New England Patriots Mailbag, Teil 3: Defense

Teil 1 mit Belichick/Brady und Teil 2 mit der Offense hatten wir schon. Heute folgt Teil 3 mit der Patriots-Defense: Willkommen zum Mailbag. Weiterlesen

GFWTC, late Rounds: Füllmaterialien

Die GFWTC biegt in die Zielgerade ein, und die letzten Runden sind dazu da, die Mannschaften zu komplettieren, geeignete Spieler für diue Vervollständigung der Ideen zu finden. Die allergrößten Superstars im besten Alter sind vom Board, es bleiben noch drei Kategorien von Spielern übrig: die zweite Garnitur der Topspieler, große Namen, die den Zenit überschritten haben, aber noch 1-2 Jahre guten Value bringen, und blutjunge Prospects, denen man eine gute Zukunft prognostiziert, die aber noch nicht allzu viel bewiesen haben.

LB Dont’a Hightower (17. Runde) ist einer dieser Spieler. Am College in Alabama war Hightower für mich der dominierende Abwehrspieler mit seinem Speed und seiner Spielintelligenz. Im NFL-Draft 2012 ging Hightower erst gegen Ende der ersten Runde vom Tablett, was mich angesichts seiner Leistungen in Alabama überraschte, und sein Rookiejahr war dann auch etwas durchwachsen, mit Eingewöhnungsproblemen. An Hightower mag ich seine Dynamik, seine Instinkte. Er macht relativ wenige Fehler und ist ein grundsolider Tackler, der aber leichte Schwächen in der Deckung besitzt. Er besitzt zwar noch recht wenig Profierfahrung, aber bei Alabama spielte er drei Jahre als Starter durch, müsste also einen gewissen Level an Spielintelligenz besitzen. Hightower ist in der 17ten Runde vielleicht ein leichter „Reach“, aber was bleibt mir angesichts des sich ausdünnenden Feldes an Outside Linebackers noch anderes übrig als ihn zu holen, will ich zumindest in Ansätzen eine 4-3 Defense spielen?

Value-Spielchen

In der 18. und 19. Runde hatte ich einfaches Spiel, was die Positionen anging: Ich wusste, dass Tight End und Defensive Tackle meine Prioritäten waren. Bei den Offensive Tackles waren nur mehr drei Plätze zu vergeben, und zwischen den drei verbliebenen OTs Jake Long, D’Brickshaw Ferguson und Eugene Monroe gibt es so wenig Qualitätsdifferenz und das Alter ist auch kaum ein Faktor, dass ich beruhigt warten konnte. Bei den Centern war der Qualitätsunterschied zu klein. Bei den Receivers waren sieben Plätze, und ich hatte noch genau sieben Jungs auf meinem Board. Auf DE/OLB konnte ich ebenso abwarten. Und weil Andy Goldschmidt, der die beiden Picks zwischen meinen beiden hat, beide Positionen bereits vergeben hatte, konnte ich machen, was ich wollte.

Ein Jahr Tony Gonzalez…

… ist mir mehr wert als mehrere Jahre von anderen Tight Ends? TE Tony Gonzalez von den Atlanta Falcons kündigte diesen Sommer nach etlichen Jahren des Zweifels an, nach dieser Saison endgültig Schluss machen zu wollen. Gonzalez ist im Winter 38 und versucht sich diesen Herbst zum letzten Mal auf seinem Halali. Normalerweise würde ich von so einem Spieler in der GFWTC zurückschrecken, aber dann sah ich mir die verbliebenen Optionen auf Tight End an:

  • Tony Moeaki von den Chiefs ist einer der Männer, die es mir angetan haben seit seinem exzellenten Rookiejahr 2010. Leider ist Moeaki seither ein wandelndes Verletzungsproblem und als Receiver ist er nicht gut genug, um die vorhandenen Schwächen zu kaschieren.
  • Jermaine Gresham und Brandon Pettigrew sind beides Jungs, die mir zu unkonstant sind.
  • Aaron Hernandez sitzt zu 99,9% im Knast.
  • Antonio Gates war mal der beste Tight End von allen, aber mittlerweile mit 30+ ein Bröckerl und obwohl noch immer „gut“, nur mehr ein Schatten seiner selbst. Gates hatte zudem zu viele Verletzungsprobleme. Ich würde ihn normalerweise trotzdem bedenkenlos nehmen, aber es sind reizvollere Spieler auf dem Tablett.
  • Heath Miller ist einer der Jungs, die gern unterschätzt werden: Grundsolider Fänger, grundsolider Blocker, mit 30 Lenze noch nicht weit übern Zenit hinaus, aber die Leistungskurve wird demnächst beginnen abzufallen.
  • Jermichael Finley gehört zu meinen Lieblingsspielern und er wäre mein favorisierter Pick gewesen. Finley ist leider auch einigermaßen frustrierend, weil er häufig zu unkonzetriert spielt und gerne mal einen unnötigen Ball fallen lässt. Finley ist ein Freak von Athlet und mit fünf Jahren Profierfahrung noch kein altes Eisen, aber er ist auch brutal eindimensional.

„Eindimensional“ ist auch Tony Gonzalez, und zwar so eindimensional wie eine Scheibe Toastbrot. Wenn ich aber in meiner Offense, die meinem QB Aaron Rodgers relativ wenig Schutz gibt, schon einen Tight End mit Fokus „Receiving“ gebe, dann muss diese Fänger-Qualität so ausgeprägt sein, dass ich die Defense wirklich abschrecke.

Tony Gonzalez ist ein Altmeister, aber die letzte Saison deutete in keinster Weise darauf hin, dass er diesen Herbst plötzlich mit voller Wucht den Mann mit dem Hammer sieht und komplett eingeht. Gonzalez hätte es nicht mehr unbedingt notwendig, noch ein letztes Jahr dranzuhängen. Dass er es macht, gibt mir das Gefühl, dass er sich noch das allerletzte Halali zutraut. Ich glaube nicht, dass Gonzalez nur für das Ziel Superbowl-Ring seine Großmutti oder seinen Ruf opfern würde. Wenn Gonzalez noch ein Jahr spielt, dann in erster Linie weil er glaubt, noch volle Leistung bringen zu können und weil er noch eine letzte Chance auf den Ring bekommt.

Ein Jahr Tony Gonzalez ist es mir wert, in der 18. Runde andere Optionen wie Miller, Finley oder Gates zu übergehen. Tight End ist keine Position, um die man eine NFL-Mannschaft baut. Wenn ich in einem Jahr ohne Tight End da stehe, muss ich nicht mein komplettes Mannschaftsgebilde umbauen wie das z.B. mit einem 39jährigen Quarterback wäre. Ich glaube, die 18. Runde ist Value-mäßig auch ein angemessener Ort für einen 38jährigen Tight End, der als bester aller Zeiten gilt, der in sechs Jahren in der Hall of Fame stehen wird, und der allen Eindrücken aus dem letzten Jahr noch den größten Teil seiner Leistung abrufen kann – und sei es nur durch seine fassungslose Spielintelligenz.

Nose Tackle

Zu Beginn der 19ten Runde fiel meine Wahl auf DT Fletcher Cox von den Philadelphia Eagles. Ich hatte in den mittleren Runden gehofft, Fairley oder Michael Brockers zu bekommen, aber datt war dann nix. Was brauche ich für meine 4-3 Under Defense? Keinen sensationellen „Flashy“-Spieler, sondern einen Mann, der imstande ist, „two-gap“ zu spielen um für meinen Nebenmann, DT McCoy ein 1-vs-1 zu ermöglichen. Das ist die Aufgaben meines Nose Tackles in der 4-3 Under Defense. Cox ist in erster Linie ein guter Passrusher, aber Cox wird auch als komplett genug angesehen, um in Philadelphias neuem Spielsystem als Defensive End eingesetzt zu werden, mit der Absicht, viele double-teams zu sehen. Das ist in meiner Basis-Defense auch Cox‘ Aufgabe: double-teams zu fordern. Ich habe drei überragende Passrusher als Nebenleute: Pierre-Paul, McCoy und Orakpo. Da muss der Tackle in der Mitte die Drecksarbeit übernehmen.

Ich hatte ein Weilchen überlegt, ob ich nicht Seymour nehmen sollte. Der war mir letztlich zu alt und passt athletisch auch nicht wirklich 100%ig auf diese Rolle. Die andere Option, die ich fast gezogen hätte: Dontari Poe von den Chiefs. Really. Poe mag ein Prospect sein, bei dem kein Mensch weiß, was am Ende rauskommt, aber ich finde die Abgesänge auf diesen Draftpick #11 von 2012 (Poe ging einen Pick vor Cox im NFL-Draft) zu früh. Wer sich ein wenig die Tapes von Kansas Citys Abwehr anschaut, der wird merken, dass Poe teilweise double-teams anzog, und das nicht immer nur qua Design. Poe ist jung, unerfahren, ungeschliffen und ungehobelt, aber er hat massives Potenzial – Potenzial, das er am College in Memphis nicht nutzen konnte, schlicht weil es dort keine Coaches von Format gab.

Ich entschied mich am Ende mit Cox aber doch für die „sicherere“ Option und bin mit der angedachten Defensive Line DE Orakpo (strong-side, 5-tech oder 7-tech), NT Cox (strong-side, 1-tech), DT McCoy (weak-side, 3-tech) und DE Pierre-Paul (weak-side, 5-tech) mehr als zufrieden. Diese Line dürfte solide genug den Lauf einbremsen, dass mich niemand ohne Variation überläuft, und sie macht als Quartett so viel Terz im Passrush, dass ich dahinter nur vereinzelte wohl getimte Blitzes schicken brauche, und im schlimmsten Fall auch eine Halbzeit mit Cover-2 und bend-but-don’t-break Defense durchkomme. Und ich gehe jede Wette ein, dass ein halbwegs kreativer Defensive Coordinator mit einem Pierre-Paul durchaus auch den einen oder anderen Zone-Blitz einbauen kann. Ach ja: Cox ist auch ein ziemlich guter Passrusher. Ich kann ergo im Fall der Fälle auch flott auf die 4-3 Over Defense switchen.

Fünf Spieler kriege ich noch. Vor den letzten fünf sehen die Empty Bottles so aus:

OFFENSE                      DEFENSE
---------------------------------------------------
QB   Aaron Rodgers           DE   Jason Pierre-Paul
RB   Jamaal Charles          DT   Gerald McCoy
WR   Julio Jones             NT   Fletcher Cox
WR                           DE   Brian Orakpo
WR   Victor Cruz             ILB  Brian Cushing
TE   Tony Gonzalez           OLB  Donta Hightower
OT   Nate Solder             CB   Patrick Peterson
OG   Carl Nicks              CB   Devin McCourty
C                            CB   Stephon Gilmore
OG   Kevin Zeitler           S    Earl Thomas
OT                           S    Kam Chancellor
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New England Patriots in der Frischzellenkur 2012

  • #21 (1) Chandler Jones DE Syracuse
  • #25 (1) Dont´a Hightower LB Alabama
  • #48 (2) Tavon Wilson S Illinois
  • #90 (3) Jake Bequette DE Arkansas
  • #197 (6) Nate Ebner DB/ST Ohio State
  • #224 (7) Alfonzo Dennard CB Nebraska
  • #235 (7) Jeremy Ebert WR Nothwestern

Wie immer mit Bill Belichick ging es in New Englands War Room zu wie auf dem Basar. Von den sieben Picks, die sie letztlich gemacht haben, war ursprünglich keiner ihr eigener. Zur Abwechslung hat Darth Vader dieses Jahr aber in der ersten Runde zwei Mal nach oben getradet und mit anderthalb Pass Rushern für ausgehängte Kiefer gesorgt. Daneben gab es die üblichen Seltsamkeiten: ein Rugbyspieler; ein Talent, das drei Tage vor der Draft noch im Knast war; und ein 2nd-round pick, der nicht mal zur Combine eingeladen wurde.

DE Chandler Jones erinnert mit seinen 1,96m und 120kg unweigerlich an Jason Pierre-Paul, dessen Körperbau fast identisch ist. Auch muß er großartige Gene haben: ein Bruder spielt bei den Baltimore Ravens, ein anderer Bruder ist ein MMA-Kämpfer und in der UFC auch irgendein Champion. In ihm hat Belichick sich einen Spieler geangelt, den er immer sucht, aber so selten findet: groß (1,92m+) und positionsflexibel. Bei den Orangemen hat er DE in 3- und 4-Mann-Fronts gespielt; bei der Combine und in Workouts aber auch 34 OLB. Ebenso wie auch The Haitian Freak kommt er vor allem mit viel Talent und riesigem Potential („upside„) in die Liga. Auch wenn die Patriots für ihn in der ersten Runde nach oben tradeten (für den 27ten und den 3rd-rd pick #93), wird er wahrscheinlich nicht sofort eine große tragende Rolle spielen, sondern mit Rob Ninkovich und Brandon Deaderick den Kern der Pass-Rusher-Rotation bilden. Neben  diesen Dreien wollen da auch noch 3rd-rounder Jake Bequette, Jermaine Cunningham, Free Agent Trevor Scott, der letztjährige 6th-rd pick und Trainingsweltmeister Markell Carter sowie der andere diesjährige First Rounder, Alabamas Captain Dont´a Hightower mitmischen.

Hightower, um ihn zu bekommen schickten die Pats den 31ten Pick und einen 4th-rounder (#126) nach Denver, spielt LB innen wie außen und hat in `Bamas Nickel-D einen Stammplatz als Edge Rusher in der 4-men front gehabt. Er wird wohl auch in der komplexen und vielfältigen Patriots-D alles mögliche spielen. Er erinnert durch seinen kräftigen Körper (120kg auf 1,87m) und seine Vielseitigkeit an Adalius Thomas. Hoffentlich spielt er so wie Thomas bei den Ravens und nicht wie Thomas bei den Patriots.

Mit DE Jake Bequette hat New England dann den dritten Pass Rusher in den ersten drei Runden gezogen. Damit sind sie das Problem so heftig angegangen, wie Fans und Experten es in den letzten Jahren schon immer gefordert haben. Bequette hat fast exakt die gleichen Maße wie Jones, sieht aber dicker aus und soll auch nicht so quick und athletisch sein. Um in der stärksten College Conference gut auszusehen, hat es aber gereicht: in seinen beiden Jahren als Starter für die Razorbacks gab es eine Wahl ins All-SEC Second Team (2010) und eine ins All-SEC First Team (2011).

Vorher schon, in Runde zwei, hat Belichick einen absoluten Nobody  für das Loch in der Safety-Position gedraftet. Die Herren Experten vor den Kameras und an den Schreibmaschinen waren darob so konsterniert, daß sie sich spontan gar nicht entscheiden konnten, welches Label sie Belly dafür umhängen sollen: Genie, das mehr weiß als alle anderen oder Volltrottel „who outsmarts himself„. Tavon Wilson hatte niemand auf dem Radar, was aber erstmal nicht viel heißen muß. Das große Loch neben Pat Chung, 2nd-rd pick 2009, haben letztes Jahr so Typen wie WR Matt Slater oder Joe Sixpack von der Straße eher mäßig gut ausgefüllt. Schlechter kann Wilson gar nicht sein; außerdem ist er vielseitig einsetzbar: er hat wohl bei den Illini Cornerback, Safety und im Slot gespielt.

Zwei der drei Picks in den Runden sechs und sieben sind klassische Camp Bodies, die eine kleine Chance haben, als Special Teamer die Cuts zu schaffen. Northwesterns WR Jeremy Ebert ist ein Typ wie Julian Edelman. Nate Ebner ist ein Rugbyspieler, der es als walk-on in das Team der Buckeyes geschafft hat. Er ist zwar als Safety/Defensive Back gelistet, dort hat er aber nur eine Handvoll Snaps gespielt. Dafür soll er ein aggressiver Special Teamer vor dem Herrn sein.

CB Alfonzo Dennard galt vor gar nicht so langer Zeit als Riesentalent, das in den ersten beiden Runden vom Board gehen wird. Diesen Status hat er dann immer mehr verloren und als er am Samstag vor der Draft auch noch wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Polizisten festgenommen wurde, war der Ofen aus. New England war das durchaus vorhandene Talent dann immerhin ein 7th-rd pick wert. Mit etwas Glück kann das ein großer Steal gewesen sein.

Überblick

Die Offense brauchte keine Verstärkung. Die schwächelnde WR-Position wurde schon während der Free Agency angegangen. In der schwachen Defense gab es durch die Verluste von DE Mark Anderson und – je nach Verlauf seines Heilungsprozesses – Andre Carter wieder ein einziges großes Loch im Korps der Quarterback-Jäger. Daneben war die Secondary unter aller Kanone. Klassische Draft nach Needs mit sechs Picks für die Schwächen. Wenn die Patriots mit diesen einen Impact Player und zwei solide Bausteine für ihre junge Defense gefunden haben, ist ihr Kader State of the Art, rosige Aussichten inklusive: aus dem Stand würde ich sagen, daß nur vier Verteidiger älter als 25 Jahre sind. DT/DE Vince Wilfork, LB Rob Ninkovich, DT/DE Gerrard Warren und LB Jerod Mayo.

Die Gesichter des NFL-Drafts 2012 – Die Defense

Nach der Offense gestern die Defense heute – wie immer nach dem Prinzip Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was du sagst.

Defensive Tackles

Man ist sich einig: Guter Jahrgang in der Breite, aber das „Can’t miss“-Element wie in den letzten Jahren Suh, Dareus oder Fairley fehlt. Man merkt aber allein an der schieren Uneinigkeit der Experten, wer denn nun Top-10 und wer nur „zweite Runde“ würdig ist: Der Jahrgang bietet durchaus diverse Optionen für diverse Spielsysteme. Mike Mayock reiht die Tackles wie folgt:

#1 Fletcher Cox
#2 Dontari Poe
#3 Jerel Worthy
#4 Michael Brockers
#5 Devon Still

Zwei Optionen sind besonders faszinierend. Da wäre auf der einen Seite Michael Brockers von der Louisiana State University, der als Art „Suh für Arme“ gehandelt wird: Spekulativer Pass Rusher ohne Interesse am Verteidigen von Laufspiel. Geht es nach den meisten Experten, wäre Brockers besser beraten gewesen, noch ein Jahr an der Uni zu bleiben, um die Nuancen der Position zu lernen, aber nach diesem Finale hatte Brockers wohl verständlicherweise keine Lust mehr auf College Football.

Der „andere“ Sleeper ist Dontari Poe, ein seltener Ausreißer aus dem furchterregend schlechten Footballprogramm der Memphis Tigers. Poe begeisterte durch fantastische Workouts und soll bei allen 160kg die Beweglichkeit haben, zwei Blocker gleichzeitig aus dem Weg zu räumen. Wer Poe draftet, muss allerdings wohl eine Menge „Feintuning“ betreiben, um den Mann NFL-reif zu kriegen (Mayock: athletic freak, great motor, but looked average on tape).

Im Schatten dieses Duos hat sich Mississippi States Fletcher Cox still, heimlich und leise in den Vordergrund gespielt und gilt nun fast unisono als bester, flexibelster Defensive Lineman, mit Anlagen alles von Tackle bis End zu spielen, was DefCoords von ihm verlangen. Möglicher Top-10 Pick.

Eher der grundsolide Typus ist DT Brandon Thompson (Clemson), von dem man nicht allzu viel Pass Rush erwartet. Der hawaiisch klingende Alameda Ta’amu (University of Washington) gilt als ebenso physische Präsenz, die jedoch zu instinktgetrieben Football spielen soll und sich daher von Spielzügen mit Richtungswechsel („Counter-Plays“) verarschen lässt. Devon Still von Penn State halten viele für die risikoärmere Einberufung, wobei Still nicht als härtester Arbeiter unter der Sonne gilt und erst im letzten Uni-Jahr für mehrere Monate konstante Leistungen abgeliefert hat.

Bei Jerel Worthy (Michigan State) ging lange niemand davon aus, dass er die notwendige Power für die 3-4 Line besitzen würde. Worthys große Stärken sollen seine flotten Füße und seine Antrittsschnelligkeit sein. Ein Gegenbeispiel dazu ist Josh Chapman/Alabama: Kleingewachsen, aber wuselig genug, um mit niedrigem Körperschwerpunkt (wiegt an die 150kg) ausreichend Rabatz als Nose Tackle zu machen. Galt jedoch als verletzungsanfällig.

Noch was? Ähh, ja. Mit DT Markus Kuhn (N.C. State) wandert dieser Tage drei Jahre nach Vollmer wieder ein Deutscher in den NFL-Draft. Kuhn, das ist der Mann, der mit der DVD vertikal die US-Ostküste entlang gezogen (wir hatten darüber berichtet) und schließlich in der ACC untergekommen war. Kuhn war beim Combine eingeladen und könnte nun als zweiter Deutscher gedraftet werden. Nach einem Report der Scouting-Abteilung der Green Bay Packers ist Kuhn „underrated“, mit der negativsten Komponente „Alter“ (als Spätstarter bereits 26 Lenze), könnte am Samstag einberufen werden. Ein sehr sympathisches Interview mit Kuhn hat Andreas Renner bei den Sofa-Quarterbacks geführt (Audio/21min); bei NFL.com hat Kuhn in Sachen „internationale Färbung des Drafts“ auch seine Aufwartung bekommen.

Defensive Ends

Hier gilt ähnliches: Der Jahrgang soll fantastische Tiefe besitzen, aber keinen wirklich herausragenden Athleten. Tendenziell ist bei Defensive Ends stets die „S“-Frage („Spielsystem-Frage“): 4-3 oder 3-4. Eine Zuordnung fällt daher schwer. Mayocks Top-5:

#1 Chandler Jones
#2 Quinton Coples
#3 Courtney Upshaw
#4 Vinny Curry
#5 Bruce Irvin

Chandler Who? Der Mann kommt vom College Syracuse und hat sich in den letzten Wochen in Mayocks tiefste Herzkammer hinein gespielt. Jones’ Attribute: Groß gewachsen, zirka dreieinhalb Meter Armspannweite, extrem beweglich. Soll zwischen #18 und #30 vom Tablett sein.

Der bekanntere Name ist Quinton Coples von North Carolina, der als höchst talentiert, aber als ebenso großes Risiko gilt: Als Junior mit beeindruckenden Vorstellungen auf Defensive Tackle, sagte man Coples ein lustloses, ja abgrundtief schwaches Senior-Jahr nach und hat Angst um die Coples’sche Motivation.

Courtney Upshaw gilt eigentlich im Common Sense eher als OLB für 3-4 Defenses (wie in Alabama und bei den Jets, wo alle Welt Upshaw hinwechseln sieht). Ich bin allenfalls verwundert, warum Bamas #41 nicht für die Top-10 infrage zu kommen scheint. Ist es, weil Teams nicht wissen, wohin genau sie Upshaw stellen sollen? Upshaw galt am College als eher schlechter Deckungsspieler, was schon mal eher für Defensive End sprechen würde.

Die „Wildcards“ auf Defensive End: Jonathan Massaquoi/Troy, einem reinrassigen Pass Rusher, der analog zu Coples einem sagenhaften Herbst 2010/11 einen ganz schwachen Herbst 2011/12 folgen ließ. Oder das Fliegengewicht (111 kg) Bruce Irvin/West Virginia, nach Mayock ein freak with special, special skill set off the edge – Typ Mark Anderson: Nicht gebräuchlich für alles, was drei Meter gegen den Wind nach Laufspiel riecht, aber in 150 Versuchen mit 12 Sacks. Oder Nick Perry/USC, der vor wenigen Wochen noch als potenzieller Top-10 Pick gehandelt worden war, aber dafür reicht alleiniger Spaß am Pass Rush dann wohl doch nicht mehr.

Paar weitere Namen zum Vormerken: Vinny Curry/Marshall, Cam Johnson/Virginia, Tyrone Crawford/Boise State, Jared Crick/Nebraska oder Frank Alexander/Oklahoma.

3-4 DE/OLBs (Hybrids)

Eine meistens schwer einschätzbare Position: Die „kombinierten“ DE/OLB für eine 3-4 Defense, die darauf spezialisiert sein müssen, Druck auf den Quarterback zu machen. Dampf, Dampf, Dampf, in jedem Down, 40x/Spiel. Die Musterbeispiele sind die famosen Tamba Hali von den Chiefs und Suggs von den Ravens.

Als spektakulärster Pass Rusher gilt Melvin Ingram von „USC East“ (South Carolina), dessen Körperbau mit nur 264 (wahlweise wurden auch 276 genannt) Pfund Kampfgewicht eher leichtgewichtig ist, aber der varibelst eingesetzt werden kann hasenartige Bewegungen draufhaben soll. Ebenso variabel, aber weniger spektakulär: Andre Branch/Clemson.

Eher der grundsolide Arbeiter ist der weiße Shea McClellin von den Boise State Broncos, der zweite Mann neben Chandler Jones, bei dem Mayock dieser Tage feuchte Äuglein bekommt. Soll die Reinkarnation von Mike Vrabel und charakterlich gefestigt genug sein, dass Mannschaften durchaus darüber nachdenken, ihn in der ersten Runde einzuberufen.

Whitney Mercilus gilt als brutal antrittsschnell und soll seine Effizienz dann maximieren, wenn er entweder in der Wide-9 Defense den DE gibt, oder als OLB auf die Quarterbacks losgelassen wird. Mehr oder minder sicherer 1st round pick. Mayock und seine Top-5:

#1 Shea McClellin
#2 Melvin Ingram
#3 Whitney Mercilus
#4 Lavonte David
#5 Andre Branch

Linebacker

Nennen wir sie einfach mal die klassischen Linebackers. Jene, die in der 4-3 Defense die OLBs und MLBs geben sowie die ILBs der 3-4 Defense. Es ist großteils eh wurscht, da die Mehrheit der NFL-Franchises diese Position immer weiter vernachlässigt und verkommen lässt, solange ein Linebacker nicht über exzellente Deckungsfähigkeiten (gegen Tight Ends) verfügt.

Genau da wären wir bei Luke Kuechly, dem Tacklemonster von Boston College, dem man hohe Spielintelligenz und Durchhaltevermögen nachsagt, und das trotz solcher Werte: Kuechly wird mit 237 Pfund (107kg) gelistet – man lasse Gronkowski oder Peterson drüberfahren und das Amerikanische Rote Kreuz ist alarmiert, möchte man meinen. Dabei war Kuechly nun jahrelang der große Ankermann am College und gilt als rundum solider, sicherer Draftpick zwischen #10 und #15.

Überraschend „niedrig“ (späte erste Runde) wird gemeinhin Alabamas Dont’a Hightower eingestuft. Überraschend deshalb, weil sich Hightower in zahlreichen Übertragungen als unglaublich quicke, wendige Präsenz erwiesen hat und in der alles andere als kleinwüchsigen SEC der Abwehrspieler in der Abwehr schlechthin war. In einer Defense wie Pittsburgh oder Baltimore dürfte Hightower auf Jahre bestens aufgehoben sein.

Der dritte potenzielle Star ist Travis Lewis von den Oklahomas Sooners, dem man allerdings Verletzungsanfälligkeit sowie unausgereiftes Tackling nachsagt. Ein Wiedersehen mit TCUs famosen Tank Carder, dem Hero aus der Rose Bowl 2011:

Ein Mychael und ein James-Michael. Zwei Texas Longhorns (Keenan Robinson/Emmanuel Acho). Und Vontaze Burfict, über den es zirka fuffzichtausend Meinungen gibt, aber alle Scouts sind sich einig: Man lasse die Finger davon. Burfict ist eine Knalltüte, nicht in der Lage, 60 Minuten lang seine Gefühle im Zaum zu halten. Da jedermann trotz Burficts zweifellos vorhandenen Anlagen minimum drei Ausschlüsse in seiner Rookie-Saison befürchtet, soll Burfict im Frühjahr nicht ein einziges Vorstellungsgepräch mit einer Franchise bekommen haben.

Mayocks Top-5:

#1 Luke Kuechly
#2 Dont’a Hightower
#3 Mychal Kendricks
#4 James-Michael Johnson
#5 Tank Carder

Cornerbacks

In Zeiten, in denen die Herren der Lüfte Superbowl-Ringe einfahren, gewinnen gute Cornerbacks automatisch an Wert. Dieses Mal kommen die besten gleich serienweise aus der Southeastern Conference (SEC).

Bester Vertreter der 2012er-Garnitur soll Louisiana States Morris Claiborne sein, der mit 1,82m ungewöhnlich großgewachsen für einen CB ist. Man hält ihn für sehr reif und entwicklungsfähig, aber nicht für so gut wie vor einem Jahr Teamkollege Patrick Peterson (nun Arizona).

In den Vordergrund gerückt ist in den letzten Wochen auch South Carolinas Rastaman Stephon Gilmore: 40 Starts am College, nicht eine einzige Verletzung in der Vita, 1.83m groß und intelligent genug, um sowohl Mann- als auch Zonendeckungskonzepte zu verstehen.

Ein weiterer Kandidat für die erste Runde: Alabamas Der Kirkpatrick mit seiner Physis, der auch gegen Peterson seine Knochen unfallfrei dagegenhalten kann. Gilt allerdings nach dem Videostudium als schlechterer Manndecker als ursprünglich angenommen und fiel in der Gunst der Pundits etwas zurück.

Der X-Faktor ist Janoris Jenkins/North Alabama, der gemäß dem biblischen Prinzip Seid fruchtbar und mehret euch bereits in jungen Jahren auf Cromarties Spuren wandelt und vier Kinder von drei Frauen unterhalten muss, und als durchaus größtes Cornerback-Talent im Draft gilt. Weil Jenkins jedoch durchaus mal einen über den Durst trinkt und ganz gerne verbranntem Gras nachschmecken soll, genießt der Mann den Ruf einer Horde Furunkel und das nicht erst, seit er letzten Frühling von der University of Florida geflogen war.

Auch kein Mann aus der pädagogischen Provinz: Alfonzo Dennard/Nebraska, der nicht nur auf dem Feld eher dreckig spielen soll, sondern just letzte Woche in den Knast gesperrt wurde.

Bleibt der groß gewachsene (ca. 1,85m) Trumaine Johnson aus der FCS (University of Montana), ein weiterer von Mayocks heimlichen Favoriten. Größte Negativkomponente: „Off-field problems“. Man muss schon wissen, in welchen Scouting-Reports man nachzugucken hat, um den Kern dieser Probleme zu entdecken, nachdem die ersten ca. 50 Google-Hits unisono Plattitüden liefern. Johnson war nicht der fleißigste Schüler unter der Sonne und schlägerte im Herbst auf einer Studentenparty. That’s it.

Mayocks Top-5:

#1 Morris Claiborne
#2 Stephon Gilmore
#3 Dre Kirkpatrick
#4 Casey Hayward
#5 Trumaine Johnson

Safetys

Der Jahrgang an Safetys soll qualitativ eher durchwachsen sein. Alabamas Mark Barron gilt als Kronjuwel und wird mit Sicherheit in der ersten Runde einberufen, während der zweitbeste Safety, Harrison Smith/Notre Dame nicht die flottesten Füße besitzen soll.

Wie gut im Übrigen Alabamas Defense 2011/12 am College war, zeigt der Fakt, dass neben Barron, Kirkpatrick, Upshaw, Chapman und Hightower mit DeQuan Menzie noch ein weiterer Abwehrspieler unter Mayocks Top-5 Safetys gelistet ist.

Brandon Taylors größte Kredenzien bei LSU: Er bekam die Trikotnummer #18 zugewiesen – die Nummer, die es jedes Jahr für den vorbildlichsten LSU Tiger zu holen gibt. Dann hätten wir noch den eher wackeligen George Iloka von den Boise State Broncos.

Mayock und seine Top-5:

#1 Mark Barron
#2 Harrison Smith
#3 Brandon Taylor
#4 DeQuan Menzie
#5 Philip Thomas

Special Teams

Es gibt mit Florida States Shawn Powell einen Punter, der bei Übertragungen immer wieder als Güteklasse 1A eingestuft wurde und möglicherweise am Samstag gedraftet werden wird. Besonders herausragende Returner, die nicht bereits primär für andere Positionen gedraftet werden, sind mir nicht bekannt.

Männer, es ist Zeit. Heute Nacht findet der NFL-Draft 2012 statt.

College Football 2011/12, Week #4 am Samstagabend

 

[08h27] Stat zum Aufwachen: In Hawaii sind erst 37 Minuten gespielt und die Bilanz von QB Bryant Moniz liest sich gegen UC Davis so: 30/44 Pässe komplettiert, 424yds, 7 (!) Touchdowns, 0 INT, 5 Läufe für 50yds.

[01h18] Ein Upset in Champaign, wo sich Illinois am Ende knapp 23-20 gegen Western Michigan durchsetzt. (Achtung, es folgt Spoiler Oklahoma State/Texas A&M)

Texas A&M verschenkt seine Siegchance mit einer INT im letzten Drive (1:31 vor Schluss), verliert daheim 27-30. Es war eine zweifach abgefälschte INT. Eigentlich eine unglaubliche Niederlage nach einer 20-3 Halbzeitführung. OSU mit einer furiosen zweiten Halbzeit, insgesamt 91 (!!) Offensiv-Spielzüge und hätte sogar einen weiteren TD gescort, hätte WR Blackmon (121yds, TD) nicht einen sichere TD in die Endzone zum Touchdown gefumbelt. OSUs QB Weeden mit 60 Passversuchen, 47 Completions, ziemlich krasse Zahlen. Damit wird A&M aus dem BCS-Meisterrennen ausscheiden, ich bin gespannt, wie lange Oklahoma State da drin bleiben wird. Ihre eigentlich schwache Defense hatte in der zweiten Halbzeit gute Zahlen.

[01h03] UPSET in Clemson: QB Clint Trickett wird beim 4th down gesackt. Clemson Tigers 35, Florida State Seminoles 30. Hmmm. Was hatte ich unter der Woche über die Offensive Line der Seminoles geschrieben? (Laufspiel, Fumbles, Sacks?)

FSU wird die Rankings hinunterpurzeln und braucht nun Schützenhilfe, um inder ACC eine Finalchance zu haben. So kann man innerhalb von zwei Wochen von BCS-Titelkandidat zu nichtmalsicher-ACC-Finalist werden. Clemson dagegen ist 4-0 und erzielt mit einer totgesagten Offense VIA PASSSPIEL mehr als 30 Punkte/Spiel!

[00h56] Das 4th down scheitert. Florida State braucht immer noch einen Touchdown zum Sieg.

[00h54] Dramatik in Clemson: Die Tigers sind in RedZone-Nähe, stehen bei 35-30 und 4th and 1  vor der Entscheidung auszuspielen oder Field Goal. 2:53 to go. (Clemson hat bereits ein Field Goal verkickt)

[00h45] Illinois 23, Western Michigan 20, 8:14 to go. Sie haben die Endzone tapfer verteidigt.

[00h40] Ich bin jetzt rübergewechselt zu Illinois – Western Michigan. Illinois steckt bei 20-20 in der RedZone. Unglaublich, was für kleine Brocken da in der Front Seven der Broncos arbeiten. Das sind 1,50m kleine 180kg-Bolzen, die sich mit Händen und Füßen wehren.

[00h31] Während in Tuscaloosa die Messen längst gelesen sind, ein Blick auf andere Felder: In Clemson führen die Tigers nun 35-23, nachdem die FSU mal wieder ein langes Big Play via Luftweg aufgegeben haben. In Champaign schenken sich Illinois und Zwerg Western Michigan nichts: 20-20. UPSET-Alert!!

[00h20] Florida State verkürzt in Clemson auf 23-28 und der Touchdown-Fänger WR Rahaun Green soll lt. Twitter mit einem Brummschädel bezahlt haben. Scheint mit voller Wucht Helm voraus in die Backsteinmauern hinter den Endzonen gekrach zu sein.

[00h11] „Drüben“ bei Eurosport 2 hat #Illinois (AP #24) alle Mühe, sich gegen Zwerg Western Michigan zu behaupten, ging eben Mitte drittes Viertel 17-13 in Führung. Illinois hat Probleme mit Turnovers, verwertet kaum 3rd downs und auch Nathan Scheelhaase habe ich schon bedeutend lokerer gesehen.

[00h05] Alabama 38, Arkansas 14. Sargnagel. Alabama hat eine variable, wenn nötig in Ansätzen explosive Offense.

[00h02] Hightower mit dem zirka fünfunddreißigsten Tackle des Tages rammt beim 4th and 1 den gegnerischen Fullback um. Das Momentum war nicht lange gen Hogs gedreht.

[23h51] Alabama 31, Arkansas 14. Ich kann keine Anzeichen erkennen, dass dieser Score das Spiel nochmal spannend machen wird, aber er war trotzdem bemerkenswert. Während QB Tyler Wilson nach dem wiederholten grenzwertigen Hit seine Knochen im Gras zusammenklaubt, pflückt WR #11 Cobi Hamilton einen trotz aller Widrigkeiten exzellent geworfenen Ball aus der Luft.

Viele der Hits gegen Wilson an der Grenze zu late hits. Allerdings könnten die Hogs diese vermeiden, indem sie endlich mal schneller werfen würden. Wilson bekommt heute viele Spielzüge vorgeworfen, die lange in ihrer Entwicklung brauchen und entsprechend nicht schmerzfrei bleiben.

[23h47] In Clemson hat übrigens DE Björn Werner, unser deutscher, verheirateter Freund, eine Interception gemacht und über 25yds ind die Endzone gemacht. Noch mal zum Notieren: Defensive End Werner mit einem INT-Return zum Touchdown! FSU liegt nur noch 17-21 zurück.

[23h40]  Das Spiel ist nach einem langen Lauf in die Endzone des fantastischen RB Trent Richardson nach quickem gelupften Pass über die linke Seite gegessen. Arkansas lässt sich auch von PR #4 Marquis Maze an der Nase herumführen, kassierte einen Punt-Returntouchdown über 83yds und danach einen weiteren langen Return. Alabama führt 31-7.

[23h09] Halbzeit Alabama 17, Arkansas 7. Ein INT-Return nach einer Fehlverständigung zwischen QB Wilson und seinen Receivern hat das Spiel erstmal weit geöffnet. Die Hogs haben – wie vermutet – mittlerweile große Probleme, längere Drives hinzulegen, da alle Bemühungen, das Laufspiel in Gang zu bekommen, zertrümmert wurden (inklusive Versuche, mit End Arounds ein Überraschungsmoment einzubauen). Alabama wirkt souverän, noch nicht bis an die Limits ausgetestet.

[22h50] Florida State in Nöten, liegt in Clemson 10-21 zurück. Clemson mit drei TD-Drives dieser Güteklasse:

7 plays, 80 yds in 2:36
8 plays, 77 yds in 3:35
9 plays, 79 yds in 3:43

Sieht nicht gut aus für die Seminoles.

[22h45] Alabama 10, Arkansas 7. Viel Stoff zur Beobachtung: Instant Replay wird immer mal wieder lächerlich gemacht, indem klar ersichtliche Dinge folgenlos bleiben. Ein Beispiel: Richardson hatte 2yds vor der Endzone das Knie am Boden, streckte seinen Arm in Endzone und fiel hinein. Die Refs gaben keinen TD, platzierten das Ei aber an der 0,5yds-Line. Review. „Ruling stands“, was heißt: Kein Touchdown. Aber kein Mensch kommt auf die Idee, den Ball vom falschen 0,5yds-Platz zurückzuplatzieren auf die (mindestens) 1,5yds-Line. Bleibt letztlich folgenlos, weil Arkansas’ Defense einen Goal Line Stand hinlegt, den ich ihnen nicht zugetraut hätte.

Was weiters auffällt ist, wie aggressiv die Defense der Hogs zu Werke geht, meistens sieben, acht Mann an die Line of Scrimmage postiert und auch im Pass Rush enorm viel Druck gen McCarron zustande bekommt.

[22h30] Stichwort „360°-Footballer“. Um mal von „Blitz Pickup“ zu sprechen: 12:51 im zweiten Viertel, RB #3 Trent Richardson lässt einen Linebacker in vollem Lauf abtropfen (und macht unmittelbar danach einen 20+yds-Lauf). Zwei Plays später bewacht Richardson McCarrons Pocket, erkennt die Probleme, macht einen Schritt rechts raus, nimmt einen kurzen Pass auf und macht daraus einen 15yds-Pass zum 1st down. Kompletter Running Back einer einzigen Minute erklärt.

[22h28] Meine Glaskugel sagt ärgere Probleme für Arkansas voraus: Gegen Alabama wird man nicht ewig so eindimensional spielen können, aber das Laufspiel der Hogs sieht bislang hoffnungslos aus, wird ausnahmslos im Backfield abgewürgt und bringt null Entlastung. Derweil läuft der unglaublich gebaute LB Dont’a Hightower (1,93m, 118kg und pfeilschnell) langsam warm, prügelt Wilson auf einem Blitz zwei kleine Erinnerungsflecken in die Rippen und wrestelt im Anschluss einen Running Back von hinten um, um das 1st down zu verhindern.

[22h23] In Clemson scheint Florida State alle Mühe der Welt mit den beiden Top-WR der Tigers zu haben: Hopkins/Watkins haben alle 6 Bälle für 111yds bisher gefangen, 14-10 Führung für Clemson nach einem Viertel.

[22h17] Alabama 7, Arkansas 7. Die Super-Aktion Adams’ bleibt nicht unbelohnt, obwohl die Hogs die Angewohnheit zu besitzen scheinen, QB Tyler Wilson erstmal 15yds hinter die Anspiellinie scrambeln zu lassen, ehe ein komplizierter Ball geworfen wird. #8 Wilson zeigt sich recht überlegt und besitzt – typisch für Petrinos Quarterbacks – eine Kanone von Arm, feuert rattenscharfe, tiefe Bälle, die schwer zu verteidigen sind, selbst von 6-Mann-Defensive Backfields der Crimson Tide, die in der Abwehr bereits verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen haben (LB C.J. Moseley out for the game)

[22h09] Zeit, WR #3 Joe Adams zu huldigen. Arkansas’ Receiver wird links draußen angespielt, zurückgedrängt, läuft ca. 10yds hinter der Line of Scrimmage quer übers Feld und holt ein unglaubliches 1st down. Eine wirklich spektakuläre, großartige Aktion von Joe Adams.

[21h52] Jetzt zeigt ESPN America das Alabama/Arkansas-Spiel, in dem Alabama eben 7-0 in Führung gegangen ist. Tyler Wilson ist nun dran.

[21h48] Ich bin gerade etwas verwirrt, weil bei ESPNA das Big-12-Duell Texas A&M vs. Oklahoma State flimmert. Aber ein geiler Beginn: Ein Option-Spielzug, QB Ryan Tannehill behält das Ei und sprintet in erstaunlich athletischer Manier vertikal das Feld runter und hängt sämtliche Defensive Backs ab. Touchdown, Kyle Field explodiert, Texas A&M 7, Oklahoma State 0.

Pittsburgh Panthers – Notre Dame Fighting Irish

[21h29] Notre Dame gewinnt das Spiel mit einem QB-Sneak bei 4th down, der um zirka 3cm lang genug ist. Die Entscheidung hat den bitteren Nachgeschmack, dass absolut nicht erkennbar war, wo der Ball gelegen war. Egal. Endstand ND 15, Pitt 12.

Es war ein insgesamt unansehnliches Spiel. Beide Angriffsreihen kassierten immer wieder hanebüchene Strafen und hatten kaum Rhythmus. Pitt versuchte, zwischen Shotgun und traditioneller Aufstellung zu switchen, war aber meistens nur dann effizient, wenn man RB Ray Graham mit schnellen Pässen bediente.

Bei den Goldhelmen überzeugte dagegen mal wieder nur die Defense, während der Angriff auch unter QB Tommy Rees nicht in Schwung kommt. Löbliche Ausnahme war der Drive zum Sieg-Touchdown, wo plötzlich mit schnellen Pässen auf TE Tyler Eifert zwischen die Zonen von Linebackers und Safetys ein überlegenes Matchup gefunden wurde und Rees Ball um Ball an den Mann brachte.

Für Notre Dame wartet nun mit Purdue ein Durchschnaufer, dann kommen mit Air Force und USC zwei happige Gegner, ehe der Schedule nur noch Stanford zum Abschluss der Saison bereithält. Riecht nach mindestens 8-4, vielleicht 10-2 für Notre Dame, die aber dringend eine überzeugendere Offense brauchen, wenn sie ernst genommen werden wollen.

[21h18] Pitts QB Tino Sunseri antwortet mit einem recht smoothen Drive, ehe er den Rückwärtsgang einlegt und einen leicht vermeidbaren Sack kassiert. Pitts Offense erholt sich von dem Schock nicht mehr und wird 2:24 vor Schluss in Nähe der Mittellinie gestoppt. Ein Timeout für Pitt, ein 1st down reicht Notre Dame.

[21h03] Plötzlich…

…schaltet Notre Dame in einen pass-only-Modus.

…stimmt das Timing zwischen QB Tommy Rees und den Anspielstationen.

…komplettiert Rees JEDEN Ball (7/7)

…macht TE Eifert Touchdown und 2pts-Conversions

…führt Notre Dame 15-12

…hörst du von Urban Meyer kein Wort mehr, wie idiotisch der Einsatz von Eifert denn ist.

Okay, Meyer lechzt immer noch vor und nach jedem Passspielzug nach WR Michael Floyd, der seit dem ersten Drive vor drei Stunden keinen Ball mehr gesehen hat. Aber genau Eifert, der noch vor einer dreiviertel Stunde Gegenstand von Meyers Kritik am Offensivsystem der Fighting Irish war, macht sämtliche wichtigen Catches plus Conversions in diesem Drive.

[20h55] Ist mir über die Jahre nie so aufgefallen: Das Parkplatzareal am Stadion in Pittsburgh ist in etwa so groß wie an der kleinen Talstation unseres Skigebiets.

[20h45] Kuriose Szene in Pittsburgh: RB #1 Ray Graham macht mit einem geschickten Cut nach Screen-Pass ein 1st down, wird gestoppt und stapft halb gezwungen, halb forciert zwei Schritte zurück, ÜBER die gelbe Linie. Unter Buhrufen des Publikums wird Graham das 1st down aberkannt – korrekte Ref-Entscheidung. Im nächsten Play wird Graham ziemlich klar ersichtlich vor der gelben Linie gestoppt, die Refs legen den Ball aber rund ein Yard weiter vorne ins Gras und vergeben das Konzessions-1st down.

[20h30] Dayne Crist blickt an der Seitenlinie verzweifelt aus der Wäsche. Wäre das ein Heimspiel für Notre Dame, Crist wäre längst zu unngunsten Rees’ reinrotiert worden.

[20h23] Ein Beispiel für die Handwerker auf diesem Spielfeld: Pitts WR #15 Street ist bei 3rd down auf einen tiefen Ball trotz Deckung in der Situation, einen einfachen 40yds-Raumgewinn zu machen. Street lässt den Ball recht ungelenk durch die Handschuhe flutschen, der Drive ist zu Ende.

[20h15] Pitt 12, Notre Dame 7. Begeisterungsfähig war der Drive nicht, der einen Roughing the punter-Strafe brauchte, um am Leben zu bleiben. Am Ende riskieren die Panthers mal was, spielen per QB-Sneak ein 4th-and-1 nahe der Goal Line aus, dann ist der ewige, 19 Spielzüge lange Drive drin.

[20h03] Pitt 6, Notre Dame 7. Das Spiel ist eingangs des dritten Viertels immer noch ästhetisch fragwürdig, aber die Defenses gefallen über weite Strecken mit Disziplin, dosierter Aggressivität und gutem Tackling, sind am ineffektivsten, wenn die Offenses diverse Formen von Option-Spielzügen ausführen.

[19h16] An der RedZone ist es passiert. Rees unter Druck mit einem Ball, der locker vom Defensive Back per Reinrennen in die Route gefangen werden kann. An der Seitenlinie fletscht der entmachtete Ex-Starter Dayne Crist die Zähne.

[19h11] Pitt schickt immer mal wieder einen blitzenden Linebacker gen Tommy Rees. Rees wirkt dadurch verunsichert und wirft gerne hochriskante Bälle in die Deckung hinein. Bisher wurden sämtliche Interceptions fallen gelassen.

[18h53] Zeitgleich zu einem ziemlich einzigartigen Freistoßtreffer in München bricht im Heinz Field Notre Dames RB Jonas Gray (unser Fumble-Gray aus Woche 1) rechts durch, lässt einen Safety mit einem simplen Move aussteigen, kriegt einen guten Block und bringt Notre Dame die Führung: 7-3.

[18h32] Guten Abend. Nach einema langen Tag wartet noch ein paar Stunden College Football auf uns. Derzeit bei ESPN America: Pittsburgh Panthers – Notre Dame Fighting Irish, mit dem unkonventionellen, nicht überzeugenden ND-QB Tommy Rees.