Akademische Viertelstunde 2019 – College Football vor dem Championship Weekend

Rivalry-Weekend hat nicht enttäuscht. Weiterlesen

College Football 2016 – Rivalry Weekend Preview

Der größte Spieltag des Jahres im College Football. Wir kommen durch den folgenden Eintrag, ohne den Apple Cup zu spoilern. Die gestrigen Ergebnisse in ACC und MWC sind aber mit im Artikel impliziert. Weiterlesen

Iron Bowl 2013: Kick, Bama, Kick!

In den Vereinigten Staaten wird darüber diskutiert, ob das Finish in der Iron Bowl 2013, #4 Auburn Tigers#1 Alabama Crimson Tide das beste aller Zeiten gewesen ist. Ich habe nicht genug College-Football in meiner Vita gesehen um in dieser Diskussion ernsthaft mitreden zu können, aber: Mein Fresse. Das Ding gehört nahe heran an die Top-5. Es ist der würdige Nachfolger von Punt Bama Punt. Es ist vielleicht sogar besser.

Der Reihe nach. Weiterlesen

Rivalry-Weekend Preview 2013

Der College-Samstag nach Thanksgiving ist für gewöhnlich einer der spektakulärsten des Jahres: Dutzende klassische Rivalrys werden ausgespielt, und weil gleichzeitig die meisten Entscheidungen oder Vorentscheidungen in den Conferences und National-Rankings fallen, ist eigentlich immer Action bis in die frühen Morgenstunden angesagt.

Iron Bowl 2013: Alabama Crimson Tide – Auburn Tigers

Sportlich wie kulturell ist die Iron Bowl dieses Wochenende das unbestrittene Top-Matchup: #1 Alabama (11-0) gegen #4 Auburn (10-1) entscheidet über den Einzug in das SEC-Finale. Für Alabama geht es zusätzlich natürlich um den höchstmöglichen Preis, die Qualifikation für das BCS-Endspiel, für die man dieses Jahr wohl ungeschlagen durchkommen muss (Auburns Chancen darauf sind eher gering).

Dass es in der Iron Bowl dieses Jahr um so viel geht, gießt nur zusätzliches Öl ins Feuer, das in dieser Rivalität brennt. Alabama gegen Auburn, das ist vielleicht die heftigste Rivalität des College-Football, zwei Provinzstädte im Bundesstaat Alabama gegeneinander. Die Rivalität zwischen Alabama-Tuscaloosa und Auburn ist so heftig, dass in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zwischenzeitlich vier Jahrzehnte lang nicht gegeneinander gespielt wurde – wegen einem läppischen Streit zwischen zwei Studentengruppen. Erst per kommissionellem Einschreiten der Staatsregierung in Alabama wurde das Spiel 1948 nach vier Jahrzehnten wieder eingeführt.

Iron Bowl – der Name rührt nicht von den eisenharten Defensivschlachten, sondern vom einstigen Austragungsort der Partie Crimson Tide vs Tigers: Birmingham/Alabama, die Stadt, die zu jener Zeit ungefährliches neutrales Feld bot und bekannt war für ihre Stahl- und Eisenindustrie. Erst seit Ende der 80er spielt Auburn die Rivalry zuhause, erst seit Ende der 90er spielt Alabama zuhause. Über die weitere Bedeutung habe ich vor drei Jahren schonmal ein paar Absätze zur näheren Erläuterung geschrieben (nach dem einleitenden BCS-Teil).

Das war damals wenige Tage vor dem Spiel der Spiele, Iron Bowl 2010, eine Partie, die mein Herz zerbrach und bereits vor dem Schreckgespenst „Kyle Brotzman“ alle BCS-Titelträume der Boise State Broncos zerbrach. Cam Newton, ich liebe dich, aber ich hasse dich auf ewig für jenes Spiel.

Für Alabama ist es – wir kehren zurück in die Gegenwart – die Chance, auch mal Schlagzeilen zu produzieren: Die Crimson-Jungs von Nick Saban lavieren sich dieses Jahr souverän, aber völlig unspektakulär durch die Saison. Das größte Spiel im September wurde in einem Shootout gegen Texas A&M gewonnen, ehe man im November auch mit LSU kaum Probleme hatte. Alabama 2013 ist nicht mehr so gut wie die Ausgaben von 2011 oder 2012, dafür im Gegensatz zu den Vorgängerversionen ungeschlagen. Man ist wandlungsfähiger geworden: Die Defense ist nicht mehr die Unit, die alles und jeden plättet, zumindest hatte sie dieses Jahr das eine oder andere schlampige Spiel (plus wurde von Manziel überrollt); dafür ist die Offense variantenreicher geworden. QB A.J. McCarron hat durchaus das Potenzial, einen Gegner auf mehr als einem Standardrepertoire von drei Pass-Routen zu schlagen, und bei den Runningbacks gibt es Talente ohne Ende.

Auburn dagegen ist die Sensation des Jahres. Im Sommer hatte ich diese Jungs als „SEC-Bodensatz“ eingestuft, und ihnen nicht den Hauch einer Chance gegeben. Ich kann weiterhin verteidigen, warum: So okay das Recruiting in Auburn die letzten Jahre war, so katastrophal spielten die Tigers in den letzten beiden Jahren. Z.B. wurden sie vor exakt einem Jahr von – eben – Alabama 49-0 geplättet, und das Ergebnis spiegelte nicht im Ansatz die wahren Kräfteverhältnisse wider. Der Coach seither wurde ausgetauscht, aber ich habe nicht erwartet, dass Gus Malzahn so schnell den Turnaround schaffen würde.

Klar, Auburn hatte Glück (s. Verzweiflungspass gegen Georgia), aber sie bestechen dieses Jahr auch durch flüssige Offense und durch die Bank diszipliniertes Spiel. Sie sind eine legitime Spitzenmannschaft, und das macht aus Malzahn IMHO den Coach des Jahres.

So. Leider ist das Spiel als SEC-Topspiel der Woche (des Jahres?) mal wieder Teil des CBS-Pakets, und damit außerhalb allem, was man über offiziellen Weg bei SPORT1 US oder im ESPN-Player hierzulande empfangen kann. (Ich würde ja niemals raten, woanders nach Bewegtbildern zu suchen). Auf alle Fälle: Obwohl Auburn so überraschend stark ist, ist Alabama klarer Favorit, die Partie zu gewinnen, zumal zuhause. SRS favorisiert Bama mit 10 Punkten, eine „Advanced“-Version (Rausrechnen der Gurkengegner aus der FBS und FCS) gar mit 14.

Sendepläne

Es sind die Spieltage, an denen man sich ESPN America zurückwünscht. Bei SPORT1 US kocht Schmalshans Küchenmeister:

18h    Michigan - #3 Ohio State
21h30  Georgia Tech - Georgia

Nachts gibt es nur NBA-Basketball. EUROSPORT 2 mit dem Tape von Indiana – Purdue ab 23h.

Im ESPN-Player werden voraussichtlich folgende FBS-Spiele angeboten:

  • 18h: #2 FSU-Florida, Michigan-#3 Ohio State, UNC-#24 Duke, UConn-Rutgers, Memphis-Temple
  • 18h21: Vanderbilt-Wake Forest
  • 18h30: NC State-Maryland
  • 20h: Colorado State-Air Force, Georgia State-South Alabama,
  • 21h30: TCU-#9 Baylor, #15 Wisconsin-Penn State, Georgia Tech-Georgia, New Mexico State-Idaho, Syracuse-Boston College, Virginia-Virginia Tech
  • 22h: Western Kentucky-Arkansas State
  • 1h: #10 South Carolina-#6 Clemson, Kentucky-Tennessee, ULL-ULM
  • 1h45: #5 Mizzou-#21 Texas A&M
  • 2h: #23 USC-#22 UCLA
  • 4h15: Boise State-New Mexico
  • 4h30: UNLV-San Diego State

Streifzug durch die Klassiker

The Game (18h, SPORT1 US und ESPN-Player) – Besonders einfallsreich waren die Ohio State Buckeyes (11-0) und die Michigan Wolverines (7-4) bei der Benennung ihres alljährlichen Superklassikers nicht, aber das soll uns nicht stören. The Game ist das größte Spiel der Big Ten Conference, die alljährliche Auseinandersetzung zwischen den über die Jahrzehnte dominierenden Unis der Big Ten. Das Spiel ist seit jeher der Abschluss der Regular Season um die Großen Seen und entschied häufig darüber, wer denn nun in die Rose Bowl einziehen würde. Dieses Jahr entscheidet es prinzipiell nicht mehr viel: #3 Ohio State ist bereits für das Big-Ten Finale qualifiziert und braucht schon gewaltige Ausrutscher von Alabama oder FSU, um noch durch die Hintertür ins BCS-Finale zu gelangen, während Michigan sich schwer enttäuschend durchs Jahr kämpft. Ohio State ist ungeschlagen und hat in der nunmehr fast zweijährigen Ägide unter Headcoach Urban Meyer noch kein einziges Spiel verloren, und trotzdem nimmt niemand die Buckeyes wahr. So geht es dir, wenn du erst eine Bowl-Sperre absitzen musst (2012) und dann einen windelweichen Schedule in einer mittelmäßigen Conference (Big Ten 2013) spielst. Ich halte Ohio State nicht für die drittbeste Mannschaft des Landes, aber Top-10 Material sind sie allemal; das SRS sieht die Buckeyes mit ihren Offensivstars QB Braxton Miller und RB Carlos Hyde mittlerweile als #6 im Lande.


Sunshine Showdown (18h, ESPN-Player) – Florida Gators gegen #2 Florida State Seminoles (11-0), keine jahrhundertealte Tradition, aber aufgrund der bestialischen Duelle in den 90ern, in denen fast jedesmal der Landesmeistertitel auf dem Spiel stand, gehört Florida-FSU zu den anerkannt größten Rivalitäten der Staaten. FSU scheint heuer endgültig von den Toten auferstanden zu sein und ist zwei (machbare) Siege vom BCS-Endspiel entfernt.

Florida (4-7) blamierte sich letzten Samstag bis auf die Knochen und kassierte gegen den FCS-Zwerg Georgia Southern (!) im eigenen Stadion (!!) eine 26-20 Pleite (!!!) und das noch nichtmal im typischen „Underdog-Modus“: Keine Zillionen Turnovers und fünf Return-TDs für Georgia Southern, ja noch nichtmal ein einziger komplettierter Pass für die Zwerge (sic!) sondern schlicht 400 Rush-Yards und physische Demonstration. Wer noch daran zweifelte, ob Head Coach Will Muschamp die Saison überleben würde, bekam eine klare Antwort.

Jetzt also in FSU das vermeintlich beste Team des Landes. Bei FSU ist es aufgrund des Wirbels um den wegen sexueller Belästigung (oder Vergewaltigung) am Pranger stehenden QBs Jameis Winston alles andere als ruhig, aber die Noles waren dieses Jahr so dominant, dass Florida den größten Leistungssprung aller Zeiten innerhalb einer Woche braucht, um hier nicht unterzugehen. Oder war Georgia Southern ein Täuschungsmanöver? Verleiht das Lokalderby magische Kräfte? Erleben wir die Sensation des Jahres? Wer sich traut zu wetten, ist mutig.


Clean, Old Fashionated Hate (21h30, SPORT1 US und ESPN-Player) – Das Duell zwischen den beiden größten Footballprogrammen in Georgia: Die University of Georgia aus Athens gegen die Georgia Tech University aus Atlanta. Beide erleben eine enttäuschende Saison, wobei Georgia (7-4), oft dokumentiert, insbesondere durch eine üble Verletzungsmisere runter gezogen wurde. Man hat bereits vier Niederlagen auf dem Konto; ein Sieg über Georgia Tech und seine bildhübsche triple option offense aus der Flexbone-Formation (das Werk des Head Coaches Paul Johnson) würde die Saison wenigstens emotional retten. Allerdings muss man auf den langjährigen QB Aaron Murray verzichten, der sich letzte Woche das Kreuzband riss und nicht mehr für Georgia auflaufen wird.


#10 South Carolina – #6 Clemson (1h) – Für South Carolina (9-2) geht es außer der Ehre um nix mehr, aber Clemson (10-1) kann mit einem überzeugenden Sieg (oder auch nur „mit einem Sieg“) eine hervorragende Ausgangsposition schaffen, um als „at-large“ Kandidat für die BCS-Bowls gehandelt zu werden: Clemson als 11-1 Team wäre eine logische „at-large“ Wahl für die Orange Bowl-Veranstalter (sofern FSU das BCS-Finale erreicht).


Stanford Cardinal vs Notre Dame Fighting Irish (1h, nur für Trüffelschweine) – Zwei der besten akademischen Bildungsanstalten der Vereinigten Staaten in einer Rivalry, die möglicherweise nicht mehr ewig Bestand haben wird, da Notre Dame sich der ACC annähert und immer weniger Platz im Schedule findet. Im Spiel selbst geht es eigentlich nur um die Goldene Ananas: Stanford (9-2) ist aus dem National Title-Rennen, aber zumindest fix für das Pac-12 Finale nächsten Freitag qualifiziert; Notre Dame (8-3) huscht unsichtbar durch die Saison und ist darauf bedacht, nur nirgends mehr Manti Teo-like anzuecken.


#23 USC vs #22 UCLA (2h, ESPN-Player) – das Stadtderby von Los Angeles ist sportlich nicht mehr allzu relevant, außer man findet es spannend, sich über die Mehr- oder Minderwertigkeit von Sun Bowls und Las Vegas Bowls zu unterhalten. Vielmehr geht es im Duell zweier enttäuschter Unis um die Ehre bzw. für Southern Cal (8-3) auch darum, sich baldigst zu entscheiden, welche Richtung man auf der semivakanten Headcoach-Position einschlagen will: Einen Starcoach oder geht man tatsächlich zur Überraschung aller mit Interimslösung Ed Orgeron in die Zukunft (ich würde nicht drauf wetten).

Die anderen relevanten Spiele von heute

North Carolina vs #24 Duke (18h, ESPN-Player) – Duke kann mit Auswärtssieg beim großen Feindbild UNC seinen Platz im ACC-Finale sichern. Aber aufgepasst: So groß der Name Duke (9-2) ist, so klein ist das Footballprogramm, und auch der SRS ist nur irgendwo drunten im Mittelfeld angesiedelt. Leichter Favorit ist UNC (6-5).


TCU – #9 Baylor (21h30, ESPN-Player) – die Neuauflage eines der fünf besten Footballspiele, die ich in meinem Leben je gesehen habe: TCU-Baylor zum Season-Opener 2011, mit dem Coming-Out des damals noch unbekannten Robert Griffin III. Es war das Spiel der Spiele. Diesmal sind die Vorzeichen klar: TCU ist mit 4-7 und einer Orgie an Verletzungen komplett abgekackt und ohne Chance auf die Bowl-Season, während Baylor eine phänomenale Saison spielt, allerdings letzte Woche einen herben Dämpfer erlitt: 17-49 bei Oklahoma State. Baylor (9-1) hat noch Chancen, die Big 12 zu gewinnen und die Fiesta Bowl zu erreichen, muss dabei aber dringend heute und nächste Woche gegen Texas gewinnen, und dann noch auf eine Niederlage von Oklahoma State nächste Woche hoffen.


#5 Missouri vs #21 Texas A&M (1h45, ESPN-Player) – es ist das Duell zwischen den beiden 2012 in die SEC aufgenommenen Unis. Texas A&M war 2012 das sexy-Baby, mit der Rampensau QB Johnny Manziel als Heisman-Sieger und „Face of the University“; dieses Jahr ist es umgekehrt: Gary Pinkels Mizzou Tigers rocken die Liga und haben heute mit einem Heimsieg über die Aggies die große Chance, sich für das SEC-Finale am nächsten Samstag zu qualifizieren. Mizzou ist 10-1 mit einer unglücklichen Overtime-Pleite gegen ebenso bewundernswerte #10 South Carolina Gamecocks – und genau diese Overtime-Pleite würde den Tigers zum Verhängnis, wenn Mizzou heute verliert: Aufgrund des direkten Duells würde Mizzou rausfliegen. Missouri hat eine rundum komplette Mannschaft, keine großen Superstars, und Pinkel kann auf QB wieder auf Starter James Franklin zurückgreifen, wobei manch einer durchaus gerne weiterhin Maty Mauk sehen würde, der als Ersatz richtig gut war.


Duel in the Desert (3h30, nur für Trüffelschweine) – #12 Arizona State Sun Devils gegen Arizona Wildcats. Die Sun Devils von der Party-Uni Arizona State (u.a. mit 45000 Studenten größte staatliche Uni in den Vereinigten Staaten) können sich mit einem Sieg das Heimrecht für das Pac-12 Finale nächste Woche gegen Stanford sichern. Bei Niederlage muss man nächste Woche nach Palo Alto fahren und das Endspiel auswärts bestreiten.


Boise State vs New Mexico (4h15, ESPN-Player) – abhängig vom Ausgang des um 20h ausgetragenen Spiels Utah State-Wyoming (Utah State dabei hoch favorisiert) hat Boise State (7-4) mit einem Heimsieg spätnachts noch die Chance, sich durch die Hintertür doch noch für das MWC-Finale zu qualifizieren. Der Sieg selbst ist gegen die New Mexico Lobos fix eingeplant.

Rivalry Weekend 2011: Preview Samstag/Sonntag

Wenn ich die irrsten Footballspiele abzähle, die ich bis dato gesehen habe, dann werde ich irgendwann beim Runterzählen an der rechten Hand auf die Iron Bowl 2010 zu sprechen kommen, als die Alabama Crimson Tide um 21h30 abends bereits das fünf Meter tiefe Loch ausgebuddelt hatten und um 22h15 Sargnägel und Kerzen ins Stadion gefahren hatten – um dann eineinhalb Stunden später selbst im Sarg zu liegen! 24-0 geführt, 30m offene Wide Receivers, potenzielle TD-Drives noch und nöcher per Fumbles und Turnovers verschenkt, und am Ende rächte sich Cameron Newton mit einem Comeback der Extraklasse. Eineinhalb Monate später hatte der Erzfeind Auburn den Titelverteidiger Alabama entthront.

Ein Jahr später gibt es keine Zweifel: #2 Alabama wird #24 Auburn zertrümmern. Wurscht, dass man auswärts im Jordan Hare Stadium zu Auburn spielen muss. Wurscht, dass sich Safety Will Lowery kürzlich mit Kreubandriss verabschieden musste. Wurscht, dass Auburn mit seiner jungen Mannschaft phasenweise besser spielte als erwartet. Purpurrot wird die Tigers in der Iron Bowl 2011 in Grund und Boden spielen, darin sind sich Anhänger beider rivalisierter Fanlager ungewohnt einig – für Alabama dürfte ein klarer Sieg zum Einzug in das BCS-Endspiel („Re-Match“!) reichen, sollte nicht nächste Woche Oklahoma State die Sooners in Grund und Boden spielen.

Alabama – Auburn. Heute Abend um 21h30 LIVE bei ESPN America. Stimmungseindrücke kann man bereits ab 15h sammeln, wenn der College GameDay aus Auburn übertragen wird.

Klassiker, die zweite

Bereits um 18h LIVE/ESPNA kommt die größte Rivalität des US-Nordens, Michigan Wolverines – Ohio State Buckeyes. Als die Big Ten Conference zur heurigen Saison zwei Divisionen einführte, warf man sämtliche geographischen Logiken über Bord und kreierte zwei sinnfreie Divisionen „Legends“ und „Leaders“, nur um diese beiden Universitäten nicht in die selbe Division stecken zu müssen und ein Conference-Finale zwischen Michigan und Ohio State wenigstens theoretisch zu ermöglichen.

Für dieses Jahr sind beide zwar bereits eliminiert. Trotzdem geht es im „Big Game“ noch um einiges: Michigan erlebte in den letzten Jahren immer und immer wieder deprimierende Pleiten gegen die Buckeyes, gilt heuer jedoch erstmals seit langer Zeit wieder als Favorit und hätte mit einem Heimsieg sogar eine reelle Außenseiterchance auf eine BCS-Bowleinladung. Die Wolverines spielen unter dem neuen Head Coach Brady Hoke eine gepflegte Defense, während der Angriff um den ultimativen Scrambler QB Denard „Shoelace“ Robinson seltener den Ball hergibt als gewohnt.

Ohio State war wochenlang eine halbwegs positive Erscheinung der Saison. Man muss wissen, dass die Erwartungen nach all den Skandalen in der Offseason (Pryor, Tressel und Konsorten) an einem Nullpunkt gewesen waren, aber Ohio State hielt sich mit einer soliden Defense lange Zeit irgendwie über Wasser. Die beiden jüngsten Niederlagen gegen Purdue und Penn State haben die Saison dann allerdings doch etwas zerschossen und Gerüchte über eine Verpflichtung Urban Meyers deutlich intensivieren lassen.

Das vermutlich letzte oder vorletzte Spiel unter dem Interimscoach Luke Fickell könnte die Saison jedoch noch retten, indem man den Erzfeind auf dessen Spielfeld kaltstellt und mit erhobenem Haupt gen Bowl Season fährt.

Klassiker, die dritte

Um 02h LIVE/ESPNA aus dem Stanford Stadium zu Palo Alto: #6 Stanford Cardinal – #22 Notre Dame Fighting Irish. Stanford ist nach den verrückten Ereignissen der letzten Woche plötzlich wieder an #6 gerankt und hat noch eine winzige Außenseiterchance auf das BCS-Finale, kann sich mit einem Heimsieg in dieser jungen Rivalität über Notre Dame aber wenigstens noch unverzichtbar hinsichtlich „at-large“-Einladung für die BCS-Bowls machen. Und wer weiß: Sollte Oregon überraschend den „Civil War“ gegen Oregon State verlieren, bekommt man sogar am nächsten Samstag ein Heimspiel um den Titel in der Pac-12, der das Ticket in die prestigeträchtige Rose Bowl bedeutete.

Nicht unwichtig ist das Spiel auch für QB Andrew Luck. Der sichere #1-Draftpick ist im Rennen um die Heisman Trophy in den letzten Wochen ins Hintertreffen geraten und scheint in der Wahrnehmung mittlerweile vom furiosen Baylor-QB Robert Griffin III überholt worden zu sein. Luck spielt bisher eine recht „leise“ Saison, könnte sich mit einem großen Spiel gegen die nicht zu unterschätzende Defense Notre Dames noch einmal in den Vordergrund spielen.

(auch morgen, 12h als ESPNA-Tape)

Aufzeichnungen heute Vormittag

Seit 7h30 läuft #21 Nebraska – Iowa bei ESPNA. Beide sind bereits aus allen Titelträumen gerissen. Um 10h bringt ESPNA Miami – Boston College, für beide das letzte Spiel des Jahres: Boston College ist seit Wochen von der Bowl Season eliminiert, währen die Canes kürzlich ihren freiwilligen Verzicht auf die Bowl Season bekannt gaben. Grund: Der massive Canes-Skandal vom Sommer („Nevin Shapiro“).

Aufzeichnungen morgen Vormittag

Um 7h bringt ESPNA #23 Georgia Tech Yellow Jackets gegen #13 Georgia Bulldogs. Für beide geht es im Spiel mit dem putzigen Namen “Clean, Old-Fashioned Hate” um nicht mehr als Ehre – also um alles! – wobei Georgia für nächste Woche noch das SEC-Finale vor Augen hat. Georgia Tech ist mit seiner famosen Triple-Option/Flexbone-Offense in der ACC bereits draußen, aber dank selbiger auch immer wieder ein Hingucker.

Um 9h30 bei ESPNA das wichtige Spiel #16 Wisconsin Badgers – #19 Penn State Nittany Lions im direkten Duell um den Gewinn der Leader Division in der Big Ten Conference. Um Wisconsin ist es nach zwei Freak-Niederlagen Ende Oktober zuletzt sehr leise geworden, obwohl QB Russell Wilson und RB Montee Ball immer noch unglaubliche Stats produzieren. Penn State ist das Gegenteil, steht unter argem medialen Beschuss, hofft, mit einer inexistenten Offense, aber großartigen Defense, in Madison bestehen zu können und sich für das Conference-Finale nächsten Samstag gegen Michigan State zu qualifizieren. Ganz Amerika scheint auf einen Badgers-Sieg zu hoffen, da niemand die befleckten Nittany Lions in der Rose Bowl sehen möchte.

Um 19h schließlich bei Eurosport 2 die Aufzeichnung von IndianaPurdue („Old Oaken Bucket“).

Eierlese

Rivalries, die wir nicht zu sehen bekommen, zumindest nicht heute oder morgen: Florida-FSU („Sunshine Showdown“), Oregon-Oregon State („Civil War“), Washington-Washington State („Apple Cup“), South Carolina-Clemson, Virginia-Virginia Tech, Mississippi State-Ole Miss und USC-UCLA, die einzige richtig “urbane” Rivalry.

Bill Simmons‘ Grantland fährt dafür seit Tagen eine Sonderserie über einige dieser großen Rivalitäten, auf die hier verwiesen sei:

Programm-Überblick

Samstag

07h30 CFB Tape ESPNA: Nebraska – Iowa
10h00 CFB Tape ESPNA: Miami/FL – Boston College
12h30 CFB Tape ESPNA: Arizona State – Cal
15h00 CFB live ESPNA: College GameDay aus Auburn
18h00 CFB live ESPNA: Michigan – Ohio State („The Game“)
21h30 CFB live ESPNA: Auburn – Alabama („Iron Bowl“)
02h00 CFB live ESPNA: Stanford – Notre Dame

Sonntag

07h00 CFB Tape ESPNA: Georgia Tech – Georgia („Clean, Old-Fashioned Hate“)
09h30 CFB Tape ESPNA: Wisconsin – Penn State
12h00 CFB Tape ESPNA: Stanford – Notre Dame
19h00 CFB Tape Eurosport2: Indiana – Purdue („Old Oaken Bucket“)

Iron Bowl 2010 live

[00h22] Endstand Alabama 27, Auburn 28. Entscheidend waren die beiden Turnovers. Beim ersten musst du unfassbares Pech haben, dass der Ball parallel zur Seitenlinie in die Endzone kullert, anstatt ins Aus zu gehen. Alabama hat die Gelegenheiten in der RedZone nicht genutzt und ist dafür bestraft worden.

Nach dem langen TD-Pass von Cam Newton ging jegliches Momentum flöten. McElroy hatte 335 Pass yds zur Halbzeit. Am Ende waren es 377.

Mann des Tages ist für mit DT Nick Fairley, den die Crimson Tide nicht blocken konnten. Newton auch mit einer überragenden zweiten Halbzeit als Pass-Spieler. Laufspiel klappte nicht so, aber wenn es drauf ankam, machte Newton die kurzen, die toughen Yards.

[00h10] Over. Boise State weint – und ich mit.

[00h08] 51 Sekunden für Bama. Mit Freshman-QB McCarron. Ohne Timeouts. Ohne Top-WRs. Dafür mit Drops der Tight Ends.

[00h00] Newton taucht bei 4th down über die Mauer. Die Zeit tckt runter und kein Timeout mehr für Alabama. Selbst ein knapper Sieg mit Field Goal könnte zu wenig sein, um Auburn vom Finale fernzuhalten.

[23h51] Langsam gehen den Crimson Tide die Offensivwaffen aus. Die beiden Top-WRs Jones und Hanks sind bereits draußen und nun wird QB McElroy zum wiederholten Male niedergeschlagen. Und diesmal ausgeknockt (Schulter). Dumm, dass Alabama noch nicht in Field Goal Range ist.

[23h35] Alabama 27, Auburn 28. Es ist also tatsächlich passiet. Gene Chizik beweist Eier in der Hose, spielt an der Mittellinie ein 4th-and-4 aus, das mit einem engen Catch an der Seitenlinie glückt. Beim Touchdown ein bisschen Trickspiel mit dem Play, der plötzlich in eine andere Richtung geht. Am Ende ist der Mann mit dem genialen Namen – Philip Lutzenkirchen – völlig frei in der Endzone.

Das Spiel ist exciting. Und Auburn dürfte bei einem knappen Spielstand ins Finale gehievt werden. Ob Sieg oder Niederlage.

Kollateralschaden Alabama: WR Jones hat sich bei einem „Haxler“ beim Kickoff-Return am Knie verletzt.

[23h20] Alabama 27, Auburn 21. Der Herr Carr wird übel durchschaufen. Alabama mal wieder ganz nahe an der Endzone. Und bringt den Ball wieder nicht unter. Statt sinnloser Fumbles aber immerhin der „Trostpreis“.

[23h15] Diesmal ist Auburn dran, die Dummheit zu begehen.. #9 Carr verweigert trotz einer anrollenden purpurnen Lawine den Fair Catch beim Punt Return. Resultat: Fumble & Turnover. Gewaltiger Pendel-Swing. Und plötzlich ist auch WR Jones wieder meterweit offen.

Baby. #9 Carr tut mir fast leid.

[23h07] Alabama 24, Auburn 21. Gus Malzahn hat seine Offense umgestellt in Richtung hurry up. Gespielt wird sehr viel mit Laufspiel. Beide Parteien begehen Wechselfehler. Am Ende Touchdown Newton aus 1yd.

Die Party in Boise ist vorerst over.

[22h52] Das Pendel hat tatsächlich umgeschlagen. Alabamas Offense kriegt plötzlich nichts mehr auf die Reihe. Cam Newton muss allerdings wohl weiterhin per Luftweg zum Erfolg kommen. Sein Lauspiel hat Nick Saban bisher brillant aus dem Spiel genommen.

[22h40] Alabama 24, Auburn 14. Jetzt hat auch Auburn sein Big Play. Newton mit einem wunderbaren Pass, WR Zachery läuft nach dem Catch durch. Wieder ist DB Barron der Gefoppte beim Touchdown.

Wie gesagt: Verschenkte Punkte, die den Purpurnen noch weh tun können.

[22h35] Halbzeitstats nachgereicht:

McElroy 19-23 für 335 (!) yds, 2 TDs
Newton 5-10 für 97 yds, TD

Alabama Offense: 379 yds, 17 First downs, 18:01 Ball
Auburn Offense: 87 yds, 4 First downs, 11:59 Ball

Auburn mit -10 yds im Laufspiel (wobei die Sacks im College in der Laufstatistik gezählt werden). Dank Turnovers der Crimson Tide ist Auburn gar noch mit blauem Auge davon gekommen.

[22h18] Halbzeit in Tuscaloosa. Es ist nicht überraschend, dass Auburns Defense gegen den Pass Probleme hat. Es ist auch nicht überraschend, dass Alabamas Defense Mittel gegen Cam Newton gefunden hat. Was aber überraschend ist: Das jeweilige Ausmaß. Auburn wird hier überrumpelt und auch wenn die Dominanz emotional nicht mehr so brutal wirkt: Alabama hat zweimal in der RedZone gefumbelt und einmal per Drop einen sicheren Touchdown verschenkt. Auburns Secondary sieht gegen WR Julio Jones kein Land und aktuell braucht es einen gewaltigen Ausschlag des Pendels, um hier noch eine Wende hinzuzaubern.

[22h11] Alabama wird schlampig. Zweiter Turnover in der Redzone. McElroy verliert den Ball, ein O-Liner steht wie angewurzelt herum, während in seinem Rücken DT Fairley den Ball aufklaubt. Die Crimson Tide haben schon so einiges an Punkten hergeschenkt. Wenn das nicht noch weh tut.

[21h58] Alabama 24, Auburn 7. Hoffnung für die Tigersrs. Der Drive ist zwar nicht grade Bilderbuch-Format, aber am Ende reicht ein simpler Fake von QB Newton aus, um WR Blake eineinhalb Meter Vorsprung gegenüber DB Barron zu verschaffen. Stark von Blake, sich den Ball nicht noch aus der Hand schlagen zu lassen. 5:08 im zweiten Viertel noch und die Party in Idaho ist etwas gebremster.

[21h45] Alabama 24, Auburn 0. Mr. McElroy, meine Entschuldigung. Dafür, dass ich Ihnen Insouveränität vorgeworfen hatte. Als die Pocket links und rechts zusammenklappt, findet der QB an der Seitenlinie noch WR Jones, der kurz vor dem TD gestoppt wird Weil RB Richardson den Pass droppt und DT Fairley die Offense Line zerbröselt, gibt es danach „nur“ das Field Goal.

Aktuelle Preisfrage: Wie lange lohnt es sich aufzubleiben? Um Viertel nach vier spielt Boise State bei #19 Nevada.

[21h41] West Virginia hat Pittsburgh 35-10 niedergemetzelt. Die Mountaineers übernehmen damit vorerst die Führung in derBigEast (Remember: BCS-Bowl-Einladung). Pitt und WVU stehen damit bei 4-2. Das dritte Rädchen ist aber Connecticut (3-2), das erst morgen spielt. Gegen Cincinnati, die letztes Jahr sehr stark waren.

[21h37] BREAKING NEWS: Auburn hat ein First Down erzielt!

Zu dumm, dass kurz danach ein Receiver 20m alleinstehend einen Allerweltspass droppt und der darauf folgende Punt miserabel ausfällt.

Ich meine: Was haben die Tigers jetzt zwei Wochen gemacht?

[21h31] Zur Abwechslung mal kein Touchdown, sondern ein Touchback. RB Ingram nach einem Pass schon wieder auf dem Weg in die Endzone, fumbelt den Ball, der zehn Zentimeter parallel zur Seitenlinie in die Endzone kullert. Mal schauen, inwiefern das eine Wende geben kann. Wenn überhaupt: Es sieht nicht so aus, als hätte Auburns Defense irgendein Rezept. Der Fumble war eher weniger erzwungen, mehr eine Schlampigkeit.

[21h16] Alabama 21, Auburn 0. Erster kritischer Moment für Alabama. Beim 3rd down wird QB McElroy gesackt, aber DT Fairley kriegt eine Strafe für euphorisches Feiern – ein zugegeben schlechter Witz. Dadurch motiviert, spielt Bama den vierte Versuch aus – ein grandioser Catch des bislang nicht zu stoppenden WR Jones. Der Touchdown ein paar Plays später ist easy.

McElroy 10/10 für 156yds, 2 TD
Newton 0/1 und 2 Sacks

Remember: Wir sind erst 13:02 Minuten im Spiel…

[21h04] Das ist ja unfassbar! Auburs zweiter Drive: Zweimal Sack, einmal Incompletion. -14 Yards!

Auburn muss aufpassen, nicht aus den Top 10 zu fallen, wenn das so weitergeht.

[20h58] Alabama 14, Auburn 0. Baby. Keine sieben Minute gespielt. QB McElroy mit dem simpelsten Pass der Welt auf den geradeaus laufenden WR Jones. Safetys und CBs haben ihre Gedanken irgendwo im obersten Rang. Was hatte ich über diese Pass-Defense geschrieben?

[20h55] Kontrastprogramm: Auburns Offense mit 3’n’out. Ziemlich euphorisierter Auftritt der Bama-Defense. Die Mitte zugemacht und Auburn schnell planlos.

DT Fairley ist wieder da.

[20h47] Alabama 7, Auburn 0. Flüssiger erster Drive de Purpurnen. Die Defense Line der Tigers macht keinen Stich und Alabama wechselt gut Lauf mit Pass. Am Ende hat RB Ingram Riesenlöcher und kann zum Touchdown durchlaufen.

Ganz schlecht für Auburn: DT Fairley, der Fels in der Brandung der Defense, ist schon auf dem Weg in die Umkleidekabine.

[20h40] Schnell noch einen Tipp abgegeben: Ich glaube, Alabama wird gewinnen. Wenn ich einer Defense zutraue, Newton halbwegs in Schach zu halten, dann ist es Nick Sabans Verteidigung.

Die Tigers hängen zu sehr am Spiel Newtons. Vor allem aber haben die Tigers eine schwache Defense. Georgia konnte mit seinem Passspiel die Tigers lange Zeit in Grund und Boden spielen. Alabama besitzt einen effizienten QB McElroy, den ich anfangs unterschätzt habe, den WR Julio Jones, und ein sehr starkes Laufspiel um RB Ingram.

[20h38] Die Stimmung im Bryant-Denny-Stadium scheint gewaltig zu sein. Erstmals findet eine Iron Bowl vor mehr als 100.000 Zuschauern statt. Und so wichtig war sie schon ein Weilchen nicht mehr. Im letzten Jahr waren die Tigers nicht so hoch eingeschätzt wie Alabama dieses Jahr.

[20h19] QB Cam Newton gilt als Favorit für die Heisman Trophy. Auch heute werden wieder zahlreiche Expertenstimmen Newtons Wahl promoten und damit begründen, dass der Mann der dominante Spieler des Jahres war. Trotz der Geldannahme-Affäre. Remember: Reggie Bush wurde in einem ähnlich gelagerten Fall durch sämtlich Medien geprügelt. Hier ein Auszug aus dem Mission Statement der Heisman Trophy

The outstanding college football player whose performance best exhibits the pursuit of excellence with integrity.

Allein das sollte eigentlich reichen, um Newton für die Auszeichnung zu disqualifizieren. Ich bin gespannt.

[19h40] Draußen herrschen seit heute Eiseskälte und Schneegestöber. Für mich normalerweise die ersten Vorboten der NFL-Playoffzeit. Heute gibt es auch eine Art Entscheidungsspiel, aber im College Football. Spielort: Tuscaloosa, Alabama. Und auch dort ist es nicht sehr gemütlich: Unter zehn Grad Celsius, bei unangenehmem Wind und aktuell seichtem Regen.

Zeit für die Iron Bowl 2010. Alabama Crimson Tide vs. Auburn Tigers. Über die historische und sportliche Bedeutung habe ich schon eine kleine Einführung geschrieben.

Etwas tiefer geht dogfood in seiner Vorschau zur heutigen langen Footballnacht.

Kickoff: 20h30.

College Football: Das Thanksgiving-Wochenende (1)

Das kommende Wochenende sorgt für Kopfzerbrechen. „Eier, wir brauchen Eier“ bekommt angesichts des prallen Football-Programms (NFL, College, Grey Cup) eine ganz neue Bedeutung. NFL und CFL mal außen vor gelassen: Im College Football gibt es eine ganze Latte an rivalry games, und einige davon sind nicht nur historisch aufgeladen, sondern vor allem heuer auch sportlich heiß wie Frittenfett.

NFL-Preview gibt es hier.

Road to Glendale

Vier Spiele stehen im Fokus des Rennens um den nationalen Meistertitel:

Fr. 20h30 #11 Alabama – #2 Auburn (live ESPN America)
Fr./Sa. 01h #1 Oregon – #21 Arizona (live ESPN America)
Fr./Sa. 04h #19 Nevada – #4 Boise State (live ESPN America)
Sa. 22h New Mexico – #3 TCU

Oregon, Auburn, TCU und Boise State sind noch unbesiegt. Drei erwarten knifflige Aufgaben. #1 Oregon bekommt mit Arizona keinen angenehmen Gegner präsentiert und muss eine Woche später noch nach Corvallis zu Oregon State. Sollten die Ducks aber beide Spiele gewinnen, werden sie ins BCS Finale einziehen. #2 Auburn wird gleich etwas genauer durchleuchtet. #3 TCU zeigte zuletzt Ansätze von Laxheit. New Mexico wird aber kein Problem darstellen. Viel mehr ist es ein Problem für TCU, dass #4 Boise State im Ranking ganz nahe herangerückt ist und mit #19 Nevada einen starken Gegner bekommt. Sollten die Broncos gegen den WAC-Konkurrenten Nevada überzeugend gewinnen, wovon man ausgehen kann, wird Boise State im Ranking wohl an TCU vorbeiziehen. Platz #3 im Ranking würde für die beiden Underdogs TCU und Boise State eine automatische Einladung in die Rose Bowl bedeuten. Auf das BCS Finale haben sie weiterhin nur Chancen, wenn Oregon und Auburn straucheln. Da nützt es nichts, dass Boise State durch die Bank Woche für Woche von allen gegnerischen Coaches in höchsten Tönen gelobt wird.

Trotzdem: Boise State in der Rose Bowl, das hätte was. Die kleine Uni wird von den Pac-10 Big Players wie USC oder Stanford nicht nur milde belächelt, sondern sogar mit Verachtung gestraft. Die Pac-10 ist Mitveranstalter der Rose Bowl.

Iron Bowl

Iron Bowl
©Flickr

Alabama liegt im Südosten der USA, im Herzen des Bible Belt. Eine Region, geprägt von Dixie und erzkonservativem Christentum und in Sachen Rassen-Gleichberechtigung, naja, nicht unbedingt der Vorreiter. Aber nicht nur der Protestantismus ist in diesen Breitengraden Religion, sondern auch der College Football. Mit der University of Alabama (Tuscaloosa) und der Auburn University gibt es zwei der national bekanntesten Football-Programme, zwei Unis, deren Stadien immer ausverkauft sind.

Die beiden Unis verbindet als innerstaatliche Rivalen eine innige Abneigung. Beide spielen in der Southeatern Conference (SEC) in der West-Division. Beide streiten sich um die Vorherrschaft im Goldspecht-Staat. 1893 spielten sie zum ersten Mal auf dem Footballfeld gegeneinander. Grün waren sie sich dabei nicht. 1907 stritten sie sich wegen der Referees und um 50 Cent Unterkunfts-Zuschuss für die Studenten der anderen Uni. Grund genug, sich für fassungslose 41 Jahre nicht mehr über den Weg zu trauen: Erst 1948 wurde die Serie zwischen den beiden Unis wieder aufgenommen, auf Intervention des Repräsentantenhauses des Staates!

Spielort: Birmingham, größte Stadt in Alabama und von Tuscaloosa rund eine Autostunde entfernt und mit dem Legion Field das größte Stadion des Staates besitzend. Gleich zur Wiederaufnahme prügelten die Crimson Tide die Tigers 55-0 nach Hause. Überhaupt war das lange Zeit eine Abfolge von Defensivschlachten zwischen beiden Mannschaften. Der Name „Iron Bowl“ rührt aber nicht daher. Birmingham lebte von Eisen- und Stahlindustrie.

Punt, Bama, Punt!

Das legendärste Spiel fand 1972 statt. Alabama unbesiegt, kurz vor dem Titelgewinn stehend, führte schon 16-0. Zehn Minuten vor Schluss buhten die Tigers-Fans ihren Coach nach Herzenslust aus, als der es wagte, ein Field Goal zum 3-16 zu kicken. Reaktion der Tigers: Alabamas Offense zu stoppen, den Punt zu blocken und zum Touchdown zurückzutragen. 10-16 und das Spiel wieder spannend. Alabamas Offense wieder zu stoppen – und wieder den Punt zu blocken und zum TD zurückzutragen. Dadurch wurde „Punt, Bama, Punt!“ zum beliebten Slang in Auburn. Auburn gewann 17-16, Crimson-Tide-Coach Bear Bryant machte Iron Bowl zur primären Angelegenheit. Und Alabama gewann gleich die nächsten neun Spiele, gerne mit möglichst vielen Punkten. Daher der Gegen-Schlachtruf „Score, Auburn, Score!“

Homecoming

Bryant Denny Stadium©Flickr

Die Iron Bowl wurde immer populärer und 1989 spielte Auburn sie erstmals im eigenen Jordan-Hare-Stadium. Zur Feier des Tages wurde #2 Alabama mal wieder geputzt und den Crimson Tide wieder der mögliche Titelgewinn versaut. Alabama spielte erst zehn Jahre später Iron Bowl im eigenen Bryant Denny Stadium (s. Bild, die gegenüberliegende Tribüne ist mittlerweile ebenfalls zugebaut) – und verlor zum Homecoming bei Sauwetter mit 0-9. Alabama hatte zuhause lange Zeit kein Glück: Im eigenen Stadion wurde erst 2006 erstmals gewonnen. Dann aber gleich richtig: 36-0. Im Vorjahr war Alabama #2, lag nach wechselhaftem Spielverlauf kurz vor Schluss 26-21 in Front. Zur Abwechslung vermasselten die Tigers den Crimston Tide mal nicht die Saison: Der Hail Mary Pass in der letzten Sekunde glückte nicht. Alabama zog ins Finale ein und wurde Meister. Heuer findet das Spiel in Tuscaloosa statt. Und zwar erstmals vor mehr als 100.000 Zuschauern, nachdem die Uni von Alabama die Arena zum wiederholten Male ausgebaut hat. Besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Tuscaloosa nur knapp 90.000 Einwohner hat. Vergleich: Auburn hat ca. 55.000 Bewohner – mit einem Stadion der Größenkategorie 87.000…

Cam we go?

Cam Newton

Am Freitag, 20h30 (ESPN America live) findet die 75. Iron Bowl statt. Auburn ist an #2 gerankt und braucht einen Sieg. Alabama hat schon zweimal verloren – möchte aber den Tigers den Finaleinzug vermiesen. Der eine Spieler steht im Fokus: Tigers-QB Cam Newton. Nicht nur absolviert er eine Saison, dass sämtlichen Experten die Spucke im Hals stecken bleibt: Er steht auch aktuell inmitten einer Affäre um illegale Zahlungen.

Die Auburn Tigers 2010 sind in erschreckendem Ausmaß von Cam Newton abhängig. Ohne Newton hätten sie keine Chance auf eine Top-20 Platzierung, wage ich zu behaupten. Die Crimson Tide besitzen unter Coach Nick Saban (ex-Dolphins) eine knackige Defense. Gepaart mit dem eigenen fanatischen Publikum? Könnte ein denkwürdiges Spielchen werden. Anschauen!

Zum Liveblog der Iron Bowl 2010 geht es hier.

Backyard Brawl und Sunshine Showdown: Hier entlang.