Thanksgiving-Preview 2015

In den Vereinigten Staaten wird heute Erntedankfest gefeiert und traditionell zu diesem höchsten Familienfeiertag des Landes werden drei NFL-Spiele um 18h30 MEZ, 22h30 MEZ und 02h30 MEZ abgehalten. Sie werden bei P7 Maxx und im NFL Gamepass übertragen. Es sind drei reine NFC-Partien. Weiterlesen

Der längste Sonntagsvorschauer der Saison 2015/16

Im Power-Ranking unter der Woche schloss die AFC South mit einem durchschnittlichen Wert von knapp 35% WP auf neutralem Platz gegen eine neutrale Mannschaft ab. Das ist so bodenlos schlecht, dass es sogar die NFC West der Jahre 2008-2010 in den Schatten stellt.

Die Chance ist hoch, dass diese Division ein Team mit negativem Record in die Playoffs hieven wird. Die Colts sind mit 3-5 der überlegene Spitzenreiter (2-0 Division-Bilanz). Heute wartet für die Colts im Galopp Pony gegen Rennpferd der Denver Bronco und damitdie nächste Abreibung. Morgen wird der Divisions-Leader der AFC South eine .333 Bilanz haben.

Und trotzdem ist das System NFL richtig. Trotzdem gehört jeder Divisionssieger in die Playoffs. Mit der Aufteilung der Conferences in je vier (statt wie früher 3) Divisionen wurde die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die NFL alle paar Jahre eine Freak-Division stellt. Unter den gegebenen Voraussetzungen finde ich es auch die „logischste“ Entscheidung, jeden Divisionssieger zumindest ein Heimspiel absolvieren zu lassen.

Die NFL ist extrem erfolgreich. Die NFL ist gewissermaßen zutiefst „ungerecht„. Die NFL ist wahrscheinlich so erfolgreich, weil sie so absurd ungerecht ist. Weiterlesen

NFL Notizblock, Week 3: New York Giants @ Carolina Panthers (+ MNF)

Das Monday Night Game ist so gelaufen, wie es alle erwartet haben und wie es auch Seminole hier gevorschaut hatte. Die Oakland Raiders haben die ihnen zugedachte Rolle als Fußabtreter erfüllt, ohne sich lächerlich zu machen. Sie haben gekämpft, sie haben sich nicht aufgegeben, QB Terrelle Pryor sieht manchmal ganz gut aus und sogar RB Darren McFadden hat einen TD-Paß zu seinem Fullback geworfen. In Verbindung mit der Exzellenz Peyton Mannings, der wie immer gegen deutlich schlechtere Mannschaften eine alberne stat line produziert hat – 32/37, 374 Yards, 3TD, 0 INT – konnte man sich das Spiel sogar angucken. Aber viel gelernt haben wir nicht, darum statt eines Notizblock zum MNF kommt hier der Notizblock zum Spiel NY Giants@Carolina vom Sonntag 01.00pm.

Als diese beiden Teams letztes Jahr in Woche 3 aufeinandertrafen, haben die G-Men Cam Newton und seine Panthers dermaßen verprügelt, daß sie zwei Monate brauchten, sich davon zu erholen. Diese Saison wiederholte sich das Schauspiel – allerdings mit vertauschten Rollen. Die Cardiac Cats haben die Giants erbarmunglos in Stücke gerissen. Dominiert hat dabei vor allem die Front Seven der Panthers. Nach einer bärenstarken Leistung in Woche 1 gegen Seattle und einer mäßigen in Woche 2 gegen Buffalo steht der Zeiger auf dem Großartig-Überbewertet-Tacho jetzt ganz klar auf der linken Seite.

In der ersten Hälfte hatte New Yorks Offense sechs Drives. Ergebnis: zwei First Downs. 15 von 24 Spielzügen für null oder negativen Raumgewinn. Insgesamt 18 Yards. Achtzehn Yards Raumgewinn in der ersten Halbzeit. Sechs Drives, sechs Sacks. Shocking.

Zumal New Yorks Offensive Line in letzter Zeit auch nicht mit besonders schlechten Leistungen aufgefallen wäre. Am Sonntag ist dann ausgerechnet Left Tackle Will Beatty mit einem absolut fürchterlichen Auftreten in nie gekannte Tiefen abgestürzt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er in seinem ganzen Leben schonmal so schlecht gespielt hat. Er sollte sein Gehalt für dieses Spiel spenden an eine Organisation, die sich um ehemalige Quarterbacks mit körperlichen Langzeitschäden kümmert. Die anderen Vier rechts neben ihm waren aber auch nicht viel besser.

Die game winner waren also die Herren Greg Hardy, Star Lotulelei, Kawann Short und Charles Johnson, freundlich unterstützt von Luke Kuechly und Thomas Davis.  Die aufgrund von Verletzungen komplett umgebaute Secondary verdient wohl auch großen Respekt, wobei ich bei der Übertragung nicht erkennen konnte, ob sie so gut gedeckt haben oder ob Eli Manning mehr mit seiner Gesundheit beschäftigt war als mit seinen WRs.

New Yorks Angriff hatte 43 plays (das passiert, wenn man nur 10 First Downs erreicht), Carolina hatte alleine 44 Laufspielzüge. Die Panthers haben 38 Punkte gemacht, obwohl Steve Smith nur drei Bälle gefangen hat und Cam Newton alles andere als überragend gespielt hat. In der Verteidigung der Giants war niemand, der das Laufspiel Carolinas davon abhalten konnte, ständig First Downs zu machen (44 Läufe für 195 Yards, 15 First Downs).

Nächste Woche reisen die Giants nach Kansas City zu Eintracht Langeweile – allerdings haben diese in der Verteidigung mit Tamba Hali und Justin Houston noch bessere pass rushers als Carolina. Das wird dann entweder der Saisonabschluß der Giants oder der Beginn der alljährlichen Aufholjagd. Carolina hat spielfrei und besucht in Woche fünf die Arizona Cardinals in der Hoffnung, das erste Mal in der Ära Ron Rivera nicht gleich zu Saisonbeginn den Anschluß an die Spitze der NFC South zu verlierenn.