Las Vegas Bowl 2012: Boise State Broncos – Washington Huskies live

[00h59] Endstand Boise State Broncos 28, Washington Huskies 26.

Hartumkämpftes, aber auf sehr gutem Niveau stehendes Footballspiel, das so oder so hätte ausgehen können. Bei der Einordnung der Broncos 2012/13 fühle ich mich rückwirkend bestätigt, auch wenn heute die Offense einen Tick mehr und die Defense (v.a. Lauf-Defense) einen Tick weniger gezeigt hat als ich vielleicht erwartet gehabt hatte. QB Joe Southwick mit einigen sehr guten Plays, aber dann werden immer wieder einfache Würfe überworfen oder offene Leute übersehen. Huskies-QB Keith Price musste viele Prügel einstecken, hielt sich dafür aber erstaunlich gut bis ins Schlussviertel hinein, strahlte aber insgesamt zu wenig Souveränität aus.

Enttäuschend war das Boise-Laufspiel: RB D.J. Harper war jahrelang einer meiner Favoriten: Geduldig, agil, mit den Cuts im richtigen Moment. Eigentlich ein guter NFL-Back. Eigentlich. Denn die vielen schweren Bänderverletzungen werden dem einen Strich durch die Rechnung machen, und die heutige Vorstellung war auch nicht sooo berauschend.

Am Ende ist es etwas „vindication“, dass Boise State ausgerechnet durch ein Field Goal gewann, oder?

[00h54] Da hat der SRS-Spread sehr gut getroffen: Er hatte 1.5pts prognostiziert.

[00h52] 14 Sekunden vor Ende springt einer der jungen Safetys im Broncos-Backfield in einen Pass. Interception, Boise gewinnt die Las Vegas Bowl zum dritten Mal en suite.

[00h48] Boise State 28, Washington 26/Q4. Geister bleiben im Schrank. K Frisina versenkt 76sek vor Schluss zur Führung. Ein Timeout und 76sek – yup, das ist College-Football, aber es ist definitiv machbar. Allerdings muss Washingtons Offensive Line nun bei mehr „tiefem“ Spiel länger gegen den Pass Rush halten.

[00h42] Nach einem sehr, sehr zweifelhaften „Nicht-Measure“ der Refs bei einem alles andere als eindeutigen 4th-down-und-1 für Boise haben wir FG-Reichweite. Zeit, schon mal die Geister der letzten Jahre zu rufen…

[00h39] KR #11 Shane Williams-Rhodes, ein Winzling vor dem Herrn (Körpermaße sind augenmaßgeschätzte 1,23m bei 38kg) mit einem sensationellen Kickreturn an die WASH 42. Das ist sowas wie ein halbes Matchball für Boise und Southwick…

[00h36] Boise State 25, Washington 26/Q4. Wieder ein mit Hängen und Würgen gestoppter Drive der Broncos nahe der RedZone, allein: Diesmal versenkt K Coons aus 38yds zur Führung für die Huskies. 4:05min verbleiben.

[00h23] Mutige Plays der Broncos, die mehrmals tief gehen, u.a. bei einem dritten Down (scheiterte). Im Anschluss mutiert QB Southwick zum Ersatzpunter, platziert das Ei an der 3yds Line.

[00h17] Schöner Drive der Huskies, die 3rd down auf 3rd down auf 3rd down verwerten und sich nicht von den verschiedenen Aufstellungen der Boise-Defense durcheinander bringen lassen. Und sie haben, man sieht es an den Gesichtern, Spaß dran. Der Spaß vergeht bei einem Sack in der Nähe der RedZone, und dann verkickt K Coons ein 41yds FG (rechts vorbei). Es wäre die Führung gewesen.

[00h07] Diesmal tut sich Boises Offense aus Mangel an Zeit für QB Southwick schwer, das Passspiel in Schwung kommen zu lassen. Nach Schrecksekunde (Fumble gegen Southwick) und Punt beginnt Washington ins aussichtsreicher Feldposition.

[23h59] Boise State 25, Washington 23/Q3. Touchdown TE Seferian-Jenkins, aber der Löwenanteil an den Punkten gehört RB Sankey, der sich als schwer zu tackelnde Allzweckwaffe präsentiert, und QB Price, der Prügel einstecken muss, aber mit seiner Improvisationskunst gerade genügend Plays macht. 2pts Conversion wird niedergeschlagen, aber wenigstens haben sie sich getraut, sie auszuspielen.

[23h46] Boise State 25, Washington 17/Q3. Fast 7min langer Eröffnungsdrive, bei dem sich vor allem Boise-QB Southwick profilierte: Als guter Werfer gegen den Blitz, als Scrambler (u.a. 17yds-Scramble bei 3rd-und-18), und dann bewies Chris Petersen Eier (4th down ausgespielt), das Laufspiel war physisch genug, und ein Play-Action Pass auf TE Huff schraubt das Punktekonto hoch. Starker Bronco-Drive, wenn auch „nur“ dank einer PI-Strafe gegen einen Washington-CB.

[23h14] Halbzeitgedanken. Das enge Ergebnis fühlt sich gerecht an. An den Broncos ist extrem beeindruckend, wie stark sie die Line of Scrimmage kontrollieren; Washingtons QB Keith Price wird in fast jedem Spielzug abgeschossen und es ist eine Frage der Zeit, bis er aus dem Spiel genommen werden muss. Washington ließ sich von den Schwierigkeiten insofern nicht einschüchtern, als dass man mutig weiter versuchte, die wenigen Lücken für das Laufspiel zu nutzen bzw. über Screenpässe dem Druck zu entfleuchen. Spannendes, gutes Spiel in Las Vegas.

[23h10] Halbzeit Boise State 18, Washington 17/Q2. 3sek vor der Pause. Nach dem Fumble verwertet der bisherige Spieler des Spiels, RB Sankey einen Kurzpass für ca. 30-40yds in die RedZone, und dann scrambelt QB Price für den TD. Gutes Zeitmanagement der Huskies, Spiel ist wieder völlig offen.

[22h55] QB Southwick scrambelt im dritten Down, fumbelt den Ball an die Huskies zurück.

[22h51] Boise State 18, Washington 10/Q2. Trockene Antwort: WR Kasem Williams wird für Boise völlig überraschend über die Mitte geschickt, und dann vollendet RB Sankey per 26yds-Run über außen. Mit zwei vergeigten Punkten (PAT-Block, 2pts-Conversion gescheitert) ist es nun ein one score game.

[22h46] Boise State 18, Washington 3/Q2. Da waren wieder Ansätze der alten Boise-Offense: Mit Moves an der Anspiellinie und Pump-Fakes die Receiver offen kriegen und sofort beim erstbesten offenen Mann zuschlagen. Per Trickspielzug wird dann WR Chris Potter per Lateral zum Werfer und serviert den TD-Pass für den fünfzehnten TE im Kader, Holden Huff (40yds). 2pts-Conversion scheitert.

[22h35] Boises Defense ist wirklich exzellent bisher: Zwei mittellange Läufe gegen RB Sankey kassiert, aber ansonsten wird die Line of Scrimmage pulverisiert und QB Price schaut dahinter sehr verunsichert aus, strahlt überhaupt keine Souveränität aus.

[22h29] Boise State 12, Washington 3/Q2. Die Draws der Broncos sind noch nicht glaubwürdig genug, um konstant zu funktionieren. Bei 4th-und-2 entscheidet sich Chris Petersen zu meiner Überraschung für den Kick – der gelingt.

[22h26] INT CB Jamar Taylor für Boise State. Ein unnvorsichtiger Wurf von Washingtons QB Price. Bei CB Taylor weiß ich nicht, wie dessen NFL-Aussichten sind, aber ich kann mir vorstellen, dass ein spielintelligenter Mann wie Taylor gute Profi-Aussichten haben könnte.

[22h10] Boise State 9, Washington 3/Q1. Bester Bronco-Drive, den ich dieses Jahr gesehen habe. Die Offense „klickt“ merklich besser mit dem Minimum an Passspiel über QB Southwick, weil dadurch auch die „hurry-up“-Offense mit schnellen Laufspiel-Snaps besser in Schwung kommen kann. In bester Boise-Manier wird dann der Geist Brotzmans gerufen und der P.A.T. geblockt.

[22h00] Boise State 3, Washington 3/Q1. Schöne Draw-Plays der Huskies über RB #25 Bishop Sankey, aber ganz nahe der GoalLine kommt die Physis der Broncos-Front Seven zum Tragen; unterstützt von einem wohl getimten CB-Blitz kann man den TD verhindern.

[21h56] Die Lauf-Defense der Huskies ist extrem aggressiv drauf (auch dank Unterstützung der Safetys), und in der Pass-Defense wartet hier eine Art „Widest Nine“ Defense auf: Extrem breit aufgestellte Tackles und Ends, die bei den langen dritten Downs der Broncos auch exzellenten Druck auf QB #16 Joe Southwick hinkriegen.

[21h48] Washingtons QB RG3 Keith Price humpelt nach dem zweiten gescheiterten 3rd down vom Platz.

[21h43] ESPN fährt seine #1-Crew Brent Musberger/Kirk Herbstreit auf. Washington hatte in der Anfangsphase bereits einen Turnover durch Fumble, Boise führt also nach 34yds-FG 3-0.

[21h36] Boise St – Washington ist gerade losgegangen; ESPNA wird gleich rüberswitchen, nachdem die letzten Sekunden in New Orleans runterticken.

[21h22] Mit einer unterhaltsamen New Orleans Bowl in der Schlussphase schon mal ein Gedanken – zusätzlich zur Preview von heute Mittag – zur Las Vegas Bowl: Prinzipiell halte ich Boise State heute schon für favorisiert, ich bin mir aber nicht sicher, inwiefern die Broncos genügend Offense aufbringen können, um adäquat viele Punkte auf das Tablett legen zu können. Die suspekte Husky-Laufdefense könnte allerdings genau das richtige Matchup für Boises Offense sein.

Auf der anderen Seite muss Boise kurzfristig ohne seinen besten Pass Rusher, DE Marcus Lawrence auskommen, denn Lawrence wurde wegen Fehlverhaltens (Las Vegas, anyone?) nach Hause geschickt.

Las Vegas Bowl 2012 Preview: Boise State Broncos – Washington Huskies

Drittes Mal en suite Las Vegas Bowl für die #19 Boise State Broncos, und wirklich zum ersten Mal fühlt es sich „fair“ an: Boise State 2012 war eine Mannschaft, die sich primär über Turnover-Vorteile zu einer 10-2 Saison spielte, die sich nicht wie „10-2“ anfühlte.

Zu schwach war die Offense gewesen. Head Coach Chris Petersen gilt zwar als Offensiv-Genie, aber nachdem jedem klar war, dass QB Joe Southwick die hohen in ihn gesteckten Erwartungen nicht würde erfüllen können, musste Petersen primär über simple Laufspielzüge und RB D.J. Harper (und den weißen WR Matt Miller) zu operieren, und versuchen, ja nicht den Ball herzuschenken. Den Rest sollte die Defense erledigen – und die machte ihren Job gut (u.a. 33 provozierte Turnovers).

Der Gegner Washington (7-5) würgte sich auch eher instabil durch die Saison, mischte gute Performances (Siege über Stanford und Oregon State) mit hohen Pleiten, und schön langsam kriechen die Kritikaster von Head Coach Steve Sarkisian aus ihren Löchern hervor und fragen unverhohlen, ob Sarkisian die Huskies jemals aus dem Mittelmaß herausführen kann.

Ein erster kleiner Schritt wurde diese Saison gemacht: Die jahrelang konstant schwache Defense schoss heuer in den Rankings weit nach oben – nicht in die Top-25, aber wenigstens nicht mehr in die Top-25 von hinten, und der junge S Shaq Thompson gilt als potenzieller Superstar in spe. Die lethargische Boise-Offense könnte damit durchaus mehr Probleme bekommen als erwartet.

Nach SRS (Boise mit 1.5 Punkten) und den Wettbüros in Las Vegas sind die Broncos heute trotzdem favorisiert. Auf dem Spiel steht aber nicht bloß dieser Bowl-Sieg. Auf dem Spiel steht vor allem auch die Stimmung und der Schwung, mit der beide Unis mit einem Sieg gegen einen durchaus namhaften Konkurrenten in die neue Saison gehen könnten. Nicht ausgeschlossen, dass der Sieger dann mit einem guten Ranking in die Saison 2013 gehen wird, und dann sieht man sich gleich zum Saison-Opener 2013 im neu umgebauten Husky Stadium der Washington Huskies in Seattle wieder…

Ab 21h30 LIVE bei ESPN America. Tape ist erstmal keines eingetragen, aber ich hoffe, ich kann heute live mitbloggen.

New Orleans Bowl 2012 Preview

Wir leben noch! Wir leben noch! Und obendrauf geht es heute gleich mit Football weiter, und zwar ab 18h aus dem Big Easy den New Orleans Bowl 2012: East Carolina Pirates (8-4) vs. Louisiana-Lafayette Ragin’ Cajuns (8-4).

Erwartet kann dabei ein offensiver Schlagabtausch, denn beide Teams haben ihre Stärken in der Offense, und vor allem in der RedZone-Offense. Favorisiert ist dabei nicht zu Unrecht ULL vom jungen Head Coach Mark Hudspeth, die schon im letzten Jahr in dieser Bowl mitgemacht hatten und ein aufregendes, sehr spannendes Spiel in der Schlusssekunde per Field Goal gewannen.

Hudspeth hatte seine Offense nahezu komplett auf seinen QB Blaine Gautier ausgerichtet, und deswegen war es umso überraschender, dass es nach einer schweren Verletzung für Gautier bereits im September so reibungslos weiterging, und Backup Terrance Broadway einen derart soliden Stiefel runterspielte, dass heute sämtliche Schulrekorde was Passspiel angeht in Gefahr sind.

Schaut man sich den Schedule an, so sieht man bei ULL für Anfang November eine knappe 27-20 Niederlage bei den #3 Florida Gators – zustande gekommen auch noch „nur“ wegen eines späten Comebacks inklusive geblocktem Punt zum Touchdown!

Der Gegner East Carolina kommt in der Offense vor allem über QB Shane Carden und seine Wurfgewalt, dürfte aber mit seiner schwachen Lauf-Defense kein Land gegen ULL sehen.

Excel sieht es ähnlich und favorisiert Louisiana-Lafayette mit 7.5 Punkten.

ESPN America ist ab 18h LIVE mit von der Partie. Danach gibt es den Las Vegas Bowl mit Boise St – Washington (Preview kommt noch im Laufe des Vormittags).

Beef’O’Brady’s Bowl 2012 Preview

… bitte melden, wer noch Apostrophe braucht. Ich hab noch genug zum Verschenken. Oder: Nein. Schließlich coacht in diesem Spiel George’O’Leary (oder war es George O’Leary?), der Cheftrainer der University of Central Florida.

Im Ernst: Das heute Nacht (01h30 LIVE bei ESPNA) verspricht trotz des geradezu bizarren Bowl-Namens eine eher triste Veranstaltung zu werden – passend zum Weltuntergang sozusagen. Grund 1 ist die Heimathalle der Veranstaltung, das auch in Baseballkreisen verhasste Tropicana Field, die fast immer gähnend leere Spielstätte der Tampa Bay Rays.

Aber es sind auch die beiden Teams nicht allzu sexy. Die UCF Knights (9-4) aus der Conference USA (verloren dort das Conference-Finale gegen Tulsa) punkten vor allem negativ mit benanntem O’Leary, einem Mann, der vor einem Jahr noch unter gewaltigem Beschuss stand, weil während seines erbarmungslosen Trainings mehrere Spieler kollabiert waren, einer davon tödlich. Die Aufarbeitung dieses Falles hinterließ Beobachter und Angehörige mit noch mehr Ekel, und nachdem UCF auch wegen Recruiting-Vergehen auf der Streichliste gestanden hatte, sind nicht wenige der Meinung, dass die Knights dieses Jahr eigentlich hätten gesperrt sein sollen. Da die Sperre erstmal auf nächstes Jahr verschoben wurde, ist UCF heute mit von der Partie.

Gegner sind die eher obskuren Ball State Cardinals (9-3) aus der MAC, im zweiten Jahr von Head Coach Pete Lembo erstmals in der Bowl Season mit dabei. Ball State ist für Freunde des „Close Win Index“ ein sicherer Kandidat für Regression zur Mitte im nächsten Jahr: Man war 6-1 in engen Spielen.

Hauptgrund war nach dem Ausfall von Starting-QB und Backup-QB vor allem der klein gewachsene RB Jahwan Edwards, genannt „Quake“ („das Beben“), der in den letzten Spielen trotz seiner Körpermaße (kein 1,70m) das Arbeitstier geben musste – und mit reihenweise Super-Stats antwortete.

Star bei den Cardinals ist – vielleicht bezeichnend – aber der Punter: Scott Kovanda, der diese Saison 44x puntete und dabei vier Yards durch Returns zuließ. Nicht vier Yards im Schnitt. Vier Yards in der kompletten Saison.

Excel/SRS favorisieren UCF mit 6 Punkten.

Also: Ab 01h30 LIVE bei ESPNA. Morgen bringt ESPNA ab 14h30 das Tape von diesem Spiel.

Poinsettia Bowl 2012 Preview

Der Auftakt zur Bowl Season am Samstag ließ sich nicht schlecht an: Arizona – Nevada gehörte trotz lauwarmer Randbedingungen (Blick auf die Tribünen genügte) und erwartet grausam schlechter Defenses zu den Footballspielen, die man sich nach einer harten Woche gerne neben dem Sportschau-Tape am Samstagabend reinzieht. Heute Nacht geht es weiter, und zwar mit der Poinsettia Bowl.

“Poinsettia” = Weihnachtsstern, und damit ist auch schon vieles gesagt: Die Stadt San Diego will mit dieser vor wenigen Jahren aus der Retorte geborenen Bowl den Weihnachtstourismus unter südkalifornischen Palmen ankurbeln. Gelingt zwar halbwegs, aber in den letzten Jahren hat man sich daran gewöhnt, dass das recht geräumige Qualcomm Stadium meistens maximal halbvoll ist.

Diesmal versucht man es mit der Heim-Universität, den San Diego State Aztecs (9-3) aus der MWC. Die sind auch im zweiten Jahr unter Head Coach Rocky Long auf dem Weg nach oben, u.a. mit einem überraschenden Auswärtssieg in Boise, und das trotz des seit vielen Wochen ausgefallenen Quarterbacks Ryan Katz. Die Aztecs switchten auf eine fast völlig lauforientierte Offense um die beiden Tailbacks Adam Muema/Walter Kazee (zusammen weit über 2000yds, 24 TD), und erspielten sich damit einen geteilten Conference-Titel in der MWC.

Gegner sind heute die Brigham Young Cougars (7-5), ein Independent, der fast ausschließlich von seiner Defense lebt. BYUs Front-Seven ist gespickt mit künftigen NFL-Draftpicks, und keiner von ihnen kriegt mehr Hype als der ghanaische Rohdiamant LB Ezelkiel Ansah, genannt „Ziggy“, ein Defensive End, der erst gut zwei Jahre Football spielt und mit seinen athletischen Voraussetzungen NFL-Gardemaß ist (Mock-Drafts sehen ihn schon in der ersten Runde vom Tablett gehen).

Mal unabhängig von Ansah wird man bei BYU verfolgen müssen, wohin die Reise geht: Es ist mittlerweile das achte Jahr der Ägide von Head Coach Bronco Mendenhall, und die letzten drei waren eher… wie soll man sagen… banal. Weiterentwicklung vor allem in der sterilen Offense kaum erkennbar, und immer wenn die besseren Teams (sagen wir, ab Region Top-30 aufwärts) kommen, schmieren die Coogs ab (dieses Jahr: 1-4 gegen Teams mit Winning Record).

Das SRS favorisiert BYU trotz der schwachen Saison mit 5.5 Punkten auf neutralem Feld. Rechnen wir San Diego State als Heimteam, verkleinert sich der Spread auf 3 Punkte.

Spiel kommt heute Nacht live ab 02h bei ESPN America. Morgen um 19h30 gibt es die Aufzeichnung.

Bowl Season 2012/13 steht

Letzte Nacht sind die finalen BCS-Rankings erschienen, und wir haben eine kleine Überraschung zu vermelden: #15 Northern Illinois schlüpft als BCS-Buster sozusagen durch die Hintertür in die Bowl Championship Series, und wird am Neujahrstag in Miami/FL gegen den ACC-Champion Florida State spielen dürfen.

Das dürfte nicht ohne kontroverse Diskussionen bleiben. Northern Illinois ist im Vergleich zu anderen Mid Majors der vergangenen Jahre, wie Utah, TCU oder Boise State, wohl doch eine ganze Ecke tiefer einzuschätzen und hatte den Luxusk, gegen überwiegend inferiore Konkurrenz spielen zu dürfen. 12-1 ist immer toll, aber die einzige Niederlage war gegen eine schwache Iowa-Truppe. Nach SRS ist der MAC-Champion Northern Illinois #46, 6.0pts über dem durchschnittlichen Team angesiedelt.

Neben dem Kommentar von Gamecock gestern Abend auf diesem Blog empfehle ich diesbezüglich auch den von USA-Today veröffentlichten Eintrag zum (wenig überraschenden) Verhalten der Coaches in der Abstimmung im USA Toay/Coaches Poll.

Was man nicht vergessen sollte: Mit #21 Louisville und den Wisconsin „not even ranked“ Badgers sind da zwei Truppen in der BCS dabei, die hinter Mid Major NIU und hinter dem zweitbesten Mid-Major-Champions Boise gerankt sind.

NIU wird in der Orange Bowl ohne seinen frisch von NC State abgeworbenen Head Coach Dave Doeren antreten müssen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Huskies gegen FSU anstellen werden.

Schauen wir uns die BCS an, verbleiben damit „nur“ noch zwei wirklich gut ausschauende Matchups: Fiesta Bowl K-State/Oregon, das heimlich erträumte BCS-Finale, und das „richtige“ BCS-Finale: Notre DameAlabama, das für Rekordeinschaltquoten sorgen dürfte.

Boise State fährt mal wieder nach Las Vegas, spielt dort diesmal gegen Washington, ein unbeständiges Programm, das Stanford schlug, aber letzte Woche im „Apple-Cup“ gegen Washington State verlor.

Die Cotton Bowl Classic, bei uns wegen des FOX-Vertrags leeeeeeiiiider nicht zu sehen, sieht ein BCS-würdiges Matchup Texas A&M – Oklahoma mit dem möglichen Heisman-Sieger Johnny Manziel.

Teams, die man nicht aller Tage sieht, haben sich auch qualifiziert: Louisiana-Monroe, Louisiana-Lafayette, Western Kentucky (wurde also tatsächlich eingeladen!), Duke, Minnesota, Rice (!), Iowa State, Kent State und Arkansas State. Letztere müssen hoffen, dass HC Gus Malzahn überhaupt bis dahin bleibt, nachdem Malzahn eine gewisse SEC-Affinität nachgesagt wird, und in der SEC derzeit so ziemlich jeder zweite Trainersessel leer steht…

Völlig überraschend nicht in der Bowl-Season mit dabei: Die Louisiana Tech Bulldogs (9-3), die wohl zu hoch gepokert haben sollen, und nach dem AQ von Northern Illinois am Sonntagabend durchgereicht wurden, und am Ende gar keine Einladung mehr bekamen. Kann man als Sportdirektorium mal machen.

DATUM  BOWL               TEAM 1           TEAM 2
15.12. New Mexico         Nevada           Arizona
15.12. Idaho              Utah State       Toledo
20.12. Poinsettia         BYU              San Diego State
21.12. Beef’o’Brady       UCF              Ball State
22.12. New Orleans        ULL              East Carolina
22.12. Las Vegas          Boise State      Washington
24.12. Hawai’i            SMU              Fresno State
26.12. Little Caesars     Western Kentucky Central Michigan
27.12. Military           San Jose State   Bowling Green
27.12. Belk               Cincinnati       Duke
27.12. Holiday            Baylor           UCLA
28.12. Independence       ULM              Ohio
28.12. Russell Athletic   Rutgers          Virginia Tech
28.12. Meineke Car Care   Minnesota        Texas Tech
29.12. Armed Forces       Rice             Air Force
29.12. Kraft Fight        Navy             Arizona State
29.12. Pinstripe          Syracuse         West Virginia
29.12. Alamo              Texas            Oregon State
29.12. Buffalo Wild Wings TCU              Michigan State
31.12. Music City         NC State         Vanderbilt
31.12. Sun                USC              Georgia Tech
31.12. Liberty            Tulsa            Iowa State
31.12. Chick fil-A        LSU              Clemson
01.01. Gator              Northwestern     Mississippi State
01.01. Heart of Dallas    Purdue           Oklahoma State
01.01. Capital One        Georgia          Nebraska
01.01. Outback            Michigan         South Carolina
01.01. Rose               Stanford         Wisconsin
01.01. Orange             Florida State    Northern Illinois
02.01. Sugar              Florida          Louisville
03.01. Fiesta             Kansas State     Oregon
04.01. Cotton             Texas A&M        Oklahoma
05.01. Compass            Pittsburgh       Ole Miss
06.01. GoDaddy.com        Kent State       Arkansas State
07.01. BCS Title Game     Notre Dame       Alabama

Nach dem SEC-Finale und vor dem Bowl-Geschacher: Der Zwischenstand

Die Messen sind gelesen. Alles wissen wir noch nicht, weil die finalen BCS-Rankings erst heute Nacht rauskommen werden. Trotzdem schon mal ein Blick auf Bowl Season und Titelrennen. Aus Spoilergründen nach dem Sprung. Weiterlesen

BCS-Play in 2012: SEC Finale #2 Alabama – #3 Georgia

[02h04] Ich zittere noch immer etwas, aber mit fast zufallenden Augen noch der Versuch einer kurzen Analyse. Jo, Alabama war die bessere Mannschaft in dem Spiel und hat auch durchaus verdient gewonnen. Insbesondere das Laufspiel der Crimsons war fantastisch (51 Carries, 350 (!) Yards, 3 TD) und fuhr phasenweise immer wieder über Georgia drüber.

Die Bulldogs hielten sich mit unwahrscheinlichen Aktionen im Spiel: INT in der EndZone, returnierter FG-Block zum Touchdown, etwas Glück beim Zeitmanagement des Gegners kurz vor der Pause. Georgia biss, und obwohl sie phasenweise abgewürgt waren, ließen sie nicht locker.

Das Ende ist dann durchaus bezeichnend für die starke, aber unglückliche Ära von Head Coach Mark Richt in Athens: Wirklich gut, aber im entscheidenden Moment geht dann immer etwas schief. Diesmal ein irrer Drive zum Spielende, und dann spielt man innerhalb der gegnerischen 10yds-Line einen überhaspelten Pass, wenn man per Spike locker hätte durchschnaufen können.

Nochmal: Alabama spielt zum dritten Mal in den letzten vier Jahren im BCS-Championship Game und wird gegen die noch ungeschlagenen Notre Dame Fighting Irish favorisiert sein. Mehr dann am 7. Jänner 2013, dem Endspieltag.

[01h55] Endstand Alabama 32, Georgia 28.

Alabama fährt nach Miami. Ich bin jetzt erstmal schweißnass, völlig fertig. Das war INSTANT CLASSIC, was für ein fantastisches Finish. Aaron Murray hatte die Bulldogs mit zwei wahnsinnigen Pässen (einmal für WR #12 King) tatsächlich an der gegnerischen 8-Yards-Line! Und dann, mit 14sek, anstatt zu spiken, wird ein Pass Murrays abgefälscht und der Wide Receiver dahinter ist nicht geistesgegenwärtig genug, um das Ei einfach abklatschen zu lassen. Ball fällt zu Boden, Spiel over.

[01h50] Keine INT – korrekte Entscheidung. Georgia lebt noch. 45sek to go. Murray trabt etwas blass um die Nase auf das Feld zurück.

[01h48] Instant Replay: Tiefer Ball, CB #28 Dee Milner macht einen artistischen „Catch“, wobei es nun Auslegungssache der Refs wird, ob es sich um eine Interception handelte.

[01h45] 68 Sekunden to go. Über 80 Yards.

[01h43] Punt und die Chance für Aaron Murray, zur Legende zu werden.

[01h42] Zwei Stops. Jetzt kommt das 3rd down – ein 1st down beendet das Spiel. Ein Stop gibt Georgia die Chance zum Comeback-Drive.

[01h39] Schwache Serie von Georgia, und sie müssen punten. Der Punt macht in meinen Augen keinen Sinn: Vierpunkterückstand, da tut ein Field Goal auch nicht soooo weh. Dafür haste nur mehr 2:17 to go, nur noch zwei Timeouts und wirst seit vier Stunden komplett überlaufen. Matchball Alabama.

[01h37] Völlig schwachsinnige Diskussion von Lundqvist und Danielson über den Sinn der 2pts-Conversion vorhin im dritten Viertel.

[01h34] Alabama 32, Georgia 28/Q4. Saban hat die Eier, beim 3rd-und-5 eiskalt auf den Lauf zu setzen (#4 Yeldon verwertet im Nachsetzen), und dann geht es tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieffffff. Play-Action, fantastischer Ball in den Lauf von WR #9 Amari Cooper. 3:15 to go.

[01h27] Schneller Stop auch auf der Gegenseite, wo auch wieder mit NT #54 Jesse Williams gespielt werden kann. Alabama beginnt gleich in exzellenter Feldposition. 5:24 to go. Riecht ein wenig, als ob Alabama nun einen TD gebrauchen könnte…

[01h22] Dann dreht Georgias NT #6 John Jenkins auf, und an der Mittellinie stoppt Alabamas extrem lauffreudige Offense in der zweiten Halbzeit.

[01h11] Alabama 25, Georgia 28/Q4. Es geht rauf und runter. Langer Ball für WR #12 King (schöne Verarsche gegen die Defensive Backs, die QB Murray und King da betrieben), wuchtiger Lauf vom Freshman-RB Todd Curley über die Mitte zum TD. Steiles Spiel.

[01h04] Alabama 25, Georgia 21/Q4. Nochmal 7 Läufe für 75yds drauf und Alabama sieht plötzlich wie ein lockerer Sieger aus, der nur das Tempo mit seiner Offensive Line und den RBs Yeldon/Lacy höher schalten muss.

[00h52] Die hoch gelobte Georgia-Front 7 bisher übrigens mit 32 aufgegebenen Läufen für 222 Yards (6.9 Y/A). Georgia hält sich hier vor allem mit den Special Teams im Spiel.

[00h47] Alabama 18, Georgia 21/Q3. Yeldon, Yeldon, Yeldon, Yeldon. Alabamas explosivster Running Back springt für den verletzten Starter Lacy ein und zerlegt die Georgia-Defense in ihre Einzelteile, macht langen Lauf, TD und 2pts Conversion. Ze next Trent Richardson.

[00h39] Alabama 10, Georgia 21/Q3. Überschlagende Ereignisse: Eine PI gegen Georgia wird aus zumindest diskutablen Gründen nicht gegeben, weswegen Alabama Fieldgoal schießen muss. K #43 Smelley, unser Freund aus dem letztjährigen LSU-Alabama Spiel, aber dies‘ Jahr noch ohne Fehlkick, wird geblockt und ein erstaunlich schneller ILB #9 Alex Ogletree returniert zum TD.

[00h31] Das Knie des Jesse Williams soll brutal anschwellen – Rückkehr ins Spiel soll höchst fraglich sein, was für Alabama eine Schocknachricht sein muss.

[00h28] Wer übrigens am Dienstag Zeit und Lust auf Boise State hat: Das Broncos-Spiel in Reno gegen die University of Nevada verläuft faszinierend und erinnert frappierend an den instant classic von vor zwei Jahren mit dem großartigen Wolfpack-Duo Kaepernick/Taua.

[00h25] Alabama 10, Georgia 14/Q3. Der erste Georgia-Drive nach der Pause gehört zwei Leuten: WR #12 Tavaris King und RB #3 Todd Gurley. Georgia nutzt den verletzungsbedingten Ausfall von Alabamas „Tier“, NT #54 Jesse Williams, dem Super-Tackle gegen den Lauf, und überläuft Alabama in der RedZone locker.

[00h13] Saban gab im Halbzeitinterview übrigens seinen Fehler im Handling mit den Timeouts zu.

[00h07] Mich würde es wundern, wenn Quinton Dial für das BCS-Finale spielberechtigt wäre.

[23h46] Halbzeit Alabama 10, Georgia 7.

Unterirdisches Zeitmanagement von Nick Saban in den letzten Momenten dieser Halbzeit (ca. 15sek trotz 2 Timeouts verschenkt), das Alabama zumindest die Chance auf einen TD kosten. Ansonsten das Ende einer sehr spannenden, interessanten Halbzeit mit zwei Teams, die sich in Sachen Physis, Konzentration und Eier wenig schenken. Alabama wirkte im zweiten Viertel besser, hatte vor allem Georgias aus dem Tritt gekommenen Angriff locker im Griff – nun gilt abzuwarten, ob Georgia-QB Murray nach dem wirklich skandalösen Hit von #90 Quinton Dial fit ist.

[23h39] Tiefer Ball Murray, der von Safety #6 Clinton-Dix abgefangen und weit returniert wird, und dann kassiert Murray direkt vor den Augen eines Refs einen brutalen blindside-hit, für den ein Ndamukong Suh locker fünf Spiele gesperrt worden wäre.

[23h33] Alabama 7, Georgia 7/Q2. Für einmal starke Blockarbeit und starker Cut vom RB #42 Lacy, der per langem Lauf 1:59 vor der Pause ausgleicht.

[23h22] Immer wenn Lundqvist/Danielson alle zwei Minuten mit WWWWWWow!!!!!!!-Orgien aufwarten, haben wir Spielzug auf Spielzug auf Biegen und Brechen. Diesmal kann Alabama die Folgen eines fantastischen tiefen Catches von WR #9 Amari Cooper nicht nutzen, weil das Laufspiel über RB #42 Eddie Lacy in der RedZone immer zäher wird bzw. durch teilweise irre Tacklings gegen den Running Back in vollem Lauf abgebremst wird. Am Ende eine INT von Georgia-CB #19 Cummings bei einem schwachen Out-Wurf von QB McCarron.

[23h10] Der Schlagabtausch ist derzeit faszinierend. Georgia telegraphiert die Plays nun so früh durch, dass Alabama mit seiner Defense „nur noch“ glänzend tackeln und Pässe zu Boden schlagen muss. Da ist viel Physis im Spiel.

[23h06] Der locker 350 Pfund schwere NT #6 John Jenkins bricht stellvertretend für eine im Moment fassungslos aggressiv spielende Bulldog-Defense durch und bringt einen weiteren Bama-Drive zum Erliegen.

[23h00] Alabama 0, Georgia 7/Q2. FS #37 Lester kommt in die Box und wird just in dem Moment von QB #11 Murray verbrannt. Murray findet den völlig offenen TE #87 Jay Rome, und wir haben eine Führung des Außenseiters!

[22h54] SPEKTAKEL. Georgia gelingt ein toller Punt-Fake, die Bulldogs sind damit erstmals in richtiger Punktereichweite. Auch Bama hatte vorhin einen Puntfake probiert, war aber wegen eines delay of games gescheitert – beide Teams spielen hier auf Sieg.

[22h50] Mit Ende des ersten Viertels scheitert Georgia wieder mit einem langen dritten Down knapp außerhalb von Scoring-Range. Das Spiel ist noch ein Suchen und Nichtfinden für beide Teams, wobei in der Tat Georgia den etwas besseren Eindruck bisher abgibt.

[22h36] Alabamas Defense schaltet zum rechten Zeitpunkt einen Gang höher und DE #47 Xavier Dixon gibt die Abrissbirne gegen QB #11 Aaron Murray, der zum dümmsten Zeitpunkt einen Sack kassiert – FG wird dadurch zu lang und geht aus 50yds rechts daneben.

[22h27] Erstes Big Play im Spiel: OLB #29 Jarvis Jones – ein kommender hoher Draftpick – schlägt QB McCarron das Ei aus der Hand – DE #45 Robinson recovert den Fumble, Georgia beginnt in der Platzhälfte Alabamas.

[22h16] Viel swagger bei Georgias Defense in der ersten Abwehrserie: Die komplette Unit geht außerordentlich aggressiv zu Werke – kann auch nach hinten losgehen, wie bei einem langen Pass für #22 Jones. Serie wird dann aber schnell gestoppt.

[22h09] Saban soll seine Spieler – as always – volle Kanone gedrillt haben auf Fokus, Fokus, Fokus (Prügel, wenn sie es jetzt noch nicht verstanden haben), während Georgia-Coach Mark Richt – as always – eher eine lange Leine gelassen haben soll.

[22h06] Viele halten Georgia vom verfügbaren Spielermaterial auf Augenhöhe mit Alabama, und der Grund, weswegen Alabama als Favorit gilt, ist Coach Nick Saban.

[21h57] Im Georgia Dome geht es gleich los. Die ausführliche Vorschau gibt es hier nachzulesen.

College Football Week 14 Preview, der Samstag

Heute fallen die Entscheidungen in den letzten Conferences querbeet, und heute fällt die Entscheidung in der BCS. Wer fährt nach Miami/FL, wer in die Rose Bowl, wer nach Glendale/AZ? Los geht’s ab 15h mit dem College GameDay aus Atlanta, dem Austragungsort des SEC-Finals.

18h – TCU vs. #11 Oklahoma

Teil 1 aus der Big 12: Oklahoma (7-1 in der Conference) muss dringend im neuen Stadion der TCU Horned Frogs gewinnen, um seine Conference-Titelchancen zu erhalten (K-State ist punktgleich, hält aber den Tie-Breaker). Die Sooners spielen mal wieder eine Wellental-Saison, prügeln an guten Tagen alles in Grund und Boden, bauen dann aber zwei schwache Spiele mit rein und sehen ihre BCS-Titelhoffnungen den Bach runtergehen. Heuer gar mit etwas Unerhörtem für Oklahoma-Football: Gleich zwei Heimniederlagen! In den letzten beiden Spielen jeweils haarscharfe Siege über West Virginia und Oklahoma State – jeweils keine Jausengegner, aber die wirkliche Elite hat da weniger Probleme gegen.

TCU, der langjährige Top-Mid Major neben Boise, erlebte ebenso eine durchwachsene Rookiesaison in der Big 12. Viele Probleme waren hausgemacht: QB Pachall in die Enziehungskur, mehrere Abwehrspieler von der Uni geflogen. Head Coach Gary Patterson umgeben Abwanderungsgerüchte, was schade wäre, nachdem TCU aus Fort Worth durchaus eine Uni mit gewissen Ressourcen im Hintergrund wäre.

21h30 – SEC Conference Finale: #2 Alabama vs. #3 Georgia

Da werden die Geister von den hochgejazzten SEC-Finals 2008 und 2009 gerufen, als sich jeweils Alabama und Florida im SEC-Endspiel den zweiten BCS-Finalplatz ausspielen durften. So auch diesmal: Die #2 Alabama Crimson Tide und #3 Georgia Bulldogs sind beide 11-1, und die Früchte hängen so hoch, dass sie auch tief fallen können: Der Sieger fährt nach Miami/FL, um gegen #1 Notre Dame um den Landesmeistertitel zu spielen, der Verlierer wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nichtmal eine Einladung für eine BCS-Bowl bekommen, nachdem man allseits davon ausgeht, dass dieser für die Florida Gators (ebenso 11-1) reserviert ist.

Viele gehen davon aus, dass Georgia in der Partie keine Chance haben will, und das aus Gründen: Die Bulldogs haben einen eher zweifelhaften Schedule mit viel SEC-Bodensatz gespielt, und gegen den einzigen nennenswerten Gegner bisher, Florida, auch „nur“ dank Selbstzerstörungsmodus beim Gegner knapp gewonnen.

Die Bulldogs sind eine eigenartige Mannschaft: Der QB Aaron Murray sieht eigentlich grundsolide aus, aber wenn man ihm alleinig das Spiel in die Hand drückt, antwortet Murray mit zwei INT und drei Fumbles. Deswegen muss Georgia viel traditionelles SEC-Laufspiel auffahren, um Murray zu entlasten.

Die Bulldogs-Defense lebt von ihren Stars: OLB #29 Jarvis Jones ist nach common sense ein Top-10 Pick im nächsten NFL-Draft, LB Alec Ogletree wird nicht weit dahinter landen, DT John Jenkins gilt auch als potenzieller Erstrundenpick. So viel Athletik, so viele Fragezeichen: Georgias Defense performte diese Saison trotz dieser Talentansammlung nur phasenweise, und allein die Verletzungen und Sperren werden daran nicht schuldig gewesen sein.

Gegen den wenig aufregenden, aber effizienten Angriff von Alabama werden ein paar Highlight-Spielzüge nicht reichen. Gegen Alabama und deren NFL-reife Offensive Line zählen Beständigkeit und Geduld, wenn man nicht von QB McCarron und den RBs Lacy/Yeldon verarscht werden will.

Geduld wird auch gegen Alabamas Defense gefragt sein, die trotz hochkarätiger Abgänge immer noch die dominanteste im College Football ist. Alabama hatte genau ein schwaches Viertel (gegen Manziel und Texas A&M) in dieser Saison, und zeigte sich abseits davon höchstens beim Versuch des tiefen Passes verwundbar.

Un da kommt Georgias Head Coach Mark Richt ins Spiel. Richt ist seit über einer Dekade am Ruder beim ewigen underachiever Georgia, wo man trotz der Historie (nur ein National Title 1980) Erwartungen hat, die auf keine Kuhhaut gehen: Richt gilt trotz der akzeptablen Bilanz unter seine Regie (eine der besten in der Universitätsgeschichte) unter Fans als Enttäuschung, weil in wichtigen Spielen häufig versagt wird – und häufig ist es Richts Risikoaversion, die an den Pranger gestellt wird. Wird Richt sich trauen, gegen Alabama ein tiefes Spiel aufzuziehen?

Ich glaube nein. Saban lässt nix anbrennen, Alabama mit 14.

02h – #6 Kansas State vs. #18 Texas

Das Spiel hat nur noch dann Relevanz, wenn Oklahoma das 18h-Spiel gewonnen haben sollte, denn dann bräuchten die Kansas State Wildcats aus dem Nirgendwo von Manhattan/KS dringend einen Heimsieg über Texas, um nicht nach dem Verschwinden der BCS-Championshiphoffnungen auch noch die Big 12 Conference und eine Einladung nach Glendale/AZ (Fiesta Bowl) zu verspielen.

Es geht auch darum, eine starke, überraschend starke, Regular Season erfolgreich zu beenden, und eventuell für QB Collin Klein darum, zumindest eine Einladung zur Heisman-Trophy-Vergabe zu bekommen; Chancen auf den Sieg räumt man mittlerweile eher Leuten wie Te’o von Notre Dame oder Manziel von Texas A&M ein.

Für den Big12-Krösus ist es wie eine Lehrfahrt, eine Unternehmensbesichtigung um zu schauen, wie man aus null Ressourcen ein konkurrenzfähiges Produkt bastelt – die steinreiche University of Texas aus dem bestbesetzten Highschool-Footballsystem der Staaten kriegt seit Jahren kein Bein in den Boden und schafft es seit dem Abgang von QB Colt McCoy nicht mehr, einen „richtigen“ Quarterback zu rekrutieren.

Als „Trostpreis“ kann man heute den Emporkömmlingen aus der Prärie die Suppe versalzen. K-State geht trotzdem als Favorit in die Partie.

Tapes

So, 8h30: Finale C-USA, UCF – Tulsa. Die Conference USA befindet sich im Zuge des landesweiten Realignment-Wahnsinns durchaus in potenziellen Schwierigkeiten.

So, 11h: Finale ACC, #13 Florida State – Georgia Tech. Gemessen am Geschehen über die komplette Saison, und an letzter Woche, sehe ich hier null Upset-Potenzial. FSU hat zwar leichte Selbstzerstörungstendenzen, aber die waren diese Saison schon geringer als in anderen Jahren – vielleicht ist dann nächstes Jahr das Jahr?

Di, 10h30: MWC, #20 Boise State – Nevada. Mal wieder blue turf, und es ist schön, die Broncos zum dritten Mal dieses Jahr zu sehen. Die ersten beiden Tapes (@Michigan State, vs BYU) zeigten jeweils eine erstaunlich leblose Offense, während die Boise-Defense durchaus Potenzial hat. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Boise dies‘ Jahr nicht in die BCS-Rankings gehört (und die Zahlen unterstützen die These), aber das konstante Auftauchen scheint eher Testament und Reminiszenz an die ruhmreichen letzten Jahre zu sein. (und: ein Sieg über entweder San Diego State oder MSU, und Boise würde wohl in der BCS mitspielen).

Di 13h: Wdh. SEC-Finale, #2 Alabama – #3 Georgia. Tja, da wissen wir dann bereits, wer es gepackt hat.

College Football Week 14, der Freitag: Conference-Finals, der erste Schwung

Heute Nacht hat die Big East Conference mit dem Duell Louisville (9-2, 4-2 in der Conference) vs. Rutgers (9-2, 5-1) den Boden geschaffen – oder bereits die Entscheidung, wenn Rutgers gewonnen hat – für die Meisterkrönung, die ein Fixticket in eine BCS-Bowl (entweder Sugar Bowl oder Orange Bowl) bedeutet. Das Spiel wird heute um 17h bei ESPNA aufgezeichnet, und es hat auch so was wie Totengräberstimmung für die Big East Conference, nachdem Louisville wohl ab 2015 in die ACC wechseln wird, und Rutgers in die Big Ten Conference gehen soll. Stand heute. Stand auch morgen? Who knows.

MAC-Finale: #17 Kent State – #21 Northern Illinois

Ab 1h live bei ESPNA: Das Endspiel um den Titel in der Mid-American Conference (MAC) aus dem Nordosten der Staaten, mit mehreren kleineren Universitäten, die für die große Schwester Big Ten zu unattraktiv sind. Der gebotene Sport kann sich allerdings sehen lassen: Die MAC glänzt häufig mit Passfeuerwerken.

In dem Spiel steht möglicherweise ein Platz in einer BCS-Bowl auf dem Tablett: #17 Kent State von Coach Darrel Hazell kann, wie ich schon am Dienstag schrieb, bei Finalsieg und entsprechenden Ergebnissen auf anderen Plätzen, durchaus in die Top-16 rutschen und wäre dann ein AQ, wenn entweder der Conference-Champ von Big Ten (Nebraska aktuell #12, Wisconsin ungerankt) oder Big East (Rutgers #18, Louisville #22, Syracuse NR, Cincinnati NR) hinten der Golden Flashes bleiben.

Kent State ist trotzdem eine Anomalie. Die Mannschaft ging in der frühen Saisonphase gegen das SEC-Schlusslicht Kentucky mit 33 Punkten Differenz baden und hat nach SRS ein Rating von +1.5. SRS favorisiert Northern Illinois, und zwar mit 6.2 Punkten.

Die Huskies sind an #21 gerankt, haben ihre einzige Saisonniederlage gegen eine zu Saisonbeginn akzeptable Iowa-Truppe kassiert (mit einem Punkt), und fahren mit QB Jordan Lynch ein spannendes double threat auf. So sehr ich es Kent State gönnen würde, aber NIU fühlt sich wie ein deutlicher Favorit in dieser Partie an – ich glaube nicht an einen Mid-Major in einer BCS-Bowl dieses Jahr.

Pac-12 Finale: #8 Stanford – #16 UCLA

Nicht bei ESPN America, weil in den Staaten FOX die Rechte daran hat: Das Pac-12 Finale ab 02h MEZ. 02h MEZ? Klingt wie Freitagnachmittag, 17h Ortszeit an der Bucht – bei der Verkehrssituation in und um Palo Alto (Heimat der Stanford University) keine Garantie, dass das neue Stanford Stadium zu Spielbeginn gefüllt sein wird.

#8 Stanford vs. #16 UCLA Bruins – eine Ansetzung, die man so nicht hatte erwarten können. Stanford ist damit ausgerechnet im Jahr eins nach Andrew Luck zum ersten Mal seit Ewigkeiten vor dem Sprung in die Rose Bowl – ausgerechnet nach einer Saison mit mehreren Quarterbackwechseln. UCLA war das letztes Jahr schon, aber damals nur wegen der USC-Sperre. Diesmal hat man die Finalqualifikation aus eigener Kraft geschafft.

Letzte Woche sicherte sich die sehr physische Stanford-Truppe das Heimrecht mit einem recht deutlichen Auswärtssieg bei – ausgerechnet – UCLA, und das Rezept war dabei das sofortige Einbremsen vom versierten Laufspiel um RB Jonathan Franklin.

Für UCLA ist es trotzdem die Chance, das Ticket zur Rose Bowl im Heimatstadion in Pasadena zu fixieren – zum ersten Mal seit gut und gerne 15 Jahren. Aber selbst wenn Außenseiter UCLA in dem Spiel nix reißen sollte: Die Debütsaison von Head Coach Jim Mora jr. gilt als gelungen, allen Unkenrufen (auch von meiner Seite) zum Trotz.

SRS favorisiert Stanford mit 8 Punkten.

College Football 2012 nach dem Rivalry Weekend

Wer noch ESPNA-Tapes sehen will, für den sei eine Spoilerwarnung angebracht. Für die anderen: Hier ein kurzer Ausblick auf BCS und den Rest.

BCS-Championship

Das Chaos ist ausgeblieben, die ersten Neun haben sich nicht verändert – die BCS erlebte ein erstaunlich „ruhiges“ Rivalry-Weekend. Und wir sind schlauer. #1 Notre Dame wird Mitte Jänner in Miami/FL im Stadion eines Erzfeindes um die BCS-Kristallkugel spielen. Der Gegner wird aus der SEC kommen: #2 Alabama und #3 Georgia gaben sich am Wochenende keine Blöße, fuhren ihre innerstaatlichen Rivalen Auburn und Georgia Tech humorlos an die Wand, und werden im SEC-Finale kommenden Samstag, 21h30, den BCS-Finalrivalen ausspielen.

Geht es nach dem Simple Rating System (SRS), ist Alabama dabei mit 7 Punkten favorisiert. Das SRS klassifiziert die drei verbleibenden BCS-Finalanwärter wie folgt:

#SRS UNIVERSITÄT         SRS  BCS   W-L
#2   Alabama            26.5   #2  11-1
#6   Notre Dame         19.6   #1  12-0
#7   Georgia            19.5   #3  11-1

Die weiteren Erkenntnisse des Wochenendes: Das Bild für die BCS-Bowls wird klarer.

ROSE BOWL – Die Big Ten Conference wird den Sieger aus NebraskaWisconsin nach Pasadena schicken, und der Gegner wird aus der Partie StanfordUCLA (Pac-12 Championship) kommen. Wer mir eines dieser vier Matchups prognostiziert hätte, dem hätte ich eine Steige Bier zukommen lassen. Klar ist damit auch: Das wohl beste Team aus diesen beiden Conferences, #5 Oregon (11-1), wird außen vor sein. Die BCS- und SRS-Rankings dieser fünf Teams:

#SRS UNIVERSITÄT         SRS  BCS   W-L
#1   Oregon             27.0   #5  11-1
#9   Stanford           17.9   #8  10-2
#20  UCLA               12.3  #16   9-3
#25  Nebraska           11.0  #12  10-2
#26  Wisconsin          10.4   NR   7-5

Erst musste Luck gehen, dann bekam Stanford die Chance zur Rose Bowl. Oder UCLA ein Heimspiel. Oder ein nicht in den BCS-Rankings vertretenes Wisconsin.

FIESTA BOWL – die Big 12 Conference wird je nach Ausgang in der letzten Wochen entweder Kansas State (10-1, 7-1) oder Oklahoma (9-2, 7-1) schicken. K-State hat das direkte Duell gegen Oklahoma gewonnen, und beide haben am Wochenende ähnliche Aufgaben: Oklahoma @ TCU, K-State daheim gegen Texas. TCU und Texas sind in etwa gleich stark einzuschätzen: Am Donnerstag putzte TCU die Longhorns in einem sehenswerten Spiel knapp 20-13.

SUGAR BOWL – noch wenig Zuckerschlecken: Der SEC-Champ wird im BCS-Finale spielen, also wird die Sugar Bowl ein Ersatzteam einberufen… und da wird es spannend, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die Sugar Bowl ein one lossFlorida (11-1) einem SEC-Finalverlierer Alabama/Georgia (dann jeweils 11-2) vorgezogen würde, auch in Anbetracht des viel schwierigeren Spielplans der Gators im Vergleich zu den beiden anderen Kontrahenten, und ungeachtet des gewonnenen direkten Duells mit Georgia.

ORANGE BOWL – die ACC wird den Sieger aus FSUGeorgia Tech schicken, und geht es nach dem Gesehenen, sind die Seminoles so gut wie durch. Weil die Orange Bowl in der zweiten Bieterrunde die letzte Bieterin sein wird, droht der ungebliete BigEast-Champ übrig zu bleiben, also ein Matchup gegen Rutgers (wenn es gewinnt) oder gegen einen aus dem potenziell punktegleichen Quartett Rugerts/Louisville/Cincinnati/Syracuse (wenn Rutgers verliert) – einen verrückten möglichen Ausnahmefall sehen wir gleich.

Denn es gibt at-large bids und weitere AQ.

AT-LARGE BIDS. Florida, wie ich schon angeschnitten hatte, bekommt fast sicher den zweiten SEC-Spot neben dem BCS-Finalisten aus der SEC, was entweder Alabama oder Georgia wegen der Conference-Beschränkungen komplett aus der BCS fallen ließe.

Bleiben zwei Spots: Einer in der Fiesta Bowl, einer in der Sugar Bowl. Oregon ist ein ganz heißer Favorit, von der Fiesta Bowl (pickt als erste seinen at-large Bid) genommen zu werden.

Der zweite Platz wird spannend. Der Zweite aus der Big12 (also Oklahoma oder K-State) könnte den Platz bekommen, aber es gibt da einen BCS-Spoiler, der in den letzten Wochen klammheimlich die Rankings hoch geklettert ist: #17 Kent State (11-1) aus der Freak-Conference MAC (Mid-American Conference), eines meiner dark horses im Sommer, das gegen Northern Illinois im MAC-Finale antritt.

Die #16 ist in den BCS-Rankings sehr begehrt, denn sie besagt: Ein Mid Major bekommt einen Platz in den BCS-Bowls, wenn er wenigstens an #16 gerankt ist und höher gerankt ist als mindestens einer der Meister einer anderen BCS-Conference. Wisconsin (NR) oder ein BigEast-Vertreter (Rutgers an #18 am höchsten) sind derzeit hinter Kent State…

…und UCLA ist an #16 genau vor Kent State. Wenn UCLA am Wochenende das Pac-12 Finale auswärts gegen Stanford verliert…

Potenziell also folgende BCS-Bowls:

BCS-Finale: Notre Dame – Alabama/Georgia
Rose Bowl: Wisconsin/Nebraska – Stanford/UCLA
Fiesta Bowl: Kansas State/Oklahoma – Oregon
Sugar Bowl: Florida – Oklahoma/Kansas State/Big East Champ/Kent State
Orange Bowl: FSU/Georgia Tech – Big East Champ/Kent State

Ein BCS-Spoiler! Und nicht genug: Boise State ist an #20 gerankt (etwas hoch, wie ich finde), mit minimalsten Chancen, in die Top-16 zu rutschen, und selbst dann bin ich mir noch nicht sicher, ob da noch was geht (MWC-Champ wird nicht offiziell benannt, nachdem auf alle Fälle ein Tie-Breaker hermuss).

Perfect

Ohio State nach dem hart umkämpften Sieg gegen Michigan 12-0 und ungeschlagen. Die Buckeyes sind die für Bowl-Season aus bekannten Gründen (Tressel/Pryor und Tattoogate) gesperrt und dürfen daher nicht an den BCS-Rankings partezipieren. Aber möglicherweise werden die Buckeyes trotz lauwarmer Stärke (SRS-Stand #16, 14.1pts über Durchschnitt) an #2 oder #3 im AP-Poll gerankt werden; ich kann mir nicht vorstellen, dass die AP selbst bei einer Niederlage Notre Dames im BCS-Finale für einen „split“-Titel sorgt. Nächstes Jahr ist OSU wieder im BCS-Konzert.

Upcoming: Conference-Finals

Fr      1h    MAC      Kent State - Northern Illinois
Fr/Sa   2h    Pac-12   Stanford - UCLA
Sa     18h    C-USA    Central Florida - Tulsa
Sa     21h30  SEC      Alabama - Georgia
Sa/So  02h    ACC      Florida State - Georgia Tech
Sa/So  02h17  Big Ten  Nebraska - Wisconsin

Tschö

Trainerwechsel sind immer unterhaltsam – dieses Jahr zwar keine Kracher der Güteklasse Rich Rodriguez, Rick Neuheisl oder Todd Graham, aber dafür flog ein Meistercoach keine zwei Jahre nach dem Gewinn der National Championship: Gene Chizik, in Auburn sang- und klanglos gefeuert, trotz hoher Ablöse (kolpotiert werden rund 7.2 Mio. Dollar). Chiziks Legende wird immer bleiben: mit 5-19 Bilanz aus Iowa State nach Auburn gekommen, dort im zweiten Jahr mit einem alles in Grund und Boden spielenden QB Cam Newton und vielen knappen Comebacksiegen den BCS-Titel geholt, zwei Jahre danach alles in Flammen stehend verlassen. Stewart Mandel hat einen genaueren Blick drauf geworden.

In Colorado wurde Jon Embree nach nur zwei Jahren gefeuert: Colorado lag nach dem missglückten Experiment mit Dan Hawkins (ex-Boise State, hatte verzweifelt versucht, seinen Sohn als QB zu implementieren) eh am Boden, und der local guy Embree machte nicht viel aus der Situation: Heuer war Colorado 1-11, im SRS an #114 von 124 Teams gerankt (-15.6pts auf das durchschnittliche Team). Colorado ist keine Pfeifen-Uni: In den 90ern noch war man mal National-Champ.

Der College-Coach von Markus Kuhn wurde ebenso gegangen: Tom O’Brien ist bei NC State raus. O’Briens letztes großes Aufsehen war vor eineinhalb Jahren, als er Russell Wilson (nun Sympathieträger in den NFL bei den Seahawks) ohne Grund vom Campus und nach Wisconsin jagte. NC State heuer 7-5, als größtes Resultat einen Comebacksieg über FSU verzeichnend.

Weitere geschasste Coaches: Der bankrotte John L. Smith (angeblich über $ 40 Mio. Privatschulden) der am Wochenende bei 10-17 Rückstand im Schlussviertel von der 1yds-Line ein Field Goal kickte! Das einzige, was Smith damit von Ron Rivera unterscheidet: Rivera hätte gepuntet. Arkansas verlor natürlich, und Arkansas war heuer 4-8. Frank Spaziani bei Boston College runter, Danny Hope in Purdue.

Mehr als Interimsnachfolger wurden noch nicht benannt.

Rivalry-Weekend 2012, der Samstag

Los geht der lange Tag ab 10h mit dem Tape vom Donnerstagsspiel, #16 TexasTCU, dem „Nachfolger“ vom eingestellten Lone Star Showdown zwischen Longhorns und Texas A&M Aggies. Texas (8-2) hat noch Außenseiterchancen auf eine BCS-Bowleinladung, die aber angesichts der beiden katastrophalen Schlappen gegen WVU und vor allem Oklahoma ein Witz wäre. Zuletzt soll sich wenigstens die absurde Defense verbessert haben (tiefer ging eh nimmer). TCU gehört mit 6-4 zu den kleinen Enttäuschungen, erlebte auch ein ungutes Jahr inklusive Quarterback-Rauswurf (Pachall kokste zuviel), und muss nun hoffen, dass an den Abwanderungsgerüchten, die den großartigen Coach Gary Patterson umgeben, nicht allzu viel dran ist.

Dann kommt der Abend.

18h – Ohio State Buckeyes – Michigan Wolverines

18h LIVE bei ESPN America

Wenn die beiden Flagship-Universitäten zweier benachbarter Bundesstaaten über 120 Jahre gegeneinander spielen, und die Rivalität immer noch nicht mehr als schlicht The Game getauft wurde, haben wir es mit Ohio State – Michigan zu tun, die beiden Aushängeschilder der Big Ten Conference, Kontrahenten im Spiel, das im Nordosten der Vereinigten Staaten als beste College-Rivalität überhaupt gesehen wird.

Die Ausgangslage ist heute muddy: Michigan kann abhängig von dem, was Nebraska gestern gespielt hat (ich weiß es noch nicht), noch ins BigTen-Finale schlüpfen. Ohio State wird aufgrund der Bowl-Sperre sein letztes Saisonspiel bestreiten, kann aber eine der leisesten „perfect seasons“ ever abschließen und danach sechs Wochen lang hoffen, dass wenigstens die AP den National Title nach Columbus vergibt.

So gut war Ohio State diese Saison vielleicht nicht, aber in der Debütsaison vom Starcoach Urban Meyer wurde nach einem schwachen Übergangsjahr 2011 wenigstens die Grundlage für eine solide Zukunft geschaffen, u.a. um eine starke Defense und den überzeugenden QB Braxton Miller.

Michigan ist mit 8-3 dagegen eher eine Enttäuschung, wobei – wie im Sommer schon geschrieben – der Schedule auch nicht einfach war und Coach Brady Hoke weiters auf das Verletzungspech von QB Denard Robinson (Ellbogen) verweisen kann. Das ging so weit, dass zuletzt der unerfahrene QB Devin Gardner aufgeboten wurde, während der Supersprinter Robinson mit seinem verletzten Wurfarm eben zum Starting-Running Back für den ebenso verletzten Einser-RB Fitzgerald Touissant umfunktioniert wurde! Gegen eine schnelle, physische Front-Seven dürfte Robinson aber zumindest teilzeitlich als Quarterback aufgestellt werden.


Ebenso ein 18h-Spiel ist die Rivalität „Clean, Old-Fashioned Hate“ zwischen #3 Georgia Bulldogs (10-1) und Georgia Tech Yellow Jackets (6-5), die morgen ab 9h30 bei ESPNA aufgzeichnet wird. Beide sind in ihren Conferences jeweils bereits für die Finals qualifiziert (wenn auch nur schedule- bzw. sperrenbedingt), weswegen es für Georgia allein darum geht, sich im BCS-Rennen schadlos zu halten, um eventuell nächste Woche mit einem Upset über Alabama noch die BCS zu stürmen. Georgia Tech ist mit seiner ungewöhnlichen Flexbone-triple option Offense von Paul Johnson sowieso ein ständiger Hingucker.

Wasses nur im ESPN-Player zu sehen gibt: Tennessee – Kentucky, die beiden Erzfeinde mit Interimscoaches, und Virginia – Virginia Tech. Dazu steht der schwache Backyard-Brawl-Ersatz Pitt-Rutgers an.

21h30 – Alabama Crimson Tide – Auburn Tigers

21h30 LIVE bei ESPN America

Da könntest du kotzen. Parallel läuft FSU-Florida, und ESPNA bedient sich des gigantischen Mismatches #3 AlabamaAuburn („Iron Bowl“). Nicht dass wir uns falsch verstehen: Diese beiden Nachbar-Unis aus dem Bundesstaate Alabama sind seit Jahrzehnten in inniger Feindschaft vereint und lieferten schon viele legendäre Duelle, zuletzt das Spiel der Spiele vor zwei Jahren.

2012 wäre aber selbst eine „knappe“ (2-3 TD) Niederlage von Auburn schon eine Überraschung, nachdem Auburn einen unterirdischen Herbst spielt und nun möglicherweise von innen heraus NCAA-Ermittlungen wegen Recruiting-Verletzungen angezettelt hat, um den Meistercoach von 2010, Gene Chizik, einen der teuersten Cheftrainer überhaupt, ohne Abfindung feuern zu können.

Während der Gegner mit sich selbst beschäftigt ist, zieht Alabama mit einem Sieg ins SEC-Finale nächste Woche in Atlanta ein, wo man wiederum um das BCS-Finalticket gegen Georgia spielt. Dass es heute ein Sieg wird, daran zweifelt niemand.

Im College ist immer ein Upset möglich. Immer, außer in diesem Spiel.


Zu den weiteren Spielen um 21h30. Das Parallelspiel #10 Florida State#4 Florida („Sunshine Showdown”) wird bei uns noch im Laufe des Tages schon in einem Lagebericht aus erster Hand abgearbeitet.

Bei EUROSPORT2 gibt es live MinnesotaMichigan State, wobei sich letztere mit ihrer großartigen Defense, aber inexistenten Offense noch durch die Hintertür für die Bowl Season qualifizieren können (Spartans sind tatsächlich auf 5-6 abgeschmiert!).

Das „Bedlam“-Derby #13 Oklahoma (8-2) – #21 Oklahoma State (7-3) hat Implikationen auf die Big 12, da Oklahoma noch eine kleine Chance auf den Titel hat (wenn K-State nächste Woche abschmiert) und bietet einen von den drei neuen Cowboys-Quarterbacks auf, die für viel Furore gesorgt haben sollen.

Das wichtigste Spiel um die Uhrzeit ist aber der „Civil War“ (Theorie dahinter hier), #15 Oregon State Beavers#5 Oregon Ducks ab 21h aus Corvallis: Oregons famose Offense kämpft um die letzte Chance in Pac-12 und BCS. Die Tie-Breaker Situation ist kompliziert und ich habe versucht, sie irgendwie verständlich in Worte zu fassen. Das Spiel ist hierzulande nirgendwo auf richtigem Weg zu sehen, nachdem sich „drüben“ das Pac-12 Network damit zu profilieren versucht.

Um Mitternacht

Sofern Oregon gewinnt, muss es ab 0h30 nach Pasadena schielen, wo die #17 UCLA Bruins #8 Stanford empfangen – Oregon hat nur mit eigenem Sieg plus Stanford-Niederlage noch eine Finalchance. Verliert Oregon, geht es bei UCLA-Stanford nur noch um das Heimrecht im Pac-12 Finale nächste Woche. (Oregon hätte im Finale immer Heimrecht) Ich halte UCLA-Stanford für ziemlich offen, nachdem UCLA zwar einen famosen RB in Jonathan Franklin aufweist, aber Stanford als Gesamtes irgendwo mehr einschüchtert. Spiel ist nicht im ESPN-Player, weil in den Staaten auf FOX.

Ab 01h im ESPN-Player: #11 Clemson (10-1) vs. #12 South Carolina (9-2), eine Partie mit vielen Verbalscharmützeln im Vorfeld (höhö, ist auch Steve Spurrier mittendrin und nicht nur dabei). Für die Gamecocks ist die Saison in Sachen BCS nach zu vielen Verletzungen mal wieder gegessen, während die Super-Offense der Clemson Tigers um QB Tajh Boyd mit einem überzeugenden Sieg durchaus noch ein Kandidat für einen attraktiven „at-large“-Bid in der BCS werden könnte – vielleicht gar ein attraktiveres Spiel als das ACC-Champ bekommen wird (der spielt in der Orange Bowl höchstwahrscheinlich gegen eine Gurkentruppe aus der Big East).

02h – USC Trojans – Notre Dame Fighting Irish

02h LIVE bei ESPN America

Die Dramaturgie an diesem Samstag will es, dass der Abend im Spiel der #1 Notre Dame Fighting Irish kulminiert, die bei den USC Trojans zum allerersten Mal ihren Einzug ins BCS-Finale fixieren können, um zum ersten Mal seit über zwei Jahrzehnten um den Landesmeistertitel zu spielen.

Notre Dame ist nicht irgendein Team. Notre Dame ist in den Staaten Legende, Sitz vieler gewonnener National Titles und Heisman Trophys und Heimat etlicher berühmter Charakterköpfe und Traditionen – und Notre Dame ist die landesweit bekannteste Katholikenuniversität. Notre Dame ist immer ein Gesprächsthema, selbst nach 20 Jahren Siechtum, hat auch hierzulande noch beträchtliche Anhängerschaft.

Seit das Offensivgenie Brian Kelly vor drei Jahren aus Cincinnati geholt wurde, bieten die Fighting Irish eine dominante Defense (sic!) auf, inklusive Quarterback-Problemen in der Murmeltierschleifen, die jedes Jahr viel versprechende Saisons den Bach runtergehen ließen. Diesmal nicht so: Der meistens eingesetzte Freshman-QB Everett Golson vermied die größten Bolzen, und ansonsten reichten die Stoßgebete für die Erzengel, um Thriller um Thriller fast ohne Offense zu gewinnen.

Eine Hürde steht noch aus: Der größte, älteste Rivale von Notre Dame, die USC Trojans, seit 90 Jahren gegeneinander um die Jewelled Sillabaugh spielend, und mit vielen Mythen um das Zustandekommen der in den 20ern doch recht ungewöhnlichen Cross-Country-Rivalität umrankt. Nun ist Notre Dame bizarrerweise genau in der Position, in der eigentlich die #1 in der Preseason, der heutige Gegner USC, hätte sein sollen.

Doch die Trojans von Kotzbrocken-Head Coach Lane Kiffin, kamen nie richtig auf Touren, sind 7-4 und verloren letzte Woche sogar das sicher geglaubte Finalticket für die Pac-12. Was bleibt, ist die Aussicht, dem Erzfeind den BCS-Traum zu versauen.

Das Unterfangen beginnt nicht gut: QB Matt Barkley wird ausfallen und durch den Grünschnabel Max Wittek ersetzt – gehypter Highschool-Star, aber noch keine zehn Pässe am College geworfen.

Wittek kann zwar auf zwei Wide Receivers von landesweitem Ruf bauen (Robert Woods/Marquise Lee), aber gegen eine Front-Seven um Manti Te’o wird es zu einem nicht einfachen Unterfangen, überhaupt die Pässe loszuwerden. Te’o ist der Mann mit der #5, ein Linebacker und Leadertyp par excellence, der gut genug spielt, um möglicherweise als erster reiner Defensivspieler die Heisman Trophy abzustauben.

Notre Dame ist Favorit, nicht zuletzt aufgrund der schwachen Defense von USC. Aber Vorsicht: Notre Dame war heuer oft Favorit, und wackelte schon gegen sehr viel wackeligere Gegner als Southern Cal mehrfach bedrohlich…

Black-Friday Preview 2012

Am Tag nach der langen Thanksgiving-Nacht beginnen die Amerikaner in einem weiteren, semi-offiziellen „Nationalfeiertag“, dem Back-Friday, ihre Weihnachtsvorverkäufe – nicht mehr im Konsumrausch von vor wenigen Jahren, aber dafür sind dann auch die Kopfschmerzen danach etwas linder.

Der Black-Friday bildet im College Football für mich seit Jahren den Auftakt zum letzten großen College-Wochenende, dem „Rivalry-Weekend“ mit zahlreichen Klassikern. Heute Abend noch die Soft-Variante. Morgen folgen dann die Kracher, die zum Teil auch die BCS mitentscheiden werden.

Ab 18h bringt ESPNA heute Iowa HawkeyesNebraska Cornhuskers, wo sich die Gäste mit einem Sieg direkt für das BigTen-Finale qualifizieren können, ohne dass Michigan morgen noch eine Chance zum Nachziehen hätte. Das ist dann auch das spannendste, das mir zu diesem Spiel einfällt, nachdem die Big Ten dieses Jahr den Charme eines Buchhalters mit Achselschweißüberproduktion versprüht.

Ab 21h30 aus der SEC: Arkansas RazorbacksLouisiana State Tigers, wo man wenigstens einen Blick auf kommende Draftpicks in der NFL werfen kann. QB Tyler Wilson von den Hogs sagt man eine eher verhaltene Saison nach, was Wilson und seinen Draft-Aktien kurz vor seinem Gang in die NFL gar nicht bekommen sollte. Gegen die bärenstarke Tigers-Defense könnte Wilson noch einmal eine Lebenszeichen geben – oder endgültig absaufen: Arkansas ist nach der schlechtesten Spielzeit seit Ewigkeiten längst aus dem Rennen um selbst die schwächsten Bowls draußen. LSU ist mit 8-2 und bloß knappen Niederlagen gegen die BCS-#2 (Alabama) und BCS-#4 (Florida) zwar praktisch chancenlos auf den BCS-Titel, kann aber unter Umständen noch eine BCS-Bowleinladung bekommen. Zudem gilt es, mehrere Abwehrspieler zu begutachten, namentlich vor allem die Herren DE Montgomery und DE Mingo.

Ab 01h: CincinnatiSouth Florida, wo es sportlich um nicht mehr viel geht und nach dem Karriereende von Bulls-QB B.J. Daniels auch der interessanteste Spieler ausfällt. Die Cincinnati Bearcats haben allerdings ihrerseits einen Quarterback, den es sich anzuschauen (und dessen Namen es sich zu schreiben lohnt) lohnt: QB Munchie Legaux.

Spätnachts oder früh am Morgen dann noch ab 04h das Derby aus der Wüste von Tucson, Arizona WildcatsArizona State Sun Devils („Duel in the desert“). Beide Unis gingen heuer mit neuen, lauten und profilierten Head Coaches in die Saison, und beide zeigten Anzeichen von Brillanz mit ihren neuen Offensivstrategen, hatten aber auch brutale Knockouts.

Arizona mit dem HC Rich Rodriguez (ehemals WVU, Michigan) zum Beispiel schlug USC, hielt sich gegen Stanford bis hinein in die Overtime und hätte um ein Haar Oregon State geschlagen, wurde aber von Oregon und UCLA mit 49 bzw. 56 Punkten Differenz geputzt. Die Arizona State Sun Devils von Todd Graham (ex-Pitt) haben keine richtigen Qualitätssiege vorzuweisen, hielten aber gegen UCLA und Oregon sehr viel besser mit.

Das Duell wird sicher intensiv – die Spiele in den letzten Jahren waren alle sehr spannend und teilweise nur von Fehlkicks in der letzten Sekunde entschieden.

College Football 2012/13 vor dem Rivalry-Weekend

Ich habe noch immer nicht ausgeweint, aber weil alles nix nützt, schon mal vorab die Vorausschau auf das Rivalry-Weekend, dem für die meisten Teams letzten Wochenende der Regular Season in dieser Saison. Die BCS wurde durch die Upsets am letzten Wochenende wüst durcheinandergeschüttelt, und steht in der Spitze gerade so:

 #1  Notre Dame       11-0
 #2  Alabama          10-1
 #3  Georgia          10-1
 #4  Florida          10-1
 #5  Oregon           10-1
 #6  Kansas State     10-1
 #7  Louisiana State   9-2
 #8  Stanford          9-2
 #9  Texas A&M         9-2
#10  Florida State    10-1

Ich werde im Laufe dieser sehr langen Woche noch genauer darauf eingehen, aber vorab schon mal die Ausgangslage.

#1 Notre Dame spielt auswärts gegen USC und ist mit einem Sieg im BCS-Finale. Eine Niederlage würde dagegen mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit das Aus bedeuten. Notre Dame, heuer schon mehrfach auch Pächter von Fortuna, kriegt ein weiteres „Break“: USC-QB Matt Barkley wird verletzt ausfallen.

#2 Alabama wird zuhause hoch gegen Auburn (3-8) gewinnen und ins SEC-Endspiel einziehen. Dort geht es am 1. Dezember gegen #3 Georgia. Georgia schätze ich an #3 für überbewertet ein. Die Dawgs sind potent, aber inkonstant, und profitierten primär von einem einfacheren Schedule gegenüber #4 Florida

… die an diesem Samstag zum innerstaatlichen Rivalen #10 Florida State („Sunshine Showdown“) müssen. So, und da wird es kompliziert.

Denn sollte Georgia am Samstag in einem Upset gegen Georgia Tech verlieren und nächste Woche trotzdem das SEC-Finale gegen Alabama gewinnen, könnte Florida tatsächlich noch an SEC-Champ und SEC-East-Champ vorbeirutschen. Unwahrscheinliches Szenario, klar, aber nicht ausgeschlossen.

Auf alle Fälle ist die erst vor acht Tagen abgeschriebene SEC vor den letzten beiden Spieltagen schon wieder mit 3 Teams in den Top-4 vertreten.

Pac-12: Das Rennen ist bizarr. Der Finalort in der Schwebe.

Die Situation in der Pac-12 ist vor dem letzten Spieltag wie folgt (nur Conference-Record eingeblendet):

Northern Division:

TEAM              CONF    OVR
Stanford           7-1    9-2
Oregon             7-1   10-1
Oregon State       6-2    8-2
Washington         5-3    7-4
Cal                2-7    3-9
Washington State   0-8    2-9

Southern Division:

TEAM              CONF    OVR
UCLA               6-2    9-2
USC                5-4    7-4
Arizona            4-4    7-4
Arizona State      4-4    6-5
Utah               2-6    4-7
Colorado           1-7    1-10

Der Thrill ist unübersehbar. #5 Oregon muss auswärts zu #15 Oregon State, und muss gewinnen und hoffen, dass dreieinhalb Stunden später #8 Stanford bei #17 UCLA verliert, um überhaupt noch in das Pac-12 Finale reinzurutschen (direktes Duell zählt für Stanford).

Nun ist aber UCLA bereits direkt qualifiziert für das Finale und kann sich prinzipiell seinen Gegner aussuchen und eventuell freiwillig gegen Stanford verlieren, um nicht auf Oregon treffen zu müssen. Zusätzlich hat die Pac-12 keinen fixen Finalort, sondern trägt ihr Endspiel im Stadion der Uni aus, die den besseren Conference-Record aufweist. Man könnte Verständnis dafür aufbringen, dass UCLA lieber nach Palo Alto fährt als nach Eugene…

… ist alles in dem Moment wurscht, in dem Oregon sein Spiel gegen Oregon State verliert. Dann kann UCLA mit einem Heimsieg über Stanford das Rematch nächste Woche in der heimischen Rose Bowl fixieren (man hätte dann das direkte Duell bei jeweils 7-2 gewonnen).

Oregon State ist auf alle Fälle draußen, weil es selbst bei optimalen Ergebnissen immer hinter Stanford liegen würde, das Oregon State und Oregon geschlagen hat.

Realistische BCS-Titelchancen hat primär wohl nur noch Oregon, für die aber alles, wirklich alles perfekt laufen müsste.

BCS-Restkaliber

#6 K-State dürfte nach der hohen Schlappe gegen Baylor froh sein, wenn es am nächsten Wochenende gegen Texas besteht und überhaupt die Big 12 Conference gewinnt und in die Fiesta Bowl einzieht. BCS-Finale ist wohl außer Reichweite gerutscht, auch weil es kein Big-12-Finale mehr gibt, in dem man seinen Schedule noch mal hätte aufbolstern können.

#7 LSU, #8 Stanford und #9 Texas A&M dürften aufgrund ihrer jeweils zwei Saisonpleiten höchstens noch eine theoretische Restchance besitzen und es bräuchte ein finales Wochenende wie 2007/08, als sämtliche Würfel fielen.

Größer, wenn auch nicht besonders groß, dürften die Hoffnungen der #10 Florida State Seminoles sein: Man spielt zuhause gegen #4 Florida und könnte sich mit einem Kantersieg profilieren. Allerdings wird man im ACC-Finale nach dem Rückzieher der Miami Hurricanes wohl „nur“ auf Georgia Tech treffen (nur: wenn GT gegen #3 Georgia ein Upset schaffen sollte, könnte das dem Schedule von FSU noch mal einen unverhofften Boost verschaffen).

Ist also noch vieles denkbar, wenn auch nicht alles wahrscheinlich.

Das Simple Rating System sieht übrigens für das Wochenende in genannten Spielen von Woche 13 folgende Spreads kommen:

HOME         AWAY          FAVORIT      SPREAD
USC        - Notre Dame    Notre Dame      1.6
Alabama    - Auburn        Alabama        32.1
Georgia    - Georgia Tech  Georgia        17.6
Florida St - Florida       Florida St      0.4
Oregon St  - Oregon        Oregon          6.2
UCLA       - Stanford      Stanford        0.1

Ja. FSU ist dank Heimvorteil gegen Florida favorisiert. Vier von den sechs direkt die BCS beeinflussenden Spielen innerhalb eines Scores erwartet.

Big Ten Conference

Gestern gaben die Maryland Terrapins ihren Wechsel in die reiche und traditionsreiche Big Ten Conference bekannt – wahrscheinlich wird Rutgers aus der Big East Conference noch folgen, was in anderen Conferences Dominosteine ins Fallen bringen wird. Für die B1G ein recht riskanter Move, Stichwort Verwässerung. Für die Terps und vor allem auch Rutgers mit seinem neuen Stadion sicherlich ein Upgrade.

Sportlich geht es am Wochenende um zwei Dinge: Wer wird Finalgegner von Wisconsin? Michigan und Nebraska sind Kopf-an-Kopf, aber Nebraska hat das direkte Duell gewonnen und mit @Iowa den einfacheren Gegner. Michigan muss dagegen zu Ohio State, und da wären wir beim zweiten Ding: OSU ist noch ungeschlagen und im AP-Poll mittlerweile an #4 gerankt. Für die BCS ist man „ineligible“, aber sollte Ohio State als einzige Uni ungeschlagen durch die Saison kommen, wie wahrscheinlich ist es, dass die Associated Press im Januar den National Title an Ohio State vergibt? (Wäre sportlich auch eher ein Treppenwitz, nachdem Ohio State im SRS z.B. trotz aller Siege nur an #19 gerankt ist)

Tennessee Volunteers

Die Tennessee Vols haben am Wochenende die Entlassung von Head Coach Derek Dooley bekannt gegeben. „Betonfrisur“ Dooley wird vor allem als underachiever in Erinnerung bleiben und als einer, unter dem immer wieder trotz guter Ansätze die Rückkehr der Vols in die obere Ebene des College Football verpasst wurde. Dooley wird mir aber vor allem wegen dieses einen Moments in Erinnerung bleiben, der seine kurze Amtszeit geprägt hat: Ein Moment, der hätte der „signature win“ werden können, sollen, müssen. Letzten Endes wird er aber dafür stehen, was Derek Dooley war. Gut, aber im entscheidenden Moment von allen guten und schlechten Geistern verlassen.

College Football, Week 12

Zu den Spielen ist heute im Vorfeld nicht viel zu sagen. Der GameDay kommt heute aus Eugene/Oregon, der Heimat der Oregon Ducks, was bei neun Stunden Zeitdifferenz bedeutet, dass Lee Corso, Kirk Herbstreit und Kollegen schon ab sechs Uhr Ortszeit im nasskalten Nordwesten der Staaten auf Sendung gehen werden… viel Spaß.

#2 Oregon spielt erst elf Stunden später, um 02h MEZ, zuhause gegen die #13 Stanford Cardinal, ein sehr physischer Gegner, von dem man allseits annimmt, dass er Oregons extrem schnelle, gefinkelte Spread-Option-Offense zumindest eine zeitlang wird fordern können. In den letzten beiden Jahren hatte Stanford aber selbst mit noch besseren Kader und mit QB Andrew Luck nicht den Hauch einer Chance gehabt, und die beiden Scores waren jeweils fast identisch: 52-31 Oregon im Jahre 2010, 53-30 Oregon letztes Jahr.

Man kann also von einem Oregon-Erfolg ausgehen. Ab 02h LIVE bei ESPNA.

#1 Kansas State auswärts gegen Baylor mit fast einer Pflichtübung, wobei insbesondere die suspekte Baylor-Defense gegen den bodenständigen Angriff um QB Collin Klein wenig ausrichten dürfte.

#3 Notre Dame spielt ab 21h30 LIVE bei Eurosport 2 gegen ein dieses Jahr enttäuschendes Team von Wake Forest. In den Staaten wird großes Tamtam um den Fakt gemacht, dass Notre Dame dieses Jahr zuhause viel knappere, wackeligere Siege einfährt als auswärts, wo selbst gegen Granden wie Oklahoma (im Ergebnis) klar gewonnen wurde. Notre Dame verabschiedet sich also heute von seinem Stadion für diese Saison, und es wäre schon eine gewaltige Überraschung, wenn Wake hier was ausrichten könnte.

Auf der anderen Seite: Es sind nur noch 2.5 Spieltage, und um diese Zeit fallen die Dominos ganz gerne mal etwas leichter um…

Der Sendeplan (Achtung: Toledo – Akron gehört technisch bereits zur Spielwoche 13):

ESPN America

LIVE

    17.11.2012  15h00  GameDay aus Eugene/OR
    17.11.2012  18h00  Michigan - Iowa
    17.11.2012  21h30  Clemson - NC State
17./18.11.2012  02h00  Oregon - Stanford
17./18.11.2012  05h30  San Jose State - BYU
20./21.11.2012  01h00  Toledo - Akron

Tapes                                

    17.11.2012  11h30  Air Force - Hawaii
    18.11.2012  09h00  Michigan State - Northwestern
    18.11.2012  11h30  Oregon - Stanford
    20.11.2012  09h00  LSU - Ole Miss
    20.11.2012  11h30  Baylor - Kansas State
    21.11.2012  13h00  San Jose State - BYU

EUROSPORT

LIVE

    17.11.2012  21h30  Notre Dame - Wake Forest

Die Conference-Rennen

ACC – #10 Florida State kann mit einem Auswärtssieg bei Maryland sein Finalticket in der ACC-Atlantic lösen. Verliert FSU, kann Clemson mit einem Sieg im ESPNA-Livespiel um 21h30 noch ins Endspiel rutschen. In der Coastal-Division wird der Finalgegner wohl erst nächstes Wochenende ermittelt: Georgia Tech (4-3) spielt gegen Duke (3-3) und kann sich mit einem Sieg in Front bringen, hat aber das direkte Duell gegen Miami/FL (4-3) verloren. Die Canes spielen aber diese Woche nur out of conference. Um den Thrill perfekt zu machen: Nächste Woche spielen Duke-Miami/FL, was heißt, dass wir es zwischen den dreien mit einem komplizierten Tie-Breaker zu tun bekommen könnten.

Big Ten – #14 Nebraska mit einem Heimspiel gegen die kleinen Minnesota Golden Gophers, Michigan gegen Iowa (live bei ESPNA). Beide sind punktgleich, aber zwei Spiele vor Ende hält Nebraska den Tie-Breaker. Der Finalgegner wird Wisconsin sein.

Das Aufsehen erregendste Spiel wird heute aber trotzdem Wisconsin – Ohio State sein. Ohio State ist immer noch ungeschlagen, kriegt aber so gut wie keine nationale Presse, weil eben wegen der Pryor/Tressel-Geschichte von der Bowl Season (und ergo auch der BCS) für diese Saison gesperrt. Ohio State ist im AP-Poll trotzdem noch irgendwo in den Top-10 gerankt, aber ich ginge jede Wette ein: Wären sie bowl-eligible, wäre Ohio State mit allem Boohay sicher in den Top-4 dabei – mit der gleichen Bilanz.

Pac-12 – die Nord-Division wird höchstwahrscheinlich von oben beschriebenem Oregon-Stanford Spiel entschieden werden; im Falle eines Stanford-Sieges könnte Oregon State noch für eine Woche technisch am Leben bleiben. Im Süden spielen sich heute die beiden Stadtrivalen UCLA Bruins und USC Trojans den Finalgegner aus; immer mehr Beobachter glauben, dass UCLA reif sein könnte, ein schlampiges USC zu schlagen und deren HC Lane Kiffin bedrohlich ins Wackeln zu bringen.

Big 12 – K-State kann mit dem Auswärtssieg bei Baylor die Big 12 eintüten.

SEC – Georgia hat seinen Finalplatz fix. Alabama kann erst nächste Woche nachziehen, mit einem Freilos daheim gegen Auburn. LSU dieses Wochenende gegen Ole Miss um die letzte Chance.

MWC – San Diego State (6-1), Fresno State (6-1) und Boise State (5-1) biegen auf die Zielgerade ein, und wenn sie alle ihre verbleibenden Spiele gewinnen, neutralisieren sie sich soweit, dass ich noch keine zuverlässige Quelle ausfindig machen konnte, welcher Tie-Breaker denn dann über den Titel entscheidet.

Reden wir über das, was wir wissen: Jordan „Harry Potter“ Wynn, erst im September bei Utah wegen einer erneuten Verletzung vom Football zurückgetreten, wurde nun mit Anfang 20 bei Hawaii als Quarterback-Coach engagiert. So schnell kann’s gehen.