NFL Notizblock Woche 7: Cowboys@Panthers

Die nachlässigen Dallas Cowboys waren am Sonntag bei den nachlässigen Carolina Panthers zu Gast. Für beide Mannschaften ging es darum, mit einer überzeugenden Leistung und einem W  endlich so richtig ins Wild-Card-Rennen einzusteigen, nachdem die Top Dogs in den jeweiligen Divisionen schon weit enteilt sind. Am Ende verlor natürlich die nachlässigere Mannschaft. Wer das war: nach dem Klick.

Die Cowboys präsentieren sich die gesamte Saison über schon sehr dämlich. Überflüssige Strafen, die aus guten Situationen schlechte machen; einfach nur dumme Strafen; Ballverluste aus unkonzentrierter Nachlässigkeit; trotteliges Verhalten in der Redzone; Stolpern und Drops ohne Bedrängnis; mindestens fragwürdiges Clockmanagement ihres Head Coaches. Ohne diesen überflüssigen und eigentlich leicht abstellbaren  Käse, den man ganz leicht abstellen könnte,  wäre Dallas eine Top-Mannschaft und fast mein Geheimtipp für den Super Bowl sein. Aber dann haben sie am Sonntag doch wieder so vertrottelt gespielt.

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In Carolina begann das Spiel denn auch symptomatisch: nach dem Kickoff Return bekommt Dez Bryant eine Personal-Foul-Strafe. Im zweiten Drive zerstören QB Tony Romo und TE Jason Witten die Panthers underneath, marschieren in 19 plays über 85 Yards bis zu Carolinas 2-Yard-Linie und bekommen am Ende nur drei Punkte. Den dritten Drive, auch dieser lang und überzeugend, beendet WR Miles Austin mit einem Fumble. Typische erste Halbzeit für Dallas: eigentlich gut gespielt, aber nur drei Punkte auf dem Scoreboard.

Zu ihrem Glück haben sie nun aber gegen die Panthers gespielt, die wohl auch niemals einen Lexikoneintrag unter „abgewichst“ bekommen werden. Ja, zugegeben: die Offensive Line wurde aufgrund der Verletzung von Center Ryan Kalil durcheinandergewirbelt. C, RG und RT haben in dieser Formation noch nie zusammengespielt. Aber warum gerade dann OC Rob Chudzinski 39 Paßspielzüge ansagt und seine RBs nur 15 Carries bekommen, ist absolut unverständlich. Chudzinskis bewegt sich immer mehr in Richtung eines Cam Cameron oder Marty Mornhinweg. Das ist keine gute Richtung. Schon gar nicht, wenn man diesen RBs gerade $50 Millionen garantiert hat. Und schonmal überhaupt gar nicht, wenn man keinen guten Quarterback hat. Cam Newton kann einfach nicht mal über einen gesamten Drive konsistent gute Entscheidungen treffen und genau werfen. Hab ich von ihm noch nie gesehen. Nach jedem Laser-Paß, der wie an der Schnur gezogen sein Ziel findet, kommt wieder ein meterhoch hinter oder über alle möglichen Paßempfängern geworfenes Ei. Kommt die Offense dann doch mal in die Redzone, entblödet Newton sich auch nicht, einfach man direkt in die Arme eines Verteidigers zu werfen. Irgendwas muß sich bei Newton ändern, es ist bei ihm überhaupt keine Weiterentwicklung zu erkennen.

Die Möglichkeiten, gerade auch im Paßspiel, waren gegen Dallas da. Die Defensive Line hat sich auffällig zurückgehalten, um nicht Opfer von Newtons Beinen zu werden. Daneben sah Rookie CB Morris Claiborne in man coverage oft ziemlich schlecht aus und zu Beginn des dritten Viertels hat sich aus der beste Paßverteidiger des LB-Corps, Sean Lee, verletzt verabschiedet.

In der zweiten Halbzeit hat DeMarcus Ware dann genug von der Zurückhaltung und zerstört in gewohnter Zuverlässigkeit alles, was in seine Richtung kommt. Carolina in Q3; punt, 3&out, 3&out. Auch CB Brandon Carr sah meistens sehr überzeugend aus, auch wenn er gegen Steve Smith 1-v-1 verteidigen mußte. Weil aber der Rest der Cowboys-Truppe wieder alles leichtfertig kaputt machen will, steht Carolina im vierten Viertel nach zwei großen Strafen gegen Dallas ganz plötzlich kurz vor Endzone in die dann RB Mike Tolbert zur 14-13-Führung rumpelt.

Weil aber Newton zu viele Chancen liegen läßt und Chudzinksi nun überhaupt keine Lust mehr aufs Laufen hat, kommt nach Dallas´ anschließendem FG zur Führung nur noch ein 3&out und ein Turnover on Downs bei rum. Als Höhepunkt gabs nach dem Spiel eine peinliche Pressekonferenz von Newton, auf der er das bockige Kind gibt, seinem OC die Schuld in die Schuhe schiebt und überhaupt der Meinung ist, daß sich in Carolina irgendwas ganz schnell und ganz dringend ändern müsse (er meint natürlich nicht sich selbst). Am nächsten Tag wurde GM Matt Hurney gefeuert.