Thanksgiving 2011: Detroit Lions – Green Bay Packers

[21h47] Endstand Detroit Lions 15, Green Bay Packers 27.

Green Bay bleibt ungeschlagen, sah heute aber lange Zeit nicht überzeugend aus, wackelte eine Halbzeit lang bedrohlich und durfte sich mehr bei des Gegners Dummheiten bedanken. Die Packers kamen erst im dritten Viertel auf Touren, zeigten dann einige schöne Drives mit in Ansätzen dem Passspiel, das Rodgers heuer so abhebt.

Detroit hatte lange Zeit mit überflüssigen Strafen zu ungünstigsten Zeitpunkten zu kämpfen, gab dreimal den Ball ab (eine unglücklich, großartig vom Gegner abgefälschte INT, ein Superspielzug für CB Woodson) und litt unter dem Verlust von RB Smith und der ausgedünnten Secondary in der zweiten Halbzeit (im ersten Drive im dritten Viertel wurde 3-4x die gleiche Zone ausgespielt) und generell unter zuviel Volatilität in der eigenen Offense. Kann man einordnen unter „Tag für die Grütze“, da immer wieder die einfachen Dinge misslangen.

Bedenklicher war der Ausschluss Suhs. Auch wenn der bisherige Ruf dieser Mannschaft und dieses Spielers mehr unmotiviertem Medienrummel und oberflächlicher Spielbetrachtung zuzuschreiben war: Ein Führungsspieler, vielleicht der wichtigste Führungsspieler in der gesamten Mannschaft, darf sich keine solche Aktion leisten. Nicht bloß nicht in dieser Situation. Überhaupt nicht.

Für Detroit wird es nun knüppelhart: Nächsten Sonntag @New Orleans im Sunday Night Game, Minnesota, @Oakland, San Diego, @Green Bay, wenn die Packers vielleicht um 16-0 spielen.

Aus Packers-Fan sieht es hinsichtlich „Perfect Season“ immer besser aus – ich wäre allerdings weiterhin ob des „soften“ Defensive Backfields besorgt. New England spielte letztes Jahr ähnlich, riss sich mit Unmengen Interceptions aus der Scheiße, aber als es drauf ankam, gelangen der Offense ein paar Punkte weniger als gewohnt – und aus war das Ding. Die NFC könnte die eine oder andere passgewaltige Offense in die Playoffs schicken – ich denke da zuerst an New Orleans.

Damit ab nach Dallas… back in a few minutes.

[21h28] Detroit 8, Green Bay 27. Runde drei Minuten vor Schluss der letzte Sargnagel.

[21h21] Drop, Sack, unmotivierter Kurzpass. Uninspirierte Angriffs“serie“ der Detroit Lions, die damit mit hoher Wahrscheinlichkeit die paar % Restchance verlieren.

[21h14] Schwartz goes Belichick… oder so. Die schwer angeschlagene Secondary wird nun von WR #82 Rashied Davis verstärkt, der gleich mal auf Green Bays Einser-Receiver Jennings abgestellt wird. 9:36 vor Schluss muss Green Bay punnten.

[21h05] Detroit 8, Green Bay Bay 24/TD Williams, Q4 13:17. Gegen eine zurückhaltende Defense der Packers kommt Detroit zu einem lockeren Touchdown. Braucht keine False Starts und Holdings, und ehe sich die Packers versehen, hat der dritte oder vierte Running Back #34 Williams drei Tackles zum TD gebrochen.

[20h58] Detroit 0, Green Bay 24. Green Bay nimmt einen Fumble seines QB Rodgers‘ auf und kann dadurch ein Field Goal schießen. Ende drittes Viertel – kein  gutes Viertel aus Lions-Sicht.

[20h51] Gefundenes Fressen für die Handschuh-Fraktion: Stafford wird erneut schnell abgefangen, dritte INT. Diesmal ein großartiger Spielzug für CB Charles Woodson, der Pettigrew von hinten völlig überrumpelt und in einen erneut eigentlich ordentlichen Wurf springt. Das Spiel ist mehr oder weniger gelaufen.

[20h45] Detroit 0, Green Bay 21/TD Jones, Q3 5:36. Nächster Spielzug: Play-Action, Safety beißt an. #89 James Jones kann 65yds durchlaufen. Detroit war schon öfters 20pts hinten, aber heute ist die Pest drin.

[20h42] INT gegen Stafford. LB #49 Francois mit einem starken, athletischen Spielzug, pflückt einen gelupften Stafford-Pass über die Mitte runter. Wird für die Lions nicht einfacher.

[20h35] Detroit 0, Green Bay 14/TD Kuhn, Q3 9:12. Der hirntote Moment gegen Suh bringt Green Bay den Touchdown. Erneut eine starke Defensivvorstellung der Lions in der RedZone, erst im fünften, sechsten Versuch kommen die Packers durch. Für Green Bay startete der Drive ordentlich, man fand auf seiner linken Angriffsseite dreimal en suite ein gutes Matchup (TE Finley, WR Driver, WR Jennings), ehe man sich in der RedZone das Leben mit False Starts schwer machte.

[20h18] DT Ndamokong Suh tut was für seinen Ruf. Detroit stoppt Green Bay an der GoalLine bei 3rd down und Suh verliert völlig die Contenance, tritt gegen einen am Boden liegenden Blocker ohne ersichtlichen Grund nach. Folge: Neue Angriffsserie Packers, Ausschluss gegen Suh.

[20h09] Aus der Kategorie „fettes Geflügel“: Mahlzeit.

[20h01] Halbzeit Detroit Lions 0, Green Bay Packers 7.

Furchtbares Clock-Management erneut von den Lions kurz vor der Pause. Alles in allem eine frustrierende Halbzeit aus Lions-Sicht: Detroit ist eigentlich die klar bessere Mannschaft, dominiert die Offense Green Bays bisher nach Strich und Faden (lächerliche 86yds für GB-Offense) und QB Aaron Rodgers kriegt überhaupt keinen Rhythmus zusammen, trotz zweier böser Ausfälle der besten Defensive Backs Detroit.

Auf der anderen Seite sieht Detroits Angriff immer wieder für eine Handvoll Spielzüge ordentlich aus, um sich dann mit überflüssigen Strafen das Leben schwer zu machen. Die eine INT gegen Stafford war sicher unglücklich, weil großartiger athletische Aktion Picketts, aber Stafford hätte Momente später fast eine weitere, viel bösere INT geworfen.

Man werfe die unglücklich agierende Schiedsrichter-Crew und die fehlende Stadion-Atmosphäre ins Spiel und wir haben ein eher enttäuschendes Spiel.

[19h55] Die Defensive Line der Lions stoppt trotz erneuter Phantom-Strafe, diesmal gegen #93 Vandenbosch, die Packers. Nach dem folgenden Punt bricht eine kleine Schlägerei, ein Special Teamer der Packers wird ausgeschlossen. 30sek to go, Detroit mit 1 Timeout, könnte noch einmal auf Punktejagd gehen. Remember: Green Bay kriegt in Halbzeit zwei als erstes den Ball.

[19h52] Erneut gehen die Lions über das halbe Spielfeld, werden plötzlich an der 40yds Line ultrakonservativ, lassen die Uhr runtertickern, verpassen ein 47yds Field Goal mit 67sek zu gehen.

[19h40] Detroit 0, Green Bay 7/TD Jennings, Q2 4:51. Simple Flat-Route für #85 Greg Jennings, 4yds-TD.

[19h34] INT gegen Stafford. DL Pickett fälscht einen Pass Staffords direkt in die Arme Clay Matthews‘ ab. Green Bay kriegt einen Spielzug später eine PI, hat nun 1st and goal an der 1yds line.

[19h32] Das Spiel wird unansehnlicher. Kaum ein Spielzug ohne Strafe. Nur, als es wirklich eine Strafe hätte geben können (CB gegen Jones bei 3rd down), bleiben die Flaggen im Hosensack. Nur noch etwas mehr als 6min in der ersten Halbzeit.

[19h25] Green Bays Angriff kommt heute nicht recht auf Touren und braucht eine Phantom-Strafe gegen Detroit (Pass Interference gegen #21 Wright), um überhaupt ein zweites 1st down zu schaffen. Auf Lions-Seiten betritt auch CB #23 Houston das Lazarett, nachdem RB Smith und S Delmas questionable sind.

[19h12] Während bei den Lions FS#26 Delmas und der Wunder-RB #30 Smith riskieren, mit Verletzungen rauszugehen, begleitet uns die wunderschöne Klaviervariante des Fox-Musikthemas in das erste Timeout im zweiten Viertel. Immer noch 0-0, weil beide Offenses noch nicht richtig konsequent bzw. konzentriert wirken.

[19h00] Die Lions deuten im zweiten Drive eine starke Offensive Line für RB Kevin Smith an, der sich recht schon durchtänzeln kann. Dazu ein paar Handoff-Fakes und ein fanstarker RB Morris – am Ende macht erneut ein Holding  den Drive kaputt. Aus Lions-Sicht hoffnungsvolle Drives.

[18h45] Beide Offenses müssen im ersten Drive punten. Detroit zerstörte sich seinen Drive per Holding-Strafe während eines wunderbaren Laufs RB #30 Smiths. Green Bay scheiterte an enger Deckung der Lions.

[18h41] Bei Wikipedia unter der 17jährigen Hymnensängerin bereits drin:

Messed up the national anthem on national television on Thanksgiving pre-game show on Fox.

[18h36] Kleine technische Anmerkung: Weil ich noch über keine CSS-Upgrades verfüge und WordPress unerklärlicherweise den Link aus dem Header genommen hat, kehrt vorerst der geliebte F5-Ersatzbutton oben zurück.

[17h35] Erntedankfest wird hierzulande Mitte Oktober gefeiert, mit hohem Korrelationsfaktor zu Rot- und Weißwein jeglicher Sorte, einer Portion Surfleisch, jeder Menge Kraut, Krapfen und gebratener Kastanien. Ein netter Törggeleabend, ein Aufmarsch mit der Musikkapelle samt Umtrunk am Sonntagmorgen danach, datt war’s.

Amerikaner feiern eineinhalb Monate später, aber was heißt da „feiern“? Thanksgiving ist als Erntedank- und Gründervätergedenkfest nicht bloß der größte US-Familienfeiertag, größer als Weihnachten und viel größer als der Independence Day. Thanksgiving ist ein wirtschaftliches und sozio-kulturelles Megaevent, inklusive Vertilgung kochkesselgroßer Truthahnschnitzel und der Amerikaner wäre nicht Amerikaner, würde nicht am Tag danach, dem morgigen „Black Friday“, auch der Rubel richtig anrollen: Sturm auf die Einkaufszentren, Beginn des vorweihnachtlichen Konsumwahnsinns.

Und mittendrin fliegen die Eier, heute in der NFL (Preview) und im Verlauf des Wochenendes auch im College Football mit unzähligen „Rivalry Games“. Insbesondere die Texaner kommen schon am heutigen, „eigentlichen“ Thanksgiving-Tag voll auf ihre Kosten, mit Dallas Cowboys – Miami Dolphins aus der NFL (21h30 MEZ) und später dem vermutlich letzten „Lone Star Showdown“ zwischen den Texas Longhorns und Texas A&M Aggies (02h MEZ/ESPN-Player).

Den Anfang aber machen die Detroit Lions und die Green Bay Packers in einer knappen Stunde (18h30 MEZ). Es ist das meistgehypte traditionelle Thanksgivingspiel der Lions, seit ich denken kann (okay, ist nicht allzu lange. Aber auch die Ü60 würden ähnliches behaupten).

Bis dahin gibt’s noch einen Teller Gerschtnsuppe. Man sieht sich.

NFL 2011/12, Week 5: Detroit Lions – Chicago Bears (MNF)

[05h43] Endstand Detroit Lions 24, Chicago Bears 13.

Ein Sieg der über vier Viertel dominierenden Defensive Line der Detroit Lions, die von drei bis fünf Mann in unglaublich vielen verschiedenen Versionen daherkam und den Bears keine Zeit zum Werfen gab. QB „Big Ben“ Jay Cutler machte unter diesem Umständen ein sehr ordentliches Spiel, konnte zwar nie tief werfen, vermied aber wenigstens so gut es ging Sacks und INTs, hielt die Bears über weite Strecken im Spiel.

Die beiden OTs #73 Webb und #68 Omilaye dürften heute mit Albträumen ins Bett gehen. Ich bin da mal auf die Noten bei Pro Football Focus gespannt.

Detroits Offense kam heute nie wirklich in Tritt (nur 47 Spielzüge und 20min Ballbesitz), musste sich auf Big Plays verlassen, die da waren: 73yds TD Johnson, 88yds Lauf-TD Best, der auch noch einen zweiten langen Lauf hatte. Datt war’s. Detroit machte 3 TD, aber nur einen wirklich „runden“ Drive. Insofern: Heute reichte es, weil die Bears ein Abwehrproblem haben, sich dreimal böse verbrennen ließen.

Auch zu reden sein wird über das Gelb-Festival: Die beiden Mannschaften brachten es gemeinsam auf 26 Strafen für 198yds. Alles in allem kein schönes Spiel, aber ein enorm wichtiger Sieg für die Lions, die weiterhin ungeschlagen bleiben und mit diesem Spiel die NFC North zur Zweiklassengesellschaft machen.

[05h40] Detroit 24, Chicago 13/FG Hansen, 1:56 to go. RB Jahvid Best mit einem weiteren Big Play, der bis auf ein anderes Blockschema für den Tight End aussah wie ein spiegelverkehrter Re-Run des TD-Laufs. In der RedZone zerstört man Bests Schnitt mit ein paar Negativ-Läufen, aber das Spiel dürfte nun gegessen sein.

[05h26] Detroit 21, Chicago 13/4:07 to go. Eben wurde eine Statistik eingeblendet. Cutler 34 Drop-Backs: 12x hurried, 9x niedergeschlagen, 3x gesackt. 10x ohne großen Druck werfen können – das waren die sehr quicken Pässe im zweiten Viertel. Hätte Detroit heute eine rundere Offense gespielt, sie hätten diese Partie dominiert.

[05h16] Das Kontrastprogramm folgt auf dem Fuß: Chicagos Defensive Line kriegt überhaupt keinen Druck mehr zustande. Allein: Die zehnte Strafe gegen Detroit killt den Drive. 9:11 to go.

[05h10] Detroit Defensive Line stellt sich gerne in der „Wide 9“ auf – soviel ist bekannt. In den letzten Passrush-Situationen war das eine „Wide 9“ mit großem „W“: Die DEs #94 Jackson und der erstaunlich explosive #79 Willie Young konnten mit 5m Anlauf die völlig überforderten Offensive Tackles einfach überlaufen. Gegenwehr: Nonexistent.

[05h00] Ende drittes Viertel. Das Spiel bleibt eng, weil Chicagos Defense zwar zwischenzeitlich Anflüge von Selbstaufgabe zeigte, nun aber dank einer weiteren dummen Facemask-Strafe gegen Detroits OG Peterman von der Schippe gesprungen ist.

[04h46] Detroit 21, Chicago 10/TD Best. Ob dieses konsequente Nur-Werfen Einschläferungstaktik war? Diesmal eröffnet Detroit seinen Drive per Laufspiel, RB Jahvid Best kann ungeblockt über die Mitte durchlaufen, 88yds downfield zum Touchdown. Chicago ist immer noch auf der Suche nach seinen Safetys. Individuelle Fehler killen Chicagos Defense heute.

[04h44] Trotz großartiger Defensive Line Detroits: Nur ein Drop RB Fortés verhindert, dass Cutler diese Offense weiter das Feld hinunter roethlisbergern kann.

[04h33] Detroit 14, Chicago 10/TD Pettigrew. Detroit kommt weiterhin nur via Luftweg zum Erfolg. In diesem Drive werden Elemente von Play-Action eingebaut, das – wie in der Preview angekündigt – gegen Chicagos „Cover-2“ funktionieren kann, selbst ohne wirkliche Laufspiel-Bedrohung. Ein solcher Play-Action Pass führt auch zum TD, wo #54 Urlacher zusätzlich mittels Pulling Guard verarscht wird.

Ein Wort kann man über die Refs verlieren: Die Phantom-Strafe gegen MLB Urlacher war IMHO bereits die zweite unglückliche Entscheidung gegen die Bears, nachdem es schonmal in der ersten Halbzeit ein sehr, sehr fragwürdiges „False Start“ gegen LT #73 Webb gegeben hatte.

[04h16] QB Anthony Calvillo (CFL/Montreal Alouettes) hat übrigens eine Woche früher als von mir erwartet den CFL-Passrekord aufgestellt, warf gestern zum kanadischen Erntedankfest genügend Yards gegen Toronto, um nun mit 72.429yds Rekordhalter im professionellen Football (der auch NFL inkludiert) zu sein.

[04h10] Halbzeitstand Detroit Lions 7, Chicago Bears 10.

Die Bears führen verdient, weil Detroits Offense bis auf den langen Touchdown überhaupt kein Bein auf das Spielfeld bekommt. Abseits von WR Calvin Johnson ist die Offense aktuell non-existent.

Chicagos Offense ist ein Faszinosum: 7 False Starts. Sieben. False-Starts-Count: 3x TE Davis,, 3x LT Webb, 1x RT Omilaye. Cutler kauft sich trotzdem die Zeit, oder bringt ultraquicke Pässe an den Mann. Dazu kommt ein intelligentes Play-Design, das man Mike Martz nicht unbedingt zutrauen würde: Man läuft gerne klug um die oft dicht beeinander stehende Defensive Line herum.

[04h07] INT gegen QB Stafford, der kurz vor der Halbzeit die Geduld verliert und den Ball auf den zugedeckten WR #13 Burleson forciert. DB D.J. Moore springt dazwischen und Sekunden später das, was hierzulande einst „Rudelbildung“ getauft wurde.

[04h00] Detroit 7, Chicago 10/TD #87 Davis. Cutler trotzt Pass Rush und False Starts, bringt z.T. sehenswerte Bälle unter massivem Druck an den Mann (2x Hester), 1:11 vor Schluss der TD für TE Kellen Davis, der anfangs noch durch haufenweise Fehlstarts aufgefallen war.

[03h45] Das hatte ich in der Vorschau vergessen: Nicht nur CHI OffCoord Mike Martz hat eine Historie in Detroit, sondern auch DefCoord Rod Marinelli. Marinelli war Head Coach in den Jahren 2006-08, gefeuert nach der sieglosen Saison 2008.

[03h40] Detroit 7, Chicago 3. QB Jay Cutler macht angesichts der Umstände ständig kollabierender Pocket einen brillanten Job, erkauft sich entweder via zwei Schritten Zeit oder wirft blitzschnell auf Running Back oder Tight End. Am Ende wenigstens ein Field Goal – immerhin wird nun Football gespielt: Seit einer Viertelstunde keine gelbe Flagge mehr. Noch 8:16 in der ersten Halbzeit.

[03h30] Detroit 7, Chicago 0/TD Johnson. Erster Ball tief? Check. Erster Touchdown Calvin Johnson? Check. Stafford wartet bei 3rd down (ohne DE Peppers) bis zum letzten Augenblick vor dem Hit, feuert den Ball tief in die Secondary, wo WR Calvin Johnson das direkte Duell mit Chicagos S #46 Chris Harris und #31 Meriweather gewinnt und 73yds durchläuft.

[02h28] Ende des ersten Viertels. Nun ist der sehr „gelbe“ Drive der Chicago Bears vorüber. Dreimal 1st down durch Strafen für die Bears, die an der Line of scrimmage von den Lions ziemlich überrannt werden, aber von zu unndiszipliniertem Spiel der Lions profitieren (Facemasks nach Ende des Spielzug, Late Hits).

Detroit bringt phasenweise sogar fünf „Down Linemen“, um den Druck noch weiter zu verstärken und setzt heute erstmals auch Rookie-DT #98 Nick Fairley in homöopatischen Dosen ein.

Chicago dagegen fiel sehr negativ durch schlechtes Timeout-Management auf: Alle drei Timeouts bereits verbrannt, inklusive einer von Anfang an chancenlosen Challenge.

[03h18] 3rd down Bears: DE Avril hüpft in die neutrale Zone. Viel schlimmer: Auf der anderen Seite schlägt DE #93 VandenBosch QB Jay Cutler vor den Augen der Refs nieder. Die fällige „Personal-Foul“-Strafe bleibt aber aus.

[03h12] Meine Fresse, was für ein Strafen-Festival: 18 Spielzüge, 9 Strafen (und eine Pass Interference nur durch eine Strafe negiert). Und das komplette Repertoire: Die Bears mit dutzenden False Starts, die Lions mit wahlweise Facemasks, Late Hits oder Offsides.

Kombinierte Offenses: 48yds.
Kombinierte Strafen: 65yds.

[02h57] Butterflies überall. LG #67 Rob Sims verursacht ebenso einen Fehlstart, wodurch QB Stafford beim 3rd down zu wenig Zeit für den langen Ball bekommt.

Chicagos Defensive Line ist sehr „weit“ aufgestellt, mit den beiden DEs #90 Peppers und #71 Idonije rund 2m außerhalb der Offensive Tackles aufgestellt. Resultat: Stafford kriegt nicht allzu viel Zeit zum Werfen.

[02h52] Detroits Defense kommt mit zirka dreißig Kilo Testosteron aus der Kabine: Chicago macht nicht ein 1st down, dafür drei (!!) False Starts, zweimal durch LT #73 J’Marcus Webb – und jedes Mal sind 0,03sek nach dem Zucken 4-6 Lions bereits im Backfield.

[02h46] Gewohntes Spiel im Eröffnungsdrive: QB Matt Stafford operiert zu 95% aus der Shotgun-Formation, verpasst allerdings zweimal einen weit offenen Receiver: #13 Nate Burleson und, schlimmer, bei 3rd do #16 Titus Young, der meterweit allein auf weiter Flur war. Chicagos Defense deutete auch bereits mehrere verschiedene Gesichter an: Mal aggressiv, mal konservativ.

[02h35] Guten Morgen zum MNF-Spiel zwischen den Detroit Lions und den Chicago Bears (Vorschau hier). Barry Sanders wird in wenigen Sekunden den Münzwurf ausführen… Detroit kriegt als erstes den Ball

Detroit Lions in der Sezierstunde

Matthew Stafford NFL-Lions Quarterback

©Flickr

Einleitend das Geständnis: Ich bin Detroit-Lions-Fan. Es ist kein einfaches Dasein als Lions-Anhänger. Zum einen, weil sie ganz einfach zu selten bei uns gezeigt werden (nur zu Thanksgiving). Das ist der Preis für die jahrelange Erfolglosigkeit. Zum anderen, weil man seit Jahren denkt, Mensch, jetzt bauen sie die richtigen Puzzleteile ein, jetzt geht’s aufwärts! Und dann verletzt sich zum ungünstigsten Zeitpunkt ein Quarterback oder fallen drei Defensive Backs aus und die Saison ist wieder den Bach runter.

2010/11 hat uns ein 6-10 beschert. Es passiert nur in Detroit, dass „6-10“ mit gutem Gewissen in das Regal mit dem Aufkleber „Erfolg“ eingelegt werden kann.

2010/11 waren die Lions ein deutlich wettbewerbsfähiger Haufen als in den letzten 2-3 Jahren. Die Schwachstellen sind teilweise eklatant, aber sie haben meist voll durchgespielt und mit ihrem Sieg über Tampa in Woche 15 sogar dem Superbowl-Champ Green Bay überhaupt erst die Playoff-Teilnahme ermöglicht!

Die zehn Saisonniederlagen lesen sich so: -5 gegen Chicago, -3 gegen Philadelphia, -14 gegen Minnesota, -2 gegen Green Bay, -8 gegen die Giants, -3 (OT) gegen die Jets, -2 gegen Buffalo, -14 gegen Dallas, -21 gegen New England (als die jeden Gegner in Grund und Boden gespielt haben) und -4 gegen Chicago. Vier Siege im Dezember, unter anderem gegen Green Bay und Tampa Bay, die beide voll im Saft um die Playoffs waren. Und man bedenke: Über weite Strecken wurde mit Backup-QB und sogar Third Stringer und Backup-RB gespielt. Trotzdem hat z.B. ein Calvin Johnson wieder über 1000yds und 12TDs gefangen.

Wo hakt’s?

Das unbeschreibbare Wort „Siegermentalität“ ist zwar nicht so meins. Aber so oft wie die Lions diese Saison an einem Sieg dran waren und trotzdem noch vergeigt haben… Wenn ich an Leute wie C Raiola denke, die seit ungefähr drei Jahrzehnten nur losing seasons erleben mussten, ist das auch kein Wunder. Die wissen gar nicht, wie man das macht, selbst wenn einem mal ein starkes Spiel ausrutscht.

Größtes Problem in der Offense: Zahlreiche Verletzungen. QB Matthew Stafford ist ein mutiges Kind, ein harter Knochen, aber er ist zu oft verletzt, als dass seine guten Ansätze in Siegesserien umgemünzt werden könnten: 13 Spiele hat Stafford in zwei Jahren bestritten. Heuer hat er nur 3x gespielt: 6 TDs, 1 INT, Rating 91,3. Das sind erstaunliche Zahlen, die Stafford da fabriziert, angesichts der Unerfahrenheit und der wenigen Spielzeit. Nun ist die rechte Schulter (Wurfarm) mal wieder operiert worden.

Ich war vor zwei Jahren ein Gegner, Stafford an der #1 zu draften. Nicht dass Stafford ein Flop wäre. Aber wenn du keine Offensive Line hast, dann stellst du nicht einen teuren und rohen Franchise-QB ins Tollhaus „Pocket“. Mit zahlreichen Verletzungen zahlen die Lions jetzt den Preis. Daher würde ich dringend empfehlen, in Runde 1 oder 2 einen Offensive Tackle einzuberufen. Oder zwei. Das bietet keine Garantien, erhöht aber die Chance, Stafford mal über längere Zeit gesund zu halten. Dass Stafford sich wohl fühlt, zeigen die Zahlen.

Die Defense hat ebenso eine gewaltige Problemzone, nachdem die Defensive Line mit dem sensationellen Rookie Ndamukong Suh und Kyle Vanderbosch zwei Spieler wenigstens für den Pass Rush eingekauft hat. Das Laufspiel darf aber ruhig noch härter abgewürgt werden, auch von DT Suh.

Richtig der Wurm drin ist in der Secondary. Es hat weh getan, so wie Detroit an Thanksgiving auseinandergenommen worden ist. Jeder Pass eine Completion, am besten für 25yds und jeder Drive mit Touchdown abgeschlossen.

Ich schrieb damals:

Als die Patriots mit Smith die Schwachstelle ausgemacht hatten und die Offense Line Brady den Tick mehr Zeit geben konnte, war das gegessen. Drei Touchdowns in Serie und es gab nie etwas, was die Lions zum Entgegensetzen hatten.

Man kann es an CB Alphonso Smith festmachen. Oder an seinen Nebenleuten. Punkt ist: Das Material genügt nicht höheren Ansprüchen. Oder ist noch zu grün hinter den Ohren. Dumm, dass der Draftpool für Defensive Backs nicht als allertiefster gilt.

Early Draftstrategie: Defensive Back mit dem 1st round pick, Offense Line mit den zwei-drei folgenden Picks. Bitte keine TEs und RBs draften. Detroit hat genügend gute Skill Players. Die Löcher sind anderswo.

Auf dass sie mal wieder brüllen

Es geht eindeutig aufwärts. Gegen die Patriots sind sogar eine ganze Weile lang die Zuschauer im Ford Field richtig mitgegangen. Das hatten wir lange nicht. Die vertragslosen Spieler wäre allesamt keine übermäßig schmerzhaften Verluste. Wenn die Prioritäten

a) Schutz für Stafford/Offensive Line
b) Pass-Deckung/Defensive Backs
c) Laufspiel-Verteidigung/Defensive Tackle & Linebacker

in der Reihenfolge angegangen werden, bin ich zuversichtlich. Genügend gute bis exzellente Draftpicks wurden in den letzten Jahren gehortet. 1-2 erfahrene Free Agents für die Defense (DBs, LBs) würden auch nicht schaden. Da ich Vertrauen in Jim Schwartz habe, werden die Playoff-Träume in absehbarer Zeit ja vielleicht wirklich mal erfüllt.

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