Thanksgiving-Preview 2012

Das amerikanische Erntedankfest „Thanksgiving“ gehört zu den drei landesweit größten Feiertagen und zum Fest gehört seit Jahrzehnten auch American Football aus der NFL, respektive aus Detroit um die Mittagszeit und aus Dallas am frühen oder späten Nachmittag, je nach Ortslage. Seit einigen Jahren gehört ein drittes Spiel zur Primetime mit dazu, und in diesem Jahr erstmals auf einem großen Network, bei NBC.

Detroit Lions – Houston Texans

Ab 18h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen, 10h.

Der sportliche Wert eines interconference games ist für gewöhnlich mit „beschränkt“ einzuordnen, aber weil CBS (überträgt die Auswärtsspiele von AFC-Teams) per Vertrag eines der beiden Erntedankspiele bekommen muss, braucht es jedes Jahr wenigstens ein AFC-Auswärtsteam. Diesmal also die Houston Texans (9-1), die Mannschaft mit dem besten Record in der AFC, und nur ein weiterer Trupp in einem beinharten Spielplan, den die Detroit Lions in dieser Saison spielen müssen.

Die Detroit Lions (4-6) wirken auf Beobachter wie eine massive Enttäuschung, und es wäre gelogen, wenn ich nicht auch ein klein wenig mehr erhofft gehabt hätte. Stattdessen erlebt man als liebender und leidender Anhänger dieser Mannschaft eine Saison wie im Fegefeuer. Nicht Himmel, nicht Hölle. Aber du weißt nicht, was du erwarten kannst.

Die Lions 2012 sind eine Mannschaft, die in der Lage ist, Giganten wie Green Bay zu kontrollieren (wie am Sonntag, ich widerspreche dabei Kai Pahl vehement) und gleichzeitig beherrschte Spiele doch wieder herzuschenken imstande sind (wie am Sonntag).

Die Mannschaft ist nicht viel besser oder schlechter als in der vergangenen Saison, als sie ebenso monströse Comebacks und glückliche Fügungen brauchte, um Truppen wie Minnesota, Dallas oder Oakland noch einzufangen. In diesem Jahr wenden sich die Fügungen eher gegen Detroit. Die Freak-Show in Tennessee. Die Turnover gegen Chicago. Der Schiedsrichterfehlentscheid vom Sonntag. Fünf von acht Spielen innerhalb eines Scores verloren.

Es ginge trotzdem besser, aber u.a. Verletzungsprobleme sorgen seit Wochen dafür, dass die Kadertiefe nicht bloß bedenklich ausgedünnt wurde: Weil mit RB Best, WR Burleson, LT Backus oder S Delmas erfahrene Eckpunkte in wichtigen Mannschaftsteilen angeschlagen sind oder längere Zeit schon ausfallen, müssen die Youngsters ran – und die Youngsters sind noch nicht alle bereit (gell, Mr. Young sr.?).

Das soll QB Matthew Stafford nicht völlig in Schutz nehmen. Stafford spielt bei eigentlich guter Protection eine Achterbahnsaison mit zu großer Unkonstanz und zu vielen Würfen ins Leere, als dass man ihm eine wirklich gute Saison nachsagen könnte.

So hängt der Angriff – ich wiederhole mich – allein am Tropf des WRs Calvin Johnson, der erneut eine starke Saison spielt (65 Catches, 1117yds in 10 Spielen, Madden-Fluch harhar), aber der nicht alles im Alleingang zu tragen imstande sein kann. Die Jungspunde WR Young, WR Broyles und vor allem TE Pettigrew zeigen Ansätze, aber nicht mehr; man darf gespannt sein, wie lange sich das Front-Office dies anschauen wird. Young wird nach wiederholten disziplinären Problemen heute fehlen, und gilt als sportlich nicht allzu herber Verlust.

Für die schnellen 130kg-Bolzen in der Front Seven der Texans dürfte die Lions-Offense konzeptionell ein gefundenes Fressen sein: Man entsende dem DE J.J. Watt noch einen oder zwei Blitzer aus der zweiten Reihe hinterher, und Stafford muss schneller werfen, als dass Johnson 30m tief gelaufen sein kann oder einer der vielen Rohdiamanten um Broyles oder Pettigrew sich von seinem Gegenspieler gelöst haben kann.

Auf der anderen Seite bieten die Houston Texans eine Offense auf, die ästhetisch nicht mit Stafford/Johnson mithalten kann, aber dank des fehlerarmen QBs Matt Schaub und der seit Jahren hochgelobten Offensive Line methodisch wie der schleichende Tod über eine Defense drüberzufahren imstande ist.

Man sagt den Blockern im System von Head Coach Gary Kubiak nach, sehr intelligent zu spielen, was gegen die häufig stupiden Naturgewalten Suh, Fairley oder Avril nach etlichen ins Leere laufenden Pass Rushern und zwei, drei 20yds-Läufen für RB Arian Foster riecht. Und dann musst du im Backfield immer noch den „anderen“ WR Johnson, Andre Johnson, abdecken.

Klingt alles nicht gut für Detroit – aber: Die Defense ist diese Saison ein eher kleines Problem, hielt Detroit selbst gegen starke Angriffe meistens lange im Spiel.

Dennoch: Ich bin etwas besorgt. Nicht wegen einer potenziell weiteren Niederlage – die Playoffs hatte ich dieses Jahr von den Lions ebenso wenig „erwartet“ wie eine 11-5 Bilanz. Aber die Stimmung in Mannschaft, Trainerstab und auf den Rängen müffelt bereits dezent angefäult; die merkwürdigen, unpragmatischen Moves von Jim Schwartz in den letzten Wochen haben mich aufhorchen lassen. Irgendwo durch die riesigen Gläser des Ford Fields dämmert schon fin de siécle-Atmosphäre.

Ich hänge an Mannschaft wie Trainer genug, dass ich lieber ein weiteres Jahr mit Schwartz in den Abgrund fahre, als bereits diesen Winter eine erneute Generalüberholung in dieser Franchise zu sehen.

Also. In den letzten Wochen war die Halbwertszeit zwischen Opening Kickoff und ersten Buhrufen im Ford Field keine drei Spielminuten. Eine weitere Pleite wird in dieser eh schon verfallenden Stadt Detroit kein gutes Gegengift sein…

Houston mit 10.

Dallas Cowboys – Washington Redskins

Über die Rivalität

Cowboys-Redskins.
Redskins.

Ab 21h LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen, 12h30.

Im zweiten Spiel des Abends sind zwei Franchises aus der traditionsreichen NFC East schon im Verzweiflungsmodus: Dallas (5-5) und Washington (4-6) kämpfen um den Abschluss in einer wie fast jedes Jahr engen Division – und beide sind nicht gerade Muster an Beständigkeit.

Bei den Dallas Cowboys nix Neues, mischt sich doch bei QB Tony Romo seit Jahren auf drei spektakuläre Augenausreißer ein hirntoter Moment – häufig genug in knappen Spielen, sodass Romo für die Massen bereits unverrückbar stigmatisiert bleiben wird. In dieser Saison hatte Romo auch schon seine „Romo“-Momente, allein: Es sind schon verdammt viele gedroppte Pässe und falsch gelaufene Routen von Seiten der Herrschaften WR Dez Bryant, WR Ogletree oder WR Austin mit im Spiel, die zu unnötigen Incompletions und Interceptions führen.

Die großartige Entlastung durch die Running Backs scheint Romo auch nicht zu bekommen, und selbst die in der Vergangenheit ordentlich Protection wackelte heuer mehrfach gehörig. Wird spannend, was Redskins-DefCoord Haslett an Druck Richtung Romo schicken wird – Haslett tendierte heuer häufig dazu, richtige Unwetter zu veranstalten. Verbrannt hat er dabei häufig bloß das eigene Scheunentor (a.k.a. Secondary).

Auf der anderen Seite gruben sich die Redskins nach einem verletzungsbedingten Zwischentief zuletzt wieder gut genug aus der Affäre, um sich in den Power-Rankings mittlerweile in der oberen Hälfte eingenistet zu haben (WAS war eine zeitlang #32 gewesen). Hauptverantwortlich dafür ist vor allem die stabilisierte Defense. Die Offense war immer schon gut.

Es ist jede Woche interessant mit anzuschauen, wie die Shanahans ihre hellste Freude daran haben, jede Woche ein paar neue atypische Plays für ihr Spielzeug, QB Robert Griffin III, zu auszuprobieren. Diese immer noch sehr college-affine Offense ist nicht bloß die hellste Freude zum Anschauen (ich kann mich am Pass für Santana Moss einfach nicht satt sehen), sie ist auch effektiv. Und die Redskins erleben dieser Tage auch das Phänomen „scrambelnder Quarterback macht die Running Backs effektiver“: RB Alfred Morris kann sich phasenweise durch wirklich große Löcher fräsen.

Ich habe am Montag mit einem Cowboys-Fan gesprochen, der überzeugt war, dass die OLBs Ware/Spencer gegen die Offensive Tackles der Skins bestehen können und gleichzeitig das Laufspiel abzuwürgen imstande sind. Voraussetzung: Einer der Inside Linebackers müssen RG3 vom Scrambeln abhalten.

Die Sache hat einen Haken: Mit „Inside Linebacker“ war Ernie Sims gemeint, was Geister der Vergangenheit ruft. Ernie Sims ist ein phantastischer Athlet, aber auch einer, der instinktiv sehr aggressiv auf simple Moves reagiert… missed tackle, ick hör da was trappsen.

Schließlich wird über das Duell Griffin vs. Dallas-Secondary zu reden sein; Dallas’ Defense spielt eine IMHO nicht so üble Saison, aber wenn Ware und Konsorten zu spät durchkommen oder Griffin zu schnell aus der Pocket entfleuchen kann, rieche ich die eine oder andere tiefe Bombe, die aus dieser Partie eine Wundertüte machen könnte.

Dallas trotzdem mit 3.

New York Jets – New England Patriots

Über die Rivalität

Jets – Patriots.

Ab 02h LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen 15h.

Das in der Vergangenheit dem NFL-Network gehörende Thanksgiving-Nachtspiel wird diesmal erstmals von NBC übertragen, und es soll tatsächlich der olle John Madden im Intro die Teams einführen, sowie eine Madden-Trophy für den Spieler des Spiels reaktiviert werden.

Der sportliche Thrill zieht sich bei diesen beiden Teams diesmal insbesondere aus der Tatsache, dass die Jets mit ihren sehr lauten Head Coach Rex Ryan in der Vergangenheit fast immer in der Lage waren, gegen New England über ihre Verhältnisse zu spielen und das Derby eng zu halten.

So auch vor fünf oder sechs Wochen, als die Gang Green ihr womöglich bestes Saisonspiel lieferte und um ein Haar ein kolossales Upset aus Foxboro mitgenommen hätten. Rezept damals: QB Mark Sanchez (!) mal machen lassen – gegen die altbekannten Abwehrprobleme der Pats ein probates Mittel.

Nun haben die Patriots seither den Hünen CB Aqib Talib aus Tampa eingekauft, um mit dessen Manndeckerqualitäten eine aggressivere Defense inklusive Blitzeinschlägen aus der zweiten Reihe spielen zu können – und wenn Sanchez eines nicht leiden kann, ist es eine unruhige Pocket. Sanchez neigt dann schnell dazu, jeden Pass zu überwerfen, respektive seine Tight Ends zu suchen, egal wie gut die Herren Keller und Co. gedeckt sind.

New Englands Angriff ist primär deswegen im Fokus, weil er ohne die beiden Tight Ends Gronkowski/Hernandez antreten muss (Gronkowski verletzte sich am Sonntag beim Blocken für einen Extrapoint – Sachen gibt’s!). Insofern für die Patriots ein Problem, weil sie zwar den Ausfall eines der beiden kennen, aber ewig nicht mehr ohne beide angetreten sind.

Da wird viel Kurzpass-Stuff auf die Herrschaften Welker/Woodhead/Edelmann zukommen, plus eine wenigstens halbwegs adäquate Vorstellung von WR Brandon Lloyd auf den Abwegen ins Herz der Secondary hinein gefragt sein.

Das ganze spielt den Jets natürlich in die Karten, und bei allen Sorgen, die man in New York derzeit hat, so waren Ryan und seine Coordinators doch häufig in der Lage, QB Tom Brady mit wilden Aufstellungen mehr unter Druck zu bringen, als ihm lieb war.

Für New England kommt es also darauf an, die schnellen Pässe früh im Spiel an den Mann zu bringen, um ihre jungen Running Backs ins Spiel zu bringen, und somit noch im ersten Viertel eine glaubwürdige, methodische Offense aufbieten zu können, um die Jets vorsichtiger werden zu lassen.

New England mit 7.

NFL Week 11 am Sonntag

Einleitend verweise ich gleich auf die Preview von Andy Goldschmidt, der sich alle heutigen Spiele plus das Donnerstagsspiel unter die Fittiche genommen hat. Selbst werde ich mich heute eher kurz halten.

Erste Auffälligkeit: ESPNA und SPORT1+ übertragen haarklein dieselben Partien. Was ich bei New England – Andrew Luck verstehen kann, und auch die Alternativen zum NFC-North Duell Lions – Packers sind eher bescheiden.

19h – Detroit vs. Green Bay

TV-Programm

ESPN America LIVE

So, 19h   DET - GB
So, 22h25 NE  - IND
So, 02h20 PIT - BAL
Mo, 02h30 SF  - CHI

ESPN America Tape

Mo, 13h30 DAL - CLE
Mo, 16h   DEN - SD
Mo, 18h30 PIT - BAL
Di, 18h30 SF  - CHI

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PULS4 LIVE

So, 22h45 NE  - IND

Detroit Lions (4-5) – Green Bay Packers (6-3) ist für Lions-Fans vielleicht schon das Spiel der letzten Chance, nachdem zuletzt zweimal gegen die Vikings vergeigt wurde und der verbleibende Schedule knüppelhart bleibt. Die Lions spielen eine eigenartige Saison, sind in der Offense extrem fokussiert auf das zwanghafte Halten einer Pass/Lauf-Ratio, und erst wenn im Schlussviertel diese Zwänge notgedrungen fallen, „klickt“ der Angriff und QB Stafford kommt in Schwung. Auffällig ist auch die eklatante Abhängigkeit von WR Calvin Johnson: Ist Johnson aus dem Spiel genommen, ist der Wirkungsgrad der Offense massiv beeinträchtigt.

Zweite Komponente bei den Lions: Head Coach Jim Schwartz scheint unter Druck zu geraten. Am vergangenen Wochenende versuchte Schwartz bizarrerweise zwei Minuten vor Schluss keinen Onside Kick, um nach dem Verkürzen auf 10pts Differenz in Minnesota weiter dranzubleiben. Das Zeichen lieber „sichere“ knappe Niederlage als „vielleicht“ Blowout ist meistens Zeichen eines angeschlagenen Trainers.

22h25 – New England vs. Indianapolis

Patriots – Colts war über lange Jahre meistens das Spiel der Regular Season mit dem meisten Hype, was an der sportlichen herausragenden Stellung beider Teams, Coaches, Quarterbacks lag. Nun ist QB Peyton Mannings Nachfolger Andrew Luck im Fokus und wird erstmals in Foxboro, gegen Belichick und Brady, spielen. Bei Luck fällt seine charakteristische absolute Ruhe in der Pocket auf, dieses sich nicht nervös machen lassen, das Luck massiv von allen anderen abhebt. Die Würfe Lucks sind freilich keine rattenscharfen Raketen, aber dank Lucks Wissen um Defensivschemata effizient genug, um mit den Colts irgendwo am Eck im Playoffrennen zu hängen.

Eine höherstehende taktische Analyse hat Andy Benoit von den Football Outsiders gewagt.

Sunday Night Game

Pittsburgh – Baltimore. Sagt eigentlich schon alles aus, wenn da nur nicht eine diese Saison erstaunlich wackelige Ravens-Abwehr wäre und der Ausfall von Steelers-QB Roethlisberger. Mike Tomlin muss auf Backup-QB Byron Leftwich setzen, was immer ein interessantes Szenario bietet: Leftwich, ein Quarterback immobil wie eine Scheibe Toastbrot, aber mit einem Wurfarm vor dem Herrn, hinter der immer noch eher suspekten Steeler-Protection, gegen eine Front-Seven der Ravens, die trotz aller Ausfälle noch gerade genügend große Namen aufbieten kann, dass etwas an Druck durchbrechen wird können.

Das Spiel ist auch wichtig, weil die Ravens (7-2) die Divisionsführung verteidigen müssen (Steelers sind 6-3).

Tipps

ATLANTA – Arizona
DALLAS – Cleveland
Detroit – GREEN BAY
Kansas City – CINCINNATI
Washington – PHILADELPHIA
CAROLINA – Tampa Bay
HOUSTON – Jacksonville
St Louis – NY JETS (Schottenheimer vs. Jets!)
Oakland – NEW ORLEANS
DENVER – San Diego
NEW ENGLAND – Indianapolis
PITTSBURGH – Baltimore
SAN FRANCISCO – Chicago

Date mit Mike, #11: Buffalo Bills – Miami Dolphins

Nachdem ich vor zwei Wochen bei Bengals – Broncos dreieinhalb Stunden lang die Kommentierung von Greg Gumbel und Dan Dierdorf hatte durchstehen müssen, empfand ich am Sonntagabend bei San Francisco – St Louis die Kommentierung von Chris Myers und Tim Ryan als geradezu wohltuend. Die Kontraste zwischen Dierdorf und Ryan könnten auch gar nicht eklatanter sein. Wo ersterer mit Phrasendrescherei in bester Hans-Krankl- oder Beckenbauer-Manier Weisheiten aus den 70er Jahren aus dem Arm schüttelt und sich wohl wundert, dass das Spielfeld heute farbig ausschaut, gehört Ryan für mich ab sofort zu den Geheimtipps.

Ich hatte ihn nicht zum ersten Mal gehört, aber bisher war für mich am Tandem Myers/Ryan vor allem der ehemalige FOX-Sidelinereporter Chris Myers mit seiner sehr markanten Stimme (unangenehm) aufgefallen. Myers’ Co Ryan dagegen glänzt mit erstaunlichem Fachwissen. Der Mann führt seine Bemerkungen zum Spiel zwar sehr „sophistisch“ aus, und die Erklärungen kommen vor allem um zwei Uhr nachts nicht immer zur richtigen Uhrzeit, aber dann folgt zwischendurch kurze Aufheiterung (What a cute sack bei Chris Long – are you kiddn’ me?) und wir können uns auf die nächste Angriffsserie vorbereiten.

Tim Ryan: Von null sofort irgendwo in die Region unter den Göttern Mayock, Nessler und Eagle/Fouts geschossen.

Erstere beiden kommentieren heute Nacht und dürften der Hauptgrund zum Einschalten bei Buffalo BillsMiami Dolphins sein. Nessler/Mayock brennen zwar nicht mehr die Feuerwerke aus der vergangenen Saison ab, aber im Vergleich zu dem, was man sonst so Woche ein, Woche aus zu Ohren bekommt, immer noch das Beste von der NFL.

Buffalo (3-6) vs. Miami (4-5) ist ein Spiel der letzten Hoffnung für die Bills, und ein must-win-Spiel für die Dolphins, wenn sie denn im Playoffrennen ernsthaft am Leben bleiben wollen – die Wildcards gehen in der AFC aktuell bei 6-3 weg, und während Pittsburgh als stabil genug gelten dürfte, um sich da oben halten zu können, traue ich den Colts noch nicht hinreichend, als dass sie nicht noch Schiffbruch erleiden und möglicherweise 2.5 Spiele Führung (direkt gewonnenes Duell gegen Miami) noch abschenken.

Die Dolphins wurden am Wochenende vor enttäuschender Heimkulisse (gefühlt 15.000 Zuschauer in der heimischen Schüssel) von den bis dato schwachen Tennessee Titans gnadenlos 37-3 abgeschossen, und sowohl QB Ryan Tannehill wirkte noch besoffen vom Glück des Sieges seiner Aggies in Alabama, als auch die komplette, bisher eigentlich dominante Lauf-Defense der Fins.

Diese wird heute einen guten Tag brauchen, denn wenn Buffalo eines beherrscht, dann ist es variantenreiches Spiel über die RBs #30 Jackson und #21 Spiller, wobei vor allem letzterer nach anfänglicher Skepsis immer mehr zu meinen Favoriten gehört.

Auf der anderen Seite dürfte Tannehill gegen eine wenig überzeugende Defense mit trotz großer Namen („Williams Wall 2“) mauem Pass Rush ein gutes Matchup vorfinden, um seine Top-Anspielstationen Bess, Hartline und Bush zu bedienen und seinen Ruf nach dem Graupenspiel gegen Tennessee aufzupolieren.

Potenzial ist da bei Tannehill, wenn auch im Rookie-Jahr bisher nur in Sporaden aufblitzend.

Miami ist selbst auswärts für mich der Favorit in dieser Partie.

Ab 02h30 LIVE bei ESPNA und SPORT1+. ESPNA morgen mit einem Tape um 19h.

Football heute, 14.11.2012

Drei Verweise für nicht alltägliches Brot am heutigen Tag bei ESPN America (plus einen für morgen!).

CFL-Playoffs

Am vergangenen Wochenende begann der Start der CFL-Playoffs, von denen ESPN America heute um 16h und 18h die Tapes der beiden Spiele zeigt.

Ich schulde noch das letzte SRS aus der Canadian Football League, deren letzten Spieltag ich letzte Woche diskutiert hatte.

TEAM           MOV   SOS   SRS
BC Lions       6.4  -0.4   6.1
Calgary        4.8  -0.2   4.8
Saskatchewan   1.0   0.8   1.8
Edmonton      -0.9   1.1   0.1
Montreal       0.0  -1.0  -1.0
Hamilton      -2.4  -0.4  -2.8
Toronto       -2.5  -0.3  -2.8
Winnipeg      -6.4   0.4  -6.0

Mit Hilfe von 4.5 Punkten Heimvorteil lassen sich die Favoriten kalkulieren.

Im Ost-Bracket trafen die Toronto Argonauts auf die Edmonton Eskimos, die im Zuge der “crossover-rule” im Ost-Bracket mitmachen dürfen. Im Fokus stand dabei insbesondere Torontos QB Ricky Ray, vor der Saison in einem Verzweiflungsmove aus Edmonton geholt und in der laufenden Saison mit recht soliden Vorstellungen, u.a. einer niedrigen Turnover-Anfälligkeit.

Bei den Eskimos lief die Saison dagegen recht turbulent ab: Man musste zwischen den QBs Joseph und Jyles hin und her switchen, wobei vor allem der Altstar Joseph eine wandelnde Turnover-Maschine war. Weil Jyles verletzt ist, wird heue Joseph starten.

Nach SRS ist Toronto dank Heimvorteil mit knapp 2pts favorisiert, aber Vorsicht: In der Regular Season gewann Edmonton gleiche beide direkten Duelle.

Im Westen treffen die altbekannten Calgary Stampeders auf die Saskatchewan Roughriders, wobei letztere aus einer schlechten letzten Saisonphase kommen, wo haufenweise Spiele und das Heimrecht noch verloren wurden.

Saskatchewan zeichnet sich durch eine knackige Defense aus, und die wird es heute brauchen, denn Calgarys Pass-Angriff ist gefährlich: QB Drew Tate war zwar über weite Strecken der Saison verletzt im Krankenstand und sein Einsatz heute Nacht ist nicht unumstritten, aber Tate war, wenn fit, mit 9.0 Y/A der zweitexplosivste Quarterback in der CFL überhaupt.

Überschattet wurde das Spiel von gehässigen Kommentaren der lokalen Medien in Calgary („Ich bete, dass der Flieger der Roughriders abstürzt“), wo man sich nur allzu ungern an die jüngste Playoff-Vergangenheit gegen Saskatchewan erinnert, u.a. vor zwei Jahren eine Partie als haushoher Favorit in Eiseskälte abgeschenkt.

In der Regular Season gewann Calgary zwei von drei direkten Duellen, allerdings waren alle drei Spiele sau eng (1x Overtime, dann 5pts, dann 7pts Differenz). Nach SRS ist Calgary diesmal aber mit 7.5 Punkten favorisiert.

(Ich habe eines von den beiden Halbfinals bereits gesehen und kündige SPEKTAKEL für die Schlussphase an)

Northern Illinois Huskies – Toledo Rockets

Das möglicherweise entscheidende Divisionsduell um den Einzug in das MAC-Finale aus der Western Division wird heute ab 03h LIVE bei ESPN America übertragen. Die Northern Illinois Huskies (9-1, 6-0 in der MAC) treffen auf Toledo (8-2, 5-1 in der MAC) und können mit Heimsieg den Sack zumachen und das Ticket fürs Endspiel in Detroit am 30.11. schon mal klar machen.

Toledo gilt auch unter HC Matt Campbell als potenziell starke Mannschaft, die aber immer wieder in entscheidenden Momenten versagt. NIU dagegen ist „nur“ ein Geheimtipp, aber die SRS-Ratings zeigen, dass wir es hierbei bei der mit Abstand besten MAC-Mannschaft zu tun haben: NIU ist mit 7.5 an #31 gerankt, während z.B. Toledo mit -0.8 erst an #68 aufscheint. Sehenswert bei NIU ist immer wieder der QB Jordan Lynch, ein wuseliger „double threat“.

Die letzten beiden Jahren lieferten sich die beiden Teams wilde Shootouts, vergangenes Jahr ein 66-63!

Morgen um 12h bringt ESPNA noch ein Tape von Ball StateOhio, wobei beide bereits für die Bowl Season qualifiziert sind, aber beide nur noch kleine rechnerische Chancen auf das MAC-Finale haben.

MNF #8, Arizona Cardinals – San Francisco 49ers Preview

Das Monday Night Game (ab 02h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+) hat Zutaten von “Original von Kopie” oder besser: Die, die schon da sind (49ers) gegen die, die genau da hinkommen wollen (Cardinals). Weil beide Teams dieses Jahr auch gut gestartet sind und die NFC West als Komplettes halbwegs ernst genommen werden muss, fühlt sich das alljährliche Primetimespiel Arizona – San Francisco diesmal tatsächlich am richtigen Sendeplatz an.

Die Cardinals sind die 49ers für Arme. Das sieht dann so aus: Die Defense sorgt mit fulminanter Defensive Line plus zwei sehr athletischen Linebackers für ausreichend Druck, dass man im Backfield problemlos den jungen CB Patrick Peterson mit der Manndeckung der größten Waffe des Gegners betraut machen kann, und für die restlichen drei Receiver vier bis fünf Mann übrig bleiben. Arizona kassiert pro Drive mit 25.6 Yards die zweitwenigsten ligaweit, und mit 1.24 Punkten pro Drive die zweitwenigsten – diesbezüglich ist man gar jeweils knapp vor San Fran.

Der Unterschied ist in der Offense: Während San Francisco dieses Jahr eine großartige Offense Line aufweist, hinter der Laufspiel und sogar QB Alex Smith phasenweise überzeugend aussehen, liegt die Cards-Offense zirka drei Meter unter der Erde – trotz mehrerer hoch gedrafteter Running Backs, trotz des Super-WRs Larry Fitzgerald, trotz eines weiteren hoch gedrafteten Rookie-WRs Michael Floyd.

Das Problem liegt auf der Hand: Die Offensive Line gibt zu viel Druck auf, die völlig verunsicherten Quarterbacks, seien es nun Kolb oder Skelton, kriegen keine Zeit und neigen dann entweder zu Harakiripässen (Skelton) oder aufgeregtem Starren auf die Deckung bis der Bus längst drübergefahren ist (Kolb).

Arizona macht 4.9 Yards pro Passversuch (nur Gabbert in Jacksonville ist schlechter), ist dabei noch unbeständig (23.0 Yards pro Drive, nur Gabbert in Jacksonville ist schlechter) und – Analogie zu den 49ers vom letzten Jahr – hält sich nur mit großartiger Starting Field Position über Wasser: Im Schnitt startet man an der eigenen 31.3 Yards Line (#2 der NFL). Mit verantwortlich dafür dürfte neben der starken Defense auch der Returner Peterson sein.

Ich sehe nicht, wie Arizona heute Nacht gewinnen will. Es bedürfte einer Auferstehung des Passspiels von Lazarus-Größenordnung, um die 49ers ernsthaft in Bedrängnis zu bringen – IMHO nicht going to happen.

The Return of the College Football zu ESPN America

Die MLB-Playoffs sind gütlicherweise genau so ausgegangen, dass heute wieder die volle Dröhnung College Football gezeigt werden kann. Ab 15h College GameDay aus Gainesville, der Heimatstadt der Florida Gators, und danach zweimal SEC-Derby vs. ein ACC-Klassiker. Falls Sie es noch nicht gemerkt haben sollten: Die Conference-Saison kommt in die Gänge, die Saison im College Football gewinnt an Thrill.

Texas A&MLouisiana State birgt abseits des Manziel-Watchings (Manziel ist Freshman-QB der Aggies) Spannung, inwiefern die Tigers nach mehreren blutleeren Vorstellungen mit dem Heimsieg über South Carolina wieder in Schwung gekommen sind. LSU gewann verdient, recht souverän gegen die Gamecocks in einem Spiel.

Die spielen ab 21h30 im Kracher möglicherweise um den SEC-East-Divisionssieg, auswärts bei den Florida Gators. Und ausgerechnet dann droht RB Marcus Lattimore verletzt auszufallen… riecht nach einer defensivorientierten, nicht allzu punktereichen Partie. Ein Knackpunkt, der vor allem im GameDay rauf und runter diskutiert werden dürfte: Steve Spurrier kehrt zurück an die University of Florida. Spurrier war in den 90ern der Head Coach gewesen, der mit seiner Fun’n’Gun-Offense die Gators überhaupt erst auf die Landkarte der Top-Footballprogramme gebracht hatte, und ist spätestens seit dem National Championship 1996/97 eine Legende, ehe er in der NFL aufgrund von eklatanten Problemen mit der Blitz-Protection in Washington grandios scheiterte und dann zu South Carolina ging. Spurrier spricht in Interviews interessanterweise immer noch von we, as und our, wenn es um die University of Florida geht.

Noch zwei andere Teams aus Florida matchen sich am Samstag: Miami Hurricanes vs. Florida State Seminoles ist ein Duell, das Reminiszenzen an die Vergangenheit weckt. Canes und Seminoles waren vor allem in den 80ern und frühen 90ern zwei der College-Programme schlechthin gewesen, mit Spielen mit teilweise bis zu 50 (!) späteren NFL-Profis auf dem Spielfeld. Aus der ESPN-Doku „The U“ war einiges an Thrill zu entnehmen, was diese beiden Rivalen angeht; weil die University of Miami seit Jahren sportlich besonders arg krankt und zuletzt durch Booster-Skandale gebeutelt war, ist die Rivalität etwas abgeflaut, aber beide sehen sich gegenseitig immer noch als Rivalry #1.

Miami spielt normalerweise vor halbleerem Haus im Sunlife Stadium. Wenn es nachts gegen die Noles geht, ist die Hütte aber rappelvoll, und die Stimmung im Stadion ist kaum beschreiblich. Allerdings ist das Gutelaune-Publikum in Miami bei Blowouts auch recht NFL-like schnell verschwunden und wir erleben – wie vor zwei Jahren beim 7-42 gegen die Noles – ein Schlussviertel vor leeren Rängen, während die Fans in – sagen wir – Nebraska auch bei 0-50 fast geschlossen bis zur Schlusssirene im Stadion bleiben.

Spielplan Week 5 bei ESPN America

Der Sendeplan – falls nicht wieder dreimal überarbeitet – ist diesmal voll genug, dass zum ersten Mal seit viiiiiielen Wochen (oder Monaten?) auch wieder ein Footballtape am Sonntagmorgen gesendet wird. Das hatten wir laaaaaaaaange nicht mehr, vor lauter halbstarker Motocrosser.

LIVE

    20.10.2012  15h    College GameDay aus Gainesville
    20.10.2012  18h    Texas A&M - Louisiana State
    20.10.2012  21h30  Florida - South Carolina
20./21.10.2012  02h    Miami/FL - Florida State

TAPES

    21.10.2012  05h30  Syracuse - UConn
    21.10.2012  11h30  Miami/FL - Florida State
    22.10.2012  05h30  Oregon State - Utah
    25.10.2012  11h    TCU - Texas Tech
    25.10.2012  13h30  Tennessee - Alabama
    25.10.2012  16h    Miami/FL - Florida State

Auch TCU – Texas Tech ist nicht uninteressant. TCU muss ohne den suspendierten QB Pachall mit einer umgekrempelten Offense antreten, während die Red Raiders von Head Coach Tommy Tuberville bisher eine überraschend starke Saison spielen und in den mathematischen Rankings ganz, ganz weit vorne zu finden sind.

Bei TennesseeAlabama dürfte es für Head Coach Derek Dooley um Schadensbegrenzung gehen: Dooley kann sich vermutlich keinen Blowout leisten, will er nächstes Jahr noch Coach der Vols bleiben. Gespannt darf man auch hier auf die Stimmung sein: „Rocky Top“ im 100000er-Stadion zu Knoxville ist in sportlich erfolglosen Zeiten wie diesen häufig recht leise drauf, aber gegen Giganten wie Alabama war das Rund mit den extrem steilen Rängen auch in jüngerer Vergangenheit oft rowdymäßig drauf.

San Francisco – Seattle ohne Gewähr

Neandertaler-Zeit in den USA: Wegen der Ausscheidungsspiele in der Schlagballliga wird ESPN America heute Nacht nicht das Thursday Night Football Game übertragen. Wir müssen und mit Tapes begnügen: Morgen gleich zweimal: Einmal um 16h, dann noch mal in der Nacht auf Samstag ab 5h30, sofern nicht wieder fleißig am Sendeplan gewerkelt wird. Wie schon in den vergangenen Jahren übernehme ich keinerlei Haftung für sprunghaftes Verschieben der Sendetermine. Weil auch SPORT1+ aus mir nicht bekannten Gründen seit letzter Woche davon abgegangen ist, die Donnerstagsspiele zu übertragen, bleiben die Fernseher stumm. Gamepass-Zeit.

Dabei böte das Matchup San Francisco 49ersSeattle Seahakws einiges an Thrill – nicht nur, weil beide mit 4-2 punktgleich an der Spitze der nicht mehr verspotteten NFC West liegen: Es ist vielmehr auch das Aufeinandertreffen von zwei äußerst knackigen Defenses. Während jene der 49ers seit eineinhalb Jahren bereits kein Geheimnis mehr ist – blitzsauberes Tackling, wuchtige, dominante Front-Seven, Linebackers Willis/Bowman, die alle Tight Ends abdecken können – kommt die Verteidigung der Seahakws immer noch wie ein kleines Mysterium auf uns zu.

Ich liebe Seattles Abwehr seit nun fast einem Jahr. Ich tue mir aber immer noch schwer, diese Billig-Unit (keine 40 Mio. teuer sind alle Abwehrspieler zusammen, und damit über ein Drittel billiger als die Seahawks-Offense!) zu beschreiben. Pete Carroll hat in den vergangenen Jahren Abwehrspieler um Abwehrspieler um Abwehrspieler gedraftet, scheinbar ohne Plan, aber nun stehen da eine junge, sehr physische und druckvolle Defensive Line und eine blitzsaubere Secondary auf dem Feld.

Namen wie DT Brandon Mebane, DT Alan Branch, DE Chris Clemons oder DT Red Bryant sollte man sich merken. Auffällig ist auch der pfeilschnelle DE Bruce Irvin, der nur selten eingesetzt wird, aber QB-Pressure auf QB-Hit auf Sack produziert und meinem Tipp als Defensiv-Rookie des Jahres bisher gerecht zu werden scheint. In der Secondary geistern CB Richard Sherman oder S Earl Thomas längst nicht mehr als völlige Unbekannte durch die Gegend.

Wird spannend, wie San Francisco da die Pocket für QB Alex Smith sauber halten möchte. Wenn die vergangenen Wochen eines gezeigt haben, dann war es folgendes: Solange Smith den risikolosen Verwalter spielen darf, können die 49ers um ihr dieses Jahr starkes Laufspiel munter aufgeigen. Wenn die Niners aber einen Rückstand aufholen müssen, droht Harakiri-Smith, sich noch stärker, als andere Quarterbacks in Incompletions und Interceptions zu verheddern.

Bleibt also das Hawk-Patentrezept: Hole dir eine schnelle Führung und zwinge die 49ers, dich mit den Händen Alex Smiths zu schlagen. Aber haben die Seahawks selbst das Potenzial, mit ihrer eigenen Offense ein Spiel zu diktieren, um überhaupt eine Führung zu holen? Der wuselige QB Russell Wilson erlebt derzeit eine Sympathiewelle quer durch die Staaten und spielt auch ganz begeisternd, aber bei aller Liebe bleibt erstmal abzuwarten, inwiefern Wilson überhaupt die Tools hat, längerfristig wilde Aufholjagden und Heilige Jungfrauen zu liefern.

Alles in allem ein Spiel, das nicht wirklich danach riecht, als ob es die Vierzigpunkte-Schallmauer durchbrechen kann. San Francisco dürfte favorisiert sein, aber wenn das Szenario „frühe Führung für Seattle“ eintritt, dürfte das eine ganz lustige Nacht werden…

MNF #6 Preview: Chargers – Broncos

Chargers – Broncos ist das Divisionsduell der beiden vermeintlichen Favoriten in der AFC West, und es ist auch gleichzeitig ein Duell um die temporäre Führung in der schwächsten aller NFL-Staffeln 2012/13.

Denver ist dabei auf meinem Stats-Sheet haushoch favorisiert, trotz der negativen Bilanz von 2-3 Siegen. Der Grund dafür: Die Broncos haben ihre leichten statistischen Vorteile (in fast allen relevanten Kategorien ein paar Prozente besser als San Diego) gegen einen verhältnismäßig massiven Schedule erzielt, während die Chargers bis auf Atlanta noch kein richtiges Kaliber zu Augen bekommen haben.

Ins Auge sticht dabei, wie unrund die Bolts-Offense von Guru Norv Turner in dieser Saison wirkt: QB Philip Rivers („you’ve gotta punt this ball! NORV!“) ist aufgrund des schieren Misstrauens, das dem Laufspiel entgegengebracht wird, mal wieder der alleinige Fokus, und Rivers muss mit einem wenig eingespielten Receiving-Corp aufmarschieren. Zuletzt in New Orleans musste man häufig auf den zirka 45jährigen RB Ronnie Brown im Kurzpassspiel zurückgreifen – nicht gerade Turner-Football at his best.

Von Interesse wird heute Nacht auch sein, wie Turner auf die Front-Seven der Broncos reagiert. Ich meine, jedem ist klar, dass MLB Mays der ausgemachte Schwachpunkt und ein optimales Ziel für Tight Ends wie Gates ist, aber wie stellt man sich mit einer derart unsouveränen Offense Line gegen einen Mann wie OLB Von Miller auf? Miller gefällt mir in dieser Saison fast noch besser als DE Watt, MLB Cushing oder ILB Bowman im Rennen um den Titel „Abwehrspieler des Jahres“.

Die Broncos in der Offense sind in Kürze so beschrieben wie immer wenn Peyton Manning dabei ist: Man gucke das Defensive Backfield (v.a. Safety-Positionierung) aus, dann entscheidet sich Manning entweder für einen der einstudierten Routinepässe oder eine Ballübergabe für einen Running Back. Ist kein Zauber, aber bei entsprechender, bei Manning zu erwartender, Ausführungsqualität effektiv.

Eigentlich ist Denver Favorit. Ich tue mir aber noch schwer, San Diegos Saison bereits zu einem so frühen Zeitpunkt abzuschreiben und gebe den Chargers aus bloßem Bauchgefühl die Favoritenrolle.

LIVE ab 02h bei ESPN America und 02h35 bei SPORT1+. ESPNA bringt morgen, 15h30 eine Aufzeichnung.

NFL-Woche 6 Preview: Matchups zum Knutschen

Die Qualität dieses sechsten Spieltags ist schon daran abzulesen, dass die Identifikation des einen Spitzenspiels schwerfällt. Optionen gibt es zur Genüge, so viele, dass ESPN America nichtmal alles in seinen sechs Übertragungen unterzubringen vermag.

Die Leckerli zum Abendessen

TV-Programm

ESPN America LIVE

So, 19h00 BAL - DAL
So, 22h00 SF  - NYG
So, 02h20 HOU - GB
Mo, 02h30 SD  - DEN

ESPN America Tape

Mo, 10h00 ATL - OAK
Mo, 12h30 HOU - GB
Di, 13h00 SEA - NE
Di, 15h30 SD  - DEN

SPORT1+ LIVE

So, 19h00 NYJ - IND
So, 22h20 SF  - NYG
So, 02h30 HOU - GB
Mo, 02h30 SD  - DEN

PULS4 LIVE

So, 22h20 SF  - NYG

Zwei Leckerbissen und mehrere weitere gute Optionen bieten allein die Beilagen zum Abendessen. Das Livespiel bei ESPNA ist dabei Baltimore (4-1) vs. Dallas (2-2), wo mit den beiden Quarterbacks Flacco und Romo zwei Zeitgenossen aufeinandertreffen, die in regelmäßigen Abständen aus den falschen Gründen diskutiert werden: Flacco aufgrund seiner ich-spiele-nicht-ich-rede-Mentalität und seines eigenen Geschmacks beim Bartwuchs, Romo wegen manch horrender Statistik in „großen“ Spielen (zuletzt 5 großteils unglückliche INTs gegen Chicago).

Das wirklich spannende an diesem Spiel wird aber sein, wie die Offenses auf die Verteidigungen gematcht werden. Baltimore wurde zuletzt in Kansas City komplett niedergemacht, und wird sich anstrengen müssen, um das starke Defensive Backfield der Cowboys mit den CBs Carr und Claiborne zu überlisten. Bei Dallas fallen immer wieder schlampig ausgeführte Spielzüge auf, wobei vor allem der wetterwendische WR Dez Bryant langsam zum Problem wird: Physisch jedem Cornerback dieser Welt überlegen, aber mit viel zu vielen Drops und immer mal wieder mit einer falsch gelaufenen Route.

Topspiel #2 – und gar nicht im TV – ist Philadelphia Eagles – Detroit Lions, wo beide Franchises schon unter Druck stehen. Die Eagles stehen bei 3-2 Siegen, schenken aber viel zu häufig den Ball her; das liegt nicht bloß an der Explosivität und Risikofreudigkeit dieser Offense. Letzte Woche hatte QB Vick zwei wirklich vermeidbare Fumbles, die letztlich das Spiel kosteten.

Detroit dagegen kommt aus der spielfreien Woche und braucht dringend ein Erfolgserlebnis: man ist mit 1-3 überraschenderweise Bodensatz der NFC North, und schön langsam schwimmen die Felle davon. Es ist nicht so, dass die Lions hoffnungslos aufgetreten wären, denn alle vier Spiele waren innerhalb eines einzigen Scores. Vielmehr sorgen kleinere Unsauberkeiten, überworfene Bälle, wenig überzeugende Spielzugauswahl hie und da, sowie wieder aufkommende Auffälligkeiten abseits des Platzes dafür, dass Head Coach Jim Schwartz in seiner vierten Saison zum ersten Mal leise infrage gestellt wird.

Der Lärm beim Spiel Indianapolis Colts – New York Jets konzentriert sich wie gewohnt weniger auf die fantastische zweite Halbzeit der Colts um QB Luck/WR Wayne zuletzt gegen Green Bay, weniger auf die „amerikanische Story“ um den krebserkrankten Colts-Coach Chuck Pagano, dafür umso mehr auf die Jets: Letzten Montag den überlegenen Texans einen harten Kampf geliefert, trotzdem verloren, aber das Gefühl in den grünen Blogs ist schon wieder wir sind wieder wer. Gleichzeitig wird allerdings genüsslich QB Sanchez zerpflückt, im Hintergrund scharrt bereits der unkonventionelle Tim Tebow mit den Hufen. Für Sanchez gegen eine trotz allem schwache Colts-Defense die Chance, die Demission erstmal eine Woche zu verschieben.

Es gibt Dinge, die ich nicht verstehen, und dazu gehört die NFL-Eigenheit, das Ohio-Derby Cleveland – Cincinnati zweimal in der ersten Saisonhälfte anzusetzen. Bei den Browns scheinen die beiden hoch gedrafteten Rookies, QB Brandon Weeden und RB Trent Richardson, besser in Schwung zu kommen. Gegen Cincinnati mit deren überragendem WR A.J. Green kommt nun auch CB Joe Haden rechtzeitig aus der Dopingsperre zurück, weswegen ich den noch immer sieglosen Browns durchaus zutraue, diese Partie einzutüten. Die Browns sind bisher unter Wert geschlagen.

Atlanta hatte letzte Woche lange Zeit Probleme mit den Redskins, müsste daheim gegen die schwache Raiders-Defense aber eigentlich den sechsten Sieg im sechsten Spiel eintüten können. Miami hat gegen die Rams die Chance, weiter an „Drive“ zu gewinnen: Die Combo QB Tannehill/WR Hartline funktionierte zuletzt brillant, aber der wahre Star ist die Lauf-Defense der Dolphins; und wenn Rams-QB Bradford eines braucht, dann ist es ein bissl Unterstützung von Seiten seiner Running Backs.

Eher ein Duell der Kellerkinder in Tampa: Buccs gegen Chiefs. Die Buccs sind in der Offense enttäuschender als befürchtet, die Chiefs kämpfen gegen die grottenschlechte Stimmung in der eigenen Stadt an und dürften froh sein, erstmal auswärts antreten zu dürfen.

Kaputte Nervenstränge im Knie

Um 22h30 das Livespiel in allen drei gelisteten TV-Stationen ist die Rückkehr des tauben Knies: San Francisco 49ersNew York Giants, die Neuauflage des NFC-Championship Spiels aus dem Jänner, einer beinharten, umkämpften Partie bis hinein in die Overtime. Ein Spiel, in dem der spätere Superbowl-Champ New York größtenteils pulverisiert wurde, am Ende aber wegen zweier Harakiri-Momente des Kyle Williams in den Superbowl rutschte.

Williams ist gegenwärtig durch den Stamm-Returner Teddy Ginn ersetzt, darf aber immerhin noch die Kicks zum Touchback abknien und sollte somit in dieser Partie weniger Schaden als einst anrichten.

Kann man also über andere Dinge reden. Zum Beispiel über den großartigen Saisonstart der 49ers, die in der aktuellen Verfassung keine Turnovers und Special Teams brauchen, um sämtliche Gegner zu pulverisieren. Zur eh schon fassungslosen Defense gesellt sich heuer eine erstaunlich mächtige Offense Line inklusive eines besseren Lauf- und Passspiels als in den vergangenen Jahren. Die momentane Version der San Francisco 49ers darf man getrost zu den Top-3 in der NFL zählen, solange man in Führung liegt.

Die Giants ihrerseits sind in diesem Jahr auffällige Schlafstarter, sehen sich ab zweitem Viertel häufig in der Rolle der Comebacker. Manning und Kumpanen sollten in dieser Partie tunlichst einen frühen Rückstand vermeiden.

Bei Seattle – New England ist neben dem Wiedersehen Pete Carrolls mit seiner alten Franchise spannend, wie New Englands Hochgeschwindigkeitsoffense im sehr lauten Seahakws-Stadion zurecht kommen wird, zumal die Defense der Hawks als rundum komplett gilt.

Sunday Night Game

Ab 02h20 werden die Houston Texans, neben Atlanta einziges ungeschlagenes Team der NFL 2012/13, einen weiteren Test sportlicher und psychologischer Natur bestehen müssen: Zuhause gegen die Green Bay Packers. Die Texans gehören in dieser Saison fraglos zu den bisher besten drei Mannschaften, dominierten ihren Schedule bislang nach Belieben. Trotzdem wird die Mannschaft irgendwo immer noch nicht ernst genommen.

Liegt es an den fehlenden Playoff-Erfolgen? Oder an der jungen Franchise-Historie? An den wenigen Bezugspunkten, die die Franchise seither aufbauen konnte? An den fehlenden Stars? Oder an Head Coach Gary Kubiak?

Woran auch immer: Houston ist seiner Division schon meilenweit enteilt und kann mit einem Heimsieg über die immer noch hoch gehandelten Green Bay Packers sowohl seinen Status zementieren, als auch die Packers in eine langsam ernstere Krise schießen. Das alles muss ohne den kreuzbandverletzten MLB Brian Cushing passieren, dafür mit DE J.J. Watt, einen der auffälligsten Protagonisten der noch jungen NFL-Saison, der heute gegen die wackeligen Tackles der Packers einen Freudentag erleben kann.

College Football 2012/13, Week 7 Preview – Zungenbrecher in Dallas

Die Analyse zum Status quo im College Football inklusive Blick auf die Rankings habe ich gestern abgeliefert. Heute folgt die Vorschau auf den Samstag am siebten Spieltag, der aufgrund der Baseball-Playoffs erneut etwas knapper ausfällt. Beginnen wir mit einer Sprechübung.

Bitte zehnmal en suite „Red River Rivalry“ aussprechen. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Red River Rivalry. Na?

Heute findet die 107. Auflage des Klassikers der Heartlands statt, in der Cotton Bowl zu Dallas: #13 Oklahoma Sooners vs. #15 Texas Longhorns. Über die Historie und Bedeutung des Spieles über den Sport hinaus habe ich letztes Jahr ein Segment geschrieben (erste zwei Abschnitte) – und auch diesmal gibt es Ingredienzien für einen großen Footballabend.

Denn beide Teams stehen nach mehr oder weniger enttäuschenden Heimniederlagen bereits mit dem Rücken zur Wand. Bei den Oklahoma Sooners ist man sowieso gewohnt, dass 1-2 Spiele pro Jahr abgeschenkt werden und man frägt sich allenfalls noch, wie man zum Teufel schon wieder einen BCS-Champion Sooners hatte riechen können (my fault). Bedenklicher ist aber die Situation bei Texas: Trotz des besten Recruitings quer durch alle Programme, durch alle Staaten ist 2012 anscheinend das dritte Jahr graues Mittelmaß hintereinander.

Die Probleme liegen dabei eher in der Defense, was völlig überraschend kommt angesichts der viiielen Sternchen, die die Athleten einst im Recruiting-Prozess zugeordnet bekommen hatten, und angesichts des DefCoords Manny Diaz, der für Pragmatismus aus dem Bilderbuch stand. Die Offense passt halbwegs: QB David Ash spielt erstaunlich effizient, die Running Backs… sind auch ganz okay.

Möglich, dass eine Niederlage gegen Oklahoma – und dabei braucht es nichtmal ein Debakel wie letztes Jahr – das Ende der Ära Mack Browns einläutet. Wir werden es sehen, ab 18h, aus der wunderbaren Schüssel in Dallas.

Der Abend wird „komplettiert“ von MizzouAlabama, was eine klare Angelegenheit zu werden verspricht angesichts der Dominanz der Crimsons bisher. Bei Mizzou habe ich leider keine Informationen, ob der gewaltig gehypte WR Dorial Green-Beckham nach einem Marihuana-Zwischenfall wird spielberechtigt sein.

Das eigentliche Spitzenspiel an diesem Wochenende wird aber erst am Dienstag als Tape bei ESPN America zu sehen sein: #9 LSU vs. #3 South Carolina, wie ich gestern schrieb: Das Duell des echten LSU gegen die bessere LSU-Kopie. Irgendwo vermutet man tief im Innersten seines Herzens immer noch einen Tigers-Sieg, weil man es einfach nicht wahrhaben will, dass die ewig Übersehene, die University of South Carolina, die Abgewichstheit besitzt, um den BCS-Mitfavoriten LSU zu stürzen.

Aber jetzt mal allein gemessen an den Vorstellungen am letzten Wochenende ist den Gamecocks der Sieg nicht bloß zuzutrauen. Er wäre nicht mal eine Überraschung.

Ohne explizit nachgeschaut zu haben, dürfte irgendwann im Verlauf des Wochenendes bei EUROSPORT2 auch #7 Notre Dame vs. #17 Stanford zu sehen sein (Update: Jo, ab 21h30 live). Bei Notre Dame bin ich immer noch baff, dass sie „nur“ an #7 gerankt sind, trotz Ungeschlagenheit, trotz des großen Namens, trotz zweier Zöglinge wie WVU oder Kansas State, trotz der insgesamt wenig gefürchteten Florida Gators. Möglicherweise kann das Spiel für Notre Dame noch wichtig werden, Sprichtwort Quervergleiche Stanford/Oregon/Fighting Irish.

Möglicherweise. Notre Dame spielt nämlich noch einen beinharten Schedule (u.a. USC und Oklahoma).

Programm bei ESPN America

LIVE bei ESPN America

    13.10.2012  15h00  College GameDay (South Bend)
    13.10.2012  18h00  Oklahoma - Texas
    13.10.2012  21h30  Missouri - Alabama

TAPES bei ESPN America

13./14.10.2012  05h30  Colorado - Arizona State
    16.10.2012  10h30  Louisiana State - South Carolina
    17.10.2012  12h30  Texas Tech - West Virginia
    18.10.2012  11h30  Michigan State - Iowa

Zur German Bowl wird noch ein kurzer Verweis folgen.

Zur Vorbereitung auf den NFL-Spieltag #5

Der Monat der Erinnerung an die Brustkrebsrisiken ist nicht bloß in Südtiroler Spitälern im Gange, sondern hält auch wieder Einzug in den amerikanischen Football: Eben in der CFL gesehen, und seit dem letzten Monday Night Game auch wieder in der NFL mit vielen rosaroten Accessoires an den NFL-Uniformen. Die Rosa Schleife ist im Übrigen tatsächlich ein internationales Symbol zur Bewusstseinsstärkung – ist jetzt dank NFL-Konsum auch in die hintersten Regionen dieser Erde durchgedrungen.

Zum Football an einem Wochenende, an dem im US-Nordosten viel Regenwetter angesagt ist und wir vor allem in Foxboro, New Jersey, Landover und Pittsburgh nasse Spiele erleben dürften.

Die schönste Rivalität der NFL

Der erste Treff…

war anonym..
Ultimate Facebook Talk.

Es gibt Dinge, denen mag ich mich trotz Hype-Resistenz nicht so ganz entziehen, und die Rivalität Tom Brady vs. Peyton Manning gehört für mich seit etwa einem Jahrzehnt dazu. Brady vs. Manning brauchte jahrelang keine großen Worte. Es reichten große Spiele – und deren gab es unzählige. Brady und Manning dürfen auf der Stelle zurücktreten, aber sie werden nicht vergessen sein. Wenigstens das AFC-Finale 2006/07 wird auf immer bleiben.

Heute Abend treffen sich Brady und Manning nach fast zwei Jahren Abstinenz mal wieder auf dem Footballfeld, auch wenn es sich nach etlichen Wochen immer noch „falsch“ anfühlt, #18 in Broncos-Trikotsatz auflaufen zu sehen. Ich werde mich nicht daran gewöhnen.

Obwohl: Manning spielte in Denver bisher bis auf ein Viertel in Atlanta einen anständigen Ball, und es sah über weite Strecken wie zu guten Zeiten in Indianapolis aus: General Manning an der Anspiellinie mit Spielzugadjustierungen  bis zum Gebrechen, ständig auf der Suche nach der Lücke im Defensive Backfield. Diese Suche wird gegen New England natürlich wieder von Interesse sein, da kein anderer Mann unter der Sonne Manning so oft verarschen konnte wie Head Coach Bill Belichick.

Pittsburgh – Philadelphia

TV-Programm

ESPN America LIVE

So, 19h00 WAS - ATL
So, 22h00 NE  - DEN
So, 02h20 NO  - SD
Mo, 02h30 NYJ - HOU

ESPN America Tape

Mo, 18h30 NO  - SD
Di, 10h30 CIN - MIA
Di, 13h00 PIT - PHI
Di, 18h30 NYJ - HOU
Mi, 06h00 WAS - ATL

SPORT1+ LIVE

So, 19h00 PIT - PHI
So, 22h20 NE  - DEN
Mo, 02h30 NYJ - HOU

PULS4 LIVE

So, 22h45 NE  - DEN

Das innerstaatliche Duell von Pennsylvania, und es ist eines mit klaren Vorzeichen. Die Eagles zeichneten sich vergangene Woche erstmals seit Menschengedenken dadurch aus, dass sie konsequent auf ihr Laufspiel beharrten, obwohl es eine Halbzeit lange überhaupt nicht in die Gänge gekommen war. Die Ausbeute war am Ende eine balancierte Offense, die gerade ausreichte, um ein sehr spannendes Heimspiel gegen Superbowl-Champ Giants die gewinnen – und nun kommt mit Pittsburgh eine Run-Defense des Weges, die sich von flinken RBs á la McCoy zuletzt des Öfteren auseinander nehmen hatte lassen.

Spannender ist das direkte Duell zwischen QB Roethlisberger und der Eagles-Defense. Letztere ist allen statistischen Auswertungen nach zur absoluten Elite zu zählen und dürfte den Steelers zwei Wochen nach dem Shootout in Oakland Kopfzerbrechen bereiten. Philly hat die Cornerbacks und seit Neuestem offensichtlich auf die Linebackers, um Brown, Wallace, Sanders und Miller auf Augenhöhe entgegentreten zu können.

Für beide hat die Begegnung bereits erhöhte Priorität: Pittsburgh ist schlechter in die Gänge gekommen, als man es erwartet hatte und zeigt auch aufgrund von Verletzungen nicht die souveränsten Vorstellungen in der Abwehr, während die Eagles bislang nur Harakiri-Spiele gewinnen und Head Coach Andy Reid schon wieder im Kreuzfeuer der Kritik steht.

Indianapolis – Green Bay

Weil rechts die Box einen Link auf das erste Treffen Brady/Manning in der Pampa anzeigt: Andrew Luck gegen Aaron Rodgers könnte wenn wir den Pundits glauben, auch so ein Treff sein, wo sich die besten Quarterbacks 2014-2020 zum ersten Mal gegenüberstehen. Natürlich nur als Interconference-Spiel, weswegen das höchstens mit fünf Superbowls eine epische Rivalität wird.

Washington – Atlanta

Die Atlanta Falcons stellen bei aller „Vollkommenheit“ im Angriff eine eher weich anmutende Defense. Ist es nur mein Eindruck, oder bringen die Falcons nur sehr ungern viel Druck auf den Quarterback, z.B. in Form von Blitzern? Das böte QB Robert Griffin III die Möglichkeit, sich in der Pocket zurecht zu finden, abzuwarten, und dann den einen oder anderen tiefen Pass zu versuchen. Die Spielzugwiederholungen vom Carolina-Spiel zeigten zuletzt, wie sich nach drei, vier Sekunden große Lücken in der Falcon-Secondary eröffnen, die ein geduldiger Quarterback ausnützen könnte. Aber ist der Scrambler RG3 geduldig?

Notwendig wäre es, denn in der aktuellen Verfassung, mit den besten Passrushern auf der IR, dürfte Washingtons Pass-Defense kein Land gegen die Herrschaften White/Jones/Gonzalez sehen.

Jacksonville – Chicago

Ohne zuviel verschreien zu wollen, aber ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass diese Partie das Ende der Gabbert-„Ära“ in Jacksonville einleiten könnte. Letzte Woche wurde wieder blank gelegt, wie wenig Gefühl QB Blaine Gabbert für eine NFL-Pocket zeigt – Anschauungsunterricht für NFL-Neulinge. Gabbert brachte es nicht bloß nicht zustande, die auf allen Vieren daherkriechende Bengals-Secondary nicht auszutesten; er wartete mit dem Ball dann auch stets lange genug, bis einer der meist nicht mehr als vier anrennenden Bengals-Passrusher zum Sack durchgebrochen war.

Und es gibt ein Ding, das man gegen DE Julius Peppers und seine Armada nicht machen sollte: Sich zu spät vom Ball zu trennen.

New Orleans – San Diego

Eine der Geschichten rund um dieses Spiel ist das Wiedersehen der beiden Quarterbacks, Drew Brees und Philip Rivers. Als ich begann, die NFL wirklich tagtäglich zu verfolgen, war Drew Brees noch keine große Nummer gewesen. Vielmehr hatte man in San Diego Zweifel bekommen, ob der kleingewachsene Brees es tatsächlich in der NFL packen würde. In der Saison 2003/04 würgten sich die Chargers zur schlechtesten Bilanz in der Liga, mit einem blässlichen Brees als Spielmacher. Im folgenden Draft ging man damals etliche Streitereien um Brees, Eli Manning und Rivers ein, nur um mittelfristig den QB Brees ersetzen zu können. Am Ende von viel Geschachere hatten die Chargers einen Rivers in der Hand, der lange Zeit zu Gunsten eines noch fetteren Vertrags streikte. Brees nutzte die Chance, blieb Starter und hatte sein Coming Out in der Saison 2004/05. Der teure Rivers war zwei Jahre lang Backup in San Diego, und er wäre es noch heute, hätte sich Brees nicht schwerste Verletzungen zugezogen und wäre aus San Diego fortgejagt worden.

Ende der Geschichte: Seit 2006 spielt Rivers in San Diego als Starting-QB teilweise fantastischen Football in einer teilweise schlampigen Mannschaft. Brees ist seit 2006 dagegen Starting-QB in der unwettergeplagten Stadt New Orleans, mutierte zum Superbowl-Champ und zur Legende.

Heute Nacht das zweite Aufeinandertreffen von Brees und Rivers seit der Trennung 2006. Das erste war vor vier Jahren im Londoner Wembley-Stadion, ein knapper 37-32 Sieg in einem Shootout, als Brees in den letzten Sekunden einen intentionalen Safety in Kauf nahm, um die Partie einzutüten. Und heute Nacht ist Brees ärger unter Druck: Die Saints sind horrend gestartet und werden angesichts ihrer Defensivprobleme zwingend viele Yards und Punkte der Offense benötigen.

Siegertipps

Zum Abschluss die Picks (Siegertipps in Großbuchstaben) – Bilanz nach dem Donnerstagsspiel: 38-26.

CINCINNATI – Miami
Indianapolis – GREEN BAY
Kansas City – BALTIMORE
Washington – ATLANTA
NY GIANTS – Cleveland
Pittsburgh – PHILADELPHIA
CAROLINA – Seattle
Jacksonville – CHICAGO
MINNESOTA – Tennessee
NEW ENGLAND – Denver
SAN FRANCISCO – Buffalo
NEW ORLEANS – San Diego
NY Jets – HOUSTON

College Football, Woche 6: Keulen über Keulen

Schlechtes Wochenende im College Football: Anstelle von Krachern wie Texas – WVU, South Carolina – Georgia oder Florida – LSU bringt ESPN America die komplette Nacht lang Schmarren wie Grand-Am Rolex Series, MLB-Player Polls oder den Auftakt der Divisional Baseball-Playoffs aus der MLB (okay, ab Mitternacht wenigstens mit den Oakland Athletics vom famosen General Manager Billy Beane, Stichwort „Moneyball“).

ESPN Americas Programm zum College Football ist bescheiden: Ab 15h30 zeitversetzter Einstieg in den College GameDay aus Columbus/SC, ab 18h zum dreihundertfünfundzwanzigsten Mal in dieser Saison die Penn State Nittany Lions, die nach der Paterno-Ära mehr TV-Coverage kriegen als vor Sandusky, gegen die #24 Northwestern Wildcats. Northwestern gehört mit 5-0 zu den Erfolgsstorys dieser Saison und QB Kain Colter wird leise gehypt. Die bisherigen Vorstellungen (und der sehr glückliche Auftaktsieg gegen Syracuse) lassen mich persönlich aber skeptisch bleiben, selbst gegen Penn State mit seiner inexistenten Offense.

Schmalhans auch bei den ESPN-Tapes: Am Mittwoch, 10.10. um 15h wenigstens #6 South Carolina Gamecocks vs. #5 Georgia Bulldogs, das möglicherweise entscheidende Duell um den Gewinn der SEC-East und den damit verbundenen Einzug in das SEC-Endspiel im Dezember. Möglicherweise. Denn es gibt noch einen Dritten im Bunde: Die #10 Florida Gators. Florida spielt zuhause gegen die #3 LSU Tigers (Tape am Donnerstag, 11.10. um 13h).

Dabei wird der überraschend starke Gators-QB Jeff Driskel die erste ernsthafte Defense gegen sich spielen sehen, aber entscheidender dürfte ein anderes Matchup sein: Wie kommt LSUs katastrophal schwache Offense gegen die nicht zu unterschätzende Gator-Defense zurecht? LSU würgte sich in den letzten beiden Wochen zu relativ knappen Siegen über Auburn und Towson (FCS), und sieht einer aufkommenden Debatte um QB Zach Mettenberger entgegen.

Um noch mal zurückzukommen auf South CarolinaGeorgia: Ich traue den Gamecocks durchaus die kleine Überraschung zu. Marcus Lattimore ist einer meiner absoluten Favoriten, eine Pracht von Running Back, so schwer zu tackeln, trotz seiner jüngsten Verletzungspause. Bei Georgia sollen QB Murray und die vielen unbekannten Running Backs über den Erwartungen spielen, aber die Defense lässt doch mehr Punkte zu als man aufgrund der vielen draft-kompatiblen Namen erwarten würde.

Am Donnerstag um 11h30 auch noch als ESPNA-Tape: Air ForceNavy mit zirka zweitausend Rushing Yards auf beiden Seiten.

Eurosport 2

Für mich nicht empfangbar: ES2 bringt ab 22h30 Michigan gegen die nicht völlig zu unterschätzenden Purdue Boilermarkers, die dank der vielen Sperren in ihrer Division (Ohio State, Penn State) vielleicht sogar eine Außenseiterchance auf das Finale der Big Ten bekommen könnten.

Morgen um 8h das Tape einer der größten Rivalitäten der 80er Jahre, #9 Notre Dame vs. Miami Hurricanes („Catholics vs. Convicts“). Die Rivalität wurde von ESPN in der „30 for 30“-Serie über The U (University of Miami) aufgearbeitet und scheint sehr wild, für heutiges Vorstellungsvermögen sogar unglaublich wild gewesen zu sein, mit Schlägereien beim Einlauf an der Tagesordnung.

Only LKW

#11 Texas – #8 West Virginia. Die Mountaineers kommen von einer Rekord-Partie mit zirka 8 Pass-TDs und nochmal 100x mehr Pass-Yards gegen Baylor, ihr QB Geno Smith hat sich jüngst als neuer Favorit im Heisman-Rennen positioniert, aber die Texas Longhorns werden dank ihres pragmatischen DefCoords Manny Diaz eine ganz andere Hausnummer von Abwehr entgegenstellen. Weil Texas mit QB David Ash auch einen extrem effizienten Spielmacher aufbieten kann, dürfte West Virginia nur sehr leicht favorisiert sein.

#7 Kansas State – Kansas. Bill Snyder gegen Charlie Weis. Mehr kulturelle Differenz geht eigentlich gar nicht. Die kleinen Wildcats sind mit erstaunlichen 24 Punkten favorisiert.

#15 TCU – Iowa State. TCUs Saison könnte mit dem jüngsten Chaotentrip von QB Casey Pachall (DWI – driving with intoxication) den Bach runtergehen, weil Head Coach Gary Patterson Pachall auf unbestimmte Zeit aus dem Kader geworfen hat. Mit Pachall ist TCUs Offense ein Spitzenkandidat. Ohne eine Wundertüte.

#2 Oregon – #23 Washington. Oregon ist klarer Favorit in einem Spiel, in dem es nur so an Big Plays rauschen dürfte. Die Ducks dürften aufgrund des Ergebnisses bei Utah-USC auch bereits eine gute Vorstellung vom werdenden Endspielgegner im Pac-12 Finale haben.

College Football 2012/13 vor Woche 5

Ich habe das Pac-12 Donnerstagsspiel Washington – Stanford noch nicht gesehen und kann entsprechend zum Auftakt der fünften Spielwoche im College Football 2012/13 noch nicht viel beitragen. Dafür erstmal ein kurzer Blick die Rankings nach einem vierten Spieltag, von dem ich nur vier Spiele gesehen habe.

AP-Poll nach Week 4

#1  Alabama                4-0
#2  Oregon                 4-0
#3  Louisiana State        4-0
#4  Florida State          4-0
#5  Georgia                4-0
#6  South Carolina         4-0
#7  Kansas State           4-0
#8  Stanford               3-0
#9  West Virginia          3-0
#10 Notre Dame             4-0
#11 Florida                4-0
#12 Texas                  3-0
#13 USC                    3-1
#14 Ohio State             4-0
#15 TCU                    3-0
#16 Oklahoma               2-1
#17 Clemson                3-1
#18 Oregon State           2-0
#19 Louisville             4-0
#20 Michigan State         3-1
#21 Mississippi State      4-0
#22 Nebraska               3-1
#23 Rutgers                4-0
#24 Boise State            2-1
#25 Baylor                 3-0

Die beeindruckendste Vorstellung war der 49-37 Heimsieg der Florida State Seminoles über Clemson, der im Ergebnis knapper aussieht als es der Spielverlauf hergab. FSU dominierte mit einem sensationellen QB E.J. Manuel insbesondere in der zweiten Halbzeit komplett, nach einem unglücklichen Start mit Turnovers, zwei Touchdowns Rückstand und mehreren verkickten Field Goals. In dieser Form sind die Noles ganz heißer Anwärter auf die BCS-Krone… now go watching wie sie heute bei den durchwachsenen USF Bulls verlieren.

Erstaunlich wackelig schien LSU bei Auburn zu sein: Nur ein 12-10, und nun von den Oregon Ducks in den Rankings überholt. Oregon fuhr über #22 Arizona sagenhaft klar mit 49-0 drüber, aber erst im dritten Viertel geriet das Spiel völlig außer Reichweite. Bemerkenswert an den Arizona Wildcats: Sie überquerten mit ihrer Offense 8x Oregons 40yds-Line und fuhren NULL Punkte ein.

Das große Upset war der 24-19 Auswärtssieg der Kansas State Wildcats bei den Oklahoma Sooners – da haben wir wieder den Ausrutscher des „ewigen“ Zweiten Bob Stoops. Mal wieder schossen sich die Sooners ins eigene Knie: Ein Fumble an der gegnerischen 6yds-Line, ein Fumble an der eigenen 1yds-Line (von KSU zum TD returniert), schon ist das Upset perfekt. Faszinierend die Wildcats: Gewinnen nun schon seit über einem Jahr praktisch alles an extrem engen Krimis, würgen sich immer irgendwie durch. Ich glaube nicht, dass sie sich dort oben (an #7) halten werden können, aber ich gönne Head Coach Bill Snyder und QB Collin Klein jeden einzelnen Sieg auf Neue von Herzen.

Nach oben in der Gunst der Fans geschossen ist Notre Dame nach der Defensivschlacht (13-6 Sieg) über den zweitgrößten Rivalen Michigan. Notre Dame hat eine lendenlahme Offense, aber die Defense ist gut genug, um mit der absoluten Elite mithalten zu können. Gegen Michigan stellte man – nur nebenbei bemerkt – vielleicht einen ewigen Rekord auf: Man fing in der ersten Halbzeit fünf Passversuche der Wolverines in Folge ab! Weil die NCAA nicht seit 150 Jahren ihre Stats aufzeichnet, können wir nur vermuten, dass es so was noch nie gab.

Auch für Michigan scheint sich zu bewahrheiten, was ich im Sommer prognostiziert hatte: Starke Mannschaft, aber beinharter Schedule. Quasi direkt im Anschluss gaben die Unis bekannt, dass die Rivalität von 2015 bis 2017 ruhen wird. Bäm.

Im Duell der beiden überraschend gestarteten Außenseiter aus der Pac-12 schossen die Oregon State Beavers den Vogel ab, siegten in der halbleeren Rose Bowl zu Pasadena gegen UCLA, wobei vor allem zwei Wide Receiver der Beavers aufgeigten: Wheaton und Brandin Cooks zusammen mit 346yds (!) receiving.

Krass war die Partie Boise State vs. BYU. Um es kurz zu machen: Boise gewann 7-6, forcierte fünf Turnovers der Coogs und würgte deren Offense komplett ab (keine 200yds). Boises einziger Touchdown: Ein INT-Return eines mächtigen Defensive Tackles. Bemerkenswert war auch Head Coach Chris Petersen: Die Broncos waren immer wieder in des Gegners RedZone, aber nach einem relativ früh verkickten Field Goal seines Kickers ließ Petersen die Brotzmänner im Sack und ließ 4th down auf 4th down auf 4th down ausspielen, fünf an der Zahl. Sie scheiterten alle.

Um es kurz zu machen: Boise State wird in dieser Saison selbst mit 11-1 kaum eine Einladung in eine BCS-Bowl bekommen.

Spielplan Week 5 bei ESPN America

LIVE

    29.09.2012  15h    College GameDay aus East Lansing
    29.09.2012  18h    Iowa - Minnesota
    29.09.2012  21h30  Michigan State - Ohio State
29./30.09.2012  02h    Nebraska - Wisconsin
    30.09.2012  05h30  Washington State - Oregon

TAPES

    30.09.2012  12h    Nebraska - Wisconsin
30./01.10.2012  05h30  BYU - Hawaii
    02.10.2012  11h    Georgia - Tennessee
    02.10.2012  13h30  Alabama - Mississippi
    04.10.2012  13h30  Illinois - Penn State
    04.10.2012  16h    Washington State - Oregon

Sehr Big-Ten- und SEC-lastiges Wochenende bei ESPN America, mit einer Prise Pac-12. Den Auftakt machen zwei relative Winzlinge: Iowa vs. Minnesota. Iowa ist nicht der mehr das Iowa, das ich gewohnt war. Die Hawkeyes machten zuletzt einen wüsten Eindruck, inklusive Dutzender verpasster Tackles und überflüssiger Strafen. Der Hammer folgte letzte Woche gegen die kleinen Central Michigan Chippewas trotzdem erst gegen Spielende. Central Michigan nahm das Geschenk inklusive eines Personal Fouls an und kickte Sekunden später das siegbringende Field Goal zum 32-31.

Es folgen danach noch zweimal Big Ten vs. Big Ten. Das hochwertigere Spiel ist sicherlich Michigan StateOhio State, auch wenn beide so ihre Probleme haben. Die Spartans bringen offensiv nix an Passspiel zusammen. Wenigstens die Defense ist Spitzenklasse. Was die unbeständigen Ohio State Buckeyes mit Wunder-QB Braxton Miller ausrichten können, wird das Spiel entscheiden.

In der Nacht dürfte Nebraska haushoher Favorit gegen die schwächelnden Wisconsin Badgers sein, deren zwei Meter fünfzig hohe Offensive Line mit einem bestenfalls schwer angeschlagen ins Spiel geheneden RB Montee Ball auch eher wertlos sein dürfte.

Am frühen Morgen dürfte Oregons De’Anthony Thomas einen 73yds-Lauf, 60yds-Screenpass und 96yds-Puntreturn gegen die lückenbehaftete Defense von Mike Leachs Washington State Cougars auf den Rasen im Seahakws-Stadium zu Seattle zaubern.

Unter der Woche auch in Aufzeichnung zu sehen: Die offensiv aseptischen Penn State Nittany Lions, denen weiterhin Spieler um Spieler abhanden kommen, gegen Illinois, die letzte Woche nach sieben (!) verlorenen Fumbles gegen Louisiana Tech aus der kleinen Sunbelt Western Athletic Conference mit 52-24 förmlich untergingen.

Nicht bei ESPNA

Texas A&M gegen seinen alten Rivalen Arkansas, der in den letzten Wochen fürchterliche Zeiten erlebt: Zuerst nacheinander von ULM besiegte, von Alabama zertrümmert und dann auch noch gegen Rutgers untergegangen, dann sich Fragen um einen bankrotten Interimscoach John L. Smith gegenübergesehen (Smith soll 25 Mio. Dollar Miese haben). Bei Texas A&M weiß man noch nicht viel: Der obligatorischen knappen Auftaktniederlage gegen Florida folgten Kantersiege über inferiore Konkurrenz. Die News der Woche war aber, dass die Aggies ihr grandioses heimisches Kyle Field erweitern wollen: Auf maximal 103.500 Plätze!

Zum Glück auch nicht zu sehen: Oklahoma State gegen Texas. Die Premiere der neuen Cowboy-Trikots bleibt uns gütlicherweise erspart.

TV-Programm für NFL-Woche 3

Ich habe zum aktuellen Zeitpunkt keine Ahnung, ob ich den Spieltag heute Abend überhaupt live verfolgen werde können, daher für einmal nur die blanke Liste an Übertragungen im TV mit Siegertipps und zwei Links.

ESPN America

Am Sonntag

19h00 LIVE Washington - Cincinnati
22h25 LIVE Denver - Houston
02h20 LIVE Baltimore - New England

Am Montag

11h30 Tape Dallas - Tampa Bay
13h30 Tape Oakland - Pittsburgh
15h30 Tape Baltimore - New England
02h30 LIVE Seattle - Green Bay

Am Dienstag

18h30 Tape Seattle - Green Bay

SPORT1+

Am Sonntag

19h00 LIVE Minnesota - San Francisco
22h20 LIVE Denver - Houston

Am Montag

18h40 Tape Minnesota - San Francisco
21h15 Tape Denver - Houston
02h30 LIVE Seattle - Green Bay

PULS4

Am Sonntag

00h30 Tape Houston - Denver

Tipps

Groß geschrieben = Siegertipp. Bisheriger Saisonverlauf: 22-11 nach dem Donnerstagsspiel.

Carolina – NY GIANTS
CHICAGO – St Louis
CLEVELAND – Buffalo
DALLAS – Tampa Bay
Miami – NY JETS
Minnesota – SAN FRANCISCO
NEW ORLEANS – Kansas City
WASHINGTON – Cincinnati
Tennessee – DETROIT
INDIANAPOLIS – Jacksonville
Arizona – PHILADELPHIA
SAN DIEGO – Atlanta
Denver – HOUSTON
Oakland – PITTSBURGH
Baltimore – NEW ENGLAND
Seattle – GREEN BAY

Previews andernorts

College Football 2012/13, TV-Guideline für Week 3: Pauken in Las Vegas

Vorausgeschickt wieder ein Mini-Recap zur letzten Woche: Jo. Es gab Überraschungen, und es gab Sensationen. Zu letzteren gehörten sicher die Niederlagen von Utah, Nebraska, Wisconsin und Arkansas. Und Colorado, das in tiefste Tiefen versinkt, nach dem verlorenen Lokalderby gegen Colorado State auch gegen ein Team aus der FCS unterging. Spektakulärstes TV-Spiel war sicher das Ficken in Charlottesville, wo die University of Virginia einen Krimi gegen die dominierenden Penn State Nittany Lions gewannen. Kurzzusammenfassung zu Woche 2 lässt sich bei Christian Schimmel/AFinsider nachlesen.

Collegepolitisches

Unter der Woche gab die University of Notre Dame die Loslösung von der Big East Conference bekannt, um sich in Zukunft mit allen Sportprogrammen außer Football der ACC anzuschließen. Das Footballprogramm wird aber auch vorsichtig an die ACC angenähert: Ab 2014 sind vertraglich fünf Saisonspiele gegen ACC-Teams vereinbart. Das geht auf Kosten eines Spiels gegen eine Westküstenmannschaft (Stanford/USC, die in Zukunft alternierend ausgetragen werden könnten). Ein möglicher Erklärungsansatz, warum sich Notre Dame der ACC anschließt (früher oder später möglicherweise auch im Football): Präsenz im Osten. Stichwort Recruiting. Notre Dame ist kulturell sicher mehr Ostküstenmannschaft als Große-Seen-Region. Mehr hat dogfood bei Allesaussersport geschrieben.

Collegeübertragenes

Programm von ESPN America dieses Wochenende (jop, USF – Rutgers habe ich diese Woche aus Zeitgründen ignoriert) – das Spiel mit dem größten Namen, #21 Stanford – #2 USC, wird nirgends übertragen, weil es in den USA von FOX vermarktet wird. Ebenso nicht zu sehen: Utah (nach Schlappe gegen Utah State) gegen #25 BYU („Holy War“).

LIVE

    15.9.2012  15h    College GameDay aus Knoxville/TN
    15.9.2012  18h    Ohio State - California/Berkeley
    15.9.2012  21h30  Arkansas - Alabama
15./16.9.2012  02h    Michigan State - Notre Dame

TAPES

    15.9.2012  10h30  UNLV - Washington State
    16.9.2012  12h00  Michigan State - Notre Dame
16./17.9.2012  05h30  Ole Miss - Texas
18./19.9.2012  05h30  Florida State - Wake Forest
    20.9.2012  14h00  Louisville - UNC
    20.9.2012  16h30  Tennessee - Florida

Geht gleich los mit einem Exoten, den ich persönlich erst ein einziges Mal habe spielen sehen, und das muss drei Jahre her sein: UNLV, oder ausgeschrieben: University of Nevada, Las Vegas. Keine Partyuni, wie man annehmen möchte, sondern eine richtig seriöse Forschungsinstitution. Sportlich ist man eher mäßig drauf. In der MWC-Preview schrieb ich:

Die UNLV Rebels erlebten seit 2000 keine Saison mit positiver Bilanz und schmierten auch 2011 böse ab und nach nur vier Siegen in zwei Jahren gerät Head Coach Bobby Hauck schön langsam ins Visier der Kritiker. Bisher konnte Hauck auf die Entwicklung junger Talente verweisen, und auch 2012 wird der Kader sehr unerfahren sein, aber man erwartet nun Ergebnisse.

Dies’ Jahr gestartet mit knappen Heimniederlagen. Daheim in der dritten Overtime gegen Minnesota aus der Big Ten, kann man machen. Aber daheim 14-17 gegen Northern Arizona aus der Big Sky Conference (FCS, 2011 mit 3-5 Record abgeschlossen)? Ist eine andere Kategorie.

Washington State kommt unter dem höchst interessanten Offensiv-Guru Mike Leach auch nicht so wirklich in die Gänge. In Woche 1 bei BYU komplett niedergemacht, und letzte Woche gegen Eastern Washington aus der FCS auch alle Hände voll zu tun, um den Heimsieg zu erwürgen.

Der GameDay kommt aus Knoxville/Tennessee, aber interessanterweise wird das Topspiel #23 Tennessee#18 Florida erst am nächsten Donnerstag als ESPNATape gebracht. Tennessee – Florida, das ist eine Reminiszenz an die glorreichen Tage der 90er, als sich beide Unis jedes Jahr um die Vorherrschaft in der SEC prügelten. Tennessee gewann vor zwei Wochen klar gegen NC State, aber nach einem großen Eröffnungsviertel mit vielen Big Plays war damals nicht mehr viel gekommen. Florida habe ich noch nicht gesehen. Tennessee gilt als leichter Favorit.

Um 18h Ohio State mit Urban Meyer gegen Cal. Bei den Buckeyes ist ein Auge auf den hoch gelobten QB Braxton Miller zu werfen. Cal dagegen scheint mehr Probleme zu haben als erwartet (u.a. am ersten Spieltag eine Heimniederlage gegen Nevada).

Um 21h30 muss/darf #1 Alabama zu den Arkansas Razorbacks, die erstmal noch in Schockstarre sind nach der peinlichen Schlappe gegen die Louisiana-Monroe Warhawks (!) befindlich sind. Die Niederlage kam zustande, nachdem sich der eigentlich NFL-reife QB Tyler Wilson zur Pause mit 14-Punkte-Führung im Rücken verletzt verabschiedet hatte. Alabama ist klarer Favorit: Letztes Jahr schon waren Sabans Mannen brutal über die Hogs drüber gefahren, und da war Arkansas ein legitimes Top-10 Team gewesen.

In der Nacht ein hochinteressantes Traditionsspiel: #10 Michigan State vs. #20 Notre Dame. Michigan State war vor zwei Wochen gegen Boise das komplett dominierende Team, gewann aber nur knapp mit vier Punkten. Was nicht gefiel: Die eindimensionale Offense der Spartans. Bell, Bell, Bell, Bell, Bell. Das Passspiel um QB Maxwell brachte kein Bein in den Boden. Dagegen war die Spartan-Defense überzeugend, weswegen die Augen auf Notre Dames Offense zu richten sind, wo noch immer keiner der Quarterbacks voll überzeugt.

In den nächsten Tagen kriegen wir mit Florida State und Texas dann auch noch zwei potenzielle BCS-Kandidaten zu sehen, während die knuddeligen Ole Miss Rebels (vs Texas) auch mal wieder im Fernsehen sein werden.