No. 2

The dude in the O.co Coliseum parking lot holding a Negra Modelo bottle in his right hand and a Schlitz malt liquor can in his left – and rocking baggy jeans and a white JaMarcus Russell jersey. He wasn’t the only one displaying his No. 2 with pride, by the way – but he was definitely my favorite. What kind of statement is that guy making? Is he being ironic? Is he simply trying to get as much wear as he can out of an expensive replica jersey? Or perhaps he’s saying to his fellow members of Raider Nation, “Yo, I’m still with JaMarcus. If we’d given the kid a chance, he’d have been a great one.” I don’t know the answer. But whatever it is, it’s awesome.

Quelle: Michael Silver/Sektion Two Things I can’t comprehend.

NFL Draft 2011 Countdown T-minus 9 – Draft? Watt is des?

Laut Sports Illustrated ist der Tag, an dem die erste Runde im NFL Draft abgehalten wird,  der siebtbeste Sporttag des Jahres. Und es stimmt: NFL Draft, das hat was. Der bzw. die Tage, an denen monatelanges Sezieren von Jungspunden endet und die 32 Mannschaften ihre Hoffnungsträger für die Zukunft auswählen.

Anders als hierzulande haben die jungen Sportler in Übersee nämlich keine freie Arbeitsplatzwahl. Der Draft ist ein System, bei dem die 32 Mannschaften in der NFL (bzw. 30 in MLB, NBA, NHL) in gestürzter Reihenfolge sieben Runden lang College-Talente auswählen können. In den CBA-Verhandlungen war auch der NFL-Draft eines der Themen. Nicht alle sind damit glücklich. Kartellrechtlich verstoßen die großen Ligen gegen das Gesetz, aber dank zig Kompromissen hält sich der Draft.

Er ist auch ein Garant dafür, dass in den amerikanischen Ligen sportlich erstaunliches Gleichgewicht im Vergleich z.B. zum europäischen Fußball herrscht. Mal ausgeklammert, dass man auch jahrelang Matt Millen an die Front schicken kann, haben jedes Jahr die schwächsten Teams das erste Draftrecht und der Superbowl-Champ das letzte in jeder Runde.

Dadurch und durch die (zumindest theoretische) finanzielle Gleichberechtigung haben die 32 Mannschaften zumindest halbwegs gleich gute Chancen, ein Spitzenteam zu werden.

Draft 2011

Do., 28. April – 1. Runde
Fr., 29. April – 2. und 3. Runde
Sa., 30. April –
4., 5., 6. und 7. Runde

Ein kleines Glossar zum NFL Draft

Allgemein

Draft class – der „Jahrgang“. Heuer sprechen wir von „Class of 2011“.

Rookie – jeder Spieler, ob gedraftet oder nicht, ist, sofern er es in einen NFL-Kader schafft, ein „Rookie“. Für ein Jahr lang.

Vor dem Draft

Big board – das Tableau von Teams, Gurus, Medien oder Fans, in denen die Wertigkeit eines jeden Spielers angegeben. Sozusagen die Priorisierung auf Basis von Spielstärke, Notwendigkeit aufgrund von Lücken im Kader und Potenzial des Anwärters.

1st/2nd/3rd/4th/5th/late round grade – Im Big Board kriegen die Spieler auch eine “Wertigkeit” der anderen Art: Ist ein Spieler einen Pick in Runde #2 wert oder warten wir lieber eine Runde, bis er uns in Runde #3 in den Schoß fällt?

Mock draft – sprießen in diesen Tagen und Wochen aus dem Boden wie Unkraut auf den immer grüner werdenden Wiesen. Auch NFL@Spox und Vier Viertel haben schon mock drafts veranstaltet. Es handelt sich hierbei um Prognosen, welche Spieler von welchen Teams gedraftet werden, unter Missachtung von Trades und selten mit einer größeren Präzision als 25% für die erste Runde.

Draft Day

Draft guru – die Experten der großen amerikanischen Zeitungen, Medien und TV-Stationen. Leute, die sich für Halbgötter halten und die man Jahre später immer wieder für ihre horrenden Fehlprognosen teeren und federn könnte. Die bekanntesten sind der eigenartig kultige Mel Kiper (ESPN) und der fachlich ungeheuer bewanderte, jedes Jahr etwas weniger lispelnde Mike Mayock (NFL Network), den ich für den besten von allen halte.

Radio City Music Hall – der Ort des Geschehens. In dieser Halle in New York City findet der NFL Draft statt. Meistens bevölkert von haufenweise Jets- und Giants-Fans, die alles andere niederbuhen und am meisten ihre eigenen Teams.

Draft Prospect – sowas wie ein „Anwärter“. Alle Spieler, die in den Draft gehen, sind sog. Prospects, also Kandidaten.

(Draft) Pick – Das Wahlrecht wird im Jargon „pick“ (analog zum sich etwas aus der Masse herauspicken) genannt.

On the clock – ist die Mannschaft, die den nächsten Pick hat, also als nächstes wählen kann.

#1 overall pick – der erste Spieler, der ausgewählt wird.

1st round draft pick – Ein Spieler, der in der ersten Runde ausgewählt wird.

On the board – ist die Mannschaft, die grad ihre paar Minuten Zeit zum Draften eines Spielers hat.

Off the board – ist ein Spieler, der schon gedraftet worden ist.

Draft day trade – ein integraler Bestandteil des Drafts. Ich gebe dir Pick 17 in Runde 1 im Gegenzug für Pick 13 in Runde 2 und Pick 3 in Runde 4. Oder so. Auch langjährige NFL-Profis sind Tauschwaren, aufgrund der CBA-Situation aber nicht in diesem Jahr.

No brainer – Einem Team mit einer klaffenden Lücke fällt zufällig ein hoch talentierter Spieler in den Schoß, der eigentlich schon hätte vor 15 Picks weggehen müssen. Das ist dann ein no brainer. Nicht zweimal drüber nachdenken, Spieler draften und Sekt ausm Kühlschrank holen.

Steal – ein Spieler, der nach Ansicht der Experten basierend auf seinem Potenzial zu spät gedraftet wurde. Anders gesagt: Ein Schnäppchen.

Reach – Das Gegenteil vom steal. Anders gesagt: Ted Ginn jr.

System quarterback – Quarterbacks, die eine starke College-Karriere hinter sich haben, deren Leistungen aber dadurch geschmälert werden, dass sie in simplen Systemen gespielt haben und in anderen, NFL-artigen Systemen nicht funktionieren können.

Red flag – Spieler mit fragwürdigem Charakter oder Verletzungshistorie in Gelbeseiten-Format. Im milden Fall Koksnasen, Schläger, Diebe, Waffenfans, geldgeile Säcke und im schlimmsten Fall Spieler, die mehr als 1kg Übergewicht mit sich rumschleppen.

Safe pick/safe choice – Spieler, die als sehr reif für die NFL gelten und daher als entsprechend „risikolos“ angesehen werden. Oft verbunden mit der Floskel you can’t go wrong with this guy. Spieler wie einst Matt Leinart 😉

Risk pick/Potential bust – Spieler, denen man bei allem großen Potenzial nachsagt, sie würden in der NFL floppen.

The next Ryan Leaf – die Steigerungsform von „potential bust“. Ein Spieler, meist Quarterback, der ganz hoch einberufen werden soll, der aber als besonders riskanter Pick gilt.

The next Jamarcus Russell – Steigerungsform von „the next Ryan Leaf“.

Mr. Irrelevant – der Spieler, der in der allerletzten Runde als allerletztes ausgewählt wird.

Nach dem Draft

Undrafted free agent – die Spieler, die nicht unter den ca. 250-260 gedrafteten sind, können als Free Agents (sofern irgendwann das CBA autographiert wird) zu jedem Team stoßen. Also alles, was nach Mr. Irrelvant kommt.

Draft grade – die Noten, die nach dem Draft für jeden Pick und jedes Team vergeben werden. Noten, die man spätestens zwei Saisons später getrost die Etsch runterspülen kann. Nicht zu verwechseln mit den 1st/2nd/3rd/late round grades von oben.

Rookie symposium – Fete für alle Rookies ein paar Tage nach dem Draft, wo die Jungs auf die Gefahren in der NFL hingewiesen werden sollen. Klappte besonders gut bei: Pacman Jones oder Aqib Talib, der sogar beim Symposium mit einem zukünftigen Teamkollegen schlägerte.

Die Quarterbacks an der #1

Untertitel: Carolina Panthers in der Sezierstunde – Die Einleitung

Ich habe mich als unfähig erwiesen, die Sezierstunde zu den Panthers kurz und knackig zu halten. Also ein gepflegter Dreiteiler für die Mannschaft, die den Top-Draftpick innehat. Heute: Eine kleine Geschichtsstunde, die als Einleitung empfunden werden darf.

Quarterback gilt als die „wichtigste“ Position im Footballsport. Vor allem im Profi-Footballsport. Quarterbacks sind die wichtigsten Entscheidungsträger, die verlängerten Arme der Coaches und die höchstbezahlten Spieler. Die letzten Jahre haben in der NFL – auch durch Regeländerungen bedingt – gezeigt, dass es fast unmöglich wird, ohne Top-Quarterback einen Angriff auf den Titel zu starten.

Von daher suchen Teams im Draft häufig an der #1-Position einen Quarterback aus. Es gab schon früher manchmal QBs an der #1 (Elway, Testaverde, Aikman, George, Bledsoe), aber der richtige Hype setzte 1998 ein – mit Peyton Manning. Seit 1998 wurden 13 Drafts abgehalten – 10x wurde ein QB an der #1 ausgewählt. Ein Überblick, gepaart mit dem Zustand der Offensive Line im Draftjahr.

Überblick

Peyton Manning Colts

Peyton Manning - ©Flickr

1998 Peyton Manning/Colts: Via learning by doing wurde Manning schnell ins kalte Wasser geworfen – und er lernte schnell. Hatte lange Zeit den Ruf, nur Top-Statistiken zu produzieren und enge Spiele zu verlieren. Dann aber Superbowl-Champ 2006/07. Gilt als einer der besten Quarterbacks aller Zeiten.
Offensive Line: LT Tarik Glenn/1st round, 1997. Der Rest galt als solide.

1999 Tim Couch/Browns: War der allererste NFL-Draftpick der „neuen“ Browns. Also in einem System ohne brauchbare Offensive Line. Jedes Jahr wechselnde Coordinators und Offense-Systeme. Ich habe Couch in seiner Spätzeit in Cleveland gesehen. „Völlig verunsichert“ ist keine Übertreibung.
Offensive Line: Sträflich vernachlässigt.

2001 Michael Vick/Falcons: Sportlich kein Superstar, weil der Trainerstab eiskalt an seinen Vorzügen vorbeicoachte. Aber ein kleiner Revoluzzer auf der QB-Position und Werbe-Superstar. Bis zu seiner Einknastung einer der meist gehypten Spieler.
Offensive Line:  Mittelmäßig.

2002 David Carr/Texans: War der allererste NFL-Draftpick der Texans. Jahrelang hinter einer nicht existenten Offensive Line abgeschossen (u.a. 76 Sacks als Rookie). Wer will ihm verdenken, dass er bei solcher Personalpolitik floppte?
Offensive Line: Über Jahre schlicht ignoriert.

2003 Carson Palmer/Bengals: Ideal von Coach Marvin Lewis aufgebaut – ein Jahr auf der Bank gesessen, ein Jahr gelernt und im dritten Jahr zum Superstar aufgestiegen – nur, um im ersten Playoffspiel eine katastrophale Verletzung zu erleiden. Seitdem immer wieder verletzt und nicht mehr so gut. Dank Verletzungen entschuldigt.
Offensive Line: LT Levi Jones/1st round, 2002.

2004 Eli Manning/Giants*: Nur der drittbeste QB, aber dank eines einmaligen Playoff-Runs 2007/08 Superbowl-Champ. Ansonsten höchstens Durchschnitt. *Eigentlich haben die Chargers Manning gedraftet, aber einzig mit dem Ziel, Manning zu traden. Daher Manning/Giants.
Offensive Line: Geht so. RT David Diehl/4th round, 2003 Diehl war schon als Rookie überraschend Starter geworden. Der Rest war akzeptabel.

2005 Alex Smith/49ers: Unter neuem Regime an #1 gepickt. Im ersten Jahr verheerend und danach unter ständige wechselnden Offensivsystemen leidend. Ähnlich gelagerter Fall wie Couch – sagenhafe schlechte Personalpolitik hat zumindest eine solide Karriere verhindert.
Offensive Line: Schweizer käselnd.

JaMarcus Russell

JaMarcus Russell - ©Wikipedia

2007 Jamarcus Russell/Raiders: Erwies sich als beratungs- und lernresistent und gilt als einer der größten Flops ever. Aber ein Zuschauermagnet: Die Raiders-Fans liebten es, Russell auszubuhen. Und sie machten es aus vollem Herzen.
Offensive Line: Eher schwach. Der teure Tackle Robert Gallery galt bereits als Flop, die restliche Line als durchwachsen.

2009 Matt Stafford/Lions: Gedraftet in einer Mannschaft ohne Offensive Line. Resultat: Bisher 19 von 32 Spiele verletzungsbedingt ausgefallen. Hat eine kaputte Schulter und könnte nach jeder weiteren OP endgültig erledigt sein.
Offensive Line: Sehr schwach, weil über Jahre konsequent übergangen.

2010 Sam Bradford/Rams: Bradford war 2010 Rookie des Jahres, als erst vierter QB aller Zeiten. Noch zu früh, um Bradford zu bewerten.
Offensive Line: RT Jason Smith/1st round, 2009 entwickelte sich zwar nicht so wie gewohnt, daher holten die Rams 2010 in Runde 2 Rodger Saffold, der sofort zum Left Tackle wurde.

Tendenz bezüglich Offensive Line erkennbar?

Morgen: Was ich wohl von der Idee eines QB-Picks für die Carolina Panthers halte?