Im Schatten von Patrick Mahomes

Jeder NFL-Fan kennt Patrick Mahomes oder Travis Kelce. Ihre sportliche Bedeutung für die Chiefs ist unbestritten. Doch lass uns heute mal auf die Typen hinter dem Top-Duo blicken.

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Kansas City Chiefs in der Sezierstunde

Die Saison 2013/14 ist für die Kansas City Chiefs in der Geschmacksrichtung best case scenario abgelaufen, es gibt kein Drumherum-Reden: Die Debütsaison des Head Coaches Andy Reid führte ein Jahr nach dem Absturz an den Bodensatz sofort in die Playoffs, wo man allerdings einen schon sicher geglaubten Sieg gegen die Colts noch aus der Hand gab. Die Chiefs hatten als dark horse gegolten, und sie wurden diesem Status mit 11-5 Siegen gerecht. Können sie das noch einmal so hinbiegen?

Kansas City ist ein Paradebeispiel für die Wichtigkeit, aber auch die Zufälligkeit von Turnovers: 2012 war man -24 nach Ballverlusten und holte nur zwei Saisonsiege. Man war Bodensatz nach Turnovers Ein Jahr später hatte man eine Turnover-Ratio von +18, eine der besten der Liga, und holte entsprechend 11 Siege. Die Defense kreierte 36 Stück, die risikoscheue Offense verlor den Ball nur marginale 18 Mal. Turnovers verhalten sich sehr zufällig, deswegen bin ich skeptisch, was einen erneuten Durchmarsch der Chiefs durch die Regular Season angeht.

Überblick 2013

Record        11-5    WC
Enge Spiele    3-3
Pythagorean   11.2     5
Power Ranking  0.484  19
Pass-Offense   5.8    21
Pass-Defense   6.4    18
Turnovers      +18

Management

Salary Cap 2014.

Es waren aber nicht bloß die Turnovers: Die Chiefs hatten zudem einen recht außergewöhnlichen Lauf in der ersten Saisonhälfte, in dem sie auf eine ganze Latte an Backup-QBs trafen, eindimensionale Offenses, gegen die sie nicht viel ausrichten mussten; der Schedule der Chiefs war auch nicht so besonders schwierig, und trotzdem beendete man das Jahr „nur“ mit 6.4 NY/A gegen den Pass in der Defense – ein leicht unterdurchschnittlicher Wert. Nichts nervös zu werden, aber auch wenn man Luck, Manning, Rivers und Romo sah: Gegen den 16-Spiele Schedule hätte man da eigentlich mehr erwartet, zumindest verglichen mit dem, wie die großen Medien die Chiefs-Defense 2013 wahr nahmen.

Im Angriff ist man so banal wie erwartet. Ein QB Alex Smith wird nicht mehr der große Gunslinger vor dem Herrn, sondern bringt dir genau das Erwartete: 5.7 NY/A und zehn oder weniger Interceptions übers Jahr. Er schmeißt dir die Partie nicht aus dem Fenster, aber wenn es kritisch wird, bitte erwarte von Smith keine Wunderdinge und großen Comebacks. Eigentlich wären die Chiefs ja reif, schön langsam an Smiths Nachfolger zu denken um das „Ceiling“ der Mannschaft zu heben, aber es sprechen mehrere Dinge dagegen: Die Investition, die man erst letztes Jahr in Smith tätigte (2nd-Round Pick) und die himmelschreienden Lücken auf Wide Receiver und in der Offense Line.

Letztere Löcher könnten Kansas hinunter reißen: LT Albert wurde wie lange erwartet nach Miami ziehen gelassen, der OG Asamoah ging nach Atlanta, der G Geoff Schwartz nach New York. Übrig bleibt ein grünschnäbeliger Kern an ungeprüften Vorblockern.

Als neuer Left Tackle wird Eric Fisher eingestellt, letztes Jahr der Top-Pick im Draft. Fishers Rookie-Saison enttäuschte die Erwartungen. Angeblich war er weder im Laufspiel noch im Passspiel gebräuchlich, und das auf der rechten Seite, die im Vergleich zur linken Seite als die einfachere gilt. Es ist aber zu früh, Fisher abzuschreiben: Viele junge Offense Liner haben anfangs Probleme, sich auf das Tempo und die komplexeren Schemen in der NFL einzustellen, zumal wenn man wie Fisher von einem sehr kleinen College in die NFL kam. Und dann ist Andy Reid ja auch noch ein Zauberer wenn es darum geht, Offense Liner aufzubauen.

Lassen wir Fisher mal Fisher werden. Center ist mit dem jungen Rod Hudson (ehemals FSU) auch noch eine Position, die mit viel Gutdünken durchgewunken werden kann, aber dann wird es dünn. Ein jahrelanger Backup und OL-Springer wie Stephenson könnte temporär einen der Guard-Positionen übernehmen, aber dann braucht es immer noch wenigstens einen Tackle und einen Guard im Draft.

Reid liebt es, junge Offense Liner zu draften, bloß war seine Erfolgsbilanz dort in den letzten Jahren ziemlich unterirdisch. Nicht ausgeschlossen, dass Reid darauf vertraut, sich dieser Positionen erst in späteren Runden zu bedienen um da ein paar unbekannte Leute hoch zu ziehen.

Wo auch nachgebessert werden muss: Wide Receiver. Dort spielt Dwayne Bowe seit vielen Jahren den Alleinunterhalter, so auch 2013 mit 116 Anspielen (20% der Pässe der Mannschaf). Bowe fing davon nur etwas mehr als die Hälfte für 822yds und 6 TD, aber was willst du schon machen, wenn deine komplette Pass-Offense auf einen Mann zugeschnitten ist. OK, du hast noch deinen RB Jamaal Charles, der alles macht, von fangen, laufen und vorblocken, aber dann verheizt du Charles endgültig…

Fakt ist: Hinter Bowe muss dringend neues Spielermaterial her. Wenn man sich so durch die Chiefs-Foren klickt, fordern alle ohne Umschweife wenigstens einen „schnellen“ Wide Receiver, sprich einen Sprintertypen, der eine Defense auseinander ziehen kann. Wie das mit einem notorisch wurfschwachen Quarterback wie Smith gut gehen soll, ist mir schleiferhaft, aber wenn die Ausschreibung ein Sprinter ist, dann könnte durchaus ein Mann wie Oregon States Brandin Cooks gemeint sein, der überall eingesetzt werden kann: Innen, außen, im Slot. Cooks oder ähnlich als Ergänzung zu einem Bowe läse sich nicht übel.

Zumal die Chiefs kaum mehr auf den Durchbruch des als Bust abgeschriebenen A.J. Jenkins warten wollen; Jenkins, erst vor zwei Jahren ein Erstrundenpick in San Francisco, hatte erneut nur wieder 9 Catches und dürfte maximal als dritte oder vierte Option im Kader verbleiben.

In der Defense beschränken sich die größeren Lücken auf die Secondary: SS Eric Berry hat seinen Durchbruch mittlerweile geschafft, der Slot-CB Brandon Flowers gilt als verlässliche Fachkraft, aber alle anderen Besetzungen sind upgrade-würdig. Der junge CB Marcus Cooper, letztes Jahr wochenlang als Sensation gefeiert bis eben nach all den Backup-QBs die ersten ernsthaften NFL-QBs kamen, wurde von Peyton Manning und Co. Spielzug für Spielzug in seine Einzelteile zerlegt und wurde hernach heulend auf die Bank gesetzt; Coopers Selbstvertrauen gilt erstmal als angeknackst genug, dass die Chiefs ihn wohl nicht mehr so schnell die Stamm-Position überlassen.

In der Front-Seven tummeln sich dagegen die hochklassigen Talente: Der NT Dontari Poe, 2012 als Workout Warrior verspottet und mit einem schlechten Einstand als Rookie, hatte 2013 sein Coming-Out und wurde verdientermaßen in der Nähe des All-Pro Teams verortet; Poe ist ein Monster und neben einem Dareus und Wilfork so ziemlich der prototypische Nose Tackle der Gegenwart: Beschäftigt permanent zwei Gegenspieler, und kommt zwischendurch immer mal wieder durch zum Quarterback um ihm einen Schlag zu verpassen oder ihn gar zu sacken. Poes Bilanz liest sich wie J.J. Watt für Arme: 5 Sacks, 7 QB-Hits, 4 Pass-Deflections, 5 Run-Tackles für Raumverlust – und nicht vergessen: Ein Watt sieht häufiger Einzel-Deckung, während Poe fast immer gedoppelt wird.

Poes grundsolide Nebenleute in der Dreimann-DL der Chiefs haben ein vergleichsweise einfaches Leben. Die Passrusher an den Flanken, OLB Justin Houston und OLB Tamba Hali, nutzten das zu gemeinsam 25 Sacks (13 in 15 Einsätzen für Hali, 12 in 11 Einsätzen für Houston) und konstantem Dampf. Hali ist eher die eindimensionale Variante vom Outside Linebacker, aber der junge Houston ist mehr, ein kompletter Spieler, der den Chiefs noch große Freude bereiten wird, sofern er sich nicht wieder dem brennenden Gras zuwendet. Und Inside-Linebacker Derrick Johnson ist mittlerweile eh über jeden Zweifel erhaben.

Merkwürdiges Konstrukt, die Chiefs. Die Schwachstellen sind klar identifizierbar:

  1. Wide Receiver
  2. Offensive Tackle
  3. Offensive Guard
  4. Cornerback

Quarterback ist zwar keine “Schwachstelle” im Sinne, dass Smith das Team in die Scheiße reitet, aber er hindert die Chiefs in ihrer mittelfristigen Entwicklung. Allein, Reid machte immer deutlich, dass er an Smith glaubt und ihn nicht zu ersetzen gedenkt.

Trotz dieser klar ersichtlichen Schwachstellen und der deutlich erkennbaren Stärken muss man aufpassen, Kansas erneut wieder per Knopfdruck in die Playoffs zu wählen. Die AFC ist keine starke Conference, und so viele andere Alternativen drängen sich momentan nicht auf, aber aufgepasst: Vieles in unserer Wahrnehmung der Chiefs hängt an dem dramatischen Schwingen der Turnover-Werte, und dass die Defense nächstes Jahr statt 36 nur noch – sagen wir – 24 Ballverluste erzwingt, ist gut möglich. Dann hast du anstatt 11 Siegen schnell nur noch 8 übrig, wenn dein Passspiel weiterhin so leblos bleibt.

Ein Wechsel wird nicht passieren, aber prinzipiell führt uns jede Chiefs-Analyse immer wieder zur Spielmacher-Frage zurück…

NFL Draft 2013 – 1. Runde LIVE

[05h54] Damit geht die erste Runde nach zirka 3:40 Stunden zu Ende. Es war keine dramatische erste Runde und nur wenige Moves waren wirklich überraschend. Es ging nur ein einziger Quarterback, und der war eine Überraschung: E.J. Manuel > Geno Smith war in den Massenmedien kein Szenario, das oft gezeichnet wurde. Die beiden Jets-Picks waren unspektakulär. Die Vikings sorgten am ehesten für Wirbel mit einem extrem heftigen Trade für Cordarrelle Patterson. Manti Te’o war auch nur am Tisch bei NFLN ein Thema. Björn Werner ist aus deutscher Sicht das Highlight, aber für den Draft-Prozess selbst eher nicht.

Wir haben: 1 QB, 3 WR, 1 TE, 5 OT, 3 G, 1 C, 4 DT, 3 DE, 3 OLB, 1 ILB, 4 CB, 3 S. 14 Offensivspieler zu 18 Abwehrspieler. Ganze fünf (!) Skill-Player.

Aus Sicht der Draft-Strategie haben es die St Louis Rams, New England Patriots und – man höre und staune – die Oakland Raiders am besten gemacht.

Ein Gedanke zum NFL Network: Mir ist der Tisch zu überladen. Fünf Mann, und bis auf Moderator Eisen und Mayock haben sie alle nix Gescheites zu sagen. Schade. Ich würde den Tisch leeren, mit Eisen/Mayock weitermachen und Mariucci/Irvin/Faulk zum Teufel jagen.

Nachfolgend alle Picks der ersten Runde von 2013:

#1   KC   OT  Eric Fisher
#2   JAX  OT  Luke Joeckel
#3   MIA  LB  Dion Jordan
#4   PHI  OT  Lane Johnson
#5   DET  DE  Ezekiel Ansah
#6   CLE  LB  Barkevious Mingo
#7   ARI  OG  Jonathan Cooper
#8   STL  WR  Tavon Austin
#9   NYJ  CB  Dee Milliner
#10  TEN  OG  Chance Warmack
#11  SD   OT  D.J. Fluker
#12  OAK  CB  D.J. Hayden
#13  NYJ  DT  Sheldon Richardson
#14  CAR  DT  Star Lotulelei
#15  NO   S   Kenny Vaccaro
#16  BUF  QB  E.J. Manuel
#17  PIT  LB  Jarvis Jones
#18  SF   S   Eric Reid
#19  NYG  OL  Justin Pugh
#20  CHI  OL  Kyle Long
#21  CIN  TE  Tyler Eifert
#22  ATL  CB  Desmond Trufant
#23  MIN  DT  Sharrif Floyd
#24  IND  DE  Björn Werner
#25  MIN  CB  Xavier Rhodes
#26  GB   DL  Datone Jones
#27  HOU  WR  DeAndre Hopkins
#28  DEN  DT  Sylvester Williams
#29  MIN  WR  Cordarrelle Patterson
#30  STL  LB  Alec Ogletree
#31  DAL  C   Travis Frederick
#32  BAL  S   Matt Elam

[05h45] Der Nachfolger des Ed Reed: S Matt Elam von Florida geht zum Superbowl-Champion Baltimore Ravens. Und damit ist die erste Runde beschlossen. Morgen bzw. heute um Mitternacht MEZ geht’s weiter mit der zweiten Runde.

[05h43] Eher eine Überraschung: C Travis Frederick geht an #31 zu den Dallas Cowboys. Mayock ist erregt und sieht einen reach, aber die Cowboys-Gruppierungen in der Halle klatschen Beifall. Frederick ist aus Wisconsin. QB Tony Romo auch. Frederick wird künftig die Bälle zu einem Landsmann snappen.

[05h39] LB Alec Ogletree nach St Louis – wie lange angekündigt. Ogletree gilt als Problemkind, und passt damit wie Arsch auf Eimer auf Jeff Fisher und die Rams.

[05h33] Minnesota zieht WR Cordarrelle Patterson mit dem 29ten Pick. Patterson war einer der meistgehypten Offensivspieler vor diesem Draft – und er fiel. An #29 müsste er eigentlich als eine Art steal gelten.

Aber fuck, was gaben die Vikes her: Vier Draftpicks! Picks in der zweiten (#52), dritten (#83), vierten (#102) und siebten (#229) Runde! Aus Sicht der Wahrscheinlichkeitstheorie ist das ein idiotischer Move der Vikings.

Belichick ist ein Genie. Oder er nutzt bloß die Idiotie der anderen aus.

[05h23] Standing Ovations für Joe Andruzzi, einen ehemaligen Superbowl-Champ mit New England, der letzte Woche in den Trümmern des Boston Marathons zu einem stillen Helden wurde.

[05h21] Während bei den Vikes alles noch über Te’o rätselt, gilt es als geritzt, dass St Louis an #30 LB Ogletree von Georgia geholt hat.

[05h20] Der Trade ist lt. NFL.com schon durch. Dort läuft die Uhr bereits gegen die Minnesota Vikings.

[05h18] Jetzt: Patriots on the clock… oder on the phones.

[05h16] Denver Broncos ziehen DT Sylvester Williams.

[05h10] Überraschender Pick für die Houston Texans, die WR DeAndre Hopkins von Clemson ziehen. Hopkins wird der Nebenmann neben Andre Johnson. Lange erwartet, dass Houston einen Wide Receiver nehmen würde. Hopkins ist unerwartet, da viele Leute wie Patterson oder Hunter vorne gesehen hatten.

[05h03] So viel zu all dem RB-Hype: Green Bay zieht DL Datone Jones. Jones gilt als stiller Arbeiter in den Schützengräben, der die Arbeit für andere macht ohne jemals Anerkennung zu kriegen. Ein neuer Cullen Jenkins. Ein potenziell großartiger Move der Packers.

[04h57] So ist es. Xavier Rhodes von FSU nach Minnesota. Einmal Florida, einmal Florida State für die Vikings.

[04h55] Vikings draften angeblich CB Xavier Rhodes an #25.

[04h54] Es ist Björn Werner für die Indianapolis Colts, der erste deutsche 1st round pick in der NFL.

Eisen: Taste of Germany is coming to Indianapolis. Übrigens ist auch Colts-QB Andrew Luck fast ein halber Deutscher, weil dort aufgewachsen.

[04h49] Glaubt man Twitter, riecht es nun schwer nach Björn Werner für die Colts.

[04h48] Es ist Sharrif Floyd. Der Nachfolger in spe von Kevin Williams.

[04h47] Die Pause („U-S-A! U-S-A!“) gibt uns Zeit, kurz ein anderes Thema zu beleuchten:

Die Dolphins und Vikings haben heute die lange angekündigten leichten Modifikationen im Corporate Design offiziell vorgestellt. Bei den Dolphins war das neue Logo schon eine Weile bekannt, und am Trikot ist die größte Neuigkeit ein „MIAMI“-Schriftzug dort wo er hingehört: Aufn Arsch. Bei den Vikes wurden kleinere, kaum sichtbare Änderungen am Logo gemacht. Der Helm ist etwas dunkler in Violett gehalten. Die Nummer hat eine neue Schriftart und keinen goldenen Rand mehr.

Miami feierte den Einstand mit einem Trade und Dion Jordan. Minnesota hat zwei der drei nächsten Picks. Einer dürfte Sharrif Floyd sein.

[04h43] Jetzt kommen die Vikings. Dürfte DT Floyd werden.

[04h41] Es ist CB Desmond Trufant für die Falcons. Trufant ist der Bruder vom ehemaligen Seahawks-CB Marcus Trufant.

[04h36] Falcons-Trade mit den Rams. Atlanta wird an #22 draften (1st, 3rd, 6th). Dürfte ein Cornerback werden.

[03h34] Die Bengals kriegen an #21 Tight End Tyler Eifert. Das ist eine auf die Fresse für Jermaine Gresham (oder ein Geniestreich von Marv Lewis, Stichwort „zwei-TE Set“). Ist aber auch dringend benötigte Hilfe für QB Andy Dalton.

[04h33] Die Frage, die mich noch beschäftigte: Wie alt ist Eric Reids Tochter, die er eben auf seinem Arm hatte? According einem Bericht muss sie minimum dreieinhalb sein und LeiLani heißen. Reid ist 21. Das ist Trent Richardson-esk. Immer wieder erstaunlich, wie jung die Amerikaner Eltern werden.

[04h30] OG/OT Kyle Long, der Hüne von Oregon, geht an #20 nach Chicago. Kyle ist der Sohn vom ehemaligen Star-DE Howie Long (heute ein Studiopundit) und jüngerer Bruder von Chris Long (Rams-DE).

[04h23] Ab sofort wird kein Pick mehr vergehen ohne die Te’o-Frage.

[04h22] OT/OG Justin Pugh für die New York Giants. Erwartet langweiliger Pick für die Giants. Und das NFL Network zeigt eine junge Frau, die völlig ausflippt.

[04h17] Die 49ers ziehen S Eric Reid von LSU – ein need, aber musste man dafür wirklich von #31 auf #18 hochtraden (49ers gaben zusätzlich #74 auf)? Reid ist der Mann, der jene einzigartige Interception im „Spiel des Jahrhunderts“ gegen Alabama fing. Gilt aber als schlechter Tackler.

[04h13] An #17 geht OLB Jarvis Jones – einer meiner Favoriten dieses Jahr – zu den Pittsburgh Steelers. Eine Wahl, die viele erwartet hatten. Jones soll eine sehr gute Defense Line vor sich brauchen, um all sein Potenzial ausschöpfen zu können. An #18 kommen nun die San Francisco 49ers nach einem Trade mit den Cowboys.

[04h08] Der Heiland! Der Heiland!

Mike Mayock verplappert sich und spoilert entgegen aller Versprechungen vor der offiziellen Verkündung: Die Buffalo Bills ziehen an #16 den FSU-Quarterback E.J. Manuel. Erster Quarterback des NFL-Drafts 2013.

Ich schrieb schon in der QB-Preview: Bills-HC Doug Marrone kennt vermutlich die Limits seines College-Schützlings Ryan Nassib zu gut, um ihn zu draften. Für Manuel ein Traum von Offense: In Kolb hat er einen unterdurchschnittlichen Konkurrenten und könnte möglicherweise gleich mal spielen.

Manuel und die explosive Bills-Offense um RB Spiller: Klingt nicht so katastrophal wie man vielleicht denken würde.

Manuel heult Rotz und Wasser im Interview mit Deion Sanders (der früher auch bei Florida State studierte).

[04h00] Ein kleiner Junge macht die Ansage für die Saints-Pick an der #15: Es wird S Kenny Vaccaro von der University of Texas. Hollawind. Die Saints haben bereits gute Safetys in Harper und Jenkins. Vaccaro gilt als Freelancer, großer Hitter, gewillt, volle Kanone in der „Box“ gegen den Lauf zu spielen. DefCoord Rob Ryan kriegt einen Spieler, den man nach Ansicht vieler unbedingt in Zaum halten sollte, bevor er mit seinem risikoreichen deine eigene Defense Spiel verbrennt.

[03h53] Einer der logischsten Picks bis dato: DT Star Lotulelei geht an #14 zu den Carolina Panthers, die fast alles haben, aber unterirdisch bei den Defensive Tackles waren. Interessant wird die Systemfrage: Die Panthers spielen 4-3, aber Lotulelei gilt als am besten, wenn er 0-technique spielen kann, also genau gegenüber dem Center. Das ist ein eher unüblicher Einsatzort in einer 4-3 Defense.

[03h48] Der zweite Jets-Pick an der #13 ist einer, mit dem keiner gerechnet hat: DT Sheldon Richardson von Mizzou. Ein Mann, der mit seinen trash talk-Fähigkeiten gut in den Big Apple passt. Schade allenfalls, dass New York uns das Pfeifkonzert für „Geno Smith“ erspart.

[03h40] Überraschung: CB D.J. Fluker, der Mann, der im November bei einem Tackle im Training fast gestorben wäre, geht an #12 zu den Oakland Raiders. Keine Defensive Tackles für die Raiders.

[03h32] Dritter Alabama-Spieler en suite: OT D.J. Fluker geht nach San Diego. Fluker ist ein Bolzen von Mann, gilt aber als hüftsteif. Fluker gilt als Right Tackle.

Jetzt kommen gleich die Raiders an #12. Alle meinten, DT Floyd ginge zu den Raiders, aber an #3. Jetzt kriegen sie die Chance, ihn an #12 zu nehmen. GM McKenzie macht damit schon alles besser als die Raiders in den letzten zehn Jahren.

[03h29] OG Chance Warmack nach Tennessee. Zweiter Guard in den Top-10. Fünfter Offense Lineman in den Top-10. Und jetzt pickt gleich San Diego.

Die gemeinhin als topp angesehenen DTs Floyd/Lotulelei sind dagegen noch immer am Board. Tony Pauline/Draft Insider hatte mehr oder weniger genau dieses heute Nachmittag vermutet.

[03h26] Revis kostet die Buccs 16 Mio/Jahr. Milliner kriegt das in drei oder vier Jahren nicht. Von daher: Ja, den Spieler Revis wird Milliner schwerlichst ersetzen können, aber monetär ist das schon ein recht guter Deal für die Jets.

[03h23] Die Versuche der NFLN-Crew, Ahnungslosigkeit für besseren Spannungsbogen vor dem nächsten Pick vorzugaukeln, wirken mittlerweile weniger steril als noch zu Beginn des Drafts.

[03h20] CB Dee Milliner wird der neue Revis. Relative Ruhe im Saal.

[03h16] Jetzt ist gleich Zeit für die Boo-Birds: New York Jets on the Clock. Alle drei der angeblichen Favoriten der Jets sind schon vom Board.

[03h06] Buffalo Bills geben ihren Pick #8 an die St Louis Rams ab. Rams hüpfen vor die Jets (#9), was schwer nach WR Tavon Austin riecht. Der gelbe Flitzer Austin dürfte damit zum „Goldenen Flitzer“ werden.

Der Trade ist massiv: Rams geben #16, #46, #78 und #222 auf für die Picks #8 und #71. Mit Austin kommt der gefühlt siebenundzwanzigste Wide Receiver in den letzten drei Jahren nach St Louis. Austin ist allerdings ein Fetzen mehr als WR: Halfback, Returner, X-Faktor. Einer meiner Lieblingsspieler im Draft.

[03h05] Eine Stunde Draft. Sieben Picks, und wenn wir die „halben“ Linebacker Jordan/Mingo als Line-Spieler sehen, haben wir bisher ausschließlich Schützengräben gedraftet.

[03h00] OG Jonathan Cooper an #7 zu den Arizona Cardinals. Mayock: Bester Pass-Blocking Guard im Draft. Nach dem Einkauf von QB Palmer und den drei Tackles, die schon weg sind, ein No-Brainer.

[02h57] DE/OLB Barkevious Mingo von LSU an #6 zu den Cleveland Browns. Ein Passrusher für das neue 3-4 System der Browns. Leichte Überraschung.

[02h54] Was Ansah helfen könnte: Detroit verfügt bereits über eine massive Innenseite mit den Defensive Tackles Suh und Fairley. Ansah wird die Last nicht alleine tragen müssen. Auf der anderen Seite ist die Kadertiefe bei den Ends so gering, dass die Lions Ansah vielleicht schneller als erhofft aufs Spielfeld schicken müssen.

[02h51] Wie jedes Jahr kommt zu einem der Lions-Picks die RB-Legende Barry Sanders raus, um die Wahl zu verkünden. Sanders ist Cover-Gesicht des Madden-Spiels.

Der Draftpick ist DE Ziggy Ansah von BYU. Ein Afrikaner für die Löwen! Ansah gilt als athletischer Gigant, hat aber längst nicht alle Techniken drauf, die man in der NFL braucht. Der neue DL-Coach der Lions, Jim Washburn, wird viel Arbeit bekommen. Aber Washburn gilt als ein sehr guter.

[02h44] Erster Draftpick der Ära Chip Kelly: Die Eagles an der #4 den ehemaligen Highschool-QB, OT Lane Johnson von Oklahoma. Der Mann gilt als größtes Talent dieses Jahr, ist aber noch sehr ungeschliffen. Mit seiner Athletik wie gemacht für Kellys Schemen. Ist er die Versicherung gegen ein mögliches Karriereende von Eagles-LT Jason Peters?

[02h38] Die Dolphins haben neben ihren Erstrundenpick (#12) noch zusätzlich den Pick #42 geopfert um den gemeinhin als komplett angesehenen OLB Jordan zu kriegen. Jordan könnte davon profitieren, gemeinsam mit DE Cam Wake spielen zu können.

[02h32] Nicht bloß Twin-Tackles, sondern Triple-Tackles: Die Miami Dolphins haben einen Trade angestrengt. Es wird OLB Dion Jordan von Oregon. Ganz Philly kotzt sich die Eingeweide raus.

[02h28] Joeckel: I love being a Jacksonville Jaguar. Jacksonville is a great team… [Ja, klar]

[02h25] Die Jaguars ziehen OT Luke Joeckel von Texas A&M. Die Jaguars haben bereits einen Left Tackle in Eugene Monroe (Erstrundenpick 2009), der ligaweit gelobt wird. Das riecht danach, dass Joeckel nur die als unwichtiger gesehene Position des Right Tackles bekommt. Raum für Ausreden für den jungen QB-Flop Blaine Gabbert wird kleiner.

[02h17] Die Chiefs nehmen *Überraschung, Überraschung* Eric Fisher von den Central Michigan Chippewas. Fisher ist der Mann mit dem etwas höheren „Ceiling“ im Vergleich zu Joeckel. Punktsieg für Mayock: Mayock war einer der ersten, der Fisher als Favorit gegenüber Joeckel gesehen hatte, trotz der Tatsache, dass Fisher nur in einer kleinen Conference spielte.

Man kann das aus Chiefs-Sicht auch so sehen: Jetzt gehste mal 2-14 und kriegste den Top-Pick und dein Preis ist ein Offense Tackle von Central Michigan? Gibt Dinge, die sexier klingen, aber so ist’s Leben.

[02h08] Der Draft 2013 ist eröffnet und KC hat maximal zehn Minuten Bedenkzeit.

[02h04] Die Runde im NFL-Network besteht erstmal aus der Einsermannschaft: Rich Eisen – Marshall Faulk – Steve Mariucci – Michael Irvin – Mike Mayock. Mayock ist sicher sicher: #1 Fisher nach Kansas City, #2 Joeckel nach Jacksonville und an #3 könnte jemand versuchen, OT Lane Johnson per Trade mit den Raiders zu bekommen.

[01h56] Um noch ein bissl zu müllen: Mike Mayock, Draftfreak vom NFL-Network, hat gestern Nacht seinen alljährlichen Mock-Draft veröffentlicht. Den kann man hier nachlesen. Beim Top-Pick scheint er schon ins Schwarze getroffen zu haben.

Zweites Gerücht: Die Raiders werden trotz zuletzt anders lautender Berichte ihren #3-Pick halten und ihn nicht an die Browns weitergeben.

[01h47] Guten Morgen zum Start des NFL-Draft 2013. Wo wir heute, egal ob ESPN oder NFL Network, anscheinend davon ausgehen können: Beide Networks haben vereinbart, Pick für Pick die Spannung dieses Jahr bis zur Verkündung Roger Goodells aufrecht erhalten zu wollen. Das wäre ein Fortschritt gegenüber anderen Jahren, als man stets schon vorher in den „Green Room“ schaltete und alle Welt schon vor Goodells Verkündung vom nächsten Pick wusste. Mal schauen, wie die Networks das durchhalten. Twitter dürfte indessen weiterhin schon den Networks wissen, wer der nächste Draftee ist – so wie bei den Chiefs 2013: Es ist offensichtlich bereits durchgesickert, dass der Top-Pick 2013 Eric Fisher von Central Michigan sein wird – also doch der Mann mit dem etwas höheren „Upside“ gegenüber dem einstigen Favorit Luke Joeckel/Texas A&M.

Mike Mayock und seine Top-5: Fisher joeckelt vorbei

Mike Mayock hat seine Positional Rankings drei Wochen vor dem Draftwochenende überarbeitet, und es gibt eine auffällige Änderung bei den Offensive Tackles: Eric Fisher von Central Michigan ist Mayocks neue #1, vor dem gemeinhin als Top-Draftpick angesehenen Luke Joeckel. Fisher hat für Mayock etwas mehr Upside (also Potenzial nach oben etwas höher), hat die längeren Arme, ist etwas athletischer. Joeckel zeigte zudem auf den Tapes Probleme gegen crossende Defensive Ends und ließ dabei gerne mal einen Sack mehr zu als gewünscht.

Mayock sieht aber in Fisher und Joeckel jeweils künftige All-Pros. Der dritte Mann, das dark horse, ist für Mayock Lane Johnson von Oklahoma. Johnson ist der Mann, der vor vier Jahren noch Quarterback (!) spielte und Johnson hatte lt. Mayock die beste NFL-Combine aller Spieler ever. Potenzial nach oben sei bei Johnson noch höher als bei Fisher, aber der Mann ist etwas ungeschliffen.

Alle drei – Fisher, Joeckel, Johnson – werden wohl in den Top-10 gehen („I would be stunned if not“). Eine Option für z.B. die Chargers (picken an #11) könnte D.J. Fluker sein, ein Mann mit sehr langen Armen, der aber bisher mehr als Right Tackle galt. Right Tackle ist eine im Vergleich zum Left Tackle deutlich niedriger bewertete Position, auch wenn sie im Zuge der Read-Option-Offenses an Bedeutung gewinnt.

Left Tackle ist die Premium-Position in der Offense Line. Left Tackles müssen gegen die besten Passruher beim Gegner spielen, weil dieser natürlich am liebsten die „Blindside“ (die „Rückseite“ des Quarterbacks, der zumeist Rechtshänder ist) des Quarterbacks attackiert. Dafür braucht es maximale Athletik bei immer noch pfundigem Gewicht.

Eine weitere Meinung, die ich bei Mayock in den letzten Wochen aufgeschnappt habe: Er kann der Quarterback-Klasse nix abgewinnen, würde keinen QB in den ersten 20 Picks nehmen. Geno Smith ist der beste, aber er ist kein wirklich gutes Prospect für die erste Runde. Das heißt natürlich nicht, dass Smith nicht doch in den ersten 5-7 Picks vom Tablett geht.