SEC West 2012/13 Preview

So, eine fehlt noch. Nach der SEC-East am Vormittag folgt als Abschluss – diesmal der „richtige“ Abschluss – der Saisonpreviews die qualitativ und quantitativ hochwertigste Division, die der College-Football aktuell zu bieten hat: Die SEC-West, Heimat von beiden BCS-Finalisten in der vergangenen Saison, und stolze Inhaberin von vier der letzten fünf BCS-Titel.

Alabama Crimson Tide

Beginnen wir mit dem Titelverteidiger aus der Kleinstadt Tuscaloosa in Alabama, den Crimson Tide: 2011/12 nach einer fast verheerenden Heimpleite gegen LSU höchst umstritten trotzdem für das BCS-Endspiel nominiert, und dort dann die Muskeln spielen lassen und eben jene LSU Tigers in Grund und Boden gespielt. Zermalmt. Drübergefahren. Einundzwanzig zu null.

Der staubtrockene Nick Saban hat da momentan das wohl beständig beste Footballprogramm unter seinen Fittichen, eines, das auch in der Lage ist, einen Massenexodus an Seniors und NFL-Draftees zu verkraften und trotzdem locker 11, 12 Siege heimfährt. Diesmal liest sich die Abgängerliste erlesen: RB Trent Richardson (NFL-Pick #3), S Mark Barron (#7), CB Der Kirkpatrick (#17), LB Dont’a Hightower (#25), OLB Courtney Upshaw (#35), DT Josh Chapman (#135), CB De’Quan Menzie (#146), TE Brad Smelley. Plus OffCoord Jim McElwain (neuer HC bei Colorado State).

Sowas kann nur Alabama wegstecken, wo dann immer noch zirka fünfundzwanzig 5-star-Recruits rumlaufen. So sind die Hoffnungsträger im Angriff der erstaunlich abgewichste QB A.J. McCarron, verdienter MVP im BCS-Finale, und RB Eddie Lacy, der Richardson aber nicht ganz nicht das Wasser reichen kann. Fragezeichen wird es bei den Wide Receivers geben, aber wenn die Offense Line im NFL-Draft 2013 drei oder vier 1st Rounder bieten soll, dann muss wenigstens diese eine einzigartige Mauer für McCarron/Lacy bilden.

Prunkstück ist bei Saban immer die ungemein druckvolle Defense, an der sich vor allem die CBS-Kommentatoren Woche ein, Woche aus ergötzen, und die 2011 Zahlen für die Ewigkeit ablieferte, nicht nur, weil LSU keine 100yds im Titel-Endspiel zustande brachte. Namen sind mir jetzt bis auf S Robert Lester, OLB Adrian Hubbard und das Tier, NT Jesse Williams (ein Australier, der 272kg im Bankdrücken aufgestellt haben soll), kaum bekannt, aber die Athleten sind durchwegs schnell, kräftig und… Alabama-like eben.

Schwierig wird der Schedule (am Samstag, 1.9. gegen Michigan in Dallas, dann am 15.9. @Arkansas und im November @LSU), aber das sind die Tide gewohnt. Ich bin mir nicht sicher, ob wir hier vom Titelfavoriten spielen, aber im Normalfall wird Alabama auch so maximal zwei oder drei Spiele abgeben.

Louisiana State Tigers

Der Titelverteidiger in der SEC ist aber nichtmal Alabama, sondern nach einer beachtlichen Regular Season im letzten Jahr die Louisiana State University, die 13 Spiele lang über einen mächtigen Schedule drübergefahren war, nur um im BCS-Endspiel keinen Stich mehr zu machen. Trotzdem: Head Coach Les Miles scheint mehr als angekommen und mit seiner kultig-clownigen Art mittlerweile richtig gut bei den Leuten anzukommen.

Diesmal wird Miles wie auch Saban einige Änderungen vornehmen müssen. Die erzwungene QB-Änderung kann nach den jüngsten Auftritten der Herren Jefferson/Lee das schlechteste Vorzeichen nicht sein, obwohl der neue Mann, QB Zach Mettenberger (kommt von Georgia), nach einer Anklage wegen sexuellen Übergriffen auf Studentinnen kein unumstrittener Bursche ist, aber mit seinem starken Arm eine ganz neue Dimension in den LSU-Angriff bringen kann.

Denn bisher war LSU in der Offense vor allem eines: Laufen. Die zirka fünfköpfige RB-Combo um den kräftigen Spencer Ware, um Michael Ford und den explosiven Kenny Hilliard (und weitere) liefert in der Summe spektakuläre Zahlen ab und wird auch diesmal hinter einer landesweit konkurrenzlosen Offensive Line starke Zahlen liefern. Die Fragezeichen konzentrieren sich eher auf die Wide Receiver: Beckham und Shepard müssen den hohen NFL-Pick Rueben Randle ersetzen, eine groß gewachsene, physische Präsenz und letztes Jahr eine der Schlüsselfiguren.

LSU wird sich aber solange nicht grämen müssen, solange es eine Defense auf das Feld schicken darf. Die Defensive Line ist mit den beiden Ends DE Sam Montgomery und DE Barkevious „KeKe“ Mingo schlichtweg spektakulär und kann in der Mitte nach dem Abgang von NFL-Pick Brockers schon wieder zwei Leute zum Sabbern aufbieten: Man merke sich erstmal DT Bennie Logan, und der Sophomore DT Anthony Johnson klingt mit seinem Spitznamen („The Freak“) jetzt sooooo vernachlässigbar auch nicht.

Spannend wird die Secondary, wo neben dem – yep, das wiederholt sich – hohen NFL-Pick CB Claiborne auch noch das Gesicht der Tigers von 2011, CB „Honey Badger“ Tyrann Mathieu, verloren wurde (Junkie Mathieu begibt sich in eine Entziehungskur). Als Reaktion darauf, und weil man es sich leisten kann, wurden im Sommer ein paar Wide Receivers zu Defensive Backs umgeschult und mit CB Simon und FS Eric Reid sind da immer noch zwei Eckpfeiler da. Schwerer wiegen dürfte Mathieus Fehlen als Punt Returner – der Mann hatte ein paar außerordentlich spektakuläre Plays geliefert.

Ausblick: LSU dürfte sich wieder mit Alabama um die Divisionskrone matchen. Möglicher Vorteil LSU dabei: Sie haben weniger Exodus zu beklagen und dürfen Alabama daheim empfangen.

Arkansas Razorbacks

Manche trauen auch den Arkansas Razorbacks aus Fayettville durchaus eine Außenseiterchance zu – und das trotz einer bizarren Offseason. Was im April harmlos mit einem Motorradunfall ohne Opfer begann, endete ein paar Wochen später in der Entlassung von Head Coach Bobby Petrino – eben weil es kein Opfer gegeben hatte. Beziehungsweise, weil Petrino das „Opfer“, seine Begleitung, verfrachtet hatte. Die Begleitung war eine blutjunge Kellnerin, eine von Petrinos heimlichen Geliebten. Der University of Arkansas war das zu viel Imageschaden, und sie schmiss Petrino, der seit seinem Abgang bei den Atlanta Falcons ein wandelnder Imageschaden war, kurzerhand raus.

Mit John L. Smith coacht nun eine komplette Unbekannte, frisch aus der FCS (Weber State) nach Fayettville zurückgeholt, aber ein Petrino ist immerhin noch da: Paul, Bobbys Bruder, der die Offense unter seinen Fittichen hat. Diese Offense wäre eigentlich ganz passabel: QB Tyler Wilson ist ein fantastischer Quarterback, oder spielte zumindest letztes Jahr so, aber niemand will mit Gewissheit sagen, dass es nicht bloß das Produkt der Petrino-Offense war – denn Bobby Petrino war bei allem Kotzbrockendasein ein anerkannt großartiger Offense-Stratege.

Neben Wilson dürfte der wieder genesene RB Knile Davis die wichtigste Offensivwaffe sein, nachdem die beste Wide Receivers nun in der NFL spielen – allein, Davis plagen immer wieder kleine Zipperlein.

Nie unspanned ist bei den Hogs auch die Abwehr, die gerne unzuverlässig auftritt, aber nun mit dem CB Tevin Mitchell einen potenziellen NFL-Kandidaten in spe aufbietet. Möglicher X-Faktor: Man empfängt beide, Alabama und LSU, zuhause.

Auburn Tigers

Unruhig war es auch bei Auburn, dem BCS-Champ von 2010: OffCoord Gus Malzahn floh nach Arkansas State, der Super-RB Michael Dyer gleich mit (und anschließend auch dort), und nun muss sich plötzlich der Meistertrainer Gene Chizik wieder beweisen, ein herrischer Head Coach. 2011 war Auburn ein bestenfalls durchschnittliches Team (8-5, aber 3-0 in engen Spielen, und diese so unglaublich knappe Auftaktpartie gegen Utah State, die ich nicht vergessen kann). Jetzt sind zwar haufenweise Top-Recruits da, aber irgendwo auch reihenweise Fragezeichen.

Bei den Quarterbacks haben weder Moseley (King of kassierte Sacks), noch Frazier überzeugt, und in der Defense muss man sich mit Brian Van Gorder auf einen neuen DefCoord einstellen und kann keine adäquate Defensive Line aufbieten. Es riecht da irgendwie nach einer weiteren Wundertüten-Saison für die Tigers, die schon des Öfteren aus dem Nichts plötzlich eine Top-Saison gezaubert haben.

Texas A&M Aggies

The Neuling. Texas A&M ist e-n-d-l-i-c-h in der SEC, e-n-d-l-i-c-h weg von Texas, und wird mit seinem fantastischen Kyle Field in College Station ein angemessenes Stadion mit angemessener Fankultur mit in die SEC bringen.

The dark horse. Und die Aggies haben eine interessante Mannschaft. 2011 mit 7-6 völlig abgeschmiert, aber das waren bis auf eine einzige Niederlage richtig krasse Dinger, Kollapse, verschossene Field Goals, alles war dabei, und eine 1-5 Bilanz in engen Spielen (und vier davon mit maximal vier Punkten). Excel rankte Texas A&M bei mir auf den 14ten Platz.

Reaktion: Head Coach Mike Sherman wurde in die NFL entlassen und durch den aufstrebenden Kevin Sumlin aus Houston ersetzt. Für Sumlin ist das ein Traumszenario: Kann auf einem potenziell gigantischen Sleeper aufbauen und die Hardware (Siege) einsacken, die der Vorgänger aufgebaut hatte.

Sumlin ist auf alle Fälle mutig, installierte mit Kliff Kingsbury (der Mann war ein rekordträchtiger College-QB und dann kurz bei den Pats in der NFL) einen Bruder im Geiste und relativen Trainer-Novizen als OffCoord, und Sumlin ist auch selbst ein Offensiv-Guru, hatte auf allen seinen Stationen großen Erfolg.

Die Offense wird von RB Christine Michael (ist kein Mädel) getragen, wobei in der Hinterhand der RB Trey Williams ein sensationelles Talent sein soll und die Offensive Line zu den besten gehören sollte. Nachfolger vom hohen NFL-Pick, QB Tannehill, wird mit Johnny Manziel ein Freshman, der in der Offseason bereits adäquaten Gesprächsstoff bot, als er nachts prügelnd und mit gefälschtem Führerschein in den Knast geschickt wurde.

Auf alle Fälle eine interessante Ausgangssituation: Neuer Trainerstab (auch der DefCoord ist übrigens nach DeRuyters Abgang neu), neuer Quarterback, neue Conference, Team, das zuletzt von unglaublichem Pech verfolgt war. Dark horse par excellence, aber wenn du gegen LSU, Alabama und Arkansas spielen musst, ohne dein Team dafür drei Jahre aufgebaut zu haben, könnte es trotzdem ein happige SEC-Debütjahr werden.

Mississippi State Bulldogs

Mehr Kontinuität ist bei Mississippi State gegeben, wo der Head Coach Dan Mullen aus wenig Ressource relativ viel macht und in wenigen Jahren ein grundsolides Programm auf die Füße gestellt hat, das nun möglicherweise auch noch sein Stadion auf 65.000 Plätze ausbauen wird. Die Bulldogs spielen im Vergleich zu Texas A&M eher komplementären Football: Markanten, aggressiven Black’n’blue-Football, ohne Versuch eines Passspiels, und können diesmal mit einer sehr breit aufgestellten Defense (nur DT Cox wanderte in die NFL) aufwarten. Möglicherweise ist Mullen nur deshalb noch so unbekannt, weil er drei bis vier Spiele pro Jahr einfach nur wegen der völlig übermächtigen Konkurrenz verliert, und natürlich, weil er in der Pampa coachen muss, wohin sich nur selten ein renommierterer Journalist verirrt.

Ole Miss Rebels

Pampa, das ist ein gutes Stichwort für die Heimatstadt der Ole Miss Rebels, traditionell das letzte Team, mit dem ich die Vorschau auf die College Football-Saison abschließe: Oxford in Mississippi. Ich liebe das ja, eine Universität irgendwo in den Sümpfen, in einem 16.000-Seelen-Dörfchen fernab jeder Zivilisation… und jedes Heimspiel ist mit 60.000 ausverkauft.

Dass das Team zuletzt unterirdisch war und im letzten Jahr sogar mit lebloser Offense und 2-10 das Schlachtopfer abgab, interessiert nur wenige. Ole Miss hat Kultstatus. Und Ole Miss hat einen neuen Head Coach: Hugh Freeze, der zuletzt ein einziges Jahr bei Arkansas State Cheftrainer war und dabei ein gutes Bild abgab. Über Freeze und seine Arbeitsmoral hört man nur Gutes, und das wird sich so schnell nicht ändern, denn niemand erwartet, dass der Mann auf die Schnelle aus diesem Kader etwas machen wird.

Wenn doch, wird der Schedule dafür sorgen, dass die Rebels nicht weit wandern werden: @Alabama, @Arkansas, @Georgia, @LSU. Viel Glück.


Viel Glück auch allen Lesern, die bis zum letzten von vier Independents, elf Conferences und 124 Teams durchgehalten haben, und einige erholsame Samstagnächte mit College Football übern Herbst. Hier noch einmal der Verweis auf die gesammelten Previews – aufgeteilt auf 20 Stück. Morgen wird es weitergehen mit der ersten TV-Vorschau. Denn morgen fliegen die ersten Eier auf den Universitätsgeländen quer durch die Vereinigten Staaten.

SEC East 2012/13 Preview

Zum Abschluss der langen, erschöpfenden Preview auf die College-Football-Saison 2012/13 kommt noch die Queen unter den Conferences dran, die Southeastern Conference aus dem erzkonservativen Bible Belt im Süden und Südosten der Vereinigten Staaten – seit der jüngsten Erweiterung um Missouri und Texas A&M nun mit 14 Mannschaften die größte Conference und ausgedehnt im Westen bis nach Texas, im Norden bis nach Kentucky und im Süden und Osten bis nach Florida.

Die SEC wird auf diesem Blog gewiss den kompletten Herbst ein Thema bleiben, CBS und ESPN/ESPN America sei Dank, und wird werden zirka jedes Wochenende minimum ein oder zwei SEC-Teams in Action erleben, oft mehr. SEC im TV, das bedeutet im Normalfall auch: Verne Lundqvist und Gary Danielson werden die Hauptpartien bei CBS kommentieren – zwei Kommentatoren, die alles und jedes Detail selbst über die Ex-Freundinnen des drittbesten Offensive Tackles wissen, aber die mir in letzter Zeit mit ihrem unhinterfragten Hype um „ihre“ S! E! C! zunehmend auf die Nüsse gegangen sind. We will see, wie sich datt entwickelt.

Im ersten Teil der Southeastern Conference auf alle Fälle die Eastern Division.

Georgia Bulldogs

Es gibt Head Coaches, die sind nicht zu beneiden. Georgias Mark Richt ist einer von denen. Seit jetzt 12 Jahren ist der Mann da und zaubert für einen historischen underachiever eine der besten Spannen in der über 100jährigen Historie hin, und trotzdem ständig mit dem Fadenkreuz auf der Stirn. Grund: Georgia erreicht nie das BCS-Endspiel. Man muss wissen, dass Georgia in einem großartigen Recruiting-Gebiet liegt und trotz der vielen Avancen der umliegenden SEC-Universitäten jährlich Top-10 Recruiting-Klassen einfährt, aber sportlich hat in den letzten sieben, acht Jahrzehnten nur ein einziger National Title (1980) herausgeschaut. Unter Richt ist man meistens bei zehn oder elf Saisonsiegen, aber eben auch nie mehr. Immer fehlt ein kleines Detail, sei es ein beschissener Schedule, ein fehlgefeuerter Pass eines ansonsten tadellosen QB Matt Stafford, mal ist es Richt selber, der im falschen Moment nicht über seine vollen Hosen springen kann.

Georgia, die Heimatstadt Athens, und das riesige Sanford Stadium (92.000 Plätze) mit seinen Hecken entlang des Spielfeldes wollen also die BCS-Kristallkugel. In diesem Jahr ist man mal wieder gut dafür aufgestellt, und das, obwohl dem massiv gehypte RB Isaiah Crowell gekündigt wurde (Crowell hatte falsches Zeug geraucht, aber sportlich als Freshman nun auch nicht sooooo überzeugt).

Denn in QB Aaron Murray besitzt man einen durchaus feurigen Spielmacher mit NFL-kalibrigem Arm, dem Richt heuer trotz seiner zu hohen Sack-Rate mehr zutrauen dürfte als letztes Jahr, als er versucht, das schlimme Laufspiel durchzudrücken (u.a. auch gegen Boise, als man komplett niedergemacht wurde).

Die wahre Stärke ist aber trotz Murray die Defense, wo man mit DefCoord Tod Grantham und seiner 3-4 Defense voll ins Schwarze getroffen zu haben scheint. Es drohen zwar noch ein paar Suspensionen von Schlüsselspielern zu Saisonbeginn (u.a. gegen den starken LB Ogletree), aber diese Front-7 ist ein Augenschmaus. Die Arbeit der 3-4 Line ist von jener einer NFL-Franchise nicht zu unterscheiden und im Hintergrund walzt der grandiose OLB Jarvis Jones alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Für Hobbyscouts gilt es, sich diesen Jones vorzumerken, denn der Mann wird in den Top-5 im NFL-Draft 2013 vom Board gehen.

Schedule ist auch ziemlich günstig, also erwartet man von Georgia (Preseason-Ranking im Coaches-Poll #6) wenigstens den Einzug in das SEC-Endspiel. Eine 10-2 Saison würde bestimmt als Enttäuschung gewertet werden.

South Carolina Gamecocks

Größter Konkurrent dürfte South Carolina mit seinem unkonventionellen Head Coach Steve Spurrier (bekannt von seiner Zeit in Florida und bei den Redskins) sein. South Carolina hatte ich bereits im Frühling auseindergenommen, daher nur noch die geraffte Form. Jo, 2011 war das einen undurchschaubare Mannschaft: Mit unsicherer QB-Situation und verletztem Running Back, aber einer Super-Defense zu 11-2 marschiert, aber von keiner Sau wahr genommen.

In der Offense kehrt RB Marcus Lattimore wohl erst nach vollständiger Genesung zurück, aber die Effizienzmessungen zeigen überraschenderweise: Ohne Lattimore war man nicht schwächer als mit Lattimore. So können die Augen täuschen. QB ist Connor Shaw, der sich bei mir einen Ruf gemacht hat als Mann mit zu vielen Sacks.

In der Defense ist das Auge vor allem auf die sensationellen Defensive Ends Jadeveon Clowney und Devin Taylor zu werfen. Ein Problem „Regression zur Mitte“ könnte für die Gamecocks das extreme Turnover-Glück von 2011 sowie der 4-1 Record in engen Spielen werden.

Georgia muss nach Columbia kommen. Wird spannend, wie sich das Duell zwischen den beiden entwickelt, aber South Carolina hat auch danach noch einen brutalen SEC-Schedule: Mizzou, Arkansas, @LSU, @Florida.

Florida Gators

Nur haarscharf die erste losing season seit Menschengedenken (1979) abgewendet hat die University of Florida mit ihrem 7-6 letztes Jahr im ersten Jahr unter Head Coach Will Muschamp. Trotzdem ist man nicht unzufrieden in Gainesville, weil sich die Defense prächtig entwickelt und als Draufgabe noch den rekonvaleszenten DE Ronald Powell (Verletzung aus dem April ist ausgeheilt) willkommen heißen darf.

Die Knackpunkte sind in der Offense zu finden, wo letztes Jahr unter Charlie Weis überhaupt kein Laufspiel implementiert werden konnte. Konsequenz: Als Weis-Nachfolger wurde der junge OffCoord Brent Pease aus Boise geholt. Boise in Florida? Riecht verdächtig danach, dass hier demnächst mit PlayAction operiert wird, um insbesondere die eklatanten Schwächen beim 3rd down rauszubekommen.

Die Personalsituation könnte besser sein: Die Running Backs Rainey und Demps (unser Olympia-Sprinter) sind gegangen, und dahinter wird man sehen müssen, wie sich die unerfahrenen Backs hinter einer schlechten Line entwickeln können. Unklar ist auch die QB-Situation: Brissett oder Driskel? Beide haben bei ihren Kurzeinsätzen nicht überzeugen können, und Driskel schleppt zu allem Überfluss noch eine Verletzung aus dem Trainingslager mit sich. Als jüngste Informationen sickerte gestern Nacht durch, dass Muschamp/Pease beide im Season Opener einsetzen werden – ein Ende der Fahnenstange scheint also über Wochen nicht in Sicht zu sein.

Der große Hoffnungsträger ist einer der geilsten Spieler im kompletten College Football, WR/TE/FB/Backup-QB/RB Trey Burton, der als X-Faktor absolut nicht zu ersetzen ist und eine der schönsten Schachfiguren für einen Coach ist. Pease wird seine helle Freude mit dem Mann haben.

Mizzou Tigers

Oder besser: MizSEC Tigers. Ich kann eigentlich nicht fassen, dass die SEC so scharf auf die University of Missouri war. Das Programm ist nicht schlecht, aber auch nie wirklich grandios. Es ist fehlt irgendwo der Pfeffer. Es ist… ein bissl langweilig. Die Tiger-Fans werden sich vorkommen wie im siebzehnten Himmel. Endlich da. Endlich SEC.

Head Coach Gary Pinkel kann man aber keinen Vorwurf machen, er hat ein grundsolides Programm zusammengestellt, das in den letzten Jahren immer wieder Pech mit schweren Schedules hatte (2011 zum Beispiel #5, heuer #8). Was sich für Pinkel positiv auswirken könnte: Seine Defense ist bekannt dafür, gegen physische Teams besonders aufzugeigen, allen voran der höchst talentierte DT Sheldon Richardson. „Physisch“? SEC? SEC! Physisch!

Im Angriff sieht das ganz auch eigentlich recht gut aus (abgesehen von der Frisur von OffCoord David Yost): QB James Franklin ist ein guter Werfer (63% completion rate, 2865yds, 21 TD, 11 INT) und ein noch besserer Schrambler (1089yds, 15 TD) und gebaut wie ein Running Back. Er sollte in seinem zweiten Jahr noch besser werden. Und dann ist da noch der nach allen Auguren beste Highschool-Football dieses Jahres, WR Dorial Green-Beckham.

Dürfte ich tippen, würde ich aber nicht allzu euphorisch sein: Obwohl man physisch in die SEC reinzupassen scheint, haben Mannschaften nach Conference-Wechseln oftmals Probleme mit der Umstellung. Und von Oklahoma State zu LSU ist philosophisch ein weiter Weg.

Vanderbilt Commodores

Vanderbilt ist mit Stanford zu vergleichen: Bildungsanstalt, wo man noch hohen Wert auf gute Noten legt und deswegen Probleme hat, starke Highschooler mit überschaubarem IQ zu bekommen. Enter James Franklin (nicht der von Mizzou).

Franklin, der aussieht wie Triple-X, hielt letztes Jahr Einzug an der Universität nahe Nashville/TN, implementierte eine physische, beinharte, opportunistische Mannschaft und fuhr gleichmal eine der besten Recruiting-Klassen ever für Vanderbilt ein. Und nach der ersten Saison inklusive überraschender Qualifikation für die Bowl Season ist Vandy und sein Studentenkorpus erstmal erwartungsfreudig.

Die Offense dürfte trotz des grundsoliden QB Jordan „hello, my brother is NFL-MVP“ Rodgers erstmal aus 97% Laufspiel bestehen, damit ja möglichst kein Turnover produziert wird, und dann wird man versuchen, sich trotz mancher wichtiger Abgänge in der Defense mit ein paar gut getimten INTs wieder ausreichend Siege für ein 6-6 zu ergaunern.

Alles schon ein Fortschritt bei Vernderbilt.

Tennessee Volunteers

Ein paar Meilen weiter östlich, in Knoxville/TN, kommen die Tennessee Volunteers einfach nicht aus ihrem Loch heraus. Vor 15 Jahren war man noch National Champion, jetzt hat man erhebliche Probleme, überhaupt noch in die Bowl Season reinzuflutschen (2011 scheiterte man). Head Coach „Betonfrisur“ Derek Dooley ist aber auch verwandt mit der Pechmarie, seien es ausgefallene Starting-Quarterbacks, extrem unglückliche Turnovers oder schlichtweg bizarre Spielausgänge wie vor zwei Jahren bei LSU (ich kann diese letzten 32 Sekunden auch nach dem zwanzigsten Mal anschauen noch immer nicht fassen).

Dooley ist angezählt. 2011 hatte man nicht unmöglich viel erwartet gehabt, aber dann, im letzten Saisonspiel bei 5-6 Siegen, zum ersten Mal seit ein paar Äonen gegen Erzfeind Kentucky zu verlieren, das grenzte an einen kleinen Skandal.

Spielermaterial ist nur in der Spitze. Der QB Tyler Bray spielt wie ein prototypischer NFL-Quarterback spielen sollte und ist ein eigenartig cooler Charakter mit Starpotenzial. Ist Bray fit und auf der Höhe, hat Tennessee einen richtig explosiven Angriff. Fehlt Bray wie ein paar Wochen letztes Jahr, krepiert die Offense komplett. Positiv zu werten ist allerdings, dass Dooley kompromisslos zu werfen versucht, nie eine schlechte Idee bei einem Mann mit Brays Qualitäten (mein dark horse auf einen hohen NFL-Pick 2013).

Mal schauen. Knoxville mit seinem furiosen sechsstelligen Publikum („Rocky Top“) erwartet eigentlich mehr von den Vols – ich würde bei einem erneuten Verpassen der Bowl Season keinen Pfifferling mehr auf einen Verbleib Dooleys wetten.

Kentucky Wildcats

Schließlich Kentucky, die zu den besten Universitäten im College-Basketball gehören, aber zu den schlechtesten im Football – und trotzdem ist hier der Coach unangetastet, eine Kultfigur, ein Sympathieträger: Joker Phillips gilt als ultrapatriotischer „Kentucky Man“, der genügend aus der Mannschaft rausholt, dass man jedes Jahr in Nähe von 6-6 spielt, womit man zufrieden ist.

Seit dem eben angesprochenen legendären Sieg über Tennessee im Saisonfinale 2011 hat Phillips eh Narrenfreiheit, obwohl Augenzeugen dieses Spiels ob der gebotenen Qualität immer noch Schadenersatzklagen gegen beide Unis erheben. Hauptproblem bei Kentucky ist das fehlende Passspiel in der Offense (4.6yds/Play ist einer der unterirdischsten Werte überhaupt) – damit dürfte es dieses Jahr nichts werden mit Bowlspielen.

Big 12 Conference 2012 Preview – Oklahoma gegen Texas gegen den Rest der Rednecks und darüber hinaus

Die Big 12 Conference war seit der Fusion der Giganten der Midlands, Big 8 und SWC, in den 90ern die große Redneck-Conference in den Vereinigten Staaten gewesen. Das Erdbeben (Stichwort: Conference-Realignment) sorgte zuletzt dafür, dass sich verdiente Universitäten wie Nebraska, Colorado, Mizzou oder Texas A&M verabschiedeten, und dass heuer zwei neue Mitglieder zu begrüßen sind: West Virginia aus der Big East und TCU aus der kleinen MWC – richtig gezählt: Die Big 12 Conference zählt aktuell bloß zehn Mannschaften.

Sportlich hat die Big 12 spektakuläre Passfeuerwerke zu bieten, und zumindest in der abgelaufenen Saison war man qualitativ in der Spitze die vermutlich bestbesetzte Conference, besser als die SEC mit ihren beiden BCS-Finalisten.

Die Preseason-Rankings spiegeln das wider. Sicherlich sind die Ranking-Positionen der Big 12 Conference durch die vielen inzestuösen Passfeuerwerke den Mississippi entlang etwas inflationär, aber zumindest die ersten vier kann man schon mal vertreten.

Mannschaft         Coaches  AP
Oklahoma           #4       #4
West Virginia      #11      #11
Texas              #15      #15
TCU                #17      #20
Oklahoma State     #19      #19
Kansas State       #21      #22

Sechs von zehn Teams in den Top-22, das ist ein massiver, massiver Wert. Meine Excel-Sheets rankten aber in der abgelaufenen Saison sogar sieben Big12-Unis in den Top-19 (Mizzou und Texas A&M reingerechnet, TCU und West Virginia waren außerhalb der Top-20).

Oklahoma Sooners

Die University of Oklahoma ist die unbestrittene Dominatorin der Conference, und trotzdem ist latente Unzufriedenheit zu spüren: Das liegt daran, dass die Mannschaft von Head Coach Bob Stoops zwar immer ganz oben mitspielt, aber es seit über einem Jahrzehnt nicht mehr zum BCS-Titel gereicht hat, weil immer ein oder zwei Spiele scheinbar grundlos verschenkt werden.

Letztes Jahr war es mal wieder die Defense, die in drei Spielen völlig kollabierte; DefCoord Brent Venables wurde danach gegangen, und durch den Bruder von Bob Stoops, Mike Stoops, ersetzt – Mike war bei Arizona nach ein paar wechselhaften Jahren als Head Coach entlassen worden. Warum? Weil die Defense zusammengebrochen war. Nicht irgendwie, sondern in die Top-10 von 120 Mannschaften von hinten.

In der Offense plagen die Sooners etliche Wechsel auf der WR-Position, bis tief in den August herein ändert sich das Bild im Kader fast wöchentlich. Keine leichte Aufgabe für QB Landry Jones, der trotz fabulöser Stats nicht das herausragende Standing seines Vorgängers Bradford (jetzt St Louis Rams) genießt – Jones‘ Spielanlage ist dafür einfach zu blass. Der Mann kann aber auch machen, was er will, er wird immer an Bradfords rekordverdächtigen Zahlen zu knabbern haben.

Gepaart mit dem unspektakulären RB Dominique Whaley können die Sooners aber mit einer runden, auf hohem Niveau ausgeglichen besetzten Truppe aufwarten, die wieder in den Top-10, vielleicht noch weiter vorne, mitmischen wird.

Texas Longhorns

Eine Diskussion der Big 12 kann am großen Erzrivalen Oklahomas, den Texas Longhorns, niemals vorbeigehen. Nicht nur, weil die University of Texas 2010 und 2011 mit ihren Egozicken fast den Kollaps der kompletten Conference heraufbeschwört hätte, nein: Texas ist die Uni im College Football schlechthin, und das liegt nicht nur am dutzende Millionen schweren Longhorns Network.

Denn kein Trainerstab hat es beim Recruiting einfacher als jener von Head Coach Mack Brown: Jeder Nachwuchssportler möchte im Highschool-Talentschuppen Texas für die Longhorns spielen. Sportlich kommt oft zu wenig raus. Die Offense wird vom jungen RB Malcolm Brown getragen werden, und bei den Quarterback wird man wohl auf den jungen David Ash setzen, der letztes Jahr einen Tick besser aussah als Case McCoy (Colts Bruder) – sich ist aber nix, und spätestens nach dem zweiten schlechten Spiel werden die 100.000 in Austin schon wieder nach einem neuen Quarterback rufen.

In der Defense ist der DefCoord der Star: Manny Diaz, ein Pragmatiker vor dem Herrn, der eine ungemein aggressive Spielweise predigt und dessen Unit schon 2011/12 mächtige Fortschritte machte.

TCU Horned Frogs

Der erste von zwei Neulingen – und was für einer. TCU war jahrelang neben Boise State der Mid-Major im College Football schlechthin, bekommt nun die Chance, in einer der großen Conferences zu spielen. Das „Übergangsjahr“ 201/12 wurde mit 10-2 trotz zweier Pleiten zu Beginn halbwegs schadlos überstanden, und man konnte im November sogar knapp die Boise State Broncos schlagen. Dass man am Ende nicht in eine BCS-Bowl eingeladen wurde, grenzte schon wieder an Schiebung.

TCU wird eine 1A-Offense rund um einen Grasliebhaber, QB Casey Pachall, aufbieten können. Pachall ist möglicherweise der beste, gefährlichste Quarterback in der kompletten Conference – und er besitzt eine Menge Waffen um sich herum. Die größte Waffe ist allerdings weg: OffCoord Justin Fuente, ein furchtloser, mutiger PlayCaller, ist in Memphis Head Coach geworden. Was bleibt, ist eine starke Offensive Line und ein grundsolides Laufspiel, das Pachall größtenteils entlasten wird.

Der seit Jahren rastlos am Experiment „BCS-Buster“ werkelnde Head Coach Gary Patterson wird in dieser Saison seine Mannschaft fast nicht wiedererkennen: Seit ein paar Generationen hatte Patterson stets grandiose Defenses gebaut. Just dort, in der Secondary, sind diesmal aber ernsthafte Fragezeichen ob der Tiefe (auch wegen so was wie interner „Dopingsperren“) – nicht gut in einer passlastigen Conference wie der Big 12.

Aber: Die Defense ist jung (nur ein Starter ist Senior). Pachall ist jung. Wenn nicht jetzt, wann dann gilt hier nicht. Gibt noch immer 2013. Aber auch auf das Risiko hin, mich lächerlich zu machen: Ich traue TCU ohne weiteres den Gewinn der Big 12 und eine Platzierung unter den fünf, sechs besten Teams der FBS zu.

West Virginia Mountaineers

Geographisch ist Neuling WVU in der Big 12 Conference ein Ausreißer, aber kulturell passen die Ears wie die Faust aufs Auge in die Big 12: „Air-Raid“-Passfeuerwerke und der markante Head Coach Dana Holgorsen hat sein Handwerk bis vor kurzem hauptsächlich in der Big 12 erlernt. QB Geno Smith macht seine Sache – quicke, kurze Pässe und die Running Backs und Wide Receivers arbeiten lassen – exzellent genug, um famose Yards-Statistiken und kaum Turnovers zu produzieren, aber die Defense ist nach erneuter Systemumstellung ein Fragezeichen.

Bei den Mountaineers sind meistens die Heimspiele vor ausverkauftem Stadion in Morgantown ein echtes Highlight, weil mit viel Pathos und knisternder Atmosphäre aufgeladen. Diese Saison riecht allerdings nach einer leichten Enttäuschung für WVU, die nach einem Orange-Bowl-Kantersieg und nach Jahren in der schwachen Big East Conference nun vermutlich mehr erwarten als die acht oder neun Siege, die sie heuer einfahren werden.

Die Mittelklasse

Nach einer famosen 2011er Saison erwartet man auch Großes von den kleinen Kansas State Wildcats (USA Today #21) von Trainerlegende Bill Snyder – vermutlich auch hier Größeres, als die Mannschaft zu leisten imstande ist. Snyder ist so ein Mann, der am liebsten im Angriff nur laufen lassen würde – und er hat den richtigen QB dazu: Collin Klein ist wurftechnisch eher der Grobmotoriker, berechenbar wie der Sonnenuntergang, aber er scrambelt fantastisch und macht bei den gefühlt eintausend 3rd und 3 Situationen neunhundertfünfundneunzig Mal das 1st down. Problem: Das 10-3 aus dem letzten Jahr liest sich fantastisch, aber man gewann acht Spiele nur haarscharf in richtigen Krimis (8-1 in engen Spielen). Auf solches Glück kann man kein zweites Mal bauen, auch wenn die Wildcats durchaus auch in der Lage waren, mit einem Kaliber wie Oklahoma State mitzuhalten.

Diese Oklahoma State Cowboys sind heuer in den Rankings erstmal an #19 gereiht, aber nach dem Abgang des kompletten Offensivkerns um QB Weeden und WR Blackmon dürfte das heuer für Mike Gandys Jungs eine zähe Geschichte werden. Quarterback wird mit Wes Lunt wohl ein Freshman sein, und in der Defense wird sich das außerordentliche Turnover-Glück aus der letzten Saison kaum wiederholen lassen.

Die Baylor Bears müssen den Abgang von Heisman-Trophy-Sieger Robert Griffin III verkraften und werden mit Sicherheit keine zehn Siege mehr einfahren. Ganz abschreiben sollte man die Bears aber nicht: Die Uni ist viel besser aufgestellt als noch vor 5-10 Jahren, und HC Art Briles hat schon an anderen Orten gezeigt, dass er durchaus aus limitiertem spielerischen Talent mehr rauszuholen vermag als ein durchschnittlicher Coach.

Bodensatz-Gefahr

Die Texas Tech Red Raiders versauten im letzten Herbst Sooners die Saison, dürften aber diesmal wieder nur in der unteren Hälfte mitspielen. Unter dem unglücklichen HC Tommy Tuberville kann man sich einfach für kein Defensivsystem entscheiden, aber im Angriff ist man markant: Zillionen an aneinander gereihten Kurzpässen, nix Explosives, aber immer 4-5yds Raumgewinn.

Die Iowa State Cyclones versauten dagegen den Oklahoma State Cowboys die Chance auf den BCS-Titel. HC Paul Rhoads genießt als Lokalhero einen großartigen Ruf, ein ansteckend positiver, energiegeladener Mann, und in Furzweite zum Stadion aufgewachsen. Rhoads baut auf eine laufintensive Offense mit viel smash’n’dash und zwischendurch dem einen oder anderen tiefen Ball vom Gunslinger-QB Steel Jantz.

Schließlich die Kansas Jayhawks mit ihrem neuen, prominenten Head Coach Charlie Weis (ex-Pats, Chiefs, Notre Dame). Weis macht mit markanten Sprüchen auf sich aufmerksam, aber solange die horrende Defense (43.8pts/Spiel) nicht verbessert wird, kann das ganz schnell nach hinten losgehen, vor allem, wenn Weis seine Dampfplauderei nicht mit entsprechender Siegbilanz untermauern kann. Bei den Quarterbacks scheint sich ein mögliches Problem von allein gelöst zu haben: Weil der von BYU transferierte Jake Heaps ein Jahr aussetzen wird, sollte Dayne Crist den Starter geben und nach turbulenter Zeit in Notre Dame (u.a. auch unter jenem Charlie Weis) noch ein letztes Halali im College Football blasen können.

Pac-12 Conference vor der Saison 2012/13: Die Northern Division

Nach dem sonnigen Süden nun in den nasskalten Norden der Pac-12 Conference, an die Bucht um San Francisco, und in die regnerischen Wälder Oregons und Washingtons. Es ist die Division des Nordwestens der Vereinigten Staaten, dort, wo die Stadien zwar keine 100.000 fassen, aber das Publikum in den zumeist schnuckeligen Arenen frenetisch wie in nicht jeder SEC-Arena aufgeigt.

Den Divisionsfavoriten kennen wird bereits: Oregon hatte ich einen eigenen Eintrag spendiert. Wenden wir uns der Konkurrenz zu. Den Stanford Cardinal zum Beispiel, die nach dem Abgang von QB Andrew Luck kein Trübsal blasen, weil man – ungewöhnlich für diese akademische Elite-Uni – plötzlich gut aufgestellt ist: Head Coach David Shaw hat für Stanford-Verhältnisse (exzellente Athleten sind schwer zu bekommen, weil Stanford noch Wert auf den „Student“ in Student Athlete legt) sensationell rekrutiert und die landesweit fünftbeste Klasse 2012 eingefahren. Shaw wirbt mit der Herausforderung: Spielen und pauken – nur die absolut Besten kommen da durch und sind gemacht fürs Leben.

Die Fragezeichen gibt es in der Offense, wo der RB Stepfan Taylor (kein Schreibfehler) den jungen QB Brett Nottingham (edit: Luck-Nachfolger scheint Josh Nunes geworden zu sein) tragen muss. Die Defense baut auf Physis und ihre herausragende Front-Seven, die zu den druckvollsten gehört, was Sacks angeht und Laufspiel meist komplett abwürgt. Könnte trotzdem eine happige Saison werden, mit USC, @Notre Dame und @Oregon im Spielplan.

Die Chance für die California Golden Bears (auch: Cal)? Nach Jahren der Stagnation ist in Berkeley plötzlich so was wie Euphorie zu spüren, was an der Combo QB Zac Maynard/WR Keenan Allen liegen mag. Oder am sanierten Heimstadion. Oder am sehr, sehr starken Defensive Backfield. Man hält sogar 9-3 für nicht ausgeschlossen.

Auch die Washington Huskies sind recht enthusiastisch, trotz der verheerenden Defense. Head Coach Steve Sarkisian hat nach Jahren am Boden (u.a. 0-12 im Jahr 2008) ansehnliche Aufbauarbeit geleistet und kann auf eine starke Offense vertrauen: QB Keith Price besitzt einen NFL-kompatiblen Arm, besser als es Jake Locker je war, und obwohl mit RB Polk und WR Kearse die besten Skill Player in die NFL gegangen sind, gibt es dahinter gute Nachrücker. Sehr gespannt bin ich auf die Defense, die kaum Druck zustande bringt (welch Wunder, wenn ein Defensive End wie Shirley keine 100kg auf die Waage bringt!), aber in der Secondary große Talente besitzt. Der Safety Shaq Thompson ist z.B. ein unglaublich gehypter Freshman. Washington wird sich dennoch schwer tun, in den Top-25 zu bleiben, weil der Schedule sich gewaschen hat: @LSU (8.9.), Stanford (27.9.), @Oregon (6.10.), USC (13.10.) in der ersten Saisonhälfte!

Die Huskies sind aber weiter als der innerstaatliche Rivale Washington State. Die Coogs kommen dafür mit viel Boohay um ihren neuen Head Coach Mike Leach daher, der vor zweieinhalb Jahren unter mysteriösen Umständen bei Texas Tech gefeuert worden war. Mike Leach, das ist nicht irgendwer. Mike Leach, das ist der vielleicht wichtigste Vordenker der unglaublich passlastigen „Air Raid“-Offense – die Texas-Tech-QBs pulverisierten unter Leach die Passrekorde gleich serienweise.

Die Zauberformel lautet: Creating space, using space. Die zirka einhundertdreiundfünfzig Wide Receivers an der Anspiellinie kreuzen sofort ihre Routen, und innerhalb von nullkommasieben Sekunden (oder so) muss der Quarterback geworfen haben. Es braucht keinen QB mit Staffords Raketenarm. Es braucht nur einen kurzentschlossenen, blassen Werfer. Einen wie QB Connor Halliday, der bei Washington State heuer starten soll. Es braucht aber auch eine halbwegs vorzeigbare Offensive Line – und genau daran wird der Angriff in Leachs erstem Jahr scheitern. Von der Defense ist nicht viel zu erwarten, höchstens, dass die erneuerte Front Seven ein bisschen Terz machen kann.

Bleibt das Mauerblümchen, die Oregon State Beavers vom beliebten, aber langsam unter Druck geratenden Head Coach Mike Riley. Oregon State war zu Beginn „meiner“ College-Football-Zeit (iss nicht soooo lange her) ein mit Ehrfurcht vernommenes Programm, kommt aber seit drei Jahren nicht mehr aus dem Loch. Verletzungsprobleme. Auswärtsschwäche. Ein QB Sean Mannion, der hinter einer wackeligen Protection immer wieder kurz vor dem Durchbruch ein Spiel mit 4 INTs einstreut. 2011 verlor man glatt auch noch gegen ein Team aus der FCS, was heuer nicht passieren darf, außer Riley will unbedingt in Rente gehen.

Summa summarum: Eine durchaus bärenstarke Division, die die Pac-12 da im Norden mittlerweile aufgestellt hat. Kein Vergleich zu dem, was wir heute Vormittag aus dem Süden kennen gelernt haben. Durchaus nicht ausgeschlossen, dass fünf Teams aus dem Norden die Bowl Season erreichen.

Pac-12 Conference vor der Saison 2012/13: Die Southern Division

Ze Pac-12

Drei Jahre Dominanz der Oregon Ducks – wie lange wird das anhalten? Dieses Jahr ist Andrew Luck von dannen, aber die USC Trojans kehren dafür als massierte Wucht zurück ins Rennen einer Conference, die als eine der wenigen momentan sehr stabil ausschaut.  Die Vorschau, als erstes, auf die Southern Division mit Teams aus Südkalifornien, Arizona und den Rocky Mountains.

Southern Division

Die USC Trojans gelten nicht bloß als klare Favoriten im Süden der Pac-12 Conference, sondern – wie wir bereits wissen – überhaupt als ganz heiße Kandidaten auf den Gewinn der BCS-Kristalltrophäe. Konkurrenz sollen sie in der Division keine haben, oder, wie ich sagen würde: Kaum.

Denn die Utah Utes aus Salt Lake City sind nicht komplett zu unterschätzen. Jahrelang einer der ganz starken Mid-Majors, haben die Utes 2011 in ihrem ersten Jahr in der großen Pac-12 ein paar Umbruchprobleme überstehen müssen, inklusive einer verheerenden Niederlage mit zig verschossenen Field Goals gegen Colorado, weswegen man das Endspiel um den Conference-Titel verpasste.

Trotzdem ist die Stimmung euphorisch. Das hat auch mit der unkonventionellen Entscheidung von Head Coach Kyle Wittingham zu tun, den erst 25jährigen Brian Johnson zum neuen OffCoord zu bestimmen. Brian Johnson, das ist ein Mann, den kenne ich noch vom Spielfeld. Vor dreieinhalb Jahren spielte der mit den Utes als Quarterback die Alabama Crimson Tide in der Sugar Bowl an die Wand. Johnson war schon damals nachgesagt worden, ein Peyton Manning, ein „Coach auf dem Spielfeld“ zu sein. Jetzt ist er nur mehr Coach und muss einen verunsicherten Angriff um den nicht immer überzeugenden QB Jordan Wynn wiederbeleben, und nach allem, was man so hört, scheint ihm das ganz gut zu gelingen.

Der wahren Grund für das Stimmungshoch ist aber die Defense, die sensationell druckvoll in der Front-7 spielt und auf einen der ganz großen Stars des NFL-Drafts 2013 bauen kann: DT Starlite „Star“ Lotulelei, dem kein OffCoord weniger als zwei Guards aufhalst und der nur wegen zu schlechter Noten andernorts überhaupt bei Utah untergekommen ist. Utah empfängt USC zuhause (4.10., vormerken!) und spielt auch ansonsten einen eher leichten Schedule. Sensation, hör ick da was trappsen?

Auch nicht zu unterschätzen: Die UCLA Bruins, die sich allenfalls einen etwas kuriosen Head Coach angelacht haben: Jim Mora jr., den Kreativkopf, der sich einst eine West Coast Offense für Michael Vick ausgedacht hatte. Mora jr. war in Los Angeles schon vom ersten Tag an eigentlich abgeschrieben, aber er scheint seine Sache überzeugend genug zu machen, dass man den Bruins mittlerweile wirklich zutraut, wenigstens acht Saisonsiege einzufahren (Schlagwort „intriguing“), und das mit einer ähnlichen Mannschaft wie jener furchtbar unkonstanten 2011er-Truppe. Der neue OffCoord ist Noel Mazzone, bei dem man gleich denkt „ah, Passfeuerwerk! No huddle!“. Kredenzien: Zuletzt den Angriff der Arizona State Sun Devils nach oben gecoacht; jetzt ist in L.A. gefragt, als vierter OffCoord in den letzten vier Jahren und mit einem unerfahrenen QB (Kevin Prince oder Richard Brehaut) zu arbeiten.

In der Defense ist auch ein neuer DefCoord da: Lou Spanos (ex-Washington Redskins), bei dem keine Sau weiß, was er vorhat, aber der Floskel auf Floskel abspult und wenigstens damit Leben in eine verwaiste Abwehr bringt.

Der Rest wird diesmal nicht viel reißen. Die Arizona Wildcats arbeiten das erste Jahr unter einem exzellenten Offensivgeist: Rich Rodriguez, den Head Coach, der nach verheerender Zeit bei Michigan nun wieder eine Chance kriegt. Rodriguez hat sich als Charakter erstmal in die Ecke gestellt, aber dass der Mann ein unkonventioneller Geist mit innovativen Ideen ist, hat sich gezeigt: Brutal breite „Spread“-Aufstellung, richtig viel Bewegung an der Anspiellinie, kaum Huddles – das war alles zu den Zeiten, als ich begann, College Football zu schauen, stilbildend. Es war Rich Rodriguez’ Stil, und er ist heute Usus, weil vielfach kopiert. Die Offense braucht allerdings eine lange Einlernzeit, und auch weil das Personal in der Defense völlig ungeeignet für die neue 3-3-5 Aufstellung sein soll, erwartet niemand von den Wildcats Wunderdinge. Was aber dank Rodriguez und seine exponierte Art bereits erreicht ist: Man nimmt Arizona landesweit wahr.

Das ist auch bei den Arizona State Sun Devils der Fall, die sich auch so einen Kotzbrocken als Chefcoach angelacht haben: Todd Graham, der in Pittsburgh auf unterste Schublade kündigte und nur mit Glück ohne Knochenbrüche die Wüste von Tempe/AZ erreichte. Graham ist ein Wandervogel, der wie Rodriguez aneckt und viel „Spread“ spielen lässt. Die Sun Devils haben allerdings nach haufenweise Abgängen (u.a. QB Osweiler) kaum verfügbares Spielermaterial, was es auf der anderen Seite für einen Egomanen wie Graham auch einfacher macht, kann er doch noch rücksichtsloser seine Ideen durchdrücken, ohne irgendwelchen Starspielern vor den Kopf zu stoßen. Einzig DE Junior Onyeali soll unangetastet bleiben, aber der passt charakterlich auch wunderbar zum Stinkstiefel Graham.

Nicht unlustig: Arizona State gehörte in der Vergangenheit zu den unbeherrschtesten Mannschaften mit den meisten Strafen. Ausgerechnet ein Graham muss die Jungs nun disziplinieren.

Schließlich die Colorado Buffaloes, wo wir letztes Jahr einen exzellenten Kommentar von Jens lesen durften. Tenor: Das Trainerduo Embree/Bieniemy sollte nach dem Desaster um Dan Hawkins eine Chance bekommen. Ein Jahr später liest sich das Ding ungefähr so: Jon Embree wird exzellente Recruiting-Arbeit nachgesagt, was auf der Geberseite halt auch bedeutet, dass der Kader extrem jung und unerfahren ist. 2011 war man nur 3-10, die Euphorie ist erstmal soweit gegangen, dass das Frühjahrscamp vor Geisterkulisse stattfand… Nun vermisst man auch noch das Arbeitstier in der Offense der letzten Jahre, RB Rod Stewart. Um ein bissl Hoffnung zu machen: Ein derartiges Verletzungspech wie letzten Herbst wird man diesmal wohl kaum mehr haben, und die Erwartungen sind diesmal so weit im Keller, dass man ein 3-10 im Sinne des Neuaufbaus gern in Anspruch nimmt. Okay, nicht gern, aber man würde es akzeptieren.

Später: Die Northern Division, die deutlich stärker einzuschätzen ist.

Mountain West Conference 2012/13 Preview: Boise State und der Reload-Button

Nächste Conference im Change-Modus. Die Mountain West Conference sieht dieser Tage alle Jahre neu aus und wird nach dem Verlust der einstigen Zugpferde TCU, Utah und BYU nach der Saison 2012/13 auch den Mid-Major schlechthin, die Boise State Broncos, verlieren. Und dann steht die Wertigkeit dieser Liga wieder zur Diskussion…

Boise State Broncos

Wenn Universitäten wie Nebraska oder Michigan mit Jahrtausenden an Tradition aufmarschieren, kommen die kleinen Boise State Broncos aus dem Nirgendwo in Idaho wie die pubertären Jungs des Weges, auf alles an Geschichte scheißend und mit dem stechend blauen Spielfeld in Boise als markantestem Merkmal. Aber Boise State hat auch sportlich einiges drauf.

Boise State, das ist in den letzten sechs, sieben Jahren der Schrecken der Arrivierten schlechthin geworden, eine junge Universität ohne große Geschichte und mit limitierten Ressourcen, die Jahr für Jahr für große BCS-Debatten zu sorgen vermochte. Das ging vom absolut fantastischen Fiesta Bowl-Sieg über Oklahoma hin über die letzten vier Jahren, in denen drei Spiele verloren wurden: Zweimal mit einem Punkt, einmal in der Overtime.

Nun ist der Kern der ganz großen Boise-Ära abhanden gekommen: Der langjährige Heisman-Kandidat QB Kellen Moore, RB Doug Martin, die beiden besten Passfänger Shoemaker und Efaw, die besten Offense Liner OT Solder und C Byrd, die drei besten Defensive Liner McClellin, Crawford und Winn sowie der leading tackler Byron Hout und LB Tevis bis hin zum S George Iloka sind nicht mehr spielberechtigt. Das Material, das die Broncos heuer in den NFL-Draft entsendeten, können Unis wie Alabama nicht alle Jahre schicken. Und trotzdem besteht für einen beinharten Boise-Fan Grund zur Hoffnung. Das beginnt beim Head Coach Chris Petersen, einem Pokerface mit nachgewiesen zentnerschweren Eiern.

Petersen hat den Broncos eine ganz eigenartige und trotzdem wunderschöne Offense verpasst, deren allermarkantestes Wahrzeichen das gesellige Treiben an der Anspiellinie ist: Kein Spielzug ohne fünf bis sechs Motions, dann der Snap und eine change of direction oder ein end around im Laufspiel oder ein schneller Pass zu einem der dutzenden Wide Receivers. Boise States Angriff pflegt, ohne Anzeichen von Nervosität seinen Stiefel runterzuspielen und notfalls immer wieder den einen oder anderen Trickspielzug einzustreuen, um die einschlummernde Defense aufzuwecken. Diese underdogaffine Angriffsstrategie wird gnadenlos durchgezogen, und selbst gegen eklatant unterlegene Gegner wird nie mit Nachdruck der Dolchstoß gesucht.

Damit fuhren die Broncos im vergangenen Jahr über Georgia wie ein Dampfhammer drüber, würgten damit einen Gegner, der dieses Jahr in den Top-10 eröffnet, komplett ab und mussten ihre BCS-Träume erst gegen eine wiedererstarkte TCU-Mannschaft im November begraben. TCU, das ist auch das Vorbild der Broncos für diese Saison: Nach etlichen Abgängen waren die Frogs 2011 anfangs ein eher wackeliges Team, steigerten sich dann im Verlauf der Saison und gehörten zum Ende des Jahres mit Gewissheit zu den besten sieben, acht Mannschaften im College Football. Die Blaupause für Boise 2012?

Wir werden sehen. Im Angriff hat Petersen eine Entscheidung zwischen dem scrambelnden QB Grant Hedrick und Backup Joe Southwick zu treffen, während im Hintergrund mit Nick Patti schon der Nachfolger bereitsteht. Der Top-RB dürfte der verletzungsanfällige, aber spektakuläre D.J. Harper sein und bei den Wide Receivers gefällt mir der junge Matt Miller extrem gut.

Auch der heimliche Star, die Defense, sieht sich vielen Änderungen bevorstehend. Die Defensive Line sieht sich erstmal der meisten Qualität und Quantität beraubt, was dem Schwachpunkt der vergangenen Saison, der Secondary, nicht helfen dürfte. Einzig der neue DE Demarcus Lawrence soll allerhöchsten Ansprüchen genügen.

Die angesprochene Secondary dürfte dagegen von etlichen rekonvaleszenten Spielern profitieren: Die großartigen CB Jerrell Gavins und CB Jamar Taylor sind ebenso wieder da wie die vielen hochgelobten Safetys – womit im Prinzip alle wichtigen Positionen geklärt werden. Außer dem Kicker natürlich…

Boise State hat einen recht einfachen Schedule. Die Saisoneröffnung am 31.8. bei Michigan State ist der härteste Brocken, danach folgen bessere Sparringspartner, weswegen eine 11-1 oder 10-2 Saison für die Broncos durchaus trotz des Aderlasses nicht ausgeschlossen ist.

Die Verfolger

Durchaus eine attraktive Mannschaft stellt das Nevada Wolfpack vom Hall of Fame-Coach Chris Ault – eine von nur zwei Mannschaften, die in den letzten vier Jahren die Boise State Broncos schlagen konnten (die andere ist TCU). Ault ist der Erfinder der mittlerweile auch hierzulande praktizierten Pistol Offense, und Ault gilt zudem auch auf seine alten Tage noch als Mann, der die jungen Hüpfer in seiner Truppe mit seiner Begeisterung für den Sport erreichen kann, obwohl der Mann im TV stets dreinschaut wie drei Wochen Regenwetter. In diesem Jahr steht Ault mit WR Brandon Wimberley ein exzellentes Motivationsinstrument wieder zur Verfügung: Wimberley wurde im Juni 2011 böse niedergeschossen, und obwohl anfangs niemand daran glaubte, dass Wimberley sich noch einmal ohne Rollstuhl fortbewegen könnte, stand der Mann im Frühjahrstraining in der Startaufstellung und wirkte fit und spritzig als wäre nichts gewesen.

Spannend wird davon ab die Offense, wo in der letzten Saison der wirklich herausragende Scrambler QB Cody Fajardo massiv aufgezeigt hat. Fajardo ist allerdings aus Glasknochen gebaut und wenn Nevada einen richtigen Schwachpunkt im Kader hat, dann ist es die fehlende Tiefe bei den Backup-Quarterbacks…

Markant ist auch die mutmaßliche Nummer 3 der Conference, die Air Force, mit ihrer extrem lauflastigen Offense. Die Falcons spielen nicht aus der Flexbone-Aufstellung wie etwa Georgia Tech, aber es ist eine triple option offense mit vielen verschiedenen Gesichtern, aus denen heraus die fünf, sechs eingelernten Spielzüge ausgespielt werden. Die Air Force hat ein ähnliches Problem wie Boise, muss zirka fünfundzwanzig Starter in der Offense und dreiundzwanzig Starter in der Defense ersetzen – wie viel von dem Aderlass durch das glänzend funktionierende Schema F an Offensivsystem aufgefangen werden kann, bleibt abzuwarten.

Weniger ein klares Schema, dafür abhängig von großartigen Einzelspielern sind die San Diego State Aztecs vom beliebten Head Coach Rocky Long. Dumm ist da allenfalls, dass diese großartigen Einzelspieler jüngst in die NFL gewechselt sind (QB Lindley, RB Hillman). Der Fünfkampf um die QB-Position bleibt ein offenes Rennen, auch wenn vieles darauf hindeutet, dass der Mann mit dem monströsen Wurfarm, Ryan Katz, das Rennen machen wird, da er auf die sehr vertikal angelegte Offense am besten passen dürfte. Fragezeichen bleiben in der Offensive Line, aber als Sicherheitsziel gibt es den TE Gavin Escobar, der sich athletisch in eine Reihe mit den Herren Gronkowski und Graham einordnen lässt.

Was San Diego State interessant machen könnte: Long kündigte letzte Woche an, in dieser Saison in des Gegners Platzhälfte jedes 4th down ausspielen zu wollen! Ich bin noch skeptisch, ob und wie lange Long sich das nach der ersten Medienschelte wegen eines Scheiterns trauen wird, aber allein der Gedanke: Sensationell.

Das Mittelfeld

Neben Nevada sind auch noch Fresno State und Hawaii in die MWC rübergewechselt. Vor allem letztere Uni dürfte der Conference Mehrwert bringen, da die Hawaii Warriors mit ihrem attraktiven Gebiet reinstes Recruiting-Gold bedeuten. Zudem haben sie heuer einen neuen, altbekannten Head Coach: Norm Chow. Und immer, wenn „Norm Chow“ fällt, ist der abgedroschene Terminus „pro-style-offense“ nicht weit weg. Chow tut sich gemäß dem Motto „mit 66 Jahren fängt das Leben erst an“ noch den Stress an, zum ersten Mal in seiner Karriere einen auf Head Coach zu machen, und wir dürfen nach all den Passfeuerwerken in den letzten 15 Jahren zum ersten Mal eine wenigstens etwas balancierte Offense erwarten.

Auch die Fresno State Bulldogs haben einen neuen Head Coach: Tim DeRuyter von Texas A&M, dem man exzellente Qualitäten nachsagt. Die wird es auch brauchen, da Fresno mit Derek Carr (Bruder von David Carr) zwar einen guten Quarterback besitzt, aber die Defense als äußerst porös und somit hauptschuldig für die enttäuschende 4-9 Bilanz im letzten Jahr gilt.

Die Wyoming Cowboys waren eines der Teams mit der größten Diskrepanz zwischen Siegbilanz (8-5) und statistischem Hintergrund (#102 auf meiner Excel-Liste). Ein Erklärungsansatz: Wyoming putzt den Bodensatz, ist aber nicht in der Lage, durchschnittliche Teams zu schlagen – und wenn, dann sind es knappe Siege. 2011 war man 5-0 in Spielen mit einem Score Differenz. Das schreit nach Regression zur Mitte. Immerhin: Dieses Jahr kehrt mit MLB Oliver Schober jener Deutsche ins Team zurück, der im letzten Jahr verletzt ausgefallen war. Das sollte der wirklich schwachen Lauf-Defense helfen.

Ich nehme dann noch die Colorado State Rams aus Fort Collins mit rein, die nach der schwer enttäuschenden Zeit unter HC Fairchield nun mit Jim McElwain (ehemals OffCoord von Alabama) einen neuen, jungen dynamischen Cheftrainer bekommen. McElwain führte sich mit Suspensionen gegen zwei seiner besten Abwehrspieler ein, nachdem diese „unzivilisiertes Verhalten“ gegen neu an der Uni eingeschriebene Studenten (Studentinnen?) an den Tag gelegt hatten.

Die Rams besitzen eigentlich gute Ingredienzien in der Offense: RB ist mit Chris Nwoke ein recht spektakulärer Mann, dazu gesellt sich der Superzwerg unter den Wide Receivers, Thomas Coffmann, als deep threat. Problematisch ist vor allem die Lauf-Defense, die aufgrund der häufigen Rückstände der Rams meistens hart geprüft wird, und oft genug nicht hält. Das droht die Stimmung in den Keller zu ziehen – außer natürlich, man gewinnt das Saisoneröffnungsspiel in Denver gegen den Lokalrivalen Colorado. Am allerbesten wäre es natürlich, wenn es McElwain gelingen würde, dieses Jahr als Aufbaujahr für 2013 zu verkaufen. Dann nämlich sähe es nach einem Abgang von Boise State hinsichtlich Conference-Führerschaft gar nicht so übel aus…

Bodensatz

Die UNLV Rebels erlebten seit 2000 keine Saison mit positiver Bilanz und schmierten auch 2011 böse ab und nach nur vier Siegen in zwei Jahren gerät Head Coach Bobby Hauck schön langsam ins Visier der Kritiker. Bisher konnte Hauck auf die Entwicklung junger Talente verweisen, und auch 2012 wird der Kader sehr unerfahren sein, aber man erwartet nun Ergebnisse.

Bei den New Mexico Lobos dagegen ist man schon froh, die unselige Zeit unter Mike Locksley hinter sich gebracht zu haben. Locksley hatte als Cheftrainer kein Fettnäpfchen ausgelassen, von Schlägereien gegen Assistenztrainer über Beleidigungen von Journalisten hin zu Sufffahrten seiner Spieler im Auto seiner Tochter war alles dabei, was sich ein Vorgesetzter eines Footballprogramms nicht leisten sollte. Der Neue ist mit Bob Davie ein ehemaliger Trainer von Notre Dame. Das war dann allerdings vor über einem Jahrzehnt und seitdem hatte Davie sich nur als Pundit im Fernsehen verdingt – kein Mensch vermag zu sagen, welche Offense denn installiert wird. Nicht unwichtig ist aber: Man wird abseits des Feldes ruhigere Zeiten erleben und besser auftreten als unter Locksley.

Atlantic Coast Conference 2012/13 Preview

Nächste Conference, die in Unsicherheit lebt. Da sind zum einen die drohenden Schwerter über den Footballprogrammen von North Carolina und Miami, zum anderen die von anderen Conferences bezirzten Attraktionen Clemson und Florida State, deren Verbleib nicht sicher ist.

Atlantic Division

Florida State und seine BCS-Ambitionen hatte ich bereits unter der Lupe, und sie sind der fraglose Favorit in Division und Conference. Aber auch die Clemson Tigers schlafen nicht und sind immer für eine Überraschung gut – so wie 2011, als sie nach Jahren der Anämie plötzlich eine sensationelle Offense rund um QB Tajh Boyd und den genialen Freshman-WR Sammy Watkins auffuhren. Gemeinsam mit dem superben RB Andre Ellington boten die knallorangenen Tigers richtiges Spektakel, aber waren halt auch brutal unkonstant: Kantersiegen über Virginia Tech folgten Schlappen gegen NC State und in der Orange Bowl ein 33-70 (!) gegen West Virginia.

Völlig unerwarteterweise brach 2011 aber die jahrelang so starke Defense ein, und selbst der Superstar, LB Stephone Anthony, ist so ein Mann, der in einem Play dem Gegner den Kopf ausreißt und im nächsten einen 50yds-Lauf aufgibt. Nun ist mit DefCoord Brent Venables aus Oklahoma ein neuer Mann da, den durchaus nicht alle – mich eingeschlossen – mit offenen Armen empfangen würden. Wer will aus so einer Mannschaft schlau werden? Prädikat: Leverkusen des Colleges Football. Kann potenziell jeden putzen, aber auf dem Weg zur Meisterschaft wird gewiss irgend ein überflüssiger Bock geschossen.

Dem Rest der Division ist nicht allzu viel zuzutrauen. Das NC State Wolfpack des stets grantig dreinschauenden Chefcoachs Tom O’Brien spielt eine bizarre Offense, läuft extrem viel, obwohl das Laufspiel die absolute Schwäche im Kader ist, querbeet durch alle Running Backs hindurch. QB Mike Glennon ist dagegen ein Grünling, aber nach allen Datenbankeinträgen nicht der schlechteste. Schon langsam die Hype-Maschine anwerfen können wir bei CB David Amerson, der im nächsten NFL-Draft schon als potenzieller Top-Pick gehandelt wird.

Bei Wake Forest sind die beiden Stars der sympathische Head Coach Jim Grobe und QB Tanner Price, der eine fabulöse Saison spielte und mit WR Michael Campanaro über einen exzellenten neuen Wide Receiver verfügen soll. Die Defense der Demon Deacons ist nicht die härteste im Tackling, nicht die überzeugendste gegen das Laufspiel, aber schaut sehr flink und wendig im Backfield aus… ach, und einen habe ich noch. Der Noseguard (auch: Nose Tackle) heißt Godspower Offor. Godspower. Offor. Was für ein geiler Name.

Die Maryland Terrapins (Terrapin = Schildkröte) sind dagegen nach einem Jahr in schlichtweg bizarrer Ausrüstung und mit einer komplett kollabierten sportlichen Bilanz (auf 2-10) erstmal auf Wiedergutmachung aus. Head Coach Randy Edsall ist nach nur einem Jahr verhasst wie Furunkel im Intimbereich und steht bereits mächtig unter Zugzwang: Gleich mehrere Schlüsselspieler hauten in der Offseason ab und dann wurden auch noch beide Coordinators geschasst.

Schlechter – respektive: resignierter – ist die Stimmung nur noch bei den Boston College Eagles, wo das Präsidium bereits in den Modus der Verzweiflungsrhetorik geschaltet hat, inklusive gebetsmühlenartiger Lippenbekenntnisse zu HC Frank Spaziani. Was ist das Problem? Ich habe Verbindungen in den Studentenkörper von Boston College und was man so hört, ist es:

  1. Stillstand.
  2. Stillstand.
  3. Stillstand.

Jedes Jahr dieselbe Leier. 8-4 auf 8-4 auf 8-4 auf 8-4 Saison. Zwischendurch ein Ausreißer nach unten. Aber keiner nach oben. Man hat die Schnauze voll von den Sun Bowls und Belt Bowls und Music City Bowls dieser Erde. Nun ist der beste Abwehrspieler in LB Luke Kuechly in die NFL gegangen und der beste Offensivspieler in RB Montrel Harris zu Temple gewechselt, und im Angriff der vierte OffCoord in zwei Jahren (!) installiert – ob’s hilft?

Für deutsche Fans dürfte das Boston College aber auf alle Fälle sehenswert sein, weil dort mit DE Kasim Edebali (müsste ein 89er Jahrgang sein) ein Landsmann mitwirkt – Edebali ist Hamburger und seit 2007 in den Staaten. Wenn mich meine Game-Logs nicht täuschen, hat er letztes Jahr minimum zwei Starts gehabt.

Coastal Division

In der Paralleldivision “Coastal” gibt es diesmal keinen eindeutigen Favoriten. Das liegt in erster Linie daran, dass beim langjährigen Zugpferd, den Virginia Tech Hokies, viele Fragezeichen aufgetaucht sind: Drei Viertel der Offense müssen ersetzt werden, das Defensive Backfield ist ein Torso und der Schedule auch nicht ganz einfach.

Hoffnungsträger im Angriff sind der monströse QB Logan Thomas, dessen Einstandsjahr 2011 ganz ordentlich war – ein mobiler 2m-Hüne, gute Wurftechnik, insgesamt noch ausbaufähige Vorstellungen. Man hofft, dass der Head Coach Frank Beamer endlich seinen extremen Konservativismus aufgibt und um Thomas herum eine aufregendere Offense spielen lässt, aber wenn ich so lese, dass sich Beamer beim Gedanken an die neue Freshman-Granate, RB Michael Holmes, fast einen runterholt, bin ich da nicht so zuversichtlich…

Auf der anderen Seite kontern die Georgia Tech Yellow Jackets von Paul Johnson halt auch nur mit einer wenn auch ausgefallenen Triple-Option-Offense aus der Flexbone-Formation. Zugegeben: Das ist eine der spektakulärsten Mannschaften zum Einschalten an einem Donnerstagabend, wenn 80x/Spiel gelaufen wird, mit drei eingestreuten tiefen Bomben. Dumm ist da höchstens, dass mit WR Stephen Hill der möglicherweise entscheidende Mann mittlerweile NFL-Profi ist. Weil auch die Defense Fragezeichen hat, dürfte es als Überraschung zu werten sein, sollte Georgia Tech wirklich den Hokies Paroli bieten können.

Aber wer sonst? Die sympathischen Virginia Cavaliers waren mit ihrem 8-5 Record zuletzt schon heilfroh und verschwiegen wissend, dass der nur aufgrund einer 5-1 Bilanz in Spielen mit einem Score Differenz zustande gekommen war. Und in der Secondary muss der komplette Starting-Lineup ersetzt werden.

Die einstigen Giganten von der University of Miami, die Hurricanes („Canes“) sind nach dem großen Shapiro-Skandal (Kurzform: Booster/Fan spendierte den Spielern Geld, Autos und Nutten und packte Jahre später – 2011 – im Knast zwei Journalisten alles aus, was er auf der Seele hatte) in Erwartung richtig ernsthafter NCAA-Sanktionen. Der Head Coach Al Golden ist in der schwierigen Situation, eine Mannschaft für die Zukunft zu bauen, ohne zu wissen, wohin sie die oftmals unberechenbaren NCAA-Regelhüter überhaupt führen werden. Dazu kommt, dass Golden mit seinen undurchsichtigen persönlichen Verbindungen jetzt schon selbst ins Visier der Ermittler geraten ist.

Sportlich war das letztes Jahr gar nicht so übel: Eine 6-6 Siegbilanz mit einer 2-6 Bilanz in den engen Spielen zeigt: Miami ist keine Lichtjahre von der Spitze entfernt. Die Offense ist zwar brutal unerfahren, aber der RB Randy „Duke“ Johnson ist ein fantastisch explosiver Spieler, und in der Defense baut die bärenstarke Front-7 um den DE Anthony Chickillo, der in vier ESPNA-Übertragungen bei mir mit neun Datenbank-Nennungen aufschlägt – heißt: Der Mann ist auffällig. Schwierigkeiten soll die fehlende Tiefe bereiten, weswegen es essenziell sein könnte, dass S Ray-Ray Armstrong nach wochenlangem Gerichtsstreit mit der NCAA nun möglicherweise doch seine Spielberechtigung erstritten hat.

Die Duke Blue Devils dagegen sind mit Sicherheit kein Kandidat. Duke ist eine Basketballmacht und im Football schon froh, wenn sie vier Spiele pro Saison gewonnen haben. Und die North Carolina Tar Heels, die sportlich was auf dem Kasten hätten, sind wegen eines Booster-Skandals in diesem Jahr von der Bowl Season ausgeschlossen und spielen deshalb nur außer Konkurrenz mit. Trotzdem lohnt es sich, UNC zuzuschauen: Hier ist mit Larry Fedora ein neuer Head Coach am Werk, der zuletzt bei Southern Miss großartige Arbeit geleistet hat und auch eine durchaus unterhaltsame „Bend-but-don’t-break“-Defense hatte spielen lassen. Fedora ist aber primär offensivorientiert und sollte bei UNC mit QB Bryn Renner und RB Gio Bernard zwei Super-Athleten zum kreativen Arbeiten vorfinden.

Big Ten Conference 2012/13 Preview

Die Big Ten Conference aus dem US-Norden/Nordosten rund um die Großen Seen herum ist die traditionellste, konservativste Spitzen-Conference im College Football, dort, wo sich die großen Stadiongiganten befinden, wo noch klassische Option-Offense gezeigt wird und wo man lieber alte Rivalitäten pflegt, als zwingenderweise Mannschaften ins BCS-Championship Game schickt.

Aktuell ist die Conference recht erschüttert von Skandalen, Stichworte Tressel/Pryor und Sandusky. Mit Ohio State und Penn State sind zwei der landesweit renommiertesten Programme böse unter die Räder der NCAA-Regelhüter gekommen und sind für diese Saison (Ohio State) bzw. auf Jahre (Penn State) außer Konkurrenz dabei. Der Rest dürfte erstmal passen: Der neue TV-Vertrag ist saftig, das Championship-Game trotz der sinnfreien Divisionsverteilung ein Erfolg und auch Commissioner Jim Delaney hat in den unsäglichen BCS-Diskussionen noch rechtzeitig die Kurve gekratzt um sein Gesicht zu wahren.

Legends Division

Die Michigan Wolverines hatte ich bereits vorgestellt, daher an dieser Stelle die Beschränkung auf die „Statisten“ – Statisten, die ich nicht unterschätzen würde. Die Michigan State Spartans verlieren zwar ordentlich Qualität in Offense (QB Kirk Cousins, WR Cunningham) und Defense (DT Jerel Worthy), haben unter dem gewieften Taktiker Mark Dantonio aber über Jahre ein grundsolides Fundament geschaffen, gut genug, dass man die Spartans nicht schon vor Saisonstart abschreibt. QB Andrew Maxwell kommt mit viel Wirbel auf den Campus, RB Le’Veon Brazill Bell war einer von den besseren, effizienteren Running Backs und ist auch ein guter Fänger (35 Catches). 35 Catches, das ist ziemlich genau die Hälfte davon, was alle restlichen im Kader Wide Receivers und Tight Ends zusammen auf dem Buckel haben. Deswegen wird man sich auf die Defense verlassen müssen, deren einzige Schwachstelle das von Worthy hinterlassene Loch mitten in der Defense Line sein dürfte.

Bissl mehr Buzz noch gibt es um die Nebraska Cornhuskers aus den Einöden um Lincoln, die Uni mit dem vielleicht größten Einzugsgebiet für das Recruiting, eine Uni, die aktuell auf Identitätssuche ist. Nicht in Sachen Spielsystem (da bleibt man bei lauflastiger Option-Offense), aber in Sachen: Was wollen wir? War man in den 90ern eine der absolut dominierenden Kräfte, so kratzt man nun Jahr für Jahr an den Top-10, ohne jemals hineingelassen zu werden. Der Gedanke an 9-4 Saisons als Standard treibt dem gemeinen Husker-Fan die blanken Schweißtropfen auf die Stirn.

QB Tyler Martinez taugt da als Projektionsfläche: Er ist zwar nicht der konventionellste Werfer und nicht der explosivste Scrambler, macht aber fast immer seine paar Yards beim 3rd und 3 zum ersten Down und personalisiert damit die unaufgeregte, aber auch nur mäßig entzückende Offense der Huskers. Das könnte heuer zu wenig sein, denn die traditionell starke Defense zeigte sich zuletzt porös und dürfte vor allem in der Front-Four nach Jahren mit Granaten wie Suh oder Crick diesmal wackelig besetzt sein.

Die Iowa Hawkeyes dürften nach etlichen Wechseln im Trainerstab, bei den Skill Players und in beiden Seiten der Schützengräben diesmal keine Rolle an vorderster Front spielen. Unter HC Kirk Ferentz ist man aber ein Muster an Beständigkeit und dürfte somit auch nicht gleich krepieren. Der QB Vandenberg gefällt nur sporadisch, aber gespannt ist man auf die Chemie mit dem fantastischen TE C.J. Fiedorowicz mit seinen ca. 2.05m, und gespannt bin ich auch auf die Defense, nachdem alle Ankündigungen in Richtung „blitz-happy“ zu deuten sind.

Northwestern gehört zu den Unis, die ich als Student mit Ambitionen auf Front-Office und 50k Monatsgehalt ganz gerne besuchen möchte, aber im Football nicht wirklich die große Nummer. Die letzten Jahre unter dem „Magier“, HC Pat Fitzgerald, waren für die Ansprüche der Wildcats so übel nicht, aber nach einem massierten Exodus dürfte man erstmal wieder unten anfangen.

Der absolute Superstar bei Northwestern hört auf den Namen Kain Colter und er hat schon einen Vorvertrag bei Bill Belichick bekommen. Colters Stats von 2011/12:

55 von 82 Pässen  673yds 6 TD  1 INT
126 rushes        726yds 9 TD  5.8yds/Carry
43 catches        458yds 3 TD

Minnesota wird nur, wenn es optimal läuft, in die Bowl Season reinflutschen. Bei Head Coach Jerry Kill sind immer noch die schockierenden Bilder seines Epilepsieanfalls am Seitenrand mitten in einer Liveübertragung im Hirn verankert, bei QB/WR MarQueis Gray muss man erst abwarten, ob er im zweiten Jahr auf der QB-Position mehr Spielverständnis zeigen kann.

Leaders Division

Zwei Teams können wir ganz schnell abhaken: Ohio State und Penn State. Beide wie oben geschrieben diesmal außer Konkurrenz dabei. Die Buckeyes sind aber aus drei Gründen trotzdem spannend. Der erste Grund: Urban Meyer. Der zweite Grund: Urban Meyer. Der dritte Grund: Urban Meyer. Meyer ist einer von den ganz großen Starcoaches, bei denen sich jeder die Fresse fuzzelig sabbert, inklusive Meyer himself. Meyer erwies sich mit seinem Ich habe keine Lust aufs Coachen mehr, deswegen fange ich wieder mit Coachen an-Spielchen als Wendehals und bezog entsprechend ein paar Pfund Prügel. Der Mann ist aber nicht zu unterschätzen, ließ bei Florida mit QB Tebow eine fantastische Option-Offense spielen – und Spielermaterial, das ist bei Ohio State noch nie ein Problem gewesen. Mit Braxton Miller gibt es im Kader auch einen von den laufstarken Quarterbacks in der Tradition Tebows. 2012/13 ist ein Aufbaujahr, bevor in der nächsten Saison der Ernst des Lebens beginnt – wir sehen also Freundschaftsspiele unter Wettkampfbedingungen.

Penn State? Ist für ca. 6-8 Jahre außen vor. Interessant werden drei Dinge: Wie lange wird der Spielerexodus noch anhalten, wann wird Head Coach Bill O’Brien hinschmeißen, und wie ernst ist es Penn States „more than just winning“-Footballpublikum wirklich? (Zuschauerschnitt in den letzten fuffzehn Jahren jeweils über 105000)

Bei Illinois, Indiana und Purdue kann man sportliche Leichtgewichte vermuten. Illinois ist erstmal den unbeliebten Coach Ron Zook los und hat mit Tim Beckman einen lokal erfolgreichen Mann geholt, aber es gibt abseits von QB Scheelhaase und der starken Front-Seven wohl zu viele Fragezeichen. Indiana hat auf seinem Weg zurück aus den Niederungen des College Football keine Siebenmeilenstiefel angelegt, wäre schon froh, wenn die Jungs von Kevin Wilson mal ihre Affinität für gelbe Flaggen ablegen würde. Und Purdue bringt auch kein Entzücken: Der einzige spektakuläre Offensivspieler RB Ralph Bolden ist rekonvaleszent und raucht zu gerne Gras, der out of conference-Schedule ist zu schwer, als dass die Bowl Season drin ist.

Bleiben die Wisconsin Badgers. Und wir wissen, watt datt heißt. HC Bret Bielema hat zuletzt massivste Hünen in den NFL-Draft geschickt, nur um in diesem Jahr wieder eine Unit an Offensive Linemen aufzubieten, wo 12 von 17 Latten über 2m und 16 von 17 Schränke über 140kg sind. Ich war grad im Handel, drei Kisten Bier fürs Drinking Game bei der Saisoneröffnung zu holen.

Keine Frage ist aber: Wisconsin hat Qualität verloren. Es sind einfach zu viele Abgänge: OffCoord Chryst nach Pittsburgh, QB Wilson, WR Toon in die NFL. Nur RB Montee Ball ist noch da, aber wer weiß, wie stark Ball von Wilson profitiert hat. Und Wilson war fraglos der Schlüsselspieler: All die Jahre hatte Wisconsin gutes Laufspiel, aber erst 2011 war mal ein guter Werfer dabei – nur um dann wegen zwei Hail Marys die Chance aufs BCS-Endspiel zu vergeigen. Der neue QB Danny O’Brien, der aus Maryland kommt, ist mir nicht in so besonderer Erinnerung, als dass ich ihn zum neuen Wilson ausrufen möchte.

Über die zuletzt erschreckend schwache Lauf-Defense haben wir da noch gar nicht geredet, aber wie gesagt: Conference-Finalqualifikation sollte aufgrund von Buckeye-Sperre drin sein. Mehr dann wohl auch nicht.

Oregon Ducks 2012/13 Preview

Die markanteste Mannschaft im College Football stellt seit Jahren die University of Oregon. „Markant“ sind die Oregon Ducks vor allem wegen ihrer sagenhaft schnellen Offense, die sie unter Head Coach Chip Kelly seit Jahren spielen. So atemberaubend schnell, dass die Playclock zwischen den Spielzügen selten auf die 20sek heruntertickt! Oregon ist ein Augenschmaus. Oregon ist atemberaubend. Und Oregon wird dank der Millionen von Nike-Gründer und Oregon-Abgänger Phil Knight vorerst ein höchst attraktiver Ort bleiben: Man kann Weltklasse-Facilities anbieten (auch über den Football hinaus – wie viele Male wurde während der Olympischen Spiele gesagt „Athlet xy findet beste Trainingsbedingungen in Eugene, Oregon vor“? Das ist die Heimat der Oregon Ducks.

Dass die Ducks sportlich im Football dabei bleiben, dafür sorgt Kellys besagte Spread-Laufoffense, die dazu tendiert, auf Abgänge sämtlicher Starter zu pfeifen und immer wieder großartige Punktzahlen produziert (2011 zum Beispiel 46.1pts/Spiel). Diesmal weg: QB Darron Thomas und der College-RB schlechthin, LaMichael James.

Ein Problem? Höchstwahrscheinlich nein, weil sich im Hintergrund die Supertalente auf die Füße steigen: QB Bryan Bennett hat einen wackeligen Arm, ist aber ein guter Scrambler, der wahrscheinlichere Starter ist jedoch mittlerweile überraschenderweise QB Marcus Mariota, ein viel, viel besserer Werfer als es Thomas je war. Bei den Running Backs ist die Auswahl zwischen dem spektakulären RB/WR/PR De’Anthony Thomas und RB Kenjon Barner, bei den Wide Receivers gibt es einen breit aufgestellten Haufen mit dem künftigen NFL-Pick Lavasier Tuinei an vorderster Front. Wie immer gilt bei Oregon: Die Offensive Line ist schmächtig und droht, spätestens gegen SEC-Kaliber übermannt zu werden.

Zum heimlichen Star dürfte aber mittlerweile die Defense herangereift sein, die über große Erfahrung verfügt und vor allem im Defensive Backfield hervorragend gegen den Pass arbeitet – nicht unentscheidend in einer Conference mit Quarterbacks wie USCs Matt Barkley oder den Pass-Fetis von Washington und Washington State. Und nicht unentscheidend auch, weil Oregon mit seiner Offense selten in Rückstand liegt – es wird also automatisch, auch von laufintensiveren Mannschaften öfters gegen Oregon geworden. Fragezeichen war über Jahre die Ausdauer, nachdem die Ducks-Defense aufgrund der pfeilschnellen Duck-Offense häufig auf dem Feld steht.

Und selbst diese Ausdauer wird in dieser Saison erst spät getestet werden. Der Schedule ist nämlich maximal lauwarm. Höhepunkt wird Anfang November das Auswärtsspiel bei USC, jenen Trojans, die Oregon letztes Jahr im Autzen Stadium knapp schlugen. Aber selbst bei einer Niederlage in Los Angeles gibt es vermutlich immer noch die Chance auf das „Rückspiel“ im Conference-Finale – dieses findet wohl im Stadion des Regular-Season-Duells statt.

Tipp: Die Ducks gewinnen die Pac-12 zum vierten Mal en suite.

USC Trojans 2012/13 Preview

Es gibt Mannschaften im College Football, um die wird jedes Jahr ein großes Boohay veranstaltet, unabhängig von ihrem aktuellen sportlichen Auftreten. Das über Jahre, Jahrzehnte aufgebaute Standing umgibt manche Programme eben mit einer ganz speziellen Aura. Die USC Trojans sind eine von denen, wobei bei der University of Southern California mit dem riesigen TV-Markt von Los Angeles noch ein weiterer Faktor mit reinspielt.

USC ist ein Liebling vom Haupt-Broadcaster ESPN, und USC ist eine landesweite ganz große Marke in den Vereinigten Staaten. Zuletzt war man Mitte der 2000er mit den sehr medienaffinen Superstars QB Matt Leinart und RB Reggie Bush sowie dem sehr relaxten Head Coach Pete Carroll ganz oben – bis der tiefe Fall folgte: Nachdem fröhliche Verquickungen mit Boostern bekannt geworden waren, wurden den Trojans Siege und BCS-Championships gestrichen, Carroll floh in die NFL und die Uni war zwei Jahre von der Bowl Season ausgeschlossen.

Nun ist USC back. 2011/12 spielte USC eine wechselhafte Saison mit klarem Aufwärtstrend gen Saisonende und ist 2012 wieder berechtigt, in Bowl Season und eventuell im BCS-Endspiel mitzuspielen. Und die Vorzeichen könnten nicht besser sein: Günstiger Schedule, Rückkehr von Sunnyboy-QB Matt Barkley sowie ein insgesamt sehr tief besetzter Kader.

Glauben wir ESPN und seinen Pundits, so hat Headcoach-Kotzbrocken Lane Kiffin da einen National Champion in spe beisammen, der auch eine spannende Geschichte abgibt. Spielmacher Barkley zum Beispiel ist nicht nur ein künftiger Top-Draftpick, der auch die entsprechenden Stats einfährt, sondern halt auch groß gewachsen, blond, von den Studentinnen verehrt und als Draufgabe mit dem Herzen am rechten Fleck, schon in der Mission für arme Kinder Lehmhütten gebaut und dieses und jenes. Barkley blieb extra für die Chance, mit USC ein Bowlspiel, vielleicht gar das BCS-Finale bestreiten zu können, an der Universität, und dürfte dann spätestens 2013 als neuer Quarterback der St Louis Rams ein gemachter Mann sein.

Barkley führt keinen spektakulären Angriff an. USC anno 2012 sorgt nicht wie einst mit Leinart/Bush für Pass-Fetischismus, ist viel methodischer. Man wirft zwar mehr als die durchschnittliche Mannschaft im College Football, aber es sind nicht in jedem Drive zwei 50yds-Bomben dabei. Der Top-WR Robert Woods ist auch nicht das deep threat vor dem Herrn, aber gemeinsam mit dem Nebenmann WR Marquise Lee ein durchaus adäquates Duo (2011 beide zusammen 183 Catches für 2435yds, 9.4yds/Catch). Woods ist allerdings ein Mann, der mit Muskelproblemen viel Training auslassen muss, und im Kader sind bei allen hoch gehandelten Recruits leider auch keine zehn erfahrenen Backups zur Hand, wenn es mal am Samstag nicht zur Einsatzfähigkeit reicht.

So sollte es umso wichtiger sein, dass vor kurzem RB Silas Redd von Penn State kommt – Redd war über Jahre der Alleinunterhalter in Penn States aseptischem Angriff, nahm nach dem Sandusky-Skandal die Chance zum Abhauen wahr. Redd wird eine gute Ergänzung zum anderen RB Curtis McNeal bilden, der ganz eindeutig zu anfällig gegen Fumbles war. Gespannt sein darf man auf die Umstellungen in der Offensive Line, wo mit LT Matt Kalil ein massiv hochgejazzter Spieler in die NFL gegangen ist.

Die Defense ist IMHO nichts besonders, verliert in DE Nick Perry den gefährlichsten Pass Rusher und dürfte vor allem in der Front Seven verwundbar sein.

Jo. USC und der Schedule 2012. Kannste dich nicht beschweren, wenn die beiden heikelsten Aufgaben zu dir ins Coliseum kommen: Am 5.11. die Oregon Ducks und am 24.11. die Notre Dame Fighting Irish. Das einzige weitere wirklich ernsthaft schwierige Spiel dürfte Stanford auswärts sein, aber Stanford ist bei aller Physis nicht mehr das Kaliber von 2010 oder 2011. Von einer Ungeschlagenheit würde ich nicht a priori ausgehen, weil Oregon und Notre Dame zwei Supermannschaften bieten dürften (und dass beide zuletzt knapp auswärts geschlagen wurden, ist eben nicht die ganz große Beweislage).

Fix ist: Eine Regular Season mit 10-2 wird als Minimum erwartet. Ein 8-4 wäre eine Blamage. Ein 12-0 inklusive Heimsieg im Pac-12 Endspiel und Endspielsieg im BCS-Finale von Miami ist da schon viel eher, was die landesweite Erwartung in etwa widerspiegelt.

Ick bin noch etwas skeptisch.

Michigan Wolverines 2012/13 Preview

Was war das für ein Wirbel, der vor fast sechs Jahren gemacht wurde um das eine große Duell in der Big Ten Conference: Michigan – Ohio State. So viel Lärm, dass ich mich ernsthaft für College Football zu interessieren begann. So viel Lärm um nichts. Die Ausgangslage damals: Zwei ungeschlagene Giganten des College Football am letzten Spieltag der Regular Season. Der Gewinner mit sicherem Ticket ins BCS-Finale. Der Verlierer mit etwas Glück auch. Was 2011 LSU und Alabama glückte, scheiterte damals. Die Michigan Wolverines verloren die Partie ganz knapp gegen Ohio State und verschwanden in der Folge sozusagen in der Versenkung. Mehr oder weniger. Für Michigan-Verhältnisse.

Willkommen bei einem jener sieben, acht Footballprogramme, an die man beim Schlagwort „College Football“ sofort denkt. Die Michigan Wolverines sind mit ihrem Big House und ihrer traditionsgeladenen Historie eine der ganz großen Nummern – und sie sind, glauben wir den Pundits, back. Wieder mittendrin im Kampf um die BCS-Kristalltrophäe.

Dafür macht man einen Mann hauptverantwortlich: Head Coach Brady Hoke, ein so genannter Michigan Man, einer der Ihrigen. Hoke war vor eineinhalb Jahren zum Nachfolger des völlig verhassten Rich Rodriguez bestimmt worden, nachdem Rodriguez komplett auf die Defense vergessen hatte – ein Unding an einer Uni, die schon vor 100 Jahren Football spielte. Hoke kam also mit dem Nachweis, früher mal an der University of Michigan trainert (Assistenzcoach) zu haben, und Hoke enttäuschte sie alle nicht.

Hoke übernahm die Defense gemeinsam mit DefCoord Greg Mattison, der sein Handwerk bei der besten aller Defensivschmieden lernte, den Baltimore Ravens, und sie lieferte. Es ist keine spektakuläre Defense mit herausragenden Einzelkönnern oder gar Athleten mit Starpotenzial, aber sie spielt halbwegs effizient, und vor allem: Sie vermeidet die ganz großen Böcke, sinnlose Strafen und schlampige Tacklings, die unter Offensiv-Guru Rodriguez noch an der Tagesordnung gestanden hatten.

Dafür büßte die Offense der Wolverines an Explosivität ein, was aber wohl per Design so angedacht war, denn Hoke stellte von der krassen Spread-Offense auf eine traditionellere, NFL-ähnliche Spielweise um. Vor einem Jahr hätte ich gesagt: Scheiß-Idee. Einen Sensations-Scrambler wie QB Denard „Shoelace“ Robinson lässt man nicht zum Werfer mutieren. Stellte sich heraus, dass der Kompromiss halbwegs geglückt war, denn Robinson scrambelte zwar seltener, aber wenn, dann sehr effizient. Ein großer Werfer wird er nicht mehr werden (2011 mit 55% Completions Rate), aber wenigstens wird nicht mehr ständig volles Risiko gespielt. Robinson hatte nur zwei richtig schlechte Auftritte (bei Michigan State und Iowa), und beide Male verloren die Wolverines. Es sollten die einzigen Niederlagen einer ansonsten als erfolgreich angesehenen 11-2 Saison bleiben, die mit einem Sieg in der Sugar Bowl endete.

Es gibt neben Robinson noch drei andere Gründe, Michigan ganz weit vorne zu erwarten: RB Fitzgerald Touissant und eine physisch sehr dominante Offensive Line. Und noch wichtiger: Die Erfahrung im Kader. Fast alle Schlüsselspieler kehren zurück, sogar bei den Wide Receivers, die als einzige Position im Kader eher schlecht besetzt sein sollen.

So. Dann kommt der Hammer.

Michigan spielt 2012 einen hammerharten Schedule: Vier Auswärtsspiele stechen heraus (@Alabama in Dallas, @Notre Dame, @Ohio State, @Nebraska). Plus das nicht zu unterschätzende Michigan State zuhause. Da sind schon bessere Teams mit 2-3 oder 1-4 oder so baden gegangen. Kann also sein, dass die Michigan Wolverines am Saisonende eine starke Saison, besser als 2011, gespielt haben, aber mit 9-4 Siegen als große Enttäuschung endet. Das ist dann eben das Problem, wenn du ständig behypt wirst und dann einen solchen Schedule spielen musst.

Mid-American Conference, Western Division vor der Saison 2012/13

Am Vormittag hatten wir den Osten unter der Lupe. Jetzt folgt der Westen der MAC.

Northern Illinois Huskies

Sehr ausgeglichen dürfte die Western Division sein, die in der Spitze mit reinster Offensivgewalt daherkommt. MAC-Titelverteidiger Northern Illinois ist noch immer berauscht von einigen fantastischen Siegen gegen Saisonende 2011/12, inklusive eines 63-60 über Toledo und des besagten 23-Punkte-Comebacks im Conference-Finale gegen Ohio. Nun sind allerdings der beste Quarterback der Schulgeschichte, Mr. Irrelevant Chandler Harnish, der OffCoord und sieben weitere Starter in der Offense weg, und es übernimmt mit QB Jordan Lynch ein Grünschnabel. Aber Lynch gilt als extrem großes Talent, kann auch scrambeln und soll Harnishs Erbe fortführen können. Hemmschuh könnte die Defense sein, die zwar größtenteils personell unverändert bleibt – aber das ist dann eben auch ein Personal, das schon mal weit über fünfhundert Yards an manchem Spieltag aufgibt.

Toledo Rockets

Vermutlich wieder der größte Konkurrent dürften die Toledo Rockets sein, die mit dem neuen, sehr jungen Head Coach Matt Campbell (32 Lenzen) und einem insgesamt recht runden Kader aufmarschieren. Toledo war im letzten Jahr eine der Mannschaften der Saison, hätte um ein Haar die Ohio State Buckeyes in deren Stadion geschlagen, wurde bei einer knappen Niederlage gegen Syracuse von den Refs verarscht und verlor dann im November noch besagten wilden Shootout gegen NIU.

Toledo zeichnet sich durch eine Rarität aus: Ein funktionierendes Wechselspielchen bei den Quarterbacks. Da ist zum einen der hüftsteife Austin Dantin und zum anderen der bewegliche Terrance Owens. Die beiden ergänzen sich bestens und vor keinem Drive weiß der Gegner, welchen Spielmacher Toledo denn nun einwechseln wird. Die Skill Players mussten zwar einen Aderlass hinnehmen, aber aufgrund einer starken Offensive Line und einer druckvollen Front Seven in der Abwehr dürfte eine weitere raketenhafte Saison folgen.

Western Michigan Broncos

Western Michigan auf der anderen Seite gehört unter dem langjährigen Coach Bill Cubit zu den wenigen Konstanten, spielt stets in der Nähe der MAC-Spitze mit, ohne in dieser Zeit jemals den Conference-Titel gewonnen zu haben. 2012 hat man eine exzellente Chance, und das vor allem wegen des einen Mannes: QB Alex Carder. In der vergangenen Saison fiel die exzellente Partnerschaft Carders mit seinem Top-WR Jordan White auf, doch White ist nun in der NFL und man darf gespannt sein, wie sich das Bronco-Spiel über die Mitteldistanzen (15-20yds) entwickeln wird. Knackpunkt bleibt die Defense, die mal wieder einen neuen DefCoord bekommt und gegen breites Pass-Arsenal kein Land sieht. Wenigstens der Schedule ist günstig: Die besten conferenceinternen Gegner darf man daheim begrüßen, die drei BCS-Gegner werden alle von Wehwehchen geplagt (Illinois/Minnesota/UConn).

Ze Rest

Von den Western Michigan Broncos zu den Eastern Michigan Eagles aus Ypsilanti (2011: 6-6), wo nicht mehr so rot gesehen wird wie noch vor einem Jahr. Unter Ron English geht es aufwärts, vor allem wegen der breit aufgestellten Bodentruppen und einer exzellenten Run-Defense.

Eher abwärts zeigt der Trend dagegen beim Lokalrivalen, den Central Michgian Chippewas mit ihrer kollabierenden Offense. Head Coach Dean Enos steht mächtig unter Druck und muss Ergebnisse liefern – die Zeit ist günstig, da der Kader als recht gut aufgestellt gilt. Allein: QB Ryan Radcliffe bekommt sein lockeres Abzugshändchen nicht recht unter Kontrolle, neigt zu mentalen Aussetzern, die sich mit Coaching kaum beheben lassen.

Zum Abschluss noch die Ball State Cardinals, die sich unter Pete Lembo aus den tiefsten Tiefen erstmal herausgearbeitet zu haben scheinen, was auch an QB Keith Wenning liegt, der seine Hüftsteifheit mit erstaunlich akkuraten Würfen kaschiert. Problem bleibt der schlechte Pass Rush, weswegen die Secondary oft blank steht.

Mid-American Conference, Eastern Division vor der Saison 2012/13

Die Mid-American Conference ist die kleine Schwester der Big Ten Conference, beheimatet im Nordosten der Vereinigten Staaten, mit zahlreichen kleinen bis mittelgroßen Universitäten rund um die Großen Seen. Die MAC hat sich bei mir einen Namen gemacht als Freak-Conference: Kaum verliert ein Trainer zwei Jahre lang viele Spiele, wird er von den Unigarchen gefeuert. Auf der anderen Seite verlieren die Unis ihre Coaches halt auch, wenn diese mal zwei Jahre hintereinander acht oder neun Spiele aufwärts gewinnen und dann in der Big Ten Conference anheuern. In keiner anderen Conference gibt es IMHO so wenig Kontinuität, und es ist keine Seltenheit, dass eine Mannschaft nach 11-3 auf 2-10 abstürzt und im Jahr darauf wieder 9-4 ist. Das gepaart mit den vielen unglaublichen Shootouts macht die Conference – genannt auch „MACtion“ – trotz ihrer oft halbleeren Stadien immer wieder zu einem sehenswerten Schmankerl bei ESPN America.

Eastern Division: Der Favorit

Es gibt nur einen Favoriten: Die Ohio Bobcats, unter dem erfahrenen Head Coach Frank Solich ein Muster an Beständigkeit geworden. „Beständig“ aber auch wie: Sie verlieren immer das Conference-Finale. Wie auch letztes Jahr, als sie ein 20-0 noch verschenkten und 20-23 verloren. Heuer ist man aber wieder Favorit, auch wenn mit WR LaVon Brazill die beste Offensivwaffe weg ist. QB Tyler Tettleton gehört zu meinen optischen Favoriten, ein knochenhartes Männlein, keine 1m80 groß, aber keinen Scramble und Hit scheuend. Tettleton und die grundsolide Defense sind Hauptgründe für den Favoritenstatus der Bobcats.

On the Way Back

Dahinter tummelt sich eher das Mittelmaß. Die Bowling Green Falcons durften sich nach vielen knappen Niederlagen 2011/12 unter Wert geschlagen fühlen und sollen im vierten Jahr unter dem als Rebuilding-Genie bekannten Chefcoach Dave Clawson mittlerweile gute Tiefe im Kader besitzen. Bemerkenswert soll vor allem die Secondary sein.

Völlig unter dem Radar, aber meiner bescheidenen statistischen Analyse nach ein Sleeper par excellence, laufen die University of Miami/Ohio RedHawks. Ich meine, diese Uni ist das MAC-Team schlechthin. Schauen wir uns die Bilanzen der letzten Jahre an: Von 2-10 auf 6-7 auf 2-10 auf 1-11 auf 10-4 auf 4-8. Weniger Konstanz geht nicht, möchte man meinen. Wenn mich meine Excel-Sheets aber nicht völlig verarschen, war Miami/OH in der abgelaufenen Saison trotz 4-8 Siegen ein besseres (!) Team als im Jahr zuvor mit seinen 10-4 Siegen.

Und es gibt Hoffnungen: Der Kader bleibt nahezu unverändert, QB Zac Dysert gehört zu den besten und vielseitigsten seiner Zunft und hält den laufaffinen Coach Don Treadwell davon ab, das grottenschlechte Laufspiel allzu stark einzusetzen, und dann ist da noch eine richtig gute Defense – also: look out.

Nächster jahrelanger underachiever, nächster potenzieller Überraschungskandidat: Die Kent State Golden Flashes von Darrell Hazell, eigentlich ein offensiv ausgerichteter Coach, aber diese Mannschaft kann nur eines: Verteidigen, und das richtig gut. Die Offense ist in Worten schwer zu beschreiben, nachdem QB Spencer Keith angewiesen wurde, lieber fünf Drives in die Ränge zu schmeißen, als einen Turnover zu produzieren. Möglicherweise steht Keith, das das auf Kosten vieler fürchterlicher Incompletions beherzigte, aber schon bald hausinterne Konkurrenz entgegen, nachdem QB David Fisher von Nebraska rübertransferiert wurde und sich im Frühjahr in die Herzen der Fans gespielt hat.

Reden wir lieber über die Defense, wo mit dem DE Rosevelt Nix einer von den eigenartigsten Athleten im College Football spielt: So schmächtig wie ein Blondchen vom Laufsteg (just kidding), aber trotz nur 105 Kilos gilt der Mann als Phänomen, der sämtliche Blocker in der Conference in Atem hält und trotz Doppeldeckungen in jedem Spiel ein oder zwei Tackles für Raumverlust produziert. Fazit: Kriegt Hazell der Offense wenigstens einen Funzen Leben eingehaucht, sehen wir uns möglicherweise in der Bowl Season wieder.

Schangsenlos

Dahinter stehen… keine weiteren Sleeper. Buffalo konnte zwar zuletzt mit den besten Teams der MAC mithalten (vs. Ohio Sieg mit +1, vs. NIU Niederlage mit -1), wurde dann aber auch von unterklassigen Teams abgeschlachtet. Nicht ganz unschuldig an dem vielen Auf und Ab ist möglicherweise auch Coach Jeff Quinn, der eine pfeilschnelle Offense spielen lassen möchte, ohne dafür den richtigen Quarterback zu besitzen.

Die Akron Zips punkten primär mit ihrem neuen Cheftrainer Terry Bowden, einer der zahlreichen Söhne von FSU-Legende Bobby Bowden. Terry war vor Zeiten mal gar nicht wenig erfolgreicher Trainer von Auburn, und gilt als passverliebt. Auf alle Fälle ein Move, der Akron erstmal ins Rampenlicht rückt.

Erstmal Erfahrungen sammeln heißt es für die Massachussetts Minutemen, einem weiteren Neuling in den Reihen der Football Bowl Subdivision, daheim in einem wunderschönen kleinen Studentenstädtchen namens Amherst, und eigentlich das viertälteste noch existierende Footballprogramm in den Vereinigten Staaten. Massachussetts? Korrekt, von da kam zuletzt Victor Cruz zu großen NFL-Ehren. Schade ist da allenfalls, dass man die Heimspiele heuer in Foxboro austrägt, wodurch erstmal was vom Flair der 1830er Jahre verloren geht.

Florida State Seminoles 2012/13 Preview

Die Florida State Seminoles sind keines der ganz traditionellen Programme im College Football, aber dank einer glanzvollen jahrzehntelangen Zeit unter dem Head Coach Bobby Bowden (inklusive 14jährigem ununterbrochenem Lauf an Top-5 Rankings!) und einer szenereichen Fanszene in der Hauptstadt von Florida, Tallahassee, einer der ganz großen Namen. Und FSU ist das Äquivalent zum FC Arsenal im Fußball: Ein Versprechen jahrein-, jahraus, nur um in schönster Regelmäßigkeit zum Saisonende als gescheitert erklärt und für die Zukunft als gigantischer „Sleeper“ gefeiert zu werden. Ein Kreislauf seit Jahren, und besonders wahr seit der Machtübernahme von Jimbo Fisher nach Ende der Bowden-Ära.

2011/12 war typisch: Viel Buzz, große Leistungen, aber am Ende mit vier knappen Niederlagen enttäuschend auf 9-4 abgestürzt. Das soll aber nicht zu viel täuschen: Gegen Oklahoma kann man immer mal verlieren und alle anderen Pleiten waren fünf Punkte und weniger. Man werfe den Mixer an und gebe richtiggehende  richtige Verletzungsserien auf Quarterback, Offensive Line und Defensive Backfield dazu, und schwupps ist da ein BCS-Kandidat in the making.

Bevor ich es eben von der Festplatte gelöscht hab, hatte ich mir nochmal Ausschnitte aus den Partien gegen Oklahoma und Notre Dame durchgespult. Fazit: Die Offense war unkonstant, die Defense – mit einem Deutschen! – faszinierend.


Die ganz große Problemzone der Seminoles ist trotz unisono gelobert Line-Coaches die Offensive Line, wo zuletzt wegen Krankenständen teilweise bessere Highschool-Auswahlen auflaufen mussten. Nach den Abgängen der Tackles Sanders/Datko wird das Problem eher ver– denn entschärft, aber vielleicht ist das wenigstens ein Pluspunkt für einen der „Unsrigen“: Mit Daniel Glauser wurde ein Offensive Tackle aus der Schweiz rekrutiert.

Hinter der unzuverlässigen Protection wird es aber hochklassiger: Mit QB E.J. Manuel wird ein ganz großes Talent wöchentlich abgeschossen; Manuel wird heuer bereits Senior sein und kriegt die letzte Chance, um den seit Jahren bestehenden Hype um seine Person zu rechtfertigen. Guter, groß gewachsener Athlet mit intelligentem Scrambling, aber das Passspiel ist nicht wirklich konstant akkurat. Zugegebenerweise hatte Manuel auch nicht wirklich die großartigen Ballfänger (wenigstens nicht abseits von WR Rashard Green) und noch weniger die Laufspielentlastung durch die Running Backs (3.3yds/Carry), aber auch wenn das Highend-Talent in der Spitze fehlt, ist der Block an Skill Players wenigstens ausgeglichen und breit gestreut (und hinter Manuel gibt es in Clint Trickett einen ruhigen Lokalmatador als verlässlichen Backup).

Die größten Hoffnungsträger hören auf die Namen WR Kelvin Benjamin und RB Devonta Freeman, die ausgezeichnete Kritiken kriegen und, sofern sie die entsprechend Blocks und Pässe genießen, vor dem Durchbruch stehen sollen. Dazu gesellen sich der von Verletzungen genesene WR Willie Haulstead und WR Rodney Smith (beide für je 40 Catches gut).


Der stärkere Mannschaftsteil im Vergleich zum Sekundengenie „Offense“ ist in Tallahassee die Defense. Die hat den wichtigsten Mann gehalten: DefCoord Mike Stoops, der intensiv mit Auburn geflirtet hatte. Unter Stoops stellen die Seminoles eine – und ich muss mich da nach Analyse der Datenlage selbst korrigieren – wirklich überzeugende Defense.

Unisono gelobt wird die Defensive Line, in der der deutsche DE Björn Werner herausragt und im Laufe der nächsten Monate zum Erstrundendraftpick für 2013 hochgejazzt werden könnte. Werners Gegenstück ist mit DE Brandon Jenkins der Mann, der den Durchbruch bereits hinter sich hat (2010 mit 13.5 Sacks). Dahinter stehen mit DE Cornellius Carnigan, NT Tim Jernigan und dem FreshmanDT Mario Edwards quer durch die Lande gejagte ehemalige oder aktuelle Super-Recruits im Fokus – und dann gesellt sich mit DT Everett Dawkins noch der athletische Ankermann der Line dazu.

FSU verfügt mit dieser Line über eine herausragende Lauf-Abwehr und, gemessen an den Eindrücken v.a. gegen Notre Dame und Oklahoma, damit auch über eine exzellente Basis gegen den Pass, nachdem sich in der Secondary weitere Supertalente die Hand geben und sogar konstantere Leistungen boten: CB Xavier Rhoades, SS Karlos Williams oder FS Lamarcus Joyner standen bei mir alle im Ruf, für große Hits Großmütter zu opfern, schienen zuletzt aber die Schotten besser dicht gemacht zu haben. Da kann man den Rauswurf von Einser-CB Greg Reid wegen Marihuanabesitzes schon mal verschmerzen – Jimbo Fisher ist diesbezüglich deutlich weniger schmerzfrei als es Bobby Bowden je war.


Im Prinzip wird 2012/13 ein „Make or Break“ für die Noles. Nicht, weil hinter den Seniors keine Grundlage für die Zukunft existierte, sondern aus Gründen der Glaubwürdigkeit. Eine weitere Durchschnittssaison würde den Ruf Fishers langsam beginnen, anzukratzen. Der Schedule ist diesmal günstig gestaltet: Die größeren Hürden Clemson und Florida empfängt man daheim, während die schwersten Auswärtsspiele @USF, @Virginia Tech und @Miami gegen Gegner erfolgen, die nicht über jeden Zweifel erhaben sind.

FSU ist an #7 im Coaches-Poll gerankt. Die Pundits betreiben fleißig Oralsex mit den Seminoles. Aber im Gegensatz zu manch anderer ehemaliger Großmacht ist Florida State wohl wirklich über kürzer oder länger „back“. 11-1 und das Ticket für das ACC-Finale dürften drin sein – vielleicht sogar die Ungeschlagenheit (und nun wird FSU mit 7-5 antworten).

College Football 2012 bei SPOX: Big 12 Conference Preview

Es ist nur die Kurzfassung und es wird auf diesem Blog noch mehr zum Thema Big 12 und ihren BCS-Anwärtern geben. Aber vorab schon einmal der Hinweis auf die kurz-bündige Vorschau zur Saison 2012/13 in der Big 12 Conference.