NFL Compensatory Picks: Wie man zwei Fliegen mit einer Klappe erschlägt

Nugget aus dem Down, Set Talk! Podcast von letzter Woche: Am morgigen Dienstag, 07.05. läuft die Periode der Free-Agency aus, in der Neuverpflichtungen gegen die (nicht vollumfänglich bekannte) Compensatory-Pick Formel zählen. Daher gab es in den letzten Tagen kaum Aktivität auf dem Transfermarkt. Das sollte sich in den nächsten Tagen ändern.

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Nach dem ersten Austoben – Free Agency 2019

[EDIT: Sektion Compensatory Picks hinzugefügt.]

Wer glaubt, dass nach dem Ausverkauf der größten Namen die Free Agency beendet ist, der irrt. Es ist vielmehr der große Buzz beendet. Was nun folgt, ist der Einstieg der Mannschaften, die den Transfermarkt nutzen um Kaderlücken zu stopfen – nicht um mit teuren Superstars die Stammelf umzubauen. Weiterlesen

Eine kleine Geschichte der Salary-Cap

Die Gehaltsobergrenze für Spielergehälter („Salary Cap“) gehört zu den wesentlichsten Eckpfeilern der NFL-Erfolgsgeschichte der letzten 30 Jahre. Sie garantiert relative Chancengleichheit und hält somit auch das Interesse an erfolglosen Mannschaften hoch. Doch nicht nur, weil sie theoretisch für gleiche Ressourcen-Verteilung sorgt, ist die Salary-Cap ein wichtiger Faktor: Das Management der Salary-Cap hat sich über die Zeit zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor in der NFL entwickelt. Schlaue Teams können sich auf Jahre einen Vorteil verschaffen. Weiterlesen

Neujahrstag in der NFL

Heute, 9. März 2016 um 22h MEZ endet das NFL-Jahr 2015/16. Eine der wichtigsten Auswirkungen dieses „Neujahrstags“ ist das Auslaufen etlicher Spielerverträge und somit der Beginn des Transfermarkts („Free Agency“) 2016, im Zuge dessen viele Spieler ihre Vereine wechseln werden. Weiterlesen

Der letzte Tag des Jahres

… zumindest des NFL-Jahres, denn morgen öffnet mit dem Start der Saison 2015 der Transfermarkt. Die Salary-Cap wird ligaweit 143 Mio. Dollar betragen, ein relativ massiver Anstieg von rund 10 Mio. vom letzten Jahr. Wegen des Cap-Rollover haben verschiedene Teams aber natürlich mehr oder weniger Cap-Space verfügbar. Weiterlesen

Startschuss zur NFL-Free Agency 2014

Am heutigen 11. März öffnet die NFL ihre Transferperiode (“Free Agency”) 2014. Die Free-Agency wurde Mitte der 90er Jahre gemeinsam mit der Salary-Cap eingeführt um für die Teams die Kosten unter Kontrolle zu halten und, vor allem, um relative Chancengleichheit zwischen den NFL-Franchises zu wahren. Von Spielerseite her ist sie zu vergleichen mit einem Bosman-Urteil im europäischen Fußball: Die Profis durften plötzlich nach Vertragsende dorthin wechseln wo ihnen das meiste Geld geboten wurde, nachdem sie in der Zeit vor der Free-Agency auch mit Vertragsende an ihren Club gebunden waren.

Die Parität der NFL gilt als Erfolgsmodell und verhalf der Liga in den letzten 20 Jahren zu einem fassungslosen Popularitätsgewinn. Seit mindestens 10-15 Jahren zweifelt niemand mehr daran, welche US-Sportliga die aktuell dominierende ist (die NFL natürlich). Es ist relativer Liga-Alltag , wenn jahrelange Mauerblümchen plötzlich um den Titel mitspielen.

Die Free-Agency ist aber nicht ohne Kniffe. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass die erfolgreichsten Teams überwiegend via Draft gebaut werden, und die Free-Agency maximal als ergänzendes Beiwerk verwendet werden sollten. Nicht alle halten sich daran, und es gibt natürlich Ausnahmen, aber der Transfermarkt ist voll von alternden Routiniers, während via Draft junges, billigeres Frischblut nachgezogen werden kann. Der Transfermarkt ist fast eine Auktion. Darüber habe ich vor zwei Jahren in „Fluch des Gewinners“ geschrieben.

Es gibt darüber hinaus viele Terminologien abzuklären, und zum Glück haben wir in den letzten Jahren vieles davon schon hinter uns gebracht:

  • Wie sehen NFL-Verträge aus? Herrmann hat in diesem Artikel erklärt, wie ein Vertrag in der NFL aufgebaut ist und versucht, den komplizierten Wust zwischen Grundgehalt, Handgeld und Boni auseinanderzunehmen.
  • Wie errechnet sich die Salary Cap? Letztes Jahr habe ich detailliert beschrieben, wie die berühmte „Salary-Cap“ (Gehaltsobergrenze) der NFL zustande kommt, wie viel welche Gehälter gegen sie zählen und wie die Handgelder abgeschrieben werden.
  • Was ist der Salary-Cap Rollover? Teams können sich Gehalt “aufsparen” auf ein späteres Jahr. Mehr dazu habe ich letztes Jahr geschrieben.

Zu beachten ist, dass die Teams auch einen „Floor“ in ihrer Gehaltsstruktur berücksichtigen müssen: Um skandalöse Sparkurse wie in der MLB (man denke an die Miami Marlins) zu verhindern, schreibt das CBA der NFL vor, dass mindestens 89% der Salary-Cap ausgenutzt werden müssen, d.h. die Teams müssen zumindest ein Minimum an Gehältern auszahlen.

Die Salary-Cap für 2014 beträgt 133 Millionen Dollar – das ist viel höher als im letzten Jahr (123 Mio.) und der krasseste Anstieg innerhalb eines Jahres seit fast einem Jahrzehnt. Es war ein Produkt des „Lockouts“ vor zwei Jahren, dass die Salary-Cap nicht mehr in dem Maße stieg wie in den Jahren zuvor. Sie wird errechnet nach einer bestimmten, nicht gänzlich transparenten Formel, die an den Jahresumsatz der NFL gebunden ist.

Die „alte“ Formel von 2006 ermöglichte fast ungehindertes jährliches Wachstum der Salary-Cap, während nach der Neu-Definition im Zuge des Lockouts 2011 ein sehr viel Owner-freundlicherer Kompromiss gefunden wurde – ein Kompromiss, der bis heuer dreimal en suite stagnierende Salary-Cap bedeutet hatte. Es ist vielleicht zu krass zu behaupten, die Spielergewerkschaft NFLPA hat sich 2011 über den Tisch ziehen lassen, aber es ging zumindest in diese Richtung.

Anyhow. Es ist 2014. Es sind 133 Millionen pro Team zu vergeben, mehr als gedacht, und gut vor allem für einige Teams wie Pittsburgh, Dallas oder New Orleans, die deutlich weniger Spieler rauswerfen müssen um kompatibel mit der vorgeschriebenen Gehaltsstruktur zu sein.

Die Mechanismen werden wie immer die gleichen sein:

  • In der ersten Woche wird der Großteil der bekanntesten Namen im Visier der Franchises sein. Es werden die teuren Verträge ausgeschüttet, und vor allem die Mannschaften mit mittelmäßig bis viel Salary-Cap werden aktiv sein. Für die „zweite Reihe“ der Free-Agents sind diese ersten Verträge gute Richtwerte.
    Ebenso gängig sind letzte Entlassungen und Trade-Gerüchte: Manche Mannschaften müssen jeden Cent sparen und daher noch Spieler entlassen. Die Fans und Medien sind dann immer ganz entsetzt, warum New Orleans jetzt seinen Darren Sproles auf die Straße setzt, wo aber schon der erste Blick auf die Gehaltsstruktur sofort verrät: Es war ein dringender Cap-Move.
  • In der zweiten Woche kommt die zweite Garde der Free-Agents dran: Die zweitbesten Receiver, die zweitbesten Running Backs und Cornerbacks, und die besseren Spieler auf den weniger wichtigen Positionen. Dann steigen so Teams ein, die nur wenige Millionen ausgeben können, weil sie sonst die Salary-Cap überschreiten und/oder ihre Draft-Klassen nicht mehr unter die Cap bringen. Es ist die Zeit der Schnäppchenjäger.
  • In den späteren Wochen werden dann nicht selten noch bekanntere Spieler gefeuert bzw. die überraschenden Ladenhüter doch noch von Mannschaften für Einjahresverträge (bzw. kurze, eher billige Verträge) geholt. Es sind die Verträge, bei denen die Medien immer schreiben, „Spieler X wettet auf sich selbst“ – der bekannte Spieler, der enttäuschenderweise keinen Mega-Vertrag bekam, versucht, mit einem billigen Vertrag in einer Mannschaft unterzukommen um mit einem überragenden Jahr in zwölf Monaten wieder auf den Markt zu kommen und dann hoffentlich groß abzukassieren.
  • Ab spätestens Anfang bis Mitte April wird der Transfermarkt dann völlig von der Schlussphase des Draft-Scoutings in den Schatten gestellt.

Was passiert 2014?

Die Mechanismen sind die beschriebenen, und sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch diesmal so greifen. Alles weitere ist eine Lotterie. Es gibt zwar tausend Artikel im Netz, die die besten Free-Agents reihen und die logischsten Kombinationen „Spieler x für Team y“ herausarbeiten, aber es sind nichts weiter als Gedankenspiele. Nur selten stellen sich die besten Moves von heute als beste Moves im Rückspiegel in einem Jahr heraus. Nur relativ wenige der „logischen“ Moves werden in einer Woche zustande gekommen sein.

Die geschätzten Cap-Rooms für 2014 hat das Blog Over the Cap, eine Pflichtlektüre in diesen Tagen, aufgelistet: Estimated Cap-Space 2014. Der Grund, weswegen die Summe aus Cap, Dead-Money und Cap-Space längst nicht bei allen Teams = 133 Millionen ist, ist die oben beschriebene Cap-Rollover, das „Gesparte“ an Gehaltsplatz aus dem letzten Jahr.

Der Transfermarkt 2014 hat nur wenige ganz große Namen: Der vielleicht größte wurde gestern kurzfristig noch vom Markt genommen, DE Michael Bennett, der bei den Seahawks verlängert (Vierjahresvertrag). Bennett spielte letztes Jahr nur 57% der Snaps seiner Mannschaft, aber fabrizierte dabei wertvolle 8 Sacks, und er gilt als lehrbuchmäßiger Lauf-Verteidiger an den Flanken der Defense Line.

Wenn die Gerüchte stimmen, dann wird heute mit Darrelle Revis ein zweiter Mega-Name hinzustoßen. Gestern noch fröhlich über die schiere Möglichkeit spekuliert, tauchten heute Nacht die ersten Gerüchte auf, dass es die Buccs möglicherweise ernst meinen. Revis soll von den Buccs auf dem Tauschmarkt angeboten worden sein, aber er für jeden Trade sein Veto abgeben und seinen Wert auf dem offenen Transfermarkt testen (die Buccs wollen ihn entlassen, wenn ein Trade scheitert). Das Ding muss schnell über die Bühne gehen: Innerhalb der ersten zwei oder drei Tage könnten die Buccs einen höheren Draftpick rückwirkend an die Jets zahlen müssen, sollte Revis dann noch im Kader stehen.

Weitere bekannte Namen, die verbleiben (Auswahl; kein Anspruch auf 100%ige Aktualität):

  • CB Alterraun Verner (Titans): Ein relativ junger Spieler mit seinen 26 Jahren, ein ehemaliger 4th-Round Draftpick, der sich in den letzten zwei Jahren mit einer unheimlichen Serie an Big-Plays, aber auch mit durch die Bank guten Noten, einen Namen gemacht hat. Andere bekanntere Spieler sind:
  • DE Michael Johnson (bisher Cincinnati)
  • FS Jairus Byrd (Bills): Die Bills haben eigentlich viel Verhandlungsspielraum, aber es scheint überraschenderweise so, dass sie ihren besten Safety Byrd ziehen lassen.
  • S T.J. Ward (Browns): Ähnlich gelagerter Fall wie bei Byrd.
  • OT Branden Albert (Chiefs): Albert sollte eigentlich schon letztes Jahr die Chiefs verlassen; als seinen Nachfolger hat man letztes Jahr dort Eric Fisher mit dem #1-Pick gedraftet.
  • OT Jared Veldheer (Raiders)
  • CB Aqib Talib (Patriots): Talib gilt spielerisch als recht unbestrittenes Kaliber, aber er ist verletzungsanfällig und seine dramatischen Eskapaden aus seiner Zeit bei den Buccs geistern vielen noch durch den Hinterkopf.
  • CB Dominique Rodgers-Cromartie (Broncos): bei dem Platz, den die Broncos haben, wäre ich überrascht, wenn sie nicht versuchen würde, DRC zu halten.
  • WR Hakeem Nicks (Giants)
  • WR Eric Decker (Broncos): Einer dieser gefährlichen Free-Agents. Decker spielte in Denver als #2-WR in der Offense des Peyton Manning und lieferte starke Zahlen. Aber ist er mehr als ein #2-WR? Kann er auch mit einem gewöhnlichen Quarterback Monster-Stats liefern? Oder ist er Greg Jennings light?
  • WR Emmanuel Sanders (Steelers): Sanders ist vielleicht das Gegenstück zu einem Decker. Spielerisch nicht viel schlechter (oder sogar besser), aber viel weniger bekannt. Sanders wird fast sicher billiger als Decker und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit besseres Preis/Leistungsverhältnis. In der richtigen Offense kann er aber ein echtes Schnäppchen werden.
  • LB Karlos Dansby (Cardinals): Letztes Jahr für einen Spottpreis von den Cardinals zurückgeholt, und nach einem starken Jahr plötzlich wieder heiße Ware. Dansby ist ein kompletter Spieler, sehr erfahren, aber kann er wirklich noch einmal in einem auswärtigen System Leistung bringen, oder ist er am besten „zuhause“ in Phoenix?
  • DT Henry Melton (Bears): Letztes Jahr wäre er heiße Ware gewesen, aber nach einer Verletzung verschwand er von den Bildfläche. Damit ist Melton der klassische Mann, der für ein schlaues Team für einen moderaten Preis (Begründung: „Sie sehen doch selbst, dass sie ein Glasknochen sind“) zu haben ist.
  • DT Jason Hatcher (Cowboys)
  • RB Ben Tate (Texans): Galt vor wenigen Jahren als Riesentalent, kam in Houston aber nicht an Arian Foster vorbei. Tates Vorteil: Er ist noch relativ unverbraucht und hat wenige Carries auf dem Buckel. Nachteil: Als Runningback hast du es in der NFL 2014 nicht einfach.
  • DE Willie Young (Lions): Wertvoller Rollenspieler für die Tiefe in einer Defensive Line. Möglicherweise wird er aber nur überteuert zu haben sein: Ein Team könnte ihn als Stammspieler sehen und einen hohen Preis dafür bezahlen.
  • CB Peanut Tillman (Bears): Die Bears-Fans sehen ihn als Packers-Freelance Safety in ihren Alpträumen bereits Jay-Cutler-Interceptions zu Touchdowns zurücktragen.
  • DL Justin Tuck (Giants): Vor zwei Jahren noch Weltklasse. Ist er tatsächlich schon komplett verbraucht?
  • QB Michael Vick (Eagles)
  • RB Maurice Jones-Drew (Jaguars): Versuchte jahrelang den Streik um einen besseren Vertrag, den er nie bekam. Dann verletzte er sich mit der Aussicht auf einen gescheiten Vertrag. Jones-Drew wird als bald 30jähriger keinen Monstervertrag mehr bekommen.
  • WR Julian Edelman (Patriots): Rollenspieler für eine 3WR-Offense.
  • DT B.J. Raji (Packers): Ein unbeständiger Spieler, der darüber hinaus als schwieriger Typ gilt.
  • TE Jermichael Finley (Packers): Viele Jahre lang als verschwendetes Talent bei den Packers gehandelt.
  • DE Jared Allen (Vikings): Der Sack-Master. Mittlerweile 32, und er gilt als sehr beherrschender Typ in der Umkleidekabine.
  • QB Josh Freeman (Vikings): Immer noch mein Lieblingsspieler, aber vermutlich nur noch mit Aussichten auf einen Backup-Posten.
  • OT Michael Oher (Ravens)
  • TE Brandon Pettigrew (Lions)
  • WR Santonio Holmes (Jets)

Und etliche mehr. Ein Julius Peppers dürfte in Chicago beispielweise noch entlassen werden (würde den Bears 10 Mio. Cap-Space sparen), vielleicht auch ein Demarcus Ware in Dallas. Teilweise gute und sehr gute Spieler, aber nur wenige Superstars. Aber den Wert eines Free-Agent Einkauf misst du nicht nur am Namen. Du misst ihn am Verhältnis von Spieler und Preis. Dieses muss stimmen. Daher sind die besten Free-Agents oft die Spieler, die gerade von einer kleinen Verletzung kamen oder ein enttäuschendes Jahr hinter sich haben, deshalb recht billig verhökert werden und dann im Herbst wundern sich wieder alle, was sie da für einen Diamanten im Kader haben.

Raiders und Jaguars haben den meisten Cap-Space. Aber es handelt sich bei diesen beiden Teams auch um diejenigen, die trotz allem die schlechtesten sportlichen Aussichten haben (bei den Raiders kommt ein Schrotthaufen von Stadion mit hinzu). Welcher ambitionierte Spieler in seiner Blütezeit möchte mit 26 nach Oakland gehen nur um zu wissen, dass es sowieso noch drei Jahre bis zur Relevanz braucht? Wie viel werden Raiders und Jaguars überbezahlen müssen, dass bekanntere Namen dorthin wechseln? Ist es überhaupt ratsam für die Mannschaften, Starspieler via Free-Agency zu holen?

133 Millionen

Die NFL hat die Gehaltsobergrenze („Salary Cap“) für die Saison 2014/15 überraschend hoch bei 133 Mio. Dollar angesetzt – eine Steigerung von sagenhaften 10 Mio. gegenüber dem letzten Jahr. Allgemein war nach mehreren Jahren der Stagnation auch für dieses Jahr eine Summe um die 123 bis 126 Mio. erwartet worden, u.a. auch, weil die massiven TV-Deals erst in einigen Jahren einsetzen werden. Vielleicht spielte der CBS-Deal mit rein (CBS wird dieses Jahr die Donnerstagsspiele produzieren und teilweise auch selbst übertragen).

Zur Vertiefung der Thematik: Mehr zur Salary Cap und Free-Agency habe ich letztes Jahr geschrieben.

Die hohe Salary Cap ist auch und vor allem für Mannschaften mit knappem Budget eine Erleichterung und viel Spielraum. Dabei ist vor allem an Mannschaften wie New Orleans, Detroit, Dallas oder Carolina zu denken. Vor allem die Lions könnten sich mit dem unverhofftem Spielraum nun einen der vielen potenziellen Free-Agent-WR greifen, um sich im Draft in den ersten Runden verstärkt auf andere Kaderpositionen wie die Secondary zu konzentrieren.

Albert Breer von NFL.com listet weiters die neuen Franchise-Tag und Transition-Tag Nummern. Die Franchise-Tag ist das Preisschildchen, mit dem NFL-Teams einen vertragsfreien Spieler aus dem eigenen Kader quasi gegen seinen Willen halten können; als Vertragsbasis wird dafür normalerweise das Durchschnittsgehalt der fünf bestbezahlten Spieler auf jeder Position verwendet (oder 120% vom Gehalt des Spielers im Vorjahr, je nachdem was höher ist).

Die Transition-Tag kommt im neuen CBA bei Rookies zum Tragen, die ab 2011 in den Top-10 gedraftet wurden. Diese Spieler bekamen seinerzeit Vierjahresverträge mit teamseitiger Option auf ein fünftes Jahr. Eben jenes fünfte Jahr kostet den Wert der Transition-Tag.

Also: Die Nummern von Albert Breer:

Pos   Franchise Tag    Transition Tag
QB    $16,912,000      $14,666,000
RB     $9,540,000       $8,033,000
WR    $12,312,000      $10,176,000
TE     $7,035,000       $6,106,000
OL    $11,654,000      $10,039,000
DE    $13,116,000      $10,633,000
DT     $9,645,000       $8,060,000
LB    $11,455,000       $9,754,000
CB    $11,834,000      $10,081,000
S      $8,433,000       $7,253,000
K/P    $3,556,000       $3,205,000

Der erste größere Streitfall könnte auch schon anstehen: Jimmy Graham wurde von den Saints mit der Franchise Tag geknebelt. Graham ist per offizieller Verlautbarung ein Tight End, aber das neue CBA („Collective Bargaining Agreement“) zwischen Liga und Spielergewerkschaft schreibt eigentlich recht eindeutig vor, dass der Spieler für die Position zu zahlen ist, wo er in der vorherigen Saison die meisten Snaps genommen hat – bei Graham ist das ziemlich eindeutig Wide Receiver. Das alles mit dem Wissen, dass Graham „logisch“ betrachtet auch dann noch ein TE bleibt, wenn er mehr Snaps als WR genommen hat, falls das Sinn machen sollte.

Vor dem Start der Free Agency 2013

Oder besser: Vor dem offiziellen Startschuss. Der erfolgt heute um 22h 21h MEZ. Dann nämlich laufen sämtliche Spielerverträge mit Enddatum 2013 in der NFL aus. Ein Batzen an Spielern wird dann auf dem Transfermarkt zu haben sein, und zwar als:

  • UFA/unrestricted free agent. Das sind die Spieler, die ohne irgendwelche Einschränkungen mit anderen Teams Verträge unterschreiben können. Die allermeisten Free Agents sind unrestricted.
  • RFA/restricted free agents. Das sind Spieler, die gewissen Auflagen unterliegen: Spieler, die nach drei Jahren nach dem Draft Free Agents werden, können gewisse „Tender“ (Offerten) übergestülpt bekommen und sind dann für andere Team nur via Kompensation (in Form von Draftpicks) erhältlich. Es passiert nur alle paar Jahre, dass wirklich spektakuläre Moves auf diesem Weg gemacht werden (z.B. vor ein paar Jahren Burleson oder Steve Hutchinson).
  • Franchise Player. Die Spieler, die die „kleine“ Franchise Tag übergestülpt bekommen haben, können von anderen Teams mit einer Offerte von ihrem aktuellen Team losgeeist werden; als Kompensation sind dafür allerdings zwei Erstrundenpicks (plus der nicht billige Vertrag) notwendig. Auch hier gilt: Das aktuelle Team kann das Abwerbungsangebot eventuell matchen, sprich: Mit einem eigenen Vorschlag den Spieler doch noch halten.

Dieses Jahr gibt es eine radikale Neuerung im Vergleich zu anderen Jahren: Die Teams dürfen bereits seit drei Tagen auch offen Kontakt mit Free Agents aus anderen Teams aufnehmen – in anderen Jahren war das ebenso verpönt wie diese Regel sowieso unterwandert wurde. Deswegen kann es sein, dass schon erste Verträge unterschrieben wurden, die noch nicht offiziell kommuniziert werden durften.

Ich war stets ein Anhänger davon, eine Mannschaft via Draft zu bauen und in der Free Agents höchstens punktuelle Verstärkung zu suchen. Der Grund: Die Free Agency ähnelt – wie ich schon schrieb – einem Versteigerungsverfahren. Das heißt konkret: Der gewünschte Spieler ist für die meistbietende Franchise häufig nur überteuert erhältlich – in einem System mit der „harten“ Salary Cap wie in der NFL rächt sich eine Mega-Einkaufstour häufig nach wenigen Jahren. Spätestens seit die Rookies seit zwei Jahren einem sehr restriktiven Gehaltssystem unterworfen sind, das die besten von auf Jahre unter Marktwert in die NFL zwängt, ist der Draft ein sehr viel billigeres Mittel beim Aufbau einer Franchise.

Free Agents aus der Hölle

Bill Barnwell schrieb vor zwei Jahren über die Free Agents, die die klugen Mannschaften meiden wie die Pest:

  • Der alte Running Back. Der Grund ist offensichtlich: Nicht nur, dass Running Backs aufgrund ihrer Popularität unter den Fans überhaupt überteuert spielen. Nein, die alten Backs, die auf den Markt kommen, sind häufig schon einigermaßen abgenutzt. Dem positiven Beispiel Michael Turners (2008 nach Atlanta) stehen praktisch ausschließlich Negativbeispiele gegenüber.
  • Der effiziente zweite/dritte WR aus der Top-Passoffense. Diese Spieler sind häufig Produkte ihrer Systeme, profitieren häufig von exzellenten Quarterbacks und einem erstklassigen #1-WR. Letztes Jahr waren Laurent Robinson oder Pierre Garcon gute Beispiele: Beide bekamen Megaverträge, die sie nicht werden mit Leistung rechtfertigen können.
  • Der explodierende Defensive End. Oft kriegen Ends, die auf der anderen Seite eines Superstars spielen, mehr Platz oder Raum. Diese nutzen sie dann in einem „Vertragsjahr“ (also kurz bevor sie Free Agents werden) für 11.5 Sacks und bekommen anderswo einen Multimillionenvertrag und tauchen ohne ihren dominanten Mitspieler gänzlich ab.

Ich würde noch den Offensivspieler mit der 13 TD-Saison anfügen: Spieler, die wenige Catches machten, aber dann plötzlich mal ein Jahr mit außerordentlich vielen TDs einbauen – der Touchdown ist eine sehr volatile Statistik und extrem dem Phänomen „Regression zur Mitte“ unterworfen. Es ist auch weniger der Fakt, dass diese Spieler „schlecht“ wären; sie tendieren lediglich dazu, überteuert zu sein.

Einen Überblick über die Free Agents von 2013 gibt es bei Spotrac: 2013 Free Agents.

Free Agency 2012, #3: Ein Mario für Buffalo und eine Henne für Jacksonville

[22h55] Adam Schefter verzwitscherte heute am späten Nachmittag, dass Mannings Wahl entweder auf Denver oder Tennessee fallen würde. Die Titans rüsten auf alle Fälle schon mal ihre Line auf und holten sich offenbar G Steve Hutchinson. Hutchinson ist nicht irgendwer. Der Mann galt in seiner Blütezeit zwischen 2005 und 2009 als so dominant, dass er trotz für Blocker noch nicht allzu langer Karriere als potenzieller Hall of Famer gehandelt wird. Hutchinson ist auch der Mann, der die Vikings vor Jahren als Seahawks-RFA kreativ werden ließ und mit seinem Abgang aus Seattle das Karriereende von RB Shaun Alexander und den einhergehenden schleichenden Niedergang der Seahawks einläutete.

Der Gedanke an einen Manning in Tennessee wird immer besser. Man stelle sich ein Offensiv-Triplett Manning/CJ1K/Britt vor, bei einem OffCoord Chris Palmer, der als größter Idiot nicht gilt. Der greise Titans-Owner Bud Adams (89 Jahre alt) soll Manning angeblich so sehr begehren, dass er neben Vertrag auf Lebenszeit noch eine Position im Front Office nach Karriereende nachwerfen würde und – wie manche munkeln – möglicherweise ein paar % der Titan-Aktien veräußern würde. Für den jungen QB Locker muss das eher ein Schlag in die Fresse sein.

[18h02] N’Abend. Seit heute Mitternacht MEZ hat sich einiges getan; laut unseren bekannten Quellen Pro Football Focus, NFL/Yahoo und Adam Schefter unter anderem Folgendes.

QUARTERBACKSChad Henne hat bei den Jacksonville Jaguars einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Ich nehme an, für Backup-Kohle. So schlimm, wie QB Gabbert letztes Jahr aussah, halte ich nichts für ausgeschlossen und Henne könnte glatt zum Billigstarter für die Jaguars mutieren. IMHO ein fähiger Mann, der mit seiner Anlage für vertikales Spiel in Miamis schwachem Offensivkonzept völlig verbrannt wurde.

Auch die Buccs haben sich ihren Backup-QB geholt und es ist der QB Dan Orlovsky (ex-HOU, ex-DET).

DEFENSIVE ENDS – Die große Nachricht des Tages ist aber der Sechsjahresvertrag für DE Mario Williams bei den Buffalo Bills: 96M, 50M guaranteed. Der teuerste Vertrag für einen Abwehrspieler EVER, teurer als Peppers. Das hatte so niemand kommen sehen. A) nicht, weil größere Kaliber Buffalo normalerweise meiden wie die Pest und B) nicht, weil die Bills normalerweise jeden Cent dreimal umdrehen, ehe ein Mann mit größerem Namen überhaupt im Hinterkopf spukt. Die Front Four der Bills wird damit etwas zum Zungeschnalzen: Der hoch gelobte DT Marcell Dareus gepaart mit den beiden „Williamses“ Mario und Kyle, dem verkannten Genie. Der Deal soll in wenigen Minuten offiziell auf einer PK bekannt gegeben werden.

Free Agency 2012: Der Hauptpreis ist noch in der Trommel

Free Agency vom Tage #2

[00h18] Die Chiefs haben sich lt. Nationalfootballpost den Browns-RB Peyton Hillis für ein Jahr und 3M eingekauft. Die Combo Hillis/Charles ist schon jetzt aufregend: Ein brachialer Back aus den 1940er Jahren, und der spektakulärste, weil antrittsschnellste Back der NFL in einer Mannschaft?

[23h45] WR Laurent Robinson für 5yrs/32.5M/14M guaranteed nach Jacksonville, wo er QB Gabbert nach dessen selten schlechter Rookie-Saison helfen soll. Robinsons Kredenzien: Eine Saison mit 11 Touchdowns, also einer der Statistiken, die man nicht als repräsentativ für die Stärke eines Spiels hält.

[21h46] Bei Spox hat maschemist seine Ticker-Tätigkeit derweil wieder aufgenommen.

[21h37] OLB Jarrett Johnson, laut Benoit der Traum aller Schwiergercoaches, ist für vier Jahre von San Diego unter Vertrag genommen worden. Der einstig massiv gejazzte TE Martellius Bennett wechselt von Dallas nach New York zu den Giants. Bennett gilt als fabelhafter Blocker, aber lausiger Receiver. Die Cowboys haben dafür mit dem jungen CB Brandon Carr (5yrs, 50M) im Defensive Backfield personell nachgebessert. Ach, und dann hat der Burner mit den Butterfingern, WR DeSean Jackson, einen Fünfjahresvertrag über 51M von den Eagles kassiert: 15M guaranteed und ein paar Klauseln, die das eine oder andere Milliönchen drauflegen könnten.

G Steve Hutchinson, der Mann, der einst die Minnesota Vikings so kreativ in der Gestaltung ihrer Verträge werden ließ, könnte tatsächlich im Herbst seiner Karriere an alte Wirkungsstätte nach Seattle zurückkehren.

Dem Arbeitsmarkt zugeführt worden sind in den letzten zweieinhalb Stunden: DT Henderson/G Carlisie von den Raiders, die alles rauswerfen, was nicht gratis arbeitet, sowie der G Eric Steinbach von den Browns. Steinbach  ist so ein Phänomen, der einst als sensationeller Rookie in Cincinnati begonnen hatte, aber in den letzten Jahren nach PFF unterirdischste Leistungen bot und trotzdem, von seinem Ruf lebend, undiskutiert seine Millionengagen einstrich.

[18h45] Eine Serie an Verpflichtungen seit dem letzten Mal: QB Kyle Orton geht als Backup nach Dallas. Interessant, weil man hätte eher erwarten dürfen, dass Orton noch einmal eine Position als #1-QB suchen würde und auch ansonsten nicht den Eindruck vermittelte, ein angenehmer Zeitgenosse als Ersatzmann zu sein. In Dallas wird es an Romo kein Vorbeikommen geben.

San Diego hat T Jared Gaither für vier Jahre weiterverpflichtet. Die Analysten bei Pro Football Focus dürften Luftsprünge machen, gilt Gaither dort schließlich seit Jahren als erstklassiger Mann. Gaither soll allerdings ein Stinkstiefel sein und verletzungsanfällig, weswegen Gaither unter den Pundits völlig unbekannt geblieben ist und mehrmals nach dem Verpassen der ersten Chance gefeuert wurde.

TE Carlson steht bei Minnesota im Wort.

DE Trent Cole hat in Philadelphia verlängert: Vier Jahre, 53M und 15.5M guaranteed für den Mann, beim Gedanken an den sie sich bei Pro Football Focus einen runterholen.


Pondering Tight Ends

[17h10] Laut Bill Williamson/ESPN soll Seattles TE John Carlson in Kürze bei den Minnesota Vikings unterschreiben. Dort ist bekanntlich TE/FB Kleinsasser zurückgetreten und TE Shiancoe vor dem Abgang. Gute, fangstarke Tight Ends sind gerade bei jungen Quarterbacks häufig ein probates Mittel in der Entwicklung einer Offense; mit dem jungen Kyle Rudolph und Carlson wären somit wieder zwei brauchbare Anspielstationen für die Vikes eingekauft.


Calvin Johnson

[16h00] Wenn Schefter es vermeldet, darf man es als geritzt vermelden: Um 18h werden die Detroit Lions auf einer Pressekonferenz bekanntgeben, dass der ursprünglich in einem Jahr auslaufende Vertrag von WR Calvin Johnson um sieben Jahre bis 2019 verlängert wurde. Umfänge: 132M, 60M guaranteed. Das ist in absoluten Zahlen einer der fettesten, wenn nicht gar der fetteste, Vertrag in der NFL ever. Für Detroit dürfte es jedoch ein Gewinn auf mehreren Ebenen sein: Die Neustrukturierung wird wohl die Cap-Zahl für 2012/13 senken und das Risiko eines Abgangs Johnsons oder einer massiv verteuerten Franchise Tag für Johnson im kommenden Jahr ist eliminiert.


Das Gebahren der Buccs

[15h38] Und die nächsten großen Namen für die Tampa Bay Buccaneers: Nach WR Vincent Jackson gestern sind heute morgen (amerikanischer Zeit) der CB Eric Wright aus Detroit und vor allem G Carl Nicks aus New Orleans eingekauft worden. Vor allem das Zeichen „Nicks“ deutet daraufhin, dass Greg Schiano seine Offensive Line eher lauforientiert bauen will – ganz seiner Historie bei Rutgers. Nicks kriegt einen Fünfjahresvertrag über 47.5 und 31M guaranteed, was einer der teuersten Verträge für Offensive Guards sein dürfte. Das plötzliche offensive Auftreten der Buccs auf dem Transfermarkt ist dezent überraschend, nach all den Jahren von Passivität. Bei einem Cap Space von über 40M jedoch eine „logische“ Aktivität.

Update: Faszinierend finde ich, dass Tampa Wright, dem man zwar Potenzial, aber auch Inkonstanz nachsagt, fünf Jahre für 37.5M und 15.5M guaranteed nachwirft.


Final Four: Manning

[13h44] Die Zeichen verdichten sich, dass Peyton Manning sich zwischen einem Quartett an Bewerbern entscheiden wird. Das Quartett, lt. Fifth Down:

  • Denver Broncos. Manning soll von der sportlichen Leitung um Elway und Chefcoach John Fox begeistert sein und gutes Zureden von Kumpel Brandon Stokley (ex-Ravens, Colts, Broncos) bekommen. Stokley beschreibt Manning in einem Podcast als topfit. Manning ist für Elway der Heilsbringer und vermutlich der einzige Weg, um Tebow ohne Massenaufstände sachte aus der Mannschaft zu ekeln.
  • Arizona Cardinals. Trumpf der Cardinals, neben dem famosen WR Larry Fitzgerald und einer jungen Defense: Chefcoach Ken Whisenhunt hat sich bereits vor Jahren als pragmatisch genug gezeigt, ein Offensivsystem auf einen Spieler (Kurt Warner) zuschneiden zu können, wenn dieser ausreichend Aussicht auf Erfolg bietet. Wie einst Warner System in Arizona war, wäre auch Manning „System“. Joker-Punkte: Die Cardinals bestreiten haufenweise „indoor“-Spiele, was Manning entgegenkommen würde. Minus-Punkt: Der Pakt müsste schnell zustande kommen, da am Freitag eine Bonuszahlung für den ungeliebten QB Kevin Kolb fällig wird.
  • Miami Dolphins. Der Marshall-Trade wird dem Bemühen der Dolphins um Manning zugeschrieben. Eine Manning-Verpflichtung wäre etwas perplex, da Miami den neuen Head Coach Joe Philbin eigentlich eingekauft zu haben schien, um eine Packer-ähnliche Offense zu installieren. Mit Manning wäre so was kaum denkbar. Auf der anderen Seite verfügen die Dolphins über eine durchaus titelfähige Mannschaft, der allerdings der Quarterback-Eckpfeiler abgeht.
  • Tennessee Titans. Das dark horse, dessen Chancen exzellent stehen sollen. Mal angenommen, Geld ist nicht der Wertetreiber schlechthin für Manning in diesem Poker, sind die Titans aber ein eher „unlogischer“ Mitbieter: Eben erst den jungen Jake Locker verpflichtet und eine Defense im Umbruch. Auf der anderen Seite wäre es für Manning die Rückkehr in den Bundesstaat, in dem er ein paar Meilen weiter östlich (in Knoxville/TN) seine Studentenzeit verbrachte, und natürlich: Zwei Spiele/Saison gegen die Indianapolis Colts.

Gemeinhin geht man von einer Entscheidung heute oder morgen aus.


Free Agency, was vome Tage #1 übrig blieb

[13h04] Bevor Tag 2 der Free Agency 2012 Fahrt aufnimmt, ein Rückblick auf das, was sich in der ersten Nacht so alles abgespielt zu haben scheint. Ich werde da eher eine Art selektives „Ergebnis-Protokoll“ fahren. Quellen: Pro Football Focus, NFL/Yahoo, Adam Schefter. Auf deutsch und beinhart bis in die Morgenstunden als „Ereignis-Protokoll“ mitgetickert hat maschemist, den wir von einem Gastbeitrag bei Sideline Reporter von letztem Frühjahr kennen sollten, bei NFL@Spox:

Teil 1 – bis Mitternacht
Teil 2 – til the Kuckuck ruft

Also: Salary Cap ist für 2012/13 auf 120.6M festgesetzt worden.

QUARTERBACKS – Jason Campbell aus Oakland hat als Backup in Chicago unterschrieben. Manning scheint noch durch die Pampa zu touren und Flynn wird erst dann die Bühne betreten, wenn Manning vom Tablett ist. Neue Komponente im Manning-Poker: Die Tennessee Titans. Wäre ich jetzt von allein nicht drauf gekommen.

WIDE RECEIVERS – ein interessanter Trade der Dolphins und Bears: Brandon Marshall wechselt für zwei Drittrundendraftpicks nach Chicago, wo es zur Reunion mit Jay Cutler kommen wird. Für „big arm“ Cutler ist die Mitteldistanzwaffe Marshall zwar nicht das erhoffte deep threat, aber hinter einer Wackel-Offensive Line ohne Zeit auf tiefe Routen vielleicht gar die bessere Alternative. Von Marshall dringen aus Miami derweil eher die Horrorgeschichten aus den eigenen vier Wänden nach draußen. Ein Move, der aus Dolphin-Sicht nach Hausreinemachen aussieht.

Interessant sind auch die Relationen von zwei Verträgen von Wide Receivers: Während Colston für 5yrs, 40M (<50% guaranteed) in New Orleans verlängert, kassiert der schwächer eingesetzte Pierre Garcon in Washington einen Fünfjahresvertrag über 42.5M (50% guaranteed). Washington hat zudem Eddie Royal aus Denver und Josh Morgan aus San Francisco eingekauft. Haben nicht die Redskins letztes Jahr alles an Wide Receivers in den späteren Runden gedraftet, was bei drei nicht auf dem Baum war?

Randy Moss, von dem ich mich bereits geistig mit weinendem Herzen verabschiedet hatte, ist schon seit Montag (?) bei San Francisco untergekommen: Ein Jahr, 1.75M ohne fixes Grundgehalt. Moss wird allenthalben NFL-reife Athletik abgesprochen. Die Historie bei Wide Receivers sagt mit ganz wenigen Ausnahmen: Knickt die Leistungskurve erst einmal ein, gibt es fast kein Zurück mehr.

Der begnadete, aber charakterlich offenbar nicht einwandfreie Vince Jackson hat in Tampa für 5yrs/55M (26M guaranteed) unterschrieben. Der Ersatzmann in San Diego steht auf dem Fuß: Robert Meachem kommt für 4yrs/25.9M aus New Orleans.

Reggie Wayne bleibt für drei Jahre in Indianapolis (17.5M, 7.5M guaranteed). Harry Douglas bleibt in Atlanta.

TIGHT ENDS – Boss in Oakland rausgeworfen, Winslow jr. in Tampa vor dem Abschuss.

OFFENSIVE LINE – die Entlassung von T Eric Winston in Houston kommt IMHO überraschend, nachdem Winston meiner Erinnerung nach einen exzellenten Ruf bei Pro Football Focus und seinen Kritikern genoss. Entlassungen auch in Carolina (G Hangartner, T Wharton). In Minnesota wurde bereits vor Tagen G Hutchinson gefeuert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es keine Vertragsverlängerung von Carl Nicks in New Orleans. Und C Chris Myers soll in Houston nicht mehr erwünscht sein.

San Diego mit der Vertragsverlängerung für C Nick Hardwick (3yrs, 13.5M, 6.5M guaranteed). LT McNeill wie erwartet gefeuert.

DEFENSIVE LINE – Vertragsverlängerungen bei Seattle (DT Red Bryant) und Washington (DT Carriker). DE/OLB Mario Williams soll in Buffalo vorstellig geworden sein, aber ohne Vertrag abreisen. Ein Triplett Williams/Williams/Dareus in Buffalo? Sounds sexy.

LINEBACKERS – abseits einer Vertragsverlängerung von LB Thomas in New York eine ruhige Nacht.

DEFENSIVE BACKS – der massivste Vertrag ist jener von CB Cortland Finnegan in St Louis (5yrs, 50M). Kotzbrocken Finnegan wiedervereint mit Jeff Fisher und Kotzbrocken-DefCoord Gregg Williams? Passt wie Arsch auf Eimer.

Der zweite große Vertrag ist jener von CB Carlos Rogers in San Francisco (4yrs, 31M). Ebenso um vier Jahre verlängert: S Lowery in Jacksonville. CB Brandon Carr wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in Dallas vorstellig werden, obwohl die Cowboys (wie die Redskins) Sanktionen in Sachen Salary Cap aufoktroyiert bekommen haben.