Georgia Bulldogs | 2016/17 Vorschau

Die University of Georgia galt im Universum des College Football über viele Jahre als Hort der guten Sitten, weil der langjährige Head Coach Mark Richt bei schlechten Manier eher zu schnell als zu langsam mit Disziplinarmaßnahmen reagierte. Siegen ist nicht alles. Wir wollen ehrlich siegen, so oder so ähnlich trat Richt stets nach außen hin auf. Innerhalb der riesigen Fanscharen der Georgia Bulldogs aus dem kleinen Studentenstädtchen Athens nahe Atlanta regte sich jedoch mit jedem Jahr mehr Missmut ob der stets ordentlichen, aber nie überragenden Ergebnisse. Weiterlesen

Samstagsvorschauer #14 – Finaltag 2015

Die Georgia Bulldogs haben sich letzte Woche von ihrem langjährigen Headcoach Mark Richt getrennt. Richt hat schnell einen neuen Arbeitgeber gefunden: The U, die University of Miami. Der Move hat mit im ersten Moment völlig verblüfft: Der good guy Richt, für den Gewinnen nicht so wichtig war wie Gewinnen mit Stil, geht zur vielleicht skandalumwittertsten Universität im College-Football. Hätte ich das Idealprofil des neuen Miami-Coaches gezeichnet, es wäre der Anti-Richt geworden.

Doch The U ist Richts Alma Mater. Richt war hier Backup-Quarterback in den 1980er Jahren. Richt geht damit von einem supertraditionellen Team mit einem stets randvollen Stadion zu den kriselnden Hurricanes, die in den letzten Jahren regelmäßig vor leeren Rängen im seelenlosen Sunlife Stadium aufgelaufen sind. Ich bin gespannt.

Richts Nachfolger bei Georgia gilt auch schon als fix: Alabamas DefCoord Kirby Smart. In den Kreisen, in denen ich verkehre, wird der Move skeptisch gesehen. Grundtenor: Georgia hat Smart geholt, damit ihn das ebenso auf Coachsuche befindliche South Carolina nicht bekommt. Die Chance, dass Smart mehr Erfolg als Richts 7 Top-10 Finishes in 15 Jahren bringt, wird als eher gering gesehen.

Die Entlassung Richts ist ein Meilenstein in der SEC. Georgia hatte bis letzten Sonntag als Institution gegolten, an der noch alte Werte des Universitätssports geschätzt werden. Mit Richts Entlassung wird die Georgia eine von vielen.


Zu den Conference-Finals von heute. Weiterlesen

Samstagsvorschauer 2015, Week 9 | Über Sinn und Unsinn im Leben

Disclaimer voraus: Winterzeit-Umstellung in der Nacht von heute auf morgen auch in den USA, womit ab morgen wieder die gewohnten Zeiten in Europa herrschen: 19h, 22h und 2h30 für die NFL-Spiele. Am heutigen College-Samstag beträgt der Zeitunterschied zu Amerika aber noch 5 Stunden. Ergo wird um 17h, 20h30, 0h bzw. 01h usw. angepfiffen. Weiterlesen

Samstagsvorschauer 2015, Week 5 | Tim Tebow war mal ein ganz Großer

Woche 5 im College Football 2015/16, und es ist Hurrikan-Saison in den Vereinigten Staaten. Die Wetterbilder der letzten Tage sahen in etwa so aus wie in eingangs verlinktem Bild, weswegen vor allem die Südstaatenspiele und die Partien entlang der Atlantikküste sehr regenreiche Angelegenheiten werden dürften. Weiterlesen

SEC East | College Football 2015/16 Preview

ACC (Florida State 2013) und Big Ten (Ohio State 2014) haben die letzten beiden Landesmeisterschaften gewonnen, die Pac-12 gilt als reichste und innovativste Liga, aber die Southeastern Conference (SEC) bleibt die stärkste Liga im College Football. Weiterlesen

Die Akademische Viertelstunde und die Suche nach dem perfekten Playoff 2014/15

Die Florida State Seminoles sind auch nach Woche als einziges „Power-Five“ Team ungeschlagen, aber es brauchte erneut einen knappen Sieg gegen bestenfalls durchschnittliche Boston College Eagles um sich zu einem 20-17 Sieg zu würgen. Die Seminoles bleiben damit auf Playoff-Kurs, weil die Kombination aus ACC und Ungeschlagenheit ihre Qualifikation verlangt.

FSU ist damit das heurige Paradebeispiel für den Diskurs „verdientes Team“ vs „bestes Team“. Nehmen wir die Qualität der Mannschaft als Bewertungsgrundlage, müsste FSU eigentlich aus den Playoffs gewählt werden: Sie sind zwar 11-0 nach Record, aber das hauptsächlich wegen eines 5-0 Laufs in engen bzw. engsten Spielen. Ihre scheinbar besten Siege sehen mit Notre Dame, Oklahoma State und Clemson maximal durchschnittlich aus, und nach SRS ist man nur an #17 gereiht.

Florida State gehört – sofern man ungeschlagen bleibt – in die Playoffs, weil sie kein Spiel verloren haben, und das gegen den nach SRS immerhin an #50 gereihten Schedule. Das andere ungeschlagene Team in der FBS, Marshall aus der Conference-USA, hat seine 11-0 Bilanz gegen den an #124 gereihten Schedule zustande gebracht.

Florida State hat nun noch die Florida Gators zum Abschiedsspiel von Will Muschamp im Schedule, plus das ACC-Finale gegen Georgia Tech in zwei Wochen. Selbstläufer sind beide Partien nicht: Gegen die Gators ist man zuhause nach SRS mit 4.7 Punkten favorisiert. Gegen Georgia Tech im ACC-Endspiel wird man Stand heute mit 0.7 Punkten favorisiert in die Partie gehen.

Sollte es zu zwei Siegen reichen, wird man einer der vier Halbfinalisten sein. Man wird eine jener Mannschaften sein, die sich mit „clutch“-Leistungen durchgebissen hat um dann gegen die wahren Granden in der Post-Season auf Granit zu beißen. Die Mannschaften von Ohio State oder Notre Dame in den letzten Jahren stehen Bürge für solche Saisonverläufe, und sie alle erlebten böse Erwachen.

Beim amtierenden Landesmeister Florida State wird die spannende Frage sein, ob sie wider Erwarten den Trend aufhalten können. Weiterlesen

Southeastern Conference | Vorschau 2014/15

Die Southeastern Conference (SEC) gilt seit gut einem Jahrzehnt als Königsklasse im College-Football, auch wenn sie in der letzten Saison nach sieben Jahren Regentschaft erstmals nicht den Landesmeister stellte. Am Selbstverständnis der Menschen wird sich deshalb aber fürs erste wenig ändern: Die SEC ist die Liga, in der der schnellste College-Football gespielt wird, in der die meisten Zuschauer ins Stadion strömen, und wo die Folklore gelebt wird wie nirgendwo sonst. College-Football ist in der Region im US-Südosten Ersatzreligion und ein Medium, die Komplexe gegenüber den urbaneren Regionen im Norden zu bewältigen.

Zu Beginn der gewohnte Rundumblick zur besseren Einordnung der einzelnen Mannschaften: Auburn ist der Titelverteidiger, Auburn spielte im BCS-Endspiel, aber auch wenn Alabama in den offiziellen Polls nur als viertbeste SEC-Mannschaft gerankt war, nach SRS stellten sie wenig überraschend die potenteste Mannschaft.

Blick auf die Saison 2013/14 in der Southeastern Conference

Blick auf die Saison 2013/14 in der Southeastern Conference

Record = Bilanz in allen Saisonspielen
Conf. = Record in Conference-Spielen
AP-Poll = finale Platzierung im AP-Poll
SRS = Simple Ranking System 2013/14
SRS-Rank = Platzierung im SRS 2013/14 Weiterlesen

Neujahrs-Bowls 2014 Preview

Guten Morgen im neuen Jahr 2014. Heute steht folgendes Bowl-Programm an:

18h    Gator               Nebraska          Georgia
18h    Heart of Dallas     North Texas       UNLV
19h    Outback             Louisiana State   Iowa
19h    Capital One         Wisconsin         South Carolina
23h    Rose                Michigan State    Stanford
02h30  Fiesta              Baylor            Central Florida

SPORT1 US bringt heute die beiden BCS-Bowls Rose und Fiesta live. Der ESPN-Player hat alle sechs Bowls im Programm.

Gator Bowl

Nebraska Cornhuskers – #22 Georgia Bulldogs

Diese Ansetzung gab es schon letztes Jahr in der Capital One Bowl. Georgia (8-4, SEC) hat eine Seuchensaison inklusive extrem vieler Verletzter hinter sich. Wenn sich die halbe Starting-Offense wochenlang in den Krankenstand verabschiedet, ist nicht mehr drin. Heute wird man ohne QB Aaron Murray antreten, der sich das Kreuzband gerissen hat. Die Vorschau für Nebraska (8-4, Big Ten) auf dieses Spiel schrieb ich schon im August:

Seit Pelini in Lincoln am Werk ist, ist die Meute wieder zufrieden: Ein schreihalsiger Defensivkünstler, dem in der Offense alles recht ist, solange nicht mehr als zehn Pässe pro Spiel geworfen werden. Das ist dann auch alles im Sinne von Athletic-Director und Nebraska-Legende Tom Osborne, den wir ja bereits kennen. Nebraska spielt mittlerweile nicht mehr wie zuvor seit Äonen in der Big 8 oder Big 12 Conference, sondern in der Big Ten Conference, in die man kulturell – Hand aufs Herz – auch etwas besser passt. Dort stehen keine Passfeuerwerke an. Dort wird noch überwiegend traditionell RRPP (run-run-pass-punt) gespielt.

Bloß: Es hat noch nie einer dran gedacht, dass man mit diesen Vorstellungen im heutigen College-Football kaum mehr 11-1 Saison en suite zustande kriegt, sondern sich eben mit reihenweise 9-4 Jahren zufrieden geben muss. Zumal Nebraskas Highschool-System nicht die Wunderspieler wie in Texas oder Florida hergibt. Und so sprechen wir hier über eine Großmacht, die verzweifelt versucht, wieder alten Glanz zu versprühen ohne von ihren uralten Werten loslassen zu wollen.

Dem Publikum isses wurscht: Die Leute kommen eh. Kein Spiel seit über 50 Jahren, das nicht ausverkauft war. Kaum ein Spiel, bei dem sich nicht noch vor dem Stadion 20.000 Verzweifelte ohne Karten tummeln. Cornhuskers-Heimspiele haben Kultstatus in einem bodenständigen Staat, dem es abseits von Football und der Bibel an echter Unterhaltung mangelt.

Was soll ich sonst noch schreiben: Dass QB Taylor Martinez mobil wie eh und je ist, und mittlerweile sogar sowas wie ein echter Werfer? Dass die Defense, die bisher gebaut war, die wurfgewaltigen Big12-Konkurrenten zu stoppen, noch immer nicht ganz soweit ist, die laufspielorientierte Big Ten einzubremsen? Alles schon oft gesagt. Es wird so „laufen“ wie immer: Nebraska putzt den Bodensatz im Schedule, gewinnt gegen 1 oder 2 der 4 „echten“ Gegner, weil es nicht die Qualität hat, sie alle – UCLA, Michigan (auswärts), Michigan State, Penn State (auswärts) – hintereinander zu übertölpeln, und am Ende wird man mit acht bis zehn Siegen in der Regular Season in ein Bowl Typus „Capital One“ eingeladen (um diese dann zu gewinnen oder zu verlieren, je nachdem um mit 9-4 oder 10-4 abzuschließen).

Und am 1. Jänner werde ich wieder die gleiche Story erzählen. Wie schon immer und immer wieder. Weil sie immer wieder sympathisch ist. Weil sie so… Nebraska ist.

Selten war eine Garantie so risikolos. Nebraska ist übrigens 8-4, braucht also den Sieg, um mit 9-4 abzuschließen. Laut SRS ist allerdings Georgia mit 9.5 Punkten zu favorisieren.

Heart of Dallas Bowl

UNLV Rebels – North Texas Mean Green

Zwei kleine Unis, die sich normalerweise nie für die Bowl-Season qualifizieren, aus Mid-Major Conferences, die sich in der Cotton Bowl treffen: North Texas (8-4, Sunbelt) gegen UNLV (7-5, MWC). Ich habe beide Teams seit Jahren nicht gesehen und kann ergo nur wenig Substanzielles beitragen.

Also: North Texas ist 6.5pts-Favorit nach dem SRS. Mean Green hat dieses Jahr einen für die Sunbelt Conference unüblich schweren Schedule gespielt, aber relativ tough standgehalten. Man hat ein gutes Laufspiel (RB Brandin Byrd mit 1023yds und 11 TD), das auf eine der zehn schlechtesten Run-Defenses in der FBS trifft. Auf der anderen Seite gilt UNLV als relativ schwierig über den Luftweg zu bezwingen.

Die Story des Jahres ist aber die UNLV-Offense, wo man nach einem verheerenden Saisonauftakt den WR Caleb Herring zum Quarterback umschulte. Nach dem Move begann die Offense zu punkten, auch wenn UNLV nach wie vor als ungefährliche „RedZone“-Offense eingestuft wird.

Ich bin gespannt, wie viele Fans kommen werden. Die Cotton Bowl ist mit 92000 Plätzen hoffnungslos überdimensioniert für diese Ansetzung, aber North Texas hat seinen Campus nur eine Autostunde entfernt.

Outback Bowl

#16 Louisiana State Tigers – Iowa Hawkeyes

Reizvolle Ansetzung für die Outback Bowl, die in Tampa ausgespielt wird: LSU (9-3, SEC) gegen die Iowa Hawkeyes (8-4, Big Ten). Louisiana State konnte letzten Endes meine hohen Erwartungen nicht erfüllen, hatte keine Chance auf das BCS-Title Game, aber immerhin kann man sich rühmen, als einziges Team des Jahres bisher den BCS-Finalisten Auburn geschlagen zu haben.

Heute tritt man ohne den QB Mettenberger an, der sich am Kreuzband verletzt hat. Dafür gibt es das Debüt vom Backup-QB Anthony Jennings, der gegen Arkansas im letzten Viertel als Notnagel ins Getümmel geworfen wurde und zum Einstand gleich mal einen 99yds-Drive zum Sieg orchestrierte. Weil aber Mettenberger fehlt, geht man davon aus, dass LSU heute noch stärker als gewohnt auf seine Lauf-Offense rund um den nie um eine Straftat verlegenen RB Jeremy Hill (1185yds, 14 TD) setzen wird. Hill ist eine Knalltüte von Mensch, aber als Runningback mehr als gebräuchlich.

Iowa setzt dem eine Linebacker-Gruppe entgegen, die aus gleich mehreren NFL-Kalibern besteht: Hitchens, Morris und Kirksey sollen früher oder später Profi-Luft schnuppern können. Da muss Hill erstmal drüber oder drum herum laufen.

Iowa hat aber eine problematische Offense, mit einem Freshman-QB Jake Rudock, der erst in den letzten Wochen der Saison Sicherheit fand, nachdem er zuvor ein wandelndes Interception-Problem gewesen war.

LSU ist nach SRS mit 7 Punkten favorisiert – das ist ein Spread, der mir im ersten Moment relativ niedrig erschien.

Capital One Bowl

#9 South Carolina Gamecocks – #19 Wisconsin Badgers

BCS-würdiges Matchup in der Capital One Bowl: South Carolina (10-2, SEC) und die Wisconsin Badgers (9-3, Big Ten) waren beide diese Saison mal wieder nahe dran an einer BCS-Qualifikation – näher als man vielleicht meinen möchte. Beide verloren in der ersten Saisonhälfte ein unerwartetes Spiel, weswegen sie überhaupt nie in die BCS-Diskussion eintraten; Wisconsin wurde bei einer Auswärtspleite bei den starken Arizona State Sun Devils sogar richtig gehend von den Refs verpfiffen.

Laut SRS ist das das sechstbeste Matchup der Bowl-Season; das offensiv laufstarke Wisconsin ist dabei mit 1.5 Punkten favorisiert. Aber die Augen werden in diesem Spiel vor allem auf einem „Gamecock“ („Kampfhahn“) liegen: DE #7 Jadeveon Clowney, dem besten Passrusher des Jahrgangs.

Clowney gilt als once in a generation-Talent, ein Passrusher, so dominant, dass am College jede Offense von seiner Seite weg designt wird. Clowney hatte letztes Jahr sein Coming-Out und ging mit massivem Hype in die aktuelle Saison, aber dort enttäuschte er die Erwartungen dann ein wenig. Zum einen sind die offiziellen Stats mit nur 3 Sacks deutlich unter den Erwartungen, aber dann mischten sich noch Verletzungs- und Motivationsfragezeichen bei Clowney mit rein. Schon können die einschlägigen Draftseiten Artikel über Artikel inhaltlich mit der Frage „Ist Clowney den top-Pick überhaupt wert?“ füllen.

Die Frage beantwortet sich mit Anschauen von maximal einem South Carolina-Spiel von selbst: Ja. Clowney ist der beste, dominanteste Abwehrspieler, den ich am College bisher gesehen habe. Besser als Suh, der 2009/10 alles platt walzte, was sich ihm in den Weg stellte. Clowney kann mit einer exzellenten Performance heute gegen die Offense Line von WISCONSIN! WISCONSIN HAT NUR GRANDIOSE OFFENSIVE LINES! noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Aber im Ernst: Zweifelt irgend jemand dran, dass Clowney in den Top-3 vom Tablett gehen wird, sollte nicht noch eine mysteriöse angewachsene Knochenschaden gefunden werden.

Clowney-Watch. Zwei BCS-würdige Teams. Ein Badgers-Laufspiel mit RB Gordon (1466yds, 12 TD) und RB James White (1377yds, 13 TD). Das ist eines der besten Matchups der Bowl-Season, und beide Teams dürften motiviert sein, es allen noch einmal zu zeigen. Da würde ich zuschauen.

Die offiziellen und nominellen BCS-Bowls von heute, Rose (ab 23h) und Fiesta (ab 2h30), gibt es hoffentlich nachher noch in separaten Einträgen.

College Football 2013/14, Week 12 Preview

Vermeintlich ruhiges Wochenende diesen Samstag (wer erinnert sich noch an das letzte Mal, als ich dies von einem November-Samstag behauptete?). Den Stand der Dinge hat Seminole schon am Dienstag auf den Punkt gebracht, und es geht ab sofort für die Granden nur mehr darum, nicht mehr zu stolpern. Ein gefährliches „Nur“.

Das nominelle Spitzenspiel heute ist um 21h30 #7 Auburn Tigers#25 Georgia Bulldogs. Beide können mit einem Sieg in dieser Partie ihre Chance auf den SEC-Finalplatz ihrer jeweiligen Divisionen am Leben halten, auch wenn es für beide ein sog. „long shot“ ist: Auburn muss in zwei Wochen auf jeden Fall noch auswärts gegen #1 Alabama spielen, und Georgia muss auf mehrere Ausrutscher bei Missouri hoffen. Die Partie gehört dem CBS-Rechtepaket, deswegen ist es weder bei SPORT1 US noch im ESPN-Player zu sehen; schade, denn beide Teams sind spektakulär: Georgia spielte zuletzt wieder mit dem Großteil seiner Offense-Stars, Auburn hatte letzten Sonntag seine beste Saison-Performance und soll unter dem neuen Head Coach Gus Malzahn richtig attraktiven Football spielen – meilenweit von dem entfernt, was ich von den Tigers erwartet hatte. Auburn muss auch deswegen gewinnen, weil es dann selbst mit einer Niederlage bei Alabama noch eine Chance hätte, durch die Hintertür eine BCS-Bowleinladung zu bekommen (Mizzou ist der andere lebendige „at-large“-Kandidat).

Für die Big 12 Conferene hat #12 Oklahoma State#24 Texas große Implikationen (21h30, auch außerhalb der bei uns legal bekömmlichen Spiele); Texas ist noch ohne Conference-Pleite; Oklahoma State mit bisher einer Niederlage. Für die Cowboys ist ein Sieg wichtiger als für die Longhorns. Beide müssen später im Saisonverlauf noch gegen das ungeschlagene Baylor ran.

Damit zu dem, was uns bei SPORT1 US respektive im ESPN-Player geboten wird (gesamten Sendeplan siehe unten).

18hIllinois vs #3 Ohio State dürfte eher begrenztes Upset-Potenzial haben. Die Buckeyes haben sich im Saisonverlauf zunehmend verbessert und sind mittlerweile legitimes Top-5 Team, aber es könnte zu spät sein: Selbst bei einer Pleite einer der ersten beiden Mannschaften (Bama, FSU) wird Ohio State möglicherweise in den letzten Wochen noch von hinten überholt, von entweder #4 Stanford oder #5 Baylor. Um diese Gefahr zu minimieren, muss Ohio State hier nicht bloß gewinnen, sondern überzeugend gewinnen.

21h30 – Bleiben wir in der Big Ten Conference: Nebraska#16 Michigan State könnte eine Art „play-in“ für das Conference-Finale der B1G (Legends Division). Die Huskers wursteln sich mal wieder mit altbekannten Problemen durch die Saison, und weil es immer und immer wieder Spiele auf dieselbe Art verliert, gerät Headcoach Bo Pelini in Lincoln langsam unter Druck. Letzte Woche würgte man sich immerhin zu einem Achtungserfolg auswärts gegen Michigan (17-13 Sieg), sodass es heute tatsächlich noch die Chance gibt, den Finaleinzug aus eigener Kraft zu schaffen. #16 Michigan State ist ein unangenehmer Gegner; die Spartans haben zwar keine Offense, aber eine Defense vor dem Herrn. Daher muss hier die Auswärtsmannschaft als Favorit angesehen werden – für viele im Lande ist Michigan State die einzige verbliebene Hoffnung, Ohio State doch noch eine Pleite vor Beginn der Bowl Seaosn zuzufügen.

Parallel dazu das Heimspiel der #2 Florida State gegen Syracuse. Alle Welt wartet noch immer auf den Stolperer der Noles, und viele Chancen bleiben nimmer. Im Gegensatz zu anderen Jahren gab es heuer aber noch keinen Fetzen Anzeichen, dass die Jungs um den Heisman-Favoriten QB Jameis Winston ins Straucheln kommen. Winston geriet unter der Woche in Schlagzeilen wegen eines „sexual harrasing“-Vergehens aus dem vergangenen Dezember. Wird möglicherweise thematisiert, aber der Fall sieht auf den ersten Blick relativ gegessen aus.

FSU ist schon für das ACC-Finale qualifiziert; der Finalgegner steht noch aus: Heute spielen Duke und #23 Miami/FL (jeweils 3-2 in der ACC) gegeneinander. Duke ist ein Freakteam im College-Football; Duke ist eine Basketball-Uni zuerst bis zuletzt. Miami/FL muss nach der niederschmetternden Pleite gegen Virginia Tech ein Lebenszeichen geben.

1h#10 South Carolina (schon wieder an #10?) gegen Florida wird immer mit dem Namen Steve Spurrier verknüpft sein; Spurrier war erst QB und Heisman-Trophy Sieger bei den Gators und dann in den 90ern dort als Headcoach der Revoluzzer, der der SEC das Passspiel beibrachte. Bei den Fans geliebt, im Athletic-Department aufgrund seines Starkults zum Problem erklärt, scheiterte Spurrier später in der NFL grandios und kehrte  ans College zurück. Bei Florida bleiben ihm die Türen verschlossen – man liebe es ruhiger – und Spurrier heuerte bei den Gamecocks an. Heute kann er mit einem Sieg quasi dafür sorgen, dass der Trainerstuhl bei Florida im Winter frei wird: Will Muschamp steht dort schwer in der Kritik. Es wäre die sechste Saisonpleite – und Florida muss noch gegen FSU ran; das Aus für die Bowl-Season könnte das Aus für Muschamp bedeuten.

1h45#1 Alabama auswärts gegen Mississippi State. Die Bulldogs haben nicht mehr die Qualität vergangener Jahre, und selbst dann wären sie klarer Außenseiter gewesen. Alabama verliert zwar schon ab und an ein Spiel, das es nicht verlieren sollte, aber sie sind nun schon jahrelang gegen keinen klaren Außenseiter mehr gestolpert.

2hUSC gegen #4 Stanford, eine extrem wichtige Partie für die Pac-12 Conference. Stanford hält in seiner North-Division zwar den Tie-Breaker gegen Oregon, darf aber wegen Punktegleichheit trotzdem nicht verlieren!  (Nächste Woche kriegt Stanford noch den Erzfeind Cal zuhause.) Und USC ist nicht mehr zu unterschätzen: Ob es am Trainerwechsel von Lane Kiffin auf Ed Orgeron liegt oder woran auch immer: Die Advanced-Stats lieben die längst totgesagten USC Trojans (6-3). Die Offense ist zwar aufgrund von Verletzungen (WR Marquise Lee z.B. humpelt sich durchs Jahr) und mittelmäßigen Quarterbacks eine Enttäuschung, aber die Defense gehört – das ist überraschend – zu den besten im Lande. Stanford ist mit seiner ruhigen Spielweise natürlich favorisiert, aber ein klein wenig Upset-Alarm liegt in der Luft: Die Stanford-Offense ist nicht so gut wie sie gemacht wird, und schließlich ist es für USC vor eigenem Publikum am späten Samstag-Nachmittag (zweite Halbzeit dürfte im Dunkeln stattfinden) die Chance, eine als verloren abgeschriebene Saison doch noch zu retten. Entsprechend aufgeladen dürfte die Stimmung im L.A.-Coliseum auch sein.

Sendepläne

SPORT1 US mit folgendem Programm:

18h    #24 Wisconsin - Indiana
21h30  #2 Florida State - Syracuse
01h    South Carolina - Florida

EUROSPORT 2 ab 22h30 mit der Aufzeichnung von Penn StatePurdue aus dem Beaver Stadium.

Der ESPN-Player hat potenziell diesen Schwall an Spielen:

  • 18h: Illinois-#3 Ohio St, Temple-#17 UCF, #22 Wisconsin-Indiana, Ole Miss-Troy, Rutgers-Cincinnati, Western Michigan-Central Michigan
  • 18h21: Vanderbilt-Kentucky
  • 18h30: Boston College-NC State, Pitt-UNC, Virginia Tech-Maryland, Southern Miss-FAU
  • 20h: UMass-Akron, Georgia St-ULL
  • 21h: UConn-SMU
  • 21h30: #2 FSU-Syracuse, Nebraska-#16 Michigan St, Duke-#23 Miami/FL
  • 1h: #10 South Carolina-Florida, #20 Louisville-Houston, USF-Memphis
  • 1h30: Arkansas St-Texas St
  • 1h45: Mississippi St-#1 Alabama
  • 2h: USC-#4 Stanford
  • 4h15: Boise St-Wyoming, Nevada-San Jose St

College Football 2013/14, Week 10 Preview: Revival einer epischen Rivalität

Florida State Seminoles gegen Miami Hurricanes: Es ist schwierig, die historische Bedeutung dieses “Derbys” begreiflich aufzubereiten. Es ist keine historisch gewachsene Rivalität, aber weil beide ziemlich genau zur selben Zeit ihre Blüte erlebten, nämlich in den 80ern und 90er Jahren, und somit beide zugleich um für viele Jahre um den National-Title spielten, ist Seminoles gegen Hurricanes von sportgeschichtlich großer Bedeutung im amerikanischen College-Sport. Freilich habe ich diese Blütezeit nicht selbst erlebt, aber aus unzähligen gut aufbereiteten Texten (ich sage stellvertretend nur: Michael Weinreb) kann man Eindrücke jener Zeit gewinnen. Ein Tenor schwingt immer mit: Florida State und Miami standen schon in den 80er Jahren wie keine anderen Mannschaften für die Professionalisierung des College-Sports. College-Spiele zwischen FSU und Miami wirkten optisch wie verkappte NFL-Partien, kein Wunder, wenn man bedenkt, dass in einem 1987er Duell der beiden mal sagenhafte 50 spätere Profis auf dem Feld standen.

Wenn sich zwei Unis jahrelang um den Titel streiten, der dann zweimal quasi von Fehlkicks mit dem letzten Spielzug (Frag mal in der FSU-Anhängerschaft nach „Wide Right“) entschieden (oder vorentschieden) wird, sind wir sportlich im Rennen. Wenn exzentrische Charakterköpfe wie FSU-Trainerlegende Bobby Bowden oder die Miami-Riege um den schrulligen Howard Schnellenberger, den Betonfrisurkopf Jimmy Johnson oder den stillen Genießer Dennis Erickson aufeinander treffen, und sich Knallköpfe wie Deion Sanders auf dem Spielfeld bewegen, sind auch die Medien im Spiel. Aber bei FSU und Miami kam noch eine dritte Komponente ins Spiel: Die geographische Nähe. Beide Teams sind in Florida beheimatet, und entsprechend häufig lief man sich auch im Buhlen um die besten Nachwuchs-Talente (Fachbegriff: Recruiting) über den Weg, und entsprechend oft kannten sich die Spieler hernach auch noch aus diversen Highschool-Schlachten, oft sogar als einstige Teamkollegen und spätere Kontrahenten.

Obwohl die beiden sich so oft in die Quere kamen und so oft den Landesmeistertitel untereinander ausspielten, ließen sie nie vom alljährlichen direkten Duell gegeneinander ab (beide waren einst Independents, sind erst seit 2004 gemeinsame Conference-Mitglieder in der ACC). Dieses Highlight gönnte man sich. Es verband. Und so wurden in Miami der „Dritten im Bunde“, die Florida Gators, als Feiglinge verspottet, da diese um der sportlichen Aussicht willens Ende der 80er die Serie mit den übermächtigen Canes zwischenzeitlich zur Ruhe legten. Bei Florida State und bei Miami sieht man jeweils den anderen als primären Rivalen der Uni, und nicht die Gators. Und heute treffen sie erstmals seit Äonen wieder in einem sportlich für beide wichtigen Duell aufeinander. Ab 01h MEZ, aber nur im ESPN-Player, da SPORT1 US die NBA vorzieht.

#3 Florida State (7-0) ist dabei gegen das punktgleiche #7 Miami/FL (7-0) bei den Buchmachern mit 21.5 Punkten favorisiert, ein Spread, der erstmal wahnsinnig klingt, aber bei genauem Hinsehen auch im recht simplen Vergleichs-Ranking SRS herausspringt. Man muss dabei noch einmal betonen, dass die Seminoles nun schon seit Jahren, quasi seit der Inthronisierung von Head Coach Jimbo Fisher als Nachfolger des greisen Bobby Bowden 2010, als potenzieller BCS-Titelkandidat gehypt werden, aber bis dato stets an den hohen Erwartungen scheiterten. So gut wie diesmal waren Fishers Jungs aber noch nie – und das ist kontraintuitiv, denn es musste in der Offseason einige Abwanderung in die NFL hingenommen werden, von Erstrundenpicks wie QB Manuel, DE Werner oder CB Rhodes angefangen. Scherte Fisher nicht, er installierte im landesweit begehrten Baseball-Star QB Jameis Winston einen Freshman als neuen Quarterback und erlebt eine Explosion an Offense in der ersten Saisonhälfte. Florida State walzte bislang über den Gegner wie seit der letzten BCS-Finalqualifikation vor dreizehn Jahren nicht mehr.

Für den Gegner Miami/FL gilt im Prinzip ähnliches: Auch hier haben wir eine Uni, die sich nach dem letzten BCS-Titel 2001/02 in niedrige Gefilde begab und um den Anschluss kämpfen musste. Seit Headcoach Al Golden am Werk ist, geht es aufwärts. Athleten waren immer genug da, schließlich steht Floridas Highschool-System für einen nie enden wollenden Talentestrom, aber Golden baute daraus in drei Jahren Amtszeit wieder sowas wie ein „Team“. Goldens Arbeit ist nicht zu unterschätzen, musste er doch gleichzeitig mit einer völlig desinteressierten Anhängerschaft, einem langweiligen Heimstadion, und dem wie ein Damoklesschwert schwebenden Schwert namens „Shapiro“ kämpfen. Shapiro ist, wie wir wissen, erst seit gut zehn Tagen geklärt, und Golden kann endlich frei arbeiten.

QB bei den Canes ist Stephen Morris, den manche in der NFL sehen wollen, der aber nur zeitweise souverän aussieht. Star der Offense ist RB Duke Johnson, der immer wieder großartige Plays einbaut, aber unkonstant at best ist, und wohl deshalb auch nur in homöopathischen Dosen eingesetzt wird. Die Defense ist okay, aber nicht weltbewegend. Irgendwie sieht Miami/FL so aus wie Florida State vor 2-3 Jahren: Sehr gut, aber noch zu wackelig. Deswegen wäre ein Upset heute Nacht auch eine Sensation.

Zuschauen lohnt sich trotzdem, denn die Stimmung in einem nächtlichen Doak Campbell Stadium in Tallahassee in einem Spiel von zentraler Bedeutung ist nicht nur knisternd, sondern elektrisierend und nur von wenigen Stadien zu schlagen.


Es gibt eine zweite große Rivalität am heutigen Samstag, die schon einige Stunden früher ausgespielt wird und bei uns offiziell nicht bekömmlich ist: 20h30, Georgia Bulldogs gegen Florida Gators, tituliert mit The World’s Largest Cocktail Party, wie ich schon früher schrieb, für beide Studentengruppen ein Ausflug in eine neutrale Stadt (Austragungsort ist Jacksonville), der kurzerhand in ein gigantisches Besäufnis umfunktioniert wird. Das in Nordflorida zu dieser Jahreszeit meist noch milde Wetter tut das Ihrige zur relaxten Grundstimmung dieses Events. Offiziell ist es nichtmal mehr erwünscht, mit „Cocktail Party“ zu werben, da Cocktail = Alkohol = Saufen und damit Böse.

Konzentrieren wir uns auf das Sportliche: Beide Teams kommen schwer angeschlagen daher. Georgia kann zwar wohl wieder auf RB Gurley bauen, muss aber den besten WR Mitchell, die halbe Offensive Line und mehrere Starter in der Defense mit Verletzungen vorgeben. Florida spielt ohne den besten DT Easley, und ohne Starting-RB Matt Jones und Starting-QB Driskel. Beide Trainerstäbe versuchen, die Teams mit Brandreden zu emotionalisieren. Motivationsbestien wie Muschamp (Gators-Headcoach) oder Grantham (Bulldogs-DefCoord) sorgen für entsprechende Unterhaltung an der Seitenlinie. Beide Teams sind 4-3, und 3-2 in der Conference. Beide sind damit nach großartiger Saison 2012 nicht zufrieden. Nach dem heutigen Spiel ist nur noch einer mit Restchancen auf einen Platz im SEC-Finale.


Um 20h30 dagegen zu sehen ist bei SPORT1 das Lokalderby aus der Big Ten Conference (Legends Division), #22 Michigan State Spartans gegen #21 Michigan Wolverines in East Lansing. Man sagt der Michigan State University einen gewissen Komplex nach, wenn sie sich mit der großen, weltgewandten Uni von Michigan vergleicht; historisch ist man ein kleiner Wurm gegen Michigan, eine der größten Unis des Landes mit dem größten Stadion der Vereinigten Staaten. Michigan State spielt seinerseits in einem 72000er Stadion, aber es fühlt sich alles eine Dimension ruhiger, kleiner an.

Heute geht es neben der Ehre auch schon um eine Art Vorentscheidung im Kampf um das Finalticket für das Conference-Endspiel. Michigan State ist nach vier Conference-Spielen 4-0, Michigan nach drei 2-1. Die Wolverines hinterließen bisher einen wackeligen Eindruck, wären vor Wochen fast gegen das unterirdische Akron gefallen. Michigan State wirkt nach außen immer banal, was an der inexistenten Offense liegt; aber die Spartans haben die beste, oder zweitbeste, oder drittbeste Defense im Lande, und gelten somit unter vielen Beobachtern heute als leichter Favorit.

Was kann ich dann heute wo sehen?

SPORT1 US mit zwei Spielen:

17h    Boston College - Virginia Tech
20h30  #22 Michigan State - #21 Michigan

EUROSPORT 2 bringt ab 21h eine Aufzeichnung von Purdue#4 Ohio State aus der Big Ten Conference. Der NBC-Stream könnte wieder ab 20h30 #25 Notre Dame zeigen; die Fighting Irish spielen gegen die US-Navy. Der ESPN-Player hat potenziell folgendes Programm im Petto (wenn nicht noch was rausgestrichen wird):

  • 17h: UMass-#17 Northern Illinois, Iowa-#24 Wisconsin, Boston College-Virginia Tech, Rutgers-Temple, Penn State-Temple, Air Force-Army
  • 17h21: #14 South Carolina-Mississippi State
  • 17h30: NC State-UNC, Syracuse-Wake Forest
  • 18h: Georgia State-Western Kentucky
  • 20h30: Virginia-#8 Clemson, #22 Michigan State-#21 Michigan, Texas-Kansas, Akron-Kent State, TCU-West Virginia
  • 23h: Arkansas-#11 Auburn
  • 0h: #9 Mizzou-Tennessee, Georgia Tech-Pitt, Toledo-Eastern Michigan
  • 0h30: South Alabama-Arkansas State, Kentucky-Alabama State
  • 1h: #3 FSU-#7 Miami/FL
  • 2h: #12 Texas A&M-UTEP
  • 3h30: #16 Fresno State-Nevada

Die Akademische Viertelstunde, Woche 7: Das Vorbeben

Woche sieben im College Football ist gespielt, und passenderweise gingen am Wochenende sieben Top-25 Teams aus dem Poll der Associated Press baden: Georgia, Florida, Washington, Oklahoma, Michigan, Northwestern und Stanford. Ersteres Trio verlor zugegebenermaßen gegen jeweils ebenso gerankte Teams, aber das Quartett am Ende ging gegen jeweils nicht gerankte Teams baden.

Mit Georgia und Stanford sind dann auch gleich zwei der größten Titelfavoriten im Rennen um die National Championship betroffen, und somit haben wir eine Woche vor den ersten B.C.S. Rankings 2013 (letzte Woche hatte ich sie eine Woche zu früh angekündigt) schon mal ein kleines Vorbeben auf das, was vielleicht noch kommt.

Spiele der Woche

Auch spielerisch war es die bisher vielleicht hochklassigste Woche. Ein sehr spannendes Spiel gab es zum Beispiel in Athens, GA, wo die Heimmannschaft der Georgia Bulldogs ihren vielen Verletzungen Tribut zollen musste und gegen die Missouri Tigers überraschend mit 26:41 verlor. „Mizzou“ war nicht die bessere Mannschaft, aber wohl die tiefer besetzte, während bei den Bulldogs mehrere Starter in der Offense und Defense fehlten. Man merkte das.

Die „Red River Rivalry“ zwischen Texas und Oklahoma war zwar kein überragendes Spiel von der Qualität, aber es ist erstens immer eine der größten Ansetzungen, die der College-Sport hergibt, und zweitens endete sie in einer großen Überraschung: Texas gewann 36:20. Es war nicht einmal ein glücklicher Sieg, sondern die Mannen von Head Coach Mack Brown waren einfach besser. Sie machten nicht nur die schlechten Leistungen dieses Jahr wett, sondern polierten auch ihren Ruf mit einer mannschaftlich blitzsauberen Leistung auf. Mack Brown wird wohl trotzdem nicht zu halten sein und sein Abgang scheint trotz des Sieges unausweichlich, aber immerhin verabschiedet sich einer der erfolgreichsten Coaches des letzten Jahrzehnts mit einem Highlight von der University of Texas.

Ein Klassespiel gab es auch in Salt Lake City, wo die Utah Utes die in den Top-5 gerankten Stanford Cardinal mit 27:21 schlugen. Das Spiel war im ersten und vierten Quarter sehr wild. Nachdem Stanford mit einem sehr glücklichen Referee-Call den Anschluss-TD geschafft hatte, führte QB Kevin Hogan den allerletzten Drive mit Seelenruhe aus, verwertete alle schwierigen Third und Fourth Downs, ehe es 47 Sekunden vor dem Ende dann doch einer zuviel war: Der allerletzte Pass Hogans segelte knapp zu hoch durch die Endzone, und Stanford holte sich seine obligatorisch-überflüssige Pleite ab. Es ist noch nicht alles verloren für „The Farm“, denn man kann immer noch die Pac-12 North mit einem Heimsieg gegen Oregon im November gewinnen, aber die B.C.S.-Chancen werden durch diese Niederlage herb geschwächt. Für den einstigen B.C.S.-Buster Utah war es hingegen einer der größten Siege in der Uni-Geschichte.

Die Legende besagt, dass der Mythos des Johnny Manziel vor ziemlich genau einem Jahr gegen die Ole Miss Rebels geboren wurde, als Manziel ein Comeback im vierten Viertel zurücklegte. Genau gegen diese Rebels spielte Manziel mit den Texas A&M Aggies am Samstag erneut – auswärts. Manziel verdrehte sich gleich zu Spielbeginn eh schon angeschlagen das Knie, humpelte ein wenig an der Seitenlinie herum und kehrte dann ins Spielgeschehen zurück, um Ole Miss das Fürchten zu lehren.

Das Spiel entwickelte sich zum Schlagabtausch zwischen zwei genialen Offenses, und Manziel sammelte wieder weit über 350 Passing-Yards und über 100 Rushing-Yards. Trotzdem lagen die Aggies wenige Minuten vor dem Ende wieder 38:31, also einen TD, zurück. Manziel orchestrierte, Manziel improvisierte, und er drehte die Partie noch zum 41:38 Sieg. Der kleine Schmierfink machte auch auf sich aufmerksam, weil er bei seinen Scrambles ungefähr 40 Kilogramm schwerere Brocken abprallen ließ. Den entscheidenden Kick versenkte mit auslaufender Uhr übrigens Josh Lambo, ein ehemaliger Torwart beim F.C. Dallas (ein Team aus der Major League Soccer).

Das irrste Spiel mit der besten Stimmung im Stadion war aber wohl Penn State Nittany Lions gegen Michigan Wolverines, das die Lions 43:40 gewannen. Es war das erste Spiel in dieser Saison, das in die vierte Overtime ging. Gekennzeichnet war es, wie so viele Overtime-Spiele, von einem fehlerhaften Spielverlauf auf beiden Seiten, mit verkickten Field Goals und verpassten Chancen für die Kontrahenten. Erst ein „QB Sneak“ von Christian Hackenberg 27 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit brachte Penn State überhaupt in die Verlängerung, und dort gab es nur in zwei der vier Overtimes Punkte. Dabei schlug sogar das „Bad Karma“ vom auf diesem Blog bereits bekannten Kicker der Nittany Lions, Sam Ficken, wieder zu, aber es reichte am Ende trotzdem für Penn State.

Wer das Spiel und die Minuten direkt danach gesehen hat, der wird es nicht so schnell vergessen. 107.000 im Stadion sorgten für mehr als bloß Gänsehaut-Atmosphäre. Für Penn State war es der größte Höhepunkt der letzten Jahre, für Michigan die erste Saison-Pleite, eine Niederlage, die überfällig war, nachdem die Wolverines in den letzten Wochen mehrere wenig überzeugende Spiele nur mit Glück gewinnen konnten.

College-Football goes out of Bounds

  • Ab nächster Saison wird es in der Bowl-Season ein Spiel auf den Bahamas geben: Die kleinen Ligen M.A.C., The American, Sunbelt, C-U.S.A. sowie Mountain West haben sich darauf geeinigt, in die Karibik auszuziehen. Die gleichen Ligen wollen untereinander auch rotierend Bowls in Miami und Boca Raton (nahe Miami) austragen.
  • Wisconsin und Louisiana State vereinbarten für die 2016er Saison ein Spiel im legendären Lambeau Field der Green Bay Packers, das als eines der letzten Profi-Stadien noch so aussieht wie die klassischen College-Schüsseln.
  • Die krasseste Idee verkündeten unter der Woche aber die Tennessee Volunteers und die Virginia Tech Hokies, die ebenso im nicht mehr so fernen Jahre 2016 tatsächlich eine Partie am 10. September ein Spiel im NASCAR-Speedway von Bristol (Tennessee) austragen. Das Oval bringt in der Spitze bis zu 160.000 Menschen unter – das wird ein einmaliges Ereignis und könnte den Rekord an Zuschauern brechen. Der wurde dieses Jahr aufgestellt, als bei Michigan gegen Notre Dame über 115.000 Stück im Stadion zusahen. Der Speedway sieht übrigens furchteinflößend eng aus.

Damit sei es für diese Woche belassen. Die Autorin zittert ohnehin schon dem Samstag entgegen, wenn der Schlager in der Atlantic Coast Conference ansteht: Die #3 Clemson Tigers empfangen in der Primetime im eigenen Stadion die #5 Florida State Seminoles. Beide sind ungeschlagen. Nur der Sieger hat wahrscheinlich noch Meisterschaftschancen in der A.C.C. sowie der Bowl Championship Series.

Red River Rivalry und College-Football am Samstag den Zwölften live

[23h40] Überraschung in der Mid-American Conference: Die Central Michigan Chippewas schlagen die Ohio Bobcats 26-23. Der entscheidende Touchdown kam in 22sek vor Schluss in Form eines 5yds-Passes von QB Cooper Rush für WR Courtney Williams: Williams auf einer kurzen Slant-Route nach innen, lässt seinem Gegenspieler keine Chance. Das Ergebnis ist bemerkenswert, weil Central Michigan dieses Jahr kaum was zugetraut wurde; Ohio dagegen wie so oft als MAC-Mitfavorit gehandelt wurde. Ohio mit vier Turnovers, davon zwei Interception durch den auf diesem Blog schon des Öfteren lobend erwähnten QB Tyler Tettleton.

[23h24] Halbzeit Wisconsin 21, Northwestern 6. Ein merkwürdiges Spiel: Wisconsin führt trotz dreier Turnovers (Northwesterns Offense hat nur einen) klar, aber die Touchdowns, die die Badgers erzielten, waren nicht wirklich lange oder schön ausgespielte Drives: Der erste war jener ulkige Play-Action TD für WR Abbrederis (der wie ich mitbekommen habe wohl eine Gehirnerschütterung hat und ausfallen könnte), ein anderer ein 71yds-Run für RB Gordon. Diese Big-Plays machen bisher bei allen Turnovers, die QB Stave noch begehen will, vorne. Auf der anderen Seite sind diese langen Plays mittlerweile fast ein Markenzeichen der Badgers diese Saison: Achter TD über 60yds Distanz – nur die Rekordoffense von Baylor hat mehr.

[22h32] Neun Minuten bei Washington-Oregon gespielt und Oregon ist noch punktlos (wenn auch bereits über 100yds Offense und ein vergeigtes 4th Down).

[22h04] Recht eigenartiger Start in Madison bei Wisconsin – #19 Northwestern: Je ein Turnover für beide Teams und dann bei den Badgers: Lauf, Lauf, Lauf, Lauf… *schnarch*, Lauf, *zapfüüü*… GIGANTISCHER PLAY ACTION PASS aus dem Nichts von QB Stave für WR Abbrederis, und plötzlich führt Wisconsin 7-3.

[21h40] Ach ja, die Red River Rivalry: Texas Longhorns gewinnen 36-20 gegen die #12 Oklahoma Sooners – eine nie erwartete Sensation. Es war gemessen den bisherigen Vorstellungen nichts anderes als eine unglaubliche Leistung, die Texas in dem Spiel zeigte: Die Run-Defense war das ganze Spiel über super, was das Feld bereitete für das erste Mal in der jungen QB-Starterkarriere des Blake Bell, dass Bell entzaubert wurde: Bell mit 12/26 für nur 132yds und zwei INTs. Wurde oft gesackt und hatte keine guten Scrambles.

Ist das der dringend notwendige Statement-Sieg, der Mack Brown den Hintern rettet? Wenn ja, wäre das überhaupt gut für Texas? Oder muss Oklahoma mit Blick auf die nächste Zukunft gar fast froh sein über die Pleite, weil sie nun noch 2-3 weitere Jahre dem Gestümpere der Brown-Longhorns gegenüber stehen werden?

[21h37] RB #8 Sadale Foster entscheidet mit hoher Wahrscheinlichkeit den Shootout zwischen #20 Texas Tech und Iowa State in Lubbock/West Texas. Sechs Touchdowns, sechs verschiedene Spieler, die TDs scorten für die Red Raiders. Texas Tech mit seinem jungen Headcoach Kliff Kingsbury bleibt damit wohl neben Baylor die einzige ungeschlagene Mannschaft in der Big 12 Conference (Texas Longhorns haben auch noch keine Conference-Niederlage).

[21h32] Mizzou gewinnt 41-26 gegen Georgia. Das öffnet die Türen für eine andere Mannschaft aus der SEC East…

Denn: Gleich geht #10 LSU Tigers#17 Florida Gators in Baton Rouge los. Das Spiel ist offiziell bei uns nicht zu sehen. Eine kleine Vorschau bin ich noch schuldig, nachdem ich heute Vormittag eher knapp angehalten war: LSU wird von vielen favorisiert, und ich zähle mich seit dem exzellenten Auftaktspiel der Tigers zu den bandwagoners bzw. zu denen, die LSU mehr zutrauen als es ihr relativ anonymes Ranking im Sommer hatte vermuten lassen. Vor allem QB Mettenberger spielt eine überraschend gute Saison.

Florida hat schon eine Niederlage (@Miami/FL), aber Achtung: Es war eine Pleite unter höchst unglücklichen Umständen. Die Gators haben seither in Tyler Murphy einen neuen Quarterback für den verletzten Jeff Driskel eingebaut; ein neuer QB in einem der gefürchteten Stadien des College-Football – ist das für die Gators ein ernsthaftes Problem?

Nicht, wenn die Gator-Defense weiter so aufgeigt wie bisher: Die Passdefense von Florida ist die beste im Lande, und neben CB Poucheiz ist vor allem das Tackle-Duo Orr/Jacobs sensationell drauf und macht den verletzungsbedingten Verlust des künftigen Erstrundenpicks DT Easley vergessen. Klar, Florida sieht aufgrund seiner Spielanlage nicht viele Plays, insofern sind die „Total-Yards“ immer niedrig, aber Florida ist auch Down für Down überragend in der Defense.

Was passiert, wenn Mettenberger seine beiden einzigen ernsthaften Anspielstationen Beckham/Landry nicht oft genug anspielen kann? Was, wenn das langweilige, aber recht effiziente Laufspiel die Tigers-Defense zu sehr beschäftigt?

LSU halte ich für eine Super-Mannschaft und es hat Heimvorteil, aber bitte unterschätzt mir nicht die Florida Gators. Ein „Upset“ in diesem Spiel wäre für mich kein Upset.

[21h24] Schöner Catch des einstigen Top-Recruites WR #15 Green-Beckham und zwei Plays später ist Mizzou in der Endzone. Das war dann wohl die Entscheidung 2:18 vor Schluss: Georgia 26, Mizzou 41. Den Bulldogs schwimmen die Felle davon, und die letzten BCS-Chancen gehen baden.

[21h21] Aber HALLO: Georgia beginnt 4:25 den Drive der letzten  (oder zumindest vorletzten) Hoffnung, und QB Murray wirft einen viel zu kurzen Pass nach rechts draußen – Interception und damit hat Mizzou Chancen, Zeit von der Uhr zu nehmen und im Optimalfall sogar mit Punkten das Spiel zu entscheiden. Murray wird heftigst abgeschossen, aber es gibt kein roughing the passer.

[21h11] Oklahoma verkürzt in Dallas gegen Texas: INT-Return für #85 Grissom über 54yds zum TD. Schlechter Pass von QB Case McCoy. Nur noch Texas 36, Oklahoma 20. Zehn Minuten sind noch zu spielen.

[21h04] Was macht man in so einer Situation? Richtig: Man greift in die Trickkiste, und zwar sehr tief hinein. Gary Pinkel sagt einen Halfback-Pass an, und #21 Bud Sasser feuert in die EndZone. Dort wird WR L’Dainian Washington gehalten und gehalten (kein Flagge?) und fängt das Ei trotzdem runter! Touchdown. Aber weil nicht alles gut gehen kann, versemmelt Mizzou den PAT – nicht unwichtig, denn nun beträgt die Führung „nur“ 34-26, also weiterhin nur einen Score.

[21h01] Jetzt kommt es dicke für die Mizzou Tigers, deren QB #1 James Franklin in die Linebacker-Zange genommen wird und ausgetauscht werden muss. Franklin hatte bisher ein paar klasse Spielzug-Improvisationen drauf. Der eingewechselte Backup ist ein Freshman, der sich zwar mit einem beherzten Scramble zum 1st Down einführt, aber halt eben auch ein Freshman ist.

[20h53] Spannender geht es bei Georiga-Mizzou zu, wo die Georgia Bulldogs wie von mir nicht unerwartet zurückgekommen sind und 12 Minuten vor Toreschluss nur noch 26-28 zurückliegen. QB Murray in der zweiten Halbzeit zwar mit mehr Incompletions, aber zwei TD-Drives (2pts-Conversion scheiterte). Die Georiga-Defense quillt derweil vor lauter Energie über und prügelt Mizzous Offense schon tief in deren Hälfte in Grund und Boden.

[20h43] Zum Ende des dritten Viertels sieht Oklahomas Defense in etwa so aus, wie wir jene von Texas erwartet hatten… und kaum schreibe ich dies, kassiert CB #15 Sanchez (ein Freshman) einen langen 38yds-TD gegen #1 Mike Davis – ein sauberer Catch nahe der Seitenlinie von Davis. Texas 36, Oklahoma 13. Das hatte man in etwa anders rum erwarten können.

[20h36] Die Seuche für Oklahoma geht weiter: QB Bell spürt in der kollabierenden Pocket den Druck der Defensive Tackles, nimmt aber trotzdem im dritten Down den Verzweiflungspass – und der wird von Texas-S #21 Thomas abgefangen. Zweiter Turnover für Oklahoma, das seine Offense heute ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht ins Rollen kriegt.

[20h26] ESPN thematisiert die extreme Schwüle in Dallas, die beiden Mannschaften zu schaffen macht. Bei Texas-PR #4 Daje Johnson ist davon nichts zu merken: Er returniert einen hohen Punt über 85yds in die EndZone. Den ersten Sooner in der Nähe aussteigen gelassen, und danach war unendlich Platz und niemand kam mehr annähernd mit einer Hand an Johnson heran. PAT wird geblockt, Texas führt nun 29-13, und schön langsam bahnt sich die Sensation wirklich an.

[20h11] Zum Start der zweiten Halbzeit verkürzt Oklahoma auf 13-23. Es war ein ordentlicher Drive: Man versucht sich weiterhin im „Power-Running“ Spiel, notfalls auch über die Mitte, und QB Bell streute einen souveränen Ball zwischen die Zonen der Texas-Linebackers auf RB #33 Trey Miller.

[20h00] Noch mehr Überraschung in Athens, wo die #25 Mizzou Tigers zur Pause mit 28-10 (!) gegen die #7 Georgia Bulldogs führen. Georgia eigentlich von den Stats her ebenbürtig, aber mit zwei Turnovers durch Fumbles, von denen einer sogar direkt zum TD returniert wurde. QB Aaron Murray bisher recht tadellos: 15/22 für 182yds, TD. Vom Gefühl her würde ich nach Blick aufs Stat-Sheets sagen: Das Ding ist noch nicht vorbei.

[19h54] Halbzeitstand Texas Longhorns 23, Oklahoma Sooners 10.

Noch drei Punkte für die Longhorns mit auslaufender Uhr. Überraschende erste Halbzeit mit Führung für Texas, das als Underdog mit zwei Touchdowns ins Spiel der vielleicht schon letzten Hoffnung für Mack Brown gegangen war. Die Texas-Offense sieht recht souverän aus was ich im Durchspulen erkennen konnte. QB Case McCoy mit 10/15 für 143yds und TD, das Laufspiel über die Herren Gray/Brown mit 30 Läufen für bereits 160yds. Texas ist stark in den dritten Downs, nutzt die vielen kurzen Versuche bisher zu 9/12 konvertierte 3rd Downs.

Oklahomas Offense wirkt verunsichert. QB Blake Bell wird gut unter Kontrolle gehalten und hatte nur 5 Completions ins 12 Versuchen für 35 Offense-Yards! Im Laufspiel bis auf einen längeren Versuch von RB Shepard bisher recht wenig; der einzige TD wurde nach langem 73yds-Kickreturn erzielt, als vornehmlich über RB-Talent Trey Milliard und Damien Williams gelaufen wurde.

Die an #11 im AP-Poll gerankten Sooners werden sich sputen müssen, kriegen nun aber zuerst den Ball.

[19h37] Nach einem langen Studien-Wochenende noch ein bissl College-Football zum Ausklang. Ich steige kurz vor der Halbzeit in der Cotton Bowl in Dallas ein, bei Texas vs Oklahoma, Zwischenstand überraschend 20-3 pro Texas Longhorns.

Das Spiel begann mit jeweils langen Opening-Drives beider Mannschaften, die zu Field Goals führten. Im zweiten Sooners-Drive warf QB Blake Bell unter Druck eine Interception, die Defense Liner Whaley zum TD returnierte. Der zweite Touchdown war ein 59yds-Pass von Case McCoy für Marcus Johnson. McCoy schaut etwas angeschlagen aus, wurde im zweiten Viertel zwischenzeitlich recht heftig abgeschossen.

Texas hatte auch schon einen Turnover in der Offense, aber der blieb folgenlos, weil Whaley direkt danach den INT-Return hatte. Aber insgesamt lesen sich die Stats von QB Bell eher trist.

3:22 min vor Halbzeit versenkt Texas per Field Goal zum 20-3. Oklahoma anwortet mit einem 73yds-Kickoffreturn (KR Roy Finch), in dem nur knapp der Touchdown verhindert wurde. Der kam dann gleich danach, weil Texas‘ Defense gegen den Lauf der Sooners ein echtes Sieb war und kein Land sah (RB #26 Damien Williams vollendete). Texas-Oklahoma 20-10 1:06 vor der Pause.

Die Akademische Viertelstunde, Woche 6: Wir waren so knapp davor!

Woche 6 im College-Football bot einige spannende Spiele, und fast hätte es das erste große Chaos in den Rankings gegeben, aber eben nur fast. So blieb von diesem Wochenende bloß der Schrecken, den einige Top-10 Teams mitnahmen in das Wochenende. Beginnen wir vielleicht chronologisch mit einer der wenigen Mannschaften, die voll überzeugt haben.

Und zwar den Florida State Seminoles, die gegen die Maryland Terrapins ein 63:0-Feuerwerk abbrannten. Nun mag der geneigte Fan sagen, waren doch nur die Terps! Stimmt – vielleicht. Denn diese Terps waren bisher 4-0 und an #25 im A.P.-Poll gerankt. In Tallahassee war davon nicht viel zu sehen, denn die Noles hatten von der ersten Minute an keine Probleme und machten die Terps platt. Überzeugend war einmal mehr QB „Famous Jameis“ Winston, der immer mehr mit Johnny Manziel verglichen wird, was auch heißt: Jameis wird im Heisman-Rennen ab sofort öfters genannt werden.

Kein Heisman-Rennen, sondern A.C.C. bzw. National Title Race war für die Clemson Tigers angesagt, die nach der Demonstration der Noles am Mittag nachlegen mussten und im Nachmittags-Slate ab 14:30 (Eastern Time) den armen Syracuse Orange sieben Touchdowns einschenkten und 49:27 gewannen. Am nächsten Wochenende geht es für die beiden im direkten Duell um alles, sprich: Wohl den A.C.C.-Finaleinzug aus der Atlantic Division.

Die Probleme hatten die anderen. Die Georgia Bulldogs zum Beispiel, die eine Woche nach ihrem gefeierten Heimsieg über L.S.U. nach Knoxville fahren mussten, um den Tennessee Volunteers entgegenzutreten. Was wie eine Pflichtaufgabe klang, entwickelte sich zu einem echten Knüller, in dem Georgia in der zweiten Halbzeit „outplayed“ wurde und erst fünf Sekunden vor Schluss durch einen TD-Pass von QB Aaron Murray überhaupt den Ausgleich für die Overtime erzielten! Dort erzielte RB Pig Howard (der heißt wirklich so) dann sogar einen Touchdown – dachten alle. Es wurde Fumble gegeben, und Georgia konnte hernach per Field Goal zum knappen 34:31 Sieg einschießen. Damit haben die Vols einmal mehr eine herzzerreißende Niederlage erlebt, aber dafür waren auch die Georgia Bulldogs viele Jahre lang bekannt. Die haben das Stigma scheinbar erst einmal abgelegt.

Das Primetime-Spiel zwischen den Northwestern Wildcats und den Ohio State Buckeyes brachte neben riesigen Emotionen auch einen spannenden Spielverlauf. Ohio State gewann am Ende 40:30, aber der Endstand trügt und täuscht darüber hinweg, dass es in der zweiten Halbzeit lange sehr knapp war. Bei 23:20 Führung für Northwestern konnte Buckeyes-RB Carlos Hyde nur um Zentimeter den TD erzielen, und später, als die Buckeyes drei Minuten vor Spielende nur mit 34:30 führten, scheiterten die beherzten Wildcats nur um Haaresbreite an einem Fourth Down: QB Kain Colter wurde unter einer Menschentraube begraben, und kein Mensch vermochte abzuschätzen, ob Colter die notwendigen Zentimeter erreicht hatte. Weil es für die Video-Referees im American Football aber zweifelsfreie Beweislage braucht, wurde der Versuch „zu kurz“ gebeben.

Zwei haben wir schon, aber die Trilogie ist noch nicht komplett: Im Spätspiel standen sich Stanford und die Washington Huskies gegebenüber, und auch hier hatte der Favorit (Stanford) erhebliche Schwierigkeiten. Wer das Spiel gesehen hat, sah eine richtig starke Stanford-Mannschaft, keine Frage. Aber Washington hatte seine Chancen: Kurz vor Schluss, eben auf 28:31 herangekommen, stürmten die Huskies das Spielfeld hoch, bis in einem weiteren Fourth Down der WR Kevin Smith einen überragenden Catch machte, oder „keinen Catch machte“?  Smith fiel nach vorne und hatte den Ball fest verschränkt unter seinem Körper. Die Referees gaben auch nach dem Video-Review „incomplete Pass“. Keine Fehlentscheidung, aber man sieht: Es war ganz einfach extrem knapp.

So haben wir nahezu unveränderte Top-10 vor dem nächsten Spieltag (F.S.U. überholte aufgrund des überzeugenderen Sieges im AP Poll Georgia). Ab nächstem Spieltag werden dann auch wieder die B.C.S. Rankings zum letzten Halali blasen und erstmals in ihrer letzten Saison erscheinen.

Von der persönlichen Warte aus gab es auf dem Campus hier in Bloomington am Wochenende ein großes Highlight, als die Indiana Hoosiers die höher eingeschätzten Penn State Nittany Lions klar schlugen. Indiana ist vielleicht noch keine Spitzenmannschaft, aber die Leute hier sind fast schon euphorisch, dass es endlich mal eine Footballmannschaft gibt, die nicht Woche ein, Woche aus abgeschossen wird. Der Head Coach Kevin Wilson hat ganze Arbeit geleistet, und man bewundert ihn nicht nur für die Siege, sondern auch für das ziemlich ansehnliche Offensivspiel der Hoosiers.

Damit für heute fast schon das Ende, allein das obligatorische Texas-Spiel fehlt uns noch. Die Longhorns waren schon am Donnerstag im Einsatz, in Ames in Iowa, bei den Iowa State Cyclones. Texas gewann 31:30, aber es war ein Spiel für die Verschwörungstheoretiker – so sehr wurde Texas in diesem Spiel von den Referees bevorzugt: Im letzten Drive zu den siegbringenden Punkten gab es einen so eindeutigen Fumble eines Texas-RBs, dass es unverständlich war, wie die Referees sogar nach dem Video-Beweis noch behaupten konnten, er sei am Boden gewesen.

Für Karma und Ansehen taten die Longhorns zehn Tage vor ihrem großen Schlager an diesem Wochenende gegen Erzfeind Oklahoma auch nicht viel: Der Wide Receiver Mike Davis hatte die unfairste Aktion an diesem Wochenende:

Der unfairste Late Hit des Jahres

Wir ahnen es: Mike Davis wurde von den Referees dafür nicht bestraft.

College Football 2013/14, Preview Week 5 am Samstag

Vierter Spieltag am Samstag, und diesmal gibt es die besten Matchups nicht mehr am Freitag, sondern am Samstag. Gleich zu Beginn das TV-Programm bei uns – ich konnte es nicht testen, aber ich schnappte auf, dass SPORT1 US zuletzt die Sendepläne eingehalten hat – diesmal soll es folgender sein:

18h    West Virginia - Oklahoma State
21h30  Minnesota - Iowa
01h    Arkansas - Texas A&M
04h30  Washington State - Stanford
04h    Arizona State - USC

Programm des ESPN-Players dürfte im Tagesverlauf bei Allesaussersport aufschlagen. Ich hab heute keinen Zugriff drauf. Ab 21h30 dürfte Notre Dame-Oklahoma im NBC-Stream zu sehen sein; in den letzten zwei Wochen gab es dort keinen Geoblock. Das Spitzenspiel des Tages, Georgia-LSU ab 21h30, könnte im CBS-Stream zu sehen sein, aber ich wurde informiert, dass der Stream möglicherweise geogeblockt sein wird.

Liveblogging gibt es vermutlich wieder bei DerDraft.de. Weiterlesen

Die Akademische Viertelstunde, Woche 2: Straucheleinheiten

Zwei Spieltage der Regular Season sind vorüber, und der zweite Spieltag hat einige Favoriten stolpern sehen. In Miami und Athens (University of Georgia) sprießt die Hoffnung, während in Austin (University of Texas) und Los Angeles (USC) tiefe Depression herrscht. Am heikelsten ist die Lage jedoch an einer Uni in Oklahoma, wo sich ein Unwetter zusammenbraut. Ein Rundblick auf das Geschehen im College Football zu Beginn dieser Saison. Weiterlesen