null – Chad Ocho Cero (klanglich gut gefärbt)
81 – Acht Eins – Chad Ocho el Uno (wurde zum Ego sehr gut passen)
88 – Acht Acht – Chad Ocho Ocho
89 – Acht Neun – Chad Ocho Nueve

Kompensation: Zwei „late round picks“, einer 2012, einer 2013, wenn man den Auguren glauben darf.

[23h54] Fuck, was macht New England? Tradet mal eben für Chad Ochocinco! Nein: !!!!

Datt is dann doch ein Grund, noch ein paar Minuten dranzubleiben. Da haben wir den Offensiv-Moss.

Wie ich vor ein paar Stunden schrieb/Thema „Holen sie noch eine Receiver-Diva?“:

Ich werde die Hand nicht heben. Moss wird trotz allem nicht billig und ich sehe nicht, warum Belichick nach Haynesworth noch einmal ein Ego wie Moss holen wird. Nein, ich glaube mit dem heutigen Tag nicht mehr daran.

Alles Käse. Meine Damen und Herren, Sie lesen ein ignorantes Weblog.

[23h33] Auch der College Football kommt nicht zur Ruhe: Vor ein paar Minuten Gestern ist Butch Davis in North Carolina geschmissen worden. Butch Davis, der Staatsfeind Nummer 1 bis ans Lebensende in Cleveland, und der Mann, der bei UNC seit Wochen ganz schwer unter Beschuss steht, seit in seinem Trainerstab (wohl unter seine Mitwisserschaft – „zumindest“ seine Mitwisserschaft) schwerste Vergehen gegen die NCAA-Richtlinien nachgewiesen wurden. Nicht ausgeschlossen, dass die NCAA in naher Zukunft das komplette Footballprogramm der Tar Heels in die Luft jagt – Pony Excess reloaded, sozusagen.

*Update: Das war an mit vorbei gegangen. Lt. Seminole ist der Sportdirektor heute zurückgetreten. Auf alle Fälle ein ganz schlechter Zeitpunkt, einen Trainer zu feuern und die Recruitings werden sich schön verarscht vorkommen (wenigstens die, die nur das erlaubte Stipendium bekommen haben). Aber Davis‘ Situation war schon atemberaubend schlecht: Er wusste niemals von irgendwas und hatte keine Ahnung, was sein Trainerstab trieb und was seine Studenten trieben und was seine Agenten trieben und und und. Dafür, dass Davis als Kontroll-Nazi aus Cleveland-Browns-Zeiten bekannt war, schon etwas… seltsam, to say the least.

[23h11] Auffällig an den bisherigen beiden Aufwärmtagen zur Free Agency – neben dem Fakt, dass einige auffällig hohe Verträge dabei waren und dass Rookies dazu tendieren, ohne Streik schnell ihre Verträge zu unterschreiben – auffällt: Die Cornerbacks sind die großen Ladenhüter.

Das mag weniger an den Spielern selbst liegen, dürfte aber ein Zeichen sein, dass Nnamdi Asomugha tatsächlich den Markt blockiert. Die Liga wartet ab, die Spieler warten ab, denn der Asomugha-Deal dürfte ein Gradmesser für andere Cornerbacks sein. Favorisiert soll momentan Houston sein, die Jets sehen sich in der Rolle des Spoilers und sollen über 10 Mio. Platz unter der Salary Cap haben.

Weitere Cornerbacks, die zu haben sind: Jonathan Joseph, von dem man erwartet, dass er in Cincinnati bleiben wird. Der weithin kontrovers diskutierte Antonio Cromartie, ein spektakulärer Cornerback mit spektakulärer Vita. Ike Taylor, der bei Pittsburgh im Wort stehen soll. Josh Wilson (Baltimore, soll bei Washington im Wort stehen). Eric Wright, der Cleveland nach Morddrohungen wohl verlassen wird. Oder auch ein Chris Houston, bei dem mich wundert, warum die Lions nicht vehementer auf eine Vertragsverlängerung hinarbeiten. Oder die beiden Carrs, Chris (Ravens) und Brandon (Chiefs) – Brandon ist allerdings RFA, wie auch Brent Grimes (Atlanta).

Meine Güte, und Lito Sheppard gibt es auch noch. Ist in Minnesota frei geworden, was ist aus dem Mann bloß geworden?

[22h31] Drei neue Moves und ein interessantes Gerücht: LB Clint Session hat für fünf Jahre/29 Mio./11,5 Mio. guaranteed in Jacksonville unterschrieben. OL Chris Chester geht für vier Jahre/20 Mio. nach Washington – ich würde gerne wissen, wie die Redskins all diese Rosterbewegungen mit ihrer Salary Cap vereinen können – und OT Jermon Bushrod bleibt trotz massivem Werbens anderweitig (Vikings, Redskins – hey, is eh klar!) ins New Orleans. Bushrod ist übrigens in der PFF-Datenbank ein Left Tackle, der sehr schlecht davon kommt.

Zum Gerücht: DT Amobi Okoye (2007 als 19jähriger gedraftet) wird von Houston am Markt angeboten. Okoye ist nie richtig groß rausgekommen und wird ins neue 3-4 Schema von DefCoord Wade Phillips nicht reinpassen. Man glaubt, ein 4-3 Team wird ordentlich Draftpicks auf den Tisch legen.

[21h33] Ein treffender Artikel bei Pro Football Focus über den sensationellen Move von Albert Haynesworth nach New England. Drei interressante Gedanken:

Because Haynesworth is an elite talent and presuming he’s fit and healthy, I’d implore everyone to get ready for December 11th, when he returns to Washington.  Something tells me we might very well see him at his very best that day.

Belichick ist ein Hundling. Haynesworth wird Shanahan zerstören wollen.

Warum Haynesworth kein allzu hohes finanzielles Risiko darstellt, erklärt der erste Kommentar: Haynesworth wird 2011/12 ca. 5,5 Millionen Dollar verdienen (ca. die von Coates in den Kommentaren geschätzte Zahl) und 2012/13 ca. 6,7 Millionen. Der Clou im 100-Millionenvertrag von Haynesworth steckt im Winter 2013, wenn Haynesworth einen Roster Bonus von über 20 Mio. bekommt: Sofern es zu keiner Vertrags-Umstrukturierung kommt, wird Haynesworth vorher gefeuert werden. Und sollte es zu einem neuen Vertrag kommen, wird dieser mit Sicherheit nicht sämtliche Rahmen sprengen, zumindest nicht vor diesem Herbst.

Und drittens: Haynesworth ist tatsächlich erst 30 Jahre alt. Überrascht mich jetzt selber. Der Mann steckt also mitten in der theoretischen Blütezeit für Defensive Tackles.

Dieser Trade hat alle Ingredienzien, einer der bedeutendsten der letzten Jahre zu sein.

[21h17] Massiver Vertrag für Kevin Kolb in Arizona: Fünf Jahre, 63 Millionen Dollar, „mehr als“ 22 Mio. guaranteed. Meine Herren, wenn Sie über mich auch ein paar nett gemeinte Zeitungsartikel schreiben…

[20h48] According to @John Clayton/ESPN: Die Arizona Cardinals haben einen ziemlich schrägen Move gemacht und QB Kevin Kolb von den Eagles geholt. Kompensation: CB Dominique Rodgers-Cromartie und ein 2nd round pick. Rodgers-Cromartie war kein besonders herausragender Cornerback, aber mit DRC und Rookie Peterson hätte wenigstens ein bisschen Star-Faktor in der Defense mitgespielt. IMHO ein merkwürdiger Move mit einer zweiten Aussage: Die Eagles haben sich für CB Nnamdi Asomugha abgemeldet.

[20h15] Auch wenn man diesen Tag seit langem, spätestens seit 5. Jänner 2011, kommen sehen musste, so ist es doch schade. Heute werden die Tennessee Titans QB Vince Young entlassen und damit einen Schlussstrich zu meiner Affinität für diese Mannschaft setzen (okay, der phänomenale Chris Johnson spielt noch dort, aber trotzdem). Ich habe Young geliebt, weil Young ein Schwarzer war und es keinen würdigeren Nachfolger in Tennessee für den Quarterback schlechthin, Steve McNair, geben konnte, als einen mobilen, schwarzen Spielmacher.

Young war für mich nie der große Scrambler vor dem Herrn, den in ihm viele sahen. Young war für mich „nur“ ein mobiler, unglaublich geschmeidiger Quarterback mit unkonventionellem, aber nicht unästhetischem Wurfstil, aber kein Scrambler. Young wurde lange Zeit nachgesagt, er würde trotz schlechter Stats „einfach gewinnen“. In Wirklichkeit war die beste Titans-Saison seit Youngs Einberufung 2006 im Herbst 2008/09, als Young wegen Kindsköpfigkeiten auf der Bank saß.

Vor zwei Jahren spielten die Titans eine der sensationellsten Offenses, die ich bisher gesehen habe, eine Triple-Option-artige Angriffswucht mit Young und Chris Johnson an vorderster Front, und trotz grottenschlechtem Saisonstart (ohne Young) und ganz schwacher Defense fast noch einen Playoff-Einzug für die Titans. Hätte Young diese gepackt, ich bin überzeugt, er würde noch in diesem Sommer mit Jeff Fisher gemeinsam antreten.

Obwohl sich der katzenartige Young und der beinharte McNair vom Spielstil unterschieden wie Tag und Nacht – für mich waren doch beide in einem Topf. Ich hatte gehofft, wenigstens einer von beiden würde Fisher den verdienten Titel bringen.

Leider wurde daraus nichts.

[20h06] Mal ein Dank an die treue Leserschaft: Sideline Reporter ist seit Tagen in den deutschen Top-100 von WordPress Blogs of the Day (aktuell #72, Rekordposition war #2 während Superbowl XLV):

Wordpress Blog of the Days

Wordpress Blogs of The Day

[19h43] Mal eine Richtzahl für Top-10 Rookies: Pick #9 OT Tyron Smith/Dallas kriegt für 4 Jahre 12,5 Mio. Tackles sind nach QBs die nächsthöchst bezahlten – und 12,5 Mio. ist ein Wert, der früher für ein einziges Jahr gereicht hätte.

[18h38] Der zweite Tag des NFL-Wirrwarrs ist mitten im Gange – morgen startet die Story dann offiziell, wobei laut einer vertrauenswürdigen Information angeblich die Verträge „offiziell“ erst ab 4. August 2011 unterschrieben werden dürfen; allein, ein bloßes Abkommen in der NFL darf als „vertragsgleich“ gelten.

As yesterday, werfe ich bequemlichheitshalber wieder alles in einen Topf: Free Agents, Rookies, Trades, whatever else. Die Quellen sind wieder: NFL/Yahoo, NFL/ESPN und Adam Schefters Twitteraccount – alles verlässliche und schnelle Dienstleister.

QuarterbacksBrett Favre hat angeblich allen Unkenrufen zum Trotz seinen „endgültigen“ Rücktritt erklärt. Was soll man dazu noch sagen…

QB Pat Devlin hat offenbar bei den Miami Dolphins unterschrieben. Devlin war der QB von der Flacco-Uni, den im Jänner einige hatten in die erste oder zweite Runde des Drafts schreiben wollen, und der dann am Ende doch ganz leer ausging. Miami will angeblich aber weiterhin Kyle Orton und soll bereit sein, massig zu investieren.

Running Backs – Devlin ist ein interessanter Neuzugang für Miami, aber nichts gegen die kleine Sensation bei den Running Backs: Angeblich hat Miami für Reggie Bush getradet! 10 Mio. für einen Zweijahresvertrag, nachdem Bush in New Orleans (wie prognostiziert) nicht unter dem alten Vertrag bleiben konnte. Miamis Owner Stephen Ross ist dafür bekannt, seit Jahren händeringend vermarktbare „Stars“ für die Dolphins einzukaufen, um endlich an Profil zu gewinnen.

New Orleans hat einen anderen Mann weiterverpflichtet: RB Pierre Thomas (4yrs/12 Mio. – gleiche Zahlen wie bei K Mare gestern). Thomas/Ivory/Rookie Ingram: könnte ein potenter Laufangriff werden in New Orleans.

Wenig sensationell: Dallas hat RB Marion Barber rausgeschmissen, wie von maschemist vor einigen Monaten in seinem Gastbeitrag prophezeiht. Ein anderer Running Back könnte auf dem Markt sein: Frank Gore ist in San Francisco untergetaucht und ward seit Lockout-Ende nicht mehr gesehen.

Wide Receivers – Der spektakulärste Move ist sicherlich „Sidney Rice nach Seattle“. Irgendwie bedrückend, diese Personalpolitik der Vikings, auch wenn zum Vertrag von Rice bei den Seahawks wenig Substanzielles in Erfahrung zu bringen ist (lt. Foxsports ein 5yrs-Vertrag). Meine Güte, Rice plant anscheinend, in Seattle zu versauern – oder er gibt so viel auf Tavaris Jackson.

Bei den krassen Zahlen für WR Holmes gestern: WR Deseaon Jackson in Philadelphia will angeblich für mehr Geld streiken. Interessantes Detail: Der neue Tarifvertrag beinhaltet eine Passage, die von „hartem Vorgehen gegen streikende Spieler“ spricht.

In Dallas steht WR Roy Williams vor dem Abschuss.

Carolinas Steve Smith dagegen hat das Erwartete gemacht und wird in Carolina bleiben. Ich halte Steve Smith für einen der integersten Spieler der NFL – was verwundern mag angesichts einer Handvoll Trainingsschlägereien. Aber Smith gehört nicht umsonst zu meinen 10 Lieblingsspielern.

WR Lance Moore, wichtiger, unterschätzter Bestandteil der Saints-Offense, bleibt in New Orleans. Zumindest lt. seines Twitter-Accounts.

Die Stokley/Redskins-Nummer scheint sich als Ente herausgestellt zu haben. Welch Wunder, bei den Zillionen Wide Receivers, die Washington dieser Tage eingekauft hat.

Offensive Line – Ein Rücktritt zu Beginn: OG Damien Woody (sensationelle Bewertungen bei PFF) ist bei den Jets nicht mehr gewollt und hat keine Lust auf ein anderes Team. Der Rücktritt scheint sogar schon offiziell zu sein. Die Jets haben dafür OT Wayne Hunter weiterverpflichtet (unterirdische Ratings bei PFF).

Pro Bowl G Leonard Davis wird von Dalals entlassen werden.

Defensive Line – Die SENSATION des Tages: New England kriegt DT Albert Haynesworth für einen 5th round pick aus Washington. Haynesworth ist bei Zeiten ein fauler Sack und hasst die 3-4 (die auch New England spielt), aber wenn ein Mensch diesen fantastischen Defensive Tackle auf die Reihe bekommt, ist es Bill Belichick. Haynesworths Megavertrag wird mit Sicherheit neu geschrieben und vergleichsweise schmal ausfallen, aber der Move macht New England für mich auf der Stelle zum Superbowl-Topfavoriten. Haynesworth ist für mich der potenziell beste Tackle (ich habe 2008/09 viele Titans-Spiele gesehen, womöglich daher ein bissl Verblendung).

Philadelphia hat sich indes mit DE Jason Babin einen Pro Bowler aus Tennessee geholt (5yrs). DT Bunkley, DE Cole, DE Babin: Diese Line – noch dazu mit DL-Coach Jim Washburn – wird in Zukunft zu beachten sein. IMHO ein fantastischer Move der Eagles, gerade nach dem Verlust des besten Safetys (Mikell).

Washington hat sich dagegen DE Stephen Bowen für 5yrs/27,5 Mio./12,5 Mio. guaranteed geholt. Habe ich schon erwähnt, wie erstaunt ich über manche Summen dieser Tage bin – Capfloor hin oder her? (Die Redskins haben übrigens alles zu tun, um UNTER die Salary Cap zu kommen)

DT Barry Cofield (gestern sollte er bei den Giants bleiben) geht nun anscheinend doch nach Washington.

Linebackers – Der beste Mann, der ab sofort verfügbar ist: MLB Nick Barnett, der Mann, ohne den Green Bay jüngst derdiedas Superbowl gewann, der sich beklagte, nicht auf dem Mannschaftsfoto zu sein und der IMHO einer der besten seines Fachs ist. Barnett wird getradet oder entlassen – Green Bay hat den Rausschmiss semi-offiziell gemacht.

New England hat Haynesworth und braucht noch Pass Rusher. Was tun? OLB Tully Banta-Clain entlassen. Banta-Clain machte über zwei Jahre 15 Sacks, gefühlt die Hälfte der kompletten Patriots-Sacks.

Wichtiger Move für Detroit: OLB Justin Durant kommt aus Jacksonville.

Defensive Backs – Das Rennen um CB Nnamdi Asomugha ist erwartet voll im Gange. Wider Erwarten haben die Jets lt. Schefter 10 Mio. Platz unter der Salary Cap, aber Houston soll der Favorit sein und einen Langzeitvertrag über 14 Mio./Jahr angeboten haben. Asomugha in Houston – die Texans wären automatisch mein AFC-South-Favorit.

Kicker – K Matt Stover ist offenbar zurückgetreten. Uralt-Stover, der lange in Baltimore und dann in Indianapolis gekickt hat.

Was bedeutet für einen Quarterback eine „Interception zu werfen“ und ist dies erlaubt und die besten Sucheinträge in acht Monaten Sideline Reporter in der Rückschau

Sideline Reporter nähert sich dem dreihundertsten Blogeintrag. Die Seite wird mittlerweile öfters aufgerufen als zur Playoffzeit im Jänner und ist trotz fehlender Footballspiele in Amerika (ich schaffe es zeitlich nicht, CFL-Spiele zu bloggen) in der Offseason fast stetig gewachsen. Entsprechend haben mich in den acht Monaten auch haufenweise Sucheinträge über Google gefunden. „sideline reporter“ führt mit über eintausend vor „sidelinereporter“ mit 672. Die knuddeligen Suchbegriffe sind weit kreativer. Darüber mal eine kleine Rückschau.

Gibt es einen weißen Running Back in der NFL?

Oh ja. Aktuell gehören gar zwei weiße RBs zur Liga-Elite. Peyton Hillis von den Cleveland Browns wuchtete sich im vergangenen Herbst zu einer sagenhaft guten Saison und dürfte in Kürze Berühmtheit erlangen: Hillis ist der Cover-Boy von Madden NFL 12. Zweiter weißer „Star“: New Englands Danny Woodhead, ein kleiner Irrwisch von einem Offensivspieler, halb Back, halb Wide Receiver. Dazu gibt es einen Haufen Fullbacks – die technisch gesehen auch Running Backs sind – weißer Hautfarbe. Fullbacks werden seit eineinhalb Jahrzehnten hauptsächlich als Blocker eingesetzt, weshalb die nachteilige Athletik von weißen Athleten dort nicht so sehr ins Gewicht fällt. FB John Kuhn (Packers) oder FB Heath Evans (Saints) wären zu nennen.

Geschichtlich bewegen wir uns in Sachen „weiße Top-Running Backs“ auf eher schmalem Eis. Der heutige Fox-Kommentator Daryl Johnston, genannt „Moose“, war Emmitt Smiths Fullback in den 90ern. Der beste weiße Running Back ever war John Riggins in den 70ern und 80ern für die Jets und Vikings Redskins: Über 11.000yds in seiner Karriere erlaufen, und nur drei Spieler hatten bei seinem Rücktritt überhaupt mehr Yards erlaufen.

Berühmtester weißer Running Back ist aber Larry Csonka, wie Riggins Hall of Famer, und ein Mitglied der einzigen ungeschlagenen NFL-Mannschaft der letzten 50 Jahre: Der Miami Dolphins von 1972/73.

Ist es ein Catch, wenn ein Receiver mit dem Knie am Boden den Ball fängt?

Das hatte ich schon mal beantwortet, wird aber seit Monaten immer wieder abgefragt.

einziger deutscher spieler super bowl gewinner

… könnte in absehbarer Zukunft der OT der Patriots, Sebastian Vollmer, sein. Wenn Sie der ARD immer noch Glauben schenken, dann sind Sie naiv und wissen, dass Tom Nütten der einzige deutsche Superbowl-Gewinner ist. Das ist korrektes Wissen, sofern sie „deutschstämmig“ mit „deutsch“ gleichsetzen. Wenn Sie richtigerweise Tom Nütten jedoch als „deutschstämmig“, aber nicht „deutsch“ betrachten, gibt es noch keinen echten „deutschen“ Superbowl-Champ. Nütten gewann 1999/2000 mit den Rams den Titel.

(Update: für weiteres siehe Kommentare)

Was bedeutet für einen Quarterback eine „Interception zu werfen“ und ist dies erlaubt?

Jo, ist natürlich erlaubt, aber nicht sonderlich vorteilhaft für dessen Mannschaft. „Interception“ = Ballverlust. Im Gegensatz zum Fußball wird es im Football in der Regel ein Weilchen dauern bzw. einen gehörigen Kraftaufwand bedeuten, um das Angriffsrecht (=den Ball) wieder zurückzuerlangen.

Hope Solo zicke.

Dazu bitte hier entlang (einzuordnen in die Kategorie „schamlose Eigenwerbung“, aber dass ein korsakoff-Artikel fast 24.000 Klicks bekommt, ist auf diesem Blog noch nicht möglich und zeugt vom Aufsehen, das die Frau mit dem feurigen Blick erzeugt hat).

chad ochocinco rechts- oder linkshänder

Datt weiß ich natürlich nicht. Aber dank Fünfundachzigs Mitteilungsfreudigkeit (a.k.a. Geltungssucht) wissen wir, dass jüngst seine linke Hand zitterte.

vince young aufrecht gehen

Bei einem angeblichen Wonderlic-Score von 2 (ZWEI) fragt man sich tatsächlich, wie der Mann das schafft. Mehr zum Wonderlic Test hier.

grössen unterschied truthahn huhn

Da es ringsherum Bauernhöfe wie Frischlandeier gibt, eine leicht zu beantwortende Frage: Truhühner werden schon mal einen Meter groß und wiegen ausgewachsen fast ein Dutzend Kilo (Weibchen sind allerdings recht leicht dagegen, würde schätzen, 4-5kg). Normale Haushühner dagegen wiegen rund 3-4 kg, wobei der Gewichtsunterschied zwische Huhn und Henne recht marginal ist (schätzungsweise 1/2 bis 1 kg).

fleisch hat immer saison

In der Tat.

ich bin ein schlechter wide receiver

Normalerweise sind Wide Receivers allerdings für übersteigerte Egos bekannt.

Kim cljsters BOOBS

Ich denke mal, das hier ist gemeint.

alte Schuhe von der Hochzeit nicht (mehr) finden

Aber die alte Schachtel ist doch bestimmt noch irgendwo (an Ihrer Seite?).

wer sind die cheesevhesds

Die Hamburger Fußballfans vielleicht? Im Football werden die Fans der Green Bay Packers Kaseköpp genannt. Mehr hier.

kamerapositionen nfl.

Ein interessantes und zuweilen ärgerliches Thema. Die Kamerapositionen in der NFL sind phasenweise so nah am Spielfeldrand, dass die neuen Mainzer Kameras nicht der Rede wert sind. Phasenweise darf man froh sein, überhaupt die Linebackers zu sehen, von Defensive Backs gibt es nur feuchte Träume.

Im College Football dagegen wird aus 50m Entfernung aufgenommen. Camp-Nou-esk. Und einfach angenehmer beim Verfolgen des Spiels.

julia mancuso beste ski fahrerin

Meine Rede.

Tom Brady nude.

Äh, ja.

pittsburgh steelers bart

Sie meinten „Brad Keisel Bart“?

dean griffing rose-hulman

Ein hoch interessantes Thema. Zur Charity Bowl Anfang Juni tauchte hier in den Kommentaren ein gewisser „Chris Griffing“ auf, der seinen Sohn Dean beim Match zwischen dessen Rose-Hulman University und dem österreichischen Nationalteam sehen wollte. Ich konnte Mr. Griffing gerade noch rechtzeitig einen offiziellen Link unterjubeln und daraus entstand ein längerer E-Mailwechsel. Dabei kam heraus, dass die Griffings so was wie eine Football-„Dynastie“ sind – oder zumindest eine supersportliche Familie.

Dean Griffing sr. – Chris’ Vater – war einst ein Center in der Canadian Football League und als solcher ist Dean Griffing sr. in die CFL-Hall of Fame aufgenommen worden. Dean Griffing war dann nachher Coach der Saskatchewan Roughriders, Mitgründer und erster GM der Denver Broncos und Talentscout für NFL-Legende George Halas. Chris selbst ist seit Äonen Footballcoach (Offensive und Defensive Line) und seine Frau war mehrfach Staatsmeisterin im Schwimmen.

Dean Griffing jr. ist der jüngste in einer langen Kette an sportlichen Highlights, spielt Defensive End im Division-III College Rose-Hulman (und studiert Ingenieurie, beste Grüße also!). Dean Griffing wurde in der Highschool von Don Beebe (sprich: Don Biiiiiiiibiii) gecoacht, einem ehemaligen superschnellen Sprinter der Buffalo Bills und einem Mann, der zig Auszeichnungen als charakterstarke, bescheidene Person bekommen hat.

Don Beebes Erbe in der NFL wird aber was anderes bleiben: Dieser Ben-Watson-eske Spielzug – spektakulär und berühmt geworden in der turmhohen Superbowl-Niederlage gegen die Dallas Cowboys in den 90ern (Beebe = #82):

1996/97 holte Don Beebe dann mit seiner dritten NFL-Mannschaft Green Bay den von Herzen verdienten Superbowl-Ring.

Wird jetzt alles besser?

Es war irgendwann im Spätsommer 2008, als ein Wide Receiver in Cincinnati nach jahrelanger Aufmerksamkeitssuche und öffentlichen Auseinandersetzungen mit Trainern und Management die Ego-Mätzchen auf den Höhepunkt getrieben hat. Ergebnis: Der Mann änderte seinen Namen, ganz offiziell und vor Gericht, in Chad Ochocinco.

Ochocinco wie ocho cinco, spanisch für „Acht Fünf“. Die Ziffern seiner Rückennummer, 85. „Fünfundachtzig“ wäre ochenta y cinco gewesen. Das war dann doch zu kompliziert.

So weit, so gut. Mittlerweile sind wir im Jänner 2011. Die Bengals gehören mal wieder zum Bodensatz der Liga, Ochocinco hat mit T.O. Terrell Owens einen ähnlich egozentrischen Partner als Wide Receiver in der Aufstellung und jüngst machte QB Carson Palmer mit Rücktrittsdrohungen aufmerksam. Für Ochochinco ein Unding. Andere stehen in den Schlagzeilen. Was macht der Mann also?

Ändert mal wieder seinen Namen! Nicht in Chad Iwanttogetrecognised oder Chad Yollamolaatención (oder so), sondern, ganz unspektakulär, zurück in Chad Johnson! Eine Schlagzeile wird’s wert sein, oder einen Blogeintrag auf Sideline Reporter. Aber angesichts der vergangenen Zickereien ist es diesmal erstaunlich unspektakulär.