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(Update: 15.03.2016: Patriots traden Chandler Jones nach Arizona!)

(Update: 12.03.2016, Phase 2)

Lass uns mal einen mehrtägigen Ticker zur Free Agency fahren. Anspruch auf Vollständigkeit ausgeschlossen. Weiterlesen

Neujahrstag in der NFL

Heute, 9. März 2016 um 22h MEZ endet das NFL-Jahr 2015/16. Eine der wichtigsten Auswirkungen dieses „Neujahrstags“ ist das Auslaufen etlicher Spielerverträge und somit der Beginn des Transfermarkts („Free Agency“) 2016, im Zuge dessen viele Spieler ihre Vereine wechseln werden. Weiterlesen

Der letzte Tag des Jahres

… zumindest des NFL-Jahres, denn morgen öffnet mit dem Start der Saison 2015 der Transfermarkt. Die Salary-Cap wird ligaweit 143 Mio. Dollar betragen, ein relativ massiver Anstieg von rund 10 Mio. vom letzten Jahr. Wegen des Cap-Rollover haben verschiedene Teams aber natürlich mehr oder weniger Cap-Space verfügbar. Weiterlesen

Startschuss zur NFL-Free Agency 2014

Am heutigen 11. März öffnet die NFL ihre Transferperiode (“Free Agency”) 2014. Die Free-Agency wurde Mitte der 90er Jahre gemeinsam mit der Salary-Cap eingeführt um für die Teams die Kosten unter Kontrolle zu halten und, vor allem, um relative Chancengleichheit zwischen den NFL-Franchises zu wahren. Von Spielerseite her ist sie zu vergleichen mit einem Bosman-Urteil im europäischen Fußball: Die Profis durften plötzlich nach Vertragsende dorthin wechseln wo ihnen das meiste Geld geboten wurde, nachdem sie in der Zeit vor der Free-Agency auch mit Vertragsende an ihren Club gebunden waren.

Die Parität der NFL gilt als Erfolgsmodell und verhalf der Liga in den letzten 20 Jahren zu einem fassungslosen Popularitätsgewinn. Seit mindestens 10-15 Jahren zweifelt niemand mehr daran, welche US-Sportliga die aktuell dominierende ist (die NFL natürlich). Es ist relativer Liga-Alltag , wenn jahrelange Mauerblümchen plötzlich um den Titel mitspielen.

Die Free-Agency ist aber nicht ohne Kniffe. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass die erfolgreichsten Teams überwiegend via Draft gebaut werden, und die Free-Agency maximal als ergänzendes Beiwerk verwendet werden sollten. Nicht alle halten sich daran, und es gibt natürlich Ausnahmen, aber der Transfermarkt ist voll von alternden Routiniers, während via Draft junges, billigeres Frischblut nachgezogen werden kann. Der Transfermarkt ist fast eine Auktion. Darüber habe ich vor zwei Jahren in „Fluch des Gewinners“ geschrieben.

Es gibt darüber hinaus viele Terminologien abzuklären, und zum Glück haben wir in den letzten Jahren vieles davon schon hinter uns gebracht:

  • Wie sehen NFL-Verträge aus? Herrmann hat in diesem Artikel erklärt, wie ein Vertrag in der NFL aufgebaut ist und versucht, den komplizierten Wust zwischen Grundgehalt, Handgeld und Boni auseinanderzunehmen.
  • Wie errechnet sich die Salary Cap? Letztes Jahr habe ich detailliert beschrieben, wie die berühmte „Salary-Cap“ (Gehaltsobergrenze) der NFL zustande kommt, wie viel welche Gehälter gegen sie zählen und wie die Handgelder abgeschrieben werden.
  • Was ist der Salary-Cap Rollover? Teams können sich Gehalt “aufsparen” auf ein späteres Jahr. Mehr dazu habe ich letztes Jahr geschrieben.

Zu beachten ist, dass die Teams auch einen „Floor“ in ihrer Gehaltsstruktur berücksichtigen müssen: Um skandalöse Sparkurse wie in der MLB (man denke an die Miami Marlins) zu verhindern, schreibt das CBA der NFL vor, dass mindestens 89% der Salary-Cap ausgenutzt werden müssen, d.h. die Teams müssen zumindest ein Minimum an Gehältern auszahlen.

Die Salary-Cap für 2014 beträgt 133 Millionen Dollar – das ist viel höher als im letzten Jahr (123 Mio.) und der krasseste Anstieg innerhalb eines Jahres seit fast einem Jahrzehnt. Es war ein Produkt des „Lockouts“ vor zwei Jahren, dass die Salary-Cap nicht mehr in dem Maße stieg wie in den Jahren zuvor. Sie wird errechnet nach einer bestimmten, nicht gänzlich transparenten Formel, die an den Jahresumsatz der NFL gebunden ist.

Die „alte“ Formel von 2006 ermöglichte fast ungehindertes jährliches Wachstum der Salary-Cap, während nach der Neu-Definition im Zuge des Lockouts 2011 ein sehr viel Owner-freundlicherer Kompromiss gefunden wurde – ein Kompromiss, der bis heuer dreimal en suite stagnierende Salary-Cap bedeutet hatte. Es ist vielleicht zu krass zu behaupten, die Spielergewerkschaft NFLPA hat sich 2011 über den Tisch ziehen lassen, aber es ging zumindest in diese Richtung.

Anyhow. Es ist 2014. Es sind 133 Millionen pro Team zu vergeben, mehr als gedacht, und gut vor allem für einige Teams wie Pittsburgh, Dallas oder New Orleans, die deutlich weniger Spieler rauswerfen müssen um kompatibel mit der vorgeschriebenen Gehaltsstruktur zu sein.

Die Mechanismen werden wie immer die gleichen sein:

  • In der ersten Woche wird der Großteil der bekanntesten Namen im Visier der Franchises sein. Es werden die teuren Verträge ausgeschüttet, und vor allem die Mannschaften mit mittelmäßig bis viel Salary-Cap werden aktiv sein. Für die „zweite Reihe“ der Free-Agents sind diese ersten Verträge gute Richtwerte.
    Ebenso gängig sind letzte Entlassungen und Trade-Gerüchte: Manche Mannschaften müssen jeden Cent sparen und daher noch Spieler entlassen. Die Fans und Medien sind dann immer ganz entsetzt, warum New Orleans jetzt seinen Darren Sproles auf die Straße setzt, wo aber schon der erste Blick auf die Gehaltsstruktur sofort verrät: Es war ein dringender Cap-Move.
  • In der zweiten Woche kommt die zweite Garde der Free-Agents dran: Die zweitbesten Receiver, die zweitbesten Running Backs und Cornerbacks, und die besseren Spieler auf den weniger wichtigen Positionen. Dann steigen so Teams ein, die nur wenige Millionen ausgeben können, weil sie sonst die Salary-Cap überschreiten und/oder ihre Draft-Klassen nicht mehr unter die Cap bringen. Es ist die Zeit der Schnäppchenjäger.
  • In den späteren Wochen werden dann nicht selten noch bekanntere Spieler gefeuert bzw. die überraschenden Ladenhüter doch noch von Mannschaften für Einjahresverträge (bzw. kurze, eher billige Verträge) geholt. Es sind die Verträge, bei denen die Medien immer schreiben, „Spieler X wettet auf sich selbst“ – der bekannte Spieler, der enttäuschenderweise keinen Mega-Vertrag bekam, versucht, mit einem billigen Vertrag in einer Mannschaft unterzukommen um mit einem überragenden Jahr in zwölf Monaten wieder auf den Markt zu kommen und dann hoffentlich groß abzukassieren.
  • Ab spätestens Anfang bis Mitte April wird der Transfermarkt dann völlig von der Schlussphase des Draft-Scoutings in den Schatten gestellt.

Was passiert 2014?

Die Mechanismen sind die beschriebenen, und sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch diesmal so greifen. Alles weitere ist eine Lotterie. Es gibt zwar tausend Artikel im Netz, die die besten Free-Agents reihen und die logischsten Kombinationen „Spieler x für Team y“ herausarbeiten, aber es sind nichts weiter als Gedankenspiele. Nur selten stellen sich die besten Moves von heute als beste Moves im Rückspiegel in einem Jahr heraus. Nur relativ wenige der „logischen“ Moves werden in einer Woche zustande gekommen sein.

Die geschätzten Cap-Rooms für 2014 hat das Blog Over the Cap, eine Pflichtlektüre in diesen Tagen, aufgelistet: Estimated Cap-Space 2014. Der Grund, weswegen die Summe aus Cap, Dead-Money und Cap-Space längst nicht bei allen Teams = 133 Millionen ist, ist die oben beschriebene Cap-Rollover, das „Gesparte“ an Gehaltsplatz aus dem letzten Jahr.

Der Transfermarkt 2014 hat nur wenige ganz große Namen: Der vielleicht größte wurde gestern kurzfristig noch vom Markt genommen, DE Michael Bennett, der bei den Seahawks verlängert (Vierjahresvertrag). Bennett spielte letztes Jahr nur 57% der Snaps seiner Mannschaft, aber fabrizierte dabei wertvolle 8 Sacks, und er gilt als lehrbuchmäßiger Lauf-Verteidiger an den Flanken der Defense Line.

Wenn die Gerüchte stimmen, dann wird heute mit Darrelle Revis ein zweiter Mega-Name hinzustoßen. Gestern noch fröhlich über die schiere Möglichkeit spekuliert, tauchten heute Nacht die ersten Gerüchte auf, dass es die Buccs möglicherweise ernst meinen. Revis soll von den Buccs auf dem Tauschmarkt angeboten worden sein, aber er für jeden Trade sein Veto abgeben und seinen Wert auf dem offenen Transfermarkt testen (die Buccs wollen ihn entlassen, wenn ein Trade scheitert). Das Ding muss schnell über die Bühne gehen: Innerhalb der ersten zwei oder drei Tage könnten die Buccs einen höheren Draftpick rückwirkend an die Jets zahlen müssen, sollte Revis dann noch im Kader stehen.

Weitere bekannte Namen, die verbleiben (Auswahl; kein Anspruch auf 100%ige Aktualität):

  • CB Alterraun Verner (Titans): Ein relativ junger Spieler mit seinen 26 Jahren, ein ehemaliger 4th-Round Draftpick, der sich in den letzten zwei Jahren mit einer unheimlichen Serie an Big-Plays, aber auch mit durch die Bank guten Noten, einen Namen gemacht hat. Andere bekanntere Spieler sind:
  • DE Michael Johnson (bisher Cincinnati)
  • FS Jairus Byrd (Bills): Die Bills haben eigentlich viel Verhandlungsspielraum, aber es scheint überraschenderweise so, dass sie ihren besten Safety Byrd ziehen lassen.
  • S T.J. Ward (Browns): Ähnlich gelagerter Fall wie bei Byrd.
  • OT Branden Albert (Chiefs): Albert sollte eigentlich schon letztes Jahr die Chiefs verlassen; als seinen Nachfolger hat man letztes Jahr dort Eric Fisher mit dem #1-Pick gedraftet.
  • OT Jared Veldheer (Raiders)
  • CB Aqib Talib (Patriots): Talib gilt spielerisch als recht unbestrittenes Kaliber, aber er ist verletzungsanfällig und seine dramatischen Eskapaden aus seiner Zeit bei den Buccs geistern vielen noch durch den Hinterkopf.
  • CB Dominique Rodgers-Cromartie (Broncos): bei dem Platz, den die Broncos haben, wäre ich überrascht, wenn sie nicht versuchen würde, DRC zu halten.
  • WR Hakeem Nicks (Giants)
  • WR Eric Decker (Broncos): Einer dieser gefährlichen Free-Agents. Decker spielte in Denver als #2-WR in der Offense des Peyton Manning und lieferte starke Zahlen. Aber ist er mehr als ein #2-WR? Kann er auch mit einem gewöhnlichen Quarterback Monster-Stats liefern? Oder ist er Greg Jennings light?
  • WR Emmanuel Sanders (Steelers): Sanders ist vielleicht das Gegenstück zu einem Decker. Spielerisch nicht viel schlechter (oder sogar besser), aber viel weniger bekannt. Sanders wird fast sicher billiger als Decker und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit besseres Preis/Leistungsverhältnis. In der richtigen Offense kann er aber ein echtes Schnäppchen werden.
  • LB Karlos Dansby (Cardinals): Letztes Jahr für einen Spottpreis von den Cardinals zurückgeholt, und nach einem starken Jahr plötzlich wieder heiße Ware. Dansby ist ein kompletter Spieler, sehr erfahren, aber kann er wirklich noch einmal in einem auswärtigen System Leistung bringen, oder ist er am besten „zuhause“ in Phoenix?
  • DT Henry Melton (Bears): Letztes Jahr wäre er heiße Ware gewesen, aber nach einer Verletzung verschwand er von den Bildfläche. Damit ist Melton der klassische Mann, der für ein schlaues Team für einen moderaten Preis (Begründung: „Sie sehen doch selbst, dass sie ein Glasknochen sind“) zu haben ist.
  • DT Jason Hatcher (Cowboys)
  • RB Ben Tate (Texans): Galt vor wenigen Jahren als Riesentalent, kam in Houston aber nicht an Arian Foster vorbei. Tates Vorteil: Er ist noch relativ unverbraucht und hat wenige Carries auf dem Buckel. Nachteil: Als Runningback hast du es in der NFL 2014 nicht einfach.
  • DE Willie Young (Lions): Wertvoller Rollenspieler für die Tiefe in einer Defensive Line. Möglicherweise wird er aber nur überteuert zu haben sein: Ein Team könnte ihn als Stammspieler sehen und einen hohen Preis dafür bezahlen.
  • CB Peanut Tillman (Bears): Die Bears-Fans sehen ihn als Packers-Freelance Safety in ihren Alpträumen bereits Jay-Cutler-Interceptions zu Touchdowns zurücktragen.
  • DL Justin Tuck (Giants): Vor zwei Jahren noch Weltklasse. Ist er tatsächlich schon komplett verbraucht?
  • QB Michael Vick (Eagles)
  • RB Maurice Jones-Drew (Jaguars): Versuchte jahrelang den Streik um einen besseren Vertrag, den er nie bekam. Dann verletzte er sich mit der Aussicht auf einen gescheiten Vertrag. Jones-Drew wird als bald 30jähriger keinen Monstervertrag mehr bekommen.
  • WR Julian Edelman (Patriots): Rollenspieler für eine 3WR-Offense.
  • DT B.J. Raji (Packers): Ein unbeständiger Spieler, der darüber hinaus als schwieriger Typ gilt.
  • TE Jermichael Finley (Packers): Viele Jahre lang als verschwendetes Talent bei den Packers gehandelt.
  • DE Jared Allen (Vikings): Der Sack-Master. Mittlerweile 32, und er gilt als sehr beherrschender Typ in der Umkleidekabine.
  • QB Josh Freeman (Vikings): Immer noch mein Lieblingsspieler, aber vermutlich nur noch mit Aussichten auf einen Backup-Posten.
  • OT Michael Oher (Ravens)
  • TE Brandon Pettigrew (Lions)
  • WR Santonio Holmes (Jets)

Und etliche mehr. Ein Julius Peppers dürfte in Chicago beispielweise noch entlassen werden (würde den Bears 10 Mio. Cap-Space sparen), vielleicht auch ein Demarcus Ware in Dallas. Teilweise gute und sehr gute Spieler, aber nur wenige Superstars. Aber den Wert eines Free-Agent Einkauf misst du nicht nur am Namen. Du misst ihn am Verhältnis von Spieler und Preis. Dieses muss stimmen. Daher sind die besten Free-Agents oft die Spieler, die gerade von einer kleinen Verletzung kamen oder ein enttäuschendes Jahr hinter sich haben, deshalb recht billig verhökert werden und dann im Herbst wundern sich wieder alle, was sie da für einen Diamanten im Kader haben.

Raiders und Jaguars haben den meisten Cap-Space. Aber es handelt sich bei diesen beiden Teams auch um diejenigen, die trotz allem die schlechtesten sportlichen Aussichten haben (bei den Raiders kommt ein Schrotthaufen von Stadion mit hinzu). Welcher ambitionierte Spieler in seiner Blütezeit möchte mit 26 nach Oakland gehen nur um zu wissen, dass es sowieso noch drei Jahre bis zur Relevanz braucht? Wie viel werden Raiders und Jaguars überbezahlen müssen, dass bekanntere Namen dorthin wechseln? Ist es überhaupt ratsam für die Mannschaften, Starspieler via Free-Agency zu holen?

133 Millionen

Die NFL hat die Gehaltsobergrenze („Salary Cap“) für die Saison 2014/15 überraschend hoch bei 133 Mio. Dollar angesetzt – eine Steigerung von sagenhaften 10 Mio. gegenüber dem letzten Jahr. Allgemein war nach mehreren Jahren der Stagnation auch für dieses Jahr eine Summe um die 123 bis 126 Mio. erwartet worden, u.a. auch, weil die massiven TV-Deals erst in einigen Jahren einsetzen werden. Vielleicht spielte der CBS-Deal mit rein (CBS wird dieses Jahr die Donnerstagsspiele produzieren und teilweise auch selbst übertragen).

Zur Vertiefung der Thematik: Mehr zur Salary Cap und Free-Agency habe ich letztes Jahr geschrieben.

Die hohe Salary Cap ist auch und vor allem für Mannschaften mit knappem Budget eine Erleichterung und viel Spielraum. Dabei ist vor allem an Mannschaften wie New Orleans, Detroit, Dallas oder Carolina zu denken. Vor allem die Lions könnten sich mit dem unverhofftem Spielraum nun einen der vielen potenziellen Free-Agent-WR greifen, um sich im Draft in den ersten Runden verstärkt auf andere Kaderpositionen wie die Secondary zu konzentrieren.

Albert Breer von NFL.com listet weiters die neuen Franchise-Tag und Transition-Tag Nummern. Die Franchise-Tag ist das Preisschildchen, mit dem NFL-Teams einen vertragsfreien Spieler aus dem eigenen Kader quasi gegen seinen Willen halten können; als Vertragsbasis wird dafür normalerweise das Durchschnittsgehalt der fünf bestbezahlten Spieler auf jeder Position verwendet (oder 120% vom Gehalt des Spielers im Vorjahr, je nachdem was höher ist).

Die Transition-Tag kommt im neuen CBA bei Rookies zum Tragen, die ab 2011 in den Top-10 gedraftet wurden. Diese Spieler bekamen seinerzeit Vierjahresverträge mit teamseitiger Option auf ein fünftes Jahr. Eben jenes fünfte Jahr kostet den Wert der Transition-Tag.

Also: Die Nummern von Albert Breer:

Pos   Franchise Tag    Transition Tag
QB    $16,912,000      $14,666,000
RB     $9,540,000       $8,033,000
WR    $12,312,000      $10,176,000
TE     $7,035,000       $6,106,000
OL    $11,654,000      $10,039,000
DE    $13,116,000      $10,633,000
DT     $9,645,000       $8,060,000
LB    $11,455,000       $9,754,000
CB    $11,834,000      $10,081,000
S      $8,433,000       $7,253,000
K/P    $3,556,000       $3,205,000

Der erste größere Streitfall könnte auch schon anstehen: Jimmy Graham wurde von den Saints mit der Franchise Tag geknebelt. Graham ist per offizieller Verlautbarung ein Tight End, aber das neue CBA („Collective Bargaining Agreement“) zwischen Liga und Spielergewerkschaft schreibt eigentlich recht eindeutig vor, dass der Spieler für die Position zu zahlen ist, wo er in der vorherigen Saison die meisten Snaps genommen hat – bei Graham ist das ziemlich eindeutig Wide Receiver. Das alles mit dem Wissen, dass Graham „logisch“ betrachtet auch dann noch ein TE bleibt, wenn er mehr Snaps als WR genommen hat, falls das Sinn machen sollte.

Vor dem Start der Free Agency 2013

Oder besser: Vor dem offiziellen Startschuss. Der erfolgt heute um 22h 21h MEZ. Dann nämlich laufen sämtliche Spielerverträge mit Enddatum 2013 in der NFL aus. Ein Batzen an Spielern wird dann auf dem Transfermarkt zu haben sein, und zwar als:

  • UFA/unrestricted free agent. Das sind die Spieler, die ohne irgendwelche Einschränkungen mit anderen Teams Verträge unterschreiben können. Die allermeisten Free Agents sind unrestricted.
  • RFA/restricted free agents. Das sind Spieler, die gewissen Auflagen unterliegen: Spieler, die nach drei Jahren nach dem Draft Free Agents werden, können gewisse „Tender“ (Offerten) übergestülpt bekommen und sind dann für andere Team nur via Kompensation (in Form von Draftpicks) erhältlich. Es passiert nur alle paar Jahre, dass wirklich spektakuläre Moves auf diesem Weg gemacht werden (z.B. vor ein paar Jahren Burleson oder Steve Hutchinson).
  • Franchise Player. Die Spieler, die die „kleine“ Franchise Tag übergestülpt bekommen haben, können von anderen Teams mit einer Offerte von ihrem aktuellen Team losgeeist werden; als Kompensation sind dafür allerdings zwei Erstrundenpicks (plus der nicht billige Vertrag) notwendig. Auch hier gilt: Das aktuelle Team kann das Abwerbungsangebot eventuell matchen, sprich: Mit einem eigenen Vorschlag den Spieler doch noch halten.

Dieses Jahr gibt es eine radikale Neuerung im Vergleich zu anderen Jahren: Die Teams dürfen bereits seit drei Tagen auch offen Kontakt mit Free Agents aus anderen Teams aufnehmen – in anderen Jahren war das ebenso verpönt wie diese Regel sowieso unterwandert wurde. Deswegen kann es sein, dass schon erste Verträge unterschrieben wurden, die noch nicht offiziell kommuniziert werden durften.

Ein NFL-Team bauen

Ich bin seit Jahren ein Anhänger davon, eine Mannschaft via Draft zu bauen und in der Free Agents höchstens punktuelle Verstärkung zu suchen. Der Grund: Die Free Agency ähnelt – wie ich schon schrieb – einem Versteigerungsverfahren. Das heißt konkret: Der gewünschte Spieler ist für die meistbietende Franchise häufig nur überteuert erhältlich – in einem System mit der „harten“ Salary Cap wie in der NFL, und sei sie durch viele Restrukturierungs-Optionen letztlich noch so soft, rächt sich eine Mega-Einkaufstour häufig nach wenigen Jahren.

Spätestens seit die Rookies seit zwei Jahren einem sehr restriktiven Gehaltssystem unterworfen sind, das die besten von auf Jahre unter Marktwert in die NFL zwängt, ist der Draft ein sehr viel billigeres Mittel beim Aufbau einer Franchise. Wie sich das System mit der Rookie-Wage Scale genau in den nächsten Jahren entwickeln wird, werden wir lernen, aber an der grundsätzlichen Idee ändert das nichts.

Also zusammenfassend: Baue dein Team über den Draft. Ergänze es via Free Agency. Das heißt nicht nur: Schau, dass du keine überteuerten Free Agents einkaufst, weil du dann schneller keinen Cap-Space mehr hast als dir lieb ist.

„Baue über den Draft“ heißt auch: Schau, dass du ohne eklatante kurzfristige Needs in den Draft gehst, denn dann kannst du dich dort auf long term und mid-term fokussieren und musst nicht auf Teufel komm raus die nächste anstehende Saison in den Mittelpunkt deiner Draft-Planungen stellen. Schließlich engt kurzfristiges Denken deine Optionen im Draft ein!

Free Agents aus der Hölle

Bill Barnwell schrieb vor zwei Jahren über die Free Agents, die die klugen Mannschaften meiden wie die Pest:

  • Der alte Running Back. Der Grund ist offensichtlich: Nicht nur, dass Running Backs aufgrund ihrer Popularität unter den Fans überhaupt überteuert spielen. Nein, die alten Backs, die auf den Markt kommen, sind häufig schon einigermaßen abgenutzt. Dem positiven Beispiel Michael Turners (2008 nach Atlanta) stehen praktisch ausschließlich Negativbeispiele gegenüber.
  • Der effiziente zweite/dritte WR aus der Top-Passoffense. Diese Spieler sind häufig Produkte ihrer Systeme, profitieren häufig von exzellenten Quarterbacks und einem erstklassigen #1-WR. Letztes Jahr waren Laurent Robinson oder Pierre Garcon gute Beispiele: Beide bekamen Megaverträge, die sie nicht werden mit Leistung rechtfertigen können.
  • Der explodierende Defensive End. Oft kriegen Ends, die auf der anderen Seite eines Superstars spielen, mehr Platz oder Raum. Diese nutzen sie dann in einem „Vertragsjahr“ (also kurz bevor sie Free Agents werden) für 11.5 Sacks und bekommen anderswo einen Multimillionenvertrag und tauchen ohne ihren dominanten Mitspieler gänzlich ab.

Ich würde noch den Offensivspieler mit der 13 TD-Saison anfügen: Spieler, die wenige Catches machten, aber dann plötzlich mal ein Jahr mit außerordentlich vielen TDs einbauen – der Touchdown ist eine sehr volatile Statistik und extrem dem Phänomen „Regression zur Mitte“ unterworfen. Es ist auch weniger der Fakt, dass diese Spieler „schlecht“ wären; sie tendieren lediglich dazu, überteuert zu sein.

Einen Überblick über die Free Agents von 2013 gibt es bei Spotrac: 2013 Free Agents.

Free Agency 2012, #3: Ein Mario für Buffalo und eine Henne für Jacksonville

[22h55] Adam Schefter verzwitscherte heute am späten Nachmittag, dass Mannings Wahl entweder auf Denver oder Tennessee fallen würde. Die Titans rüsten auf alle Fälle schon mal ihre Line auf und holten sich offenbar G Steve Hutchinson. Hutchinson ist nicht irgendwer. Der Mann galt in seiner Blütezeit zwischen 2005 und 2009 als so dominant, dass er trotz für Blocker noch nicht allzu langer Karriere als potenzieller Hall of Famer gehandelt wird. Hutchinson ist auch der Mann, der die Vikings vor Jahren als Seahawks-RFA kreativ werden ließ und mit seinem Abgang aus Seattle das Karriereende von RB Shaun Alexander und den einhergehenden schleichenden Niedergang der Seahawks einläutete.

Der Gedanke an einen Manning in Tennessee wird immer besser. Man stelle sich ein Offensiv-Triplett Manning/CJ1K/Britt vor, bei einem OffCoord Chris Palmer, der als größter Idiot nicht gilt. Der greise Titans-Owner Bud Adams (89 Jahre alt) soll Manning angeblich so sehr begehren, dass er neben Vertrag auf Lebenszeit noch eine Position im Front Office nach Karriereende nachwerfen würde und – wie manche munkeln – möglicherweise ein paar % der Titan-Aktien veräußern würde. Für den jungen QB Locker muss das eher ein Schlag in die Fresse sein.

[18h02] N’Abend. Seit heute Mitternacht MEZ hat sich einiges getan; laut unseren bekannten Quellen Pro Football Focus, NFL/Yahoo und Adam Schefter unter anderem Folgendes.

QUARTERBACKSChad Henne hat bei den Jacksonville Jaguars einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Ich nehme an, für Backup-Kohle. So schlimm, wie QB Gabbert letztes Jahr aussah, halte ich nichts für ausgeschlossen und Henne könnte glatt zum Billigstarter für die Jaguars mutieren. IMHO ein fähiger Mann, der mit seiner Anlage für vertikales Spiel in Miamis schwachem Offensivkonzept völlig verbrannt wurde.

Auch die Buccs haben sich ihren Backup-QB geholt und es ist der QB Dan Orlovsky (ex-HOU, ex-DET).

DEFENSIVE ENDS – Die große Nachricht des Tages ist aber der Sechsjahresvertrag für DE Mario Williams bei den Buffalo Bills: 96M, 50M guaranteed. Der teuerste Vertrag für einen Abwehrspieler EVER, teurer als Peppers. Das hatte so niemand kommen sehen. A) nicht, weil größere Kaliber Buffalo normalerweise meiden wie die Pest und B) nicht, weil die Bills normalerweise jeden Cent dreimal umdrehen, ehe ein Mann mit größerem Namen überhaupt im Hinterkopf spukt. Die Front Four der Bills wird damit etwas zum Zungeschnalzen: Der hoch gelobte DT Marcell Dareus gepaart mit den beiden „Williamses“ Mario und Kyle, dem verkannten Genie. Der Deal soll in wenigen Minuten offiziell auf einer PK bekannt gegeben werden.

Free Agency 2012: Der Hauptpreis ist noch in der Trommel

Free Agency vom Tage #2

[00h18] Die Chiefs haben sich lt. Nationalfootballpost den Browns-RB Peyton Hillis für ein Jahr und 3M eingekauft. Die Combo Hillis/Charles ist schon jetzt aufregend: Ein brachialer Back aus den 1940er Jahren, und der spektakulärste, weil antrittsschnellste Back der NFL in einer Mannschaft?

[23h45] WR Laurent Robinson für 5yrs/32.5M/14M guaranteed nach Jacksonville, wo er QB Gabbert nach dessen selten schlechter Rookie-Saison helfen soll. Robinsons Kredenzien: Eine Saison mit 11 Touchdowns, also einer der Statistiken, die man nicht als repräsentativ für die Stärke eines Spiels hält.

[21h46] Bei Spox hat maschemist seine Ticker-Tätigkeit derweil wieder aufgenommen.

[21h37] OLB Jarrett Johnson, laut Benoit der Traum aller Schwiergercoaches, ist für vier Jahre von San Diego unter Vertrag genommen worden. Der einstig massiv gejazzte TE Martellius Bennett wechselt von Dallas nach New York zu den Giants. Bennett gilt als fabelhafter Blocker, aber lausiger Receiver. Die Cowboys haben dafür mit dem jungen CB Brandon Carr (5yrs, 50M) im Defensive Backfield personell nachgebessert. Ach, und dann hat der Burner mit den Butterfingern, WR DeSean Jackson, einen Fünfjahresvertrag über 51M von den Eagles kassiert: 15M guaranteed und ein paar Klauseln, die das eine oder andere Milliönchen drauflegen könnten.

G Steve Hutchinson, der Mann, der einst die Minnesota Vikings so kreativ in der Gestaltung ihrer Verträge werden ließ, könnte tatsächlich im Herbst seiner Karriere an alte Wirkungsstätte nach Seattle zurückkehren.

Dem Arbeitsmarkt zugeführt worden sind in den letzten zweieinhalb Stunden: DT Henderson/G Carlisie von den Raiders, die alles rauswerfen, was nicht gratis arbeitet, sowie der G Eric Steinbach von den Browns. Steinbach  ist so ein Phänomen, der einst als sensationeller Rookie in Cincinnati begonnen hatte, aber in den letzten Jahren nach PFF unterirdischste Leistungen bot und trotzdem, von seinem Ruf lebend, undiskutiert seine Millionengagen einstrich.

[18h45] Eine Serie an Verpflichtungen seit dem letzten Mal: QB Kyle Orton geht als Backup nach Dallas. Interessant, weil man hätte eher erwarten dürfen, dass Orton noch einmal eine Position als #1-QB suchen würde und auch ansonsten nicht den Eindruck vermittelte, ein angenehmer Zeitgenosse als Ersatzmann zu sein. In Dallas wird es an Romo kein Vorbeikommen geben.

San Diego hat T Jared Gaither für vier Jahre weiterverpflichtet. Die Analysten bei Pro Football Focus dürften Luftsprünge machen, gilt Gaither dort schließlich seit Jahren als erstklassiger Mann. Gaither soll allerdings ein Stinkstiefel sein und verletzungsanfällig, weswegen Gaither unter den Pundits völlig unbekannt geblieben ist und mehrmals nach dem Verpassen der ersten Chance gefeuert wurde.

TE Carlson steht bei Minnesota im Wort.

DE Trent Cole hat in Philadelphia verlängert: Vier Jahre, 53M und 15.5M guaranteed für den Mann, beim Gedanken an den sie sich bei Pro Football Focus einen runterholen.


Pondering Tight Ends

[17h10] Laut Bill Williamson/ESPN soll Seattles TE John Carlson in Kürze bei den Minnesota Vikings unterschreiben. Dort ist bekanntlich TE/FB Kleinsasser zurückgetreten und TE Shiancoe vor dem Abgang. Gute, fangstarke Tight Ends sind gerade bei jungen Quarterbacks häufig ein probates Mittel in der Entwicklung einer Offense; mit dem jungen Kyle Rudolph und Carlson wären somit wieder zwei brauchbare Anspielstationen für die Vikes eingekauft.


Calvin Johnson

[16h00] Wenn Schefter es vermeldet, darf man es als geritzt vermelden: Um 18h werden die Detroit Lions auf einer Pressekonferenz bekanntgeben, dass der ursprünglich in einem Jahr auslaufende Vertrag von WR Calvin Johnson um sieben Jahre bis 2019 verlängert wurde. Umfänge: 132M, 60M guaranteed. Das ist in absoluten Zahlen einer der fettesten, wenn nicht gar der fetteste, Vertrag in der NFL ever. Für Detroit dürfte es jedoch ein Gewinn auf mehreren Ebenen sein: Die Neustrukturierung wird wohl die Cap-Zahl für 2012/13 senken und das Risiko eines Abgangs Johnsons oder einer massiv verteuerten Franchise Tag für Johnson im kommenden Jahr ist eliminiert.


Das Gebahren der Buccs

[15h38] Und die nächsten großen Namen für die Tampa Bay Buccaneers: Nach WR Vincent Jackson gestern sind heute morgen (amerikanischer Zeit) der CB Eric Wright aus Detroit und vor allem G Carl Nicks aus New Orleans eingekauft worden. Vor allem das Zeichen „Nicks“ deutet daraufhin, dass Greg Schiano seine Offensive Line eher lauforientiert bauen will – ganz seiner Historie bei Rutgers. Nicks kriegt einen Fünfjahresvertrag über 47.5 und 31M guaranteed, was einer der teuersten Verträge für Offensive Guards sein dürfte. Das plötzliche offensive Auftreten der Buccs auf dem Transfermarkt ist dezent überraschend, nach all den Jahren von Passivität. Bei einem Cap Space von über 40M jedoch eine „logische“ Aktivität.

Update: Faszinierend finde ich, dass Tampa Wright, dem man zwar Potenzial, aber auch Inkonstanz nachsagt, fünf Jahre für 37.5M und 15.5M guaranteed nachwirft.


Final Four: Manning

[13h44] Die Zeichen verdichten sich, dass Peyton Manning sich zwischen einem Quartett an Bewerbern entscheiden wird. Das Quartett, lt. Fifth Down:

  • Denver Broncos. Manning soll von der sportlichen Leitung um Elway und Chefcoach John Fox begeistert sein und gutes Zureden von Kumpel Brandon Stokley (ex-Ravens, Colts, Broncos) bekommen. Stokley beschreibt Manning in einem Podcast als topfit. Manning ist für Elway der Heilsbringer und vermutlich der einzige Weg, um Tebow ohne Massenaufstände sachte aus der Mannschaft zu ekeln.
  • Arizona Cardinals. Trumpf der Cardinals, neben dem famosen WR Larry Fitzgerald und einer jungen Defense: Chefcoach Ken Whisenhunt hat sich bereits vor Jahren als pragmatisch genug gezeigt, ein Offensivsystem auf einen Spieler (Kurt Warner) zuschneiden zu können, wenn dieser ausreichend Aussicht auf Erfolg bietet. Wie einst Warner System in Arizona war, wäre auch Manning „System“. Joker-Punkte: Die Cardinals bestreiten haufenweise „indoor“-Spiele, was Manning entgegenkommen würde. Minus-Punkt: Der Pakt müsste schnell zustande kommen, da am Freitag eine Bonuszahlung für den ungeliebten QB Kevin Kolb fällig wird.
  • Miami Dolphins. Der Marshall-Trade wird dem Bemühen der Dolphins um Manning zugeschrieben. Eine Manning-Verpflichtung wäre etwas perplex, da Miami den neuen Head Coach Joe Philbin eigentlich eingekauft zu haben schien, um eine Packer-ähnliche Offense zu installieren. Mit Manning wäre so was kaum denkbar. Auf der anderen Seite verfügen die Dolphins über eine durchaus titelfähige Mannschaft, der allerdings der Quarterback-Eckpfeiler abgeht.
  • Tennessee Titans. Das dark horse, dessen Chancen exzellent stehen sollen. Mal angenommen, Geld ist nicht der Wertetreiber schlechthin für Manning in diesem Poker, sind die Titans aber ein eher „unlogischer“ Mitbieter: Eben erst den jungen Jake Locker verpflichtet und eine Defense im Umbruch. Auf der anderen Seite wäre es für Manning die Rückkehr in den Bundesstaat, in dem er ein paar Meilen weiter östlich (in Knoxville/TN) seine Studentenzeit verbrachte, und natürlich: Zwei Spiele/Saison gegen die Indianapolis Colts.

Gemeinhin geht man von einer Entscheidung heute oder morgen aus.


Free Agency, was vome Tage #1 übrig blieb

[13h04] Bevor Tag 2 der Free Agency 2012 Fahrt aufnimmt, ein Rückblick auf das, was sich in der ersten Nacht so alles abgespielt zu haben scheint. Ich werde da eher eine Art selektives „Ergebnis-Protokoll“ fahren. Quellen: Pro Football Focus, NFL/Yahoo, Adam Schefter. Auf deutsch und beinhart bis in die Morgenstunden als „Ereignis-Protokoll“ mitgetickert hat maschemist, den wir von einem Gastbeitrag bei Sideline Reporter von letztem Frühjahr kennen sollten, bei NFL@Spox:

Teil 1 – bis Mitternacht
Teil 2 – til the Kuckuck ruft

Also: Salary Cap ist für 2012/13 auf 120.6M festgesetzt worden.

QUARTERBACKS – Jason Campbell aus Oakland hat als Backup in Chicago unterschrieben. Manning scheint noch durch die Pampa zu touren und Flynn wird erst dann die Bühne betreten, wenn Manning vom Tablett ist. Neue Komponente im Manning-Poker: Die Tennessee Titans. Wäre ich jetzt von allein nicht drauf gekommen.

WIDE RECEIVERS – ein interessanter Trade der Dolphins und Bears: Brandon Marshall wechselt für zwei Drittrundendraftpicks nach Chicago, wo es zur Reunion mit Jay Cutler kommen wird. Für „big arm“ Cutler ist die Mitteldistanzwaffe Marshall zwar nicht das erhoffte deep threat, aber hinter einer Wackel-Offensive Line ohne Zeit auf tiefe Routen vielleicht gar die bessere Alternative. Von Marshall dringen aus Miami derweil eher die Horrorgeschichten aus den eigenen vier Wänden nach draußen. Ein Move, der aus Dolphin-Sicht nach Hausreinemachen aussieht.

Interessant sind auch die Relationen von zwei Verträgen von Wide Receivers: Während Colston für 5yrs, 40M (<50% guaranteed) in New Orleans verlängert, kassiert der schwächer eingesetzte Pierre Garcon in Washington einen Fünfjahresvertrag über 42.5M (50% guaranteed). Washington hat zudem Eddie Royal aus Denver und Josh Morgan aus San Francisco eingekauft. Haben nicht die Redskins letztes Jahr alles an Wide Receivers in den späteren Runden gedraftet, was bei drei nicht auf dem Baum war?

Randy Moss, von dem ich mich bereits geistig mit weinendem Herzen verabschiedet hatte, ist schon seit Montag (?) bei San Francisco untergekommen: Ein Jahr, 1.75M ohne fixes Grundgehalt. Moss wird allenthalben NFL-reife Athletik abgesprochen. Die Historie bei Wide Receivers sagt mit ganz wenigen Ausnahmen: Knickt die Leistungskurve erst einmal ein, gibt es fast kein Zurück mehr.

Der begnadete, aber charakterlich offenbar nicht einwandfreie Vince Jackson hat in Tampa für 5yrs/55M (26M guaranteed) unterschrieben. Der Ersatzmann in San Diego steht auf dem Fuß: Robert Meachem kommt für 4yrs/25.9M aus New Orleans.

Reggie Wayne bleibt für drei Jahre in Indianapolis (17.5M, 7.5M guaranteed). Harry Douglas bleibt in Atlanta.

TIGHT ENDS – Boss in Oakland rausgeworfen, Winslow jr. in Tampa vor dem Abschuss.

OFFENSIVE LINE – die Entlassung von T Eric Winston in Houston kommt IMHO überraschend, nachdem Winston meiner Erinnerung nach einen exzellenten Ruf bei Pro Football Focus und seinen Kritikern genoss. Entlassungen auch in Carolina (G Hangartner, T Wharton). In Minnesota wurde bereits vor Tagen G Hutchinson gefeuert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es keine Vertragsverlängerung von Carl Nicks in New Orleans. Und C Chris Myers soll in Houston nicht mehr erwünscht sein.

San Diego mit der Vertragsverlängerung für C Nick Hardwick (3yrs, 13.5M, 6.5M guaranteed). LT McNeill wie erwartet gefeuert.

DEFENSIVE LINE – Vertragsverlängerungen bei Seattle (DT Red Bryant) und Washington (DT Carriker). DE/OLB Mario Williams soll in Buffalo vorstellig geworden sein, aber ohne Vertrag abreisen. Ein Triplett Williams/Williams/Dareus in Buffalo? Sounds sexy.

LINEBACKERS – abseits einer Vertragsverlängerung von LB Thomas in New York eine ruhige Nacht.

DEFENSIVE BACKS – der massivste Vertrag ist jener von CB Cortland Finnegan in St Louis (5yrs, 50M). Kotzbrocken Finnegan wiedervereint mit Jeff Fisher und Kotzbrocken-DefCoord Gregg Williams? Passt wie Arsch auf Eimer.

Der zweite große Vertrag ist jener von CB Carlos Rogers in San Francisco (4yrs, 31M). Ebenso um vier Jahre verlängert: S Lowery in Jacksonville. CB Brandon Carr wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in Dallas vorstellig werden, obwohl die Cowboys (wie die Redskins) Sanktionen in Sachen Salary Cap aufoktroyiert bekommen haben.

Lasset die Gewinner verlieren

Oder so. Ganz so schlimm wird es vermutlich nicht. Aber morgen beginnt die Free Agency. Herrmann hat heute schon mal ein Gefühl für die zu erwartenden Gehaltsdimensionen vermittelt. Um nichts zu schreiben, was nicht schon x-mal durchexerziert worden ist: Dutzende helle und weniger helle Köpfe haben die Qualität der Free Agents dieses Jahres schon unter die Lupe genommen. Auf die hellsten sei an dieser Stelle verwiesen:

  • Pro Football Focus hat die Top-75 zusammengestellt.
  • Der höchst geschätzte Andy Benoit hat seine wie immer etwas eigene, aber wunderbar lesbare Zusammenstellung von Offense und Defense vorgenommen.

Nachtrag: Benoit scheint wieder sehr aktiv zu sein und hat beim NFL-Blog der New York Times (Fifth Down) die besten Geschichten der Offseason 2012 zusammengestellt. #TebowWordCount: 1. Eins? Nur eins?

Free Agency: Vom Fluch des Gewinnens

Am Dienstag beginnt das neue Kalenderjahr XLVII a.S.B.i. (after Super Bowl introduction) und damit gleichzeitig der Transfermarkt Free Agency. Ich bin kein großer Fan von allzu aktiver Tätigkeit einer Franchise auf dem Transfermarkt. Weiterlesen

NFL Free Agency 2011 am ersten Wochenende: Goin’ Asomugha

 

Das Thema "Asomugha" in New Yorker Zeitungen

[20h35] Abschließend zum Transfergeschehen der letzten Tage: Die New York Daily News scheint immer noch recht sauer auf Nnamdi Asomugha zu sein und ignoriert dabei gepflegt, dass die Giants überhaupt nie an Asomugha dran waren. Die Daily News hat immerhin Pulitzer-Preise gewonnen, also nehme ich jetzt mal nicht die unterste Schublade für diese Zeitung an./Via Shutdown Corner.

[23h17] Fleißkärtchen für die Eagles. Ich wiederhole mich.

DE Cullen Jenkins geht nach Philadelphia – ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Free Agency gesehen zu haben, in der so viele so gute Spieler sich so sehr für eine Mannschaft interessiert haben wie dieses Jahr für die Eagles. Und umgekehrt, dass eine Mannschaft so aggressiv auf dem Markt zu Werke ging. Jenkins kriegt Top-Noten bei PFF, allerdings in einer 3-4 Defense.

Die Eagles traden aber im Atemzug danach einen ihrer besten Defensive Tackles, Broderick Bunkley, nach Cleveland. Und verpflichten in einem nächsten Atemzug LB Akeem Jordan.

Noch ein Off-Topic vor dem Schlafengehen: Terrelle Pryor wird vorerst nicht in die NFL gehen dürfen. Das Einverständnis von Ohio State und der NCAA fehlen.

[22h15] Der Free-Agent-Markt ist um eine Attraktion reicher: CB Kelvin Hayden wird von den Colts auf die Straße gesetzt. Hayden, der Mann, der einst den Colts den Superbowl-Triumph über sein eigenes Lieblingsteam ermöglicht hatte. Hayden hatte einen Vertrag > 40 Mio. Dollar, also nicht ausgeschlossen, dass er für reduzierte Bezüge zurückkommt.

Und wenn ich mir den RB-Markt anschaue, kann einem Tiki Barber fast leid tun: Bradshaw, Portis, Benson, Williams, Brown, Taylor, Barber – ein eh schon gesättigter Markt und dann noch haufenweise Vertragslose auf Jobsuche. Für Barber gäbe es bessere Zeitpunkte, um in die NFL zurückzukehren.

[21h09] Nachtwache ist kein Traumjob, aber wenigstens geeignet um noch ein bissl aufs NFL-Gewirr zu schauen. Als erstes fällt auf, dass die Indianapolis Colts anscheinend nun doch einen schweren Vertrag für QB Peyton Manning haben springen lassen: 5yrs/90 Mio. Dollar. Ich nehme an, dass die Colts eher backloading betrieben haben (sprich: das Grundgehalt wird 2011/12 und 2012/13 eher niedrig sein, aber ab 2013 recht sprunghaft ansteigen. Ansonsten wäre Manning in dieser Saison bereits runde 18-22 Mio. wert, wohl zu viel für die Salary Cap.

[20h10] Optimistische Gedanken auf der Homepage der Philadelphia Eagles im Livestream: Die Eagles haben nicht nur wichtige Spieler eingekauft, um den Titel sofort in Angriff zu nehmen, sondern auch die Coaches: DL-Coach Jim Washburn ist 61, Special-Teams-Coach Bobby April ist 58 – beide also nicht mehr die Allerjüngsten. You don’t hire them to win tomorrow.

Der allgemeine Tenor ist enthusiastisch, und die Eagles sehen sich schon selbst als das Dream Team. Überwältigende Meinung: Man sollte gleich auch noch ILB Nick Barnett von Green Bay einkaufen – der stünde dort auf der Transferliste.

Was noch interessant ist: K Alex Henery, der hoch gedraftete Rookie, muss schon eine unterirdische Preseason haben, um nicht der neue Kicker der Eagles schon in diesem Herbst zu sein.

[16h33] Paar Rückennummern für die 2011er-Saison. QB Vince Young hat in Philadelphia die #9 zugewiesen bekommen bzw. sich geschnappt, die Nummer, die einst Steve McNair trug. Sein Vorbild und Mentor.

Ein anderer Quarterback streitet noch um seine Nummer: In Carolina ist noch nicht geklärt, ob Cameron Newton seinen Willen erfüllt bekommt und die #2 tragen darf. Denn, bizarr: Die #2 wird von Jimmy Clausen beansprucht, dem Mann, auf den Newton folgen soll – und Clausen bekam vor einem Jahr seinen Willen nicht, die #7 (seine Notre-Dame-Nummer) tragen zu dürfen, weil ein Punter bei den Panthers diese trägt. Es ist zwar alles nur eine Rückennummer, aber wenn dies für Clausen eine Prinzipienfrage wird… Newton hat aktuell übrigens die #1 zugewiesen bekommen, eine Nummer, die er nicht möchte, da er nicht arrogant und überheblich rüberkommen möchte (sic!).

OLB Von Miller wird die #58 tragen, DT Marcell Dareus die #99. WR A.J. Green hat sich die #18 geschnappt – #8 hatte er am College, und einfach die „1“ vorne drangesetzt. WR Julio Jones nimmt die #11, das Jahr seines NFL-Einstiegs. Die Serie 11-19 ist vor allem unter jungen Wide Receivers immer mehr trendy geworden.

QB Jake Locker behält seine College-Nummer bei (#10) – die Nummer des Ex-Starters Young. Auch QB Blaine Gabbert belässt es bei seiner Mizzou-Nummer 11. Chris Ponder bleibt offenbar auch bei seiner FSU-Nummer #7. QB Colin Kaepernick hat sich offenbar ebenso die #7 entschieden (hatte bei Nevada #10).

Prince Amukamara nimmt die #20, RB Mark Ingram die #28. Ingram jr. und Vater Ingram sr. wurden beide an #28 im NFL Draft einberufen.

In New England bekommt Chad Ochocinco seinen Willen und darf #85 tragen, weil sich der junge TE Aaron Hernandez bereit erklärt hat, die #81 zu tragen.

[14h31] ESPN America hat schon mal die Termine für die Preseason-Übertragungen rausgegeben. Die ersten beiden Wochen hier mal vorab: Jeweils drei Spiele, immer eines in der Nacht auf Freitag, Samstag und Dienstag.

Woche 1:

Do/Fr 11./12. August: San Diego- Seattle 02h LIVE
(Wh. 12. August 17h)

Fr/Sa 12./13. August: Kansas City- TampaBay 02H LIVE
(Wh. 13. Auust 15h30)

Mo/Di 15./16. August: Houston – NY Jets 02h LIVE
(Wh. 16. August 16h und 18. August 11h)

Woche 2:

Do/Fr 18./19. August: Pittsburgh- Philadelphia 02h LIVE
(Wh. 19. August 16h)

Fr/Sa 19./20. August: Jacksonville- Atlanta 02h LIVE
(Wh. 20. August 15h)

Mo/Di 22./23. August: NY Giants – Chicago 02h LIVE
(Wh. 23. August 17h)

[12h57] An der Ostküste ist die Sonne bereits aufgegangen. Ein Blick auf ein paar der begehrteren Spieler, die noch auf dem Markt sind:

Offense

QB Marc Bulger
RB Ahmad Bradshaw
RB Cedric Benson
RB Ricky Williams
RB Ronnie Brown
RB Tiki Barber (gestern offiziell von NYG entlassen)
RB Fred Taylor
WR Malcolm Floyd
WR Braylon Edwards
WR Steve Giants Smith
WR Terrell Owens
WR Randy Moss
WR James Jones
WR Plaxico Burress
WR TJ Houshmandzadeh
WR Jacoby Ford
TE Zach Miller
TE Kevin Boss
TE Alge Crumpler
OT Nick Kaczur

Defense

NT Aubrayo Franklin
DT Marcus Stroud
DE Ty Warren
DE Cullen Jenkins
DE Stylez White
DE Jacob Ford
DE Raheem Brock
DE Andre Carter
DE Shaun Ellis
DE Jason Taylor
MLB Stephen Tulloch
OLB Matt Roth
OLB Tully Banta-Clain
OLB Manny Lawson
CB Antonio Cromartie
CB Chris Carr
CB Charles Rogers
FS Michael Huff

Ein Update von gestern/Ravens: OT Jared Gaither hat nun tatsächlich nicht in Baltimore, sondern in Oakland unterschrieben. Sämtliche Tweets von Adam Schefter und Jason LaCanfora hatten von Gaithers Vertragsverlängerung in Baltimore gesprochen. Gaither auch noch weg: Büsschen Aderlass sehe ich schön langsam auch. Aber Gaither ist nach S Landry der erst zweite schmerzhafte.

SS Roman Harper bleibt wie erwartet in New Orleans (4yrs/16 Mio.).

Weitere Spieler, die auf dem Markt sein könnten: RB Frank Gore und RB Chris Johnson, die beide für neue Verträge streiken. WR DeSean Jackson glaub’ ich nicht, da die Eagles einen Weg finden werden, den Mann unter die Salary Cap zu zwängen. Und dann ist da offenbar auch noch CB Asante Samuel, der nach dem teuren Asomugha entbehrlich werden könnte.

[11h47] Zu den wichtigen Dingen dieser Welt: Chad Ochocinco darf seinen Namen behalten und darf weiterhin die Acht Fünf tragen. TE Aaron Hernandez wird in New England ab sofort die #81 tragen. Damit wäre das Wochenende gerettet.

[11h00] Ein kleines Gedankenspiel, das die Jets betrifft: Diese Asomugha-Vernarrtheit der letzten Tage könnte sich nun ins Verkehrte drehen. Dann nämlich, wenn Antonio Cromartie nun aus dem Schmollwinkel nicht mehr herauswill. Ist es ausgeschlossen, dass die Jets einen ihrer Linebacker (?) gegen Asante Samuel traden werden? Halte ich für erstmal weit hergeholt, aber nicht ganz ausgeschlossen.

[10h45] Der Asomugha-Deal liest sich in Zahlen übrigens recht ähnlich mit jenem von Dunta Robinson letztes Jahr für die Falcons (6 Jahre, 57Mio./22,5M guaranteed) – sollte ein guter Deal sein für die Eagles, die dem Vernehmen nach tatsächlich daran interessiert sein sollen, CB Samuel für einen Top-Spieler (ist gleich nicht Draftpick 2012, sondern eher ein Linebacker) zu traden. „Top-Spieler“ wie „wirwollensofortindensuperbowlkosteeswasseswolle“.

Weitere Notizen aus der Nacht:

St Louis – Die Rams sammeln weiterhin Anspielstationen wie andere Parkscheine: Mit WR Mike Sims-Walker aus Jacksonville (1yr/3,7 Mio.) kommt ein weiterer Mann dazu, nach den Rookies Salas/Pettis sowie dem Rookie-TE Lance Kendricks. Sam Bradford wurde ja nachgesagt, dass er als Rookie niemanden zum Anspielen gehabt hätte.

In der Defense scheint man CB Al Harris verpflichtet zu haben.

IndianapolisPeyton Manning will offenbar bis morgen einen Vertrag in der Tüte haben, und zwar so strukturiert, dass man seinen Wert erkennen könne _und_ die Colts noch genügend Spielraum für neue, teure Stars hätten.

[10h30] Guten Morgen. Die Philadelphia Eagles scheinen über Nacht eine weitere Überraschung, nein, Sensation geliefert zu haben, und haben den heiß umworbenen CB Nnamdi Asomugha geholt. Vertragseckdaten: Fünf Jahre, 30 Mio. 60 Mio., 11,5M 25M guaranteed.

Die Eagles haben dieser Tage eine Serie von Statements abgegeben, deren Schlussfolgerung eigentlich nur lauten kann: Sie wollen in die Superbowl, und zwar so schnell wie nur irgendwie möglich. Backup-QB Kolb wurde gegen einen starting CB und einen Draftpick verhökert, der Verlust dank QB Vince Young recht solide geschlossen.

Dazu DE Jason Babin und plötzlich eine Defensive Line, die sich potenziell stark liest: DE Cole, DE Babin, DT Patterson, DT Dixon, DT Bunkley (DE Graham steht schon auf der Verletztenliste). Gegen Lauf- und Passspiel alles dabei.

Die Secondary bekommt mit Asomugha nun den vermeintlich besten Deckungsspieler der NFL, ein Mann, dem man mit einem relaxten Grinsen sämtliche #1-Wide Receivers anvertrauen kann. Das angedachte Starter-Duo dürfte somit lauten: CB Asomugha, CB Asante Samuel. Zwei Spieler, die als gläserne Athleten gelten (im Sinne von: brechen sich sämtliche Extremitäten, falls sie ein Running Back überläuft) und damit gegen Laufspiel nicht zu gebrauchen sind. Aber weil auch Samuels im vergangenen Herbst plötzlich weg von high risk, high reward ging, auch zwei Spieler, die dem Gegner den Pass sehr schwer machen, zumal mit dieser potenziellen Wucht im Pass Rush. Dies mal vorausgesetzt, dass Asante Samuel nicht getradet wird, was auch nicht auszuschließen sein dürfte.

Als Backup fungieren könnte Rodgers-Cromartie, kein überragender Mann, aber einer mit einem guten Ruf. Die Safetys dürften nach Mikells Abgang allerdings recht unerfahren sein (Rookie Jarrett, S Jackson, S Allen). All in all: Die Secondary dürfte sich verbessert gegen den Pass zeigen, schon allein, weil CB Patterson so schnell nicht mehr auf das Spielfeld laufen muss.

Die Linebackerschaft dagegen bleibt ein Schwachpunkt, zumal nach Stewarts Abgang gen Arizona.

In der Offense gibt es in der Offensive Line Hoffnung auf Verbesserung und bei den Wide Receivers mit dem unzufriedenen DeSean Jackson eine potenzielle Sollbruchstelle. Jackson verdient rund ein Zehntel anderer Top-WRs und wenn ich mir den Spieleragenten von Jackson anschaue, werden Erinnerungen wach (Stichwort Terrell Owens): Drew Rosenhaus…

NFL Free Agency 2011, Tag -1: Belichicks defensiver Moss [Update: Und der Offensiv-Moss ist auch da!]

Ich möchte an der Stelle mal wieder Eigenwerbung machen und verweise auf den prominent, auf der Startseite rechts oben positionierten Link für E-Mail-Abo (mit Dank an die Marketing-Praktikantin). Also, schnell abonnieren!

[07h10] Paar Ergänzungen von über Nacht: Der NFL-Gamepass ist wieder da. Kostet €174,96 plus optionale €34,99 für die Postseason – alles in der Premium-Variante. Die ersten Stimmen dazu sprechen von einem qualitativ verbesserten Player, der aber erhöhte technische Anforderungen mit sich bringt und daher nicht mehr so einfach laufen dürfte. Für meinen Rechner definitiv zu viel.

Zu den letzten Signings: Die Houston Texans scheinen aus dem Asomugha-Poker ausgestiegen zu sein und haben dafür Cincinnatis CB Jonathan Joseph gesichert, einen verletzungsanfälligen Cornerback, und S Danieal Manning, und damit dürfte die Secondary der Texans automatisch verbessert sein. Houston wird für mich immer mehr zum AFC-South-Favoriten.

DE Mathias Kiwanuka scheint in New York bei den Giants zu bleiben. Ike Taylor hat nun offensichtlich in Pittsburgh zugesagt. DT Barry Cofield ist der Haynesworth für Arme in Washington. Detroit hat seine Secondary gleich mal leicht ge-ugraded und CB Eric Wright aus Cleveland geholt – Morddrohungen sollten für den Mann in Detroit nicht zu befürchten sein.

Die Buccs mit einem Siebenjahresvertrag für OG Davin Joseph (52 Mio.) und 2yrs-Vertrag für OT Trueblood. Es ging auch in der Nacht ziemlich rund.

[00h01] Harhar, was, wenn TE Aaron Hernandez die #85 nicht rausrückt?

Freie Nummer im Patriots-Kader aktuell:

15 – Eins Fünf – Chad el Uno Cinco
16 – Eins Sechs – Chad el Uno Seis
80 – Acht Null – Chad Ocho Cero (klanglich gut gefärbt)
81 – Acht Eins – Chad Ocho el Uno (wurde zum Ego sehr gut passen)
88 – Acht Acht – Chad Ocho Ocho
89 – Acht Neun – Chad Ocho Nueve

Kompensation: Zwei „late round picks“, einer 2012, einer 2013, wenn man den Auguren glauben darf.

[23h54] Fuck, was macht New England? Tradet mal eben für Chad Ochocinco! Nein: !!!!

Datt is dann doch ein Grund, noch ein paar Minuten dranzubleiben. Da haben wir den Offensiv-Moss.

Wie ich vor ein paar Stunden schrieb/Thema „Holen sie noch eine Receiver-Diva?“:

Ich werde die Hand nicht heben. Moss wird trotz allem nicht billig und ich sehe nicht, warum Belichick nach Haynesworth noch einmal ein Ego wie Moss holen wird. Nein, ich glaube mit dem heutigen Tag nicht mehr daran.

Alles Käse. Meine Damen und Herren, Sie lesen ein ignorantes Weblog.

[23h33] Auch der College Football kommt nicht zur Ruhe: Vor ein paar Minuten Gestern ist Butch Davis in North Carolina geschmissen worden. Butch Davis, der Staatsfeind Nummer 1 bis ans Lebensende in Cleveland, und der Mann, der bei UNC seit Wochen ganz schwer unter Beschuss steht, seit in seinem Trainerstab (wohl unter seine Mitwisserschaft – „zumindest“ seine Mitwisserschaft) schwerste Vergehen gegen die NCAA-Richtlinien nachgewiesen wurden. Nicht ausgeschlossen, dass die NCAA in naher Zukunft das komplette Footballprogramm der Tar Heels in die Luft jagt – Pony Excess reloaded, sozusagen.

*Update: Das war an mit vorbei gegangen. Lt. Seminole ist der Sportdirektor heute zurückgetreten. Auf alle Fälle ein ganz schlechter Zeitpunkt, einen Trainer zu feuern und die Recruitings werden sich schön verarscht vorkommen (wenigstens die, die nur das erlaubte Stipendium bekommen haben). Aber Davis‘ Situation war schon atemberaubend schlecht: Er wusste niemals von irgendwas und hatte keine Ahnung, was sein Trainerstab trieb und was seine Studenten trieben und was seine Agenten trieben und und und. Dafür, dass Davis als Kontroll-Nazi aus Cleveland-Browns-Zeiten bekannt war, schon etwas… seltsam, to say the least.

[23h11] Auffällig an den bisherigen beiden Aufwärmtagen zur Free Agency – neben dem Fakt, dass einige auffällig hohe Verträge dabei waren und dass Rookies dazu tendieren, ohne Streik schnell ihre Verträge zu unterschreiben – auffällt: Die Cornerbacks sind die großen Ladenhüter.

Das mag weniger an den Spielern selbst liegen, dürfte aber ein Zeichen sein, dass Nnamdi Asomugha tatsächlich den Markt blockiert. Die Liga wartet ab, die Spieler warten ab, denn der Asomugha-Deal dürfte ein Gradmesser für andere Cornerbacks sein. Favorisiert soll momentan Houston sein, die Jets sehen sich in der Rolle des Spoilers und sollen über 10 Mio. Platz unter der Salary Cap haben.

Weitere Cornerbacks, die zu haben sind: Jonathan Joseph, von dem man erwartet, dass er in Cincinnati bleiben wird. Der weithin kontrovers diskutierte Antonio Cromartie, ein spektakulärer Cornerback mit spektakulärer Vita. Ike Taylor, der bei Pittsburgh im Wort stehen soll. Josh Wilson (Baltimore, soll bei Washington im Wort stehen). Eric Wright, der Cleveland nach Morddrohungen wohl verlassen wird. Oder auch ein Chris Houston, bei dem mich wundert, warum die Lions nicht vehementer auf eine Vertragsverlängerung hinarbeiten. Oder die beiden Carrs, Chris (Ravens) und Brandon (Chiefs) – Brandon ist allerdings RFA, wie auch Brent Grimes (Atlanta).

Meine Güte, und Lito Sheppard gibt es auch noch. Ist in Minnesota frei geworden, was ist aus dem Mann bloß geworden?

[22h31] Drei neue Moves und ein interessantes Gerücht: LB Clint Session hat für fünf Jahre/29 Mio./11,5 Mio. guaranteed in Jacksonville unterschrieben. OL Chris Chester geht für vier Jahre/20 Mio. nach Washington – ich würde gerne wissen, wie die Redskins all diese Rosterbewegungen mit ihrer Salary Cap vereinen können – und OT Jermon Bushrod bleibt trotz massivem Werbens anderweitig (Vikings, Redskins – hey, is eh klar!) ins New Orleans. Bushrod ist übrigens in der PFF-Datenbank ein Left Tackle, der sehr schlecht davon kommt.

Zum Gerücht: DT Amobi Okoye (2007 als 19jähriger gedraftet) wird von Houston am Markt angeboten. Okoye ist nie richtig groß rausgekommen und wird ins neue 3-4 Schema von DefCoord Wade Phillips nicht reinpassen. Man glaubt, ein 4-3 Team wird ordentlich Draftpicks auf den Tisch legen.

[21h33] Ein treffender Artikel bei Pro Football Focus über den sensationellen Move von Albert Haynesworth nach New England. Drei interressante Gedanken:

Because Haynesworth is an elite talent and presuming he’s fit and healthy, I’d implore everyone to get ready for December 11th, when he returns to Washington.  Something tells me we might very well see him at his very best that day.

Belichick ist ein Hundling. Haynesworth wird Shanahan zerstören wollen.

Warum Haynesworth kein allzu hohes finanzielles Risiko darstellt, erklärt der erste Kommentar: Haynesworth wird 2011/12 ca. 5,5 Millionen Dollar verdienen (ca. die von Coates in den Kommentaren geschätzte Zahl) und 2012/13 ca. 6,7 Millionen. Der Clou im 100-Millionenvertrag von Haynesworth steckt im Winter 2013, wenn Haynesworth einen Roster Bonus von über 20 Mio. bekommt: Sofern es zu keiner Vertrags-Umstrukturierung kommt, wird Haynesworth vorher gefeuert werden. Und sollte es zu einem neuen Vertrag kommen, wird dieser mit Sicherheit nicht sämtliche Rahmen sprengen, zumindest nicht vor diesem Herbst.

Und drittens: Haynesworth ist tatsächlich erst 30 Jahre alt. Überrascht mich jetzt selber. Der Mann steckt also mitten in der theoretischen Blütezeit für Defensive Tackles.

Dieser Trade hat alle Ingredienzien, einer der bedeutendsten der letzten Jahre zu sein.

[21h17] Massiver Vertrag für Kevin Kolb in Arizona: Fünf Jahre, 63 Millionen Dollar, „mehr als“ 22 Mio. guaranteed. Meine Herren, wenn Sie über mich auch ein paar nett gemeinte Zeitungsartikel schreiben…

[20h48] According to @John Clayton/ESPN: Die Arizona Cardinals haben einen ziemlich schrägen Move gemacht und QB Kevin Kolb von den Eagles geholt. Kompensation: CB Dominique Rodgers-Cromartie und ein 2nd round pick. Rodgers-Cromartie war kein besonders herausragender Cornerback, aber mit DRC und Rookie Peterson hätte wenigstens ein bisschen Star-Faktor in der Defense mitgespielt. IMHO ein merkwürdiger Move mit einer zweiten Aussage: Die Eagles haben sich für CB Nnamdi Asomugha abgemeldet.

[20h15] Auch wenn man diesen Tag seit langem, spätestens seit 5. Jänner 2011, kommen sehen musste, so ist es doch schade. Heute werden die Tennessee Titans QB Vince Young entlassen und damit einen Schlussstrich zu meiner Affinität für diese Mannschaft setzen (okay, der phänomenale Chris Johnson spielt noch dort, aber trotzdem). Ich habe Young geliebt, weil Young ein Schwarzer war und es keinen würdigeren Nachfolger in Tennessee für den Quarterback schlechthin, Steve McNair, geben konnte, als einen mobilen, schwarzen Spielmacher.

Young war für mich nie der große Scrambler vor dem Herrn, den in ihm viele sahen. Young war für mich „nur“ ein mobiler, unglaublich geschmeidiger Quarterback mit unkonventionellem, aber nicht unästhetischem Wurfstil, aber kein Scrambler. Young wurde lange Zeit nachgesagt, er würde trotz schlechter Stats „einfach gewinnen“. In Wirklichkeit war die beste Titans-Saison seit Youngs Einberufung 2006 im Herbst 2008/09, als Young wegen Kindsköpfigkeiten auf der Bank saß.

Vor zwei Jahren spielten die Titans eine der sensationellsten Offenses, die ich bisher gesehen habe, eine Triple-Option-artige Angriffswucht mit Young und Chris Johnson an vorderster Front, und trotz grottenschlechtem Saisonstart (ohne Young) und ganz schwacher Defense fast noch einen Playoff-Einzug für die Titans. Hätte Young diese gepackt, ich bin überzeugt, er würde noch in diesem Sommer mit Jeff Fisher gemeinsam antreten.

Obwohl sich der katzenartige Young und der beinharte McNair vom Spielstil unterschieden wie Tag und Nacht – für mich waren doch beide in einem Topf. Ich hatte gehofft, wenigstens einer von beiden würde Fisher den verdienten Titel bringen.

Leider wurde daraus nichts.

[20h06] Mal ein Dank an die treue Leserschaft: Sideline Reporter ist seit Tagen in den deutschen Top-100 von WordPress Blogs of the Day (aktuell #72, Rekordposition war #2 während Superbowl XLV):

Wordpress Blog of the Days

Wordpress Blogs of The Day

[19h43] Mal eine Richtzahl für Top-10 Rookies: Pick #9 OT Tyron Smith/Dallas kriegt für 4 Jahre 12,5 Mio. Tackles sind nach QBs die nächsthöchst bezahlten – und 12,5 Mio. ist ein Wert, der früher für ein einziges Jahr gereicht hätte.

[18h38] Der zweite Tag des NFL-Wirrwarrs ist mitten im Gange – morgen startet die Story dann offiziell, wobei laut einer vertrauenswürdigen Information angeblich die Verträge „offiziell“ erst ab 4. August 2011 unterschrieben werden dürfen; allein, ein bloßes Abkommen in der NFL darf als „vertragsgleich“ gelten.

As yesterday, werfe ich bequemlichheitshalber wieder alles in einen Topf: Free Agents, Rookies, Trades, whatever else. Die Quellen sind wieder: NFL/Yahoo, NFL/ESPN und Adam Schefters Twitteraccount – alles verlässliche und schnelle Dienstleister.

QuarterbacksBrett Favre hat angeblich allen Unkenrufen zum Trotz seinen „endgültigen“ Rücktritt erklärt. Was soll man dazu noch sagen…

QB Pat Devlin hat offenbar bei den Miami Dolphins unterschrieben. Devlin war der QB von der Flacco-Uni, den im Jänner einige hatten in die erste oder zweite Runde des Drafts schreiben wollen, und der dann am Ende doch ganz leer ausging. Miami will angeblich aber weiterhin Kyle Orton und soll bereit sein, massig zu investieren.

Running Backs – Devlin ist ein interessanter Neuzugang für Miami, aber nichts gegen die kleine Sensation bei den Running Backs: Angeblich hat Miami für Reggie Bush getradet! 10 Mio. für einen Zweijahresvertrag, nachdem Bush in New Orleans (wie prognostiziert) nicht unter dem alten Vertrag bleiben konnte. Miamis Owner Stephen Ross ist dafür bekannt, seit Jahren händeringend vermarktbare „Stars“ für die Dolphins einzukaufen, um endlich an Profil zu gewinnen.

New Orleans hat einen anderen Mann weiterverpflichtet: RB Pierre Thomas (4yrs/12 Mio. – gleiche Zahlen wie bei K Mare gestern). Thomas/Ivory/Rookie Ingram: könnte ein potenter Laufangriff werden in New Orleans.

Wenig sensationell: Dallas hat RB Marion Barber rausgeschmissen, wie von maschemist vor einigen Monaten in seinem Gastbeitrag prophezeiht. Ein anderer Running Back könnte auf dem Markt sein: Frank Gore ist in San Francisco untergetaucht und ward seit Lockout-Ende nicht mehr gesehen.

Wide Receivers – Der spektakulärste Move ist sicherlich „Sidney Rice nach Seattle“. Irgendwie bedrückend, diese Personalpolitik der Vikings, auch wenn zum Vertrag von Rice bei den Seahawks wenig Substanzielles in Erfahrung zu bringen ist (lt. Foxsports ein 5yrs-Vertrag). Meine Güte, Rice plant anscheinend, in Seattle zu versauern – oder er gibt so viel auf Tavaris Jackson.

Bei den krassen Zahlen für WR Holmes gestern: WR Deseaon Jackson in Philadelphia will angeblich für mehr Geld streiken. Interessantes Detail: Der neue Tarifvertrag beinhaltet eine Passage, die von „hartem Vorgehen gegen streikende Spieler“ spricht.

In Dallas steht WR Roy Williams vor dem Abschuss.

Carolinas Steve Smith dagegen hat das Erwartete gemacht und wird in Carolina bleiben. Ich halte Steve Smith für einen der integersten Spieler der NFL – was verwundern mag angesichts einer Handvoll Trainingsschlägereien. Aber Smith gehört nicht umsonst zu meinen 10 Lieblingsspielern.

WR Lance Moore, wichtiger, unterschätzter Bestandteil der Saints-Offense, bleibt in New Orleans. Zumindest lt. seines Twitter-Accounts.

Die Stokley/Redskins-Nummer scheint sich als Ente herausgestellt zu haben. Welch Wunder, bei den Zillionen Wide Receivers, die Washington dieser Tage eingekauft hat.

Offensive Line – Ein Rücktritt zu Beginn: OG Damien Woody (sensationelle Bewertungen bei PFF) ist bei den Jets nicht mehr gewollt und hat keine Lust auf ein anderes Team. Der Rücktritt scheint sogar schon offiziell zu sein. Die Jets haben dafür OT Wayne Hunter weiterverpflichtet (unterirdische Ratings bei PFF).

Pro Bowl G Leonard Davis wird von Dalals entlassen werden.

Defensive Line – Die SENSATION des Tages: New England kriegt DT Albert Haynesworth für einen 5th round pick aus Washington. Haynesworth ist bei Zeiten ein fauler Sack und hasst die 3-4 (die auch New England spielt), aber wenn ein Mensch diesen fantastischen Defensive Tackle auf die Reihe bekommt, ist es Bill Belichick. Haynesworths Megavertrag wird mit Sicherheit neu geschrieben und vergleichsweise schmal ausfallen, aber der Move macht New England für mich auf der Stelle zum Superbowl-Topfavoriten. Haynesworth ist für mich der potenziell beste Tackle (ich habe 2008/09 viele Titans-Spiele gesehen, womöglich daher ein bissl Verblendung).

Philadelphia hat sich indes mit DE Jason Babin einen Pro Bowler aus Tennessee geholt (5yrs). DT Bunkley, DE Cole, DE Babin: Diese Line – noch dazu mit DL-Coach Jim Washburn – wird in Zukunft zu beachten sein. IMHO ein fantastischer Move der Eagles, gerade nach dem Verlust des besten Safetys (Mikell).

Washington hat sich dagegen DE Stephen Bowen für 5yrs/27,5 Mio./12,5 Mio. guaranteed geholt. Habe ich schon erwähnt, wie erstaunt ich über manche Summen dieser Tage bin – Capfloor hin oder her? (Die Redskins haben übrigens alles zu tun, um UNTER die Salary Cap zu kommen)

DT Barry Cofield (gestern sollte er bei den Giants bleiben) geht nun anscheinend doch nach Washington.

Linebackers – Der beste Mann, der ab sofort verfügbar ist: MLB Nick Barnett, der Mann, ohne den Green Bay jüngst derdiedas Superbowl gewann, der sich beklagte, nicht auf dem Mannschaftsfoto zu sein und der IMHO einer der besten seines Fachs ist. Barnett wird getradet oder entlassen – Green Bay hat den Rausschmiss semi-offiziell gemacht.

New England hat Haynesworth und braucht noch Pass Rusher. Was tun? OLB Tully Banta-Clain entlassen. Banta-Clain machte über zwei Jahre 15 Sacks, gefühlt die Hälfte der kompletten Patriots-Sacks.

Wichtiger Move für Detroit: OLB Justin Durant kommt aus Jacksonville.

Defensive Backs – Das Rennen um CB Nnamdi Asomugha ist erwartet voll im Gange. Wider Erwarten haben die Jets lt. Schefter 10 Mio. Platz unter der Salary Cap, aber Houston soll der Favorit sein und einen Langzeitvertrag über 14 Mio./Jahr angeboten haben. Asomugha in Houston – die Texans wären automatisch mein AFC-South-Favorit.

Kicker – K Matt Stover ist offenbar zurückgetreten. Uralt-Stover, der lange in Baltimore und dann in Indianapolis gekickt hat.

NFL Free Agency 2011, Tag -2

 

[23h48] N’Abend, Pflichten sind erledigt, daher noch ein schaler Blick auf die Geschehnisse seit 20h MESZ vor der Heia.

Carolina Panthers – Nächster Eigenbauspieler gehalten: LB James Anderson 5 Jahre/22 Mio./8,5M garantiert. Nach internen Re-Signings mit K Olindo Mare eine recht irre Verpflichtung: 4 Jahre, 12 Mio., 4 Mio. Signing Bonus. Bisschen was von „Spucke wegbleiben“. Und gleich noch einer nach: TE Ben Hartsock für zwei Jahre eingekauft. Und die Leier geht weiter: NT Ron Edwards für 3yrs/8,25 Mio. aus Kansas City eingekauft. Die Panthers haben nach meiner Rechnung heute 157 Mio. Dollar für Langzeitverträge ausgegeben – und das inkludiert noch keine Rookies und keinen Ben Hartsock. Dazu soll S/LB Thomas Davis noch eine Vertragsaufbesserung kriegen. Marty Humphrey going crazy, oder so ähnlich.

Washington Redskins – am Nachmittag kursierten wilde Gerüchte ob einer Verpflichtung von WR Holmes. Der Ersatz ist nun WR Jabar Gaffney, der einstige Brady-Buddy aus alten New England-Zeiten. Ein klassischer possession receiver, wird dir keine Defense auseinanderziehen, aber immer den Catch über 7yds bei 2nd und 6 machen. Und gleich noch einer nach: Slot-Receiver Brandon Stokley, der in den letzten Jahren in einem dreiviertel Dutzend NFL-Städten seine Brötchen verdient haben dürfte.

Moss, Stallworth, Gaffney, Stokley plus die Rookies Hankerson/Paul/Robinson – die Redskins brauchen die halben Kaderplätze für Wide Receivers, die in drei Tagen verpflichtet werden.

Houston TexansQB Matt Leinart hat entgegen aller Vorzeichen einen Zweijahresvertrag (5,5 Mio./3,75M garantiert) bekommen. Für Leinart ein nettes Zubrot zur täglichen Party. Zweite Vertragsverlängerung: WR Jacoby Jones. Dritte: OT Rashard Butler, der schwache PFF-Zeugnisse vorweist.

Indianapolis ColtsK Adam Vinatieri wird noch drei Jahre bleiben. Vinatieri wird für seine Kicks immer als Patriots-Hero in Erinnerung bleiben, aber schön langsam ist der Mann länger in Indy als er in New England war, wenn ich mich grob täusche. S Melvin Bullitt ebenso drei Jahre in Indy. Dazu kommt mit QB Nate Davis eine recht mobile Alternative dazu. Davis war vor zwei Jahren ein gehypter Mann frisch aussm College, hat sich aber nirgends durchgesetzt und war bei mir eigentlich schon aus dem Blickfeld.

Tampa Bay Buccs – Salaryfloor-Alarm! LB Quincy Black kricht mal eben Fünfjahresvertrag für 29,5 Mio./11,5 Mio. guaranteed. Die Buccs brauchen händeringend Abnehmer einige Dutzend Millionen, die sie ausgeben müssen.

Buffalo Bills – Salaryfloor-Alarm zum Zweiten: CB Drayton Florence wird für drei Jahre und insgesamt 15 Mio. gehalten. Florences Noten bei PFF sind unterirdisch. Für Buffalo ist aber wichtiger, möglichst schnell Geld in den Kader zu schaufeln.

Cincinnati Bengals – Der Zweijahresvertrag für QB Bruce Gradkowski dürfte angesichts der möglichen Umstellung von Rotschopf Andy Dalton noch wertvoll werden. Cincinnatis Fans werden noch einige Zeit an diesem Kulturschock zu knabbern haben: Palmer/85/Owens zu Gradkowski/Dalton/Green – durchschnaufen, Taschentuch rausholen, aufdiesaisonfreuen.

Gradkowski selbst dürfte der Wechsel gut tun: Wenn ich mich recht erinnere, hat der Mann einst mal unter Jon Gruden gespielt. Cincinnatis Offense Coordinator ist Jay Gruden. Jons kleiner Bruder.

Kansas City Chiefs – Zwei Spieler bleiben: Der Uralt-Center Casey Wiegmann und WR Terrance Copper, beide nicht wirklich Leistungsträger, aber was willst machen, wenn du noch ein, zwei Anspielstationen brauchst und die Redskins die halbe Liga leerkaufen?

Minnesota Vikings – Der Sidney Rice für Kleine ist gefunden: WR Devin Aromashodu von Chicago. Ob es damit getan ist?

New York Giants – Head Coach Tom Coughlin hat eine Verlängerung um ein Jahr bis inklusive 2012/13 bekommen, nicht gerade der Vertrauensbeweis schlechthin. Solche Einjahresverträge sind meistens nur dazu da, um das Gerede in diesem Herbst abzustellen. Coughlin geht aber IMHO bereits angeschlagen in die Saison und MUSS Playoffs vorweisen können.

Detroit Lions – Third Stringer Drew Stanton hat ein weiteres Jahr verlängert. Stafford und seine Schulter und so.

New England PatriotsRB/FB Sammy Morris wird bleiben.

New York JetsWR Braylon Edwards sitzt im Schmollwinkel, nachdem Holmes den Vertrag bekommen hat und die Jets lieber Asomugha einkaufen wollen, als ihn weiterzuverpflichten. In Washington wäre sicher noch ein Platz frei…

San Francisco 49ers – Die Info ist noch unbestätigt, aber anscheinend wurde der horrend teure CB Nate Clements rausgeschmissen (hatte ca. einen 80 Mio.-Vertrag). Ich nehme an, sie kaufen Clements für lau wieder ein.

Baltimore RavensDT Kelly Gregg ist offiziell entlassen worden. Die Ravens und Panthers kriegen die rote Nummers für den Kämpferischstes-Team-Tagespreis.

Und damit: Guade Nocht.

[19h57] Jake Delhomme ist The Guy. Kassierte vor zwei Jahren 12,5 Mio. Signing Bonus on Carolina, wurde ein Jahr später gefeuert. Kassierte letztes Jahr 7 Mio. Signing Bonus von den Browns, wurde vor einer Minute von Cleveland gefeuert. So kann man sein Geld auch verdienen. (Hiermit verabschiede ich mich für 2-3h vom Liveblogging, freiwillige Pflichten rufen)

[19h40] Wieder einiges Neues: Carolina hat RB DeAngelo Williams gehalten. Ein irrer Deal für einen 28-jährigen Running Back mit Verletzungshistorie: Fünf Jahre, 43 Mio. Dollar, davon 21 (!!!) Mio. Dollar Unterschriftenbonus. Wie war datt noch mal mit Salary Cap Floor? Und so nebenbei sieht man schon die erste Auswirkung der Rookie-Gehaltsbeschränkung: Mit einem 50-Millionen-Newton wäre Williams in Carolina unmöglich geworden.

Derweil wird das Ausmaß des Jackson-Vertrags mit Seattle ersichtlich: Zwei Jahre, acht (!) Mio. Dollar. Ich bin ob der Summe irgendwie… perplex. Riecht nicht so gut für Seattles QB Whitehurst.

Jacksonville soll an Baltimores Safety Dawan Landry dran sein, ein potenziell schlechter Move für die Ravens, da Ed Reeds Rücktritt nur mehr wenig entfernt ist und den Ravens die Safetys ausgehen. San Diego zahlt sich auch einen ab für S Weddle: 40 Mio. für 5 Jahre, 13 Mio. Unterschriftenbonus, 19 Mio. guaranteed. Weddle ist damit, man mag es kaum glauben, der bestbezahlte Safety EVER.

Kicker-Markt: Olindo Mare wird Seattle verlassen.

G Robert Gallery geht nach Seattle. Harhar: Hatte ich nicht immer behauptet, Gallery sei ein „Cable-Guy“? Seattles Offense-Line-Coach: Tom Cable.

[19h17] S Eric Weddle wird in San Diego bleiben.

[19h13] Update/Kyle Orton. Lt. Michelle Beisner wird Orton noch vor Mitternacht/MESZ ein Miami Dolphin sein. Tebow-Mania hat John Fox also tatsächlich erfasst.

[18h10] Die Free Agency startet erst übermorgen offiziell – will heißen: Verträge dürfen erst dann unterzeichnet werden – heute schon ist einiges passiert, was Spielerwechsel angeht. Womöglich gibt es morgen Abend „richtiges“ Liveblogging, heute mal ein Überblick, was bisher passiert ist (nicht vergessen, an der Westküste ist es gerade 9h morgens). Ach, und: Ich berufe mich zum größten Teil auf den Twitter-Account von Adam Schefter.

Quarterbacks – Just for the record: Cameron Newton (Pick #1/Panthers) wird ohne Streik seinen Vierjahresvertrag für 22 Mio. unterschreiben.

Größtes D’oh! Bei Donovan McNabb. McNabb ist für einen 6th round-Draftpick nach Minnesota verscheppert worden. McNabb hätte im September einen gigantischen Roster-Bonus erhalten (ergo: wäre mit Sicherheit vorher entlassen worden), aber die geringe Kompensation ist doch überraschend. [6th rounder 2013 ist optional vorgesehen]

Washington hat sich dafür den ehemaligen Jets-QB Kellen Clemens geholt, der einst dank Favre abgesägt worden ist.

Matt Hasselbeck soll angeblich in Tennessee im Wort stehen. Ein Move für die Titans nach dem Motto „Hauptsache, QB Locker wird nicht von Anfang an abgeschossen“. So darf Hasselbeck wohl erstmal seine Glatze hinhalten. Interessant ist der Zusatz „multi year deal“: Hasselbeck ist gepflegte 36, aber Locker wird nachgesagt, mindestens 1-2 Jahre Feinschliff zur NFL-Tauglichkeit zu brauchen.

Seattle hat reagiert und Tavaris Jackson aus Minnesota eingekauft. Jackson ist so ein QB, der dir keine Superlative aussm Hals zieht, aber ich hatte immer das Gefühl, die Vikings hätten ihn mit dem Favre-Geeiere zu früh vor die Hunde geschmissen – siehe Clemens’ Schicksal.

Buffalo hat angeblich Tyler Thigpen, unseren Pistol-QB aus Chiefs-Zeiten, eingekauft. Thigpen hat damals als Rookie unter Chan Gailey ein paar Spiele in der Pistol-Formation gemanagt und IMHO seine Sache so unterirdisch nicht gemacht. Achja: Buffalos Head Coach ist Chan Gailey.

San Francisco hat das letzthin Erwartete gemacht will Alex Smith nun doch behalten. Bengals-Owner Mike Brown bleibt in Sachen Carson Palmer offenbar weiterhin stur: Kein Trade und damit Karriereende.

Zwei Gerüchte: Lt Jason LaCanfora/NFL.com wird Kevin Kolb/Eagles „innerhalb von 48h“ nach Arizona getradet und Kyle Orton/Broncos wird mit einiger Wahrscheinlichkeit nach Miami gehen.

Running Backs – Baltimore soll Willis McGahee gefeuert haben. Überraschungsfrei. Seitens ungedraftete Rookies hat Pittsburgh dem Brecher John Clay (remember Rose Bowl/Wisconsin?) geholt.

Wide ReceiversSantonio Holmes hat in diesen Minuten einen massiven Fünfjahresvertrag mit den Jets ausgehandelt: 50 Mio., 24 Mio. Unterschriftsbonus. Bedeutet a) Braylon Edwards wird wohl gehen, b) die Jets werden irgendwo teure Spieler gehen lassen müssen und c) irgendwo ein paar tausend Kilometer weiter westlich wird ein Vincent Jackson aufmerksam zugehört haben.

Die Redskins haben offenbar Santana Moss weiterverpflichtet (3 Jahre, 15 Mio.) – überraschend, denn Moss ist 32 und hatte 2010/11 ein außergewöhnlich gutes Jahr. Die Redskins haben dem Vernehmen nach auch bei Donte Stallworth zugeschlagen (kommt aus Baltimore) – zwei Spieler, von denen ich aus Madden/NFL-Zeiten im Kopf habe, dass sie wieselflink sind. Stallworth für ein Jahr verpflichtet – wie oft hatten wir das in den letzten Jahren eigentlich schon?

Baltimore wird den älter werdenden Derrick Mason entsorgen.

#Massenexodus_aus_Arizona: Angeblich steht eine Zusage von Steve Breaston für Kansas City kurz bevor. Die Chiefs werden vom ex-Cardinals OffCoord Todd Haley gecoacht.

Tight Ends – Baltimore wird auch Todd Heap entlassen, den famosen Tight End, der gegen die Chiefs in den Playoffs einen Tag vor dem Herrn erlebte und eiskalt die Schnittstelle in der Linebacker-Zone ausnutzte. Randy McMichael bleibt in San Diego.

Offensive Line – Die Ravens scheinen zwar haufenweise Skill Players gehen zu lassen, dafür werden OG Marshal Yanda und OT Jared Gaither gehalten. Vertragsbedingungen sind mir noch nicht bekannt. OT Doug Free wird in Dallas bleiben. Vertrag: 4 Jahre, 32 Mio. Die Bears werden aller Wahrscheinlichkeit nach C Olin Kreutz verlieren (S.F. ist dran, die 49ers haben C David Baas an die Giants verloren).

Defensive Line – Der bisher massivste Deal war schon heute in der Früh bekannt: Die Carolina Panthers haben DE Charles Johnson für sechs Jahre/72 Mio. Dollar behalten. Ein nicht unbedingt erwarteter Move, aber wie angedeutet: Manche Teams müssen auf Druck teure Verträge unterzeichnen und wer eignet sich besser als der beste verfügbare eigene Spieler?

DE Jarvis Moss soll in Oakland bleiben. DT Barry Cofield angeblich (wie von footballissexbaby vor ein paar Tagen prophezeiht) weiterhin bei den Giants – Vertragszahlen sind mir nicht bekannt. Die Giants werden dafür DT Rocky Bernard raus. (Ex-)Wandervogel Damione Lewis bleibt in Houston.

Linebackers – Der nicht gedraftete Rookie OLB Mark Herzlich wird sein Trainingslager mit den New York Giants bestreiten. Herzlich ist der Mann, der nach überstandenem bösartigem Tumor in der vergangenen Saison für Boston College eine starke Saison gespielt hat.

ILB Takeo Spikes geht von San Francisco die Küste runter zu San Diego, ein merkwürdiger und irgendwie unpassender Move von beiden Seiten. OLB Paul Poluszny von Buffalo nach Jacksonville – kleiner Markt zu kleinem Markt, und Buffalos Linebackerschaft wird auch immer dünner…

Defensive Backfield – Die Eagles haben S Quintin Mikell tatsächlich gehen lassen, um genau zu sein nach St Louis. Mikell hat bei PFF seit Jahren Höchstnoten bekommen, ob als Fetisch oder ob wirklich so gut. Auf alle Fälle konsequent als Eagles-Sicht, die seit Jahren nicht davor zurückscheuen, Spieler rauszuwerfen, die die 30 überschritten haben.

Steelers-CB Ike Taylor bleibt in Pittsburgh.

Special Teams – GB behält K Mason Crosby, DET K Dave Rayner.

Eine Anmerkung: Aufgrund der schieren Masse an Informationen werden ich die drei folgenden Einträge zum College-Football auf Anfang nächste Woche verschieben. Ich muss jetzt gleich zu einer Ausschusssitzung und aktuell geht es eh in Sachen NFL ziemlich rund. Wer Anmerkungen zu aktuellen bzw. weiteren Spielerwechseln hat, darf sich natürlich gerne in den Kommentaren melden.

May God Bless All Of You

Free Agency gibt es in diesem Jahr keine, aber trotzdem werden in den NFL-Franchises fleißig die Kader ausgemistet und für den NFL Draft herausgeputzt. Solange das Collective Bargaining Agreement (CBA) noch aktiv ist (also noch 7 Tage lang), dürfen Spieler gefeuert werden und vertragslose Spieler eingekauft werden.

Wichtige Spieler, deren Verträge mit dem CBA-Ende auslaufen, können per Franchise Tag gehalten werden (so geschehen bei Vick & Manning), wobei nicht klar ist, ob diese unter einem neuen CBA noch gültig sein werden.

Zweites Fragezeichen: Restricted Free Agents (RFA) vs. Unrestricted Free Agents (FA) – bis zum Ende der Saison 2009/10 waren Spieler, deren Verträge ausliefen und mindestens vier Jahre in der Liga waren, uneingeschränkt frei, auf dem Markt ihren Wert zu testen. Seit dem vergangenen Frühjahr sind sie erst ab dem sechsten Jahr frei.

Spieler, deren Verträge in diesen Tagen auslaufen und die weniger als sechs Jahre NFL-Profis sind, sind somit RFAs, d.h. ihre Rechte liegen auch nach Vertragsende noch beim Team. Das Team kann eine sog. Tender verhängen. Das ist bsp. ein Einjahresvertrag zu einer gewissen Höhe. Dadurch kann der Spieler nur wechseln, sofern eine andere Mannschaft daherkommt und Draftpicks sowie mehr Geld bietet.

Im vergangenen Jahr hat diese Neuregelung z.B. Shawne Merriman viel Geld gekostet. Merrimans Fünfjahresvertrag war ausgelaufen und unter den alten Konditionen wäre er Free Agent gewesen und hätte abkassieren können. Aber da er weniger als 6 Jahre Profi gewesen war (nämlich 5), konnten die Chargers eine 3Mio.-Tender verhängen und Merriman spottbillig halten, weil keine andere Mannschaft für Merriman 1st und 3rd round picks zahlen wollte.

Heuer haben wir solange keine Free Agency, bis eine Einigung im Arbeitskampf gefunden ist. Trotzdem wechselten einige Spieler in diesen Tagen die Mannschaften – weil sie aus ihren Verträgen entlassen worden sind (diejenigen, die Free Agents werden, haben noch Vertrag, bis das CBA ausläuft, und können daher bis zur Einigung nicht wechseln).

Die Recken in den Schützengräben

Tommie HarrisDie Chicago Bears haben ihren mehrfachen Probowl-Defensive Tackle Tommie Harris gefeuert. The Real Deal Harris antwortete darauf mit einer Liebeserklärung in einer Chicagoer Tageszeitung, so herzerweichend, dass nur noch ein Violinenquartett, Kerzenlicht und ein edler Tropfen fehlten, um das Schmalz so richtig zum Rinnen zu bringen – links nachzulesen. Dass der eiskalte Profisport ausgerechnet in diesen Tagen mit so was aufbieten kann, ist doch auch mal ganz nett.

Ein zweiter ganz großer Defensive Tackle der letzten Jahre war Shaun Rogers (Lions, Browns). – Das Riesenbaby wurde in Cleveland rausgeschmissen und autographierte unmittelbar danach für ein Jahr und $4 Mio. bei den Saints.

Defensive Tackle, die dritte: Marcus Stroud hat nach seiner Dienstenthebung bei den Bills in New England unterschrieben. Stroud gehörte wie Rogers einst zu den ganz Großen seines Fachs, als Anführer einer der dominantesten Laufdefenses in Jacksonville. Zuletzt in Buffalo war Stroud verletzungsanfällig und von daher ist es leicht überraschend, dass Bill Belichick sich Stroud für zwei Jahre anlacht.

BTW, Strouds College-Teamkollege Richard Seymour, einst von eben diesem Belichick aus New England vertrieben, hat in Oakland vor zwei Wochen für zwei Jahre unterschrieben.

Ein vierter Defensive Tackle von Format ist erst gestern gefeuert worden: Jamal Williams, dreifacher Pro Bowler in San Diego und zuletzt in Denver am Werkeln. Das allerdings in einer 3-4 Defense und in Denver will John Fox bekanntlich die 4-3 reinstallieren. Williams muss so unflexibel sein, dass die Broncos ihn trotz großer Not auf dieser Position gehen lassen.

Von entlassenen Topleuten strotzt es nur so: Auch Kris Jenkins ist ausgeschmissen worden. Jenkins war dauerverletzt, ABER: Wenn fit, einer der dominantesten und ein Hauptfaktor, dass die Panthers sich 2003/04 bis in die Superbowl durchgewürgt haben. Dieses Sports-Science-Video mit Jenkins ist mit einem Wort am besten beschrieben: Scary. Nein, in zwei: Scary shit.

Safety first

Mehrere Top-Verteidiger waren in den letzten Tagen vertragstechnisch in den Schlagzeilen. Angefangen bei SS Bob Sanders, einem der Allerbesten, wenn er fit ist. „Wenn“ ist dabei das Schlüsselwort: Sanders hat in 7 Jahren Profitum nur zweimal (!!!) mehr als sechs Regular Season-Spiele bestritten – dabei aber 2x Pro Bowler gewesen und einmal Defensive MVP. Sozusagen der Kris Jenkins auf der Safetyposition. Sanders wurden in Indianapolis nach zuletzt nur mehr 9 Einsätzen in drei Jahren rausgeschmissen und hat bei den San Diego Chargers einen neuen Arbeitgeber gefunden.

Noch ein Safety: O.J. Atogwe, einer der wenigen Kanadier in der NFL und in St Louis entlassen, weil $8 Mio. einfach zu viel waren. Atogwe hat den selben Weg eingeschlagen wie einst Safety Adam Archuleta und ist von den Rams zu den Redskins gegangen (5 Jahre, $26 Mio.).

Der Hawk ist wieder da

Sogar $10 Mio. hätte Linebacker A.J. Hawk in Green Bay kassiert – viel zu viel. Green Bay schmiss Hawk kurzerhand raus, um ihn gestern wieder per Fünfjahresvertrag weiter zu beschäftigen.

Ein anderer gefeuerter Linebacker/Defensive End dürfte es schwerer haben: Vernon Gholston, #6 Pick der Jets vor drei Jahren im Draft. Gholston kam damals von der Ohio State University und absolvierte eine Combine, die die Scouts erstmal atemlos zurückließ. Gholston säckelte schnell seine Millionen ein. Jahre später versucht der geneigte Experte dann gerne, den Koeffizienten aus „Millionen pro Sack“ zu errechnen. Bei Gholston dürfte die Mathmatiker [$ Mio. geteilt durch #Sacks] vor Probleme stellen: Division durch Null.

Nicht mehr so stürmische Hurricanes

TE Jeremy Shockey (TD-Catch in der Superbowl 44) wurde in New Orleans rausgeschmissen. Shockey hat schnell einen neuen Arbeitgeber gefunden – und er zeigt, dass es ihm auf seine alten Tage hauptsächlich noch um $$$ geht: Unterschrift bei den Carolina Panthers, die locker 2-3 Jahre von NFL-Relevanz entfernt sein sollten.

RB Clinton Portis, früher wie Shockey bei den Miami Hurricanes am College, ist der noch größere Name. Portis’ Zeit in Washington ist abgelaufen. Zu viele Verletzungen, zu hohes Gehalt, zu wenige Spiele, zu wenig Leistung. Portis dürfte zwar schon ausgesorgt haben, aber Portis ist trotz seiner langen Karriere noch keine 30 und könnte locker noch den Change-of-Pace-Back in einer Mannschaft mit Superbowl-Chancen geben. Ich bin gespannt, wo der Mann, der einst nach einem 5-TD-Spiel an der Seitenlinie mit Schwergewichtsgürtel und 15kg geschwollenen Eiern herumstolziert ist, landet.