Kickoff zum NFL-Trainerkarussell 2020

Lass uns einen weiteren Blick auf das NFL-Trainerkarussell 2020 werfen – heute mit Job-Profil sowie Blicken nach Washington, New York, Jacksonville, Carolina und vor allem Cleveland. Weiterlesen

Sonntagsvorschauer 2019 – Woche 17

Fünf Worte als Muntermacher für die Bengals: „Joe Burrow Deep Touchdown Pass“.


Heute endet die Regular Season der NFL-Saison 2019/20. Es war eine gute, spielerisch sehr interessante Saison, die einige Maßstäbe gesetzt hat:

  • Offensive Weiterentwicklung mit kreativen Schemes in Baltimore, Arizona oder San Francisco
  • Epische Defenses in New England (nach Effizienz) oder Baltimore (in Herangehensweise)
  • Mehr Aggressivität in 4th Downs, mehr rationaler Football und mehr Gaspedal-Football als in den letzten Jahren

Playoffs sind natürlich der Maßstab, an dem man eine NFL-Saison letztendlich misst, also lass uns den Tag noch nicht vor dem Abend loben.

Zehn der 12 Playoff-Teams stehen bereits fest, aber nur drei Plätze im Seedings sind schon fix vergeben: Die AFC #1 Baltimore, die AFC #5 Buffalo und die NFC #6 Minnesota. Alle anderen Plätze im Ranking können sich noch verändern – und sowohl für den Gewinner der NFC East als auch die letzte AFC-Wildcard gibt es noch ein enges Rennen! Siehe hier die detaillierten Playoffbilder:

Lass uns in der folgenden Preview also die Partien, bei denen es um was Greifbares geht von den „Ehre-retten“ Partien trennen – unten ist auch noch eine Sektion, die sich mit dem Trainerkarussell befasst. Weiterlesen

Buffalo Bills in der Sezierstunde

Für die Buffalo Bills war 2013/14 die alte Leier: Mal wieder wurde ein neuer Trainerstab in die Stadt gebracht, mal wieder sprang eine generische 6-10 Saison heraus, die nicht allzu viel Angriffiges hatte. Beginnen soll die Sezierstunde zu den Bills aber mit einem aktuellen Ereignis, das den Endpunkt einer Ära für diese Franchise markiert: Den Tod des Franchise-Gründers und Owners, Ralph Wilson jr., der am Dienstagabend 95-jährig verstarb.

Ralph Wilson jr., ein Weltkriegsveteran und Geschäftsmann aus Detroit, wollte in den 50ern unbedingt eine NFL-Franchise besitzen. Man muss wissen, dass es eine Zeit war, in der es noch keine Superbowl gegeben hatte und in der der Profi-Football noch immer ein Schattendasein fristete. Er kaufte sich als Minderheiteneigentümer bei den Lions ein, aber er sah keine Chance, an der dort übermächtigen Ford-Familie – gerade in der Blütezeit des Automobil-Booms befindlich – vorbeizukommen. Also versuchte er sich gemeinsam mit anderen Kollegen an der Gründung einer neuen Franchise, erst in der NFL, dann, als er keine Chance sah, via Gründung einer neuen Liga, der späteren AFL. Er wollte im sonnigen Miami spielen, zog aber den Kürzeren. Also wandte er sich an Buffalo. Seine Worte im Gründerbrief an den AFL-Gründer sind legendär:

Count me in with Buffalo.

Wilson galt stets als Mann, der die Ligainteressen über die eigenen stellte. Er finanzierte die Raiders und Patriots in schweren Zeiten um deren Fortbestand und damit auch den Fortbestand der jungen AFL zu ermöglichen. Er war stets auch Vertreter der kleinen Märkte, und er galt als sehr verbunden mit der Region um Buffalo, einem der unattraktivsten Märkte der NFL.

Seit vielen Jahren kursierten die Gerüchte, dass Wilson die Bills nach seinem Tod nicht an seine wenig footballbegeisterte Familie überschreiben würde (u.a. wegen der exorbitanten Erbschaftssteuern), aber es war immer klar, dass Wilson die Franchise zu Lebzeiten nicht aus Buffalo abziehen würde, trotz Annäherungen zum Beispiel mit dem Markt Toronto, wo man seit Jahren ein (allerdings wenig ertragreiches) Heimspiel der Regular Season austrägt. (Toronto dürfte sich mittlerweile selbst disqualifiziert haben)

Wilson verlängerte 2012 den Vertrag mit der Stadt Buffalo um zwölf Jahre bis 2023, mit allerdings einer relativ billigen Ausstiegsklausel (28 Mio. Dollar) im Frühjahr 2020. Mit seinem Tod geht die Besitzerschaft der Franchise fürs Erste an eine von ihm gegründete Stiftung. An der Leitung und dem Sportlichen Management wird sich erst einmal nichts ändern. Wie der Verkauf der Franchise von dannen geht, ist noch nicht ganz geklärt. In den letzten Jahren formierte sich rund um den ehemaligen Hall of Fame-QB der Bills, Jim Kelly, ein Konsortium, das die Bills in Buffalo zu halten versuchte; allein: Kelly hat momenten schwer krebskrank andere Sorgen.

Atmosphärisch stimmungsvoll ist der Tribut der Bills an den verstorbenen Owner (H/T Allesaussersport):

Überblick 2013

Record         6-10
Enge Spiele    4-4
Pythagorean    6.7    22
Power Ranking  0.511  17
Pass-Offense   5.4    29
Pass-Defense   5.3     3
Turnovers      +3

Management

Salary Cap 2014.

Sportlich gesehen haben die Bills eine Saison mit sehr starker Defense (u.a. drittbeste Pass-Defense mit 5.3 NY/A) hinter sich, aber die murmeltierähnlichen Offense-Probleme lassen die Mannschaft weiterhin nicht los. Der neue Head Coach Doug Marrone musste um viele Verletzungen und extrem unerfahrene Jungspunde auf Quarterback herum basteln, und es ist angesichts der Umstände ein kleines Wunder, dass diese Offense zeitweise sogar halbwegs rhythmisch aussah. Wenn du ein Saisonviertel auf einen ungedrafteten Rookie wie QB Jeff Tuel (59% Completion-Rate, 5.7 NY/A) bauen musst, darfst du auch keinen Ansturm auf die Divisionsspitze erwarten.

Der mit Pauken und Trompeten in der ersten Runde des Drafts geholte QB E.J. Manuel hatte – bei ihm nichts Ungewöhnliches – mit vielen kleineren und mittelschweren Zipperlein zu kämpfen. Manuel fand in seinem Einstandsjahr in der Liga nie den entsprechenden Groove, ja wirkte zeitweise sogar richtig deplatziert. Manuel ist ein unkonventioneller Spielertyp, beweglich, aber manchmal etwas ungestüm in seiner Wurfbewegung, was an schlechten Tagen so ungewöhnlich aussieht, dass man sich fragt, wieso so ein Mann NFL-QB werden konnte. An guten Tagen lief die vielschichtige und sehr geschwindige Offense der Bills aber rund genug, dass man Marrone und Manuel durchaus noch 1-2 Jahre Chance geben möchte (Manuel hatte nur 5.2 NY/A).

Abseits vom Quarterback ist die Bills-Offense auf den Skill-Players sehr flott besetzt. Das RB-Pärchen Spiller/Jackson gehört zum besten one-two punch der Liga. Spiller konnte wie erwartet nicht an seine furiose 2012er-Saison anschließen, aber mit 4.6 Y/A war er doch wieder effizient genug, während Jackson die Touchdowns in der RedZone abstaubte (9 für Jackson, nur 2 für Spiller).

Bei den Wide Receivern fiel auf, dass Stevie Johnson und der Rookie Robert Woods über 100x angespielt wurden, aber beide relativ niedrige Catch-Rate hatten. Das dürfte in erster Linie von der instabilen QB-Situation gekommen sein und sich bessern. Johnson war dabei der Slot-Mann für die kurzen Pässe, Woods mit 34% tiefen Anspielen eher der Mann für die Mitteldistanzen. Als echtes deep threat wurde – wenig überraschend für den, der den Draftprozess 2013 näher verfolgte – der halbe Leichtathlet Marquise Goodwin (hätte in der US-Olympiastaffel mitlaufen können) implementiert: Goodwin machte zwar nur 9 Saisonspiele, aber mit 53% tiefen Anspielen ganz klar der Mann, dem man die tiefen Bälle zukommen lassen will.

Der Offense fehlt allenfalls eine adäquate Ergänzung von der Tight End-Position, was auch der Grund ist, weswegen so viele für die Bills an der Draftposition #9 in der ersten Runde einen Tight End wie Eric Ebron sehen. Die Logik und die Zahlen würden es hergeben; bleibt halt die Frage, ob Marrone und sein GM Doug Whaley das ähnlich sehen.

Zumal die Bills-Offense den Auguren nach in der Offensive Line durchaus Verstärkung auf der rechten Flanke gebrauchen könnte. In einer Draftklasse, die mehrere exzellente OT-Prospects hat, könnte auch der Griff zu einem Tackle eine gute Wahl sein.

Die Defense der Bills war zuletzt vor allem gegen den Pass erwähnt fantastische Einheit. Trotzdem gibt es etliche Fragezeichen vor dem Start der neuen Saison. Das allergrößte kommt vom Coordinator-Wechsel: Mike Pettine, der Architekt hinter der sehr starken Defense, wurde relativ spät von den Cleveland Browns abgeworben. Als Nachfolger wurde der von den Detroit Lions geschasste Jim Schwartz eingestellt.

Nicht, dass Schwartz ein schlechter Defensive Coordinator wäre: Schwartz hat jahrelange Erfahrung aus seiner Zeit in Tennessee und gilt als echter Guru im Verbessern von Defensive Lines, aber auf der anderen Seite geht seine Vita bis dato fast ausschließlich durch Konzepte von 4-3 Defenses. Die Bills waren im letzten Jahr eher mit 3-4 Konzepten Pettines aufgestellt. Schwartz ließ schon verlauten, adaptiv sein zu wollen. Das eingekaufte Spielermaterial jedenfalls lässt noch keine Rückschlüsse zu, was Buffalo denn nun wirklich spielen wird.

Das zweite große Fragezeichen kommt mit dem Abgang vom FS Jairus Byrd, der nach Jahren des Vertragsstreits zu den Saints ziehen gelassen wurde. Man hätte Byrd – anerkannt einer der besten Free-Safetys – gehaltsmäßig locker halten können, was die Entscheidung suspekt macht. Byrds Abgang reißt jedenfalls eine große Lücke in eine Secondary, zu der man endlich einmal hatte Vertrauen gewinnen können. Mit Williams und Searcy stehen zwei sehr junge Alternativen zur Verfügung, aber beide gelten nicht als Idealbesetzung. Man kann durchaus erwarten, dass die Bills im Draft in der zweiten oder dritten Runde nach einem Nachfolger für Byrd greifen werden.

Auf Cornerback dürfte man gesattelt sein: Stephon Gilmore, der leider eine Saisonhälfte von 2013 verpasste, gehört zu den aufstrebenden Talenten und ist schon ein halber Shutdown Cornerback. Sehr unterschätzter Mann. Seine Positionskollegen wie McKelvin oder der eingekaufte Corey Graham aus Baltimore machen diese Position auch in der Tiefe zu einer, mit der sich arbeiten lässt.

Doch noch einmal zurück zur Front-Seven: Egal, was Schwartz denn nun philosophisch spielen lässt, für die Innen- und Außenseite sind großartige Spieler vorhanden: Innen kannst du auf Leute bauen wie den angehenden Superstar Marcel Dareus, den jahrelang so verkannten Kyle Williams oder den Jungstar Alan Branch. Das sind alles hochklassige Talente, die du allenfalls mit dem einen oder anderen Mann für die Rotation unterstützen möchtest. An den Flanken kannst du einen Mario Williams oder Manny Lawson mit Ergänzungsspieler Jerry Hughes einbauen – auch keine Schlechten ihres Fachs. Gerade Mario Williams steht mit seinem Monstervertrag in diesen Tagen noch einem Stellvertreter für den verzweifelten Versuch des Ralph Wilson, auf dessen alten Tage noch einmal das Schicksal der Franchise zu wenden.

Bei den Linebackers wurden dem sensationellen Rookie-LB Kiko Alonso (105 Successes; Success = entweder Turnover, Tackle für positive EPA) brauchbare Free-Agents wie LB Brandon Spikes (Run-Defender) oder LB Keith Rivers (kam von den Giants, gilt aber als etwas hüftsteif) zur Seite gestellt.

Alles in allem ist die Defense vom Spielermaterial einen Free-Safety davon entfernt, wieder vorne mitzuspielen, sofern die Philosophie-Frage zur Zufriedenheit geklärt wird. Vielleicht wird man keine 4.1% INT-Quote mehr fangen, vielleicht wird man auch keine 5.3 NY/A im Passspiel mehr schaffen, aber die Defense sollte erneut zu den besseren gehören.

Im Prinzip muss Buffalo folgende Stellen im Kader angehen:

  1. Free Safety
  2. Right Tackle
  3. Tight End

Das sind die „Needs“. Wer will aber schon ausschließen, dass die Bills, sagen wir, einen OLB Khalil Mack draften, wenn er zu ihnen runter auf die #9 im Draft fällt? Tight End hin oder her, in solchen Fällen nimmst du das Supertalent auf einer anderen Position und hoffst, mit deinem TE Chandler durchzukommen. Aber das sind Spielchen, die sich im Laufe des Drafts ergeben.

Quarterback dürfte wie schon erörtert erstmal noch mit mittelfristigem Fokus unangetastet bleiben; vielleicht holt sich Buffalo noch einen erfahrenen und routinierten Backup, um im Zweifelsfall nicht mehr auf Tuel angewiesen zu sein. Insgesamt ist die Mannschaft also gut aufgestellt. Vom Head Coach habe ich auch ein eher positives Bild. Zum Durchbruch muss halt der QM Manuel seinen Teil beitragen – und das ist vielleicht der schwierigste Teil.

Buffalo Bills in der Sezierstunde

Stat Line 2012

Record         6-10   --
Enge Spiele    2-4 
Pythagorean    5.7   (25)
Power Ranking   .479 (21)
Pass-Offense   6.0   (20)
Pass-Defense   6.1   (14)
Turnover       -13

Management

Salary Cap.
Free Agents.

Die Buffalo Bills haben als vielleicht provinziellste NFL-Franchise einen ganz eigenen Charme, auch weil der greise Owner Ralph Wilson jr. weiterhin verbunden genug mit Stadt und Region ist, um die Franchise trotz Standortnachteilen aus Buffalo abzuziehen. Die jüngste Aktion ging dahin, eine Stadionrenovierung mit gesichertem Verbleib bis wenigstens 2020 durchzuwinken. Auch im sportlichen Bereich gibt es Neuigkeiten, denn nach der gefühlt fünfundzwanzigsten 6-10 oder 7-9 Bilanz in Folge wurde Head Coach Chan Gailey durch Doug Marrone ausgetauscht.

Wie ich schon im Jänner schrieb, hat der Einkauf des „Underdogs“ Marrone für den ewigen Underdog Buffalo ein gewisses Flair. Marrone hat zudem viele gute Voraussetzungen, coachte in mehreren Stufen am College, hat Erfahrung in NFL-Trainerstäben und als Offensive Coordinator (Saints) und Marrone weiß, wie man Organisationen managt (Syracuse) oder junge Quarterbacks entwickelt (Ryan Nassib). Einzig der Fakt, dass noch kein Kind Marrones sich zum Prädikat „Weltklasse“ hocharbeiten konnte, trübt das Bild. Aber auf der anderen Seite erklomm Marrone bisher stets kurz vor dem Durchbruch die nächste Stufe der Karriereleiter. Mit dem uneitlen Marrone könnte GM Buddy Nix nach vielen Fehlgriffen ein guter Move gelungen sein.

Die Offense

Marrone steht nicht für ein Offensivsystem, sondern galt in der Vergangenheit als Coach, der Elemente aus mehreren Spielphilosophien einzubauen vermochte. Im Kern gilt der Mann als Liebhaber von balancierter Offense mit vielseitigem Einsatz ihrer Running Backs. RB C.J. Spiller dürfte nach seinem Coming-Out Jahr 2012/13 aufgehorcht haben; Spiller war nach Effizienz-Stats der produktivste Back der kompletten Saison, lieferte mehr Beitrag für seine Offense als Adrian Peterson in zirka der Hälfte der Ballberührungen! Mit dem alternden und zuletzt verletzungsanfälligen Backup Fred Jackson gibt es in Buffalo noch einen intelligenten „Parasiten“ für die Entlastung Spillers zwischendurch.

Ein paar Fragezeichen gibt es bei den Wide Receivers, die abseits von Steve Johnson eher suspekt besetzt sind – und da sind wir bei einem springenden Punkt, was den Draft 2013 angeht: Es ist allen klar, dass Buffalo dieses Jahr einen Quarterback draften wird. Unklar ist noch, wann. Ich halte es für nicht ausgeschlossen (und würde es mir, wäre ich GM, überlegen), dass die Bills den „Cincinnati-Weg“ einschlagen werden: Mit dem hohen Top-10 Pick einen Wide Receiver einberufen, mit dem Zweitrundenpick einen Quarterback.

Die Voraussetzungen wären gegeben. In einem explosiven Mann wie WR Cordarrelle Patterson von Tennessee gibt es durchaus ein Probowl-würdiges Talent, während bei den QBs nicht ein einziger Mann reif genug ausschaut, um ihm die Bürde „Top-10 Pick“ aufzuhalsen. Reine Spekulation: Die Bills würden in Runde zwei einen Tyler Wilson oder Tyler Bray (oder auch Marrones Protegée Nassib) einberufen – die Offense hätte Stil: Rookie-QB, RB Spiller, WR Johnson, WR Patterson… Buffalos Angriff läse sich mit einem Schlag potent.

Sehr hilfreich wird die bereits gesetzte Offensive Line sein, wo es nur ein Ärgernis gibt: LG Andy Levitre wurde ziehen gelassen, ein junger Mann, dem man starke Leistungen nachsagte. Ist „nur“ ein Left Guard, aber die Line bekommt so noch Nachbesserungsbedarf.

Die Defense

Der neue DefCoord der Bills ist Mike Pettine, der aus New York (Jets) bekannt ist. Pettine steht für einen wilden Mix an verschiedenen Defensivformationen, von 3-4 über 4-3 über völlig unkonventionelle Aufstellungen, immer mit einem Ziel: Druck gen Quarterback zu entfachen und für Konfusion im Backfield des Gegners zu sorgen. Das spricht dafür, dass die Bills verstärkt 1-2 Super-Passrusher und im weiteren viele vielseitige Spieler brauchen werden.

DE/OLB Mario Williams könnte da einer der wichtigsten Bausteine werden. Als reinrassiger Passrusher stünde DE Mark Anderson bereit. Eine hochklassige Defensive Line könnte um das Tackle-Duo Dareus/Kyle Williams gebaut werden, denen man Extraklasse nachsagt.

Über kurz oder lang wird Pettine bei den Linebackers nachbessern wollen, wo man vor allem von der stagnierenden Entwicklung von Sheppard enttäuscht ist; der teure Einkauf des OLBs Manny Lawson spricht dafür, dass die Linebacker ins Zukunft druckvoller agieren sollen – und das ist notwendig, denn beim Durchspulen der alten Bills-Tapes fällt der inexistente Passrush aus der zweiten Reihe sofort auf.

In der Secondary sehe ich gigantischen Nachholbedarf: CB Stephen Gilmore dürfte trotz seines jungen Alters und trotz des durchwachsenen Rookiejahres gut genug für die Manndeckung sein, aber hinter Gilmore wird es sehr schnell seeeeeehr dünn. CB Aaron Williams soll nach zwei schwachen Jahren schon halb aufgegeben sein. FS Byrd gilt als Pro-Bowl-Kaliber, aber ich sehe keinen zweiten Safety.

Needs: Cornerback (x2), Safety, Linebacker, Backup-Defense Liner.

Ausblick

Bei den Bills ist nach dem x-ten Neustart vieles noch im Unbekannten und Marrone wird sich erst als Architekt eines Footballprogramms beweisen müssen. Der Kader ist an einigen Stellen bereits stark besetzt und wenn die Bills im Draft einen Quarterback finden, der sofort einschlägt, sind wir nicht weit von den Playoffs entfernt. Die Frage ist halt, ob die vielen halbfertigen QB-Produkte im NFL-Draft 2013 so große Hoffnungen auf einen RG3-mäßigen Einstand machen.

Der Kaderumbau in der Offseason war in der Free Agency weniger stürmisch als es sich die Bills-Fans erhofften, aber das muss kein schlechtes Zeichen sein, schließlich ist der Draft meist der bessere und preiswertere Zugang zu neuen Talenten. Die Bills müssen sich neben einem Quarterback vor allem auf einen zweiten Wide Receiver und besagte Positionen in der Defense kümmern.

Wird nicht alles dieses Jahr passieren, aber wie geschrieben: Neuer Head Coach = Programm-Aufbau nicht in einem Jahr. Wenn aber der neue QB sofort aufgeigt, sind die Bills voll im Playoffrennen.