BCS-Championship 2013/14: #1 Florida State Seminoles – #2 Auburn Tigers live

Ich mache jetzt hier oben zu, damit niemand gespoilert wird, der sich das Spiel noch ansehen möchte. Wer es nicht gesehen hat, sollte es sich anschauen. Es war ein grandioses Endspiel. Hinter der Klick gibt es den Liveblog. Weiterlesen

BCS National Championship 2014 Preview: #1 Florida State Seminoles – #2 Auburn Tigers

Heute Nacht, ab 02h30 (live bei SPORT1 US und im ESPN-Player), findet in der altehrwürdigen Rose Bowl Schüssel in Pasadena (Kalifornien) das letzte BCS National Championship Game ever statt (ab nächstem Jahr: Playoffs, Baby!). Die Ansetzung hat einen gewissen Charme: #1 Florida State Seminoles (13,0 ACC-Champ) vs #2 Auburn Tigers (12-1, SEC-Champ). Sie hat Charme, weil sie relativ unerwartet kommt und sich relativ „neu“ anfühlt.

Es ist für einmal nicht das Duell SEC gegen Pac-12, oder Big 12, oder SEC gegen SEC oder SEC gegen Notre Dame. Die Auburn Tigers kommen zwar aus der alles dominierenden Conference der letzten Jahre, der SEC, und standen zuletzt vor erst drei Jahren im Endspiel (und gewannen), aber das nahm man damals wie heute als eine Art „New York Giants Freak-Lauf“ wahr. Auburns Final-Run diesmal kommt ebenso überraschend.

Dazwischen lagen zwei horrende Jahre für diese Uni, inklusive des Total-Absturzes 2012. In der Folge wurde bei Auburn reiner Tisch gemacht, der Meistercoach von 2010 Gene Chizik entlassen, und mit Gus Malzahn der OffCoord des damaligen Meisterteams als Head Coach zurückgeholt und installiert. Malzahn steht für spread-run option Offense im Angriff, und mit solchem walzte sich seine Mannschaft erst unauffällig, dann als dark horse, dann als „Team of Destiny“ durch die Saison. Im November verbündeten sich die Tigers dann mit Schutzengeln gegen Georgia, und als sei das nicht genug auch noch in der einmaligen, einzigartigen Iron Bowl 2013 gegen die damalige #1 Alabama:

Florida State ist ein anderes Kaliber. Die Seminoles waren in den 80er und 90er Jahren eine absolute Macht im College-Football, aufgebaut von der Trainerlegende Bobby Bowden, aber mit Bowdens zunehmender Vergreisung in den 2000ern versank auch FSU immer weiter im Mittelmaß. Seit 2007 wurde Bowden der dynamische, junge OffCoord Jimbo Fisher als Headcoach in spe zur Seite gestellt, aber Bowden weigerte sich jahrelang beharrlich, seinen Rücktritt einzureichen. So kam es vor vier Jahren zu einer relativ abrupten, offiziell mit „Rücktritt“ überschriebenen Hinauskomplimentierung des Bobby Bowden, und Fisher übernahm das Zepter in Tallahassee.

In Fishers ersten Amtsjahren standen die Noles jahrelang für das Eine: Große Erwartungen, große Enttäuschungen. Nicht, dass FSU eine schwache Mannschaft gestellt hätte, nein, es war vielmehr das Problem „die PS nicht ganz auf den Boden bekommen“: Ein oder zwei Spiele wurden stets verloren. Bis heuer.

Chris B. Brown hat bei Grantland.com einen schönen Artikel geschrieben darüber, wie Jimbo Fisher in den vier Jahren am Ruder die Florida State Seminoles wieder zu einer großen landesweiten Macht gebaut hat:

Darin schildert er die Denke des Jimbo Fisher, der einst als Schüler Nick Sabans dessen Ideen weitergesponnen hat: Recruiting ist wichtig. Hole dir die besten Athleten, und du wirst gewinnen. Fisher als Offensivgeist verfolgt dabei die eher unkonventionelle Methode, in erster Linie Abwehrspieler an die Uni zu holen, im Vertrauen darauf, dass er die Offense mit seinem Coaching hinbiegen wird. Mit wenigen Ausnahmen: Drei bis vier Super-Athleten braucht Fisher für seine Offense. Das ist die Alabama-Methode, und diese Alabama-Methode darf heute nicht gegen das echte Alabama das Endspiel bestreiten, sondern gegen dessen Erzfeind, Auburn.

Florida State Seminoles 2013/14

Alle zur Verfügung stehenden Metriken legen den Schluss nahe, dass wir es bei den Seminoles 2013 mit der vielleicht dominantesten Mannschaft der letzten Jahre zu tun haben, den mehrfachen Titelträger Alabama eingeschlossen. Der Schedule von Florida State ist als ACC-Uni zwar nicht der allerheftigste, aber FSU dominierte ihn deutlich: Der durchschnittliche der 13 Siege beträgt 42 Punkte. Zweiundvierzig. Und es wäre nicht so, dass man gegen eine Sunbelt Conference gespielt hätte.

Das Gesicht, der Superstar, ist der Freshman-QB #5 Jameis Winston, aktueller Gewinner der Heisman-Trophy trotz undurchsichtigen Vergewaltigungsanschuldigungen. Winston stieß letztes Frühjahr schwer gehypt zur Mannschaft, und alle glaubten, er könne dem Buzz nicht standhalten – eine eigentlich „logische“ Annahme. Aber dann passierte, was niemand erwartet hatte, und Winston übertrumpfte die Erwartungen. Er pulverisierte sämtliche Rekorde. Würde Winston in den Draft gehen, er wäre der #1-Pick. Er wirkt für einen 19jährigen Frischling sehr reif, mit seiner Granate von Wurfarm auch mächtig als Waffe für ein tiefes Spiel.

FSUs Offense ist aber nicht bloß Winston. Das RB-Trio Wilder/Freeman/Williams (zusammen 36.5 Rushes/Spiel für 5.7yds/Carry) und der WR/TE-Corp um die künftigen NFL-Picks Benjamin/Shaw/Green/O’Leary (Benjamin/Shaw jeweils mit „nur“ um die 50 Catches für um die 950yds) bürgen für große Tiefe im Kader und dürften gegen die Auburn-Defense durchaus den einen oder anderen Touchdown auf das Tablett bringen.

Die Noles-Defense verlor in den letzten Jahren etliche 1st und 2nd-Round Draftpicks in die NFL (DE Björn Werner, DE Carradine, CB Rhodes…), und gehört diesmal dennoch wieder zu den besten im Lande. Der herausragende Spieler ist DB #20 Lamarcus Joyner, der für manche NFL-Scouts zu klein gewachsen ist um es in der NFL zu schaffen, aber wer Joyner am College spielen sieht, dem dürften die Augen aufgehen.

Das schwierige an der FSU-Defense: Die Schwachstelle ist nicht eindeutig ausfindig zu machen. Nach Advanced-Metrics wie FEI oder S&P von Football Outsiders ist man die #3 in Standard-Downs (z.B. 1st-und-10), die #6 in Pass-Downs (also 2nd/8 oder 3rd/5 oder 4th/5 und schlimmer), und die #5 in Laufspiel-Downs.

Auburn Tigers 2013/14

Eines hat Florida State dieses Jahr aber noch nicht gesehen: Ein Laufspiel wie jenes von Auburn. Die Tigers haben keine Scheu, ihr von Gus Malzahn kreiertes und weiterentwickeltes spread option Offense-System eiskalt durchzuziehen. Sie laufen im Schnitt 52x pro Partie und erzielen pro Lauf 6.5yds. Geworfen wird bei Auburn nur 20x/Spiel. Auch hier liefert Chris B. Brown bei Grantland die hervorragende inhaltliche Tiefe hinter dem Design der Tigers-Defense:

The backbone of Auburn’s current rushing attack has been an amped-up version of the zone-read, which gives Marshall as many as four options: (1) throw a receiver screen, (2) hand it to Mason, (3) keep the ball, or (4) keep the ball and then toss it to a receiver who can sit in an open area of the defense if the man covering him comes up for the run — a form of the quadruple-option.

Quelle: The Making of a Modern-Day Guru (Chris Brown).

Malzahn gilt als einer der markantesten Offensiv-Köpfe Amerikas, schon lange vor seiner Zeit bei Auburn. Man kann sich das wirklich mal gut durchlesen, wenn man weitergehend am American Football interessiert ist. Malzahn ist im Gegensatz zu Jimbo Fisher (Fokus auf Recruiting und perfekte Umsetzung) mehr der Bastler, der sich über sein Offense-Scheme definiert.

Der Motor der Offense ist RB #21 Tre Mason (283 Rushes, 1621yds, 22 TD), ein wendiger, quicker Back, den man allzu lange unterschätzte. Aber der Star ist trotzdem ein anderer: QB #14 Nick Marshall, letztes Jahr noch ein Defensive Back im Kader, der nur aufgrund der akuten QB-Not umgeschult wurde, und heuer als gemachter Mann dasteht: Marshall erlief über 1000yds, und machte 1700 Pass-Yards, und vor allem: Vermeidet die großen Böcke.

Durch die Bank ist Auburn eine eindimensionale Offense: Man ist nach selbiger S&P-Metrik die #3 in Rushing-Downs, aber wenn es mal eng wird und man zum Werfen gezwungen wird, ist man „nur“ die #21 nach Effizienz. Okay, Auburn läuft im Zweifelsfall auch im 3rd-und-10, aber wie erfolgreich das gegen eine der besten Defenses der Saison ist, steht auf einem anderen Blatt.

Auburns Abwehr ist der andere Knackpunkt: Wie gut ist diese Defense wirklich? Sie wurde zuletzt von einem ersatzgeschwächten Georgia und von Mizzou platt gemacht, und auch Alabama klopfte in besagter Iron Bowl immer und immer wieder in der RedZone an. Allein, Auburn konnte mit mehreren Stands antworten.

Wie klar ist Florida State favorisiert?

SRS sagt: „Mit 12.5 Punkten“. Das wäre eine heftigst klare Favoritenstellung pro Seminoles. Die Wettbüros eröffneten ihre Lines bei runden 8.5 Punkten. Wie man es dreht und wendet, alle sehen Florida State vorn. Diese Mannschaft sieht zu dominant, zu komplett aus, als dass man sie gegen ein Auburn verlieren sieht, ein Auburn, das dieses Jahr gleich mehrmals das Schicksal anrufen musste, um überhaupt hierhin zu kommen.

So oder so kann man ein unterhaltsames Spielchen erhoffen: Florida State scheut sich nicht, auch spektakuläre Plays auszupacken, und schon allein dieser unbeschwert aufspielende QB Winston ist immer einen Blick wert. Im Gegensatz ist Auburns Offense-System qua Design ein Hingucker.

Florida State als klarer Favorit, aber Spaziergang dürfte es keiner werden.

Bowl Season 2013/14 am letzten Wochenende

Letztes Wochenende der Bowl-Season 2013/14, die viel Durchschnittskick fabriziert hat, aber auch einige wenige extrem attraktive Partien. Was steht uns noch bevor?

2./3.1. 01h30    Cotton            Oklahoma State     Missouri
2./3.1. 02h30    Orange            Ohio State         Clemson
   4.1. 19h      BBVA Compass      Vanderbilt         Houston
4./5.1. 03h      GoDaddy.com       Arkansas State     Ball State

Die Orange Bowl wird live übertragen von SPORT1 US (ab 02h30 in der Nacht auf Samstag). Die Cotton Bowl gibt es nur in Italien zu sehen, live bei FOX SPORTS 2. Der ESPN-Player hat Orange / BBVA Compass und GoDaddy.com im Programm.

Orange Bowl 2014

#7 Ohio State Buckeyes – #12 Clemson Tigers

Von der Ansetzung her ist Ohio State (12-1, Big Ten) gegen Clemson (10-2, ACC) ein Duell, das massive Offense-Power auf beiden Seiten verspricht. Aber es ist auch ein Duell, das vor über drei Jahrzehnten im College-Football Geschichte schrieb, die heute möglicherweise im Spielverlauf noch einmal bei ESPN angesprochen wird: Damals, Gator Bowl 1978, trafen Ohio State und Clemson zum bisher einzigen Mal aufeinander. Clemson gewann, aber das war am Ende unbedeutend. Viel wichtiger war eine Szene kurz vor Spielende, als der Nose-Tackle von Clemson, Charlie Bauman, eine Interception fing und entlang der Buckeyes-Seitenlinie returnierte. Der NT wurde getackelt, und die Trainerlegende von Ohio State, Woody Hayes, versetzte Bauman einen Faustschlag. Hayes, diese an sich unantastbare Legende und fünffacher National-Champion, wurde direkt nach dem Spiel gefeuert.

Zurück in die Gegenwart. Offense rulez, und das zweimal auf unterschiedliche Art und Weise. Clemson ist eine eher traditionelle Pass-Offense mit dem lange Zeit gehypten QB #10 Tajh Boyd, einem Farbigen, der eine gute, aber nicht überragende Saison spielte. Der Superstar ist WR #2 Sammy Watkins, ein Mann, der im Draft-2014 in der ersten Runde gezogen werden wird (14.6yds/Catch, 10 TD), aber es gibt in TE Bryant und WR Humphries weitere Klasse-Waffen. Diese Offense trifft auf ein dezimiertes Backfield bei Ohio State, wo der künftige Profi CB Bradley Roby mit Knieverletzung wohl ausfallen wird.

Ohio State von Headcoach Urban Meyer spielt eine Spread-Run/Option Offense als Basis, auch wenn die Versuche von Meyer, QB Braxton Miller immer mal wieder tief werfen zu lassen, unübersehbar sind. Ohio State ist um seine sehr gute Offense Line und RB Carlos Hyde (mehrere 200yds-Spiele) gebaut, und Clemson muss erstmal dieses Laufspiel stoppen bevor es daran denken kann, den Pass zu verteidigen. Weil Clemsons Secondary als extrem ausgedünnt gilt, könnte Ohio State heute aber mehr werfen als gewohnt.

SRS favorisiert Ohio State, aber nur mit drei Punkten. Die Frage ist nur noch, ob die Buckeyes auch motiviert genug sind, ihren Stiefel runter zu spielen. Die Fan-Base scheint eher enttäuscht zu sein, denn Ohio State hatte Probleme, sein Kartenkontingent für die an sich attraktive Reise ins warme Südflorida loszuwerden.

Cotton Bowl Classic 2014

#8 Missouri Tigers – #13 Oklahoma State Cowboys

Rein vom Simple Ranking System her ist die Cotton Bowl die hochwertigste Ansetzung der Bowl-Season 2013/14 hinter dem BCS-Title Game. Missouri (11-2, Finalverlierer SEC) und Oklahoma State (10-2, Zweiter der Big 12 Conference) gelten als rundum komplette, überraschend starke Mannschaften. SRS favorisiert die Oklahoma State Cowboys knapp mit 0.5 Punkten.

Beide Teams dürften sich noch aus der Big 12 Conference kennen, die Mizzou vor zwei Jahren gen SEC verließ. Missouri spielte dann heuer ein erstklassiges Jahr, das ich schon mehrfach dokumentiert habe: Erst im SEC-Finale wurde man von Auburn überlaufen. Die Offense wird von QB James Franklin angeführt, einem Mann, der dir keine großen Bolzen begeht. Das Laufspiel macht locker über 200yds/Spiel und ist um den wuchtigen RB Henry Josey konzipiert. Die Defense lebt von ihrer bockstarken Front-Seven um DT Kony Ealy.

Oklahoma State ist in erster Linie extreme Offense-Wucht, aber für die Cowboys wird es essenzieller, wie sie Defense spielen. Die Matchups der Defensive Backs gegen die groß gewachsenen WR-Schlakse von Missouri (z.B. der profireife Dorial Green-Beckham) könnten spielentscheidend sein.

Ich bin froh, dass FOX SPORTS 2 dieses Spiel überträgt.

Die kleinen Wochenend-Bowls

Samstag: BBVA Compass Bowl, Vanderbilt (8-4, SEC) vs Houston (8-4, The American). Eigentlich galt diese Bowl ja stets eher als kleine Veranstaltung, zu der niemand gern hinfährt, aber die Anhängerschaft von Vanderbilt, dieser eigentlich relative kleinen Privatuniversität aus Nashville/TN, soll euphorisch auf die Einladung ins provizonelle Alabama (dort wird die Bowl ausgespielt) reagiert haben, und die Karten sollen wie die warmen Semmeln weg gegangen sein. Dabei gibt es um Vandy durchaus Fragezeichen: Wie zum Beispiel sieht es mit der Zukunft von Head Coach James Franklin aus, der immer wieder von Abwanderungsgerüchten umgeben wird? Vandy spielte diesmal eine 8-4 Saison, aber es war eine wackelige Saison: In einem relativ soften SEC-Schedule verlor Vandy alle Spiele gegen die respektablen Gegner haushoch. Houston dagegen ist auch 8-4, aber 1-4 in engen Spielen. Gegen das starke BYU verlor man nur mit einem Punkt, und gegen die BCS-reifen UCF (wir haben gesehen, was UCF drauf hat) und Louisville (Teddy Bridgewater) verlor man nur mit fünf bzw. sieben Punkten. Daher ist Houston nach SRS auch mit 3 Punkten favorisiert (ein großer Unterschied zu den Wettbüros, die Vandy mit 2.5 vorn sehen).

Sonntag: GoDaddy.com Bowl, Arkansas State (7-5, Sunbelt) vs Ball State (10-2, MAC). Das Programm in der Sonntagnacht für die Zeit nach dem Wildcard-Weeken (Kickoff 03h). Arkansas State hat sich in den letzten Jahren zum Sprungbrett für Headcoaches wie Gus Malzahn (ging nach einem Jahr zu Auburn) und Bryan Harsin (ging nach einem Jahr zu Boise State) entwickelt, und ist aktuell mit Interimscoach unterwegs. Heuer spielte man ein vergleichsweise schwaches Jahr. Ball State dagegen hatte einen exzellenten Herbst und wurde nur einmal hoch abgeschossen. Nach SRS ist Ball State klarer 10.5pts-Favorit.

Das wären dann 34 von 35 Bowls gewesen. Am Dreikönigstag folgt das BCS-National Championship Game als Abschluss der Saison 2013/14.

Sugar Bowl 2014: #3 Alabama Crimson Tide – #11 Oklahoma Sooners

Zwei ganz, ganz große Nummern im College-Football, die sich die Sugar Bowl für heute, 02h30 (live ESPN-Player und SPORT1 US) als Kontrahenten ausgesucht hat: Alabama (11-1) und Oklahoma (10-2) gehören zu den erfolgreichsten Programmen der letzten 50 Jahren mit den meisten Conference- und National-Titles sowie Heisman-Trophys. Trotzdem ist die Ansetzung heute mit einem Sternchen versehen. Ich bin immer noch sauer, weil man uns des Matchups Alabama vs Oregon beraubt hat und stattdessen die regional näheren (Sugar Bowl findet in New Orleans statt), aber sportlich minderwertigen Oklahoma Sooners bevorzugt hat.

Die Alabama Crimson Tide dürften jedem Leser hier ein Begriff sein. Alabama dominierte den College-Football der letzten Jahre mit seiner straighten, kalten Art und Weise, Football zu spielen. Die Mannschaft war nach dem Ebenbild des Head Coaches Nick Saban gebaut: Gesichtslos, keine großartigen Innovationen aber auch kein großen Mäzchen, die ihren körperlich unterlegenen Jüngelchen keine Chance ließen. Das reichte zu drei Titeln in vier Jahren von 2009-2012, aber diesmal wurde den Crimsons ausgerechnet vom Erzfeind und Lokalrivalen Auburn ein Schnippchen geschlagen in einer „Iron Bowl“, für die man sich schwer tut, adäquate Worte zu finden.

Oklahoma ist das Reich und Werk des Head Coaches Bob Stoops, der in Norman seit über zehn Jahren das Zepter in der Hand hat. Stoops übernahm die Mannschaft Anfang des Jahrtausends, und er coachte sie im ersten oder zweiten Jahr zum ersten National-Title seit vielen Jahren. Das machte Stoops quasi unfeuerbar, aber es schürte auch eine Erwartungshaltung, die Stoops seither nicht mehr ganz erfüllen konnte: Stoops ist seither auf Landesebene titellos. Er gewann haufenweise Conference-Titel in der Big 12, aber die Sooners sind berüchtigt dafür, dass sie jedes Jahr ein oder zwei Spiele als Favorit verlieren und deswegen immer und immer wieder aus dem BCS-Rennen fielen.

Man muss anmerken, dass Stoops dabei einen schwierigeren Job als Saban hat: Er operiert in Oklahoma, wo es keine gescheiten Highschools und nur wenige Talente gibt. Texas ist nahe, aber innerhalb der texanischen Staatsgrenzen gibt es die übermächtige University of Texas – Oklahomas Erzrivale – für die jeder Topspieler spielen möchte, und eine Vielzahl weiterer texanischer Unis. Oklahoma hat ein sehr viel schwierigeres Recruiting als Alabama.

Sportlich ist die Frage, wie motiviert Alabama in das Spiel geht. Vor ein paar Jahren stand Saban schon einmal in der Sugar Bowl (gegen Utah), und dort ließ man sich ohne Gegenwehr abschlachten, nachdem man das große Saisonziel BCS-Titel verpasst hatte.

Immerhin einer hat aber Grund, voll durchzuspielen: QB #10 A.J. McCarron, der sein letztes College-Spiel bestreitet. McCarron geht als einer der großen „Siegertypen“ in die Annalen des College-Football ein (u.a. zwei BCS-Titel), aber seine Draft-Aktien stehen trotzdem nicht brillant. Es gibt hochwertigere Quarterbacks, sagen einige. Andere (wie ich) sehen durchaus einen QB, dem man das Spiel in die Hand drücken kann. McCarrons Vorgänger McElroy war um ein Vielfaches der blässlichere Spielertyp, aber McElroy wurde 2011 trotzdem gedraftet. McCarron sollte minimum dort vom Tablett gehen, wo letztes Jahr Glennon ging; heute hat McCarron noch einmal eine Chance, sich gegen eine gute, aber nicht überragende Defense zu beweisen.

Weitere mögliche Draft-Prospects auf Alabama-Seite: OT Kouandjio (Jr., gilt als Erstrundenkaliber, wenn er sich für den Draft anmeldet), der ewige ILB C.J. Mosley (Sr., erste bis zweite Runde), FS Hasean („Ha-Ha“) Clinton-Dix (Jr., erste bis zweite Runde), OG Steen (rSr., Mid-Round Pick). Bei den extrem jungen Oklahoma Sooners gelten die Talente eher für 2015 und darüber hinaus.

Favorit im Spiel nach SRS: Alabama in einer relativ (nach SRS zumindest) klaren Sache mit 12 Punkten.

Fiesta Bowl 2014: #6 Baylor Bears – #15 Central Florida Knights

Fiesta Bowl 2014 (02h30 live im ESPN-Player und bei SPORT1 US) ist eine Ansetzung, die nicht nach überragenden Einschaltquoten aussieht, treffen hier doch nicht gerade zwei Schwergewichte des College Football aufeinander: Der Big-12 Champ Baylor Bears (11-1) gegen den Sieger der American Athletic Conference, Central Florida Knights (11-1). Zwei kleine Unis, relativ unbeschriebene Blätter auf nationaler Ebene, und zudem klingt die Ansetzung nach SRS nach einem Mismatch: Baylor ist mit 18 Punkten favorisiert. Trotzdem gibt es gute Gründe hinzuschauen, und es gibt zwei interessante Geschichten hinter den heutigen Kontrahenten.

Baylor, diese kleine Baptistenuniversität aus der texanischen Stadt Waco, hatte ihr Coming-Out vor zwei Jahren, als Robert Griffin III die Heisman-Trophy gewann und eine ästhetische Offense der Bears anführte. Nach Griffins Abgang in die NFL hatte man einen Einbruch befürchtet, der normalerweise bei so kleinen Universitäten geschieht, wenn die Schlüsselspieler das Programm verlassen. Aber Baylor (das vor zehn oder 20 Jahren mit 4 Saisonsiegen zufrieden gewesen wäre) wurde entgegen allen Erwartungen besser.

Der Hauptgrund dafür liegt in der fast nicht zu stoppenden Spread-Offense von Head Coach Art Briles, einem Guru, der vor Jahren den texanischen Highschool-Football revolutionierte und zum landesweit besten machte, und der später bei Houston und Baylor aus dem quasi-Nichts gewaltige Mannschaften baute. Briles lässt seine Offenses wie folgt spielen: Alle Ressourcen in die Offensive Line, denn sie muss halten. Dahinter ein Quarterback, der mobil und entscheidungsfreudig sein muss. Dazu ein Runningback dahinter und vier Wide Receiver möglichst nahe an die Seitenlinie um die Defense auseinander zu ziehen dass sie nicht mehr weiter auseinander zu ziehen ist. Das ist am College machbar, denn das College hat breitere Hashmarks als die NFL.

Resultat für Baylor dieses Jahr: Haufenweise Spiele mit 700yds Offense und 70 Punkten, dazu mehrere Abschüsse auch bekannter Teams wie Oklahoma oder Texas. Einzig an einem grauen Novemberabend in Oklahoma State verlor man, und auch da gab es viele Punkte, und zwar gegen Baylor. Das war lange Jahre das Stigma für Briles und seine Mannschaft: Sie können zwar scoren, aber ihre Gegner nicht immer vom Scoren stoppen. Die Defense als Hemmschuh. Letztes Jahr war man ähnlich effizient in der Offense, aber die Defense machte in der gesamten Regular Season nur sechs Sacks. Dieses Jahr war die Defense besser, aber sie ist auch nach adjustierten, angepassten Methodiken keine Top-25 Unit. Dank Super-Offense reicht es aber zu für Baylor bisher ungekannten Höhen: Ein Conference-Titel! Das gab es seit Ewigkeiten nicht mehr.

Der QB ist Bryce Petty, ein Mann, der mittlerweile von NFL-Scouts unter die Lupe genommen wird, aber der nicht wie ein klassisches NFL-Prospect aussieht. Seine Stats: 220/356 für 3844yds, 30 TD, 2 (!) INT. Dazu 11 Scramble-TD. Der 1er-RB in einem tief besetzten Backfield ist Lache Seastrunk (1060yds in nur 141 Carries). Bei den Wide Receivers hat man WR Antwan Goodley (67 Catches, 1377yds, 13 TD), nachdem man schon in den letzten Jahren Leute wie Kendall Wright, Terrance Williams oder Josh Gordon (letzteren über Umwege) in die NFL gebracht hatte.

Central Florida ist ein relativ junges Programm auf FBS-Ebene: Man spielt erst seit 1996 dort oben in der obersten Stufe. Lange Jahre war man ein Mitläufer, aber ein erwünschter, ist man doch in Orlando/FL beheimatet, mitten in einer exzellenten Recruiting-Zone im starken Highschool-Footballland Florida. Erst Anfang der 2000er ging es aufwärts, als Head Coach George O’Leary übernahm; O’Leary ist ein grauhaariger alter Mann, der früher mal Georgia Tech nach oben gebracht hatte, und später für ein paar Tage Head Coach bei Notre Dame war; „für ein paar Tage“, weil er seine Vita aufgehübscht hatte und schon vor seinem ersten Spiel wieder gefeuert wurde. Er steht für die alten Werte: Disziplin, Härte, Defense.

O’Leary erwies sich für UCF aber nicht bloß als Trainer, sondern vor allem als Stratege. Er forcierte den Bau eines neuen Campus-Stadions, neuer Facilities und revolutionierte die Ansprüche an seine Student-Athletes: Die Mannschaft von UCF gehört zu denen mit den besten Noten im Lande, stellte mehrmals Rekorde an guten Noten auf.

Auf der anderen Seite steht bei O’Leary ein unschöner Vorfall eines während einer Trainingseinheit 2008 kollabierten und verstorbenen Spielers, den O’Leary überfordert und übelst beschimpft hatte; der zweite schwarze Fleck auf seiner Bio bei UCF: Ein Recruiting-Vergehen, weswegen UCF letzte Saison für die Bowl-Season gesperrt war. Ein zwielichtiger Mann also. Hat Gutes und Schlechtes bewirkt, aber er wurde bei UCF nie entlassen und hat sein Team heute vor seinem größten Spiel: In einer BCS-Bowl.

UCF ist klarer Außenseiter, aber es gibt einen Mann, den man sich anschauen sollte: QB Blake Bortles. Ich kannte Bortles bisher kaum, aber Bortles ist Junior, und man hörte in den letzten Tagen mehrfach von einer Anmeldung Bortles’ für den Draft 2014. Er soll ein 1st-Round Talent sein. Seine Statur: 1,93m, 104kg. Seine Stats: 239/351 (68%) für 3280yds für 22 TD und 7 INT. Er ist kein Scrambler, aber mobil wie Aaron Rodgers und lässt sich in der Pocket nicht leicht fällen.

Es ist wie gesagt eine Freak-Ansetzung für eine BCS-Bowl, aber man darf nicht vergessen, dass Baylor legitim als drittbeste Mannschaft des Jahres nach Florida State und Alabama angesehen werden kann. Die SRS-Werte und alle sonstigen Effizienz-Stats deuten bei Baylor auf einen gigantischen, immer noch unterschätzten Juggernaut hin. UCF sollte kein Problem sein, wenn die Mannschaft motiviert ist. Die Frage ist halt: Ist sie motiviert? Lähmt sie die Angst vor einem eventuellen Absprung des Headcoaches Briles in die NFL? Oder fährt Baylor zum wiederholten Male wie ein Wirbelsturm auf einen guten, aber doch überforderten Gegner drüber?

Rose Bowl 2013: #4 Michigan State Spartans – #5 Stanford Cardinal Preview

Das Rose Bowl Game in Pasadena wird The Granddaddy of them All genannt und gilt als größtes Highlight neben dem BCS-National Championship Game. Die Rose Bowl ist die Mutter aller Bowls. Sie findet jedes Jahr am Neujahrstag (oder am 2. Jänner) als Begleitprogramm des großen Rosenumzugs in Pasadena um 14h Ortszeit statt, umrahmt von einem legendären Feuerwerk im gleißenden Sonnenschein. Austragungsort ist die Schüssel von Pasadena, die den Fußballfans vom langweiligsten aller WM-Endspiele 1994 Brazil vs Italien (Roberto Baggio Fußballgott) noch in schauriger Erinnerung sein dürfte.

Die Rose Bowl als Veranstaltung gilt noch immer als die bekannteste, begehrteste Bowl, aber sie litt in den vergangenen Jahren unter zunehmendem Bedeutungsverlust. Zum einen siecht der eine Vertragspartner, die Big Ten Conference, vor sich hin, zum anderen wollten alle seit Jahren das Playoff – alle außer dem Veranstaltungskomitee der Rose Bowl, das am liebsten die Zeit in die 50er Jahre zurückdrehen würde. Nachdem nächstes Jahr ein neues System eingeführt wird, dürfte klar sein, wer gewonnen hat.

Traditionell spielen in der Rose Bowl die Gewinner der Big Ten Conference und der Pac-12 Conference gegeneinander. Die Kontrahenten diesmal, in der 100ten Auflage: #5 Stanford Cardinal (11-2, Pac-12 Champ) und #4 Michigan State Spartans (12-1, Big Ten Champ). Kickoff ist 23h MEZ. Der ESPN-Player und SPORT1 US übertragen live.

Das bedeutet: Guter, alter smashmouth-Football zum Hundertsten mit viel Laufspiel und harten Tackles. Stanford gewann zweimal en suite die Pac-12, und das vor allem mit harter Defense und einer Offense, die auf Fehlervermeidung bedacht ist. Michigan State gewann… nur mit Defense. 2.7yds/Carry lassen die Spartans zu, und das obwohl ihr einziger großer Superstar mit großen NFL-Ambitionen, Darqueze Dennard, als Cornerback spielt. Stanford lässt 3.0yds/Carry gegen einen noch besseren Schedule zu.

Bei Stanford spielen mehrere NFL-Prospects schon für 2014: OLB Trent Murphy dürfte Lesern dieses Blogs mittlerweile bekannt sein, aber für den Draft gelten Leute wie LB Shayne Skov oder OG Dave Yankey als noch viel höher eingestuft. Stanford als Uni, die in den letzten Jahren, vor allem unter Jim Harbaugh (jetzt 49er-Headcoach) und später HC David Shaw eine ganz neue Mentalität an diese Elite-Uni gebracht haben: Wir wollen nicht nur Superspieler, sondern auch Superschüler. Wer beides schafft, ist Elite. Er gehört zu uns.

Stanford schafft das. Der größte Star ist vielleicht RB Tyler Gaffney, ein two sports-prospect, über den Lindsey Schnell ein sensationelles Portrait bei Grantland.com geschrieben hat:

Gaffney könnte heute einen großen Tag erleben, denn der wichtigste Spieler der Front-Seven, LB Max Bullough, wurde von der eigenen Uni wegen Übertretung der Team-Regeln für das Spiel suspendiert – durchaus kein unumstrittener Move, der bei Michigan State für Aufsehen sorgte, schließlich kommt Bullough aus einer treuen Familie, und schon sein Großvater und Vater spielten bei den Spartans.

Schon letztes Jahr war Stanford vs Wisconsin ein brutal enges, knackiges Match. Diesmal Michigan State mit einer im Vergleich zu Wisconsin besseren Defense, aber auch deutlich ineffizienteren Offense. Special Teams könnten den Ausschlag geben.

SRS favorisiert Stanford mit 7.5 Punkten, und das fühlt sich in etwa korrekt an.

Neujahrs-Bowls 2014 Preview

Guten Morgen im neuen Jahr 2014. Heute steht folgendes Bowl-Programm an:

18h    Gator               Nebraska          Georgia
18h    Heart of Dallas     North Texas       UNLV
19h    Outback             Louisiana State   Iowa
19h    Capital One         Wisconsin         South Carolina
23h    Rose                Michigan State    Stanford
02h30  Fiesta              Baylor            Central Florida

SPORT1 US bringt heute die beiden BCS-Bowls Rose und Fiesta live. Der ESPN-Player hat alle sechs Bowls im Programm.

Gator Bowl

Nebraska Cornhuskers – #22 Georgia Bulldogs

Diese Ansetzung gab es schon letztes Jahr in der Capital One Bowl. Georgia (8-4, SEC) hat eine Seuchensaison inklusive extrem vieler Verletzter hinter sich. Wenn sich die halbe Starting-Offense wochenlang in den Krankenstand verabschiedet, ist nicht mehr drin. Heute wird man ohne QB Aaron Murray antreten, der sich das Kreuzband gerissen hat. Die Vorschau für Nebraska (8-4, Big Ten) auf dieses Spiel schrieb ich schon im August:

Seit Pelini in Lincoln am Werk ist, ist die Meute wieder zufrieden: Ein schreihalsiger Defensivkünstler, dem in der Offense alles recht ist, solange nicht mehr als zehn Pässe pro Spiel geworfen werden. Das ist dann auch alles im Sinne von Athletic-Director und Nebraska-Legende Tom Osborne, den wir ja bereits kennen. Nebraska spielt mittlerweile nicht mehr wie zuvor seit Äonen in der Big 8 oder Big 12 Conference, sondern in der Big Ten Conference, in die man kulturell – Hand aufs Herz – auch etwas besser passt. Dort stehen keine Passfeuerwerke an. Dort wird noch überwiegend traditionell RRPP (run-run-pass-punt) gespielt.

Bloß: Es hat noch nie einer dran gedacht, dass man mit diesen Vorstellungen im heutigen College-Football kaum mehr 11-1 Saison en suite zustande kriegt, sondern sich eben mit reihenweise 9-4 Jahren zufrieden geben muss. Zumal Nebraskas Highschool-System nicht die Wunderspieler wie in Texas oder Florida hergibt. Und so sprechen wir hier über eine Großmacht, die verzweifelt versucht, wieder alten Glanz zu versprühen ohne von ihren uralten Werten loslassen zu wollen.

Dem Publikum isses wurscht: Die Leute kommen eh. Kein Spiel seit über 50 Jahren, das nicht ausverkauft war. Kaum ein Spiel, bei dem sich nicht noch vor dem Stadion 20.000 Verzweifelte ohne Karten tummeln. Cornhuskers-Heimspiele haben Kultstatus in einem bodenständigen Staat, dem es abseits von Football und der Bibel an echter Unterhaltung mangelt.

Was soll ich sonst noch schreiben: Dass QB Taylor Martinez mobil wie eh und je ist, und mittlerweile sogar sowas wie ein echter Werfer? Dass die Defense, die bisher gebaut war, die wurfgewaltigen Big12-Konkurrenten zu stoppen, noch immer nicht ganz soweit ist, die laufspielorientierte Big Ten einzubremsen? Alles schon oft gesagt. Es wird so „laufen“ wie immer: Nebraska putzt den Bodensatz im Schedule, gewinnt gegen 1 oder 2 der 4 „echten“ Gegner, weil es nicht die Qualität hat, sie alle – UCLA, Michigan (auswärts), Michigan State, Penn State (auswärts) – hintereinander zu übertölpeln, und am Ende wird man mit acht bis zehn Siegen in der Regular Season in ein Bowl Typus „Capital One“ eingeladen (um diese dann zu gewinnen oder zu verlieren, je nachdem um mit 9-4 oder 10-4 abzuschließen).

Und am 1. Jänner werde ich wieder die gleiche Story erzählen. Wie schon immer und immer wieder. Weil sie immer wieder sympathisch ist. Weil sie so… Nebraska ist.

Selten war eine Garantie so risikolos. Nebraska ist übrigens 8-4, braucht also den Sieg, um mit 9-4 abzuschließen. Laut SRS ist allerdings Georgia mit 9.5 Punkten zu favorisieren.

Heart of Dallas Bowl

UNLV Rebels – North Texas Mean Green

Zwei kleine Unis, die sich normalerweise nie für die Bowl-Season qualifizieren, aus Mid-Major Conferences, die sich in der Cotton Bowl treffen: North Texas (8-4, Sunbelt) gegen UNLV (7-5, MWC). Ich habe beide Teams seit Jahren nicht gesehen und kann ergo nur wenig Substanzielles beitragen.

Also: North Texas ist 6.5pts-Favorit nach dem SRS. Mean Green hat dieses Jahr einen für die Sunbelt Conference unüblich schweren Schedule gespielt, aber relativ tough standgehalten. Man hat ein gutes Laufspiel (RB Brandin Byrd mit 1023yds und 11 TD), das auf eine der zehn schlechtesten Run-Defenses in der FBS trifft. Auf der anderen Seite gilt UNLV als relativ schwierig über den Luftweg zu bezwingen.

Die Story des Jahres ist aber die UNLV-Offense, wo man nach einem verheerenden Saisonauftakt den WR Caleb Herring zum Quarterback umschulte. Nach dem Move begann die Offense zu punkten, auch wenn UNLV nach wie vor als ungefährliche „RedZone“-Offense eingestuft wird.

Ich bin gespannt, wie viele Fans kommen werden. Die Cotton Bowl ist mit 92000 Plätzen hoffnungslos überdimensioniert für diese Ansetzung, aber North Texas hat seinen Campus nur eine Autostunde entfernt.

Outback Bowl

#16 Louisiana State Tigers – Iowa Hawkeyes

Reizvolle Ansetzung für die Outback Bowl, die in Tampa ausgespielt wird: LSU (9-3, SEC) gegen die Iowa Hawkeyes (8-4, Big Ten). Louisiana State konnte letzten Endes meine hohen Erwartungen nicht erfüllen, hatte keine Chance auf das BCS-Title Game, aber immerhin kann man sich rühmen, als einziges Team des Jahres bisher den BCS-Finalisten Auburn geschlagen zu haben.

Heute tritt man ohne den QB Mettenberger an, der sich am Kreuzband verletzt hat. Dafür gibt es das Debüt vom Backup-QB Anthony Jennings, der gegen Arkansas im letzten Viertel als Notnagel ins Getümmel geworfen wurde und zum Einstand gleich mal einen 99yds-Drive zum Sieg orchestrierte. Weil aber Mettenberger fehlt, geht man davon aus, dass LSU heute noch stärker als gewohnt auf seine Lauf-Offense rund um den nie um eine Straftat verlegenen RB Jeremy Hill (1185yds, 14 TD) setzen wird. Hill ist eine Knalltüte von Mensch, aber als Runningback mehr als gebräuchlich.

Iowa setzt dem eine Linebacker-Gruppe entgegen, die aus gleich mehreren NFL-Kalibern besteht: Hitchens, Morris und Kirksey sollen früher oder später Profi-Luft schnuppern können. Da muss Hill erstmal drüber oder drum herum laufen.

Iowa hat aber eine problematische Offense, mit einem Freshman-QB Jake Rudock, der erst in den letzten Wochen der Saison Sicherheit fand, nachdem er zuvor ein wandelndes Interception-Problem gewesen war.

LSU ist nach SRS mit 7 Punkten favorisiert – das ist ein Spread, der mir im ersten Moment relativ niedrig erschien.

Capital One Bowl

#9 South Carolina Gamecocks – #19 Wisconsin Badgers

BCS-würdiges Matchup in der Capital One Bowl: South Carolina (10-2, SEC) und die Wisconsin Badgers (9-3, Big Ten) waren beide diese Saison mal wieder nahe dran an einer BCS-Qualifikation – näher als man vielleicht meinen möchte. Beide verloren in der ersten Saisonhälfte ein unerwartetes Spiel, weswegen sie überhaupt nie in die BCS-Diskussion eintraten; Wisconsin wurde bei einer Auswärtspleite bei den starken Arizona State Sun Devils sogar richtig gehend von den Refs verpfiffen.

Laut SRS ist das das sechstbeste Matchup der Bowl-Season; das offensiv laufstarke Wisconsin ist dabei mit 1.5 Punkten favorisiert. Aber die Augen werden in diesem Spiel vor allem auf einem „Gamecock“ („Kampfhahn“) liegen: DE #7 Jadeveon Clowney, dem besten Passrusher des Jahrgangs.

Clowney gilt als once in a generation-Talent, ein Passrusher, so dominant, dass am College jede Offense von seiner Seite weg designt wird. Clowney hatte letztes Jahr sein Coming-Out und ging mit massivem Hype in die aktuelle Saison, aber dort enttäuschte er die Erwartungen dann ein wenig. Zum einen sind die offiziellen Stats mit nur 3 Sacks deutlich unter den Erwartungen, aber dann mischten sich noch Verletzungs- und Motivationsfragezeichen bei Clowney mit rein. Schon können die einschlägigen Draftseiten Artikel über Artikel inhaltlich mit der Frage „Ist Clowney den top-Pick überhaupt wert?“ füllen.

Die Frage beantwortet sich mit Anschauen von maximal einem South Carolina-Spiel von selbst: Ja. Clowney ist der beste, dominanteste Abwehrspieler, den ich am College bisher gesehen habe. Besser als Suh, der 2009/10 alles platt walzte, was sich ihm in den Weg stellte. Clowney kann mit einer exzellenten Performance heute gegen die Offense Line von WISCONSIN! WISCONSIN HAT NUR GRANDIOSE OFFENSIVE LINES! noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Aber im Ernst: Zweifelt irgend jemand dran, dass Clowney in den Top-3 vom Tablett gehen wird, sollte nicht noch eine mysteriöse angewachsene Knochenschaden gefunden werden.

Clowney-Watch. Zwei BCS-würdige Teams. Ein Badgers-Laufspiel mit RB Gordon (1466yds, 12 TD) und RB James White (1377yds, 13 TD). Das ist eines der besten Matchups der Bowl-Season, und beide Teams dürften motiviert sein, es allen noch einmal zu zeigen. Da würde ich zuschauen.

Die offiziellen und nominellen BCS-Bowls von heute, Rose (ab 23h) und Fiesta (ab 2h30), gibt es hoffentlich nachher noch in separaten Einträgen.

Silvesterbowls 2013 Preview: Abschied von Johnny Football?

Traditionell gibt es an Silvester mehrere Bowls als Jahresabschluss. Heute leider nur der ESPN-Player, da SPORT1 US nix überträgt. Folgende Ansetzungen sind geplant:

MEZ    BOWL                TEAM 1            TEAM 2
18h30  AdvoCare V100       Boston College    Arizona
20h    Sun                 Virginia Tech     UCLA
22h    Liberty             Mississippi State Rice
02h    Chick fil-A         Texas A&M         Duke

Achtung: Die Sun Bowl läuft nicht im ESPN-Player, sondern nur auf irgendwelchen nicht offiziell lizensierten Seiten. Zu den einzelnen Spielen im Detail. Weiterlesen

Bowl Season 2013/14 am Tag vor Silvester: Texas sucht einen Head Coach

Heute ist „Black Monday“ in der NFL (viele Coaches und GMs werden gefeuert). Dazu vielleicht im Laufe des Tages mehr. Zuvor erstmal die Vorschau auf die College-Bowls von heute Abend und Nacht, vier an der Zahl. Alle Spiele kommen wieder live im ESPN-Player, und SPORT1 US zeigt heute auch wieder was live, nämlich die hochkarätig besetzte Alamo Bowl zwischen Oregon und Texas (ab 0h45).

MEZ    BOWL                TEAM 1            TEAM 2
17h45  Armed Forces        Middle Tennessee  Navy
21h15  Music City          Ole Miss          Georgia Tech
00h45  Alamo               Oregon            Texas
04h15  Holiday             Arizona State     Texas Tech

Zu den einzelnen Spielen im Detail. Weiterlesen

Bowl Season 2013/14, Großkampftag am Samstag

Bowl-Season heute mit einem Großkampftag. Alle Spiele kommen wieder live im ESPN-Player, und SPORT1 US zeigt heute auch was live, nämlich die Russell Athletic Bowl Miami/FL vs #18 Louisville (mit Teddy Bridgewater!) ab 0h45.

MEZ    BOWL                TEAM 1            TEAM 2
18h    Pinstripe           Notre Dame        Rutgers
21h20  Belk                Cincinnati        North Carolina
00h45  Russell Athletic    Miami/FL          Louisville
04h15  Buffalo Wild Wings  Kansas State      Michigan

Zu den einzelnen Spielen im Detail. Weiterlesen

Bowl-Season 2013/14 Preview: Military, Texas und Kraft Fight Hunger Bowl

Großkampftag der Bowl-Season heute mit drei Bowls quer über die Staaten. Der ESPN-Player hat sie alle in seinem Angebot:

MEZ    BOWL                TEAM 1            TEAM 2
20h30  Military            Marshall          Maryland
00h    Texas               Syracuse          Minnesota
03h30  Kraft Fight Hunger  Washington        Brigham Young

Zu den Geschichten hinter den Spielen. Weiterlesen

Bowl Season 2013/14 am Stephanstag

Nachklapp zur Hawaii Bowl in der Christnacht: Das Spiel war zur Pause gegessen, weil die Oregon State Beavers schlicht die bessere Mannschaft stellten. Die Beavs scorten zwei Fumble-Return TDs durch ein und denselben Spieler, aber das allein erklärt keine zwischenzeitliche 38-6 Führung. Oregon State machte mehr Yards, mehr Yards-per-Play als Boise State. Erst in der „Gargabe-Time“ holte sich Boise State die Yards und Punkte zurück, sodass es am Ende im Gamebook den Gesamt-Raumgewinn von 538yds für Boise und nur 454yds für die Beavers ausweist. Die bessere Mannschaft hat gewonnen, auch wenn die Zwischenführung doch 1-2 TDs zu hoch ausfiel.

Ein sehr bizarrer Moment kam im zweiten Viertel, als ESPN ein Interview mit dem künftigen Boise-Headcoach Byron Harsin schaltete. Harsin sprach gerade über seine Vorstellungen von Boise-2014, als der zweite Fumble-Return TD passierte. Harsin war ganz eindeutig nicht dabei, das Spiel zu verfolgen, oder aber er stand gerade mit dem Handy telefonierend auf dem Balkon und rauchte eine runter. Im TV wirkte es jedenfalls… eigenartig. Mal schauen, was Harsin mit Boise State anstellen wird. Dieses Programm hat die schwierigste Saison seit locker 10 Jahren hinter sich. Harsin muss das Trainergenie Chris Petersen ersetzen. Viel Glück.

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Beef’O’Brady’s Bowl 2013 Preview

KORREKTUR: Das Spiel findet nicht um 02h, sondern um 20h statt.


Neben Vor der NFL gibt es heute Nacht Abend auch noch College-Football mit der apostrophreichen Veranstaltung Beef’O’Brady’s Bowl (02h live im ESPN-Player), gesponsert von einer Schnellimbisskette aus den Südstaaten. Austragungsort ist das Tropicana Field in St. Petersburg an der Tampa Bay, einer bei vielen verhasste, weil komplett stimmungslose Baseballhalle.

Die Kontrahenten heute sind die East Carolina Pirates (C-USA, 9-3) und die Ohio Bobcats (MAC, 7-5), zwei Teams, die in unterschiedlichen Gefühlswelten anreisen. Für den hohen Favoriten East Carolina (13.5 Punkte nach SRS) war es eine fantastische Saison, nach der man allenfalls reumütig auf die wenigen Pleiten zurückschaut: Zweimal knapp gegen namhafte Teams verloren (u.a. nur 10-15 gegen Virginia Tech), ehe man im entscheidenden letzten Spiel gegen Marshall das einzige Mal abgeschossen wurde. Aber ansonsten: Große Siege über UNC und NC State aus der ACC – alle Achtung. Weiterlesen

Vorhang frei für die Bowl-Season 2013/14

Die Bowl-Season 2013/14 geht heute los. Die Bedeutung der Bowl-Season beschränkt sich zwar faktisch auf reinen Freundschaftsspiel-Charakter für alle Partien außer eine – dem BCS-Championship am Dreikönigstag – aber gefühlt steckt etwas mehr dahinter. Die Bowls stehen traditionell für die Post-Season im College Football, der seit Urzeiten ohne Playoffs auskommt – dieses Jahr übrigens zum allerletzten Mal – und dafür im Dezember bis Anfang Jänner stets eine Serie an so genannten „Bowls“ austrug.

Der Name „Bowl“ kommt tatsächlich von der ursprünglichen Form der großen US-Footballstadien („Bowl“ = Schüssel). Das erste dieser war die Yale Bowl in Connecticut, fertig gestellt 1914. Inspiriert von diesem Stadion erbauten die Macher in Pasadena bei Los Angeles in den 20er Jahren ebenfalls so eine gigantische Schüssel. Sie sollte der neue Austragungsort werden für das alljährliche Tournament East-West Football Game, das seit 1916 Teil der Neujahrsfeierlichkeiten samt Rosenumzug in Pasadena war.

Die Schüssel wurde Rose Bowl getauft, das Spiel „Rose Bowl Game“, und weil ein Jahrzehnt später die Macher in Miami/FL („Orange Bowl“) und New Orleans („Sugar Bowl“) dem Beispiel folgten, entwickelte sich der Terminus „Bowl Game“ alsbald als Synonym für die Post-Season, die der College-Football schon immer auf diese bizarre Weise ausspielte.

Playoffs sind ein Werk des Teufels. Wir kommen mit einer Serie an Inter-Conference Spielen aus und wählen uns an dessen Ende unseren Landesmeister („National Champion“). Das System hielt sich viele Jahrzehnte lang trotz aller himmelschreienden Ungerechtigkeiten, wurde erst in den 90ern durch die „Bowl Alliance“ und später die viel diskutierte „Bowl Championship Series“ (BCS) ersetzt, die aus der Bowl-Season endgültig eine Art Freundschaftsspiel-Serie machten, an dessen Ende das einzige bedeutende Spiel stand, das Endspiel zwischen der #1 und der #2 um den Landesmeistertitel.

Heute haben wir 34 Bowls plus als 35tes das National Championship Game. Das war nicht immer so. Noch Ende der 80er Jahre gab es nur 15-17 Bowls, aber mit der zunehmenden Kommerzialisierung und dem Aufstieg von ESPN als echter Player im TV-Markt wurden immer neue Bowls kreiert, um TV-Sendeplätze und Werbegelder zu generieren.

Qualifizieren können sich alle Teams mit zumindest ausgeglichener Siegbilanz (.500, also 6-6 Siege), wobei es oftmals eine Handvoll Teams gibt, die trotz Erreichen dieser Bilanz keine Einladung bekommen, weil einfach trotz vieler Bowls noch immer zu wenige Plätze vorhanden sind.

Es ist nicht alles schlecht: Spieler und Universitäten vor allem aus den kleinen Conferences sehen die Bowl-Season immer noch als ein großes Saisonziel. Für die Spieler ist die Qualifikation für eine Bowl auch die (offiziell) einzige Möglichkeit, über das Uni-Stipendium hinaus Zuwendungen in Form von Geschenken anzunehmen. Und vor allem für kleinere Unis ist es oft die einzige Gelegenheit, im landesweiten TV spielen zu dürfen.

Die Bowl-Season ist spannungstechnisch so aufgebaut, dass es vor Weihnachten mit einigen kleinen Bowls für die Teams mit den schwächsten Saisonbilanzen losgeht, und dann in den Tagen vor und bis Silvester die ersten namhafteren Bowls stattfinden. Ab dem Neujahrstag geht dann auch die BCS los mit den vier großen Bowls (Rose, Orange, Sugar, Fiesta), mit dem Abschluss des BCS-Finals. Detaillierter habe ich das Thema schon vor etlichen Jahren behandelt. Weiterlesen

Jameis Winston, Heisman Trophy Gewinner

Wenn nicht noch die Pferde zum Kotzen beginnen, wird heute Jameis Winston, der Quarterback der Florida State Seminoles, als Gewinner der Heisman Trophy 2013 ausgezeichnet. Die Heisman-Trophy ist die wichtigste Individual-Auszeichnung im College-Football. Sie wird nicht immer an den besten Spieler vergeben, sondern in Wahrheit an den „Spieler der Saison“. Das ist ein kleiner Unterschied, da zur Heisman-Trophy neben großartigen sportlichen Leistungen auch ein entsprechender „Moment“ gehört, an dem sich die Geschichte dieses Spielers dieses Jahres festmachen lässt. Weil um diese Auszeichnung eben solche Geschichten gesponnen werden, gewann sie in der langen Geschichte meistens einer der „sichtbaren“ Spieler, ein Quarterback oder Running Back. Weiterlesen