Philadelphia Eagles in der Sezierstunde

Zweifellos eine der spektakulärsten Mannschaften des Jahres waren die Philadelphia Eagles: Ihre erste Saison unter dem neuen Head Coach Chip Kelly endete in einem Divisionssieg und einer knappen Playoff-Niederlage – was deutlich mehr war als erwartet. Alle Befürchtungen von wegen „Chips Offense funktioniert in der NFL nicht“ wurden vorerst auf Eis gelegt. Im Gegenteil: Chips spektakuläre und manchmal unkonventionelle Spielweise begeisterte die Fans quer durch das Land, obwohl der Inbegriff des aufregenden Quarterbacks, Michael Vick, sogar nur eine Handvoll Spiele absolvieren konnte ehe er sich mal wieder auf die Verletztenliste verabschiedete.

Überblick 2013

Record        10-6    WC
Enge Spiele    4-2
Pythagorean    9.3    11
Power Ranking  0.693   5
Pass-Offense   7.3     3
Pass-Defense   6.6    22
Turnovers      +12

Management

Salary Cap 2014.

Das Positive an den Eagles: Sie waren in Pass-Offense (7.3 NY/A, #3 der Liga) und Lauf-Offense (49% Success-Rate, #1) unter den absolut effizientesten Mannschaftsteilen. Vorsicht ist aber in gewisser Hinsicht geboten: Die Turnover-Ratios sind sowohl für Interceptions als auch für Fumbles so abstrus gering, dass sie nicht zu halten sein werden, selbst für ein Team, dessen Headcoach seinem Team einbläut nur ja nie den Ball aus dem Fokus zu verlieren.

Auf der anderen Seite übertraf in Philadelphia auch die Defense die – allerdings niedrigen – Erwartungen. Aber „übertreffen“ liest sich immer noch mickrig: 6.6 NY/A gegen den Pass und 56% Erfolgsquote gegen den Lauf sind jeweils nur die 22t-beste Werte ligaweit. So ganz nachvollziehbar ist Chips Systemwechsel auf eine 3-4 Defensive-Front auch nach dem Jahr eins noch nicht.

Beginnen wir in der Offense.

Michael Vick war nie als Langzeitlösung gedacht, und entsprechend wurde er nach Saisonende auch ziehen gelassen. Entgegen kam den Eagles dabei der Fakt, dass Vicks Zögling, Nick Foles, trotz seines so fassungslos konträrem Spielstil einen so erfolgreichen Einstand als Mann am Ruder hatte: Foles brachte in der weiten Spread-Offense 226 von 350 Pässen an den Mann (64% Completion-Rate) für – Achtung! – durchschnittlich 7.6 NY/A (Sacks inklusive). Das sind monströse Werte.

Nun gibt es durchaus einige Warnsignale bezüglich Foles. Die erste ist die nicht zu haltende INT-Rate von 2 Fehlpässen in 350 Versuchen. Eine 0.6%-Rate über mehr als eine Saison zu halten wäre einmalig in der NFL-Historie. Foles‘ Workload in der abgelaufenen Saison war dann auch prinzipiell mit 350 Pässen nur etwas mehr als eine halbe Saison nach heutigem Standard… man sollte also Foles Fähigkeit, Interceptions zu vermeiden nicht überbewerten beim Blick auf die Zukunft.

Das andere Problem ist die zum Teil berechtigte Frage, ob Foles nicht ein Produkt des Systems in Philadelphia ist, der viel gescholtene System-QB. Natürlich muss ein Quarterback erst einmal alle ihm zugeteilten Aufgaben soweit erfüllen, dass dabei 7.6 NY/A herausspringen, aber es sind bei Foles durchaus noch lange nicht alle Fragen beantwortet. Mit einem nur durchschnittlichen Wurfarm darf man sich schon noch wundern, ob man mit ihm seine ganze Latte an Plays auspacken kann, oder ob man darauf beschränkt wird, den Pass als ergänzendes Element zum Lauf zu interpretieren.

Für 2014 hat sich Foles gewiss die Chance mehr als verdient. Als seine neue Nummer 2 wurde der in New York gefloppte Mark Sanchez geholt, ein Mann mit zumindest physisch sehr guten Voraussetzungen. Die Nummer 3 bleibt wohl erstmal Matt Barkley, dessen Kurzeinsätze als Debütant jedoch nicht viel Gutes erwarten ließen.

Foles wird im Draft 2014 mit hoher Wahrscheinlichkeit einen neuen Top-Wide Receiver zur Seite gestellt bekommen: Diese Position ist seit der Entlassung von DeSean Jackson letzte Woche vakant. Jackson war nie „der“ unumstrittene Schlüsselspieler vom Schlage eines Calvin Johnson, aber er war mit seiner Explosivität und seinem Näschen für die 70yds-Catches stets der Mann, der wie kein anderer die Eagles-Offense in die Länge zu ziehen vermochte. Jackson wurde wegen Verdachts auf Beziehungen zu den Straßengangs der atlantischen Megalopolis vom sehr auf Disziplin bedachten Kelly gefeuert; er scheint zumindest nicht wichtig genug gewesen zu sein um seine gelegentlichen Aussetzer sowie die potenziellen Störungen durch die Rapper-Community zu überstrahlen.

Vielleicht war Jackson auch mit seinen knapp 10 Mio/Jahr zu teuer. Die Eagles haben zwar noch Cap-Space, aber sie werden in absehbarer Zeit einige Eckpunkte auf anderen Positionen mit neuen Verträgen ausstatten müssen – und möglicherweise war die Rapper-Story ein willkommener Anlass um einen sehr guten, aber nicht sensationellen und nicht billigen Offensivspieler loszuwerden. Auf der WR-Position könnte Chip durchaus Selbstvertrauen genug haben, um dank „seinem“ System auch mit billigeren Alternativen durchzukommen.

Philadelphia gehen mit Jackson nicht bloß 25% der gesamten Anspiele der Mannschaft, 85 Catches für 1385yds, 9 TD und 41% tiefe Anspiele verloren, sondern auch ein exzellenter Returner. Es gilt, diese Eigenschaft zu ersetzen, ob in der ersten oder zweiten Runde des Drafts.

Auch der heiß geliebte Jason Avant wurde entbehrlich. Dafür bekam Riley Cooper eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre (25 Mio. Dollar Gesamtwert). Es scheint sich zu bewahrheiten, was ich letztes Jahr unter Protesten der anderen in der Big-Show raushaute: Die Zeit heilt die Wunden. Cooper („I will fight every nigger out there“) schaffte mit hohem Arbeitsethos eine Resozialisierung und spaltete entgegen der Befürchtungen nicht den Kader. Cooper ist aber trotz seiner sehr guten Zahlen kein Mann um den du deine Offense gebaut haben möchtest; er ist ein guter Ergänzungsspieler als Nummer 2 oder 3.

Eine etwas andere Art von Ergänzungsspieler ist der frisch aus New Orleans eingekaufte Alleskönner Darren Sproles, mit mittlerweile 30 Lenzen nicht mehr der Allerjüngste, aber noch immer effizient. Ich habe das Gefühl, Kelly holte sich Sproles weniger als Ballträger (dort ist man hervorragend besetzt), sondern mehr als eine Art verkappter Slot-WR, ein beweglicherer Vereen für die kurzen Checkdowns aus dem Backfield heraus, um dem Quarterback so oft wie möglich eine Sicherheitsoption zu geben und die Defense automatisch gedanklich in der Nähe der Anspiellinie zu halten.

Die Schachfigur Sproles verlangt aber immer noch nach einem deep threat, das ja nun mit Jackson abhanden gekommen ist. Der Rest der Skill-Positionen kann mit Breit-Grinsen abgehakt werden: WR Maclin konnte „dank“ dessen Verletzung spottbillig für einen Einjahresvertrag gehalten werden; Tight Ends passt in Philadelphia; Running Back passt sogar sehr gut – der explosive RB McCoy passt mit seinem hasenfüßigen Spiel wie Arsch auf Eimer in diese so gern im offenen Spielfeld operierende Offense, und auch sein Backup RB Brown ist kein Schlechter.

Wo es nach aktuellem Erkenntnisstand weder in der Spitze noch in der Breite Nachholbedarf gibt: Offensive Line, die nach den Idealen des Chip Kelly zusammengestellt ist – groß, kräftig, bullig. „Aktueller Erkenntnisstand“ ist aber so eine Sache und gilt nur für die Annahme, dass der OG Evan Mathis es mit seinem Holdout nicht auf die Spitze treiben will und einen ernsthaften Vertragsstreit provozieren möchte.

Mathis ist ein Guard, der lange Zeit als verkannter Ergänzungsspieler durch die Liga tingelte, und erst mit 30 Frühlingen auf dem Buckel in Philadelphia eine Bleibe fand. Unter Andy Reid entwickelte er sich dort zu einem sehr verlässlichen Stammspieler; Pro Football Focus sieht in Mathis sogar seit Jahren den um Lichtjahre besten Spieler auf seiner Position. Mathis unterschrieb erst vor zwei Jahren einen langfristigen Vertrag – insofern kommt seine schnelle Forderung wie Aasgeier ins Land. Andererseits. Mathis kann mit 33 nicht hoffen, in weiteren zwei Jahren noch einmal einen Lebensvertrag abzuschließen. Zweiseitiges Schwert mit offenem Ausgang.

Diese Diskussionspunkte um die Offense sind Luxusprobleme verglichen mit der Defense von DefCoord Billy Davis, die guten Gewissens das Label „Baustelle“ verdient. Wie schon geschrieben, sie hielt sich etwas besser als befürchtet.

Der bessere Teil war die Arbeit gegen den Lauf: Philadelphias Front ist weniger aggressiv denn mitdenkend. Man schießt nicht sofort die Gaps mit acht Mann zu, sondern wartet erst einmal, wie sich der Spielzug entwickelt. Das funktionierte streckenweise gut genug. Dagegen schnappte die Pass-Defense als Unit nie so richtig.

Das erste Problem gingen die Eagles schon in der Free-Agency an: Safety. Es wurde zwar keiner der ganz großen Namen wie Ward oder Byrd geholt, dafür aber für durchschnittliche Moneten der Free-Safety der Saints, Malcolm Jenkins (3 Jahre, 16 Mio, 8.5M guaranteed). Jenkins ist ein Upgrade über alles an Safetys, was die Eagles seit Jahren hatten, und er ist als gelernter Cornerback einer mit Fokus auf die tiefen Zonen des Feldes. Jenkins gilt zwar nach wie vor als Enttäuschung gemessen an seinem Status als ehemaliger 1st-Rounder und er soll nicht immer sicher tackeln, aber er dürfte zumindest Stabilität in die schlimmste Zone der Eagles bringen.

Möglicherweise reicht ein Jenkins noch nicht. Möglicherweise braucht es via Draft noch einen zweiten, und relativ sicher ist, dass auch Cornerback zumindest keine Position ist, auf der man sich nicht noch nach potenziellen Upgrades umschauen sollte.

Die Front-Seven ist der eher stärkere Part der Eagles-Defense, auch wenn sie nicht kritikfrei ist. Eines der Probleme ist noch immer das 3-4 System, das eher deplatziert wirkt… oder das Spielermaterial ist deplatziert… auf alle Fälle wirkt das ganze noch nicht so kongruent.

Nose Tackle ist der untersetzte, aber quicke Bennie Logan, der als Rookie gar keine so schlechte Figur gemacht haben soll. Als seine Nebenleute agieren der famose Jungspund Fletcher Cox (spielte meistens die rechte Seite 3-4 End) und Thornton, nachdem der Hüne DE Gaethers ziehen gelassen wurde.

Die beiden Inside Linebacker hinter der Line sind DeMeco Ryans und Mychal Kendricks. Vor allem von Kendricks verspricht man sich noch mehr. Er soll tendenziell den Weakside Linebacker für einhundertsiebzig Tackles pro Saison geben, aber Kendricks (Draftklasse 2012) ist noch immer in der Einlernphase. Ryans genießt noch einen guten Ruf, weil er vor vielen Jahren mal Defensiv-Rookie des Jahres in Houston war, aber unterschwellig versuchte man ihn schon zu ersetzen – passiert ist das noch nicht, weil die Prioritäten erstmal noch andernorts lagen. Für’n Fall, dass Ersatz gefunden wird: Ryans könnte ohne dead money entlassen werden, und dann würden die Eagles gut 7 Mio. einsparen.

Sehr fraglicher Punkt sind die Edge-Rusher: Trent Cole sagte man eine sehr gute Saison nach, aber Cole ist jenseits der 30er-Marke und hatte zuvor nicht mehr immer geglänzt. Der andere OLB Barwin gilt nicht als Mann für sehr viel Passrush. Und dann ist da noch OLB Brandon Graham, erst vor wenigen Jahren ein 1st-Rounder der Eagles, der aber nie so recht eingeschlagen ist – und auf der anderen Seite immer wieder genügend Potenzial andeutet, dass man ihn nicht zum Teufel jagen möchte. Graham ist vom Spielstil her kein klassischer Outside Linebacker, und manch einer würde den Eagles doch raten, Graham an ein 4-3 Team zu verkaufen um noch den einen oder anderen Draftpick Gegenwert zu erhalten, bevor es nächstes Jahr zu spät ist.

Rein auf die kommende Saison gerichtet brauchen die Eagles noch relativ dringend:

  • Einen Cornerback mit Kaliber zum Stammspieler.
  • Zumindest noch einen sehr schnellen Wide Receiver für die längeren Routen.
  • Einen weiteren Safety.

Sollte es das Moment im Draft hergeben und das „richtige“ Talent griffbereit liegen, kann man in Philadelphia durchaus auch mit einem Auge auf die Positionen Outside-Passrusher und Inside Linebacker schauen um auch schon einen mittelfristigen Fokus in den Laden zu bringen. Chip Kelly wird das sowieso tun. Er liebt es, auf allen Positionen Konkurrenzkampf zu schüren, und könnte durchaus für die eine oder andere Überraschung zu haben sein.

Notizblock NFL Woche 11: CIN/BAL & PHI/NYG

Cincinnati Bengals (6-3) @ Baltimore Ravens (6-3) [Gamecenter] [Gamebook]

[inactives: Ray Lewis, Ray Lewis, Ray Lewis]

TD Drive CIN: zwei big plays + DPI

TD Drive BAL: blown coverage nach roll out Flacoo

– Q2/10:10: BAL wirft jetzt immer öfter aus I-Formation; WR Torrey Smith viel zu schnell für CB Clements und Flacco wirft perfekten Paß

– es geht nur über Big Plays; keine Offense bringt mal einen längeren Drive zustande

– furchtbare INT von Flacco gegen Nate Clements w/1:24 in CIN territority

– und dann nach zwei First Downs wirft Dalton einen schrecklichen Ball mitten in die Endzone, wo Ed Reed in natürlich findet (Hey Dalton, lerne bitte Ed Reed vor dem Spiel gegen Baltimore kennen!)

– beiden Verteidigungsreihen spielen das sehr gut und diszipliniert; vor allem von der Ravens-D ist immer einer da, wo der Ball ist und kein Tackle wird verpaßt; Laufspiel geht gar nicht bei beiden; 7 3&outs in der ersten Hälfte; 14-7 Ravens

Das war tatsächlich alles Wichtige aus der ersten Hälfte.

– Q3/13:12 dann aus dem Nichts rennt Ray Rice über 60 Yards, weil Safety Chris Crocker einen völlig falschen Winkel nimmt und den Tackle verpaßt; es wird aber doch nur ein FG; 17-7 BAL (Q3/10:50)

– Q3/6:51 nach einem starken Play, bei dem er zwei fast-Sacks entkommt und seinen FB tief ganz offen findet und einer blown coverage gegen TE Gresham ist Ciny plötzlich in der EZ und es steht 14-17

Ravens D spielt fast aussschließlich Base-D gegen CIN; CIN ohne deep threat, weil A.J. Green verletzt draußen sitzt, versucht im 3ten Viertel mal einen Flea Flicker und RB Benson schafft nicht mal den Paß zu Dalton

– Q3/0:40: Dalton mit fürchterlicher INT bei einem Slant; Jimmy Smith fumblet den Ball, der fliegt durch die gesamte Redzone und die Ravens sichern den Ball an der 2-Yd-Linie, next play TD Rice 24-14

– Dalton dann wieder mit schlechtem Paß und INT von CB Webb; Q4/ 14:02; nächster Spielzug Playaction Flacco tief auf WR Smith; 31-14

– Jimmy Smith läßt Andre Caldwell einfach so vorbeilaufen; 10:59, starker Paß von Dalton, Cincy gibt nicht auf 21-31

– über die Mitte wirft Dalton richtig gut; aber bei Pässen an die Seitenlinie und bei Slants hat er immer wieder accuracy Probleme; kaum hab ich das aufgeschrieben, wirft er eine out-route zum TD (Gresham) nach anständigem hurry-up-drive 28-31; 5:35, der dann aber doch nicht zählt nach Calvin-Johnson-Catch-Rule-Overturning; FG zum 24-31; Cin jetzt fast ständig mi 7 Mann in Protection und nur 3 Recivers auf Routen, um es einfacher für Dalton (und die OLine) zu machen

– kurz vor der 2-min-warning stoppen die Bengals die Ravens bei 3rd&1 und bekommen nochmal einen Drive

– Dalton starts on own 13 w/ 2:27; WR Jerome Simpson macht das Spiel seines Lebens; Dalton mit starker 45yd-Bombe und Riesencatch von Simpson

– in der RZ dann wieder der schlechte Dalton: schlechter Paß on kurzer Out-route und intentional grounding (der horse-collar tackle von Suggs wird komischerweise einfach ignoriert); 3rd&goal from BAL17; die O-Line bricht total zusammen bei den vier Downs and Goal to go gegen 3-Man-Rush

– CIN hat wirklich tough gegen BAL und PIT gespielt, aber verloren; die Bengals haben ein gutes, junges Team, sind aber noch nicht da wo die anderen beiden Hausnummern der AFC North sind

– Flacco und Dalton haben beiden wie Rookies gespielt: mal gute Pässe, mal schlechte, aber insgesamt enttäuschend inkonsistent, wobei aber auch beide Defenses ziemlich stark gespielt haben; es gab keine guten, langen Drives, sondern alle Punkte basierten auf Big Plays, wobei die Ravens einfach mehr (vor allem in der Defense) davon gemacht haben und am Ende die drei INTs von Rookie Dalton der Unterschied waren. Baltimore ist jetzt mit 7-3 und Tiebreakers gegen Pittsburgh und Cincinnati in guter Position in der AFC North.

Philadelphia Eagles (3-6) @ New York Giants (6-3) [Gamcenter] [Gamebook]

[inactives: QB Vick, WR Maclin, CB Rodgers- Cromartie; LB Michael Boley – Herzlich starts]

– LT Will Beatty bekommt von Anfang an TE/RB-Hilfe gegen DE Trent Cole

– im zweiten Drive wirft QB Vince Young einen furchtbaren Paß zu Jackson, der schon an Amukamara vorbei war und schenkt dem Rookie im ersten Spiel seine erste INT

– anschließend wirft Eli Manning eine INT wie in seinen schlechtesten Tagen; danach gibts auch gleich gute alte Rivalry-Kloppe und mehrere personal-foul-flags, nach der INT gibts aber auch keine Punkte, weil der oft so hochgelobte LG Evan Mathis schläft und bei 3rd-&1 an NYG 38 einfach so DT Chris Canty nicht blockt

– schon im ersten Viertel gibts ständig mehr oder weniger ernsthafte Rudelbildung; es gibt aber auch nicht schöneres, als Rivalry-Games im November

– die Eagles sind schon seit einigen Wochen dazu übergegangen, nicht mehr beide DE so ganz weit außen an der LOS zu plazieren (die so berühmt gewordene 9 technique), sondern nur noch einen, und der andere ist meistens in recht traditioneller DE-Aufstellung, das klappt auch viel besser

Vince Young wirft den Ball wie eine schlechte Mischung aus Tim Tebow und Philip Rivers

– die Giants D-Line spielt mit vielen „seltenen“ Aufstellungen: 3DE und 1DT; 3 DLiner sogar on 1st Down; on 3rd Down auch ihre Nascar-Defense (4DEs); und sehr oft spielt Deon Grant den dritten LB neben Herzlich und Kiwanuka, weil nach den ganzen Verletzungen nur noch der andere Rookie-LB Spencer Paysinger spielen kann

– die beiden Eagles-Offensive-Tackles Jason Peters und Todd Herremanns sehen ganz gut aus, aber die drei in der Mitte (LG Mathis, C Kelce, RG Watkins) haben immer wieder Probleme, vor allem im Laufspiel

– Q2/11:36: FG Eagles, die ersten Punkte zum 3-0

– Q2/8:49 nach abgefälschtem, schlechtem Paß holt sich S Phillips die INT; Giants spielen nach der Verletzung von WR Jackson mit 8 „Man in the box“ und wollen einzig RB McCoy aus dem Spiel nehmen und Young kann nicht mal daraus Kapital schlagen

– die Eagles-D spielt ziemlich gut; auch die (auch von mir immer böse gescholtenen) LB Akeem Jordan und Brian Rolle; Giants leiden vor allem darunter, daß sie überhaupt kein bißchen Laufspiel auf die Reihe kriegen

Jackson kommt schon Mitte des 2ten Viertels zurück und macht ein Big Play über 50 yards nach 1st Down from PHI2; der dann aber nach unfaßbar dummer Taunting-Strafe gegen Jackson overturned wird, wow….

– nachdem Philly dann tatsächlich von der eigenen 2-Yd-Linie bis in New Yorks Hälfte kommt, fehlen CB Webster nur Millimeter, um Youngs dritte INT komplett zu machen

– die Eagles haben keine Offense, weil Young ihr QB ist und die Giants mit 8 Mann McCoy aus dem Spiel nehmen; und die Giants haben keine Offense, weil sie überhaupt nicht laufen könnnen und Eli gegen viel Pressure und gute Coverage alleine auch nicht viel machen kann:

– nach dem vierten 3&out, diesesmal in der eigenen Redzone, läuft Jackson mit dem gefangenen Punt mal wieder durch die halben Meadowlands und kann erst an der NYG14 gestoppt werden und im nächsten Spielzug möchte keiner der alten Teamkollegen Steve Smith verteidigen, TD Eagles 10-0; Q2/1:22

– neben der wirklich guten Defense haben TE Jake Ballard und WR Victor Cruz mit schlimmen Drops die Giants behindert

K Lawrence Tynes hat in dieser Saison erst zwei Field Goal Versuche von mehr als 30 Yards gehabt (?!) und die beiden wurden auch noch geblockt (!?!); den 49-Yd-Versuch zum Schluß der ersten Hälfte macht er aber sicher rein, 10-3

– Drives erste Hälfte: Eagles: Punt, INT, Punt, 3&out, FG, INT, Punt, TD; Giants: 3&out, INT, Punt, 3&out, Punt, 3 &out, Punt, 3&out, FG

2nd half:

– Kevin Booth startet die zweite Hälfte an Stelle Chris Snees (Verletzung)

– das Laufspiel der Giants ist so furchtbar, daß sogar CB Samuel den RB tacklet; NYG RB D.J. Ware ist jetzt auch draußen mit Concussion

OT Peters und Herremanns nehmen den Giants Pass Rush völlig aus dem Spiel und trotzdem hätten die Eagles ohne den Punt Return gerade mal 3 Punkte

– im dritten Viertel werfen die Eagles nur noch und sagen: mit 8 Mann „in the box“ kann sogar Young Spiele gewinnen, und New York sagt: glaub ich nicht, soll Young erstmal zeigen; und nachdem Philly in die Redzone gekommen ist, wirft Young natürlich die INT zu Aaron Ross (Q3/5:00)

– Snee is back

– die Giants versuchen es einfach weiter mit dem Lauf, was nicht funktioniert und die Crowd buht

– dann macht Manning mal nene langen Paß zu Nicks – weil er nicht von Asomugha oder Samuel verteidigt wird, sondern vom jungen Safety Nate Allen. So wie letzte Woche, als Fitzgerald von irgendeinem Safety verteidigt wurde, ich versteh das nicht; und im nächsten Play schlägt Victor Cruz Asomugha zum TD, Asomugha sah dabei aus wie einer der undrafted Rookies, die bei den Patriots versuchen CB zu spielen, 10-10 Q4/11:36

– die Giants haben große Probleme mit ihren jungen LBs Herzlich, Paysinger und Williams; aber Kiwanuka macht im vierten Viertel play after play

– McCoy sitzt im vierten Viertel verletzt auf der Bank und Ronnie Williams spielt

– irgendwie bekommen die Eagles im vierten Viertel einen langen Drive auf die Reihe mit Läufen von RBs und Young und Screen Passes; nachdem sie auf unerklärliche Weise 18 Plays über 80Yards in 9 Minuten übers Feld marschiert sind, wirft Young auch noch einen TD zu Riley Cooper; ich kann gar nicht erklären, wie Philly das gemacht hat, aber irgendwie waren es immer 3 und dann 3 und dann 4 yards und immer wieder 1st Downs, 17-10 Philly Q4/2:45

– nach Holding beim KO-Return starten Eli und die Giants an der eigenen 9 mit 2:39 Minuten auf der Uhr (und mit RG Snee wieder auf der Bank)

– beim letzten drive schläft wieder irgendwer der Eagles (wahrhscheinlich LB Chaney ) und Victor Curz läuft bis an die 22

– im nächsten Play sackt Jason Babin Eli Manning von hinten und DT Landri holt sich den Fumble; Q4/1:17; Giants mit letzter Chance, aber niemand kann Shady McCoy tacklen – 1st down, game over

Insgesamt ein komisches Spiel, in dem vor allem die D-Line der Eagles und die furchtbaren LBs der Giants den Ausschlag gegeben haben. Jeder halbwegs vernünftige Quarterback hätte die Giants von vorne bis hinten zerlegt, aber weil New York überhaupt kein Laufspiel hatte und Manning ständig under pressure war, haben 17 irgendwie ergaunerte Punkte zum Sieg gereicht.