AFC South in der Frischzellenkur 2012 (II)

Houston Texans

  • #26 (1) DE Whitney Mercilus (Illinois)
  • #68 (3) WR DeVier Posey (Ohio State)
  • #76 (3) G Brandon Brooks (Miami, OH)
  • #99 (4) C Ben Jones (Georgia)
  • #121 (4) WR Keshawn Martin (Michigan State)
  • #126 (4) DT Jared Crick (Nebraska)
  • #161 (5) K Randy Bullock (Texas A&M)
  • #195 (6) OT Nick Mondek (Purdue)

So schlecht die Free Agency der Houston Texans war, so gut sieht ihre Draft aus. Sechs Picks in den ersten vier Runden sorgen vor allem für eine Sicherheit spendende Tiefe.

Von DE Whitney Mercilus, dem 1st-rd pick, wird allerdings mehr erwartet. Er wurde gedraftet, um den nun leeren Platz des abgewanderten Mario Williams zu füllen. Mit Brooks Reed und Connor Barwin zusammen soll Mercilus das Pass-Rusher-Trio bilden, um das die gesamte Abwehr aufgebaut ist. Mit Cornhusker Jared Crick kam in Runde vier noch eine sehr talentierte Verstärkung für die Defensive Line. Crick ist gedacht für den anderen DE-spot gegenüber des letztjährigen 1st-rd picks J.J.Watt. Sollte Crick tatsächlich das Zeug haben, dort starter niveau zu zeigen, haben sich die Texans in verdammt kurzer Zeit eine verdammt junge und gute Front Seven zusammengeholt.

Zwischen den Picks #68 und #121 gabs vier Mal Offense, zwei WRs, zwei OLiner. Wobei WR Keshawn Martin vor allem als Returner geholt worden sin dürfte. DeVier Posey soll mit seinen fast 100kg ein guter possession receiver sein, jemand, zu dem man immer werfen kann, wenn Andre Johnson mal wieder gedoppelt oder verletzt ist. Houstons Plan für Posey ist wohl, so etwas wie ein Anquan Boldin für Arme zu werden. Nötig hätten sie es auch, ist doch ihr WR-Corps einigermaßen dünn.

Was aber gar nicht so schlimm ist, weil die Offense mittlerweile vom Laufspiel getragen wird. Und dafür gab es an den Positionen #76 und #99 gleich zwei Verstärkungen, die nach den Abgangen von G Briesil und RT Winston auch dringend benötigt wurden. Vor allem Ben Jones soll perfekt in das zone blocking scheme der Texans hineinpassen und könnte damit gleich den Platz von Briesil übernehmen. Brandon Brooks ist wohl mehr ein Entwicklungsspieler, der aber als freak of nature allerbeste körperliche Voraussetzungen hat mit 150 Kilos verteilt auf 1,96m. Brooks gilt als ungeschliffener Diamant, der so raw ist, daß er nicht mal zur Combine eingeladen wurde.

Das sieht insgesamt sehr vernünftig aus, was Houston da gemacht hat. Die eh schon gute Front Seven mit frischem Talent und depth versorgt sowie mit zwei Top-100-picks versucht, die Abgänge der OLine zu kompensieren. Sollten die beiden WRs dann noch eine tragende Rolle im Angriff spielen können, sind die Texans gut gerüstet für Ziel, den Gewinn der AFC South zu wiederholen.

Tennessee Titans

  • #20 (1) WR Kendall Wright (Baylor)
  • #52 (2) LB Zack Brown (North Carolina)
  • #82 (3) DT Mike Martin (Michigan)
  • #120 (4) CB Coty Sensabaugh (Clemson)
  • #145 (5) TE Taylor Thompson (SMU)
  • #190 (6) S Markelle Martin (Oklahoma State)
  • #211 (7) DE Scott Solomon (Rice)

Der Top-Pick der Titans ist der Lieblingsbuddy von RGIII am College gewesen. Kendall Wright war bei Baylor der Mann für die Big Plays. Sehr schnell, sehr kräftig und mit tollen, explosiven Moves im open field. Es wird interessant sein zu sehen, wie er sich in der NFL macht, wo er sicher nicht soviel verlassenes grünes Gras vor sich finden wird wie am College. Immerhin wird er den Luxus von single soverage genießen, solange RB Chris Johnson und WR Kenny Britt alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Der einzige weitere Pick für den Angriff ist TE Taylor Thompson in der fünften Runde. Oder besser: Defensive End Taylor Thompson. Thompson hat bei SMU DE gespielt. Dort hat er in den vergangenen zwei Jahren 12 Sacks gemacht und wurde zweimal ins All-Conference-USA gewählt. Nun will er aber (wie schon vor seiner Collegezeit) Tight End spielen. Seine Maße gleichen fast aufs Komma denen von New Orleans´ Jimmy Graham. 6-6, 259lbs, 4.56 40-yd dash. Die Gronkowskis und Grahams dieser Welt haben dazu geführt, daß so gut wie alle Mannschaften händeringend einen „neuen Tight End“ suchen und dabei auch unkonventionelle Lösungen ausprobieren, von Basketballspielern bis zu Defensive Ends. Durch seinen defensiven Hintergrund dürfte Thompson aber zumindest in dieser Saison keinen großen Einfluß haben.

Für ihre schon traditionell sehr tiefe Defensive-Line-Rotation haben die Titans erneut zwei Spieler gedraftet. DT Mike Martin, der soforft in die Rotation soll, hat für einen inside guy angeblich sehr gute pass rushing skills. Damit verstärkt er das junge Duo Karl Klug und Jurrell Casey in der Mitte. DE Scott Solomon aus der siebten Runde hat Außenseiterchancen auf einen der sieben bis acht Posten in der Rotation.

Eine solide Klasse für die Titans, wie eigentlich immer, möchte man sagen. LB Brown und DT Martin sollen von Anfang an wichtige Rollen in der Defense spielen; CB Coty Sensabaugh wird aufgrund mangelnder Tiefe wohl auch sofort in Nickel- und Dime-packages geworfen werden, vor allem aber ein ungemein explosiver Special Teamer sein. Etwas seltsam aber, daß das CB-Problem nicht früher und aggressiver angegangen wurde. In der Offense versucht man alles, um dem letztjährigen 1st-rd pick Jake Locker das Leben so einfach wie möglich zu machen. Wenn WR Wright Tennessees Victor Cruz wird, wenn TE Thompson sich schnell entwickelt, wenn RB Chris Johnson zu alter Form zurückfindet – dann kann Locker gar nicht schlecht aussehen, wenn er dann mal den Platz von Matt Hasselbeck erobert. Wennwennwenn. Wenn nicht alles eintritt, muß er sich schon ziemlich strecken, um seinen 8th overall pick zu rechtfertigen.

AFC South in der Frischzellenkur 2012 (I)

Indianapolis Colts

  • #1 (1) QB Andrew Luck (Stanford)
  • #33 (2) TE Coby Fleener (Stanford)
  • #64 (3) TE Dwayne Allen (Clemson)
  • #92 (3) WR T.Y. Hilton (Florida International)
  • #136 (5) DT Josh Chapman (Alabama)
  • #170 (5) RB Vick Ballard (Mississippi State)
  • #206 (6) WR LaVon Brazil (Ohio)
  • #208 (7) OT Justin Anderson (Georgia)
  • #214 (7) DE Tim Fugger (Vanderbilt)
  • #253 (7) QB Chandler Harnish (Northern Illinois)

Wir bauen uns ein Haus für Andrew Luck. Von zehn Draft Picks wurden acht für die offensive Seite des Balles genutzt: 2TEs, 2 WRs, 2QBs, 1RB und 1OT. Hier wird ganz neu aufgebaut mit nur wenigen Überbleibseln vergangener Tage. Reggie Wayne ist noch da, um Luck den Einstieg zu erleichtern; und die beiden OLiner Ben Ijalana und Anthony Castonzo, 2nd- und 1st-rd picks 2011, sollen den Kern der Linie bilden.

Die ersten beiden Picks für Luck waren Tight Ends. In Runde zwo sein alter Stanford Buddy Coby Fleener und in Runde drei Clemsons Dwayne Allen. Das ist högscht interessant, wenn man wissen will, wie die Offense Luck/Colts aussehen soll oder was zumindest die Vorstellung der Verantwortlichen um OC Bruce Arians davon ist. Mit Luck und Arians prallen eigentlich zwei Gegensätze aufeinander: hier Luck, der Mann mit den 2- oder gar 3-TE-sets, viele kurze Pässe, schnelle Entscheidungen, power running game. In der anderen Ecke Arians, einer der wenigen OCs, die ein großes vertikales Element im Paßspiel haben, welches dem Laufspiel vorgezogen wird. Das frühe Draften der Tight Ends deutet darauf hin, daß Arians von oben die Vorgabe bekommen hat, erst mal etwas leicht verdauliches für den Rookie-QB zu basteln.

Die beiden in den Runden drei und fünf gedrafteten WR, T.Y. Hilton und LaVon Brazil, sollen eher Perspektivspieler sein. Wobei Hilton als verdammt aufregender Kick- und Puntreturner angepriesen wird, sodaß er sich über Big Plays in den Special Teams schnell einen Namen machen könnte. Er kann die 40 in 4.3 laufen und damit vielleicht im Slot – er ist nur 1,77m groß – ein Arians-Liebling als Emmanuel Sanders- oder Antonio-Brown-lookalike werden.

RB Vick Ballard komplettiert das junge running back committee um Donald Brown und Delone Carter. Weil den Menschen nichts besseres einfällt, sagen sie auch hier einfach change of pace back. Das ist bekannt. Aber nun, liebe Leser, heißen sie einen völlig neuen Spielertypen willkommen, den „change-of-pace playmaker at the QB position“. So schrub Bucky Brooks über QB Chandler Harnish. Wirklich selten so etwas dämliches gelesen. Harnish wird hoffen, durchs Camp zu kommen und ansonsten wird er gar nichts changen.

Für die Defense kam nur jemand aus der Familie der Fugger in Runde sieben, aber vor allem Alabamas Nose Tackle Josh Chapman. Für ihn soll HC Chuck Pagano sofort ein Herz gehabt haben. Nicht nur ist Chapman athletisch sehr beeindruckend, sondern er kennt von Nick Saban auch komplexe 3-4 defensive schemes.

Die Defense baut sich Pagano selber mit alten Colts und alten Spielern der Ravens. Die Offense basteln Arians und Luck zusammen. Wahrscheinlich wird es erstmal viel Kurzpaßspiel und viel Horizontales geben; aber hoffentlich muß Arians nicht ganz auf seine Vorliebe fürs vertikale Spiel verzichten.

Jacksonville Jaguars

  • #5 (1) WR Justin Blackmon (Oklahoma State)
  • #38 (2) DE Andre Branch (Clemson)
  • #70 (3) P Bryan Anger (California)
  • #142 (5) LB Brandon Marshall (Nevada)
  • #176 (6) CB Mike Harris (Florida State)
  • #228 (7) DT Peris Pendleton (Ashland)

Die Jacksonville Jaguars hätten einen neuen Quarterback gebraucht. Ganz dringend. Denn leider hat der letztes Jahr an 10. Stelle gedraftete Blaine Gabbert nicht mal annähernd NFL-Tauglichkeit bewiesen. Was man zum Teil auch dem Management und Trainerstab anlasten muß. Seit grauer Vorzeit ist bekannt, daß man einen Rookie-QB auf keinen Fall 1) hinter eine schlechte Offensive Line stellen und 2) ohne vernünftige Wide Receivers arbeiten lassen darf. Die Jaguars waren im letzten Jahr ein klarer Fall von 2) und, vor allem durch Verletzungen, auch ein bißchen 1). Leute mit Namen wie Chastin West, Jason Hill und Jarret Dillard waren die Saison über alle mal Starter als WR.

Weil man nicht gleich wieder einen 1st-rd pick für einen QB opfern konnte ohne Gabbert vollkommen lächerlich zu machen, greift man ihm unter die Arme. In der Free Agency wurde das WR-Problem schon angegangen und in der Draft tradeten die Jags sogar nach oben, um Oklahoma States Justin Blackmon zu bekommen. Blackmon ist sicher ein guter WR, aber niemand aus der Güteklasse Calvin Johnson/Larry Fitzgerald. Er wird die Liga kaum im Sturm nehmen wie annodazumal ein Randy Moss. Einige pundits haben sogar behauptet, daß Notre Dames Michael Floyd das größere Talent ist. (Erstmal hat sich Blackmon nun einen Namen gemacht, weil er betrunken und viel zu schnell mit seinem Auto unterwegs war.) Wie dem auch sei, vorher weiß man das nie. Mit Blackmon und dem Free Agent Laurent Robinson hat man Gabbert im Grunde weniger gegeben, sondern mehr genommen: nämlich Ausreden für schlechte Leistungen. Um zu demonstrieren, wie heiß der Stuhl schon ist, auf dem Gabbert sitzt wurde auch noch Chad Henne verpflichtet.

Aber das größte Mißtrauensvotum für Gabbert war Bryan Anger in Runde drei. Ein Punter in Runde drei. Nach langem Nachdenken würde ich behaupten, es ist nicht sooo dumm, einen Punter in der dritten Runde zu draften, aber fürs Selbstvertrauen des QB heißt es: „Ey, du bist schlecht. Du bekommst keine gescheiten Drives auf die Reihe. Aber hey das macht nichts, denn jetzt haben wir einen tollen Punter!“ Der Einfluß der Punter auf die Feldposition der gegnerischen Offense kann spielentscheidend sein. Man erinnere sich nur an die Playoffspiele, in denen Charger Mike Scifres die Colts fast alleine geschlagen hat oder Packer Tim Masthay 2010. Field Position halten wir hier ja schon länger für eine wichtigsten und unterschätztesten Statistiken. Wir gut Anger nun in der NFL punten wird, weiß niemand. Aber wenn er wirklich ein so starkes Bein hat, könnte das für die Big Cats eine wichtige Verstärkung sein.

Ansonsten gabs für die Floridians noch einen Pass Rusher in Runde zwo und in den späten Runden depth für alle drei Levels der Defense. DE Andre Branch soll einer der besseren Pass Rusher der diesjährigen Klasse sein und zusammen mit Jeremy Mincey den Kern einer starken Rotation auf den Außen bilden. Die anderen drei, LB Brandon Marshall, CB Mike Harris und DT Peris Pendleton müssen nur den Positionskampf im Trainingscamp anheizen und bei Verletzungen bereit stehen. Die Defense unter DC Mel Tucker, den der neue HC Mike Mularkey behalten hat, ist sehr solide. Wenn sich 2011 nicht alle plus noch vier andere Defensive Backs verletzt hätten, wäre das noch deutlicher geworden.

AFC West in der Frischzellenkur 2012 (II)

Oakland Raiders

  • #95 (3) G Tony Bergstrom (Utah)
  • #129 (4) LB Miles Burris (San Diego State)
  • #158 (5) DE Jack Crawford Penn State)
  • #168 (5) WR Juron Criner (Arizona)
  • #189 (6) DE Christo Bilukidi (Georgia State)
  • #230 (7) LB Nathan Stupar (Penn State)

Die Picks der ersten vier Runden hatten die Raiders schon vor der Draft verscherbelt. Durch verlorene Free Agents wie CB Nnamdi Asomugha haben die Silver and Black aber jeweils einen compensatory pick in den Runden drei, vier und fünf erhalten. Man male sich nur einmal aus, was das für eine Draftklasse geworden wäre, hätte man nicht für die eigenen Picks vorher schon Carson Palmer, Joseph Barksdale, Taiwan Jones, Terrelle Pryor und Jason Campbell verpflichtet. So aber hat man drei Quarterbacks geholt – Matt Leinart kam noch in der Free Agency dazu -, die Cornerbacks Asomugha und Stanford Routt verloren; die Verträge so gebaut, daß man kein Player in der Free Agency ist: Glückwunsch! Sie haben einen Top-10 in der Draft 2013 gewonnenn!

Ach ja: einen neuen Head Coach hat man auch mal wieder in der Bay Area. Viel helfen wirds wahrscheinlich nicht.

Wenn man etwas Positives finden will, kann man vielleicht die beiden physisch beeindruckenden Pass Rusher nehmen: Jack Crawford und Chris Bilukidi sind beide 1,96m groß. Mit den beiden jungen und sehr talentierten LaMarr Houston und Matt Shaugnessy könnten Crawford und Bilukidi eine gute DE-Rotation bilden.

Die anderen Picks sind eher dazu da, gerissene Löcher zu stopfen. Center Samson Satele hat anderswo eine neue Anstellung gefunden und Stefen Wisniewski, letztes Jahr noch Guard, wird wohl seinen Platz einnehmen. Seinen, Wisniewskis, Platz wiederum, wird wohl Tony Bergstrom einnehmen müssen. Weil sonst niemand da ist.

4th-rd pick Miles Burris soll wohl Kamerion Wimbley ersetzen. ´N büsschen OLB in Base-D, ´n büsschen Pass Rusher in nickel packages, vielleicht auch ´n büsschen Special Teams – und am Ende werden wahrscheinlich Wimbleys hinterlassene Fußstapfen einfach zu groß sein.

WR Juron Criner ist wie alle von Oakland gedrafteten Paßempfänger sehr schnell. Und sehr schnell. Und schnell. Das ist wohl sowas wie er Al-Davis-Gedächtnispick. Aber Criner ist auch recht groß mit 1,90. Vielleicht hilft´s.

Auch wenn die Analyse sehr launisch daherkommt, kann man auch bei ernsthafter Betrachtung nur konstatieren, daß die Raiders eines der wenigen Teams sind, die vom Spielermaterial her schlechter geworden sind. Normalerweise steht eine Mannschaft ja schon schlechter da, wenn sie sich nicht verstärkt, also nur den status quo hält. Aber sich tatsächlich verschlechtern im Gegensatz zum Vorjahr schaffen nur wenige Teams. Der neue GM Reggie McKenzie hat ein ganz schwieriges Erbe angetreten, kann sich aber dafür einen ganz großen Namen machen, wenn er mit diesem Haufen als Ausgangspunkt in den nächsten Jahren wieder eine respektable Mannschaft zusammenbastelt.

San Diego Chargers

  • #18 (1) DE Melvin Ingram (South Carolina)
  • #49 (2) DT Kendall Reyes (Connecticut)
  • #73 (3) S Brandon Taylor (LSU)
  • #110 (4) TE Ladarius Green (Louisana-Lafayette)
  • #149 (5) G Johnnie Troutman (Penn State)
  • #226 (7) C David Molk (Michigan)
  • #250 (7) RB Edwin Baker (Michigan State)

Die Offense ist nicht das Problem in San Diego. Man hat einen der besten (und unterschätztesten) Quarterbacks der Liga, einen richtig guten RB (Ryan Matthews, 1st-rd pick 2010), auch ohne Vincent Jackson ein gutes Receiving Corps und – spielt LT Jared Gaither so gut wie er kann, nämlich so gut wie einer der besten Tackles der Liga – auch eine ganz vernünftige Offensive Line.

Da verwundert es nicht, daß die Picks der Runden eins bis drei für die defensive Seite des Balles genutzt wurden. Melvin Ingram soll ein Pass Rusher vor dem Herrn sein und damit genau das, was man seit den glorreichen Tagen eines Shawn Merriman in Topform nicht mehr in San Diego gesehen hat. Ingram kann sowohl mit den Händen im Gras als auch aus der klassischen 34-OLB Position auf den gegnerischen QB losgelassen werden und könnte, so er denn so gut ist wie angepriesen, gemeinsam mit dem 2nd-rd pick Kendall Reyes diese Defense auf ein neues Level heben. Reyes ist ein sehr interessanter Spieler. Zu High School Zeiten hat er noch Receiver gespielt, ist dann aber ein klein wenig „größer“ geworden mit seinen jetzt 300lbs, hat sich aber die Athletik und Beweglichkeit erhalten. Bei den Huskies hat er nicht nur Defensive Tackle gespielt, sondern in aller Regelmäßigkeit auch Defensive End. Bei den Chargers wird er wohl hauptsächlich 34-DE spielen, kann aber ebenso als Edge Player fungieren wie auch als Nose Tackle. Reyes ist ein schönes chess piece für den neuen DC John Pagano (Bruder von Chuck Pagano, jetzt HC Colts).

Brandon Taylor ist dafür vorgesehen, den gen New England abgewanderten Steve Gregory als Strong Safety zu ersetzen. Sehr zupaß kommen wird ihm dabei, daß er mit Eric Weddle einen der besten Safeties der Liga neben und hinter sich weiß. Taylor hat seine Collegekarriere bei LSU als Cornerback begonnen und kann auch als Nickelback eingesetzt werden.

Für die Offense holten sich die Bolts vor allem Entwicklungs- und Ergänzungsspieler. TE Ladarius Green ist ein 2,00m-Hühne und soll ganz offensichtlich die Rolle des „neuen“, Jermichael Finley oder Jimmy Graham  ähnlichen Tight Ends geben, wenn Antonio Gates seine Karriere aufgrund zu vieler Verletzungen beenden muß. Bis dahin kann der schlaksige, aber explosive Kerl (4,5 40-yd bei der Combine) von der kleinen Uni Louisana Lafayette noch ein bißchen Muskelmasse aufbauen und vom Meister Gates himself viel lernen.

Johnnie Troutman ist den Berichten zufolge auch sehr talentiert, ist aber tief gefallen, weil er kurz vor der Draft am Brustmuskel operiert werden mußte und auch Knieprobleme mitbringt. Wahrscheinlich wird er diese Saison nur von der Seitenlinie aus beobachten. C David Molk und RB Edwin Baker aus der siebten Runde sind nicht mehr als camp fodder.

Die Chargers erwarten viel von ihren drei hoch gedrafteten Verstärkungen für die Defense. Sind Ingram und Reyes as good as advertised, sollte einer Playoffteilnahme und einem neuen Vertrag für den nur noch auf einem dreibeinigen Stuhl sitzenden HC Norv Turner nichts im Wege stehen. General Manager A.J. Smith stellt Jahr ein, Jahr aus hochklassige Kader zusammen. Bei Drafts wie diesen sieht man dann auch, warum San Diego in aller Regelmäßigkeit Kandidat für einen langen Lauf in den Playoffs ist.

AFC West in der Frischzellenkur 2012 (I)

Denver Broncos

  • #36 (2) DT Derek Wolfe (Cincinnati)
  • #57 (2) QB Brock Osweiler (Arizona State)
  • #67 (3) RB Ronnie Hillman (San Diego State)
  • #101 (4) CB Omar Bolden (Arizona State)
  • #108 (4) C Philip Blake (Baylor)
  • #137 (5) DT Malik Jackson (Tennessee)
  • #188 (6) LB Danny Trevathan (Kentucky)

Es sieht auf den ersten Blick sehr vernünftig aus, was die Denver Broncos um John Elway und John Fox diese Jahr zusammengedraftet haben. Nach vielen Trades – nur der 57. pick war ursprünglich der eigene – haben die wilden Pferde für Breite und Tiefe in einem Kader gesorgt, der tatsächlich so gut aufgestellt ist, wie man es von einem Divisionssieger erwartet.

Diesen 57. Pick hat der ehemalige Broncos-QB John Elway sogleich genutzt, um für den neuen Broncos-QB Peyton Manning einen Erben zu draften. Die Krake Brock Osweiler, seines Zeichens 203cm groß und alles mögliche, nur niemand, dem man sofort ein NFL Team anvertrauen sollte. Die Legende Manning soll dem hochtalentierten Osweiler in den nächsten Jahren intensivst beibringen, wie man das so macht als Quarterback in der NFL. Im Grunde ein super Idee, zumal The Sheriff ja auch keineswegs sorgenlos in die Zukunft schaut angesichts seines mehrmals operierten Nackens und der damit zusammenhängenden Nervenprobleme im Wurfarm. Auf der anderen Seite hat ein Jim Sorgi beispielsweise jahrelang unter Manning gelernt. Oder auch nicht gelernt. Was aber auch an Manning selbst liegen kann, der bekanntermaßen alles selbst macht und niemandem sonst irgendeine Verantwortung läßt.

Head Coach John Fox hat seine Handschrift mit dem Draften zweier Defensive Tackles deutlich gemacht. Als erster Pick kam zu Beginn der zweiten Runde Cincinnatis Derek Wolfe und in der fünften Runde Tennessees Malik Jackson. Wolfe war in der zweiten Runde für die meisten Beobachter eine riesige Überraschung. Aber John Fox für sein Evaluieren von Defensive Linemen zu kritisieren, trauen sich dann doch die Wenigsten. Vor allem der Abgang von Broderick Bunkley soll mit diesen beiden kompensiert werden.

Für das zweimalige Runtertraden von Position 25 bis an 36, an welcher man schließlich Wolfe gezogen hat, gabs zwei 4th-rd picks. Mit einem dieser Picks wurde in Runde drei nach oben getradet um RB Ronnie Hillman zu draften. Erstmal wird er sich hinter den RBs Willis McGahee und Knowshown Moreno einreihen; er soll aber durchaus das Talent haben, im Laufe der Saison an den beiden vorbeizuziehen und das meiste Spotlight in diesem Running Back Committee abbekommen. Neben Hillman hat Elway nur noch Center Philip Blake für die Offensive aus dem Hut gezogen. Der Kanadier, der in der letzten Saison die Bälle zu RGIII gesnapped hat, hat eine lange Odyssee hinter sich, bis er nun als 26jähriger in der NFL angekommen ist. Er wird wohl als Back-up Center in die Saison gehen und daneben um eine Starterrolle als Guard kämpfen. (Warum Denver keine WRs für den neuen QB gedraftet hat, haben wir hier schonmal erklärt.)

CB Omar Bolden aus der vierten Runde galt vielen Beobachtern als erstrundentauglich. Allerdings hat er sich während seiner Collegezeit schon mehrmals die Kreuzbänder verletzt, was immer eine riesige red flag ist. Er wird ebenso wie 6th-rd pick LB Danny Trevathan erstmal Special Teams Luft schnuppern-

Wenn RB Hillman und einer der beiden Defensive Tackles sofort einsteigen und weiterhelfen können, dann hat sich die Draft schon gelohnt. Denn für Tiefe und innermannschaftlichen Wettbewerb wurde genügend getan. Beim Osweiler-pick können die Broncos nur hoffen, daß Manning zumindest die folgende Saison sorgenfrei durchspielen kann und daß die talentierte Krake aber auch viel von Manning lernt und nicht am Ende aussieht wie Sorgi oder Curtis Painter, wenn er mal aufs Feld muß.

Kansas City Chiefs

  • #11 (1) DT Dontari Poe (Memphis)
  • #44 (2) G Jeff Allen (Illinois)
  • #74 (3) OT Donald Stephenson (Oklahoma)
  • #107 (4) WR Devon Wylie (Fresno State)
  • #146 (5) CB DeQuan Menzie (Alabama)
  • #182 (6) RB Cyrus Gray (Texas A&M)
  • #218 (7) DT Jerome Long (San Diego State)
  • #238 (7) WR Junior Hemingway (Michigan)

Old School Draft, was die Chiefs gemacht haben. Ohne nachzugucken würde ich behaupten, daß die Draftklassen von Leuten wie Bill Parcells oder der gesamten NFC East der 80er Jahre ungefähr so aussahen: drei Linienspieler in den ersten drei Runden; in der Mitte zwei Athleten, die erstmal kleine Aufgaben als Spezialist für den Slot ausfüllen und ansonsten in den Special Teams ihre Sporen verdienen; Rest: hart arbeitende JAGs, die im besten Fall verletzte Spieler ersetzen können und im schlechtesten Fall wenigstens ein bißchen Feuer in die Positionskämpfe während der Saisonvorbereitung bringen.

Dontari Poe ist augenscheinlich nur aufgrund seines Körpers in der ersten Runde gedraftet wurden. Für ihn gilt die „Planet Theory“ von Parcells: es gibt nur eine Handvoll Menschen mit so einem Körper auf diesem Planeten – wir sollten ihn nehmen, damit ihn keine andere Mannschaft bekommt. Darum, daß er gar nicht Football spielen kann, kümmern wir uns dann später. Dontari Poe verteilt auf seinen 190cm stattliche 157kg. Auf dem College in Memphis ist er den Scouts gar nicht weiter aufgefallen. Bei der Combine allerdings hat er allen anderen die Show gestohlen: unter fünf Sekunden für den 40-Yard-Lauf und 44 Wiederholungen im Bankdrücken, dazu Beweglichkeit in den Drills wie ein Linebacker. Den Beschreibungen nach wäre der ähnlichste Spieler in der NFL Haloti Ngata. Um Poe spielerisch aber auch nur in die Nähe eines Ngata zu bekommen, mus HC Romeo Crennel  alles aufbieten, was er in den letzten 30 Jahren Profifootball gelernt hat. Immerhin ist Nose Tackle ein wirklich dringender Need für die Chiefs.

In Runden zwo und drei haben Pioli und Crennel zwei physisch fast genauso beeindruckende Talente für die Offensive Line gedraftet. Jeff Allen könnte schon im Trainings Camp einen Platz als Guard erkämpfen. Angeblich liegt Allens Stärke in pass protection, womit QB Matt Cassel, nach der Verpflichtung von Free Agent RT Eric Winston, 2/5 seiner Linie in verbesserter Form vorfinden könnte. Donald Stephenson, 2,00m-Mann für die Tackle-Positionen, soll enormes Potential haben. Um das irgendwie abrufen zu können, benötigt er aber viel Arbeit und Liebe vom Coaching Staff. Glücklicherweise hat KC mit Branden Albert und Winston zwei Starter und kann in Stephenson viel Zeit und Arbeit investieren.

WR Devon Wylie ist ein kleiner Slot-Guy, wendig und quick wie eine Katze. Genau der Typ Spieler, den Wes Welker definiert hat. Wenn er sich als NFL-tauglich herausstellt, haben die Chiefs mit TE Toni Moeaki und Wylie eine Kombination für die kurze Mitte, wie sie jede Mannschaft gerne hätte. In der 7ten Runde kam für das Receiving Corps noch ein 100kg schwerer Brocken von den Wolverines. Junior Hemingway ist erstmal für die Special Teams da – wenn er es denn in den Kader schafft.

Change of pace back ist das Label, das man Spielern wir Cyrus Gray in Ermangelung eigener Kreativität regelmäßig umhängt. Was eigentlich nichts anderes heißt als: der kann ´n bißchen was, aber wenn unser Nr.1-RB selber ´n bißchen mehr könnte, bräuchten wir den gar nicht. Da KC´s Nr.1, der spektakuläre, aber kleine und zerbrechliche Jamaal Charles ist, kann so ein zusätzlicher RB nie schaden.

Für die Verteidigung kam neben Poe noch ein CB in der fünften und ein weiterer DT in der siebenten Runde. Für CB DeQuan Menzie ist neben Arbeit in den Special Teams maximal ein Platz in Nickel- und Dime-packages drin; für DT Junior Hemingway ein gratis Trainings Camp und vielleicht ein Platz in der Practice Squad.

Auch auf den zweiten Blick ist diese Draftklasse mehr als solide. GM Pioli hat in den letzten Jahren schon einen guten Kader zusammengestellt. Allein die Rückkehr der drei Langzeitverletzten Charles, Moeaki und Safety Eric Berry sollte der Mannschaft einen großen Schub geben. Auch QB Cassel war verletzt und sollte in der kommenden Saison besser geschützt werden. Bringt man dann noch dem freak of nature Poe richtiges Footballspielen bei, kann KC sich mit Denver und San Diego ein spannendes Rennen um die Divisionkrone liefern.

NFC South in der Frischzellenkur 2012 (II)

Carolina Panthers

  •     #9 (1) LB Luke Kuechly (Boston College)
  •   #40 (2) G Amini Silatolu (Midwestern State)
  • #103 (4) DE Frank Alexander (Oklahoma)
  • #104 (4) WR Joe Adams (Arkansas)
  • #143 (5) CB Josh Norman (Coastal Carolina)
  • #207 (6) P Brad Nortman (Wisonsin)
  • #216 (7) S D.J. Campbell (California)

Mittlerweile ist es eher selten, daß ein LB in den Top-10 vom Board geht. Boston Colleges Luke Kuechly soll aber ein dermaßen bilderbuchmäßiges LB-Talent sein, daß sich die Auguren alle in ihren Lobpreisungen einig sind. Ein sehr sicherer Tackler mit „instincts“ vor dem Herrn und auch sehr brauchbar im Decken von Tight Ends und anderen potentiellen Paßempfängern, die durch die Mitte kommen, soll Kuechly von Anfang an eine tragende Rolle in der bisher eher mäßigen Defense der Panthers spielen.

Obwohl diese dringend frisches Blut gebraucht hätte, kamen neben Kuechly nur noch drei weitere Talente – in den Runden 4, 5 und 7. Hmm. Immerhin DE Frank Alexander scheint es Coaching- und Scouting-Staff angetan zu haben, denn für ihn wurde leichthändig ein 3rd-rd pick im nächsten Jahr plus ein 6th-rounder in dieser Draft abgegeben. Er soll Carolina einen back-up für die beiden guten Starter Charles Johnson und Greg Hardy geben. Er ist recht groß mit 1,93m, daneben tauchen in seinen Scouting Reports hauptsächlich Dinge wie „high motor guy“ und „strengt sich immer voll an “ auf.

CB Josh Norman soll den pundits zufolge vor allem das spielerische Talent haben – und weniger die anderen Dinge. Norman ist ein großer Cornerback mit guten Händen, der durchaus in der zweiten Runde  schon ein guter Pick gewesen wäre, gewisse „character concerns“ aber die Teams verschreckt haben. 7th-rd pick D.J. Campbell ist eher für die Special Teams da, könnte bei der nicht gerade rosigen Safety-Situation aber sogar Möglichkeiten haben, auch dort seine Chance zu bekommen.

Für die Offense kommt mit Guard Amini Silatolu jemand, der 150kg auf 1,90m verteilt. Für eine Offense, die um das Laufspiel herum aufgebaut ist, ist das ein sinnvoll investierter Pick. Gerade das Aus-dem-Weg-schieben von überforderten Gegenspielern für seine Running Backs soll dann auch tatsächlich Silatolus Stärke gewesen sein. Allerdings waren seine Gegenspieler in der Regel auch nur halbe Hemden. Seine Midewestern State Mustangs spielen gegen so Teams wie Tarleton State, Incarnate World oder West Alabama. Durch seinen small-school-Hintergrund, soll er auch noch ziemlich ungeschliffen sein und einen guten Techniktrainer dringend nötig haben. Silatolu benötigt also wahrscheinlich noch etwas Zeit, könnte dann aber einer der besseren Guards der Liga werden.

WR Joe Adams soll ein Leichtgewicht sein, aber sehr explosiv. Wenn der tatsächlich seine Stärken in Sachen „Yards after the Catch“ hat, wie es in seinen Scouting Reports steht, könnte er schnell eine willkommene Waffe für Cam Newton im Slot werden.

Insgesamt keine herausragende Draft der Panthers. Die große Schwäche DT wurde gar nicht angegangen; die Secondary wurde nur mit einem schwierigen Talent und einem Special-Teamer verstärkt und der wirklich starke WR wurde auch nicht gedraftet. Der große Schritt nach vorne war das wohl nicht. Es ist mehr so ein notwendiges Auffrischen und für Kadertiefe und competition innerhalb der Mannschaft. Das ist eigentlich zu wenig.

Tampa Bay Buccaneers

  •     #7 (1) S Mark Barron (Alabama)
  •   #31 (1) RB Doug Martin (Boise State)
  •   #58 (2) LB Lavonte David (Nebraska)
  • #140 (5) LB Najee Goode (West Virginia)
  • #174 (6) CB Keith Tandy (West Virginia)
  • #212 (7) RB Michael Smith (Utah State)
  • #233 (7) TE Drake Dunsmore (Northwestern)

Dem neuen Head Coach Greg Schiano eilt der Ruf voraus, alles und jeden unter Kontrolle haben zu wollen. Die Namen, die in seinen Biographien immer wieder auftauchen sind dann auch nicht zufällig Joe Paterno, sein Lehrmeister, sowie Bill Belichick und John Wooden. Es gibt sympathischere Typen, aber sehr viel erfolgreichere gibts nicht viele. Von Belichick hat Schiano das Mantra übernommen: „we are not collecting talent, we´re building a team.“ Die Aushilfsdiva Kellen Winslow hat er sodenn auch gleich ans andere Ende der USA, zu den Seahawks geschickt, nachdem dieser keine Lust auf „voluntary“ workouts hatte. Bei draften kommen „character“, „leadership skills“ und „work ethic“ für Schiano weit vor Sprintzeiten und Bankdrücknummern.

Wenn Safety Mark Barron all diese Intangibles tatsächlich mitbringt, haben die Bucs mit dem ehemaligen Captain der Crimson Tide-D den Dreh- und Angelpunkt ihrer Defense für die nächsten Jahre gefunden. Spielerisch soll Barron über jeden Zweifel erhaben sein. Im schlimmsten Fall ist Barron regelmäßiger Pro Bowler. Im besten Fall spielt wird er eine Mischung aus Ed Reed und Troy Polamalu. Sagen die Auguren. Tatsächlich ist es eher selten so, daß jemand in die Liga kommt und so spielt. Aber viel Talent ist auf jeden Fall vorhanden und ein Playmaker seines Kalibers war derdas größte Need in Tampa.

Ursprünglich hatten die Freibeuter den 5th overall, den tauschte man gegen den 7th overall und einen 4th-rd pick der Nachbarn aus Jacksonville und nutzte diesen postwended, um aus dem eigenen 2nd-rd pick einen späten 1st rounder zu machen. Damit hatte Schiano Zugriff auf RB Doug Martin. Der Bronco aus Boise ist einer der komplettesten RBs der diesjährigen Klasse. Vom kraftvollen Lauf durch die Mitte über den weit getragenen Screen Pass bis zum immer wieder unterschätzten blitz pick-up hat er alles drauf. Martin soll der go-to guy werden, welcher LeGarette Blount mit seinem Dampfwalzen-Stil nicht sein wird. Um Blount noch ein bißchen mehr Feuer unterm Hintern zu machen, hat Schiano in der siebten Runde noch einen RB gedraftet. Michael Smith von Utah State ist ein dicker, kleiner Junge, der bei seinem Pro Day trotz 210lbs eine 4.33 40 gelaufen ist. Bei den Aggies hat er in drei Jahren durchschnittlich 7,1 Yards pro Carry erlaufen.

Für die defensive Seite des Balles holte man sich in der zweiten Runde dringend benötigte Verstärkung für das Linebacking-Corps. Lavonte  David soll sich in der Big-12 sehr erfolgreich mit den Paßempfängern der zahlreichen Spread-Offenses rumgeschlagen haben. Sehr sinnvolle Verstärkung, wenn man in einer Division mit Jimmy Graham, Tony Gonzalez und der TE-freundlichen Offense der Panthers spielt.

Im Idealfall haben die Bucs mit Barron, Martin und David drei neue Starter von Tag 1 an, die ein deutliches upgrade darstellen sollten. Gerade wenn die vielen in den letzten Jahren hoch gedrafteten Defensive Linemen alle mal gesund bleiben würden, könnte das eine junge, aufregende Defense werden. Auch im Angriff hat man heftig aufmunitioniert. QB Josh Freeman hat in der Free Agency schon eine neue große Waffe bekommen mit Vincent Jackson; einen der besten Beschützer, den man sich vorstellen kann mit Carl Nicks; und nun per Draft auch noch zwei RBs. Wenn Schiano aus den Teilen auch tatsächlich ein funktionierendes Team formen kann, zeigt der Trend in Tampa wieder deutlich nach oben.

NFC South in der Frischzellenkur 2012 (I)

Atlanta Falcons

  • #55 (2) C Peter Konz (Wisconsin)
  • #91 (3) OT Lamar Holmes (Southern Miss)
  • #157 (5) FB Bradie Ewing (Wisconsin)
  • #164 (5) DE Jonathan Massaquoi (Troy)
  • #192 (6) S Charles Mitchell (Mississippi State)
  • #249 (7) DT Travian Robertson ( South Carolina)

Zwei Picks in den Top 150: die Falcons bezahlen auch heute noch für Julio Jones, nachdem sie in der letzten Draft bereits einen 1st-, 2nd- und 4th-rd pick für ihn abgegeben haben. Dafür haben die Falcons nun zwei ziemlich gute Receiver für ihren ziemlich guten QB, aber daneben wird vor allem die O-Line und das Laufspiel immer schlechter und depth ist bald nur noch ein Fremdwort.

Zumindest gegen die Veralterung der offensiven Linie hat GM Thomas Dimitroff mit seinen zwei „Top Picks“ an den Positionen 55 und 91 etwas getan. Der Badger Peter Konz ist extrem groß für einen Center (1,95m), was ihm wohl immer wieder Nachteile in Sachen „leverage“ beschert. Dafür ist er aber einigermaßen beweglich für einen 140kg-Koloß, kann daher auch erstmal Guard spielen und dann in ein, zwei Jahren das Erbe des 35-jährigen Todd McClure antreten OFFENSIVE LINEMAN WISCONSIN!

OT Lamar Holmes bekommt eher das Label project. Er hat zwar einen Tackle-Körper wie er im Buche steht mit 2,00m und 150kg, aber an Technick soll es noch mangeln. Was auch damit zu tun hat, daß er auf einer kleinen Schule war; darum ist sogar für die selbsternannten pundits die Evalution noch schwieriger als ohnehin schon: seine Gegner waren nicht die ganz großen SEC- oder BigTen-Kaliber, sondern oftmals nur halbe Portionen. Holmes wird ein wenig Zeit bekommen, denn mit Tyson Clabo (rechts) und Will Svittek oder Sam Baker (links) hat man Starter. Aber bei dem Niveau, das die beiden letztgenannten an den Tag legen und Clabos 31 Lenzen kann er schon früher seine Zeit bekommen, als allen Beteiligten lieb sein sollte.

Für die Verstärkung des Laufspiels, das auf den 45jährigen Beinen Michael Turners wie ein Kartenhaus im Windkanal steht, hat Dimitroff mit seinem dritten Pick einen Fullback genommen. Das hat kurz für allseitiges Kopfkratzen gesorgt, aber dann stellte sich heraus, daß Bradie Ewing ja bei WISCONSIN war!

Für die Defense, die breiter aufgestellt ist als die Offense und in der Free Agency und per Trade schon angegangen wurde – die DEs John Abraham und Kroy Biermann haben neue Verträge bekommen und CB Asante Samuel kam im Tausch für ein paar Turnschuhe und ein Satz Trikots aus Philadelphia – hat man die zwei D-Liner Jonathan Massaquoi und Travian Robertson sowie Safety Charles Mitchell verpflichtet.

Insgesamt scheint gerade die Strategie für den Angriff sehr riskant zu sein. Durch die mangelnde Kadertiefe ist man zwei Verletzungen davon entfernt, in jedem Spiel so auszusehen wie gegen die Giants in den letztjährigen Playoffs.

New Orleans Saints

#89 (3) DE/DT Akiem Hicks (Regina, Canada)
#122 (4) WR Nick Toon (Wisconsin)
#162 (5) S Corey White (Samford)
#179 (6) G Andrew Tiller (Syracuse)
#234 (7) OT Marcel Jones (Nebraska)

Zwei Picks in den Top 150; der erste Pick an Position 89. Noch schlechter als Atlanta, und man hat in Louisana wahrlich nicht weniger Löcher als nebenan in Georgia. In der Free Agency mußte man bluten (WR Meachum, G Nicks, CB Porter); LB Vilma und DE Smith wurden für ihre Rolle im Bounty Scandal gesperrt; Head Coach ist gesperrt; GM ist gesperrt; Drew Brees hat keine Lust auf das Franchise Tag. Der 1st-rd pick wurde letztes Jahr schon nach New England verschippt um RB Mark Ingram draften zu können; den 2nd-rd pick hat sich Roger Goodell als Bounty einbehalten.

Mit dem 3rd-rd pick haben die Saints dann recht kreativ einen Pass Rusher aus Kanada gedraftet. Akiem Hicks wurde mal als riesiges D-Line Talent von LSU recruited, hatte dann aber Probleme mit der NCAA, landetet auf einem Junior College und schließlich bei der University of Regina, irgendwo in Saskatchewan. Ein Körper wie gemalt – 1,95m, 125kg – aber durch seinen Mangel an Training von Top Coaches an großen Schulen auch das Synonym für raw. Klassischer boom-or-bust-Fall. Gewagte Strategie, wenn der Kader löchrig ist wie eine Schützenscheibe.

Nick Toon, Offensive Lineman Wide Receiver aus Wisconsin, groß und kräftig, wäre ein sehr sinnvoll investierter Pick gewesen, wenn denn Drew Brees vor August mal mit ihm trainieren würde. Ohne die Zeit mit seinen neuen Chefs Brees und Sean Payton wird er wohl kaum früh in der Saison große Taten vollbringen können.

Hintenraus kommt mit Safety Corey White noch ein small school prospect und mit Andrew Tiller und Marcel Jones Tiefe für die Offensive Line. Insgesamt eine sehr riskante Draft angesichts der vielen Löcher. Wahrscheinlich wird keiner der fünf Picks sofort weiterhelfen. Wobei die Hilfe angesichts der vielen gesperrten und abgewanderten Leistungsträger dringendst angeraten gewesen wäre.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß sowohl Saints als auch Falcons 2012 schlechter aufgestellt sind als 2011. Das ist doppelt schlimm, denn nicht nur das Ausbleiben von signifikanten Verstärkungen zwischen den Jahren ist ein Rückschritt, sondern auch schon das bloße Halten des status quo.

Cincinnati Bengals in der Frischzellenkur 2012

  • #17 (1) CB Dre Kirkpatrick (Alabama)
  • #27 (1) G Kevin Zeitler (Wisconsin)
  • #53 (2) DT Devon Still (Penn State)
  • #83 (3) WR Mohamed Sanu (Rutgers)
  • #93 (3) DT Brandon Thompson (Clemson)
  • #116 (4) TE Orson Charles (Georgia)
  • #156 (5) CB Shaun Prater (Iowa)
  • #166 (5) WR Marvin Jones (California)
  • #167 (5) S George Iloka (Boise State)
  • #191 (6) RB Dan Herron (Ohio State)

Die Tiger aus Ohio waren dieses Jahr als Räuberbande unterwegs, wenn man den Auguren Glauben schenken darf. Steal um Steal wurde eingetütet und mit den beiden 1st-rd picks (den zusätzlichen gabs durch den Carson-Palmer-Trade) hat man vielleicht sogar die beiden besten Spieler auf ihren jeweiligen Positionen geangelt.

Der erste, Alabamas Dre Kirkpatrick, galt lange Zeit als sicherer Top-10 pick und auf Augenhöhe mit dem schließlich an Position sechs genommenen Stephon Gilmore. Schließlich wurde er aber durchgereicht wie weiland Prince Amukamara. Den Bengals fiel somit der dringend benötigte Ersatz für Jonathan Joseph, nach der Spielzeit 2010 für einen großen Scheck gen Houston abgewandert, in den Schoß. Kirkpatrick war ein Cornerstone Crimson Tide-D, eine der besten, die jemals ein Footballfeld betreten haben. Man darf allerdings nicht vergessen, daß Cornerbacks mit die längste Zeit benötigen, um sich an die NFL zu gewöhnen und mithalten zu können. Selten hat schon ein Rookie eine großartige Saison gespielt. Glücklicherweise haben die Bengals mit Nate Clements einen erfahrenen und soliden CB in ihren Reihen, der den Jungspund unter seine Fittiche nehmen kann. Auch Pacman Jones ist noch im Kader, von dem sollte sich Kirkpatrick allerdings nicht all zuviel abschauen; mit diesen Dreien plus No.1 Corner Leon Hall sieht die Secondary zumindest auf dem Papier sehr anständig aus.

Für die mit den junge Superstars DE Carlos Dunlap und DT Geno Atkins bestückte Defensive Line gab es gleich in Runden zwo und drei neue junge Big Bodies, auf deren Stirn groß Steal steht. Devon Steal Still und Brandon Thompson sollen die abgewanderten Jonathan Fanene (Patriots) und Frostee Rocker (Browns) ersetzen. Die Bengals mit ihrem weit über Ohio hinaus geschätzten Defensive Coordinator Mike Zimmer setzen seit Jahren auf eine 7-Mann-Rotation in der Linie, da kann man nie genügend frisches Blut haben.

In Runde 5 gabs für die Verteidigung noch weitere Verstärkung. CB Shaun Prater wird Mühe haben, einen Roster Spot zu ergattern. Aber S George Iloka wird allenthalben als großes Talent vielleicht sogar mit Pro-Bowl-Potential gesehen. Andere sagen, er kann nicht gut genug decken, was bei Safeties heutzutage immer blöd ist, da ständig „neue“ Tight Ends und Slot Receiver des Weges kommen. Immerhin ist er sehr groß und kräftig für einen Safety (1,93m, 102kg) und damit auf jeden Fall brauchbar in der Nähe der D-Line.

Für die Offense wurde zum Ende der ersten Runde Guard Kevin Zeitler verpflichtet, der wohl vor allem dem Laufspiel auf die Sprünge helfen soll. Dafür hat man in der Free Agency schon RB BenJarvus Green-Ellis und OG Travelle Wharton für teuer Geld verpflichtet. Hinten raus, in Runde sechs, kamen auch noch Boom Herrons junge Beine. Der ehemalige Star der Buckeyes sah seine College-Karriere durch einige Regelverstöße und Suspendierungen den Bach runtergehen; könnte nun also auch richtig einschlagen. Zeitler, um auf ihn zurück zu kommen, gilt als Steal und vielleicht gar bester O-Liner der diesjährigen Draftklasse, weil er OFFENSIVE LINEMAN WISCONSIN!

Schließlich ist man auch für den jungen Franchise-QB Andy Dalton noch mal in die Spielzeugabteilung marschiert und hat in den Runden 3, 4 und 5 zwei WRs und einen TE eingesackt. 3rd-rounder Mohamed Sanu ist groß und stark und kann sowohl an der Seitenlinie als auch im Slot spielen. 5th-rounder Marvin Jones soll die besten Hände aller diesjährigen WRs haben. Natürlich gelten beide als Steal. TE Orson Charles soll auch so ein „neuer“ TE sein; sicherer Ballfänger, der auch weite Wege gehen kann.

Überblick

Wenn die vielen angeblichen Steals auch tatsächliche Steals sind, gewinnen die Bengals in zwei Jahren den Super Bowl. So wird es wahrscheinlich nicht kommen. Aber es ist tatsächlich ganz großer Sport, was da in Cincinnati für ein starker, junger Kader zusammengebastelt wird. Fünf Picks in den Top 100; potentiellen Star-CB bekommen; Blue Chipper für die O-Line bekommen; neues Beef für die D-Line Rotation bekommen; neue Waffen für Dalton bekommen. Ohne kopfüber aus dem Fenstersims zu hängen, kann man schon behaupten, daß die Bengals mittlerweile vom Talent her auf einer Stufe mit ihren großen Rivalen aus Pittsburgh und Baltimore sind.

Cleveland Browns in der Frischzellenkur

  • #3 (1) RB Trent Richardson (Alabama)
  • #22 (1) QB Brandon Weeden (Oklahoma State)
  • #37 (2) OT Mitchell Schwartz (California)
  • #87 (3) DT John Hughes (Cincinnati)
  • #100 (4) WR Travis Benjamin (Miami, Fl.)
  • #120 (4) LB James-Michael Johnson (Nevada)
  • #160 (5) G Ryan Miller (Colorado)
  • #204 (6) LB Emmanuel Acho (Texas)
  • #206 (6) DT Billy Winn (Boise State)
  • #245 (7) CB Trevon Wade (Arizona)
  • #247 (7) TE Brad Smelley (Alabama)

[Statt einer Draft-Review von koraskoff oder mir freuen wir uns heute, die Gedanken des passionierten Browns-Fans alexander präsentieren zu können. Im Folgenden gibts alexanders Einschätzung zur Browns-Draft und zum Management allgemein und zum Ende kurz meine 2 cents.]


Als Hinweis vorneweg:  ich habe natürlich keine Ahnung wieweit meine Meinung repräsentativ ist, auch in den Brownsforen in Ohio sind sehr unterschiedliche Meinungen zu lesen und es gibt diverse Gruppierungen.

Nochmal einige Punkte zur Draft mit einigen Tagen Abstand. Eigentlich eine sehr interessante Draft bei der man aus vielen Gründen die Augenbrauen heben kann.

Dabei geht es mir weniger darum jeden Spieler genau zu analysieren sondern um die Gesamtsituation der Franchise.

Das Management geht ein hohes Risiko ein (schon Verzweiflung?), so wie sie im Gesamtbild agieren.

Die Fans und eventuell auch Owner Lerner werden ungeduldig. Jetzt kommt das dritte Jahr von Holmgren und es wird wohl Zeit, dass Schritte in die richtige Richtung zu erkennen sind. Holmgren, bisher keinesfalls souverän (meist aus der Ferne der Westküste SEA oder ARZ) agierend in seinen ersten beiden Jahren mit sehr viel diskussionswürdigen Entscheidungen ( Mangini 1 Jahr behalten um ihn dann doch zu feuern, den Rookie HC Shurmur zu holen mit dem Verdacht der Seilschaften, da alle den gleichen Berater haben, das QB Geeiere mit dem Delhomme Fiasko, das hin und her in Sachen McCoy). Oder der mittlerweile korrigierte Monsterfehler, dass man Shurmur noch in Personalunion den OFF Coord machen liess.

Problem ist, letztes Jahr hatten wir einen sehr leichten Schedule, der eine gute Bilanz hätte hergeben können. Es wurden allerdings einige Spiele knapp verloren die auch auf die Kappe des Coaches gingen der sehr überfordert agierte (allerdings wäre eine mögliche bessere Saisonbilanz nur Kosmetik gewesen und hätte über das wahre Potential vielleicht hinweggetäuscht). Jetzt kommt dieses Jahr ein deutlich härterer Schedule und die Browns werden wohl mit einem Rookie QB als Starter in die Saison gehen, der mit 29 Jahren noch kein einziges NFL Spiel bestritten hat.

Die Browns werden mit einem WR Corps in die Saison gehen, das letztes Jahr ganz oben war bei den Drops und denen es an ganz großen Spielern fehlt

Die Browns werden zum wiederholten Male in die Saison gehen, ohne dass der Baustelle QB ein Top WR per Draft oder Free Agency als Hilfe gegeben wurde (letztes Jahr kein Julio Jones, dieses Jahr auch kein Top Mann geholt mit entsprechendem Background).

Das Frontoffice hat durch Veteranenhandling neue Lücken in der Offseason geschaffen (OL Steinbach, RB Hillis) die nun in der Draft wieder neu besetzt werden mussten, statt dass andere Positionen (WR) angegangen wurden.

Angesprochen auf das WR Dilemma: Mit breiter Brust erklärt das Management, dass dieses Jahr die kaum veränderte WR Combo plötzlich viel besser aussehen werde, da ja auch andere Positionen upgegrdated wurden (RB; QB) und dies nun den WR auch helfen würde. Überzeugen tut mich dieser Zweckoptimismus nicht, zumindest nicht für kommende schwere Saison.

Es sind viele einzelne Entscheidungen getroffen worden, welche zwar im einzelnen, isoliert betrachtet, jeweils begründbar sein mögen (z.B: Steinbach, Hillis), im Gesamtkontext aber ein anderes, zweifelhaftes Bild ergeben.

Ich habe auch nicht unbedingt das Gefühl, dass das Mangement in allen Bereichen auf gleicher Wellenlänge agiert. Auch Holmgren deutete an, dass er Heckert mal einvernehmlich „überzeugt“ hatte, anders zu handeln.

Wo ich auch im Grübeln bin ist die QB Situation und Entscheidungsfindung. Nachdem RG3 nicht geklappt hat, haben Holmgren und Co sehr deutlich gemacht, dass man keine Zweifel hätte mit McCoy als Starter in die Saison zu gehen. Man werde jetzt in der Draft viele weapons holen um ihn zu helfen.

Klar war vor der Draft, dass Tannenhill nicht in Frage kam für die Browns. TRich war auch irgendwie klar. Zu Trent Richardson: er wird nicht nur als laufender RB gesehen, sondern auch als sehr guter Passempfänger und Blocker. Aus diesem Blickwinkel muss seine Draft gesehen werden. Kann ich eigentlich mit leben.

Holmgren hat auch WR Wright sehr gemocht. Wäre Wright nicht an 20 bereits weggegangen, hätte ihn wohl Cleveland an #22 statt Weeden genommen. Die Frage ist dann, ob man für Weeden dann von 37 aus hoch getradet hätte. Oder ob Weeden überhaupt dann noch den Browns in den Schoss gefallen wäre . Wenn nicht, wäre wohl doch McCoy der alleinige Prinz?

McCoy wurde vorgeworfen, dass er den notwendigen Arm nicht hat. Weeden hat ihn. Allerdings wollte man eh eine OFF unter Holmgren / Shurmur etablieren, die mehr auf accuracy basiert. Jetzt liest man überall begeistert, welchen big arm nun Weeden hat.

Dann noch die Frage, inwiefern ein QB auch auf Wunsch des Owners geholt werden musste.

Persönlich sehe ich das sehr offen. Wenn Weeden „the man“ in Cleveland wird, dann freue ich mich. Allerdings trat McCoy unter ungünstigsten Umständen in Cleveland an. Zuerst wurde er von Daboll gemobbt, machte dann aber in seiner ersten Saison seine Sache nicht schlecht bei einem offense-gameplan der ihm entgegenkam (hohe Dosis Hillis, Cribbs, Trickspielzüge).

Dann neue Saison, neuer Trainer (überforderter Rookie Headcoach), neues OFF System, keine Offseason wegen Streik. auch kein OFF Coord der sich mit ihn beschäftigen konnte, eine nicht harmonische OL, das Hillisdrama und auch eine wenig überzeugende WR Unit. In diesem Umfeld hätten viele junge QBs Probleme gehabt. Das Schicksal hat es nicht gut gemeint mit Colt McCoy.

Holmgren ist sehr viel Risiko gegangen. Floppt Weeden, dann hat Holmgren nach 3 von 5 Jahren insgesamt bei 3 QBs teuer daneben gelangt (Delhomme, McCoy und Weeden). Zudem habe ich null Vertrauen in das Können von Shurmur und ich weiss nicht wie beruhigt ein Holmgren nach den vielen Fehlern von Shurmur im letzten Jahr ist. Mit Childress hat man zumindest einen OFF Coach, der schnell auch das Ruder in die Hand nehmen kann oder Holmi macht es am Schluss selbst.

Stichwort „passlastige“ Liga und Erfolg deshalb bin ich auch ein Fan davon, dass man zumindest stets untersucht ob es sinnvoll ist, sich ANTIZYKLISCH zu verhalten. Damit meine ich harte gute DEF und viel harten RUN. Den Erfolgen der Bradys, Brees, Mannings, Rogers kann man auch SB Teilnahmen oder Siege von Ravens, Bucs, Steelers (der erste SB unter Big Ben auf jeden Fall) und Giants dagegen halten (oder die Teilnahme im SB der Bears). [Edit Herrmann: dieser Gedanke hat mich zu dem Think-Twice-Beitrag über die Rolle der Quarterbacks animiert.]

Eine Draft mit Risiko, wegen Weeden und der einseitigen Fixierung auf den Pass und damit immer in Abhängigkeit vom Können der QBs bzw deren Verletzungsanfälligkeit in der von DEF dominierten AFC North und einem sehr windigen Brownsstadion am Lake Erie mit harten Wintern und alles andere als ideale Wurfbedingungen in 8 Heimspielen.

Für mich setzt das Management sehr viel Risiko auf wenig Karten (Weeden, dass die WR Unit sich um Galaxien verbessert, dass Shurmur es gebacken bekommt) mit sehr wenig in der Hinterhand.

Der „Only in Cleveland“ Faktor (ich weiss nicht ob du schon 2002 NFL verfolgt hast, google mal dwayne rudd helmet). Irgendwelche Freakdinge, die immer in Cleveland passieren und die Franchise zurückwerfen. Es ist zumindest bei den Fans schon in der Psyche.

Gerade hat es wieder zugeschlagen, da unser first round pick aus dem letzten Jahr DT Phil Taylor wohl die komplette Saison ausfallen wird. Kennt man ja schon von Winslow, der sich damals mit dem Motorrad das Knie ausradierte und dadurch seine dem eigentlichen Talent entsprechende HOF Karriere wegwarf. Oder der damals für irre Summen geholte freeagent und OL Hoffnungsträger LeCharles Bentley, der sich im allerersten NON CONTACT Training, das Knie ausradierte, was letztendlich sein Karriereende war. Oder oder oder. Only in Cleveland.

Im Vergleich zum „only in Cleveland “ Faktor, ist Murphy´s law ein unbedeutender kleiner Fliegenschiss auf der Weltkugel.

Double Take Herrmann:

Dieses Only-in-Cleveland-Gefühl kann ich vollkommen nachvollziehen. Irgendetwas passiert den Browns immer. Abenteuerliche Verletzungen. Pech auf dem Spielfeld. Pech in Managementdingen. Wenn man dann mal kein Pech hat, macht irgendwer irgendetwas falsch. Und wenn man dann doch mal einiges oder gar viele richtig macht, sind immer noch Ravens, Steelers und die mehr als soliden Bengals in der gleichen Division. Es ist dann auch gar nicht überraschend, daß eines morgens nicht die Chargers- oder Seahawks- oder sonst irgenwelche  Fans aufwachten und die eigene Mannschaft weg war, sondern ausgerechnet die Browns-Anhänger.

Die diesjährige Draft sieht auch durchaus vernünftig aus. Drei Picks in den Top-40, mit denen man einen Franchise Running Back auf (angeblich) Adrian-Peterson-Niveau draftet; einen soliden QB, dessen Potential wie bei den meisten 1st-rd picks zwischen mittelmäßig und recht gut rangiert; und für diese beiden ersten einen Tackle als Hilfe.  Wie man das eben so macht, möchte man fast sagen: ein Franchise-Guy für eine Skill-Position; einen QB; Verstärkung für die O-Line.

Die Verteidigung ist ohnehin schon besser, als man meinen möchte, wenn man als gewöhnlicher NFL-Fan nur zwei Spiele pro Jahr sieht, in denen die Browns von Ravens und Steelers vermöbelt werden (und sogar dabei manchmal schon ganz patent aussehen).  Man hat eine sehr junge und starke Secondary um CB Joe Haden und einen der besten Linebackers der Liga in D´Qwell Jackson. Sehr gut aufgestellt also in der „It´s a passing league„-NFL. In der letzten Spielzeit ließen die Browns nur 6,3 Yards/Paßversuch zu und waren nach Punkten die fünftbeste Defense der Liga.

In einer schwächeren Division könnten sich die Browns vielleicht in Ruhe entwicklen. In der AFC North geht das nicht. Auch wenn die Ergebnisse in der kommenden Saison wahrscheinlich nicht besonders rosig aussehen werden, bastelt man sich am Lake Erie einen ganz anständigen Kader zusammen. Fraglich ist dabei nur, wieviel Geduld man „ganz oben“ noch hat.

Zur Meinung von korsakoff und Grantlands/Smart Footballs Chris Brown gehts hier.

Baltimore Ravens in der Frischzellenkur 2012

  • #35 (2) OLB Courtney Upshaw (Alabama)
  • #60 (2) G Kelechi Osemele (Iowa State)
  • #84 (3) RB Bernard Pierce (Temple)
  • #98 (4) G/C Gino Gradkowski (Delaware)
  • #130 (4) S Christian Thompson (South Carolina State)
  • #169 (5) CB Asa Jackson (Cal Poly)
  • #198 (6) WR Tommy Streeter (Miami, Fl.)
  • #236 (7) DE Deangelo Tyson (Georgia)
…und dann kam auch noch ein wenig Glück dazu: Weil die meisten nicht so Recht wußten, wie Alabamas Courtney Upshaw in der NFL am besten einzusetzen wäre, ist er bis in die zweite Runde abgerutscht. Obwohl er ganz klar ein 1st-round Talent ist. Upshaw ist ein ungemein aggressiver Edge Rusher wie auch Edge Setter – die letztere Position wurde vom abgewanderten Jarrett Johnson ausgefüllt, die erstere vom nun verletzten Terrell Suggs (Achillessehnenriß, mehrere Monate Pause). Bei der Crimson Tide hat Upshaw rechts wie links, DE wie OLB und im 2-point stance wie auch mit Händen im Dreck gespielt. Mit seinem sehr kräftigen Körperbau – 123kg auf 1,88m -, seiner Aggressivität, seiner Sicherheit als Tackler und nicht zuletzt seiner Ausbildung bei der Defensiv-Schmiede schlechthin machen ihn in Runde Zwei zum Steal und perfect fit für die Ravens.

Aus den drei folgenden Picks läßt sich ziemlich deutlich herauslesen, was für eine Offensive die Raben haben wollen. Offensichtlich ist es keine, die auf Joe Flaccos Schultern lastet. Mit den Guards Kelechi Osemele und Gino Gradkowski hat sich Baltimore mächtig Beef für die Mitte der O-Line geangelt. Die wichtigste Aufgabe der inside guys (Guards und Center) ist das Reißen von großen Löchern für die Running Backs. Bei Delawares Gradkowski müssen die Herren um Ozzie Newsome sehr viel Talent gesehen haben. In den meisten pre-draft Berichten ist mir sein Name nicht einmal über den Weg gelaufen und von den meisten Auguren wurde er auch nur Free Agent eingestuft. Er kann sowohl Guard als auch Center spielen und wird damit wohl als Nachfolger für den alten Matt Birk aufgebaut.

Als Komplementärstück zu Ray Rice kommt in der dritten Runde Temples Bernard Pierce neu in den Angriff. Auch diesen wollten die Ravens unbedingt haben. So sehr, daß sie ihren 3rd-rd pick (#91) und einen 5th-rd rounder (#164) nach Atlanta geschickt haben, um sieben Plätze nach vorne zu rücken. Der Angriff wird um die Running Backs und das Laufspiel herum aufgebaut. QB Flacco soll nicht zu viel Last tragen müssen, sondern vor allem nichts kaputt machen und ab und zu mal ein Big Play raushauen.

In den Runden vier und fünf verstärkt Baltimore die Tiefe Im Defensive Backfield. Auffällig ist hier, daß nach Gradkowski auch S Christian Thompson und CB Asa Jackson von FCS- (Div-II) Schools kommen. Traditionell bekommen die mid- und late-round picks bei den Ravens immer viel Zeit sich zu entwickeln und müssen nicht als Rookies schon Aufgaben übernehmen, die noch eine Nummer zu groß für sie sind.

Überblick

So richtig große Löcher hatten die Baltimore Ravens mal wieder nicht. Den Verlust von OLB Johnson (geplant) und DE Suggs (nicht geplant) konnte mit Upshaw zumindest teilweise wettgemacht werden. RB Pierce und die beiden O-Liner Osemele und Gradkowski machen deutlich, daß das Power Game der Fokus ist und nicht der endgültig als mittelmäßig entlarvte Quarterback Flacco. Obwohl das Receiving-Corps sehr dünn ist, hat er erst zum Ende der sechsten Runde ein neues Spielzeug bekommen. Weil Tommy Streeter aber 1,93m groß ist und eine 4.4 läuft, ist es zumindest ein interessantes Spielzeug. Dazu noch Kadertiefe für Secondary und Special Teams sowie ein vielseitiger D-Liner in Runde sieben und fertig ist eine typische solide Draft von Ozzie Newsome.

Pittsburgh Steelers in der Frischzellenkur 2012

  • #24 (1) G David DeCastro Stanford
  • #56 (2) OT Mike Adams Ohio State
  • #86 (3) LB Sean Spence Miami (Fl.)
  • #109 (4) DT Alameda Ta´amu Washington
  • #159 (5) RB Chris Rainey Florida
  • #231 (7) WR Tony Clemons Colorado
  • #240 (7) TE David Paulson Oregon
  • #246 (7) CB Terrence Frederick Texas A&M
  • #248 (7) G Kelvin Beachum SMU

Zwei Charakteristika stechen heraus, wenn man sich die Drafts der Pittsburgh Steelers in den letzten Jahren ansieht. 1) In den letzten fünf Drafts hatten die Steelers neun Picks in den ersten zwei Runden, sechs davon haben sie für Linemen genutzt (ein siebenter war LB Lawrence Timmons). 2) Die Steelers gehen den ganz alten Weg und draften Talente mit dem Ziel, ihnen erst im zweiten oder dritten Profijahr tragende Rollen zu geben. Darum sollte man sich für 2012 eigentlich eher auf die letztjährige Draft konzentrieren. Da hat die Mannschaft aus Steeltown beispielsweise zwei Cornerbacks in den Runden drei und vier gedraftet und daher war es auch keine Überraschung, daß man heuer No. 2 Corner William Gay gen Arizona ziehen ließ. Ebenfalls letztes Jahr draftete man in der zweiten Runde einen Offensive Tackle mit Floridas Marcus Gilbert; ein Jahr davor war der erste Pick mit Maurkice Pouncey ein anderer Gator.

Nimmt man die beiden diesjährigen Picks David DeCastro und Mike Adams aus den Runden eins und zwei dazu, könnte die in letzter Zeit schlechte Offensive Line mit vier jungen Talenten aus den obersten Runden auflaufen. Zumindest auf dem Papier Teambuilding wie aus dem Lehrbuch. Stanfords Guard David DeCastro soll den pundits zufolge der beste O-Liner der diesjährigen Draftklasse und sofort NFL-ready sein. Ein 1,97m großer und 150kg schwerer Brocken, der nicht nur ein Fels in Sachen pass protection, sondern auch im Räume reißen für Running Backs bestes Material sein soll.

Tackle Mike Adams wäre wohl auch in der ersten Runde mit einem NFL-Trikot beglückt worden, wenn nicht gewisse character issues in seinem Zeugnis stehen würden. Die Steelers pfeifen – richtigerweise – auf Lappalien wie nicht korrekt bezahlte Tattoos und hoffen mit ihm einen Steal gelandet zu haben.

Der mit 1,80m etwas zu klein geratene LB Sean Spence wird vor allem viel, viel Training und Erfahrung bei einem der besten Linebacking-Corps der Liga bekommen. Eine wichtige Rolle wird er in der kommenden Saison nicht ausfüllen müssen. Aber zumindest mittelfristig wird er entweder als Nachfolger für der mittlerweile schon 37-jährigen ILB James Farrior aufgebaut werden oder mit seiner Athletik und seiner range vielleicht sogar ein moderner Safety/Linebebacker-Hybrid gegen die paßlastigen Offenses werden. (Der Gedanke dahinter: immer mehr Spread-Formationen zwingen zu immer mehr Nickel-/Dime-Defenses, was wiederum zu mehr Platz für Running Plays aus diesen Formationen führt. Ein „moderner“ S/LB-Hybrid sollte ebenso einen Aaron Hernandez beim Paßrouten laufen decken können als auch space players beim Laufen sicher stoppen können.)

Ebenso so ein space player ist auch der winzige Chris Rainey. Der 5th-rd pick aus Florida ist mit seinen 1,75m einer der schnellsten und wendigsten Spieler der diesjährigen Draft. Eine erfolgreiche Karriere als Sprinter in der Leichtathletik stehen ebenso in seinem Lebenslauf wie ein MVP-Award der Gators 2011. Der neue Offensive Coordinator Todd Haley hat mit Dexter McCluster in seiner Zeit bei den Kansas City Chiefs fast einen Klon von Rainey gehabt und sollte ihn bei den Steelers als wichtiges Puzzleteil für explosive Plays in die neue Offense einbauen.

Um NT Alameda Ta´amu in der vierten Runde zu bekommen, haben die Steelers nach oben getradet. Der 160kg schwere Koloß gilt gemeinhin als Steal als 109. Pick, soll aber in eine große Rolle hineinwachsen: NT Casey Hampton, einer der unterschätztesten Spieler der Liga, benötigt ob seiner fast 35 Lenzen dringendst einen Nachfolger.

Von den vier 7th-rd picks ist WR Tony Clemons der interessanteste. Wenn die Steelers einen speedster für die Seitennlinien draften, klingelt nicht nur ein Alarmglöckchen: Wallace, Brown, Sanders, anyone?

Überblick

Wenn man nach dem Erfolgsrezept für den nachhaltigen Erfolg der Steelers sucht, landet man früher oder später immer beim draften. GM Kevin Colbert muß sich hier vor niemandem verstecken. Dieses Jahr mit den zwei Top-Picks die schwache Offensive Line mit Riesentalenten verstärkt. Mit RB/WR/Returner Rainey Offense und Special Teams eine neue Waffe verschafft. Mit Clemons vielleicht den nächsten Emmanuel Sanders oder Antonio Bown gefunden.

In der Defense wurde endlich ein Nachfolger für Hampton gefunden und mit LB Spence vielleicht  sogar ein ganz neuer Spielertyp. Seit 2001 hatten die Steelers nur eine Saison mit negativer Bilanz und nur drei Spielzeiten ohne Playoff-Teilnahme. Der Grund sind Drafts wie diese. Pittsburgh beweist immer wieder, daß man einen guten Kader am Draft-Weekend und nicht in der Free Agency baut.

New York Jets in der Frischzellenkur 2012

  • #16 (1) DE Quinton Coples North Carolina
  • #43 (2) WR Stephen Hill Georgia Tech
  • #77 (3) LB Demario Davis Arkansas State
  • #187 (6) S Josh Bush Wake Forest
  • #202 (6) RB Terrance Ganaway Baylor
  • #203 (6) G/T Robert T. Griffin Baylor
  • #242 (7) S Antonio Allen South Carolina
  • #244 (7) WR Jordan White Western Michigan

Gestern hatten wir mit den Buffalo Bills ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man mit einer konsistenten und langfristigen Draftstrategie langsam aber sicher ein hochwertiges und tiefbesetztes Team zusammenstellt. Heute haben wir mit dem Divisionsrivalen New York Jets ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man mit einer kurzfristigen und aufgeregten Strategie das Fundament einer Mannschaft aushöhlt, erst unmerklich, dann immer schneller. Die Jets haben keinen tiefen Kader und dieses Jahr trotzdem nur drei Picks in den ersten fünf Runden gehabt. Letztes Jahr hatten sie keinen 2nd-rd pick; 2009 waren es gar nur zwei Picks in den ersten fünf Runden.

Immerhin erkennt man mit dieser Draft deutlich die Richtung, in welche die Jets weiter marschieren wollen: beinharte Defense, lauflastige ground-and-pound Offense.

Der 1st-rd pick, UNCs DT/DE Quinton Coples wird von einigen pundits als das größte Talent auf der defensiven Seite des Balles gesehen. Nach einer überragenden Junior-Season soll er aber letztes Jahr vor allem damit zugebracht haben, sich nicht zu verletzen. Charakter- und Motivationsprobleme stehen daher in allen seinen Zeugnissen. Damit paßt er wie Arsch auf Eimer in Gang Greens Locker Room. Mit Rex Ryan und Mike Pettine hat er auf der anderen Seite die Trainer, die wohl mehr aus schwierigen, aber komplizierten Typen herausholen als alle anderen. Coples wird 34 DE und Edge Rusher in sub-packages spielen.

In der zweiten Runde traden die Jets nach oben, um Georgia Techs WR Stephen Hill zu draften. Hill hat in seiner gesamten Karriere 49 Pässe gefangen, viel mehr konnte der 1,95m-Mann nicht zeigen in der Triple-Option-Offense der Yellow Jackets. Vor der Draft ist er dann aber auf allen Boards nach oben geschossen, als er bei der Combine eine 4.3 gelaufen ist. Er könnte auch davon profitiert haben, daß sich mit Calvin Johnson und Demariyus Thomas in den letzten Jahren schon zwei andere große Ballfänger von GT in der NFL durchgesetzt haben. Durch seine Erfahrung in einem extrem lauffreudigen System und seiner Speed-/Size-Combination scheint er ein idealer Fit zu sein. Neben seinen erprobten Blockingkünsten im Laufspiel soll er die gefährliche Redzone-Waffe sein, die Plaxico Burres nur manchmal war.

LB Demario Davis soll auch ein Spieler genau nach Ryans Geschmack sein. Aggressiv, sicherer Tackler und mit hoher Spielintelligenz ausgestatt. Neben Coples und Davis für die Front-Seven gab es in den letzten beiden Runden noch zwei Picks für das Defensive Backfield. Die Herren Josh Bush und Antonio Allen werden auch früh Spielzeit sehen, denn niemand spielt mit mehr DBs als Rex Ryan: ein Drittel aller Snaps mit mindestens sechs Defensive Backs (!).

Für die andere Seite des Balles hat man neben Hill nur noch drei Spieler gedraftet, bei denen die Jets nur hoffen können, daß sie voll einschlagen. Nötig hätten sie´s. Der „andere Robert Griffin von Baylor“ hat im College Right Tackle und Guard gespielt und könnte vielleicht schon im Trainings Camp Wayne Hunter ausstechen. Viel schlechter kann er ja gar nicht sein. RB Terrance Ganaway, ebenfalls Baylor, ist ein dicker Power Back, der neben Shonn Greene und Joe McKnight ein paar Carries bekommen wird. WR Jordan White hat letztes Jahr in 14 Spielen 140 Pässe für fast 2000 Yards gefangen  gefangen. Als late round pick mit kräftigem Körperbau von einer kleinen Uni könnte er ein Pierre Garcon werden. Oder man hört nie wieder von ihm, wie von den meisten unglaublich produktiven WRs von kleinen Unis.

Übersicht

Es sind mal wieder zu wenig mittlere Draft Picks. Die Picks der Runden zwei bis fünf sind in der Regel der Kern jeder Mannschaft. Diese Draftklasse an sich ist völlig in Ordnung, aber zusammen mit den letzten drei Drafts betrachtet wird zu deutlich, daß der stabile Mittelbau immer kleiner wird. Das geht nur in den seltensten Fällen gut. Wahrscheinlicher ist, daß im Laufe der Saison nach einigen Verletzungen haufenweise Practice-Squad-Spieler und Street Free Agents Rollen übernehmen müssen, für die sie nicht gedacht sind.

Buffalo Bills in der Frischzellenkur 2012

  •  #10 (1) CB Stephon Gilmore (South Carolina)
  •  #41 (2) OL Cordy Glenn (Georgia)
  •  #69 (3) WR T.J Graham (North Carolina State)
  • #105 (4) LB Nigel Bradham (Florida State)
  • #124 (4) CB Ron Brooks (LSU)
  • #144 (5) OT Zebrie Sanders (Florida State)
  • #147 (5) LB Tank Carder (TCU)
  • #178 (6) G Mark Asper (Oregon)
  • #251 (7) K John Potter (Western Michigan)

Man muß es einfach mögen, wie die Buffalo Bills derzeit ihre Kaderplanung angehen. Um den Franchise Player Kyle Williams (DT) baut man nach guter alter Weisheit eine solide Defense von innen nach außen auf. Letztes Jahr hat man mit dem dritten Pick DT Marcell Dareus gedraftet und in dieser Offseason die Defensive Ends Mario Williams und Mark Anderson verpflichtet.

In dieser Draft verstärkt man das Defensive Backfield mit zwei Cornerbacks. Stephon Gilmore soll der zweitbeste CB dieses Jahrgangs sein und mit dem letztjährigen 2nd-rd pick Aaron Williams das Starting-Duo an den den Seitenlinien bilden. Mit LSUs Ron Brooks hat man in der vierten Runde noch jemanden für die sub-packages gedraftet. Star der Secondary ist Safety Jairus Byrd und neben ihm und hinter diesem Pass Rush haben Gilmore, Williams und Brooks die Chance, ein aufregendes Defensive Backfield zu formen.

Für die Mitte zwischen Linie und Secondary hat man mit den beiden 1,90m-Typen Nigel Bradham (FSU, 4th round) und Tank Carder (TCU, 5th round) vor allem Kadertiefe und Special-Teams-Futter besorgt.

In der Offense, die letztes Jahr bis zur Verletzung von RB Fred Jackson überaus aufregend war, hat man drei dicke Jungs für die mäßige O-Line gedraftet, von denen zumindest Georgias Cordy Glenn sofort starten könnte. Der 2nd-rd pick ist mit knapp 160kg einer größten und kräftigsten Guards. FSUs Zebrie Sanders ist eher ein finesse player, was aber in der offenen Spread-Offense der Bills kein allzu großer Nachteil sein muß. Oregons Mark Asper ist ein riesiger 2,02m großer, als Guard und Tackle einsetzbarer Spieler. Und weil Chan Gailey für sein System nie genug WR haben kann, bekommt QB Ryan Fitzpatrick mit dem 3rd-rd pick T.J. Graham auch ein neues Spielzeug. Graham ist ein speedster, der als Leichtathlet bei den National Championships im 100-Meter-Lauf mitgemacht hat.

Überblick

Es ist gar nicht lange her, da hätten die Bills in der ersten Runde einen WR wie Michael Floyd gedraftet. Einfach nur weil er irgendwie aufregend ist. Wie aber auch schon im letzten Jahr ist dies eine sehr solide Draftklasse. Die Bills basteln sich heimlich, still und leise in ein richtig gutes junges Team zusammen. In der Defense hat man die Secondary deutlich verstärkt, nachdem man schon den Pass Rush auf ein neues Level gehoben hat. In der Offense wurde gezielt die Offensive Line verstärkt und mit dem schnellen WR Fitzpatrick ein neues Ziel gegeben. Eine Draft wie aus dem Lehrbuch.

Miami Dolphins in der Frischzellenkur 2012

  • #8 (1) QB Ryan Tannehill Texas A&M
  • #42 (2) OT Jonathan Martin Stanford
  • #72 (3) DE Olivier Vernon Miami (Fl.)
  • #78 (3) TE Michael Egnew Missouri
  • #97 (4) RB Lamar Miller Miami (Fl.)
  • #155 (5) LB Josh Kaddu Oregon
  • #183 (6) WR B.J. Cunningham Michigan State
  • #215 (7) DT Kheeston Randall Texas
  • #227 (7) WR Rishard Matthews Nevada

Diese Draftklasse steht und fällt mit QB Ryan Tannehill. Der neue Coaching Staff um Mike Sherman hat offensichtlich kein großes Vertrauen in Matt Moore, der zum Ende der letzten Saison – mal wieder – wie ein richtig fähiger NFL-Quarterback aussah. Es scheint, als wären alle Mannschaften ohne einen Aaron Rodgers oder Drew Brees bereit, einen Top-10 Pick für jemanden zu riskieren, der bis vor wenigen Jahren noch als prospect in den Runden zwei bis vier gedraftet worden wäre (siehe auch Ponder/Locker/Gabbert 2011). Nun gut. Immerhin kennen sich Tannehill und Sherman aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Texas A&M, daher sollte das Playbook für den jungen Signal Caller kein Buch mit sieben Siegeln sein.

Dazu steht er hinter einer soliden Offensive Line, die dieses Jahr um Jonathan Martin verstärkt wurde. Martin hat während seiner Zeit in Stanford die blindside von Andrew Luck geschützt. Mit LT Jake Long und C Mike Puncey könnte Martin eine der besten jungen Linien der Liga bilden.

DE/OLB Olivier Vernon war in den Neven-Shapiro-Skandal verwickelt und daher letztes Jahr sechs Spiele gesperrt. Er soll ein explosiver Edge Rusher sein, ähnlich Cameron Wake. Die Defense war nicht die große Schwäche der Dolphins und wird so punktuell verstärkt. Da sub-packages eine immer größere Rolle spielen, sollte er von Anfang an viel Spielzeit bekommen. Neben Vernon hat man in den späteren Runden für die Kadertiefe noch einen athletischen LB, Oregons Josh Kaddu, und einen Big Body mit dem Longhorn Kheeston Randall verpflichtet.

Michael Egnew soll irgendwann mal das werden, was Jimmy Graham oder Jermichael Finley sind. Egnew ist ein 2-Meter-Typ, für seine Größe aber ziemlich schlaksig und technisch ungeschliffen. Das waren Graham und Finley aber auch. Mit dem Rookie-QB sind die Dolphins im Aufbau- und nicht im win-now-Modus; Egnew wird Zeit für seine Entwicklung bekommen und könnte mit seinen körperlichen Voraussetzungen ein echter difference maker werden, daher ein gut investierter 3rd-rd pick.

Mit Lamar Miller haben die Dolphins einen weiteren Local Hero gedraftet, der in Kombination mit Reggie Bush und dem letztjährigen 2nd-rd pick Daniel Thomas ein durchaus sehenswsertes Backfield bilden kann. Miller ist ein sehr explosiver Back, der noch viel früher vom Board gegangen wäre, wenn viele Teams nicht ob seiner operierten Schultern und einer Knieverletzung abgeschreckt worden wären.

Überraschend ist, daß man für Tannehill nicht mehr Waffen gedraftet hat, nachdem man den besten WR, Brandon Marshall, abgegeben hat. Die beiden Starter auf der WR-Position wären zu diesem Zeitpunkt Brian Hartline und Davone Bess. Darüber lachen sogar die Nachbarn weiter nördlich in Jacksonville. In der sechsten Runde erst hat man mit B.J. Cunningham einen Receiver gedraftet, der aber immerhin die Rekorde für die meisten Catches und Yards der Michigan State Spartans hält. In 51 Spielen fing er 218 Pässe für 3086 Yards. 2011 wurde er von der Mannschaft zum MVP der Saison gewählt – und nicht QB Kirk Cousins. Vielleicht ein Steal. In der siebten Runde kam noch der kräftige WR Rishard Matthews von Nevada und als ungedrafteter Free Agent Tannehills alter Teamkollegen WR Jeff Fuller hinzu.

Überblick

Mit fünf Picks in den Top-100 könnten die Dolphins einen weiteren Schritt Richtung Top-Team gemacht haben. Die `Fins waren letzte Jahr keine schlechte Mannschaft, man muß nicht bei 0 anfangen. Vor allem die Defense war stark. In zwei Jahren könnten sich RB Miller und TE Egnew als echte Impact Player entpuppen und Jonathan Martin das passende Gegenstück zu Jake Long sein. Sollte Tannehill sich allerdings nicht zu dem Franchise Player entwickeln, der endlich, endlich in die Fußstapfen von Dan Marino tritt (oder wenigstens in seine Badelatschen), dann war auch das alles für die Katz´.

New England Patriots in der Frischzellenkur 2012

  • #21 (1) Chandler Jones DE Syracuse
  • #25 (1) Dont´a Hightower LB Alabama
  • #48 (2) Tavon Wilson S Illinois
  • #90 (3) Jake Bequette DE Arkansas
  • #197 (6) Nate Ebner DB/ST Ohio State
  • #224 (7) Alfonzo Dennard CB Nebraska
  • #235 (7) Jeremy Ebert WR Nothwestern

Wie immer mit Bill Belichick ging es in New Englands War Room zu wie auf dem Basar. Von den sieben Picks, die sie letztlich gemacht haben, war ursprünglich keiner ihr eigener. Zur Abwechslung hat Darth Vader dieses Jahr aber in der ersten Runde zwei Mal nach oben getradet und mit anderthalb Pass Rushern für ausgehängte Kiefer gesorgt. Daneben gab es die üblichen Seltsamkeiten: ein Rugbyspieler; ein Talent, das drei Tage vor der Draft noch im Knast war; und ein 2nd-round pick, der nicht mal zur Combine eingeladen wurde.

DE Chandler Jones erinnert mit seinen 1,96m und 120kg unweigerlich an Jason Pierre-Paul, dessen Körperbau fast identisch ist. Auch muß er großartige Gene haben: ein Bruder spielt bei den Baltimore Ravens, ein anderer Bruder ist ein MMA-Kämpfer und in der UFC auch irgendein Champion. In ihm hat Belichick sich einen Spieler geangelt, den er immer sucht, aber so selten findet: groß (1,92m+) und positionsflexibel. Bei den Orangemen hat er DE in 3- und 4-Mann-Fronts gespielt; bei der Combine und in Workouts aber auch 34 OLB. Ebenso wie auch The Haitian Freak kommt er vor allem mit viel Talent und riesigem Potential („upside„) in die Liga. Auch wenn die Patriots für ihn in der ersten Runde nach oben tradeten (für den 27ten und den 3rd-rd pick #93), wird er wahrscheinlich nicht sofort eine große tragende Rolle spielen, sondern mit Rob Ninkovich und Brandon Deaderick den Kern der Pass-Rusher-Rotation bilden. Neben  diesen Dreien wollen da auch noch 3rd-rounder Jake Bequette, Jermaine Cunningham, Free Agent Trevor Scott, der letztjährige 6th-rd pick und Trainingsweltmeister Markell Carter sowie der andere diesjährige First Rounder, Alabamas Captain Dont´a Hightower mitmischen.

Hightower, um ihn zu bekommen schickten die Pats den 31ten Pick und einen 4th-rounder (#126) nach Denver, spielt LB innen wie außen und hat in `Bamas Nickel-D einen Stammplatz als Edge Rusher in der 4-men front gehabt. Er wird wohl auch in der komplexen und vielfältigen Patriots-D alles mögliche spielen. Er erinnert durch seinen kräftigen Körper (120kg auf 1,87m) und seine Vielseitigkeit an Adalius Thomas. Hoffentlich spielt er so wie Thomas bei den Ravens und nicht wie Thomas bei den Patriots.

Mit DE Jake Bequette hat New England dann den dritten Pass Rusher in den ersten drei Runden gezogen. Damit sind sie das Problem so heftig angegangen, wie Fans und Experten es in den letzten Jahren schon immer gefordert haben. Bequette hat fast exakt die gleichen Maße wie Jones, sieht aber dicker aus und soll auch nicht so quick und athletisch sein. Um in der stärksten College Conference gut auszusehen, hat es aber gereicht: in seinen beiden Jahren als Starter für die Razorbacks gab es eine Wahl ins All-SEC Second Team (2010) und eine ins All-SEC First Team (2011).

Vorher schon, in Runde zwei, hat Belichick einen absoluten Nobody  für das Loch in der Safety-Position gedraftet. Die Herren Experten vor den Kameras und an den Schreibmaschinen waren darob so konsterniert, daß sie sich spontan gar nicht entscheiden konnten, welches Label sie Belly dafür umhängen sollen: Genie, das mehr weiß als alle anderen oder Volltrottel „who outsmarts himself„. Tavon Wilson hatte niemand auf dem Radar, was aber erstmal nicht viel heißen muß. Das große Loch neben Pat Chung, 2nd-rd pick 2009, haben letztes Jahr so Typen wie WR Matt Slater oder Joe Sixpack von der Straße eher mäßig gut ausgefüllt. Schlechter kann Wilson gar nicht sein; außerdem ist er vielseitig einsetzbar: er hat wohl bei den Illini Cornerback, Safety und im Slot gespielt.

Zwei der drei Picks in den Runden sechs und sieben sind klassische Camp Bodies, die eine kleine Chance haben, als Special Teamer die Cuts zu schaffen. Northwesterns WR Jeremy Ebert ist ein Typ wie Julian Edelman. Nate Ebner ist ein Rugbyspieler, der es als walk-on in das Team der Buckeyes geschafft hat. Er ist zwar als Safety/Defensive Back gelistet, dort hat er aber nur eine Handvoll Snaps gespielt. Dafür soll er ein aggressiver Special Teamer vor dem Herrn sein.

CB Alfonzo Dennard galt vor gar nicht so langer Zeit als Riesentalent, das in den ersten beiden Runden vom Board gehen wird. Diesen Status hat er dann immer mehr verloren und als er am Samstag vor der Draft auch noch wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Polizisten festgenommen wurde, war der Ofen aus. New England war das durchaus vorhandene Talent dann immerhin ein 7th-rd pick wert. Mit etwas Glück kann das ein großer Steal gewesen sein.

Überblick

Die Offense brauchte keine Verstärkung. Die schwächelnde WR-Position wurde schon während der Free Agency angegangen. In der schwachen Defense gab es durch die Verluste von DE Mark Anderson und – je nach Verlauf seines Heilungsprozesses – Andre Carter wieder ein einziges großes Loch im Korps der Quarterback-Jäger. Daneben war die Secondary unter aller Kanone. Klassische Draft nach Needs mit sechs Picks für die Schwächen. Wenn die Patriots mit diesen einen Impact Player und zwei solide Bausteine für ihre junge Defense gefunden haben, ist ihr Kader State of the Art, rosige Aussichten inklusive: aus dem Stand würde ich sagen, daß nur vier Verteidiger älter als 25 Jahre sind. DT/DE Vince Wilfork, LB Rob Ninkovich, DT/DE Gerrard Warren und LB Jerod Mayo.

New York Jets in der Frischzellenkur

ÜBERBLICK

#30 DT Muhammad Wilkerson (Temple)
#94 DT Kendrick Ellis (Hampton)
#126 RB Bilal Powell (Louisville)
#153 WR Jeremy Kerley (TCU)
#208 QB Greg McElroy (Alabama)
#227 WR Scotty McKnight (Colorado)

Der letzte von 32 Einträgen über die Draft-Strategien der einzelnen Franchises. Hat lange gedauert, spricht aber auch dafür, dass sich vieles getan hat während der letzten beiden Monate. Und mehr als ein Eintrag ist bei 10 Stunden Arbeit nebenher nicht möglich.

Ein Draft in der Schmalhansvariante für die Jets: Nur sechs Picks, und wer Spektakel sucht, muss sich andere Drafts aussuchen. Denn die Jets bieten diesmal Solidität. Angefangen mit den beiden Picks für die Defensive Line: #30 Mu Wilkerson und #94 Kendrick Ellis. Wilkerson ist mehr der Athlet für den Posten des Defensive Ends, wenn auch noch recht unerfahren, aber nicht ausgeschlossen, dass die Zeit von Shaun Ellis damit auf der Stelle vorbei ist. Ellis (Kendrick) ist dafür der Fettsack für die Mitte, der NT/DT spielt und mit seinen 152kg das bietet, was John Madden immovable object getauft hat.

Der Rest des Drafts sind späte Picks und alle sind für die Offense: Der Winzling WR Jermey Kerley, der vielleicht als langfristiger Ersatzmann für X-Faktor Brad Smith gedacht ist. RB Bilal Powell als langfristiger Ersatz für Shonn Greene (?), zumindest ein ähnlicher Spielertyp. QB Greg McElroy als angedachter Backup-QB, der die Klappe hält, wenn er auch nach fünf Graupenspielen von Seiten Mark Sanchez noch auf der Bank schmoren muss. Und schließlich WR McKnight in der 7. Runde, dessen einzige Referenz Busenfreund Sanchez ist, weswegen der Pick auch nur müde belächelt wird.

Summa summarum

Etwas unverständlich, warum die Jets mit nicht einem einzigen Pick einen OLB gedraftet haben und dafür mit Kerley und Powell zwei Skill Player, deren Ebenbilder man bereits im Kader hat. Potenziell aber gefällt die Idee, gleich zu Beginn des Drafts die Verjüngungskur in der Defensive Line anzugehen.

Abzuwarten bleibt, ob die Jets durch das Ignorieren der Secondary a) Asomugha im Auge haben, b) Cromartie halten werden oder c) genügend Vertrauen zu Wilson entwickelt haben. Denn dort könnte sich eine Sollbruchstelle auftun, vor allem, weil der Pass Rush nicht bedeutend verstärkt worden ist.