College Football/Week 11 Preview: Aufmucken in Eugene, Aufräumen in Penn State

Woche 11 im College Football, und der nächste Schlager in den Top-10, diesmal ein Conference-Duell in der Pac-12. Die Kontrahenten: : #4 Stanford Cardinal (9-0) und #7 Oregon Ducks (8-1). Das Duell zweier unterschiedlicher Spielphilosophien: Power/Stanford gegen Finesse/Oregon. Termin: Heute Nacht, 02h MEZ LIVE bei ESPN America (morgen, 12h als Tape). Ausgespielt wird wohl der Sieger in der Pac-12 North und so ganz nebenbei gibt es nicht unwesentliche BCS-Auswirkungen.

Wenn Stanford den Ball bewegt

Head Coach David Shaw hat das Markenzeichen Jim Harbaughs übernommen, dessen Markenzeichen da wäre: Brachiales Laufspiel über ein Dutzend kräftiger Running Backs und immer eingestreut eine Serie an Playaction-Pässen. Trotz Quarterback Andrew Luck gründet Stanfords Angriff zu allererst auf einer mächtigen Offensive Line und blockstarken Tight Ends.

Laufspiel sozusagen als Wegbereiter, Luck (mit 1,93m und 107kg NFL-Gardemaß) der Vollstrecker, der heuer bis dato nur in einem Spiel das Heft wirklich das Heft des Handelns in die Hand nehmen musste: Vor zwei Wochen gegen USC, als das Laufspiel mächtig stotterte, Luck sich dann aber trotz INT-Returntouchdown kurz vor Schluss nicht abschütteln ließ und die Mannschaft im Spiel hielt. Die Message war jedoch klar: Man nehme RB Stepfan Taylor (kein Tippfehler) und Konsorten aus dem Spiel und bekomme die Partie auf dem Silvertableau serviert.

Oregons Defense weiß dies, da kommt das jüngste Aufbäumen der als mittelmäßig verschrieenen Unit gerade Recht. Zu einer Front Seven mit vielen verschiedenen Formationen gesellt sich für den Fall der Fälle auch eine Secondary, die zwar Yards zulässt, aber mit ihrer Allzweckwaffe CB Cliff Harris, der auch ein fantastischer Punt Returner ist, stets für die eine oder andere INT gut ist. Gefühlt ist Oregons Defense – ich widerspreche hier dem Common Sense – durchaus in der Lage, auch über vier Viertel einen Grabenkampf mitgehen zu können.

Wenn Oregon den Ball bewegt

Meistens ist dies nicht notwendig, da die Oregon Ducks immer noch eine faszinierende Offense spielen, selbst wenn dieser orgiastische Wow-Effekt des vergangenen Herbstes fehlt. Auch wenn es niemand merkt: Oregon scort immer noch 46Pkte/Spiel, aber der wahre Wert ist ein ästhetischer, der Kreator und Head Coach Chip Kelly bei mir ganz hoch oben in der Ansehensskala hat rutschen lassen. Ein Angriff, immer griffbereit, wenn es eine Stunde zur Aufheiterung braucht: Option-Laufoffense par excellence. Blitzschnell und ohne Huddle zwischen den Spielzügen agierend.

Und mitten drin dieser Irrwisch, RB LaMichael James, so klein und zerbrechlich ausschauend, aber ein Karnickel von einem Running Back, flink und hasenfüßig. James ist nicht mal richtig fit, schleppt schon seit Monaten Wehwehchen herum, die im Gegensatz zu früheren Zeiten nicht mehr auf Schlägereien mit seiner Freundin zurückzuführen sind, macht aber 8yds/Carry und häufig über 200yds/Spiel.

Steht James an der Seitenlinie, wuseln sich der etwas kräftiger gebaute RB Kenyon Barner oder der filigrane Freshman De’Anthony Thomas zu 6-7yds/Carry durch die Defenses. Und zwischendurch streut QB Darron Thomas trotz fehlender Spritzigkeit seine Scrambles und tiefen Bomben auf 30m offene Receiver ein. Allenfalls der Slot-Mann á la Jeff Maehl ist dem Team abhanden gekommen.

Oregons Angriff hat ein Problem: Er gilt als zu leichtgewichtig gegen physische Defenses. Stanford besitzt so eine physische Defense, kommt jedoch im 3-5 daher, wodurch der eine oder andere 30yds-Lauf für James unausweichlich scheint, Stichwort: Blocking-Matchups. Umso wichtiger werden die „Option-Reads“ für den Quarterback und Thomas fiel in der Vergangenheit durch den einen oder anderen Fehler dabei auf.

Ausblick

Dennoch halte ich Oregon für favorisiert. Stanford braucht – so bizarr das angesichts eines Quarterbacks wie Luck klingt – Laufspiel, riskiert ansonsten wie bei USC bedrohlich zu wackeln. Auf der anderen Seite ist auch Oregon recht stark auf seine quicken Running Backs angewiesen, allerdings ist diese Offense explosiver und auf lange Sicht schwerer zu verteidigen: Die Ducks drehen die Schlagzahl meist erst ab dem dritten Viertel richtig hoch.

18h: Penn States Sexskandal

ESPN America hat recht kurzfristig für 18h/LIVE die Partie #12 Penn State Nittany Lions#19 Nebraska Cornhuskers ins Programm aufgenommen. Es ist das erste Spiel der Nittany Lions seit der 1949 (!) ohne Joe Paterno im Trainerstab, der nicht mehr zu halten vorgestern dann doch per sofort gefeuert wurde. Paternos Abgang scheidet die Geister und spaltet nicht nur die US-Medienlandschaft, die sich uneinig ist, ob man die Legende JoePa ob des unwürdigen Abgangs bemitleiden oder ob der jahrelangen stillen Mitwisserschaft verachten sollte.

Die Mehrheit der Studenten in College Town/Pennsylvania hat ihr Statement abgegeben und per Demonstration für den legendären Coach plädiert. Für morgen wurden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch erhöht, da der Eskalatometer gröbere Ausschreitungen befürchtet. Auch die Reaktion von Publikum und Studentensektor („S“) im Beaver Stadium dürfte gespannt zu beobachten sein.

Spiel selbst für die Interessierten: Nebraska ist ein bissl Wundertüte, zaubert mal eine große Defensivleistung wie gegen Michigan State raus, wird mal überlaufen wie von Wisconsin. Penn State ist klar einzuordnen: Unterirdische Offense, knackige Defense. Heute dürfte Nebraska hoch favorisiert sein und die Nittany Lions die Ränge runterschießen.

Ein anderes 18h-Spiel ist Texas Tech – #2 Oklahoma State, das live im ESPN-Player kommt und morgen/Sonntag um 9h30 als Tape bei ESPN America kommt. Die Red Raiders haben bereits die Oklahoma Sooners auswärts von den Reihen der Ungeschlagenen geschossen, gelten aber unter Head Coach Tommy Tuberville als instabil. Ein Sieg hier wäre eine große Überraschung, aber wer weiß… Mit Wundertüten kennt sich Oklahoma State bestens aus – man ist selbst eine.

18h-Spiel im ESPN-Player außerdem (Auswahl): #9 Clemson – Wake Forest um den Divisionssieg und Finaleinzug in der ACC-Atlantic, Iowa – Michigan State in der wilden Big Ten Conference oder Louisville – Pitt aus der noch unübersichtlicheren Big East Conference.

21h30: Buntes Programm

#15 Georgia Bulldogs gegen #20 Auburn Tigers (21h30 LIVE/ESPN America) aus der SEC. Georgia braucht noch zwei Siege, um aus eigener Kraft das SEC-Finale zu erreichen, das Head Coach Mark Richt als Jobgarantie benötigen könnte. Man hat jedoch hausgemachte Probleme (z.B. RB Crowell), während Auburn befreit von jedem Druck aufspielen kann. Die Tigers schauen diese Saison besser aus als erwartet. Nicht ausgeschlossen, dass Head Coach Gene Chizik heuer mehr Anerkennung bekommt als letztes Jahr, als er mit QB Cameron Newton den National Title holte – auf dem Weg dorthin unter anderem mit einem Sieg über Georgia. Ein Spiel, das damals in wüsten Schlägereien nach jedem Spielzug in den letzten Minuten endete. Ob noch Rechnungen zu begleichen sind?

Im Parallelspiel matchen sich #13 South Carolina und Florida. Abgesehen von South Carolinas Hoffnungen auf das SEC-Titelspiel ist natürlich das alljährliche Aufeinandertreffen von Steve Spurrier mit „seinen“ Florida Gators Erzählstoff. Spurrier machte das Footballprogramm der University of Florida erst zu dem, was es heute ist und spricht auch neun Jahre nach seinem freiwilligen Abgang von „We“, wenn er im Interview über die Gators redet.

Außerdem um 21h30 im ESPN-Player: #14 Kansas State gegen Texas A&M, beide nach empfindlichen Niederlagen gegen die Granden aus Oklahoma State und Oklahoma, und der ewige Klassiker Florida State – Miami, der immer noch Emotionen weckt und für zwei der erfolgreichsten Colleges der letzten 25 Jahre das Spiel des Jahres auf der Intensitätsskala ist.

Eurosport 2 bringt um 21h30 LIVE Minnesota – #18 Wisconsin. Am Sonntag, 19h gibt es zudem eine Wiederholung von Notre DameMaryland (Partie wird Sa/1h30 im FedEx Field in Landover angepfiffen). Bei Maryland fordert die Erfolglosigkeit unter dem neuem Head Coach Randy Edsall schon für kreative Sprachchöre auf den Rängen: Edsall ist unten durch und steht schon vor dem Abschuss.

Das kleine Spiel von nebenan

Um 21h30 MEZ treffen in Boise/Idaho die beiden besten „Mid-Majors“ der letzten Jahre aufeinander: #5 Boise State BroncosTCU Horned Frogs. Es ist das einzige Conference-Duell zwischen den beiden, da die Texas Christian University nächsten Sommer in die Big 12 Conference wechselt. Heuer hat man eine erstaunlich löchrige Abwehr und einen Mannschaftskader, der als instabil angesehen werden muss. Vielleicht instabiler, als es Boise lieb ist, Stichwort strength of schedule für die Broncos, die als hoher Favorit in ein Spiel gehen, das auf dem kleinen Sender Versus in den Staaten übertragen wird und ergo in der Anonymität ablaufen wird. Bei uns gibt es keine Möglichkeit, außerhalb der Grauzone Livebilder zu bekommen.

College Football 2011/12, vor dem Spiel des Jahres: Alabama Crimson Tide – Louisiana State Tigers

Bryant-Denny Stadium von Tuscaloosa - ©Latics/Wikipedia

Bryant-Denny Stadium von Tuscaloosa - ©Latics/Wikipedia

College Football wartet seit Wochen auf dieses Spiel, das so bedeutend ist, dass CBS es in die Primetime verlegt hat, was in der SEC selten genug vorkommt: In der Nacht auf Sonntag, 01h MEZ, matchen sich im Bryant-Denny Stadium zu Tuscaloosa die #2 Alabama Crimson Tide und die #1 Louisiana State Tigers. Auf dem Spiel steht der fast sichere Einzug in das BCS National Championship Game für den Sieger, wobei auch der Verlierer – sofern es ein halbwegs knappes Spiel werden sollte – noch ein Hintertürchen offen haben wird.

Pregame: HYPE

Ich kann mich nicht erinnern, dass in den letzten Jahren ein College-Spiel in der Regular Season so massiv hochgejazzt wurde. Vielleicht im Oktober 2006, als man den Ignoranten korsakoff mit völlig übersäuerter Aufmachung bei Ohio State – Michigan erstmals intensiver für College Football interessieren konnte. Damals ging die Sache am Ende verheerend aus (Ohio State wurde 51 Tage nach jenem „vorweggenommenen Endspiel“ im BCS-Finale in Grund und Boden gespielt).

Diesmal soll alles anders sein. LSU und Alabama werden heuer gemeinhin in einer anderen Hemisphäre gesehen, dem Rest der Konkurrenz meilenweit enteilt. Es handelt sich um zwei physische, kraftvolle, athletische Mannschaften mit knackiger Defense und auf Fehlerminimierung bedachter Offense, die bis dato auch über namhafte Gegner scheinbar mühelos drübergefahren sind.

Fix ist: Wie auch immer die Partie enden wird, die Diskussionen werden auch ab Sonntag nicht verstummen, ganz einfach weil die BCS auch kein Re-Match im BCS-Finale Mitte Jänner in New Orleans per se ausschließt.

Louisiana State Tigers

Wie tief muss ein Kader besetzt sein, wenn vor der Saison mit DT Drake Nevis, MLB Kelvin Sheppard und CB Patrick Peterson drei hohe Draftpicks in die NFL abwandern und die Defense in diesem Herbst dominanter als jemals zuvor auftritt? Die Tigers verfügen nicht über eine Defense, die wie weiland Baltimore für spektakuläre Videoclips sorgt, sondern eine Unit, die ihre Qualitäten auf andere Art und Weise auslebt: Sie legt sich auf den Gegner. Sie würgt den Gegner langsam und unauffällig ab. Sie macht keine Fehler.

Zwei Schlüsselspieler sind die Cornerbacks: Während #17 Morris Claiborne als Deckungsspieler brilliert, gehen #14 #7 Tyrann Mathieus Fähigkeiten darüber hinaus: Mathieu ist Punt Returner und Provokateur unendlich vieler Turnovers. Claiborne und Mathieu halten dem DefCoord John Chavis mehr Optionen offen, eine noch druckvollere Front Seven auf das Parkett zu stellen.

Hemmschuh war lange Zeit die Offense um ihre suspekten Quarterbacks. Gelöst hat man diese Sollbruchstelle mit einem sehr methodischen Spiel, sprich: Viel Einsatz der Running Backs, vornehmlich RB #11 Spencer Ware, dazu der instabile QB #12 Jarrett Lee gefüttert mit kurzen, risikoarmen Pässen und für zwischendurch der jüngst aus dem Knast zurückgekehrte QB #9 Jordan Jefferson für die Scrambles.

LSU kriegt schon die gesamte Saison viel Presse, weil es einen knüppelharten Schedule spielen musste: Zu den obligatorischen SEC-Spielen gesellten sich freiwillig aufgenommene Spiele gegen die Oregon Ducks und auswärts bei den West Virginia Mountaineers. Alles souveräne Vorstellungen nach dem selben Schema: Irgendwann im dritten Viertel musste der Gegenüber die Niederlage eingestehen, worauf häufig resignierte Schlussviertel folgten.

Das ist Louisiana States größter Fortschritt im Vergleich zum vergangenen Jahr oder besser: Im Vergleich zur bisherigen Regentschaft von Head Coach Les Miles, die im Ruf stand, außergewöhnlich viele sauknappe Spiele mit verrücktem Finish hervorgebracht zu haben. Miles war dabei nicht immer auf der Siegerseite.

2007/08 zum Beispiel verlor LSU zwei Saisonspiele, beide in der Overtime. Der eigenartig kultige Miles proklamierte damals seinen Slogan „We’re undefeated in regulation“, zog ins BCS-Finale ein und gewann einen National Title, für den er bis heute nicht die Anerkennung kriegt, die man erwarten würde. Grund hierfür: Der Tigers-Kader von damals war von einem anderen Coach zusammengestellt worden, einem Coach, der auch und vor allem LSUs Philosophie in den 2000ern grundlegend erneuert hatte und damit nicht nur 2003/04 den BCS-Titel geholt, sondern die Basis für ein auf Jahre hochklassiges Footballprogramm gelegt hatte.

Die Rede ist von Nick Saban.

Alabama Crimson Tide

Dieser Nick Saban wanderte ein Jahr nach jenem BCS-Titelgewinn mit LSU ab in Richtung NFL, wo er in zwei Jahren Miami Dolphins nicht glücklich wurde, sich schließlich nicht ohne Kontroversen vom Hocker machte und im Herzen der SEC bei den Alabama Crimson Tide anheuerte. Resultat: Bereits im dritten Jahr holte sich Saban mit Alabama den BCS-Titel.

Sabans Mannschaften haben Wiedererkennungswert: In Offense und Defense werden sämtliche Basics diszipliniert und fehlerlos exekutiert, den Unterschied macht am Ende des Tages die furztrockene Defense, das Prunkstück des Kaders, reichlich mit gewissenhaft rekrutierten Einzelspielern bestückt.

Alabama ist allerdings etwas „zentralistischer“ gebaut, abhängiger von Einzelspielern als LSU. Im Angriff läuft sehr vieles über die Allzweckwaffe RB #3 Trent Richardson, der bislang 989yds und 17 (!) Touchdowns fabrizierte und von RB #42 Eddie Lacy nicht gleichwertig ersetzt werden kann. Richardson ist auch eine große Entlastung für den unerfahrenen QB #10 A.J. McCarron, der feuriger spielt als früher Greg McElroy, aber noch nicht annähernd eine Defense der Tigers-Kategorie gesehen hat und mit WR #4 Marquise Maze über bloß einen Vertrauen erweckenden Ballfänger verfügt.

Auffällig an Alabamas Offense: Sie ist in der Lage, lange Drives auszuspielen, wird jedoch schnell konservativ, wenn sie in Nähe von Punkten gelangt. Ersteres wird essenziell werden, da LSU über einen großartigen Punter verfügt und den Gegner häufig hinten reinnagelt, letzteres ist auch darauf zurückzuführen, dass man mit einem unerfahrenen Passspiel und guter Defense lieber jeden Punkt mitnimmt.

Die Defense ist klar durchstrukturiert und im Kern dafür gebaut, dem Gegner das Laufspiel wegzunehmen. Bei genauem Hinsehen fällt schnell auf, wie diszipliniert die Defensive Line ihre Aufgaben erfüllt, lieber die Löcher stopft als den Sack zu suchen, um dem großartigen LB #30 Dont’a Hightower den Rücken freizuhalten. Wie Hightower ist auch Nebenmann OLB #41 Courtney Upshaw gebaut wie ein hoher NFL-Pick, im Saban’schen System jedoch zu allererst für den Pass Rush zuständig.

Im Vergleich zum Vorjahr die entscheidende Verbesserung ist Alabama in der Secondary gelungen, wo mit CB #21 Dre Kirkpatrick und vor allem dem grundsoliden S #4 Mark Barron zwei Eckpunkte auf hoch dotierte NFL-Verträge warten. Trotz allem hege ich von allen Units in dieser Mannschaft – Quarterback abgesehen – das geringste Vertrauen in die Secondary.

Die Rivalität

Alabama und LSU teilen eine urige Historie, spielten bereit 1895 zum ersten Mal gegeneinander, morgen zum 75. Mal. 2011 dürfte das bis dato hochkarätigste Matchup ergeben, was Vorfreude produziert, angesichts der testosterongeschwängerten Duelle der letzten Jahre. 2010 schenkte uns ein brutal intensives Duell, in dem LSU trotz anfänglichen Schwierigkeiten knapp gewann – und Les Miles sich mittlerweile legendär als Grasfresser entpuppte:

Miles vs. Saban, das ist nicht nur Nachfolger gegen Vorgänger, sondern auch ein Clash der Charaktere, wo Miles immer noch unter dem langen Schatten Sabans ächzt.

Das Matchup 2011

LSU ist an #1 gerankt und bekam aufgrund des spektakulären Auftaktprogramms auch die größeren Lettern in den Zeitungen, aber ich halte Alabama nicht bloß aufgrund des Heimvorteils für recht klar favorisiert: 10 Punkte. Ganz einfach, weil ich glaube, dass Bama Louisiana States Laufspiel wird kontrollieren können und meine Skepsis gegenüber dem QB-Duo Lee/Jefferson noch nicht abgelegt ist. Auf der anderen Seite halte ich Alabamas Offense für den Tick variantenreicher und Saban für gefinkelt genug, um beim Zusammenbruch des Laufspiels die richtigen Karnickel aus dem Zylinder zaubern zu können und den Weg ins SEC- und BCS-Endspiel frei zu machen.

College Football zum Novemberstart: Volles Programm (1) und (2)

Rivers kann durchschnaufen: Wir bekommen zum Höhnen keine 24h, ehe wieder die Eier fliegen. Diesmal im College Football, wo es ab sofort Schlag auf Schlag geht. Heute und morgen dran: Die Mid-American Conference (MAC), die kleine Schwester der Big Ten Conference im Nordosten der USA, sportlich von fragwürdiger Qualität, aber ein Stahlbad für junge, ambitionierte Coaches und in der Vergangenheit immer wieder Talentschuppen auch was NFL-Kaliber angeht (Roethlisberger sei als Beispiel genannt).

Um 00h00 live bei ESPN America: Toledo RocketsNorthern Illinois Huskies, das Topspiel aus der Western Division, wo die Spitze kuschelig eng zusammengerückt ist:

Toledo (4-0)
Eastern Michigan (3-1)
Northern Illiois (3-1)
Western Michigan (3-2)
Ball State (3-2)
Central Michigan (2-3)

Toledo war im September bereits zweimal zu sehen, hätte fast ein riesiges Upset bei Ohio State geschafft, wurde von Boise State aber deutlich in die Schranken verwiesen. Die Rockets spielen eine knackige Defense und sind im Angriff unberechenbar, weil mal der bewegliche, aber inakkurate QB Austin Dantin spielt, mal die „Statue“ QB Terrance Owens. NIU ist auch nach dem hässlichen Abgang von Head Coach Jerry Kill eine enorm am Laufspiel orientierte Mannschaft. Das Spiel wird morgen um 18h wiederholt.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (01h LIVE ESPNA) dann Ohio BobcatsTemple Owls aus der engen Eastern Division:

Temple (3-2)
Ohio (2-2)
Miami/OH (2-2)
Bowling Green (2-3)
Kent State (1-3)
Buffalo (1-4)
Akron (0-4)

Wähernd Temple auch nach den Abgängen von NFL-Spielern wie DT Wilkerson (Jets) oder S Jarrett (Eagles) eine fiese Defense spielt, ganze 10 Pkte/Spiel kassiert und im September um ein Haar die große Sensation gegen Penn State geschafft hätte, weiß man beim eigentlichen MAC-Favoriten Ohio nie so recht, was man erwarten kann: Die Ergebnisse lassen auf eine instabile Mannschaft an allen Ecken und Enden schließen. Für Ohio wird es daheim essenziell sein, die sehr gefährlichen Running Backs von Temple unuter Kontrolle zu halten. Das Spiel wird am Donnerstag, 18h wiederholt.

Ist also einiges drin, vor allem könnte bei entsprechenden Spielausgängen in beiden Divisions Anarchie ausbrechen. Anschauen dürfte sich lohnen – die MAC ist auch deswegen sympathisch, weil hier die schnuckeligen 25.000-Stadien selten ausverkauft sind, ein willkommener Kontrast zum überhypten Treiben in SEC oder Big Ten.

Rekapituliert: Woche 9, College Football 2011/12

(Vorsicht, Spoiler!)

Vorausgeschickt: Auch ohne das Mitwirken von #1, #2 und #4 in der BCS-Wertung hatte das Wochenende etliches zu bieten und man kann mit Fug und Recht behaupten: Die Kniffe nehmen zu, in Sachen National Title Game und in Sachen Conferences.

Das Spiel des Tages habe ich soeben im Schnelldurchgang durchgesehen. Prädikat: Unterhaltsam. Außergewöhnlich. Ein Spektakel, was die USC Trojans und die Stanford Cardinal da lieferten, ein Spiel, das erst in der dritten Overtime entschieden wurde. Stanford gewann am Ende 56-48, weil USC mit einem ausgedünnt wirkenden Kader gegen Ende etwas die Power ausging, die Defense zu bröckeln begann und es einen Ball in die EndZone fumbelte.

Bei Stanford ragte die Coolness von QB Andrew Luck selbst nach einem potenziell verheerenden Return-TD heraus, aber auch Lucks Anspielstationen zeigten Nehmerqualitäten und bissen sich durch brenzlige Situationen, z.B. #25 Tyler Gaffney beim ersten Touchdown.

Stanfords Kader schaut sehr ausgeglichen, selbstbewusst aus, ist variabel für verschiedenste Situationen und auch in der Lage, zwei, drei Overtimes mit voller Kraft durchzuspielen. Allerdings dürfte es gegen Oregon eine Steigerung in der Defense brauchen, vor allem das Tackling war suboptimal. Stanford wirkt jedoch physisch in der Lage, Oregons Angriff einzubremsen und wird Heimvorteil genießen: Ein vermutlich ausverkauftes Stanford Stadium – mittlerweile die absolute Rarität, aber dieses Spiel wird enorme Auswirkungen in Pac-12 und BCS-Rankings besitzen.

BCS-Stoff

Pac 12 – #7 Oregon auf der anderen Seite walzte Washington State nieder und setzte dabei vor allem wieder die angeschlagenen QB Darron Thomas und RB LaMichael James ein, ein gutes Zeichen. Nun folgen die beiden Auswärts-Kracher @Wazzou und @Stanford an den nächsten beiden Samstagen.

ACC – Ich hatte es angekündigt: #5 Clemson wird a) kaum ungeschlagen durchkommen und b) gegen Georgia Tech mit seiner Triple-Option-Offense große Probleme bekommen. Gesacht, getan: Die Tigers vergeigten in Atlanta, verloren klar 17-31 und verabschieden sich damit aus dem BCS-Rennen, können jedoch noch über die schwache ACC in die Orange Bowl einziehen, wobei insbesondere in ihrer laschen Atlantic Division nicht viel Konkurrenz wartet und auch der mögliche ACC-Finalgegner #12 Virginia Tech eine alles andere als zufriedenstellende Offense besitzt.

Big 12 – Wenig überraschend ist auch #8 Kansas State, ein klassisch durch schwachen Schedule nach vorne gespültes Team, erstmals geschlagen. Augenöffner ist allenfalls die Klarheit der Heimniederlage gegen die #9 Oklahoma Sooners: 17-58. Und das, obwohl man anfangs recht gut mithalten konnte, ehe ab Ende der ersten Halbzeit sämtliche Dämme brachen und die Sooners trotz Verlust ihres Einser-RB Whaley locker drüberrollten (u.a. 505yds Passspiel für QB Landry Jones).

Big Ten – Die Conference bleibt eine Wundertüte par excellence. #15 Wisconsin entpuppt sich immer mehr als Knallfrosch, verlor gegen die in dieser Saison teilweise armseligen Ohio State Buckeyes und muss nun ernsthaft bangen, überhaupt den Einzug in das B1G-Finale zu erreichen. Denn: Die #21 Penn State Nittany Lions sind Raubkatzen mit mehr als sieben Leben. Unglaublich, wie sich die Elf von Joe Paterno (Karrieresieg Nr. 409!!) durchlaviert, trotz einer inexistenten Offense. Gegen Illinois brauchte es einen geblockten Punt und verschossenes Field Goal eines bis dato fehlerlosen Illinois-Kickers (in der Schlusssekunde an die Stange!), um ein 10-7 herauszuwürgen.

In der anderen Division verloren die von mir so gelobten #14 Michigan State Spartans mit einer anämischen Offensivleistung in Nebraska und brachten dabei keine 200yds Offense zustande. Die Legends Division ist nun völlig offen: Michigan, Michigan State und Nebraska jeweils mit 3-1 Bilanz in der Conference.

SEC – Die Cocktail-Party in Jacksonville bot adäquates Programm auch auf dem Feld: #22 Georgia trotz 14-Punkte-Rückstand am Ende mit einem 24-20 Sieg über Florida, das seine Offense nicht wirklich in die Gänge bekam, hauptsächlich mit gewaltigen Big Plays vorankam, aber insgesamt enttäuschend auftrat. Georgias SEC-Träume hängen allerdings davon ab, dass South Carolina im Schlussspurt eines der folgenden beiden Spiele verliert: @Arkansas, vs. Florida. Die Gamecocks haben in der Zeit nach Garcia/Lattimore auf knackige Defense umgestellt.

#10 Arkansas seinerseits wurstelt sich seit längerer Zeit durch, ist recht abhängig von der Tagesform QB Tyler Wilsons, dürfte aber tatsächlich bereit stehen, wenn sich LSU einen Ausrutscher leistet. Stichwort „At-large“-Einladung in die BCS-Bowls.

Big East – Hier wird der Conference-Sieger ausgewürfelt. #25 West Virginia schlug diesmal die gehypten Rutgers Scarlet Knights, während Syracuse eine Woche nach dem Kantersieg über West Virginia sensationell klar gegen die knüppelharten Louisville Cardinals verlor. Eine Prognose ist ausgeschlossen, weil keine Mannschaft souverän genug wirkt, nicht noch eine oder zwei unmotivierte Niederlagen einzustreuen.

Non-BCS Stoff

C-USA – #17 Houston fuhr auf brutalste Weise über die kleinen Rice Owls drüber: 73-34 mit 534 Pass-Yards und NEUN Pass-Touchdowns für QB Case Keenum. In der C-USA dürfte keine Mannschaft ernsthafte Konkurrenz für Houston bieten (vielleicht Tulsa), man muss in Sachen BCS-Bowls allerdings weiterhin ungeschlagen bleiben.

MWC – Ereignisloses Wochenende, weil #4 Boise State spielfrei hatte und TCU nur ein non-Conference-Spiel bestritt, dabei BYU mit einigen Problemen schlug.

MAC – Toledo war diesmal spielfrei, ist allerdings in Ermangelung ernsthafter Außenseiterkandidaten weiterhin der Favorit und sollte dank zugeneigtem Schedule (Heimspiel gegen den größten Stolperstein NIU) und der zu Saisonbeginn gezeigten Stärke gegen Ohio State und Syracuse aussichtsreichster Kandidat auf den Gewinn der MAC bleiben.

Sun Belt – Die beiden Topfavoriten vor Saisonbeginn, FIU und Troy, matchten sich in einem unterhaltsamen Dienstagspiel, FIU gewann 23-20 in der OT. Allerdings dürften beide Unis keine Chance mehr haben, die Conference zu gewinnen, weil der Aufstand der Zwerge diesmal zu fruchten scheint: Die Winzlinge von Arkansas State, ULL und Western Kentucky mischen seit Wochen die Conference auf und dürften sich letzten Endes den Titel untereinander ausspielen. Wobei vor allem die kleinen Western Kentucky Hilltoppers sich als Dramaqueen herauskristallisiert haben (zwei OT-Siege, eine knappe Niederlage).

WAC – Ich traue Hawaii und dem eigenartigen QB Moniz nicht, daher ist Nevada für mich der klare Favorit in diese Conference.

Independents – Notre Dame mit dem erwartet klaren, nie gefährdeten Heimsieg über die übermannte Navy.

BCS-Report 2011/12, vor dem Gruselfest

Letzte Woche hatte ich mich über das lahme BCS-Rennen in dieser Saison beklagt. Das vergangene Wochenende hat uns dann doch noch die eine oder andere Überraschung (Wisconsin) oder gar Sensation (Oklahoma) eingebrockt, was dem BCS-Titelrennen dann doch einige zusätzliche Kniffe verleiht. Ein Blick auf Titelrennen und automatische BCS-Bowleinladungen vor Woche 9.

Die BCS-Standings

#1 Lousiana State Tigers
#2 Alabama Crimson Tide

Beide Mannschaften gönnen sich am kommenden Hallowe’en-Wochenende ein Päuschen, bevor es am 5. November zum ganz großen Kracher der Saison in Tuscaloosa kommt. Ich werde langsam, aber sicher immer mehr zum heimlichen Bewunderer der LSU Tigers und ihrer seelenruhigen Spielweise in Offense und Defense. Mag man ihnen entgegenwerfen, was man wolle, sie werden nicht nervös, spielen ihren Stiefel runter als seien sie beim Nachmittagskränzchen ihrer Schwiegermütter. Ähnliches gilt für Alabama, die mit einer Handvoll herausragender Einzelspieler aber einen Tick mehr Rabatz veranstalten.

#3 Oklahoma State Cowboys
#4 Boise State Broncos
#5 Clemson Tigers
#6 Stanford Cardinal

Das Quartett, das ungeschlagen der Dinge harrt. Einzig Oklahoma State dürfte sein BCS-Endspiel-Schicksal in eigenen Händen haben: Die Computer sind verknallt in die Cowboys (#1 gerankt) und sollten sie die Sooners am letzten Spieltag killen, dürfte das auch entsprechend von den restlichen Abstimmenden gewürdigt werden, sprich National Title Game.

Stanford kann hauptsächlich auf den Faktor Luck und entsprechenden Hype hoffen, muss aber Oregon schlagen (woran ich noch nicht zu glauben vermag) und auf eine Cowboys-Niederlage hoffen.

Clemson ist immer noch suspekt, dürfte aber selbst im Falle einer Perfect Season den Makel der schwachen ACC mit sich schleppen und muss entsprechend auf höhere Mächte hoffen.

Boise State ist IMHO die beste Mannschaft in diesem Quartett, aber auch jene mit den schedulebedingt geringsten Chancen. Dazu kommt, dass der tapfere AP-Voter, der Boise seit Wochen an #1 rankt, für die BCS irrelevant ist. Bleibt Boise State jedoch ungeschlagen, werden die Broncos als Trostpreis in eine BCS-Bowl eingeladen – man hofft weiterhin auf die Sugar Bowl gegen die zweitbeste SEC-Mannschaft (aber eher muss man davon ausgehen, in der Fiesta Bowl auf den hoffnungslosen Big-East-Champ gematcht zu werden).

#7 Oregon Ducks
#8 Kansas State Wildcats

#9 Oklahoma Sooners
#10 Arkansas Razorbacks

Kansas State ist noch ungeschlagen, aber Kansas State wird nicht ungeschlagen durch den November kommen, insofern kann man die sympathischen Wildcats getrost außen vor lassen. Oregon ist für mich mit Abstand die beste Mannschaft in diesem Quartett, wird aber nur dann ins BCS-Endspiel kommen, wenn sie den restlichen Schedule zertrümmern und Alabama gegen LSU haushoch verliert. Verliert LSU gegen Alabama, ist Oregon draußen (remember: Oregon verlor recht eindeutig gegen LSU), kann sich aber aus eigener Kraft die Teilnahme an der Rose Bowl sichern.

Oklahoma ist eine sehr gute Mannschaft und bleibt mein Favorit in der Big 12, könnte aber durch die bittere Heimniederlage gegen Texas Tech das BCS-Endspielticket bereits verloren haben, es sei denn, man zertrümmert Oklahoma State nach Strich und Faden und eine Handvoll weiterer ungeschlagener Mannschaften baut zum rechten Zeitpunkt Mist.

Arkansas dürfte nach der Schlappe in Tuscaloosa aus dem Titelrennen sein, aber bei entsprechendem Saisonverlauf (Sieg über LSU) durchaus noch Chancen auf eine „At-large“-Einladung in die Sugar Bowl besitzen.

#11 Michigan State Spartans
#14 Nebraska Cornhuskers
#15 Wisconsin Badgers
#18 Michigan Wolverines
#19 Penn State Nittany Lions

Hier wird es interessant, was die Conferences und die damit verbundenen automatischen BCS-Bowleinladungen angeht. Beginnend mit der Big Ten Conference, die gleich FÜNF Mitglieder auf einem Haufen aufbietet, alle mit einer einzigen Niederlage, alle damit wohl aus dem Rennen um den National Title, aber alle noch mit Chancen auf die Rose Bowl.

Michigan State (3-0 in der Conference) und Nebraska (2-1) in der Legends Division, Penn State (4-0) und Wisconsin (2-1) in der Leaders Division haben es alle in eigener Hand, sich für das B1G-Finale zu qualifizieren, in dem sie die direkten Duelle gegen den jeweils anderen und ihre Divisionen gewinnen. Faszinierend wäre natürlich ein Re-Match Michigan State – Wisconsin um den Einzug in die Rose Bowl. Die Michigan Wolverines müssen dagegen auf entsprechende Ergebnisse zwischen Nebraska und Michigan State hoffen, um noch eine Finalchance in der Big Ten zu bekommen.

#12 Virginia Tech Hokies
#13 South Carolina Gamecocks

South Carolina dürfte in der SEC verletzungsbedingt früher oder später Probleme bekommen,  Virginia Tech hat alles in seiner Hand, muss „nur“ seine völlig offene Coastal Division in der ACC gewinnen, ehe es im ACC-Endspiel gegen vermutlich Clemson um den Einzug in die Orange Bowl geht. VT wurde von Clemson heuer bereits 23-3 abgewürgt, aber wenn es im Endspiel um alles oder nichts geht… Clemson, Flatternerven, anyone?

#16 Texas A&M Aggies
#20 Texas Tech Red Raiders

Texas A&M sowie Texas Tech müssen in der Big 12 Conference auf höhere Mächte hoffen, um das Endspiel der Big 12 und die Fiesta Bowl zu erreichen, wobei insbesondere die Chancen der Red Raiders minimal sein dürften (bereits 2 Conference-Niederlagen).

#17 Houston Cougars

Interessant sind die Houston Cougars aus der kleinen C-USA. Noch unbesiegt und mit QB Case Keenum einen Außenseiterkandidaten auf die Heisman Trophy, und sollte Houston – woran ich noch nicht glaube – ungeschlagen durchkommen und Boise State ein Spiel verlieren, werden die Coogs mit hoher Wahrscheinlichkeit eine automatische BCS-Einladung bekommen. Wie gesagt: Beide Szenarien, die dafür nötig sind, halte ich für recht unwahrscheinlich.

#21 Arizona State Sun Devils

Arizona State dürfte spätestens nach der Abschlachtung von UCLA die Süddivision der Pac-12 und damit den Finalplatz in der Pac-12 sicher haben, wird im Endspiel aber krasser Außenseiter gegen Stanford oder Oregon sein. BCS-Bowlchancen: gering.

#22 Georgia Bulldogs
#23 Auburn Tigers

Selbiges gilt in der SEC für die Georgia Bulldogs, die man mittlerweile als Favoriten in der SEC East sehen kann, die aber krasser Außenseiter im SEC-Finale sein werden, wenn sie es denn erreichen sollten. Auburn ist spielerisch in der knüppelharten SEC West zu limitiert, aber trotz dreier verheerendener Niederlagen und zweier hauchzarter Siege im Schedule die #15 in den Computer-Rankings!

#24 Texas Longhorns

Texas hat nur noch minimalste theoretische Chancen, in der Big 12 etwas zu reißen, wird die verbleibene Saison als Aufbaujahr für 2012/13 nutzen.

#25 West Virginia Mountaineers

WVU wurde am Freitag von Syracuse in Grund und Boden gespielt (49-23 Niederlage), was für West Virginia und vor allem für die Big East Conference verheerend ist. Denn obwohl die Mannschaft gerankt bleibt, besteht plötzlich die Möglichkeit, dass eine andere Uni als WVU die Conference gewinnt und die automatische BCS-Bowleinladung bekommt, was zu einem weiteren Debakel und Diskussionen um die BCS-Würdigkeit der gesamten Conference führen dürfte.

Meine Top-10

#1 Alabama
#2 Louisiana State
#3 Boise State
#4 Oregon
#5 Oklahoma State (+1)
#6 Michigan State (+1)
#7 Stanford (+2)
#8 Oklahoma (-3)
#9 Texas A&M (-1)
#10 Clemson (NR)

Die Rankings bleiben eine harte Nuss, da es nur 3-4 rundum überzeugende Mannschaften (Oregon mit Abstrichen) gibt, dazu die Schönspieler von Oklahoma State, Oklahoma und Clemson sowie die weiterhin schwer einzuschätzenden Michigan State Spartans und Stanford Cardinal. Michigan State hat wie erwartet Wisconsin geputzt, aber hinlänglich Angriffsflächen geboten (spielt der gegnerische Angriff zügig, ist die Defense in Bedrängnis zu bringen, eigene Offense wird gegen starke Lauf-Defense große Probleme kriegen), bei Stanford hängt die Saison am Duell mit Oregon, und, sollten sie dieses wider Erwarten gewinnen, am letzten Spieltag gegen die fiese Defense von Notre Dame. Texas A&M bliebt mit zwei Freak-Niederlagen in den Top-10.

College Football 2011/12, #8 Preview: Rivalitäten, lokal und cross-country

Heute Nacht findet eines der größten, traditionellsten Spiele im College Football statt: Notre Dame Fighting Irish gegen die University of Southern California Trojans, eine er wenigen klassischen, überregionalen Rivalitäten im Universitätssport, nachdem Auseinandersetzungen wie Alabama/Auburn, Miami/FSU, Michigan/Ohio State, Cal/Stanford oder Texas/Oklahoma doch eher geographischer Natur sind.

Die Legende will es, dass die 1926 kreierte Rivalität eine ausgemachte Sache der Ehefrauen von Notre Dames legendärem Coach Knut Rockne und USC Sportdirektor war – Mrs. Rockne wollte des schönen Wetters wegen unbedingt nach Los Angeles reisen. Tatsächlich gründet die Serie aber wohl eher auf wirtschaftlichen Überlegungen und der blanken Not Notre Dames, in der 20ern adäquate Gegner in der eigenen Region zu finden. Außerdem war man sportlich unter dem Football-Philosophen Rockne nicht unerfolgreich und hatte als große katholische Universität auch an der Westküste breite Anhängerschaften.

Dass beide Universitäten häufig im Rennen um den Landesmeistertitel involviert waren, dass beide durch großes Medieninteresse zig Heisman-Trophy-Sieger produziert haben, dass es auch mal ein Duell #1 gegen #2 gab, das alles half wie viele charismatische Spieler und Coaches, die Rivalität zu einem Kassenschlager inklusive Traum-Ratings für TV-Anstalten zu machen.

Gespielt wird um die „Jeweled Shillelagh“ (man buchstabiere: dschuelld Schuuleiliiiii), ein Knüppel aus irischem Eichenholz, der jedes Jahr verziert wird mit dem Logo des Siegers: Ein dreiblättriges, smaragdgrünes Kleeblatt für Notre Dame, ein Trojanerkopf für USC, ein gemeinsames Logo für die früher erlaubten, fünf Mal geschehenen Unentschieden.

Im Laufe der Jahrzehnte gab es immer wieder lange Siegesserien einer der beiden Unis. Fünf Jahre, acht Jahre, elf Jahre… die 2000er, die unsägliche Ära Carroll vs. Weis, dominierte USC nach Strich und Faden, ehe im letzten Jahr Notre Dame das Spiel im Würgegriff hatte, am Ende aber nur hauchdünn schloff und das 20-16 über die Zeit wurstelte.

Dieses Mal ist Notre Dame – USC aus rein sportlicher Sicht das Duell um den wahrscheinlichen Einzug in die Top-25 für den Sieger. Beide Unis haben bisher wechselhafte Leistungen gezeigt, wobei ich Notre Dame klar favorisieren würde: Die Defense um den kommenden NFL-Pick LB #5 Manti Te’o überzeugt an allen Fronten und ist dominant genug, dass ich USC mit dem sympathischen Sunnyboy-QB #7 Matt Barkley eine ungemütliche Nacht prophezeihe. Umgekehrt ist USCs Abwehr nicht die Dampfwalze, wogegen die Irish zuletzt wenigstens Anzeichen von geschmierter Offensivmaschinerie versprüht haben.

Für Notre Dame hat die Partie eine zusätzliche, langfristige Bedeutung: Man hat für heute haufenweise hoch talentierte Highschool-Footballer eingeladen, die man auf der Recruiting-Schiene mit einer dominanten Vorstellung beeindrucken möchte. Eine Aktion der Marke high risk, high reward.

Das Spiel gibt es morgen, Sonntag 23. Oktober, 9h als einstündige Zusammenfassung bei Eurosport 2. Einstündig.

Clemson Tigers – North Carolina Tar Heels

18h LIVE bei ESPN America

Die #7 Clemson Tigers spielen einen ungemein gepflegten Ball in der Offense, was für die Amtszeit von Chefcoach Dabo Swinney was völlig Neues ist: Bisweilen wurde da mit massiver Defense alles abgewürgt, während der eigene Angriff keine drei 1st downs in Serie zustande brachte. Dieser Herbst ist konträr zu allem bisher Gewesenen von großartiger Pass-Offense gekennzeichnet, was man in allererster Linie dem unglaublichen Freshman-WR Sammy Watkins zuschreibt.

Nach dem spektakulären Comeback-Sieg vergangenes Wochenende gegen Maryland dürfte der Buzz um Watkins seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht haben.

Maryland führte 35-17. Watkins scorte per 13yds-TD Catch.
Maryland führte 38-27. Watkins scorte per 15yds-TD Catch.
Maryland führte 45-42. Watkins scorte per 89yds-Kickoff Return.

Dazu ein weiterer 70yds-Return. Rastamann Watkins ist kein ganz großer klassischer Wide Receiver, sondern mit 1.83m vergleichsweise klein, aber explosiv und für seine 18 Jahre ein Brocken von Mann, den fast kein College-Verteidiger abdecken kann. Sein Auftauchen auf der Szenerie lässt schon jetzt erste feuchte Mäuler zusammenlaufen, wenn dieser Junge in einigen Jahren in die NFL geht.

Einhergehend mit Watkins’ sensationellem Einschlag gehen die plötzlich großartigen Leistungen von QB Tajh Boyd, der gegen die mäßige Passdefense von UNC erneut Yards zurücklegen sollte. Ein Punkt, der mir im Hype um Watkins/Boyd untergeht, ist das effiziente Laufspiel Clemsons, allen voran RB Andre Ellington, das gegen UNCs überragende Lauf-Defense keinen allzu einfachen Stand haben dürfte.

So oder so sollten Clemsons verbleibende Spiele ein Hingucker bleiben, da man historisch bedingt Woche für Woche einen Kollaps befürchten muss, zumal die eigene Defense heuer zu den weniger vertrauenswürdigen zählt.

Louisiana State Tigers – Auburn Tigers

21h30 LIVE bei ESPN America

Das Spiel lässt Erinnerungen aufkommen. Ziemlich genau vor einem Jahr, nach einem wilden Wochenendstart, nur auf Felgen am Samstagabend das letzte Spiel mitnehmend, aber es lohnte sich. QB Cameron Newton hatte sein Coming Out im College Football. Gegen LSU. Mit diesem sensationellen Scramble.

Auburn gewann ein klassisches, hart geführtes SEC-Derby mit einem Touchdown Differenz gegen ein junges LSU-Team und war von da an ernsthafter BCS-Titelkandidat. Heuer sind die Vorzeichen umgekehrt: #20 Auburn ist der Außenseiter, #1 LSU im eigenen Stadion hoch favorisiert, insbesondere aufgrund der bekannt großartigen Defense, die allerdings nach einer internen Sperre (Grund: unerlaubtes Kiffen) auf einige ihrer besten Spieler verzichten muss, u.a. auch auf die extrem gehypte Allzweckwaffe CB Tyranne Mathieu. Ein weiteres Problem züchtet sich Head Coach Les Miles gerade in der Offense heran, wo ich immer mehr das Gefühl bekomme, dass Miles einen Quarterback-Wechsel vornehmen möchte.

QB Jarrett Lee hat zwar 10 TD vs. 1 INT geworfen, bleibt aber blasser als ungesalzene Spaghettata, während der Kneipenschläger-QB Jordan Jefferson seit seiner Freilassung in immer größeren Salamischeiben eingesetzt wird und mit seinen Scrambles Raumgewinn macht, was heute nicht unwichtig werden könnte, da mit RB Spencer Ware auch der beste Laufspieler suspendiert wurde.

Den QB-Wechsel haben die anderen Tiger, Auburn nämlich, schon hinter sich. QB Clint Moseley hat die Odyssee von von #1b zu #3 zu #2 zu #1 gemeistert und zuletzt den besten Eindruck aller Auburn-QBs in dieser Saison hinterlassen. Nun wird LSU nach der Sperre seiner beiden besten Cornerbacks möglicherweise etwas weniger aggressiv zu Werke gehen können – könnte nach einer erleichterten Aufgabe für Moseley sprechen.

Trotzdem bleibt LSU favorisiert, zumal daheim. SEC-interne Rivalitäten wären aber nicht zum ersten Mal überraschend ausgegangen…

TV-Programm am Sonntag

Purdue Boilermakers – Illinois Fighting Illini/So, 6h30 ESPN America.
Northwestern Wildcats – #21 Penn State Nittany Lions/So, 8h Eurosport 2.

Zweimal Big Ten Conference, wobei die beiden Favoriten jeweils auswärts antreten müssen. Illinois kassierte am vergangenen Wochenende seine erste Niederlage, Penn State laviert sich mit einer inexistenten Offense und fürchterlichen Quarterbacks, aber mit einer großartigen Defense durch die Saison.

#8 Stanford Cardinal – #25 Washington Huskies/So, 9h ESPN America. Für Stanford und seinen QB Andrew Luck wird es das erste “richtige” Spiel in dieser Saison sein, nachdem man den Saisonstart in der Anonymität bestritten hat, sich gegen zweit- und drittklassige Gegner keine Blöße gab. Was Stanford so drauf hat, weiß niemand, man ist qua Reputation und Luck an #8 im Ranking, wogegen der Gegner Washington wenigstens Namhaftes  im Schedule hatte (Niederlage gegen Nebraska). Die Huskies leben in der Offense vom präzisen Werfer QB Keith Price, RB Chris Polk und WR Jermaine Kearse. Insbesondere für Price ist das Spiel die Chance zum Coming Out, auch im Rennen um die Heisman Trophy, das bislang von Gegenüber Luck dominiert wird. Stanford gilt dennoch gemeinhin als hoher Favorit. Nach dem Spiel dürfte das Leistungsvermögen der Cardinal besser einzuschätzen sein.

Aktuell sind noch weitere Spiele im Verlauf der nächsten Woche gelistet: Alabama – Tennessee (Di/11h), Miami – Georgia Tech (Mi/13h30), Michigan State – Wisconsin (Mi/16h). Dazu gesellen sich das Spiel der beiden einstigen Sunbelt-Topfavoriten FIU – Troy (Di/Mi 2h LIVE, Mi/18h30 Tape) und UConn – Pitt (Do/16h), die technisch bereits zum kommenden Wochenende zählen.

Spartaner & Dachse: Wem gehört die Big Ten Conference?

Eben kurz angedeutet, aber bei ESPN America erst am Mittwoch/16h als Tape zu sehen: Heute Nacht balgen sich in East Lansing/Michigan die beiden vermeintlich besten Footballteams der Big Ten Conference: Die #16 Michigan State Spartans schweben eine Woche nach dem emotional furiosen Heimsieg über den großen Bruder Wolverines auf Wolke 7 und haben die Chance, mit ihrer schmutzigen Defense die #6 Wisconsin Badgers vom hohen Ross herunterzuholen.

Wisconsin gilt mit dem mobilen QB Russell Wilson vorneweg als haushoher Favorit in der Big Ten Conference, muss ähnlich Stanford heute Nacht (02h LIVE ESPNPlayer) aber sein erstes ernsthaftes Spiel bestreiten, vor allem: Die Badgers sehen die erste akteptable Defense in dieser Saison. Umgekehrt hat auch MSU noch keine annähernd gleichwertige Offense gesehen: Das Duell Offense Line/Wisconsin gegen Defense Line/Michigan State hat Potenzial zu faszinieren. Gespannter noch bin ich aber, was passieren wird, wenn Michigan State mit seinem grundsoliden QB Kirk Cousins und dem mehrdimensionalen Laufspiel auf Wisconsins bislang wenig überzeugende Lauf-Defense trifft.

Gefühlt müsste dieses Spiel für Wisconsin eine ganz harte Nuss werden. Man werfe unberechenbare Größen wie die Winde von East Lansing und das Nervenkostüm der Badgers in den Mixer und freue sich über Upset-Potenzial.

Bohrer gegen Brunos – wenn der Süden des Westens zum offenen Scheunentor verkommt

ESPN America wirbelt zurzeit (baseballbedingt?) zu häufig seinen Sendeplan durcheinander, als dass es aktuell Sinn machen würde, mehrere Tage im Voraus Übertragungen aufzulisten. Daher wird es vorerst nur mehr „Day-to-day“ geben, da ich nicht über die Zeit und Möglichkeit verfüge, täglich oder halbtäglich die Pläne zu überprüfen und überarbeiten. Das Spiel von heute (Stream) bzw. morgen (TV):

Arizona Wildcats vs. UCLA Bruins

Do/Fr 03h LIVE im kostenpflichtigen ESPNPlayer
Fr, 16h Tape bei ESPN America
Sa, 12h Tape bei ESPN America

Für die Arizona Wildcats wird es nach der Entlassung von Head Coach Mike Stoops die Premiere des Interimstrainers Tim Kish sein. Kishs Vita: Linebackers-Coach vor zwei Jahren, Co-DefCoord letztes Jahr, seit heuer alleinverantwortlicher DefCoord der Wildcats. Nun… werfen wir einen Blick auf die Statistiken Arizonas:

Auf 291yds Passspiel/Partie, 8yds/Pass und 74% Completion Rate legen gegnerische Offenses noch mal 196yds Laufspiel/Partie drauf, was sich bei drei Sacks in sechs Spielen auf durchschnittlich 37,5 kassierte Punkte pro Partie summiert. In Worten: siebenunddreißigkommafünfprospiel. Zugegeben: Die Wildcats hatten im Schedule heuer bis dato #4 Oklahoma State, #8 Stanford und #10 Oregon, also nicht gerade die lauesten Lüftchen des Westens. Trotzdem bleibt die Abwehrschwäche frappierend, wenn sogar das durchschnittliche USC 468yds Passspiel über diese Defense legt.

Nun also Kish als Head Coach.

Nicht alles ist verloren. Die Wildcats verfügen um den potenziellen Erstrundenpick QB Nick Foles einen gewaltigen Spread-Passangriff, der 375yds/Partie eigenhändig produziert. Dumm ist höchstens, dass der zottelige Foles nicht alles allein machen kann, nachdem hinter einer furchtbaren Offensive Line jegliches Laufspiel abgewürgt wird.

Siewolltennocheinenfrappierendenstathören?

Bitteschön: Arizonas Kicking Game ist so ziemlich das furchtbarste, das ich im Football bisher kennengelernt habe – fünf verschossene P.A.T. (!!!) und nur 2/6 verwandelte Fieldgoal-Versuche in sechs Spielen, nachdem man bereits den dritten Kicker verschlissen hat. Das ist sagenhaft und vielleicht sollte man mal beim heutigen Gegner UCLA nachfragen. Dort trainiert mittlerweile der ehemalige Cheftrainer des Universitäts-Fußballteams die Special Teams – mit Erfolg.

Bei den UCLA Bruins ist trotzdem nicht eitel Sonnenschein, trotz einer überraschend positiven 3-3 Bilanz. Head Coach „Slick“ Rick Neuheisel, ein Dampfplauderer vor dem Herrn, spricht tagtäglich vom Finale in der Pac-12 Finale, bekommt zeitgleich täglich aktualisierte Eintages-Verbleibsgarantien als Head Coach („his status is day-to-day“), während die heimische Rose Bowl von Woche zu Woche leerer wird und in der gigantischen Schüssel von Pasadena zuletzt kaum 40.000 für Totengräberstimmung gesorgt haben.

UCLA wird wie Arizona von einer schlechten Abwehr gehandicappt, deren Hauptproblem eine verletzungsgeschwächte Secondary ist. Gegenmittel: Im Angriff soll nach Kräften gelaufen werden, um dem Gegner Chancen zum Punkten zu nehmen. Die Running Backs produzieren dann auch annehmbare Stats, wie auch der dauerangeschlagene QB Kevin Prince, der nach etlichen Knochenbrüchen immer noch aufläuft und mit voller Wucht in die Linebackers kracht. Seine Ankündigung, auch gegen Arizona munter weiterzuscrambeln, grenzt an vorsätzliche Selbstverstümmelung.

UCLA muss aufpassen: Backup-QB Richard Brehaut liegt mit gebrochenen Beinen noch wochenlang im Spital, sodass Prince’ Ersatzmann heute ein Freshman wäre, der noch keine einzige Spielsekunde am College absolviert hat.

Und es wäre ja nicht so, dass es um nichts geht: UCLA hat in der Pac-12 eine 2-1 Bilanz zusammengezimmert, könnte in der Süd-Division also tatsächlich eine kleine Sensation und den Einzug ins Endspiel gegen Oregon/Stanford schaffen, nachdem bis auf Arizona State alle andere Gegner noch sieglos (Utah, Colorado, Arizona) oder die Saison außer Konkurrenz (USC) bestreiten.

Für die Wildcats ist das Hauptziel, nach fast einem Jahr mal wieder gegen einen Gegner aus der Football Bowl Subdivision zu gewinnen, nachdem man zuletzt neunmal in Serie abgeschlachtet wurde (einziger Saisonsieg heuer gegen ein FCS-Team). Der letzte Sieg über eine FBS-Mannschaft datiert aus dem vergangenen Oktober, ein 29-21 über… erraten, UCLA.

College Football 2011/12, Woche 6 TV-Guideline: Der Knaller steigt in Dallas

Die vergangenen Wochen musste ich College Football etwas vernachlässigen, da der Herbst in diesen Wochen eiskalt zum Wochenendstart Fr/Sa zuschlägt. Auch die nächsten drei, vielleicht vier Wochenenden werden hier gezwungenermaßen etwas nebenher laufen müssen – obwohl einiges Kracher auf dem Programm stehen. Topspiel an diesem Wochenende findet in der uralten Cotton Bowl zu Dallas statt, dort wo einst die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 1994 in der sengenden Gluthitze ihre schaumgebremsten Auftritte hatte. Am Samstag matchen sich vor 92.000 Zuschauern die Oklahoma Sooners und die Texas Longhorns in der Red River Rivalry.

Nicht vergessen: Am Samstag, 18h, also parallel zur Red River Rivalry, findet in Deutschland das Endspiel der GFL zwischen Kiel Baltic Hurricanes und den Schwäbisch Hall Unicorns statt. Eurosport und Eurosport 2 übertragen jeweils LIVE. Eurosport 2 verlängert den Footballabend ab 21h30 um das Notre Dame-Spiel.

Zum Programm in Kurzfassung. Und bitte beachten: „Ohne Gewähr“. ESPN America bastelt momentan täglich am Sendeplan, sodass ich insbesondere bei den Sonntags-Aufzeichnungen nicht einen Finger ins Feuer legen würde – der Stand von Mittwoch, 19h30, muss nicht Stand Sonntag, 8h sein.

Freitag, 7. Oktober 2011

Oregon Ducks – Cal Golden Bears (17h, ESPN America/auch Sa/So 5h30)
Im ESPNPlayer gibt es die Partie LIVE bereits Do/Fr (heute Nacht!) um 02h MESZ.

#9 Oregon kommt in diesen Wochen immer besser in Fahrt, auch wenn die verheerende Offensivvorstellung im Opener gegen LSU noch nachwirkt. Der sehr flinke, wendige RB LaMichael James wirkt auch wieder fitter und schmiegte sich gegen Arizona zuletzt zu 288yds rushing, während Oregon streckenweise auch mehr Passspiel aus gewohnt einsetzt. California/Berkeley ist in dem Spiel krasser Außenseiter, auch, weil es auswärts gerne deutlich verschreckter zu Werke geht als daheim. Allerdings kann man sich diesmal daran hochziehen, dass man vor einem Jahr die effizienteste Abwehrleistung gegen Oregon geliefert hat: Die Ducks gewannen damals nur dank eines Punt Returns 15-13 gegen Cal.

Samstag, 8. Oktober 2011

Fresno State – Boise State (9h30, ESPN America)
College GameDay (15h LIVE, ESPN America)
Texas – Oklahoma (18h LIVE, ESPN America)
Louisiana State – Florida (21h30 LIVE, ESPN America)
Notre Dame Fighting Irish – Air Force Falcons (21h30 LIVE, Eurosport 2/Tape So, 19h30 und diverse Termine KW 41)

Fresno State – #5 Boise State sollte keine allzu spannende Geschichte werden, nachdem die Broncos am vergangenen Samstag Nevada locker putzten und dabei die schlechteste Karriereleistung von QB Kellen Moore (142yds Passspiel, 2 TD, 2 INT) locker verschmerzen konnten. Die Fresno State Bulldogs leben im Angriff hauptsächlich von einem konsequenten, harten Laufspiel, treffen dummerweise auf eine ebenso dichte Defense. Alles andere als ein hoher Sieg der Broncos wäre eine Überraschung.

Um 18h aus der alten Cotton Bowl zu Dallas die Red River Rivalry (ehemals „Red River Shootout“), dem klassischen „Derby“ zwischen den #11 Texas Longhorns und den #3 Oklahoma Sooners am texanischen Nationalfeiertag. Zu diesem Spiel wird am Samstag ein gesonderter Blogeintrag erscheinen, aber man sollte es sich schon mal vormerken: Das zweigeteilte Stadion in Dallas ist immer ein Hingucker (eine Hälfte wird komplett von rot/weiß dominiert, die andere komplett von dunkelorange/weiß).

Um 21h30 dann aus dem „Death Valley“ von Baton Rouge/Louisiana das SEC-Spiel #1 Louisiana State Tigers vs. #17 Florida Gators. Die Gators sind am vergangenen Wochenende ziemlich übel von Alabama abgewürgt worden, brachten nach einem Big Play zu Beginn praktisch NICHTS mehr zustande (vor allem kein Laufspiel) und müssen nun auch auf QB John Brantley verzichten, der nach einer ziemlich übel aussehenden Verletzung ein Weilchen ausfallen dürfte. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, woraus man sich den Thrill ziehen sollte, nachdem ich LSUs Defense für mindestens ebenso dominant wie jene der Crimson Tide halte. Ach, ja: Wir dürften in der Offense den zurückgekehrten Tigers-QB Jordan Jefferson wenigstens in seichten Dosierungen erleben.

Notre DameAir Force ist das Duell einer bärenstarken Lauf-Defense (Fighting Irish) gegen eine fast rein laufende Option-Offense (Falcons). Ich sehe nicht wirklich, wie die Air Force hier gewinnen will, ABER: Auch die Abwehr der Falcons ist solide und wenn Tommy Rees wieder den Flatterarm bekommt…

Sonntag 9. Oktober 2011

North Carolina – Louisville (8h, ESPN America)
Kansas State – Missouri (10h30, ESPN America)
Arkansas – Auburn (13h, ESPN America)

Mizzou sorgt wieder mal mit Abgangsgedanken für Schlagzeilen, hat vorgestern intern beschlossen, über einen Austritt aus der Big 12 Conference abzustimmen. Gegner #20 Kansas State wird aufgehorcht haben – die Wildcats brauchen die Big 12 händeringend, um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Sportlich ist Kansas State nach zwei Statement-Siegen vor allem mit seinem brillanten Laufspiel oben auf: 28-24 über Miami und zuletzt die gehypten Baylor Bears 36-35 in der Overtime weggeräumt und sogar in den Top-25 gerankt. Die Wildcats müssen eigentlich gewinnen, wenn sie noch ein paar Wochen im Gespräch bleiben wollen: Im November warten eine brutale Spanne von vier Spielen: Oklahoma, @Oklahoma State, Texas A&M, @Texas.

UNC gegen Louisville ist kein Conference-Spiel. Louisville spielt smashmouth-Football, in keinem Spiel mit Cardinals-Beteiligung fielen bislang mehr als 41 Punkte. Das dürfte Head Coach Charlie Strong gefallen. Allerdings sind die Niederlagen gegen FIU und Marshall Schläge in die Fresse, weswegen Strong schon in der Kritik steht. UNC versucht, nach all den internen Bestechungsskandalen und der verheerenden Niederlage gegen Georgia Tech, wenigstens nicht noch weiter Reputation zu verlieren.

#10 Arkansas Razorbacks vs #15 Auburn Tigers ist das Duell zweier sehr unbeständiger Teams aus der SEC West, Teams mit neuen Quarterbacks (Tyler Wilson/Hogs, Barrett Trotter/War Eagles) und wackeligen Abwehrreihen, die aber jeweils ihre Momente bereits hatten. Vor einem Jahr gab es einen richtigen Shootout samt verheerenden Fehlentscheidungen der Referees selbst nach Instant Replay, Endergebnis 65-43 Auburn, in dem Spiel, in dem sich der Hogs-QB verletzte und Wilson reinkam und Touchdown um Touchdown produzierte. Nun ist Wilson Starter und gilt nach der Gunslinger-Performance gegen Texas A&M als Hoffnungsträger der Hogs, die trotz der brutalen Niederlage bei Alabama schon wieder an #10 gerankt sind.

Weitere Tapes

Nebraska – Ohio State (Do, 13.10. 12h, ESPN America)
B.Y.U. – San Jose State (Do, 13.10. 14h30, ESPN America)

Bei #14 NebraskaOhio State treffen zwei sehr traditionsaufgeladene Footballprogramme aufeinander, deren Saisons am Scheideweg stehen: Bei den Cornhuskers machte sich letzte Woche auch auf dem Ergebnisschein bemerkbar, dass deren Defense über Jahre dafür gebaut wurde, die Spread Offenses der Big 12 zu stoppen. In der Big Ten Conference dagegen wird bevorzugt kraftvoll gelaufen, was Nebraska wie beobachtet über Wochen schon in Nöte gebracht hatte, aber erst in Wisconsin zu einer (überfälligen) hohen Niederlage führte. Ohio State dagegen muss schauen, nicht zu brutal durchgereicht zu werden, zudem gilt als sicher, dass Interimscoach Luke Fickell keine Zukunft mehr in Columbus hat.

College Football 2011/12, Roundup Woche 2: Thrill, so weit das Auge reicht

(Alle Rankings aus dem AP-Poll von letzter Woche)

Auch Wochenende #2 hat uns bestätigt: College Football, mit Verlaub, ist einfach geil. Was da wieder für Spiele drunter waren… Ich habe eben mit einem Auge meine Aufzeichnung vom Nachtspiel Michigan Wolverines gegen Notre Dame angeschaut, aber was heißt da „mit einem Auge“? Die Partie wird um 13h bei ESPN America noch mal gezeigt, und ich rate aus tiefstem Herzen, sich dieses fassungslose Spiel anzuschauen. Und damit zur Warnung: Ab sofort betreten Sie Spoiler-Zone. Also wenn Sie noch mit Spannung die letzten Tapes anschauen wollen, bitte überspringen oder sich mit dem Lesen noch die eine oder andere Stunde Zeit lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine der beiden Mannschaften war gerankt, aber wie sich Michigan und Notre Dame da die Kante gaben, wird man lange nicht vergessen, nicht nur wegen des Nachtspiel-Faktors. Die Fighting Irish wirkten eigentlich über die komplette Partie wie die bessere, reifere Mannschaft, trotz des wenig souveränen Quarterbacks Tommy Reed. In den fürchterlichen Throwback-Trikots dominierte Notre Dame vor allem mit dem spektakulären WR Michael Floyd, führte schon mit zwei Touchdowns, aber Michigan und sein QB Denard Robinson hielten sich mit regelmäßig eingestreuten, irren Big Plays im Spiel. Was Robinson da an eiernden, tiefen Bällen in Doppeldeckungen einstreute, geht auf keine Kuhhaut mehr. Die Zahlen am Ende des Tages: Nur 11 (elf!) von 24 Pässen vollständig, 3 Interceptions, aber 4 Touchdowns und unglaubliche 338 Yards (30.7yds/Completion), einmal ein 60yds-Pass aus dem Armgelenk, mit einer Klette von Pass Rusher an seinen Füßen hängend.

Notre Dame ging mit einem 24-7 ins Schlussviertel, und dann steigerte sich die Freak-Show. Michigans Running Back mit einem Fumble an der Goal Line, Robinson fällt der Ball direkt in die Arme zurück und trabt verdutzt zum Touchdown in die Endzone. RedZone-Turnovers auf beiden Seiten. Mit 1:12min auf der Uhr geht Michigan mit einem wunderschön designten Counter-Pass (gegen die Laufrichtung der Defense) 28-24 in Führung. QB Rees innerhalb von 42sek gegen eine vogelwilde Wolverines-Defense, Touchdown, 28-31, 30sek vor Schluss.

Over? Nope. Robinson weicht athletisch einer zusammenbrechenden Pocket aus, tiefer Ball auf WR #10 Gallons, dessen Slalomlauf über 64yds quer über das Spielfeld durch die Defense erst 8sek vor Schluss an der 16yds-Line gestoppt wird. Field Goal? Mitnichten, Michigan spielt aus, Robinson mit einem wilden Pass in die rechte Ecke der Endzone, wo WR #12 Roy Roundtree die Bogenlampe aus der Luft pflückt. 2sek to go, Michigan gewinnt den Thriller 35-31, Notre Dame, das gehypte Notre Dame, mit einem denkbar schlechten Start in die Saison: 0-2 und der geneigte Fan erstmal mit zwei Liter verlorenem Schweiß unter die Dusche.

Die AP Top-25

#1 Oklahoma war spielfrei, #2 LSU hatte mit Northwestern State keine Probleme (400:95yds Offense, 49-3 Punkte). Eine Visitenkarte gaben die #3 Alabama Crimson Tide ab, die in beeindruckender Manier auswärts gegen die #23 Penn State Nittany Lions 27-11 gewannen und dabei vor allem schon beachtliche Form in der Defense zeigten. Alabama würgte Penn States Lauf nach Strich und Faden ab, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Passdefense nicht vor allem von der Inkonstanz der beiden PSU-Quarterbacks Bolden/McGloin profitierte. Beide mit immer wieder eingestreuten, ganz schlechten Bällen. Penn States Defense war um einiges besser als ihre Offense, konnte aber dem Druck der immer wieder kehrenden schlechten Feldposition immer weniger entgegensetzen. Alabamas QB A.J. McCarron schaut aus wie ein besserer McElroy, dürfte sich mit diesem Spiel IMHO als Starter für diese Saison qualifiziert haben.

#4 Boise State war spielfrei, dürfte aber trotzdem eine Enttäuschung erlebt haben: #12 South Carolina gewann auswärts dank starker Schlussphase bei Boise-Hoffnung Georgia 45-42, vor allem die Laufdefense der Bulldogs war nicht gut, ließ RB Marcus Lattimore zu 176yds durchpflügen. Boises beeindruckender Sieg vergangenen Samstag dürfte ab sofort wieder diskreditiert werden.

Die nächsten Teams jeweils mit lockeren Siegen über inferiore Konkurrenz: #5 Florida State spielte sich mit einem 62-10 gegen Charlston South für den Kracher nächste Woche gegen Oklahoma ein, #6 Stanford nach Problemen in der ersten Halbzeit mit einem 44-14 bei Duke, #7 Texas A&M, #8 Wisconsin mit einem nie gefährdeten 35-0 gegen eine ultraharmlose Mannschaft von Oregon State, #9 Oklahoma State bereits am Donnerstag mit einem 37-14 gegen die Arizona Wildcats. #10 Nebraska war erst in der Schlussphase gegen Fresno State wirklich überlegen, gewann 42-29.

Arge Schwierigkeiten dagegen für #11 Virginia Tech, deren Defense zwar die schnelle Offense der East Carolina Pirates einbremste, aber QB Logan Thomas mit einer enttäuschenden Vorstellung. Am Ende ein knappes 17-10 für die Hokies.

Viel Dusel auch für #15 Ohio State beim knappen 27-22 daheim gegen die Toledo Rockets, die in der letzten Minuten einen Fumble der Buckeyes erzwangen und mit ihrem QB Austin Davis eine letzte Chance bekamen. Davis führte Toledo mit seinem unkonventionellen linken Arm das Spielfeld runter, mit einem verwandelten 4th and 14 (brillanter, mutiger Pass dabei übrigens!!), aber in der RedZone war dann doch Schluss.

#16 Mississippi State verlor einen wahnsinnigen Thriller in Auburn, weil die Goal Line-Defense der Tigers in den Schlusssekunden wie eine Mauer hielt: RB Vick Ballard mit 16sek auf der Uhr, wird an der 2yds Line für 1yd Raumverlust gestoppt und unter einer Klette an Tigers-Verteidigern begraben, Mississippi States Headcoach Dan Mullen rennt wie von der Tarantel gestochen auf das Feld um dem weltabgewandten Head-Ref das Timeout anzuzeigen, und muss das letzte Fünkchen Contenance bewahren, um das Zebra nicht in Grund und Boden zu prügeln. Mit 10sek auf der Uhr behält QB Chris Relf den Ball selbst, rollt links raus und wird an der 0,3yds-Line (oder so) gestoppt. Klar ersichtlich kein Touchdown, aber es fehlten keine 10 Zentimeter. Auburn mit dem zweiten knappen Sieg, 41-34. Auburn und knappe Siege? Das kennen wir doch irgendwo her… Trotzdem wird man sich nicht lange nur auf RB Michael Dyer (mit viel Spektakel bei langen Läufen und kurzen Touchdown-Läufen) verlassen können und darauf, dass Dutzende missed tackles in der Defense unbestraft bleiben.

#13 Oregon erholte sich von der verheerenden Auftaktniederlage gegen LSU, spielte Nevada 69-20 an die Wand (inklusive 6 TD-Pässen von QB Thomas), #14 Arkansas mit einem 52-3 gegen New Mexico, #17 Michigan State 44-0 gegen FAU, #18 Florida 39-0 gegen Alabama/Birmingham, #22 USF 37-7 gegen Ball State und #19 West Virginia mit einem letztendlich klaren 55-12 gegen den Underdog Norfolk State, der zur Halbzeit noch 12-10 geführt hatte.

Die #21 Missouri Tigers verloren bereits am Samstagmorgen einen brutal penalty-trächtigen Overtime-Thriller (23 gelbe Flaggen für 224yds Raumstrafe) bei den Arizona State Sun Devils und dürften aus den Rankings verschwinden. Für Mizzou war nicht alles schlecht: QB James Franklin gefiel besser als in der Vorberichterstattung hätte vermuten lassen, die Offensive Line hatte ASU und seinen gehypten LB Vontaze Burfict lange Zeit recht gut unter Kontrolle. Allerdings verpasste der Kicker mit auslaufender Uhr, nach einem aufregenden Comeback, einen Kick, in der Overtime konnte man das 37-30 der Sun Devils nicht mehr ausgleichen.

Story des Tages bei #24 Texas – BYU war die QB-Diskussion: Texas hielt die gefüchtete Lauf-Offense der Cougars gut unter Kontrolle (nur 1.9yds/Carry für BYU), brachte aber selbst in der Offense nur wenig zustande – bis QB Gilbert aus dem Spiel genommen wurde und der Grünschnabel QB Case McCoy ins Getümmel geworfen wurde. McCoy brachte den nötigen Ruck, Texas am Ende mit einem knappen, unspektakulären 17-16 über BYU.

#25 TCU zeigte der ambitionierten Air Force die Grenzen auf, machte die Falcons locker 35-19 nieder und gab ein Statement bezüglich „Platz 2“ in der MWC ab.

Sonst so

Bei TennesseeCincinnati (45-23) zeigte QB Tyler Bray glänzende Ansätze. Mit Tennessee könnte in der SEC East tatsächlich zu rechnen sein. Bray wirkt irgendwie inspirierend auf Mannschaft und Fans.

Großartiges Spiel bei Iowa Iowa State („Cy-Hawk Trophy“), das nicht nur einmal in die Overtime ging, sondern gleich dreimal. Am Ende wurstelte sich der krasse Außenseiter Cyclones zu einem stimmungsaufgeladenen 44-41, für Iowa und seinen Coach Kirk Ferentz eine riesige Enttäuschung. Iowa hatte man eigentlich mehr zugetraut als eine Derby-Niederlage gegen Iowa State.

College Football 2011/12, Week #2 live

Guten Abend. Vorschau gibt es hier.

 

21h30: Penn State Nittany Lions – Alabama Crimson Tide

[00h35] Penn State 3, Alabama 27. Dolchstoß. Ein weiterer Turnover der Nittany Lions, Alabama läuft mit #42 Lacy und #3 Richardson locker durch. Und over.

[00h03] Seufz. Penn State zum x-ten Mal mit dem Schema F: Snap, Bolden mit halbherziger Play-Action, schwacher Bogenlampenwurf über die linke Seite rund 25yds das Feld runter, unterworfen… abgefangen, und diesmal zählt die Interception sogar! Sehr, sehr unkreativ, was OffCoord Jay Paterno hier veranstaltet, oder aber ein Produkt der beiden suboptimalen Quarterbacks für Penn State. Das Spiel schaut nun sehr gegessen aus, 16min vor Schluss.

[23h58] Penn State 3, Alabama 20. Ein Goal Line Stand hält die Nittany Lions im Spiel, mit der Einschränkung „wenn sie sofort ihre Offense in Gang bekommen“. Das Passspiel ist ziemlich unterirdisch, zuletzt war wieder QB McGloin im Spiel, der drei Incompletions in Serie warf, zwei davon haarscharf an Interceptions.

[23h43] Ein drittes Viertel bislang, das nahtlos an die defensivlastige erste Halbzeit anknüpft. Immer, wenn eine der beiden Abwehrreihen mit ihrer Defensive Line allein Druck genug zustande bekommt, sind die Offenses in ärgeren Problemen. Penn States Rob Bolden warf zwei Interceptions in zwei aufeinanderfolgenden Spielzügen, beide nur knapp wegen Bodenberührung zurückgepfiffen.

[23h08] Halbzeit Penn State 3, Alabama 17. Beeindruckende Vorstellung von Bama, deren Defense nach einem ordentlichen Eröffnungsdrive Penn State seither gnadenlos niedermacht und den Lions das Laufspiel komplett wegnimmt. Penn States RB Silas Redd wird immer und immer wieder über die Mitte geschickt – und abgewürgt. QB Bolden ist ein zu unpräziser Werfer, als dass Alabama dadurch kontinuierlich ernsthaft gefährdet wäre.

In der Offense macht Bama-QB McCarron einen sehr, sehr überlegten Eindruck. McCarron mag ein Grünschnabel sein, aber da waren einige sehr große Würfe dabei, die ein Greg McElroy niemals machte. Besonders beeindruckend, weil das Laufspiel noch nicht wirklich in die Gänge gekommen wirkt. Und Penn State, so wenig die Offense zustande bringt, hat eine extrem aggressive Defense, die allenfalls in der RedZone etwas mehr Pass Rush bringen könnte.

Kudos für Alabamas Special Teams: Penn State wird bei jedem Punt tief hinten drin reingenagelt.

[22h39] Penn State hat nun erstmal QB Matt McGloin eingewechselt – keine Enteierung für Bolden, sondern zum Plan gehörend, weil man das Alabama-Spiel primär als Testspiel angehen kann. McGloin führte sich gleich mal mit Abstimmungsproblemen bei der Ballübergabe an die Running Backs ein.

[22h18] Penn State 3, Alabama 7. Auf halbem Weg in die Endzone brauchte es einen Punt-Fake samt ultraknapper 4th down conversion (ca. 0,02mm würde ich mal behaupten). Das reichte, QB A.J. McBarron danach on fire, mit rattenscharfen Bällen selbst bei kollabierender Pocket, und unterstützt von einem fantastischen Catch der #4 WR Marquise Maze, einem Catch, der nicht viele machen.

[22h08] Beide Defenses recht pumped up, würde ich sagen. Fast nach jedem Spielzug ein Menschenknäuel. Als seien wir die paar tausend Meilen weiter südwestlich, in Neuseeland.

[22h01] Penn State 3, Alabama 0, nach je einem Drive. Es deutet sich bereits an, wie brutal es dieses Jahr wird, gegen Alabama über die Mitte zu laufen. Penn State vertraut einen Tick zu sehr darauf, muss sich bei langen 3rd downs sehr des beweglichen QB Rob Bolden bedienen. Die Defense der Nittany Lions mit recht viel Druck durch die Defensive Line, zerbröselte die drei Spielzüge von Alabama im Ansatz.

[21h31] Aus dem schönsten Stadion der Welt: Penn State gegen Alabama. Penn States Trainerlegende Joe Paterno wird wie vergangenes Wochenende nicht an der Seitenlinie, sondern im Booth sitzen.

18h: Wisconsin Badgers – Oregon State Ducks

[21h00] Endstand Wisconsin 35, Oregon State 0. Flotte Partie in nur 3h03 beendet. Wisconsin mit einer grundsoliden Vorstellung, aber eine richtige Einordnung ist nicht möglich, weil Oregon State unterirdischer als erwartet spielte. Mike Riley dürfte früher oder später doch in Bedrängnis kommen, wenn es so weiter geht. Ob Ryan Katz auch weiterhin draußen bleiben muss?

Die Alarmglocken in Morgantown sind derweil mit einem 66yds-Drive in 3 Spielzügen etwas abgeklungen: West Virginia ist gegen Norfolk State aus der FCS eingangs der zweiten Halbzeit 17-12 in Führung gegangen.

[20h42] Blick auf die anderen Spielfelder: In Columbus gibt es tatsächlich doch Upset-Alarm, auch wenn Ohio State Mitte des dritten Viertels nun wieder 27-22 führt (2pts-Conversion scheiterte). Ohio State dominiert sämtliche Kategorien, inklusive des disziplinierteren Spiels (nur 2 Strafen gegen Toledos 13). Aber Toledo hat die Allzweckaffe WR Eric Page.

Bei Auburn – Mississippi State hat eben das dritte Viertel begonnen. Bei Halbzeit gab es bereits 57 (!) Punkte. Auburn führt knapp 31-24.

[20h21] Ich denke, die Messen in Wisconsin sind schön langsam gelesen, das Spiel wird nun immer lauflastiger von Seiten der Badgers und die Running Backs beginnen, auch mit sub-parem Blocking auf eigene Faust, Yards herauszuschinden. Es war überraschend, wie lange die Offensive Line brauchte, um das Spiel in den Griff zu bekommen. In der Defense würde ich bei Wisconsin einen Aufwärtstrend gegenüber vergangener Woche sehen. Die Front Seven hatte zu Beginn einige Schwierigkeiten, ist aber im Spielverlauf sehr solide geworden gegen eine zugegeben ultraharmlose Beavers-Offense, die nur einen einzigen langen Passspielzug hinbekam (einen sehenswerten Catch in Doppeldeckung über die Mitte allerdings) und – noch wichtiger – null Laufspiel.

Sollte QB Russell Wilson weiterhin Stats wie diese und letzte Woche produzieren, wird man früher oder später tatsächlich über die Heisman Trophy sprechen. Das ist nicht mehr der Wilson, der bei NC State um sein Leben scrambeln musste. Mit einer besseren Line macht Wilson Play auf Play und gibt Wisconsin IMHO tatsächlich eine gute Chance, erneut die Big Ten zu holen.

[19h27] Wisconsin 21, Oregon State 0. Wie vor einer halben Stunde abgezeichnet: Wisconsin kriegt nun physisch die Überhand und drückt sein Laufspiel durch, sogar auch um die Line herum. QB Wilson mit dem dritten Pass-Touchdown zum Abschluss des Drives 27sek vor Halbzeit, und einer, der nicht besser zu Wisconsin hätte passen können: Auf einen Tight End.

Oregon State dagegen enttäuscht in der Offense bisher völlig, und irgendwie habe ich noch nicht mitbekommen, warum man denn nun mit einem Freshman und nicht mit dem soliden QB Ryan Katz spielt.

[19h00] Wisconsin 14, Oregon State 0. Die Geschichte ist auch Mitte des zweiten Viertels etwas zäh, sieht mit einer starken Front Seven der Beavers eine nette Herausforderung für Wisconsin, die nun aber körperlich langsam Vorteile gewinnen zu scheinen und mit Play-Action die aggressiv reagierende Defense verarschen.

Der Touchdown war ein schön geworfener Ball von QB Russell Wilson in das linke Eck der Endzone auf WR #1 Toon. Vor dem Snap übrigens der neue Co-Kommentator von ESPN, Urban Meyer (ex-Coach von Florida), mit einer interessanten Beobachtung, sah die Single Coverage gegen Toon richtig kommen.

[18h38] Wisconsin 7, Oregon State 0. Dank eines kuriosen Punts für MINUS VIER YARDS führen die Badgers, aber das war’s auch. Die Offense kriegt das Laufspiel nicht wirklich in die Gänge, nicht über RB Montee Ball, nicht über RB Jamal White. Entsprechend unrhythmisch sieht es dann auch aus, weil Oregon State die Box mit 8 Mann vollstopfen kann.

So wie auf der anderen Seite die Beavers den Ball tragen, riecht da förmlich nach noch kommenden drei, vier Fumbles.

[18h05] Wisconsin vs Oregon State. Mal schauen, inwiefern Wisconsin diesmal eine etwas enthusiastischere Defense aufstellt. Oregon State steht nach einer furchtbaren Heimniederlage letzte Woche bereits unter Druck.

College Football 2011/12, TV-Guideline für Woche 1

Dieses Wochenende startet die Saison im College Football 2011/12. Ich habe noch nicht alle Mannschaften in der Vorschauserie durch, aber das kommt noch. Versprochen. Ist auch schon zu 95% geschrieben. Stattdessen heute eine Guideline zum TV-Programm an diesem Kickoff-Wochenende. ESPN America und Eurosport 2 bringen einen ganzen Schwall an Spielen entweder live oder als Aufzeichnung. Den ESPN Player lasse ich aus bekannten Gründen außen vor, was nicht heißt, dass es verboten wäre, in den Kommentaren auf das eine oder andere Spiel aus vom ESPN College Pass hinzuweisen.

Freitag, 2. September 2011

Wisconsin – UNLV (13h, ESPN America)

Mit #11 Wisconsin tritt hier einer der großen Favoriten der Big Ten Conference an. Die Badgers waren zuletzt als Vertreter der Big Ten in der Rose Bowl dabei und haben ein sehr sehenswertes Spiel knapp 19-21 gegen TCU verloren. In der Offseason kamen Quarterback und der beste Defensivspieler abhanden, aber mit dem frisch von NC State geholten QB Russell Wilson hat man einen soliden, wurfstarken Mann mit Erfahrung geholt. Unabhängig davon, wer das Spiel kommentiert, kann man sich bereits Gedanken um ein Drinking Game machen, wie oft erwähnt wird, dass Wisconsins Offensive Line sehr korpulent gebaut ist.

Die Defense zeichnet ein großer Zug gen Quarterback aus und auch vor Blitzes wird nicht zurückgescheut, wobei für mein Ermessen die Secondary zu oft entblößt wird. Dass die University of Nevada/Las Vegas Rebels das allzu oft werden austesten können, darf man nicht erwarten. Das ist eine Mannschaft, die zu den zehn schwächsten in der FBS gehören dürfte.

Samstag, 3. September 2011

Baylor – TCU (12h30, ESPN America)
Ohio State – Akron (18h LIVE, ESPN America)
USC – Minnesota (21h30 LIVE/Tape 6.9. 12h30, ESPN America)
Lousiana State – Oregon (02h LIVE/Tape 4.9. 15h30, ESPN America)
Hawaii – Colorado (05h30 LIVE/Tape 5.9. 12h, ESPN America)

#14 TCU spielt ein innerstaatliches Derby gegen die Baptistenuniversität von Baylor, die in den letzten Jahren einen leisen, beständigen Aufschwung erlebt hat und bei denen ein Auge auf den QB Robert Griffin III zu werfen ist, ein wurfgewaltiger und dennoch sehr mobiler Quarterback, Junior und trotzdem schon in seinem vierten Jahr an dieser Uni. TCU muss nach den vielen Abgängen die Brötchen heuer wohl eine Nummer kleiner backen. Vor allem der neue QB Casey Pachall steht im Blickfeld.

Samstag ab 15h dann LIVE die ESPN-Sendung College GameDay, diesmal aus dem Cowboys Stadium von Arlington, die die Livespiel-Orgie einleitet. Um 18h aus Columbus #18 Ohio State Buckeyes gegen Akron Zips, ein Ohio-Derby, aber ein ungleiches Duell. Ungewohnt wird sein: Bei Ohio State steht erstmals seit zirka zwei Jahrhunderten nicht der heimliche Erfinder der Strickjacke Jim Tressel an der Seitenlinie, sondern der Interimscoach Luke Fickell. Ohio State muss ohne eine Reihe seiner besten Spieler auskommen, die im ersten Monat wegen Kavaliersdelikten gesperrt sind, aber dass gegen die als anerkannt unterirdisch geltenden Zips nicht trotzdem ein turmhoher Sieg herausschauen wird, ist hausgemachte Sache.

21h30 das Duell #25 USC TrojansMinnesota Golden Gophers. USC muss eine weitere Saison ohne Bowls spielen, wurde trotzdem von AP an #25 gerankt. Es gilt vor allem ein Auge auf QB Matt Barkley zu werfen. Barkley kommt im Sunnyboy-Ranking gleich nach Matt Leinart und Mark Sanchez, ist aber ein ungleich besserer Werfer, und ein offensichtlich sehr gutherziger Charakter, der schon in Südafrika eigenhändig am Häuserbauen für die Armen mitwirkte. Dr. Saturday hat Barkley einen Blogeintrag spendiert. Minnesota befindet sich mal wieder im Neuaufbau, hat sich mit Jerry Kill nicht ganz ohne Nebengeräusche einen neuen Headcoach mit grundsolider Spielanlage („Laufe, vermeide Interceptions, stoppe den Lauf, erziele Sacks“) angelacht, ein diametraler Gegensatz zum Extrainer Brewster. Erste Aktion Kills: Mit MarQueis Gray wurde ein Wide Receiver zum Quarterback umgeschult.

Um 02h finden parallel die beiden, nein: DIE BEIDEN, Spiele des Wochenendes statt, und falls sich jemals jemand über die Spielansetzung in der Bundesliga beklagt hat, ich halte dagegen. Wenn Boise State vs. Georgia und die #4 Louisiana State Tigers vs. #3 Oregon Ducks zeitgleich angesetzt werden, dann gehören die verantwortlichen TV-Stationen eigentlich gesteinigt. Umso verwunderlicher, dass es die beiden verwandten ESPN und ABC betrifft. ESPN America bringt Boise State nur als Aufzeichnung, dafür LSU – Oregon aus dem Cowboys Stadium in Arlington live.

Und es ist ein Spiel, für das man beide, aber vor allem LSU, nur Respekt zollen kann. In Zeiten, in denen die Ungeschlagenheit fast mehr wert ist als ein schwieriger Schedule, ist es vor allem für die SEC-Mannschaft Louisiana State erstaunlich, dass sie die Eier besitzen, den Kracher gegen Oregon zusätzlich zum Conference-Schedule mitnehmen, und im Prinzip damit einzig ihre BCS-Titelchancen minimieren.

LSU besitzt allgemein anerkannt eine titelfähige Mannschaft, deren sportlich größtes Problem der Quarterback sein sollte. Der wenig überzeugende QB Jordan Jefferson steckt nach einer wenig glimpfliche verlaufenen Barschlägerei in ärgeren Problemen mit der Justiz, deswegen wird zumindest in diesem Spiel QB Jarrett Lee starten, ein Mann, bei dem der College-Football-Fan unweigerlich an „Interception“ denkt. Dazu kommt, dass der OffCoord jüngst wegen einer Parkinson-Erkrankung endgültig zurückgetreten ist. LSU definiert sich aber eh über seine Defense. Und obwohl mit DT Drake Nevis, MLB Kelvin Sheppard und CB Patrick Peterson drei hohe Draftpicks in die NFL gegangen sind.

Die Oregon Ducks dagegen spielen eine atemberaubend schnelle, Maßstäbe setzende Offense mit Dutzenden Laufspielvariationen und einem atemberaubenden Speed seiner Spieler im offensiven Backfield: RB LaMichael James ist so klein, so wendig, so flink, RB Kenyon Barner der eher kräftige, immer noch flinke Back, und QB Darron Thomas ist zwar kein ausgereifter Werfer, aber ebenso geschmeidig wie meine jungen Kätzchen. Den Special Teams und der Secondary fehlt allerdings ein Superstar: CB/PR Cliff Harris, der nach Alkofahrt für den Opener intern gesperrt wurde. Diese Eier muss man auch haben.

Zwei Dinge, die bei Oregon mit 100%iger Wahrscheinlichkeit mehrfach thematisiert werden: Gegen physische Gegner hat die Mannschaft gerne Probleme, ihren Rhythmus zu finden. Und SEC-Teams wie LSU sind physischer als alle anderen. Und dann ist da noch die Sachen mit den neuen Signalen für die No-Huddle-Offense: Aus Angst vor Handzeichen-Erkennung wurden in der Offseason hauswandgroße Tafeln mit riesigen Bildern (Tiere, Landkarten usw.) gebastelt, die vom Backup-QB hoch gehalten werden. Wie dadurch die Durchschaubarkeit der Signale erschwert worden sein soll, ist mir schleierhaft.

Auf alle Fälle gilt: Für Oregon wäre eine Niederlage verheerender als für LSU. Eine Pac-12 Mannschaft braucht mit einer Niederlage schon alles Glück dieser Welt, um im BCS-Titelrennen zu bleiben. Eine SEC-Mannschaft dagegen würde auf diese Weise nicht zum ersten Mal ins Endspiel einziehen.

In den frühen Morgenstunden, ab 5h30, dann noch live aus Aloha die Hawaii Warriors gegen die Colorado Buffaloes. Hawaii spielt eine Run and Shoot-Offense und ist mit der stets futuristisch gekleideten Dreadlocke QB Bryant Moniz eine einzige, rohe Passgewalt. Colorado kommt mit neuem Headcoach daher: Jon Embree, dessen Haupt-Empfehlung sein Alumni-Status in Colorado ist. Die Buffaloes haben Conference gewechselt, spielen nun in der Pac-12 und haben dieses eine Spiel Zeit, um sich für das erste Conference-Spiel (s. Kommentar von Jens) nächste Woche gegen Cal einzuspielen. In der Defense darf man durchaus Probleme erwarten: eine recht kleine Unit, dazu ziemlich grün. Ob das gut geht?

Sonntag, 4. September 2011

Auburn – Utah State (8h00, ESPN America)
Penn State – Indiana State(8h00, Eurosport 2)
Notre Dame – South Florida (9h00, Eurosport 2)
Michigan – Western Michigan (10h30, ESPN America)
Georgia – Boise State (13h00, ESPN America)
West Virginia – Marshall (22h00 LIVE/Tape 5.9. 14h30, ESPN America)

Langer, sehr langer Collegefootball-Sonntag. In der Früh darf man zwischen ESPNA und Eurosport 2 hin- und herswitchen. BCS-Titelverteidiger #23 Auburn bringt ganze sieben Starter zurück und muss auf fast alle Leistungsträger aus dem Vorjahr verzichten. Der ganz große Hoffnungsträger ist RB Michael Dyer, der MVP des Endspiels, aber bei den Quarterbacks schaut es eher unruhig aus: Barrett Trotter wurde zum Starter ernannt und für den Backup Clint Moseley war das der Weltuntergang. Moseleys Stimmung soll irgendwo drei Meter unter der Erde zu verorten sein. Im Hintergrund wartet schon der gehypte Freshman Kiehl Frazier, aber an Trotter wird vorerst keiner vorbeikommen, denn das Malzahn’sche Offensivsystem ist extrem quarterbackfreundlich.

Bei Penn State – Indiana debütiert Hoosiers-Head Coach Kevin Wilson, ein Offensivgenie, das aus Oklahoma geholt wurde. Eine Freundin war bis vor kurzem in Bloomington – dort ist der Hauptcampus der Indiana University – und die Erwartungshaltung soll ihr zu glauben ziemlich gestiegen sein, sogar im Recruiting wurden schon erste größere Erfolge eingefahren.
[Update: In den Kommentaren wird völlig zurecht darauf hingewiesen, dass der Gegner von Penn State nicht Indiana, sondern Indiana State ist, ein Unterschied von fünf Buchstaben und zwei sportlichen Klassen. Damit kein Wilson-Debüt on TV, dafür die Einladung, was sinnvolles zur Einstimmung auf Indiana State beizutragen.]
Der Headcoach von Penn State ist ein bisschen erfahrener, aber diese Geschichte kennen Leser dieses Blogs zur Genüge… Leider ist das Spiel am frühen Nachmittag angesetzt. Beaver Stadium in der Nacht wird hoffentlich noch das eine oder andere Mal zu sehen sein.

Um 9h bei Eurosport 2 die „Holtz Bowl“: #16 Notre Dame gegen South Florida. Bei USF coacht Skip Holtz, ein Offensivgeist, der in Tampa den Angriff beleben soll. Skip ist der Sohn des Lou, und Lou Holtz ist eine verehrte, geliebte Trainerlegende beim Gegner. Lou Holtz liebt Notre Dame und er wird bei diesem Matchup mit Sicherheit die eine oder andere Träne verdrücken. Trotz der beiden Coaches Skip/Brian Kelly erwarte ich eher ein defensivlastiges Spiel: Beide Abwehrreihen haben im vergangenen Herbst mehr als überzeugt (USF noch mehr als ND) und beide Angriffsformationen sind noch auf Identitätssuche, auch bei den Quarterbacks: Notre Dame hat sich nun für die vermeintlich schwächere Lösung, Dayne Crist, entschieden, bei USF startet B.J. Daniels, ein inakkurater Scrambler. Wie so was mit dem „West Coast Guy“ Holtz zusammenpassen soll – let’s see.

Notre Dame muss noch ein Neben-Störfeuer überstehen: Die Mannschaft startet ihren Pregame-Trubel (Marsch durch die Massen) nun nicht mehr vor der städtischen Basilika, sondern vor dem Footballkomplex, um mehr Zeit für die Spielvorbereitung zu haben. Das Geheule der Traditionalisten durfte man erwarten, schließlich beendet die Universität hier eine Tradition, die schon begründet wurde, als bei uns noch der Ötzi durch die Berge stapfte.

Bei MichiganWestern Michigan darf man die leeren Plätze im riesigen Michigan Stadium zählen, wie immer bei Season Opener, wo zwar offiziell alle 113.000 im Haus sind, tatsächlich aber meist „nur“ 90-95000. Gespannt, wie die Offense unter dem neuen Head Coach, „Michigan Man“ Brady Hoke, ausschauen wird und wie die Auswirkungen auf das Spiel von Schuhlitze QB Denard Robinson sein werden. Die Defense soll auf alle Fälle bereits merklich physischer zu Werke gehen.

Spiel der Spiele für mich ist aber das Duell zwischen #5 Boise State und #19 Georgia, und dabei spielt die persönliche Broncos-Affinität weniger eine Rolle als die Storyline, dass hier der Newcomer als klarer Favorit gegen das Establishment antritt – in dessen Bundesstaat. Vor sechs Jahren gab es das Duell schon einmal. Damals wurden die großspurigen Boise State Broncos von Georgia nach Strich und Faden 48-13 verprügelt. Diesmal ist die Situation etwas anders.

Boise State kommt erneut als BCS-Titelanwärter daher, mit dem Heisman-Mitfavoriten QB #11 Kellen Moore und einer Offense, deren Geheimnis auf diesem Blog am Dienstag dieser Woche gelöst worden ist. Georgia hat seinen eigenen vielversprechenden QB Aaron Murray, aber einen Trainer auf dem Schleudersitz (Mark Richt) und eine insgesamt wohl zu wenig explosive Offense gepaart mit einer zu unkonstanten Defense.

Andererseits würde ein Upset-Sieg der Bulldogs die Saison der Broncos schon im Ansatz zerbröseln. Denn anders als beim Parallelspiel LSU/Oregon kann sich Boise State mit einer Niederlage alle Hoffnungen abschminken, und das für Jahre, denn nach dieser Saison wird es einen massiven Personalwechsel geben.

Am Abend, 22h live das innerstaatliche Derby von West Virginia: West Virginia Mountaineers vs. Marshall Thundering Herd. Hier treffen zwei Welten aufeinander, auch stimmungsmäßig. Während bei WVU nach dem unrund abgelaufenen Trainerwechsel alles mit E-u-p-h-o-r-i-e auf das Debüt von Offensivgenie Dana Holgorsen wartet, gibt es bei den „Grünen“ von Marshall aktuell nur wenig Aussicht auf schnelle Besserung. Ans Herz legen würde ich das Spiel auch wegen der zu erwartenden, großartigen Stimmung im Heimstadion von West Virginia, ein sehr pathetischer Ort für meinen Geschmack.

Montag, 5. September

Maryland – Miami/FL (02h LIVE/Tape 6.9. 19h30, ESPN America)

Abgerundet wird das Kickoff-Wochenende im College Football mit den Maryland Terrapins und den Miami Hurricanes – das bedeutet auch: Ein ACC-Duell und ein Duell zweier Teams mit neuen Head Coaches. Maryland hat seinen langjährigen Frontmann Ralph Friedgen rausgeekelt und dafür den ambitionierten Randy Edsall von UConn geholt, Miami hat den allzu schwachen Clock Manager Randy Shannon geschmissen und ihn mit Al Golden ersetzt.

Golden ist nun in einer beschissenen Lage, muss eine Mannschaft coachen, in der der halbe Kader wochenlange Sperren riskiert (Nevin Shapiro und seine Geister), und dazu mit einer unguten QB-Situation umgehen. Jacory Harris ist der Starter, und er wäre an dutzenden Unis nicht mehr als der Notnagel.

Wer nicht schon für Monday Night Football in der NFL nächtliches Aufstehen trainieren möchte, kann die Begegnung übrigens am Dienstag, 6.9. um 19h30 als Aufzeichnung anschauen.