2020 Divisional Playoffs Preview: Ravens @ Bills

[5] Baltimore Ravens (12-5) @ [2] Buffalo Bills (14-3) 

Explosives Match-Up in der Night Session heute. Der Quarterback mit den schnellsten Beinen auf der einen, der Quarterback mit dem stärksten Arm auf der anderen Seite. Dazu eine Defense, die gar nicht weiß wohin mit all ihrer überschäumenden Energie. 

Das wird kein langweiliger Schwergewichtskampf mit viel Belauern und wenigen kräftigen Haken, sondern ein wildes Mittelgewichts-Geprügel, bei dem der K.O. gesucht wird. 

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NFL 2016, Woche 2: Date am Donnerstag – Jets @ Bills

Thursday Night Football!

Thursday Night Football heißt dieses Jahr: jede Woche „Color Rush. Dabei tragen beide Mannschaften einfarbene Uniforms in möglichst grellen Tönen. Letztes Jahr wurde schon bei einigen Spielen damit experimentiert. Beim Jets-Bills-Spiel zum Beispiel traf knallrot auf grellgrün– was für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche, nun ja: schwierig ist. Dieses Jahr hat die NFL Experten zu Hilfe genommen. Heute also: New York Jets (0-1) in schneeweiß gegen Buffalo Bills (0-1) im trendigen Rot. Weiterlesen

NFC Wild Card Preview: San Francisco 49ers @ Green Bay Packers

Rematch, Rache, Rodgers.  Der Hintergrund dieser alten, jüngst aufs Spektakulärste neugeborenen Rivalität dürfte bekannt sein. Die einschlägigen Publikationen und Schreiberlinge haben diese Geschichten bereits nett verpackt und überall hingeschrieben (und bessere Alliterationen haben sie bestimmt auch!). Darum geht´s hier direkt zum den Dingen auf dem Spielfeld.

Packers Offense v 49ers Defense

Peyton Manning hat Rekorde gebrochen, Tom Brady erspielt ein Freilos mit no-names und Drew Brees hat mal wieder mehr als 5000 Yards erworfen, darum ist es vielleicht etwas untergegangen – aber es gibt kein Vertun: Aaron Rodgers ist der beste Quarterback der NFL.

Und Rodgers ist der beste QB ohne, daß er einen echten Superstar-WR hat, ohne einen furchteinflößenden Tight End, hinter einer mäßigen Offensive Line und ohne ein Genie wie Sean Payton als Offensive Coordinator. Er macht es einfach mit perfect execution. Rodgers hat alles: einen starken Arm, er trifft die richtigen Entscheidungen, er wirft ungemein genau und er verliert auch in zusammenbrechenden pockets nicht die Nerven. Wegen eines Schlüsselbeinbruchs hat er zwar einige Wochen gefehlt und letzte Woche gegen Chicago nur wie einer der besten und nicht wie der beste QB ausgesehen, aber man kann erwarten, daß er nach dem warm-up game und einer weiteren Woche Training wieder „der Alte“ ist.

Die 49ers stehen vor einer blöden Entscheidung. Verteidigen sie hauptsächlich mit ihrer base 3-4 defense oder tauschen sie einen Defensive Liner gegen einen zusätzlichen Defensive Back aus? Kein Team spielt häufiger in Base-D als die 49ers. Sie können das tun, weil sie mit NaVorro Bowman und Patrick Willis ein LB-Duo haben, die beide mindestens so gut gegen den Paß verteidigen können wie die meisten Safeties.

Green Bay spielt am liebsten mit 11-personnel, das heißt mit einem RB, einem TE und drei WRs. Mit fünf Defensive Backs und dem guten pass rush um OLB Aldon Smith bietet es sich für SF natürlich an, in Nickel-D zu spielen wie in Woche 1 dieser Saison. Aber: auch da hat GB trotz zweier Ballverluste 28 Punkte gemacht und mittlerweile haben die Packers ein richtiges Laufspiel entwickelt. Man mag es kaum glauben, aber die Cheeseheads können jetzt tatsächlich den Ball einigermaßen erfolgreich laufen!

Workhorse Eddie Lacey kann auch ganz gut ohne FB und nur mit einem TE laufen. Die Yards an sich wären dabei gar nicht so schlimm. Aber das letzte was San Francisco will, ist Aaron Rodgers in einem kurzen 2nd Down. Rodgers mit Jordy Nelson, Randall Cobb, James Jones und/oder Jarrett Boykin bei 2nd&2? Tödlich.

Randall Cobb war auch lange verletzt, hat aber in seinem ersten Einsatz nach der Rückkehr von IR zwei TDs gemacht im NFC North Championship Game. Jones ist der gute Allrounder (59-817-3), Boykin der unbekannte junge Typ (49-681-3) und Jordy Nelson (85-1314-8) der Mann mit den Magnethänden. Der fängt alles. Einfach alles. Und weil er sich zudem auch noch blind mit Rodgers versteht, sind die beiden mittlerweile das am schönsten anzusehene QB-WR-Duo der Liga.

So richtig ein entscheidendes matchup sehe ich hier gar nicht. Vielleicht Aldon Smith gegen Rookie-LT Bakthiari. Aber am Ende sollte San Fran versuchen, die Packers bei unter 30 Punkten zu halten und hoffen, daß der eigene Angriff mehr macht.

49ers Offense v Packers Defense

San Francisco lebt vom Laufspiel. Sie laufen und laufen und laufen und sie machen das so kreativ wie niemand sonst. Aus verschiedensten Formationen heraus, under center oder shotgun, mit read-option oder ohne und manchmal auch direkt mit dem Quarterback. Und die Spieler passen auf das System wie Arsch auf Eimer. Die linke Seite der Offensive Line mit Joe Staley und Mike Iupati sticht dabei besonders heraus. RB Frank Gore ist trotz Überschreitens der gefürchteten 30-Jahre-Schallmauer immer noch ein kompletter RB und hat mit Kendall Hunter einen zuverlässigen sidekick. Das paßt alles so gut zusammen, daß niemand in der ganzen weiten NFL weniger Pässe wirft als die 49ers – Peyton Manning hatte mehr vollständige Pässe als die Niners Paßversuche!

Und nun haben die Packers gerade einem funktionieren Laufspiel so gut wie gar nichts entgegenzusetzen, zumal auch noch Clay Matthews verletzt ausfällt. Ihre Spieler sind einfach schlechter als die gegnerischen Spieler. Was kann man da machen als Defensive Coordinator? Hmm. Den Lauf blitzen bis die Hölle einfriert? Immer mit acht Mann an der Anspiellinie rumstehen? Sie einfach laufen lassen und sich nur darauf konzentrieren, big plays zu verhindern? Hier kann DC Dom Capers mit einem guten Plan zeigen, daß er noch so gut ist wie sein Ruf.

So wird wahrscheinlich nicht allzu viel Druck auf QB Colin Karpernick lasten. Kaepernick ist ein sehr limitierter Quarterback. Es gibt einige Dinge, die er kann: genaue harte Würfen und für 1st Downs scramblen zum Beispiel. Es gibt aber auch viele Dinge, die er nicht kann: das „ganze Spielfeld sehen“; in einer unruhigen pocket nicht selbst unruhig werden und seine WRs nach und nach durchgehen; und sich nicht von Deckungsformationen verwirren lassen, die nach dem Snap anders aussehen als vorher. Zu einem gewissen Grade ist das auch ganz normal, schließlich ist das am Sonntag erst sein 27. Start in der NFL.

Und es ist auch gar nicht schlimm, denn mit HC Jim Harbaugh und OC Greg Roman hat er die zwei besten Coaches, die er sich nur wünschen kann. Sie geben ihm per play design viele einfache entweder-oder Entscheidungen. So gibt es viele rollouts und moving pockets, bei denen Kaep nur eine Spielfeldseite im Auge behalten muß, dort muß er dann meistens nur die Entscheidung treffen, ob er den tiefen Mann (WR oder TE Davis) nimmt oder den nahen (RB oder TE in flat), das heißt, er hat beide potentiellen Paßempfänger auf einer Sichtachse und muß nicht stehen bleiben, Kopf drehen und rumgucken. Oder durch bestimmte Paßroutenkombinationen wird sichergestellt, daß ein gewünschter WR (Boldin, Crabtree) oder TE Davis mit Sicherheit in eine 1-gegen-1 Situation kommen in der Hoffung, daß sie diese gewinnen. Oder es gibt klassische shot plays: sieben Mann in pass protection und nur drei Mann laufen Paßrouten, so bekommt Kaepernick viel Zeit. Wie gesagt, das Werfen an sich ist nicht das Problem bei ihm, sondern das schnelle treffen von richtigen Entscheidungen. Roman und Harbaugh nehmen ihm die schwierigen Entscheidungen ab. Der Nachteil dabei ist, daß es weniger Optionen gibt. Ein Rodgers, Brees oder Manning hat immer vier und meistens gar fünf Optionen im Paßspiel, SF oft nur zwei oder drei.

[Nebenbei: so sollte man idealerweise auch einen QB an die NFL heranführen. Kaepernick hat einen bequemen Brutkasten, in dem er sich langsam entwickeln kann; QBs wie Brandon Weeden oder Blaine Gabbert wurden schutzlos in ein Haifischbecken geworfen, während sie vom Beckenrand hören mußten: „du bist doch 1st-rd pick, Du machst das schon!“]

Trotz Laufspiel und play design wird Kaepernick aber am Ende doch gefordert sein. In der red zone rückt alles dichter zusammen und die Secondary hat viel weniger Platz zu verteidigen als außerhalb der redzone. San Fran wird das Spiel über seine Yards machen und den Ball bewegen, die Frage wird sein, ob sie daraus am Ende Touchdowns oder Field Goals machen. In der redzone wird Packers DC Dom Capers die zone blitzes nur so um San Frans Ohren werfen.

Dann wäre da noch das Wetter. Es soll so kalt werden, daß „frozen tundra“ zum Eupehmismus werden könnte, -20°C und kälter. Bei diesen Temperaturen wird das Werfen schwieriger, aber es ist nicht so schlimm wie Regen. Wie sich derart absurde Temperaturen auf das Spiel auswirken werden, kann man nur schwer abschätzen. Wir werden es sehen am Sonntag abend.