Tennessee Titans in der Sezierstunde

Die Tennessee Titans sind ein Team, das nach „Durchschnitt“ schreit. Insbesondere in der zweiten Saisonhälfte fuhr man typische, standardisierte NFL-Ergebnisse gleich in Serienform ein:

Woche 9  L 24-17 Cincinnati
Woche 11 L 23-17 @Atlanta
Woche 12 W 23-17 Tampa Bay
Woche 13 W 23-17 @Buffalo
Woche 14 L 22-17 New Orleans
Woche 16 W 23-17 Jacksonville
Woche 17 W 23-22 @Houston

Logisches Resultat dieses Flip-Flops an Ergebnissen der Geschmacksklasse „23-17“: Eine 9-7 Bilanz ohne die großen Ausreißer nach oben, dafür aber mit der bitteren Klatsche Mitte Dezember gegen Indianapolis (!), die zwei Wochen später im Playoffkampf schmerzlich fehlte. Trotzdem dürfte man „9-7“ als ordentliches Endergebnis werten.


Dabei musste man sich häufiger als erwartet von der eigentlichen Stärke, dem Laufspiel um RB Chris „CJ1K“ Johnson (4.0yds/Carry, 4 TD) abwenden, hin zu einem unspektakulären, in keinerlei Hinsicht herausragenden Passspiel um den Oldie-QB Matt Hasselbeck. Gegen die Elite hatte man nur selten eine Chance, jedoch reichte die fehlerarme Spielweise, um die schwächeren Gegner abzuwürgen.

Nach dem gescheiterten Anlauf auf QB Peyton Manning steht in der Offense früher oder später ein interner Generationswechsel an: Der junge, mobile QB Jake Locker scharrt bereits in den Startlöchern und könnte schon in der kommenden Saison übernehmen. Das große Fragezeichen bei Locker wird seine Passpräzision sein. Drei Spiele sind nicht ausreichend Testmenge, um die 51% Completion Rate zu verteufeln, aber gepaart mit seiner Historie am College muss man bei „big arm“ Locker eine eher mäßige Completion Rate erwarten. Locker ist immerhin ein spannend anzuschauender Quarterback, der keinen Scramble mit Kopf voraus scheut.

Die Titans dürften allerdings ernsthaft überlegen, einen oder mehrere Wide Receivers einzukaufen. Der beste Mann, WR Kenny Britt, hat eine elend lange Verletzungshistorie und abseits Britts dürfte der Corp an Ballfängern als eher dürftig besetzt gelten.

Eine angesichts der schwachen Zahlen für RB Johnson viel diskutierte Position war die Offensive Line, wo es keinen Konsens über deren „Anteil“ an Johnsons Einbruch gab. Man sieht in LT Roos einen erstklassigen Mann, man sieht im Rest einen Haufen Mittelmaß. Nun wurde für teures Geld der einst in alle Sphären hochgelobte G Steve Hutchinson aus Minnesota geholt, aber man geht immer noch davon aus, dass sich die Titans in der ersten Runde des Drafts eines Offensive Liners bedienen könnten – vielleicht C Konz aus Wisconsin (Wisconsin! Der Mann ist aus Wisconsin!).


Die Titan-Defense wird zu den grundsoliden gezählt, aber eben nicht mehr. In anderen Worten: Wo heute jede Unit Rabatz mit Pass Rush machen möchte, ist die Front Seven von Tennessee recht pathetisch an der Anspiellinie und dürfte auch nach dem wichtigen Einkauf von DE/OLB Kamerion Wimbley aus Oakland (5yrs/35M) auf der Suche nach Upgrades sein. Mit dem zuletzt suspekt eingesetzten DT/DE Jones ist einer der Eckpunkte der letzten Jahre gen Seattle abgewandert, weswegen Tennessees depth chart maximal als „durchwachsen“ deklariert werden kann.

In der Secondary ging CB Finnegan verloren. Durch relativ gute Coaches dürften die Titans zwar nicht kollabieren, aber irgendwann wird es den einen oder anderen „Playmaker“ eben auch brauchen, selbst in einer Division mit so apathischen Offenses wie jener der Titans.


Ich bin mir nicht sicher, was man von den Titans künftig erwarten kann. Das Spielermaterial schreit im Prinzip nicht nach „Playoffs!“, der HeadCoach Mike Munchak ist dann auch nicht der große Visionär und bei OffCoord Chris Palmer habe  ich auch immer ein eher ungutes Gefühl. Locker könnte nach dem intensiven Flirt der Besitzerschaft mit Peyton Manning leicht angeknackst sein und muss dringend seine Konstanz steigern, sollte er über längere Zeit der Starter werden, während die Geschichte zeigt, dass ein spektakulärer Running Back wie Johnson nur selten ein Mann ist, um den man eine Offense bauen sollte. Und dann haben wir immer noch nicht über die Defense gesprochen… Pluspunkt: Die Divisionskonkurrenz hat auch so ihre Wehwehchen.

NFL 2011/12, #14: Tennessee Titans – New Orleans Saints

Kleine technische Anmerkung: „Aktualisieren“ kann man per Klick auf den Button mit dem Datum, links neben der Überschrift.

[22h18] Endstand Tennessee Titans 17, New Orleans Saints 22.

Trotz allem: Verdienter Sieg der Saints, die das insgesamt deutlich rundere Paket anboten und sich „nur“ lange Zeit mit Strafen und Eigenfehlern einen einfacheren Sieg kaputt machten. QB Brees am Ende wieder mit 337 Pass-yds und vor allem diesen zwei ästhetisch so wunderschönen Touchdown-Pässen. Die Titans-Defense brachte nicht oft genug – aber doch etliche Male – genug Druck zustande, tackelte stark, war aber ab dem dritten Viertel lange Zeit hoffnungslos im Abdecken von Receivern. Dazu ein grundsolides Laufspiel der Saints über die wuseligen Running Backs #29 Ivory, #43 Sproles und #23 Thomas.

Tennessees Offense bestand aus teilweise irren Big Plays, als einmal WR Williams einem schlechten Tackle ausweichen konnte und 54yds  das Spielfeld runterlaufen konnte, und später dieser tolle TD-Pass auf den in die endZone fliegenden Washington (der eben noch einen dritten Big Play machte). Letzten Endes ist Locker vielleicht ein bisschen zu unpräzise als Werfer, aber heute war das auf alle Fälle ein verheißungsvolles Spiel, und vor allem: Der Mann hat Mut.

[22h17] Locker wird aufgescheucht und hält den Ball einen Tick zu lange. Sack und Game over.

[22h16] Fassungslos! Fassungslos! Saints gestoppt. Locker mit einer weiteren tiefen Bombe auf WR Washington, spikt 7sek vor Schluss den Ball an der 5yds Line.

[22h07] Die Titans werfen bei 3rd-und-1 tief, WR Washington wird überworfen.

4th down: Locker per Sneak kriegt den spot zu kurz, wird gestoppt. Suboptimal von den Titans gelöst und damit wohl das Spiel verloren.

[22h03] Es wird „incomplete pass“ gegeben. Tennessee lebt noch. Locker steht wieder, aber nun ist Hasselbeck mit seiner kaputten Wade zurück im Spiel.

[22h00] Meine Fresse, QB Locker wird böse, böse von DB Porter (?) abgeschossen und liegt schwer angeschlagen am Boden. Locker mit der „Tuck Rule“, Ball wurde in der Rückwärtsbewegung rausgeschlagen, aber als Locker in der Vorwärtsbewegung war, hatte er noch zwei Finger am Ball. Eine 50/50-Entscheidung der Refs. Reine Auslegungssache (Pereira scheint sich auch nicht sicher zu sein).

[21h53] DT Karl Klug mit einem wuchtigen Sack gegen QB Brees, hält die Titans am Leben. Klug ist meiner Erinnerung nach ein Rookie und einer der Lieblinge bei Pro Football Focus.

[21h47] Tennessee 17, New Orleans 22/Q4 5:58. „Quick-Strike“-Locker, oder so. Locker per 17yds-Scramble. Und dann, als ich gerade schreien will „Scramble doch!“ (Feld völlig offen dafür), dann „Johnson iss frei!“ (Johnson 10yds weiter 30m offen), wirft Locker tiiiiiiief in die Secondary, auf WR #85 Washington, der vor dem heranfliegenden Safety in die EndZone fällt. Die Titans zucken also doch noch. Ich würde jetzt über einen onside kick nachdenken. Brees‘ Offense legt Yards nach Belieben zurück-

[21h40] Tennessee 10, New Orleans 22/Q4 7:01. Geiler, geiler TD-Pass von Brees auf WR Colston. Brees weicht unter Druck mit einem Schritt nach vorne aus und wirft einen unglaublich butterweichen Ball genau in den Lauf eines zugegeben nicht gut gedeckten WR Colston. Die Titans-Defense sieht geschlagen aus (zuckte bei der 2pts-Conversion nochmal auf), lässt nur noch Completions zu und hat in „Power-Run“-Situationen nichts entgegenzusetzen. Ach, und Brees hat im Yardage-Kampf mit Brady blitzschnell nachgezogen.

[21h29] Tennessee 10, New Orleans 16/Q4 12:39. Brees macht seinen obligatorischen TD-Pass, eine Rakete von einem Wurf auf einen völlig ungedeckten WR #12 Colston in der Spielfeldmitte. Was an der Titans-Defense auffällt: Sie stellt ihre Cornerbacks nicht aggressiv an die Anspiellinie, vertraut auf die Zonendeckung in der Secondary. Wenn der Lauf kommt, wird kaum ein Tackle verpasst. Aber wenn geworfen wird, sind die WRs nun fast immer offen. Interessant ist auch das Selbstvertrauen, das Payton ausstrahlt, indem nach dem TD nicht die 2pts-Conversion ausgespielt wird.

[21h22] Ende drittes Viertel. (Wer einen Blick auf die Freak-Zahlen Bradys in Washington werfen wolle, der sehe, dass Brees riskiert, im Passallzeitrekord-Rennen wieder an #2 zurückzufallen).

[21h15] Tennessee 10, New Orleans 9/Q3 2:19. QB Locker segelt per Scramble über den „Pylon“.

Drive-entscheidender Spielzug war ein Play vorher: Die Saints mit einem massiven Blitz, standen hinten völlig blank, darauf vertrauend, den Rookie Locker per Druck aus dem Konzept bringen zu können. Locker mit dem quicken Ball für WR #17 Damien Williams, der einem Tackle auswich und freie Bahn in die RedZone hatte (54yds), nur von „dirty“ Roman Harper (Facemask, zweites Personal Foul Harpers heute) mit einem Griff ins Gesichtsgitter gebremst werden konnte. Das ist mal ein Pendel-Umschwung!

[21h08] Tennessee 3, New Orleans 9/Q3 4:33. Das Passspiel um QB Brees sieht nun exzellent aus, macht 1st down um 1st down, mal zu einem Receiver, mal auf RB Sproles, der sich durchirrwischt. New Orleans gibt zwischendurch immer wieder einen Laufspielzug auf, hält die Titans damit von allzu aggressiver Defense ab, aber ich frage mich, ob das wirklich notwendig ist: Brees verbrennt nun wieder Blitzes wie gewohnt. In der RedZone decken die Titans TE Graham mit einem Safety (#33 Griffin) ab. Graham scheint den Catch in der EndZone zu machen, berührt aber womöglich mit einer Stolle ein weiß angemaltes Stück Gras. Die Refs schmettern die Challenge Paytons ab, was mir ein ungutes Gefühl gibt. (Pereira sah die Entscheidung genau so kommen. Interessant)

[20h48] Die Titans geben das Laufspiel noch nicht auf, lassen Chris Johnson immer noch die Bälle tragen, wodurch die Saints gezwungen sind, ihren Safety #41 Harper an der Anspiellinie zu halten. Allerdings nutzt QB Locker die Räume beim Werfen nur ungenügend aus, ist ungenau, wenn er nicht gerade über die Mitte wirft. Scheint, als wäre ein 1st/Drive für die Titans heute das Höchste aller Gefühle. Dabei sähe auch das Defensive Backfield der Saints hinreichend chaotisch aus, um etwas konsequenter getestet zu werden.

[20h41] Wer gerade auf Romanze steht: Angeblich hat der verkleidete „Santa Claus“ im Titans-Stadium eben seiner Freundin in der Cheerleader-Truppe einen Heiratsantrag gemacht. Sie hat ja gesagt.

[20h33] Halbzeit Tennessee Titans 3, New Orleans Saints 6

Ob die Funkverbindungsprobleme hier ein Omen für dieses Spiel sind? Unglaublich viele Strafen in dieser Partie, immer und immer wieder zerstören sich die Saints viel versprechende Angriffsserien. Und da wurden noch nicht mal alle möglichen Flaggen auch geworfen. RB Sproles könnte heute bereits massive Zahlen vorweisen (Puntreturn-TD, 3-4 Big Plays als Receiver), aber da wurde vieles zurückgepfiffen. Tennessee macht viel Druck, ohne allzu viele Verteidiger zu schicken und New Orleans‘ Pass-Armada kommt einfach nicht in Gang. Kurz vor Halbzeit sah es nochmal kurz so aus, als wäre endlich sowas wie „Rhythmus“ drin, aber in der RedZone wurde Brees gesackt und der Drive war gestoppt.

Die Titans ihrerseits haben null, wirklich null Laufspiel (Johnson 5 für 1yd), und kommen kaum dazu, tief zu werfen. Das meiste, was in der Offense geht, sind schnelle Pässe für RB Johnson. Nun ist QB Hasselbeck wohl mit Wadenverletzung draußen, der blutjunge QB Locker könnte die zweite Halbzeit bestreiten.

[20h26] Tennessee 3, New Orleans 6/Q2 0:15. Kurzzeitig kam die Offense in Gang. In der RedZone ging wieder nichts.

[20h16] Buck wird sarkastisch: „Unbelievable there were no flags“ bei einem 10yds-Punt Return von Sproles. 3:06 vor Halbzeit können die Saints einen quicken Angriff runterspielen.

[20h13] Wieder etwas beruhigt und sehe, dass bisher 14 (!) Strafen begangen wurden. Als ob die Hellblauen Detroit und die Goldenen Pittsburgh wären.

[20h11] (Meine Leute müssen grad einen Wutanfall meinerseits überstehen, da WordPress rumzickt. 3:32 to go in Halbzeit eins)

[19h58] Tennessee 3, New Orleans 3/Q2. Hui, wie ich mit einem Auge sehe, musste gerade Backup-QB Jake Locker für Hasselbeck eingewechselt werden. Locker wird per massivem Druck zum Scrambeln gezwungen und feuer einen fulminanten Pass in die Endzone, der zu Boden fällt. Das Field Goal bringt den Ausgleich.

[19h31] Damit habe das Schachspiel begonnen. Tennessee bringt recht viel Druck an der Anspiellinie, New Orleans kontert gerne mit schnellen „Swing-Pässen“, um die fassungslose Agilität des RB #43 Sproles zu nutzen. TE Graham soll zwar Buckelschmerzen haben, kommt aber immer wieder auf das Feld und macht die Catches für die kurzen Yards zum 1st down. Interessanterweise wird Graham von den Titans-Verteidigern recht schonend angegangen.

Was noch auffällt: Brees ließ sich nun schon zweimal vom Pass Rush nervös machen. 1x fast eine INT, 1x Graham meterweit überworfen.

(Ich klinke mich damit für kurze Zeit aus)

[19h22] Tennessee wird recht schnell gestoppt. Was auffällt: New Orleans mit einer aggressiven Defensiv-Aufstellung, zieht SS Harper (?) gegen das Laufspiel an die Anspiellinie. Tennessee kontert mit quicken Pässen auf RB Chris Johnson. Die Angriffsserie wird nach einer zu Unrecht nicht gepfiffenen Pass Interference gegen die Saints gestoppt, der TD-Return von #43 Sproles wird wegen Strafe zurückgepfiffen. Die Strafe ging gegen einen Spieler, der nichtmal auf dem Spielfeld stand!

[19h14] Tennessee 0, New Orleans 3/Q1, 9:54. Eben angesprochener Graham ist, wie Kommentator „He Hate Me“ richtig anmerkte, nicht fit, wird nur dosiert eingesetzt und kann nicht voll durchziehen. Die Saints laufen aber ohnehin mehr, als man erwartet hätte, und blocken sich dafür erstaunliche Löcher frei. Alle drei einsetzbaren Running Backs, Ivory/Thomas/Sproles, können sich kontaktlos durchpflügen. In der RedZone hält die Titans-Defense, auch dank einer Strafe gegen die Saints.

[19h01] Kleine spieltechnische Anmerkung noch: Die Tennessee Titans sollen sich so lange es geht eine „Base-Defense“ (4-3) verschrieben haben. Da die Linebackers als eher hüftsteif gelten, könnte das Matchup gegen den TE Jimmy Graham ein eklatantes „Mismatch“ sein. Jerry Gray ist zwar als „Schemer“ bekannt, jedoch gilt Graham als durchaus gut genug, um einen Defensive Back als Abdeckung zu benötigen. Ich würde auf diese Duelle ein Auge werfen, da diese Saison so krass wie noch nie gezeigt hat, wie essenziell ein dominanter Tight End für eine NFL-Offense sein kann (bzw. „ist“).

[18h56] Im Parallelspiel wird für die Houston Texans heute QB Jake Delhomme den Backup geben. Der noch ältere von den beiden jüngst aus dem Ruhestand Geholten, QB Jeff Garcia, noch inactive.

[18h38] Guten Abend. Die Titans mit einem weiteren Ausfall, der an keiner ungünstigeren Position passieren konnte: Cornerback. McCourty wird ausfallen (Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung), was gegen die 4WR-Sets der Saints zu spüren sein dürfte. Namhafteste Ausfälle bei den Saints: DT Sedrick Ellis, RB Mark Ingram.

Die Vorschau auf den heutigen Abend habe ich bereits am Freitag geschrieben.

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NFL 2011/12, TV-Guideline für Woche 14

Die Minnesota Vikings intensivieren den Druck auf die Twin Cities in Sachen Stadionbau. Zumindest deuten alle Zeichen darauf hin, nachdem der Vorstand durchsickern lässt, dass neben Los Angeles eine zweite Stadt an den Vikes interessiert sei. Eine zweite Stadt neben L.A.? Mangels Alternativen im übersättigten US-Markt (auch mangels attraktiver TV-Märkte, die die Twin Cities ausstechen könnten) dürfte es sich hierbei um eine klassische Phantom-Stadt handeln, um sich „Lieferantenmacht“ zu sicher. Stichwort: Der verdeckte Nebenbuhler.


WR Justin Blackmon von Oklahoma State hat gegenüber ESPN.com seine Intentionen in Richtung NFL klar gemacht: Blackmon möchte in die NFL. Nun gibt es heuer einige Mannschaften, die ganz hoch händeringend nach einem Wide Receiver Ausschau halten dürften (St Louis, Cleveland!), und neben Blackmon könnten noch Kaliber wie Floyd (Notre Dame) oder Jeffery (South Carolina) in den Draft kommen. Blackmon gilt als überragender Mann fürs College. Ob der Mann bei 1,85m Körpergröße aber tatsächlich in den Top-5 geht?


Großkampftag am Sonntag in der NFL am Sonntag und für uns an den TV-Schirmen. Woche 14 bringt Intensität in das Playoffrennen, und obwohl das absolute Topspiel fehlt, können sich die Partien diesmal sehen lassen. Ein Ausblick auf den Sonntag im TV.

Tennessee Titans – New Orleans Saints

19h LIVE bei ESPN America

Common sense im Sommer war: Die Titans würden die Saison mit neuem Trainerstab und neuem Quarterback eh abschenken. Nach drei Vierteln der Regular Season muss man der Mannschaft attestieren, wie in den letzten Jahren zum guten NFL-Durchschnitt zu gehören. War man vergangenes Jahr mit 6-10 klar unter Wert geschlagen, gewinnen die Titans in dieser Saison, in der die AFC South durch Mannings Ausfall so offen wie lange nicht ist, immerhin gegen fast alle Teams auf Augenhöhe.

Ein Kaliber wie die Saints hat Tennessee allerdings noch nicht gesehen. Man attestiert dem neuem DefCoord der Titans, Jerry Gray, einen grundsoliden Job, aus einer grauen Masse an durchschnittlichen Verteidigern eine solide Defense gebastelt zu haben, die gegen gute NFL-Defenses mit guten NFL-QBs bestehen kann. Allerdings fehlen die ganz großen Pass Rusher, um die Top-Offenses wie Houston, Pittsburgh oder New Orleans einzubremsen. Dabei wäre gerade gegen die Saints eine explosive Defense händeringend benötigt: Tennessee verliert immer, wenn es über 20 Punkte zulässt.

Spricht also auch nicht für den mächtigsten Angriff. Auch gegen die Saints dürften die Titans auch kein Feuerwerk an Punkten veranstalten, werden primär darauf bedacht sein, das Laufspiel um den wiederhergestellten RB #28 Chris Johnson auf Trab zu bringen und QB-Oldie Hasselbeck eher nicht mit Brees um die Wette werfen lassen. Das Skript dürfte etwas ähnliches wie einen 35-14 Sieg für die Saints im ungemütlichen Nashville vorsehen.

Cincinnati Bengals – Houston Texans

19h LIVE bei SPORT1+
Montag, 14h30 Aufzeichnung bei ESPN America

Tennessees Divisionsrivale Houston steht vor einer lösbaren Aufgabe bei den Cincinnati Bengals, die ihrerseits mit den Titans auf Augenhöhe im Wildcard-Playoffrennen stehen (beide 7-5). Am Sonntag verlor ein verschrecktes Cincinnati allzu hoch gegen die Steelers, kriegt nun mit Houston den nächsten Kracher serviert. Die Texans könnten sich mit einem Auswärtssieg den ersten Matchball für die Playoffs servieren, müssen aber schon wieder auf WR Andre Johnson verzichten.

Die Aufzeichnungen von letzter Woche zeigten, wie Houston nach Johnsons Verletzungsausfall begannen, mutloser im Angriff zu werden, sagten plötzlich haufenweise Ballübergaben an RB Arian Foster an, während der furchtlose QB T.J. Yates seine coolen tiefen Bomben in der Schubladen behalten musste. Ist es der Kubiak-Faktor? Oder war es nur eine Vorsichtsmaßnahme?

Auf alle Fälle bietet Cincinnati vs. Houston das Duell zweier mutiger Grünschnäbel auf der QB-Position, dazu zwei grundsolide, starke Defenses und dazu adäquate Spannung durch die engen Punktekonstellationen in der AFC. SPORT1+ überträgt live, ESPNA als Tape.

Green Bay Packers – Oakland Raiders

22h15 LIVE bei ESPN America und SPORT1+

Auch die Oakland Raiders sind mit 7-5 in Kandidat im Wildcard-Rennen, sofern sie nicht ihre AFC West gewinnen sollten. Die letzten Wochen waren wechselhaft, zuletzt setzte es eine happige 14-34 Schlappe gegen eine elektrisiert aufspielende Dolphins-Mannschaft, und QB Carson Palmer sah teilweise furchtbar aus. Befürchtungsweise werden die Raiders in Lambeau gegen Green Bays suboptimale Secondary aber sowieso nicht allzu viel werfen, sich eher darauf konzentrieren, mit ihren Dutzenden Running Backs im Kader möglichst lange Drives hinzulegen, um die Anzahl der Angriffsserien für Green Bay zu minimieren, selbst wenn RB McFadden wie erwartet nicht spielen könnte.

Die Packers mit QB Rodgers sahen zuletzt zwei stürmische Defensive Lines, überstanden die Angriffs der Lions und Giants mehr oder weniger eindrucksvoll. Rodgers fasziniert immer wieder mit drei Tippelschritten nach links, einem nach rechts und dann dem simplen Pass über halbrechts auf den in die Endzone rollenden Jennings zum TD. Die Raiders werden eine weit sterilere Front Seven schicken, deren Ankermann „dirty“ DE Richard Seymour (zuletzt Platzverweis nach Allerweltsaktion) verletzungsbedingt fraglich ist und möglicherweise auch noch gesperrt wird.

Arizona Cardinals – San Francisco 49ers

23h20 Aufzeichnung bei PULS4

Interessante Spielauswahl bei den Österreichern, wo der Sieger der NFC West, San Francisco, in Arizona antritt. Die Cardinals haben jüngst das gemacht, was sie immer machen – die Dallas Cowboys überraschend schlagen – und ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Mit QB Kevin Kolb, dessen Einkauf im Sommer für mich Grund genug war, Arizona über San Francisco als Divisionsfavorit zu setzen. Obwohl ich Kolb für bestenfalls unterdurchschnittlich hielt und halte.

Die Cardinals besitzen eine in allen Belangen mittelmäßige Offense, verlieren in jedem sechsten Drive den Ball per Turnover und sind erstaunlicherweise trotz eines Returnspielers wie Patrick Peterson eine der schlechtesten Mannschaften, was Starting Field Position angeht (#29 NFL-weit). Resultat: eine ineffiziente Offense, die im Schnitt trotz längerer Drives als San Francisco (27,2yds zu 27yds) einen sagenhaften halben Punkt pro Drive weniger scoren (1,45 zu 1,90). Mitschuldig daran ist auch der immer noch schlechte Luftangriff, der trotz des großartigen WR Larry Fitzgerald regelmäßig verhungert.

Dallas Cowboys – New York Giants

02h20 LIVE bei ESPN America

Erstaunlich wenig auf die Fresse gab es unter der Woche für den Cowboy-Chefcoach Jason Garrett für jene völlig unnötige Auswärtsniederlage in Arizona, verschuldet hauptsächlich durch unverständliches Handling mit den Auszeiten in der Schlussphase (hier runtergebrochen bei Advanced NFL Stats). War es die Nervosität vor dem ersten Duell gegen die Giants? Immerhin ist hier – weil der Fachausdruck so schön ist – die season on the line. Dallas (7-5) gegen die Giants (6-6), es geht es die Divisionsvorherrschaft in der NFC East, aber nebenher auch um das Wildcard-Rennen. Vor allem die New York Giants stehen diesbezüglich schwer unter Druck, dürfen sich eine Niederlage fast nicht erlauben.

Mit Dallas bekommt man nun einen schwer ausrechenbaren Angriff vorgeworfen. Ich werde wöchentlich mehr zum Fan von RB DeMarco Murray, ein Back, der nicht lange fackelt und meistens straight den direkten Weg gen EndZone sucht. Murray war mir aus Sooners-Zeiten mehr als Zauderer in Erinnerung geblieben, wird mit diesem Spielstil gegen die Giants interessant: Wird DefCoord Perry Fewell die „Box“ zustellen und das Risiko eingehen, gegen die Herrschaften Witten, Robinson, Bryant bei Play-Action blank zu stehen? Ich würde nicht dagegen wetten, da Murray bei entsprechender Lücke dazu tendiert, eine Defense böse zu verbrennen.

Auf der anderen Seite dürfte auch Rob Ryan, der Defensive Coordinator der Cowboys, im Brennpunkt stehen. Giants-QB Eli Manning werden wöchentlich dickere Eier im Erkennen und Verbrennen von Blitzes nachgesagt, und just jene Blitz-Formationen gelten als Spezialität Ryans. Wird der kleine Rex sturschädeln, oder ist die Angst vor dem „blauen Welker“ #80 Victor Cruz zu groß dafür sein?

Denver Broncos – Chicago Bears

Montag, 16h30 Tape bei ESPN America

(Egomanen-freie Zone.) Die Broncos sind die Bears von 2011, kriegen haufenweise Backup- und Rookie-QBs vorgeworfen, und in diesem Spiel auch eine löchrige Offensive Line, die für Denvers drückenden Pass Rush ein gefundenes Fressen sein dürfte, selbst wenn der hoch gelobte Rookie-OLB Von Miller ausfallen sollte. Chicagos Pocket dürfte eine eher unsichere Zone sein, nie ein gutes Zeichen, wenn ein unerfahrener Mann wie Caleb Hanie die Offense dirigieren muss. Hanie scheint zudem weder über Selbstvertrauen, noch über allzu großes Zutrauen seitens OffCoord Mike Martz zu verfügen, trotzdem soll kein Ersatz aus dem Sümpfen von Mississippi reaktiviert werden. Negativ: Diesen Sonntag soll mit RB Forté auch noch der beste Angriffsspieler ausfallen.

Auf der anderen Seite machen die Broncos seit Wochen einen bewundernswerten Job auch in ihrer Offense, wo die Schwächen von Tebow mit viel RB McGahee und risikoarmen Pässen kaschiert werden und die Broncos sich erstaunlicherweise immer noch durchlavieren können. Zuletzt 35 Punkte in Minnesota gescort. Hallo? Tebow glänzt bis dato mit enorm wenigen Interceptions. Chicagos Defense ist jedoch die hungrigste, die Tebow sehen wird, macht alle acht Drives eine INT.

Tennessee Titans in der Sezierstunde

Die Titans, der jüngste Neuzugang im exklusiven NFL Chaos Club. Gestartet als Team mit Anspruch auf die Playoffs, geendet mit Auflösungserscheinungen, zerfetzt von internen Streitigkeiten, Talentvergeudung und einem greisen Owner auf Al Davis’ Spuren.

Saison rekaputuliert

Begonnen hat alles eigentlich nicht schlecht. Die Titans siegten, egal ob mit QB Vince Young oder QB Kerry Collins, trotz eines nicht überragenden Laufspiels. Aber irgendwann Mitte der Saison verletzte sich WR Kenny Britt, zerkrachten sich Head Coach Jeff Fisher und QB Young endgültig und unwiderruflich, enteierte Owner Bud Adams öffentlich Coach Fisher und brach die Titans-Offense komplett auseinander. Die Verzweiflung ging sogar soweit, dass der ultimative Egoshooter Randy Moss nach turbulenten Wochen spät im November eingekauft wurde.

Resultat: Zuerst gewann Fisher den internen Machtkampf gegen Young. Dann wurde Fisher spät, aber doch noch, nach 16 Jahren gefeuert und mit Mike Munchak den OffLine Coach befördert. Tennessee riecht nach Neuausrichtung, ist auf dringender QB-Suche und muss eine Reihe anderer Löcher stopfen.

Die QB-Frage

Young hat sich letztendlich als zu labil für die NFL erwiesen. Ich hatte trotzdem stets einiges auf Young gegeben und Young hatte auch Ansätze von Genialität gezeigt. Zugegeben: Zu selten. Leider, leider kein schwarzer Nachfolger für meinen NFL-Lieblingsspieler Steve McNair. Tennessee braucht einen QB. Treppenwitz: Mit Cam Newton wäre der nächste mobile, schwarze QB via Draft erhältlich.

Munchaks Beförderung zum Head Coach könnte aber ein Zeichen sein, dass Adams 2011/12 rumbringen wollte, um im nächsten Winter den Coach der Zukunft zu installieren. Von daher glaube ich nicht an einen QB via Draft.

Tennessee könnte einen erfahrenen Mann gut gebrauchen. Kyle Orton scheint nun doch in Denver erwünscht zu sein. Kevin Kolb könnte zu teuer sein. McNabb ist eine Option, Leinart (?) oder Alex Smith? Quarterbacks aus der zweiten Reihe gibt es als Übergangslösung zur Genüge.

Die restliche Offense

Über Jahre die absolute Stärke in Nashville. Aber immer, wenn RB Chris Johnson über die Mitte geschickt wurde, lief NICHTS. Johnson ist ein fantastischer Running Back, aber wenn Johnson überfordert ist, muss an der Offense Line gearbeitet werden. Die Football Outsiders ranken Tennessees Line #31 im Lauf-Blocking. Einunddreißig. Für die kürzlich noch beste Line der Liga. Für mich ist Offense Line #2-Priorität nach QB. Der Rest der Offense ist personell stark besetzt. Was mit Randy Moss (Free Agent) passieren wird, bleibt offen.

Die Defense

Weil ausgerechnet QB und Offensive Line im Draft an #8 als nicht ausreichend stark besetzt gelten, wird Tennessee mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem hohen Pick die Defense Line verstärken. Gäbe Sinn: Nach Haynesworths unschönem Abgang fehlt der große, fette Mann in der Mitte der Line. Vielleicht wird’s auch ein End, weil drei eigene Ends Free Agents werden.

Ansonsten finde ich die Defense nicht schwach besetzt. Ein paar OLBs und ILB Steve Tulloch haben auslaufende Verträge. Tulloch gilt als sicherer Abgang, weswegen man auf der Suche nach einem neuen ILB sein könnte. Die Secondary ist mit dem Kotzbrocken-CB Cortland Finnegan an erster Stelle hochkarätig besetzt.

Die Coach-Frage(zeichen)

Mike Munchak ist neuer Head Coach. Munchak, dessen Teilbereich Offense Line zuletzt so böse abgeschmiert war. Neuer OffCoord ist Chris Palmer, der bei mir dank des Umgangs mit Tim Couch (Cleveland) und David Carr (Houston) einen verheerenden Ruf „genießt“. Andererseits hat Palmer Romo und Eli Manning verbessert.

Die Wide Receivers werden von einem ehemaligen QB (Dave Ragone) gecoacht. Ragone war ein Top- QB im College, aber ganz schwach in der NFL. Die Offense Line wird vom Titans-Urgestein Bruce Matthews gecoacht. Matthews hat zuletzt ein zweijähriges „Praktikum“ in Houston absolviert.

Der neue DefCoord ist nach wochenlangem Hickhack Jerry Gray, der schon seinen dritten Job in diesem Jahr hat (erst Seattle, dann ein paar Tage University of Texas, jetzt Titans). Gray zehrt bei mir noch von seiner bärenstarken Bills-Defense vor ein paar Jahren.

Eine Reihe von bekannten Namen. Aber auch eine Reihe von unerfahrenen Coaches.

Ausblick

Tennessee kann mit entsprechenden Verstärkungen (QB, OL) schnell wieder konkurrenzfähig sein. Die Defense könnte sich mit ein, zwei Verstärkungen wieder das Attribut „dominant“ verdienen. Die Unbekannte liegt neben den Fragezeichen in der Offense vor allem im Coaching Staff.

Die AFC South ist eine Division, in der viele Teams seit Jahren Talentverschwendung betreiben. Nicht ausgeschlossen, dass die Titans schnell wieder ganz vorne mitmischen.

Es gibt noch weitere „Sezierstunden“. Und zwar hier.

NFL Combine – Wenn Hundertstel über Millionen entscheiden

Die NFL Combine ist, wie wir mittlerweile wissen, ein Präsentierteller: 300 der besten College-Spieler, die in verschiedenen Prüfungen um die Verbesserung ihres Draft-Statuses kämpfen. Heute: Die Tests zur Athletik.

Tom Brady, QB PatriotsLinks im Bild:

QB Tom Brady, ein zierlicher Average Joe und No-Name von der University of Michigan. Das war 2000. Bradys Geschichte ist bekannt. Und bezeichnend. Denn niemand traute ihm überhaupt eine mittelmäßige NFL-Karriere zu.

Diesem Teil der Combine fehlt nur das Knastkärtchen, das die Spieler hinhalten müssen: Sie werden der Öffentlichkeit in Schwimmhosen präsentiert, grimmig dreinblickend, um Größe und Gewicht bestimmen zu können. Nicht jeder ist so zierlich wie Brady. Weil auch Defensive Tackles halbnackt auf die Waage müssen, machte sich vor einem Jahr Terrance Cody zum Gespött der Nation. Wegen solcher Bilder.

Die Messungen sind wichtiger als angenommen, selbst wenn man die Messwerte von der Uni bereits kennt. Kommt ein Spieler zum Beispiel mit Übergewicht daher, wird ihm unter Garantie „lack of work ethic“, also fehlende Grundeinstellung zum Spiel vorgeworfen.

40 Yards Dash

Die Königsdisziplin – und IMHO die meist überschätzte Sichtungskomponente überhaupt – quer durch alle Sportarten: Der Sprint über die 40 Yards. Rennt der Spieler nun 4,46 oder 4,49?

Dabei wissen NFL-Scouts ungefähr, was sie von einem Athleten erwarten können. Und zu 90% bringt der Sprint über die 40yds (also 36,6m) bei der Combine dann auch keine Überraschungen. ABER: Sollte mal ein Spieler einen Ausreißer nach unten oder oben haben (und ich rede von einer Zeitdiskrepanz von maximal +/- 15 Hundertstel), darf als sicher angenommen werden, dass der Spieler in einer anderen Runde als ursprünglich angenommen gedraftet werden wird.

Beispiel: Running Back X, der als Top-15 Spieler gilt und von dem 4,40 Sekunden erwartet werden, schafft nur eine 4,54. Das Theater ist jedes Jahr aufs Neue köstlich, X wird „lack of elite speed“ nachgesagt und X wird womöglich 10-20 Plätze im Draft nach hinten fallen. So sind die Mechanismen im NFL Draft.

Zusätzlich zur Endzeit werden zwei weitere Zeiten abgenommen – nach 10yds und nach 20yds. Beide Zeitnehmungen sollen Aufschluss über die Antrittsschnelligkeit eines Spielers geben. Was an der Zeitnehmung wichtig ist: Der Athlet kann starten, wann er will. Er muss nicht auf den Startschuss warten, also ist bsp. in 4,62s keine Reaktionszeit impliziert.

Der 40yds Dash ist besonders für vier Positionen wichtig: RB, WR, CB und Kick-Coverage. Davon sind die 40 Yards auch ursprünglich abgeleitet: Ein Punt ist im Schnitt 40yds in der Luft, was 4,5 Sekunden im Schnitt dauert. Mittlerweile ist die Zeit zum Großteil nur mehr da, damit sich Medien das Maul fusselig reden können und der eine oder andere Athlet mit künstlich antrainierter 40 Time die eine oder andere Bonus-Million einsacken kann.

Es soll in diesem Jahr einen Linebacker (!) von den Nevada Wolfpack – Dontay Moch – geben, der am College angeblich 4,19s gelaufen ist. Ein Linebacker!! Sollte der Mann in der Combine auch nur irgendwo in diesen Zeitregionen unterwegs sein, hat er ein paar Hunderttausender in weniger als viereinhalb Sekunden verdient: Denn den bisherigen Rekord hält mit 4,24s RB Chris Johnson. Der galt übrigens als zu klein für die NFL – und die 40yds-Zeit hat ihn überhaupt in Runde #1 katapultiert. Also doch noch positives Beispiel für die Wertigkeit der 40 Time.

Cone Drill/Shuttle Run

Zwei Tests, um die Explosivität und Agilität eines Spielers zu testen – etwas, mit dem Barry Sanders seine hellste Freude gehabt haben dürfte. Es handelt sich um nichts anderes als um Tests, bei denen Spielers um Hütchen („Cones“) herum oder zwischen zwei Punkten hin und her laufen (Shuttle Run).

Broad Jump

Der Weitsprung aus dem Stand. Hat im Prinzip nichts mit Football zu tun, ist aber für die Scouts eine Möglichkeit, die Power in den Oberschenkeln zu messen. Denn am Ende muss der Athlet stehen bleiben. Die allerbesten NFL-Spieler kommen heute gefährlich nahe an den Weltrekord (3,71m) heran (Combine-Rekord: 3,37m).

Vertical Jump

Der Hochsprung aus dem Stand – und eine interessante Disziplin. Wenn man bedenkt, dass Basketballprofis, für die es essenziell wäre, Stichwort Dunking, im Schnitt 70-75cm schaffen, und der Combine-Rekord bei sensationellen 1,16m (46inches) liegt, könnte man den einen oder anderen Footballprofi in die NBA transferieren. Football-technisch vor allem für Wide Receivers und Cornerbacks interessant.

Bench press reps

Die Bankdrücker. Nope, es geht nicht um Nachsitzen.

Hier werden 225-Pfund-Gewichte gestemmt – was 102kg entspricht. Offense und Defense Liner sind im Zentrum des Interesses, aber auch Tight Ends und Linebackers. Nur ganz wenige schaffen 35 und mehr Reps (Wiederholungen), und der Rekord liegt bei sensationellen 51reps! 51x 102kg gestemmt – das hat Justin Ernest vor 12 Jahren gepackt. Und wird so schnell nicht übertrumpft werden.

Position-Drills

Dazu gibt es allerhand Übungen für die einzelnen Positionen, z.B. für Quarterbacks, die zeigen müssen, dass sie präzise allerhand verschiedene Routen werfen können (z.B. Slants, Outs, tiefe Bälle). Zusätzlich wird auch ganz gerne mal die Arm strenght gemessen, also wie weit ein Quarterback den Ball das Spielfeld runterfeuern kann.

Es war zwar nicht in der Combine, aber vor ein paar Jahren fiel der Quarterback der Louisiana State University auf die Knie und pfefferte so den Ball 60 Yards durch die Luft. 60 Yards. Kniend. Scouts spielten verrückt. Medienvertreter mussten schon ganz tief in der Kiste mit den Superlativen kramen, um sich gegenseitig noch übertrumpfen zu können. Ein Superstar war geboren. Sein Name: Jamarcus Russell…

NFL 2010, #17 live: 7 for 3

Das Sunday Night Game

[01h31] Ich werde mir das SNG schenken und morgen als Tape reinziehen. Nicht vergessen: Morgen ist Black Monday – es werden eine Menge Trainerstühle durchgesägt werden.

Als Einstimmung auf Seattle – St Louis noch folgendes:

Sehr interessanter Artikel im NY-Times-Blog Fifth Down: Man wünscht sich in Seattle eine Heimniederlage gegen die St Louis Rams. Meistgenannte Gründe: Die vermeintliche Chancenlosigkeit in den Wildcards und der Fall in der Draftposition. Die NFL hat vor ein paar Jahren damit begonnen, alle 12 Playoffteams ans Ende jeder Runde zu setzen. Das würde Seattle 10-12 Plätze kosten und damit die Chance auf local hero QB Jake Locker deutlich verschlechtern.

Max/Master of Disaster weilt gerade in Vancouver, wo die Seahawks NFL-Team #1 sind. Seine Eindrücke aus dem rauen Nordwesten.

Das Playoffbild

[01h20] Vor dem NFC-Westendspiel sieht das Bild folgendermaßen aus:

AFC: #1 Patriots, #2 Steelers, #3 Colts, #4 Chiefs, #5 Ravens, #6 N.Y. Jets
NFC:
#1 Falcons, #2 Bears, #3 Eagles, #4 Rams/Seahawks, #5 Saints, #6 Packers

Die vier Partien vom Wild Card Weekend lauten so, und wie beutelbaerchen in den Kommentaren richtig angemerkt hat: Kein Heimteam hat eine bessere Bilanz als das Auswärtsteam.

AFC
#3 Colts (10-6) – #6 N.Y. Jets (11-5)
#4 Chiefs (10-6) – #5 Ravens (12-4)

NFC
#3 Eagles (10-6) – #6 Packers (10-6)
#4 Rams (8-8)/Seahawks (7-9) – #5 Saints (11-5)

Die genauen Sendetermine stehen noch nicht fest. Die TV-Anstalten müssen sich die Spiele noch zuschachern. Fix ist: Am Samstag überträgt NBC einen Doubleheader, am Sonntag sind Fox (NFC) und CBS (AFC) dran.

Green Bay Packers – Chicago Bears und die 22h15-Spiele

[01h11] Endstand Green Bay 10, Chicago 3. Jo, war eine Schwergeburt für die Packers. Am Ende hat wie vermutet ein Big Play entschieden – auf WR Jennings. Green Bay rutscht damit in die Playoffs in einem Spiel, in dem beide Teams absolut auf Augenhöhe waren.

Respekt an die Bears, dass sie das durchgespielt haben. Für sie ist es um nichts mehr gegangen. Am Ende 2 INTs gegen Cutler. Tampa und N.Y. Giants weinen.

Im Parallelspiel würgen sich die Colts dank Field Goal in der letzten Sekunde zum 23-20, sind AFC #3 und treffen nächste Woche auf die N.Y. Jets. Soll eine grausige Vorstellung der Colts gewesen sein.

[00h50] Lambeau kocht. Dank Punt sind die Bears ganz hinten eingepfercht. Und dann explodiert plötzlich die Defense, mit zwei Sacks bei CB- bzw. LB-Blitzes. Green Bay startet wieder aussichtsreich und kann die Partie eintüten.

[00h41] Die Indianapolis Colts können schon mal für die Playoffs buchen. Jacksonville wird in Houston verlieren, weil sie einfach kein Pass-Spiel haben und Houstons Offense nicht gut genug stoppen können. Colts – Titans ist aktuell unentschieden bei 20. Mit Sieg sind die Colts #3, mit Niederlage #3.

[00h32] Green Bay 10, Chicago 3/12:42min Q4. Die Packers haben überhaupt kein Laufspiel. Diesmal hat HC McCarthy die Traute, die Pässe anzusagen. Erst fängt WR Driver in der Mitte, dann ist WR Jennings dank Safety-Fehlspekulation völlig offen. Aus 1yds ist dann TE Donald Lee meterweit in der Endzone offen. Wie ich vermutete: Irgendwann klappt mal ein langer Ball. 🙂

[00h23] Green Bay 3, Chicago 3/noch 3:26min im dritten Viertel. Na bitte. Starker Pun Return. Im Rausch läuft WR Jennings bis zur 1yds Line durch. Aber die Goal Line Defense der Bears geigt dann gewaltig auf und hält GB trotz merkwürdiger Plays der Packers beim Field Goal.

Anschließender Drive Bears, 3rd and 15. Chicago macht per RB Forte das 1st down, das dank Timeout VON LOVIE SMITH negiert wird. Wiederholung: Sack gegen QB Cutler. Karma schlägt gerade zurück.

[00h09] Es erinnert in Green Bay gerade ein bisschen an einen Schwergewichtskampf. Irgendwann bricht irgendwo eine Abwehr für einen Spielzug ein. Völlig offenes Spiel.

[00h05] Überschlagende Ereignisse? Gunslinger-Cutler ist wieder da. Cutler feuert unter Druck in die Endzone und #26 Peprah pflückt den Ball vor WR #13 Knox aus der Luft. Touchback statt Touchdown. Und Manning hat schnell geantwortet: Die Colts führen schon wieder, 20-13.

[23h58] Gerade überschlagen sich die Ereignisse. Die Giants gehen dank 92yds-Pass auf WR Manningham 17-7 in Führung. Die Titans gleichen in Indianapolis auf 13-13 aus, obwohl das Laufspiel unter aller Sau ist. Und CB Charlie Tillman macht eine artistische INT gegen Rodgers und returniert spektakulär in die RedZone. Ich höre das Pendel ticken.

[23h37] Korrektur: Houston hat mit auslaufender Uhr das 20-17 gemacht.

[23h35] Halbzeit Green Bay 0, Chicago 3. Green Bays Coach-Team wird sich in „Adjustments“ beweisen müssen. Das Problem: Es ist alles zugedeckt und Aaron Rodgers muss öfter mit dem Ball laufen als ihm lieb sein kann. Hier muss an einigen Ecken angesetzt werden…

…und trotzdem läge Green Bay in Führung, hätte WR Greg Jennings allein in Richtung Endzone einen recht einfachen Ball fallen gelassen.

Hoffnung für die Packers: Washington ist eben auf 7-10 gegen die Giants herangekommen.

In der AFC South hat sich einiges getan. Ganz dickes Brett, das Peyton Manning da bohren muss. Aber am Ende der Halbzeit ist es so wie immer: Manning fand seinen Reggie Wayne. Jacksonville lag schon mit 10 Punkten zurück, ist aber dank knallhartem Laufspiel auf 17-17 herangekommen. Es bleibt spannend.

[23h14] Green Bay 0, Chicago 3/4:31min im 2. Viertel noch. Punkte! Wir haben Punkte! Chicago verdient sich das Field Goal mit einer geduldigen Offense, die nicht den ganz langen Ball sucht, sich aber in kleinen Schritten nach vorne arbeitet, mit vielen yards after catch durch WR Davis und RB Forte. Nur ein Energieanfall von DE Walden verhindert den Touchdown.

Green Bays Problem bisher lag darin begründet, dass QB Aaron Rodgers alle WR-Optionen zugedeckt waren. Auf TEs und RBs spielt Rodgers offenbar sehr ungern.

[22h50] Ende erstes Viertel in Green Bay. Atypisches Spiel der Bears in der Offense: Es wird erfolgreich gelaufen, RB Matt Forte hat einen explosiven Tag erwischt. Die Defenses spielen beide mit erhöhtem Testosteronspiegel, und beide QBs haben das schon zu spüren bekommen. Resultat: 0-0. Die Frage ist nur, wie lange Chicago seine Starter im Spiel hält.

[22h37] Chicago spielt bisher ziemlich aggressiv. Erzwingt sogar einen Fumble, von WR Donald Driver. Wann hat Driver seinen letzten Ball verloren? Hat Driver bisher überhaupt schon einmal einen Ball verloren?

[22h17] Um 22h15 spielen:

AFC South
Houston Texans – Jacksonville Jaguars
Indianapolis Colts – Tennessee Titans

AFC West
Denver Broncos – San Diego Chargers

NFC East
Washington Redskins – N.Y. Giants
Philadelphia Eagles – Dallas Cowboys

NFC North
Green Bay Packers – Chicago Bears/CHI beginnt mit der Starting Defense

NFC West
San Francisco 49ers – Arizona Cardinals

New Orleans Saints – Tampa Bay Buccs und die 19h-Spiele

[22h14] Was sich bisher getan hat, ist ziemlich mickrig.

AFC-Seedings: #1 Patriots, #2 Steelers, #3 Chiefs, #4 Colts, #5 Ravens, #6 Jets. Colts und Chiefs können noch Plätze tauschen bzw. Colts können noch aus den Playoffs fliegen. Ersteres ist wahrscheinlich, Letzteres kaum.

NFC-Seedings: #1 Falcons, #2 Bears, #3 Eagles, #4 Rams, #5 Saints, #6 Packers. Die Packers sind mit eigenem Sieg drin, die Giants sind drin, wenn GB bei eigenem Sieg verliert, die Buccs brauchen Niederlagen von GB und NYG.

[22h05] Endstand New Orleans 13, Tampa Bay 23. Die Buccs laufen die Uhr runter. Nur mal nebenbei bemerkt: Wie weh könnte die völlig überflüssige HEIM-Niederlage gegen die Detroit Lions vor 2-3 Wochen tun?

Es braucht zwei Dinge für Tampa: Niederlage Green Bay (gegen Chicago mit vmtl. einigen Backups) und Niederlage Giants (spielen in Washington).

[22h00] New Orleans 13, Tampa Bay 23. Eine zusammengekrachte Coverage – dat war’s. Vier Minuten zu spielen, New Orleans spielt mit einer Reihe an Backups.

Die schlechte Nachricht für die Buccs dürfte von anderen Plätzen kommen: Chicago hat nach Atlantas Sieg keine Chance mehr auf die #1, und wird wohl eher seine wichtigen Leute schonen. Wenn Chicago nicht in Green Bay gewinnt, ist Tampa trotz allem und trotz 10-6 raus.

[21h46] Josh Freeman strapaziert mit einer Hirnlosigkeit die Nerven. Aber weil Payton umgedacht hat und jetzt QB Chase Daniels eingewechselt wird, bleibt der Fehler folgenlos.

[21h37] Die Kansas City Chiefs spielen offenbar lieber gegen Baltimore, denn gegen die New York Jets. Ein Spiel gegen Oakland, in dem (gewollt?) nichts funktioniert: Kein Laufspiel, und QB Matt Cassel bringt fast keinen Ball an den Mann. Resultat: 10-24 und 205yds Rushing hergegeben. Oakland spielt ohne RB McFadden. Wenn Indianapolis gewinnt, fallen die Chiefs an die #4 zurück.

Was vergessen? New Orleans kommt trotz großem Aufwand nur zu drei Punkten gegen Tampa. Grund unter anderem: Die Buccs machten in der RedZone ernst. Die Kurzpässe auf RB Reggie Bush wurden unterbunden und die mittleren Distanzen funktionieren ohne Colston und Shockey nicht halb so gut. 20-13 Buccs.

[21h32] Die Eagles schonen im Heimspiel gegen Dallas die halbe Mannschaft. Nicht dabei sind u.a. RB McCoy, OT Justice, QB Vick, CB Samuel, DE Cole, LB Bradley. Für Philly geht es um nichts mehr – sie stehen fix an Seed #3.

[21h17] New Orleans 10, Tampa Bay 20. Ein unfassbarer Touchdown. Die Buccs spielen ein 4th and 1 an der gegnerischen RedZone aus. Es schaut alles nach Laufspiel aus, als plötzlich der Defense Liner mit der #91 bemerkt, dass Freeman den Ball selber hält. Freeman muss ein paar Tippelschritte nach hinten machen und wirft einen h-o-h-e-n Ball in die Endzone. Dort hält CB #33 Greer WR Mike Williams stundenlang am Jersey… Und Williams pflückt das Ei trotzdem artistisch aus der Luft.

[21h12] Wer noch nicht weiß, warum ich QB Josh Freeman liebe: Dieser Spielzug gibt die Antwort. Die Buccs kommen nach erobertem Fumble aufs Spielfeld, Freeman ist schwer unter Druck, weil ein D-Liner ungeblockt durch die Mitte bricht. Freeman wird am Shirt gezogen, reißt sich los und holt per Scramble über die rechte Seite 10yds und das 1st down.

[21h08] Mann, Mann, Mann. Tony Sparano

Jetzt spielen die Patriots tatsächlich mit Backup Hoyer (thx Coates). Resultat: Langer Drive zum Touchdown. 38-0. ACHTUNDDREISSIG ZU NULL. Und Sparano geriet gerade in den letzten Tagen schwer unter Druck.

[20h59] New Orleans 10, Tampa Bay 13. Langer Return beim Kickoff, aber die Buccs bringen das Ei nicht in die Endzone. Payton will nicht auf Atlantas Resultat informiert sein – aber sie sollten es ihm sagen und die Starter runternehmen.

In Foxboro spielt jetzt doch wieder QB Tom Brady (warum haben die zwischenzeitlich Hoyer eingewechselt?). Resultat: TD-Drive, 31-0.

[20h56] Die Saints gleichen per Field Goal aus, 10-10. Im Grunde könnte bzw. sollte Sean Payton seine Starter vom Feld nehmen. Atlanta spielt Carolina grade gepflegt in Grund und Boden und hat damit den #1 Seed sicher. Für New Orleans geht es um nichts mehr. Es sei denn, sie wollen den Buccs ihre minimale Chance versauen.

[20h44] In der AFC sind die Messen in den wichtigen 19h-Spielen auch schon gelesen. New England hat schon Backup-QB Brian Hoyer eingewechselt, nachdem QB Tom Brady die Pats zu einem 24-0 über Miami geführt hat (Halbzeit).

Pittsburgh dominiert in Cleveland nach Strich und Faden. QB Colt McCoy mal wieder mit 3 INTs, während die Steelers ziemlich fehlerfrei aufspielen. Lange wird Roethlisberger nicht mehr im Spiel sein. Die Steelers sind damit #2 in der AFC, wenn es nicht mit dem Teufel zugeht.

Baltimore ist damit sicher die #5 und die N.Y. Jets nur die #6 in der AFC. Seed #3 und #4 sind noch nicht ganz fix, weil Chiefs, Jaguars und Colts erst um 22h15 spielen.

[20h31] Halbzeit New Orleans 7, Tampa Bay 10. Eine ganz fürchterliche INT von Drew Brees und die Saints schmeißen schon wieder Punkte weg – obwohl die Buccs gerade ziemlich kaputt waren nach Josh Freemans Fumble.

Pregame

[18h45] Ich klinke mich damit für ca. 1,5h aus. Pünktlich zur zweiten Halbzeit der 19h-Spiele werde ich wieder da sein… Hoffe ich.

[18h37] Zum Livespiel Buccs @ Saints. Die New Orleans Saints werden eine Reihe an Startern schonen. WR Colston, RB Thomas und TE Shockey sind inactive. Die Buccs spielen noch voll und bieten alles auf, was einen Namen hat und nicht auf der IR ist, bis auf FB Graham und WR Stroughter. Das Receiver-Set ist damit ziemlich ausgedünnt.

Für Pittsburgh wird Safety Polamalu starten. Da siehst du, wie wichtig den Steelers Seed #2 ist. Polamalu sollte eigentlich bis zu den Playoffs geschont werden.

Jacksonville muss in Houston gewinnen und dabei auf QB David Garrard und RB Maurice Jones-Drew verzichten. Ziemlich bittere Ausfälle.

Die Patriots schonen WR Wes Welker (Houston remembered), WR Deion Branch und TE Aaron Hernandez in der Offense, und DE Banta-Clain in der Defense.

Eine große Karriere geht in Detroit ganz leise zu Ende: QB Brett Favre kann heute nicht spielen und wird vermutlich nie mehr in der NFL spielen.

[18h23] Die Saison 2010 war schwer zu tippen. korsakoffs Bilanz in der Regular Season: 145-95 (0.604). Unter den ESPN-Experten läge ich eher im unteren Mittelfeld. Was auffällt unter den Woche-17-Tipps: Alle ESPN-Experten sehen einen Rams-Sieg in Seattle.

[17h07] Grade die Rushing-Statistiken durchgeschaut. Ich bin grad ziemlich überrascht, wie weit vorne Titans-RB Chris Johnson liegt (#3 mit 1325yds). Johnson wurde allgemein eine sehr enttäuschende Saison attestiert. Wenn man bedenkt, wie schwach die Titans-Offense seit Wochen spielt, sind Johnsons Zahlen umso eindrucksvoller. Johnson spielt heute gegen die Colts, deren Laufdefense traditionell schwach ist, die sich aber in den letzten Wochen ganz stark verbessert gezeigt hat.

[16h45] #Andrew Luck. Die neuesten Gerüchte lassen erahnen, dass Luck umgedacht hat und wohl noch ein Jahr an der Stanford University bleiben wird. Gründe werden in der unsicheren CBA-Sache vermutet – ohne CBA keine Trainings und weniger Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Nach der Orange Bowl (3.1.) könnten wir schlauer sein.

[16h14] Die New England Patriots können einen Rekord aufstellen: Wenigste Turnovers in einer Saison. Sensationelle 9x nur haben sie den Ball hergegeben. Bisheriger Rekord: Chiefs 1982, als wegen Streiks nur 9 Spiele gespielt wurden. Chiefs-Turnovers damals: 12. New England spielt gegen die Dolphins, die nicht wirklich viele Ballverluste erzwingen (#29 in der NFL).

[15h25] Charlie Weis wird aller Voraussicht nach wieder in den College Football wechseln. Gestern kamen massive Gerüchte auf, dass Weis neuer OffCoord an der University ofFlorida werden wird, weil der neue Gators-Coach Will Muschamp einen erfahrenen Mann für diesen Posten sucht.

Das ist natürlich ungut für die Chiefs. Solche Diskussionen in dieser Phase kurz vor dem Playoff-Comeback… Wild wird es bei der Spekulation um die Nachfolge: Josh McDaniels gilt als genialer OffCoord, hat in New England bereits mit QB Matt Cassel zusammengearbeitet und für Cassel einst sogar den Bruch mit Pro Bowl-QB Cutler in Denver riskiert. Die Chiefs haben zuletzt eine ganze Armada an ex-Patriots eingekauft: Weis, DefCoord Crennel, Cassel, TE Vrabel, Sportdirektor Scott Pioli.

Was gegen McDaniels spricht: Der handfeste Krach mit Chiefs-Coach Todd Haley nach einem Spiel in dieser Saison.

[14h58] #Head Coaches. Hier eine Aufstellung meinerseits zum aktuellen Coach-Karussell, das sich schon ordentlich gedreht hat (bisher 5 feststehende Wechsel) und noch mindestens 4-5 zusätzliche erfahren wird.

Aktuelle Updates: Glaubt man den jüngsten Gerüchten, steht auch Tony Sparano in Miami kurz vor dem Abschuss. Sparano werden zwei Sachen vorgeworfen: Fehlende Perspektive auf Weiterentwicklung und Konzeptlosigkeit in der Suche nach dem Franchise-QB.

Für San Franciscos neuen Head Coach hat Jim Mora jr. die Gerüchteküche betreten. Fragt mich nicht, warum. Von Mora halte ich wenig bis gar nichts – Stichwort: Michael Vick.

[14h35] Willkommen beim Live-Blog zum letzten Spieltag der NFL-Saison 2010. Drei von zwölf Playoffplätze sind noch zu vergeben und sieben Teams sind noch in der Verlosung für diese drei Plätze  – mehr dazu in meiner Vorschau zu Woche #17. Ich werde nach und nach ein paar Updates einfügen, die erste Halbzeit des 19h-Spiels aber arbeits-bedingt wahrscheinlich verpassen. Das Gastgewerbe ist gnadenlos.