Notizblock Divisional Playoffs: Überall Trolle!

Am schönsten Wochenende des Jahres waren ungewöhnlich viele Trolle unterwegs. Jimmy Graham trollte sich in die Lächerlichkeit. Bill Belichick festigte seine Rolle als Obertroll. In Carolina trollten sich alle Beteiligten gegenseitig. In Denver ferntrollte Peyton Manning eventuell Tom Brady und nachdem am Sonnabend wir Footballnerds im Internet die Footballfans an den Sat.1-Mikrofonen getrollt haben, trollten Jan Stecker und Frank Buschmann ganz lässig direkt aus dem Fernseher zurück. Damit haben Buschi und Stecker jetzt auf jeden Fall das Momentum auf ihrer Seite. Bevor wir alle im storyline overkill mit Brady/Manning beziehungsweise Hammer-Hawks gegen Nickeligkeits-Niners verschüttet werden und uns auf Buschi-Ausraster wie im United Center annodazumal freuen, schnell nochmal ein launiger Rückblick auf die vier Spiele vom Wochenende.

New Orleans Saints 15, Seattle Seahawks 23

In der “It´s a passing league, stupid” wurde am Wochenende ungewöhnlich viel gelaufen. Das ging schon los im – zugegebenermaßen kalten, nassen und windigen – Seattle. Der siegreiche QB Russel Wilson hatte am Ende ganze neun completions. Aber mit Beast Mode und einer bärenstarken Defense war das völlig ausreichend.

Die Saints sind auch gelaufen. Richtig gut sogar. Leider gingen gleich zu Beginn einige kleine Dinge schief (verschossenes Field Goal, Fumble) und schon stand es 16-0. Weil auch danach Drew Brees, der sichtlich unter den Wetterungsbedingungen litt, kein großer Wurf gelingen wollen, kam New Orleans bis kurz vor Schluß auch nie wirklich in Schlagdistanz.

Einiges hing an dem vielen Gelaufe, aber vor allem an der Abwesenheit des Möchtegern-Trolls Jimmy Graham. Vor dem Spiel hat er den Körperkontakt händeringend gesucht, im Spiel selbst ist er dann selbigem tunlichst aus dem Weg gegangen. So war Graham dann nicht die gefährlichste Waffe auf dem Feld, sondern die größte Lachnummer.

Geglänzt haben beide Verteidigungsreihen. Seattles sowieso mit der scheinbar unendlich tiefen Rotation an fähigen pass rushers; die der Saints aber auch, die ungemein diszipliniert in ihrer Aggressivität gespielt hat. Die zwei, drei schlimmen missed tackles sollten eigentlich vom Angriff ausgeglichen werden.

Indianapolis Colts 22, New England Patriots 43

21 Punkte Rückstand, viertes Viertel, 4th&1 – Chuck Pagano läßt punten. Das ist ein Kündigungsgrund! Absolut unverzeihlich. Und so wie es aussah, wollte Andrew Luck ihm auch nicht an die Gurgel. Der sollte gleich mit gefeuert werden. Man muß nicht gerade Atomphysik studiert haben, um zu kapieren, daß die Siegchancen mit dem Punt von “sehr klein” auf “minus 1000” gesunken sind.

Und gerade so wie Luck gespielt hat, hätte gar nichts schiefgehen können. Entweder er hätte einen weiteren unfaßbaren Ball geworfen und das Spiel spannend gemacht oder jemand der seit etlichen Jahren endlich mal wieder Patriots-mäßigen Patriots-Secondary hätte eine INT zum TD zurückgetragen – und Luck hätte nochmal einen 28 Punkte Rückstand aufholen können.

Auf der anderen Seite haben die Pats mit durchschlagendem Erfolg das gemacht, was die Colts eigentlich die gesamte Saison über mit einbrechendem Mißerfolg versucht haben: smashmouth football. Erst laufen, dann laufen, dann screen pass, dann laufen, dann play action, dann Lauf in die Endzone. Was den Colts vor allem dafür fehlt, ist nicht unbedingt ein LaGarette Blount, sondern linemen, die Löcher reißen können; einen Fullback wie James Develin und einen Tight End, der Leute in die falsche Ecke stellt wie Michael Hoomanawanui.

Um das Paßspiel müssen sie sich weniger Sorgen machen. Da steht Andrew Luck auf dem Weg zu mehr MVP-Titeln als seinem Vorgänger in den nächsten Jahren nur Aaron Rodgers im Weg. Schön für die Colts auch, daß nächstes Jahr TE Dwayne Allen und Guard Donald Thomas (kam von den Patriots) von der IR quasi kostenlose Neuzugänge sind. Vielleicht hat ja sogar Reggie Wayne noch eine starke Saison im Tank.

Getrollt wurde auch hier, nämlich vom Obertroll Belichick. Von der Position, von der Pagano trotteligerweise hat punten lassen (IND 28 oder so), haben die Patriots dann trolligerweise gepuntet. Für sechs (Netto-)Yards. Das fand Belly bestimmt noch witziger als kurz vor Weihnachten, als er nach seinem liebsten Weihnachtssong gefragt wurde.

San Francisco 49ers 23, Carolina Panthers 10

In Carolina konnte man das Gegenteil des Spiels in Seattle sehen. Beide Mannschaften waren ebenso aggressiv wie Saints und Seahawks, aber teilweise peinlich undiszipliniert. Ihren großen Teil beigetragen haben die Schiedsrichter, die kaum die vielen Nickeligkeiten unterbinden konnten und sogar offensichtlichste Kopfstöße haben durchgehen lassen. Dazu kamen dann auch noch Nachlässigkeiten, die in einem Playffspiel niemals passieren dürfen. (Mike Pereira hat das hier alles kommentiert.)

Letztlich hat San Fran in der zweiten Hälfte eine überragende Leistung gezeigt und damit verdient gewonnen. Für Carolina muß es nun darum gehen, Cam Newton endlich mal vernünftige skill players zur Seite zu stellen. Newton selbst hatte in der ersten Halbzeit einige hervorragende Würfe unter Druck, bei denen er selbst nur auf dem großen Zeh stehend genaue Rakteten abgefeuert hat. In der zweiten Hälfte kam von ihm auch nicht mehr viel, da hatten seine OLine und sein schlechtes receiving corps um den humpelnden Steve Smith ihn aber auch schon im Stich gelassen.

Jim Harbaugh hat in diesem Spiel den Refs die Rolle als Head Troll genommen und Sympathien verspielt. Es gibt eine Linie zwischen „leidenschaftlich“ und „unsportlich“ beziehungsweise dumm. Er stand auf der falschen. Er wurde dafür sogar einmal bestraft. Wenn er sich weiterhin nicht unter Kontrolle hat, wird seine Rumpelstilzchenhaftigkeit – inklusive meterweit aufs Spielfeld rennen und Schiedsrichter mit Schimpftiraden eindecken – seiner Mannschaft nochmal in einer wichtigen Situation auf die Füße fallen.

San Diego Chargers 17, Denver Broncos 24

In Denvers Mile High hat erstmal Peyton Manning getrollt. Bevor er San Diegos Verteidiger mit endlosen Variationen seiner hard-count-/”Omaha”-Combo offenbar gehirnerschüttert hat, rief er mehrmals “Heidi, Heidi!” in die Landschaft. War das ein Ferntrollversuch gegen Brady, der im Regular Season Game gegen die Broncos nach “Cougar, Cougar!” verlangt hat, bevor er mit “Linda, Linda!” seine Träume von Belichicks Freundin öffentlich machte?

Wer Heidi ist, wissen wir immer noch nicht (Internet, come on!), aber Chargers HC Mike McCoy hat sich anscheinend zu viele alte gametapes von Marty Schottenheimer angesehen. RunRunPassPunt hat in den ersten drei Vierteln nix Zählbares eingebracht.

Nach der verkorksten Wiederaufnahme des NFL-Repertoireklassikers “Marty Ball” in den diesjährigen Spielplan ist McCoy nun nicht nur bei korsakoff durch jeden Rost gefallen. Nachdem Philip Rivers im vierten Viertel endlich seine seltsamen, aber erfolgreichen Kugelstoßerimitationen zeigen durfte, wurde das Spiel nochmal spannend. Immerhin hat WR Keenan Allen nach diesem Spiel die Rookie of the Year Trophäe sicher.

Weil Peyton Manning gewohnheitsmäßig auf die Einladung zum Laufen gegen six men boxes oft eingegangen ist, war das größtenteils eine ziemlich zähe Angelegenheit. Zum Schluß wurden aber alle noch dafür belohnt mit einer Aufholjagd, einem der besten Onside Kicks, die man jemals sehen wird und vor allem mit einem beeindruckenden match winner Peyton Manning. Es ist ein bißchen untergegangen, aber bei den beiden wichtigsten 3rd Downs, als San Diego nur einen Touchdown im Rückstand war, hat Manning mit schwierigen Pässen das Spiel gewonnen. In den Playoffs, draußen, in der Kälte. Nur die pundits und yada-yada-Typen werden das wohl wieder geflissentlich übergehen.

Und auch nicht vergessen sollte man den gefährlichen turf troll, der Eric Decker verfolgt. In diesem Spiel hat er wieder zugeschlagen. Auch beim ersten Mal ging es gegen Denver.

http://www.nfl.com/videos/nfl-game-highlights/0ap1000000080915/Decker-hits-the-deck

Peyton Manning braucht keine Elite – Peyton macht Elite

“[…] Peyton Manning needs a receiver who can match his elite status.”

So der von uns hochgeschätzte Andy Benoit in dem Teaser zu seinem Artikel über die Team-Needs der AFC West. Diese Meinung kann man, seit Peyton Manning in Denver unterschrieben hat, allenthalben lesen. Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Fast alle WRs, die für ihn in den letzten Jahren „neu“ waren, haben innerhalb kürzester Zeit gute Leistungen gebracht – und das liegt zu einem großen Teil ganz simpel an Manning. Und nicht daran, ob der jeweilige WR ein besonders guter Route Runner, besonders schnell oder besonders irgendetwas anderes gewesen wäre.

Daß der beste Wide Receiver im aktuellen Broncos-Kader, Demariyus Thomasjust a very good possession/stretched-intermediary target“ ist oder nicht, sollte keine große Rolle spielen für seinen Erfolg mit Manning. Auch ein Reggie Wayne war nicht groß was anderes, als er seinen Dienst bei Peyton antrat. Mit Thomas und Eric Decker hat Denver zwei talentierte Ballempfänger, die unter Peyton aufblühen sollten. Das einzige, was sehr, sehr wichtig ist, ist ihre Bereitschaft, jeden Tag 24 Stunden lang mit Manning zu arbeiten und „seine Offense“ aufzusaugen – welche ziemlich simpel ist.

Den einzigen richtigen „Typen“, den Peyton benötigt, ist ein einigermaßen mutiger und vor allem körperlich stabiler Slot Receiver. Dort braucht er keinen kleinen Typ Welker (oder Eddie Royal), sondern jemanden wie Austin Collie oder eben Brandon Stokley. Stokley ist einer der besten Freunde Mannings und dieser einer der größten Fans Stokleys und nun spielen sie – nicht zufällig – wieder zusammen.

Sieht man sich die Spielzeuge an, die sich Manning als Ersatz für altes Spielzeug in sein Arsenal geholt hat, ist die Bilanz beeindruckend. Die Colts haben in den letzten zehn Jahren unter Peyton Manning, also von 2001 bis 2010, nur fünf WRs gedraftet. Vier waren sehr erfolgreich: Reggie Wayne, Anthony Gonzalez (beide 1st round 2001 bzw. 2007), Pierre Garcon (6th round 2008) und Austin Collie (4th round 2009). Nur einer war ein Bust, soweit man das bei einem 5th-rd pick überhaupt sagen kann: Roy Hall (5th round 2007).

Anthony Gonzalez durfte in seinem Rookiejahr als Backup mitmachen und fing dabei in 13 Spielen 37 Bälle für 576 Yards und 3 Touchdowns. Ein Jahr später, 2008, passierte das, was mit allen WR von Peyton passiert – er wurde deutlich besser: 57 Pässe, 664 Yards und 4 TDs.

Pierre Garcon, der zuweilen Hände hat wie ein betrunkener Alzheimer-Patient, wurde nach einer Saison als fünftes Rand am Wagen und viel Training zu einem mehr als zuverlässigen Ballempfänger. In den folgenden zwei Jahren als Ersatz für den dauerverletzten Anthony Gonzalez fing er 114 Bälle für 1549 Yards und 10 TDs. Was passiert, wenn man versucht, Peyton seine Lieblingsspielzeuge Wayne und TE Dallas Clark wegzunehmen, haben die Jets im AFC Championship Game 2008 schmerzhaft erfahren müssen: 11 Receptions, 151 Yards und ein Score für Garcon.

Austin Collie fängt in seinem Rookiejahr 2009 60 Pässe für 676 Yards und 7 TDs in 16 Spielen; ein Jahr später wiederholt er die Zahlen fast auf den Punkt, benötigt dafür aber nur 9 Spiele. Es gibt Receiver, die lassen ihren Quarterback viel besser aussehen als sie sind; auf der anderen Seite gibt es QBs, die lassen jeden WR gut aussehen.

Oder auch den Tight End gut aussehen. Über Jahre war Dallas Clark einer der wichtigsten Bausteine in Mannings Offense. 2009 gipfelte die Entwicklung in 100 gefangenen Pässen für 1106 Yards und 10 TDs. Bis Clark so wichtig wurde (werden mußte) haben auch mal “Größen” wie Ben Utecht oder Marcus Pollard die meisten Bälle als TE gefangen. Als Clark sich 2010 mit Verletzungen rumplagte und nur sechs Spiele machen konnte, hat Peyton einfach den nächsten Tight End gut aussehen lassen: Jacob Tamme. In 16 Spielen, bei nur acht Starts, fängt er 67 Pässe für 631 Yards. Weil die Broncos jetzt gar keinen vernünftigen Tight End in ihren Reihen wußten, hat Peyton den Tamme einfach mitgeschleppt. Wer Fantasy Football spielt, kann hier einen TE mit 70 Catches, 700 Yards und 7 TDs in 2012 ganz billig abstauben.

Langer Rede kurzer Sinn: Peytons größte Waffe ist er selbst. Welche Kugeln man in den Lauf legt, macht kein großen Unterschied. Nicht zufällig haben die Broncos dieses Jahr keinen WR gedraftet. Das einzige was zählt, ist die Zeit in Peytons Trainingscamp. Nach nur einer Offseason mit viel Training können beinahe alle Ballempfänger schon einigermaßen erfolgreich sein mit Peyton; im zweiten Jahr machen sie dann regelmäßig noch mal einen großen Sprung. Das dürfte den Broncos auch perfekt in den Plan passen: 2012 Peytons Offense bis zur Perfektion installieren; die Defense weiter verstärken und verjüngen. 2013 und ´14 kann dann nur der Super Bowl das Ziel sein.

NFL Notizblock Woche 14: Patriots/Redskins; Bears/Broncos

New England Patriots (9-3) @ Washington Redskins (4-8)

– Pats-D beginnt (und spielt dann schließlich das auch so weiter) mit 3-4-D; mit Kyle Love als NT und Wilfork als DE; ST/WR Matt Slater beginnt wieder als Safety und wechselt sich da mit Nate Jones ab; der andere Safety Ihedigbo spielt durch; Julian Edelman spielt wieder NB und der lange verletzte Dane Fletcher spielt neben Jerod Mayo ILB

– beim ersten Punt-Return haben die Skins 12 Mann auf dem Feld – wie zur Hölle kann sowas in Woche 14 passieren?

– im zweiten Drive sieht QB Rex Grossman nicht durch und fumblet nach Andre-Carter-Sack in der Endzone, den sich Wilfork zum TD sichert

– nach Big Play von WR Stallworth gegen CB Devin McCourty kommt WAS bis an NE1, von da: Run für 0, Run für 0, False Start, Incompletion – so geht das bei NEs Defense in diesem Jahr ständig: 80 Yards abgegeben, aber nur 3 Punkte

– anschließend geht der Kickoff ins Aus – wie schlecht können Special Teams sein? nächster Spielzug: TE Gronkowski hat nach kurzem Paß drei Verteidiger ans sich dranhängen, schleift die einfach ein paar Meter mit, läßt sie dann liegen wie unnötigen Ballast und läuft bis in die Redzone; das ist natürlich einerseits ganz stark vom Gronk, aber Washingtons D sieht dabei auch furchtbar peinlich aus; natürlich fängt Gronk im nächsten Spielzug den TD zum 14-3 (Q1/5:49)

– nach viel RB Roy Helu und ein wenig Play-Action kommen die Redskins dann nach 84-Yd-Drive doch noch endlich in die Endzone; 14-10 NE (Q1/1:20)

– nach dem furchtbaren Start im ersten Viertel zeigt Washington, daß doch noch Leben in dieser Mannschaft ist: WR Brandon Banks wirft nach Fake-Endaround einen TD zum WR Sanatana Moss, der einfach von niemandem verteidigt wird, 17-14 WAS (Q2/14:49)

– Rookie Marcus Cannon, der mit dem Tumor, spielt RT wenn Rookie Nate Solder wie so oft in den letzten Wochen TE/H-Back spielt; Solder ersetzt als RT Sebastian Vollmer, der immer noch verletzt ist

Hernandez dropped einen TD-Paß – FG; Washington ist wieder in Redzone, reicht auch nur zum FG; 20-17 WAS (Q2/2:13); nach noch einem FG ist der Halbzeitstand 20-20

– Washingtons D sah in der ersten Hälfte ganz gut aus – bis auf die zwei Big Plays von Gronkowski, die beide Male zu Punkten geführt haben

– im ersten Drive der zweiten Hälfte bekommt CB DeAngelo Hall im selben Spielzug eine 5-Yard-Holding und eine 15-Unsportsmanlinke-Conduct-Strafe; Washington präsentiert sich hier dümmer und undisziplinierter als die Detroit Lions

– Q3/12:05: Gronk schleppt OLB Ryan Kerrigan einige Yards mit bevor er ihn abschüttelt wie eine lästige Fliege und zum 27-20 in die EZ marschiert

– Q3/6:58: die Pats-D spielt so schlecht wie nie; schlecht gegen den Lauf, schlecht gegen Play-Action, 27-27

– Q3/4:26: jetzt wirds ein wilder Shoot-out: Bradys No-Huddle-Offense ist zu viel für Washington und es steht 34-27

– dann merkt New Englands Verteidigung, daß schon viertes Viertel ist und provoziert zwei ganz schnelle 3&outs

– Q4/6:30: CB Josh Wilson mit ganz starker INT in der Endzone nach schlechter Entscheidung von Brady; das hat ihm wohl auch OC Bill O`Brien gesagt, der ihm vor allen Kameras einen fürchterlichen Fön verpaßt, was Brady sich nicht gefallen lassen will und zurückblöckt, woraufhin beide fast handgreiflich werden, von Assistenten getrennt werden müssen, bis schließlich auch noch HC Belichick kommt und beiden ein Ohr voll mitgibt

– Q4/2:00: WAS mit 1st&Goal von NE 9; OPI WR Santana Moss führt zu 2nd&Goal von NE 15 und beim dritten Versuch und Goal to go intercepted ILB Jerod Mayo einen abgefälschten Ball – game over. Was hat New England nur für eine komische Verteidigung. Erst lassen sie mehr als 400 Yards zu und dann machen sie im vierten Viertel (oder vorher schon in der Redzone) die wichtigen Plays und die Patriots gewinnen. Und so geht das schon seit Wochen: schlecht und schlechter die meiste Zeit, bevor sie die wichtigen Ballverluste provozieren und in der Redzone immer halten.

Chicago Bears (7-5) @ Denver Broncos (7-5)

– jeder Einzelne der Broncos Verteidiger spielt mit einer Intensität als wären sie in die Ray-Lewis-Schule gegangen

– auch die Bears-D und Broncos-O spielen alle, als würde es um ihr Leben gehen, das hat ein bißchen was von Playoff-Atmosphäre

– nachdem Denver nach zwei 3&outs mal ein paar First Downs gesammelt haben, macht CB Charles Tillman eine großartige tip-toeing-Interception an der Seitenlinie

– Tebow macht immer wieder plays: under pressure scrambelt er rum, kauft Zeit und findet einen WR und bei einem 3rd&15 läuft er gar durch dreit Tackles zum 1st Down

– die Broncos laufen zwar immer noch option-plays, Endarounds und ihre komische Aufstellung mit 4 WRs auf einer Seite, aber insgesamt wird das eine immer „normalere“ Offense

Tebows accuracy ist bei manchen Pässen immer noch furchtbar, aber das ist auch nicht öfter als bei einem Sanchez oder Newton (was aber zugegebenermaßen kein großes Kompliment ist)

– Q2/7:22: Denver kommt mit dem vierten Drive in die Redzone, aber der FG-Versuch wird von Idonije und Peppers geblockt

– beide Verteidigungsreihen spielen das sehr gut, vor allem Chicagos Angriff bekommt bein Bein auf die Erde, Drives in der ersten Hälfte: 3&out, Punt, Punt, 3&out, Punt; 0/5 3rd Downs; Denver konnte wenigstens ab und zu mal den Ball bewegen, Drives: 3&out, 3&out, INT (an CHI 21), FG blocked, Punt, End of half; Tebow hatte auch das Problem, daß, wenn er mal gute Bälle geworfen hat, die WR Thomas und Decker drei oder vier einfache Bälle gedropped haben

– 1st Drive Denver in der zweiten Hälfte: WR Thomas mit sicherem TD nach guten Tebow-Paß, aber er fängt ihn einfach nicht, was ist denn mit den WR der Broncos heute los?

– Q3/8:34: Devin Hester macht dann, was Devin Hester eben so macht: aus dem Nichts trägt er einen Punt bis an DEN 42 zurück und verschafft seinem Angriff gute Field Position; RB Marion Barber sieht jetzt plötzlich so aus, als wär eer ein richtiger Playmaker und ist nach einigen guten Läufen in der EZ zum 7-0 (Q3/5:19)

– Q4/14:55: K Robbie Gould beginnt das vierte Viertel mit 57-Yard-FG; 10-0 Bears

– Denver beginnt die zweite Halbzeit mit vier 3&outs – das Ergebnis guter Run-D und doppes Passes; Chicago verteidigt das wirklich sehr gut

– Q4/8:53: Tebow sammelt einige 1st Downs, aber eiert dann unnötig rum, fumblet und Chicago hat den Ball an der eigenen 45; dummerweise laufen die Bears dann dreimal in die Bears-Mauer und müssen gleich wiededr punten

– Q4/5:50: Denvers zweite Hälfte bis jetzt: 3&out, 3&out, 3&out, 3&out, Punt, Punt

– nach 3&out der Bears bekommem die Broncos mit 4:34 auf der Uhr nochmal die Chance für Tebowmagic; beide Mannschaften haben keine Auszeiten mehr

– Q4/2:08: nach gutem Onside Kick und einigen Bounces bekommen die Bears glücklich den Ball an CHI 49

– Q4/1:55: nach der 2-min-warning läuft der Trottel Marion Barber ins Aus und hält die Uhr an!! Ich glaubs nicht!; 3rd&5: Barber ohne Raumgewinn, Punt Chicago – 1st Down Denver an der eigenen 19 mit 56 Sekunden aber ohne Timeouts (K Matt Prater hat im Warmup aus 70 Yards versenkt)

– zwei Pässe, nach denen die WR ins Aus laufen und die Uhr anhalten, Denvers Ball nach kurzem Tebow-Run an CHI 41

– mit 2 Sekunden auf der Uhr schießt Prater ein 59-Yd-FG direkt in die Mitte; Unfaßbar! Mile High steht Kopf! Nach 12 (!) Drives ohne Punkten macht Denver in den letzten viereinhalb Minuten ohne Auszeiten (!) 10 Punkte und wir sehen die Verlängerung; Sprachlosigkeit allerorten

– Chicago gewinnt den Toss und beginnt die Overtime mit dem Ball

– Barber versucht seinen dummen Fehler wieder gutzumachen und fängt ganz schwierigen Ball an DEN 41, bevor er – nein das ist kein Disney-Movie hier – den Ball verliert an DEN 34

– beim dritten Versuch hat dann auch WR Thomas seine Hände wieder gefunden und fängt den Ball zum 1st Down an DEN 46 bevor er einen schwierigen Ball zum 1st Down an der CHI 40 macht, dann läuft Tebwo auch noch zur 34 – das geht doch alles nicht mit rechten Dingen zu

– OT/8:34: Prater mit dem 50-Yard-Gamewinner: das Stadion explodiert, im Himmel ist Jahrmarkt und vor allen Apotheken stehen kotzende Pferden – nach 12 Drives ohne Punkte machen die Broncos in den letzten drei Drives 13 Punkte und gewinnen; unglaublich, ohne Worte; Tebow in den ersten drei Vierteln 3/16, 45yds, 1Int; Tebow im vierten Viertel und OT: 18/24, 191yds, 1TD, 0Int