NFL-Teams und Passrouten nach einem Saisonviertel in der NFL 2019/20

Interessanter Artikel bei PFF.com über die Pass-Designs einiger Mannschaften, namentlich der Detroit Lions, Green Bay Packers, Tampa Bay Buccaneers und Kansas City Chiefs nach dem ersten Saisonviertel. Weiterlesen

Date am Donnerstag – Woche 2: Carolina Panthers vs. Tampa Bay Buccaneers Preview

Auftakt zur NFL-Woche 2 mit dem heutigen Thursday Night Game zwischen den Carolina Panthers und den Tampa Bay Buccaneers (ab 02h30) – das „Gerald McCoy Revenge Game“. Beide Teams haben ihr erstes Spiel verloren und stehen schon leicht unter Druck. Weiterlesen

Tampa Bay Buccaneers in der Sezierstunde

Absturz auf 5-11 für die Tampa Bay Buccaneers in der letzten Saison – und doch ist dieses Team eines der Dark Horses für die anstehende Saison. Die Gründe liegen auf der Hand, auch wenn das Kader-Management von GM Jason Licht zu den diskutableren in der NFL gehört.

Lass uns zuerst diesen lästigen Punkt abräumen, ehe wir zum dark horse Hype-Train übergehen.

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Quarterback im Fokus: Jameis Winston

(Wir haben den 1. April – doch der folgende Eintrag ist ausdrücklich nicht als Aprilscherz zu verstehen)

An BuccaneersQB Jameis Winston scheiden sich die Geister: Film-Gurus verfluchen ihn als unzuverlässigen Boom-or-Bust QB mit Hang zum Idiotenwurf, doch sein statistisches Profil ist das eines Spielers ganz nah am Durchbruch. Weiterlesen

Power Ranking Beitragsbild

NFL Power Ranking 2015, Week 7

Siege sind nicht alles. Diese Woche sehen wir allein in den Top-5 einige Umstürze: Die spielfreien Cincinnati Bengals und Green Bay Packers klettern jeweils einen Platz nach oben. Die siegreichen Arizona Cardinals und New England Patriots fallen jeweils um einen Platz, während die New York Jets trotz Niederlage um einen Platz nach oben kraxeln. Die tatsächlichen Veränderungen in der Sieg-Wahrscheinlichkeit sind minimal und vor allem über kleine Änderungen im Strength of Schedule begründet. Weiterlesen

Tampa Bay Buccaneers in der Sezierstunde

Absturz der Tampa Bay Buccaneers auf den Bodensatz der NFL im ersten Jahr unter dem „Retter“, dem neuen Head Coach Lovie Smith: 2-14 Saison samt Top-Draftpick. Das hatte man nicht erwartet von der Mannschaft, die noch vor zwei Jahren als so reich an individuellen Talenten galt und deren größtes Problem mit dem Weggang des verhassten Cheftrainers Schiano vor eineinhalb Jahren aus dem Weg geräumt schien. Weiterlesen

Nach dem Hyperventilieren: Draft 2015, Runde 1 in der objektiven Nachbetrachtung

Der Draft, der Potenzial für das totale Chaos hatte, lief letztendlich komplett konventionell, fast langweilig, ab. Nur zwei Trades am Draft-Tag, und keiner von ihnen betraf die Philadelphia Eagles mit ihrem Chaos-Coach Chip Kelly. Nicht, dass es Kelly nicht probiert hätte: Die Gerüchte hielten sich bis wenige Minuten vor dem Draft, aber letztendlich hatten sowohl die Cleveland Browns (die angeblich in einem Akt von Hirnriss einen 1st-Rounder für Eagles-QB Bradford zahlen wollten) als auch Kelly zu wenig Munition für einen epischen Trade.

Wird Marcus Mariota damit für die Eagles ein Wunschtraum bleiben? Höchstwahrscheinlich ja, auch wenn noch tagelang über einen anstehenden Trade des Spielers geschrieben werden wird. Anyway. Weiterlesen

Draft-Vorspeise aus der Gerüchteküche

Die Gerüchteküche brodelt wie jedes Jahr in den Tagen vor dem NFL Draft. Wenn die Gerüchte stimmen, werden die Tampa Bay Buccaneers an #1 einen der beiden Top-Franchise QBs im Draft ziehen: Jameis Winston oder Marcus Mariota. Die landläufige Meinung scheint zu sein, dass es auf Winston hinausläuft – eine krude Wahl.

Winston gilt als beste QB-Option im Draft, aber längst nicht als unfehlbares Talent à la Andrew Luck vor ein paar Jahren. In Tampa ist mit Lovie Smith ein Headcoach am Werk, dessen Vergangenheit mit jungen Quarterbacks an Erfolgsquote von wenigen Coaches unterboten wird. Und Tampa ist keine zwei Autostunden von Tallahassee entfernt – der Heimat der Florida State University, wo Winston allem Anschein nach den einen oder anderen Unsinn als Student getrieben hat.

Andererseits: Die Buccs werden Winston durchleuchtet haben dass er bereits ausgeblasst sein müsste, und sollten sie ihm hinreichend vertrauen, wird es auch ihn hinauslaufen. Die Reports, dass man allen Tendenzen zum Trotz doch Mariota ziehen könnte, halten sich trotzdem hartnäckig, weswegen eine Überraschung nicht ganz auszuschließen ist. Weiterlesen

NFL Draft 2015 – Die Offense im Schnelldurchlauf

Draft-Berichterstattung 2015 auf Sideline Reporter aus gegebenem Anlass in etwas geraffter Form, sozusagen back to the roots – Hauptziel ist es diesmal, sich einen kurzen Überblick zu verschaffen wie der Jahrgang gestrickt ist. Für eine detaillierte Aufarbeitung der einzelnen Prospects verweise ich auf den deutschsprachigen Podcast Der Draft.

Der Draft 2015 wird vom 30. April (bzw. Nacht auf 1.5., 2h) bis zum Samstag, 2. Mai über die Bühne gehen, diesmal nicht mehr aus New York, sondern aus Chicago. Live drauf sein werden wie immer das NFL Network, u.a. mit einem Gratis-Stream auf der Homepage plus der sehr guten Coverage mit Mike Mayock im Gamepass. Der Draft.de wird wie schon letztes Jahr einen Youtube-Kanal schalten, der hier noch verlinkt werden wird (wird bei Roman John zu finden sein). Bei SPORT1 US scheint diesmal kein Draft in den Übertragungen auf. Weiterlesen

Nachwehen der Combine 2015 – Quarterbacks

Die beiden Top-QBs können die Combine 2015 mit einem guten Gefühl verlassen, glauben wir den Augenzeugen. Jameis Winston soll seinen Favoritenstatus auf den #1 Pick zementiert haben, Marcus Mariota soll genügend Beweismaterial geliefert haben um als möglicher Top-10 Pick gesehen zu werden. Weiterlesen

Florida State University, Jameis Winston und der Weg in die Sackgasse

Morgen haben die Florida State Seminoles ihren letzten Test gegen ein „großes“ Team im College-Football, wenn es gegen die Notre Dame Fighting Irish geht, eine der großen, wenn auch selten gespielten Rivalitäten in diesem Sport. Es ist das unumstrittene Topspiel des Wochenendes, aber die Schlagzeilen schreibt es nicht, denn diese gehören in diesen Tagen und Wochen dem Heisman-Trophy Gewinner des letzten Jahres, dem Seminoles-Quarterback Jameis Winston. Diesem steht eine Anhörung seitens einer Disziplinarkommission der Universität wegen Verstoß gegen die ethischen Richtlinien bevor. Weiterlesen

Samstagsvorschauer für College-Football, Woche 6

Es ist ein spektakulärer sechster Spieltag im College-Football, mit etlichen reizvollen Ansetzungen. SPORT1 US wird nur einen Teil davon bringen (die besten darunter nicht), aber lass uns einmal die ganze Riege durchgehen. Weiterlesen

BCS National Championship 2014 Preview: #1 Florida State Seminoles – #2 Auburn Tigers

Heute Nacht, ab 02h30 (live bei SPORT1 US und im ESPN-Player), findet in der altehrwürdigen Rose Bowl Schüssel in Pasadena (Kalifornien) das letzte BCS National Championship Game ever statt (ab nächstem Jahr: Playoffs, Baby!). Die Ansetzung hat einen gewissen Charme: #1 Florida State Seminoles (13,0 ACC-Champ) vs #2 Auburn Tigers (12-1, SEC-Champ). Sie hat Charme, weil sie relativ unerwartet kommt und sich relativ „neu“ anfühlt.

Es ist für einmal nicht das Duell SEC gegen Pac-12, oder Big 12, oder SEC gegen SEC oder SEC gegen Notre Dame. Die Auburn Tigers kommen zwar aus der alles dominierenden Conference der letzten Jahre, der SEC, und standen zuletzt vor erst drei Jahren im Endspiel (und gewannen), aber das nahm man damals wie heute als eine Art „New York Giants Freak-Lauf“ wahr. Auburns Final-Run diesmal kommt ebenso überraschend.

Dazwischen lagen zwei horrende Jahre für diese Uni, inklusive des Total-Absturzes 2012. In der Folge wurde bei Auburn reiner Tisch gemacht, der Meistercoach von 2010 Gene Chizik entlassen, und mit Gus Malzahn der OffCoord des damaligen Meisterteams als Head Coach zurückgeholt und installiert. Malzahn steht für spread-run option Offense im Angriff, und mit solchem walzte sich seine Mannschaft erst unauffällig, dann als dark horse, dann als „Team of Destiny“ durch die Saison. Im November verbündeten sich die Tigers dann mit Schutzengeln gegen Georgia, und als sei das nicht genug auch noch in der einmaligen, einzigartigen Iron Bowl 2013 gegen die damalige #1 Alabama:

Florida State ist ein anderes Kaliber. Die Seminoles waren in den 80er und 90er Jahren eine absolute Macht im College-Football, aufgebaut von der Trainerlegende Bobby Bowden, aber mit Bowdens zunehmender Vergreisung in den 2000ern versank auch FSU immer weiter im Mittelmaß. Seit 2007 wurde Bowden der dynamische, junge OffCoord Jimbo Fisher als Headcoach in spe zur Seite gestellt, aber Bowden weigerte sich jahrelang beharrlich, seinen Rücktritt einzureichen. So kam es vor vier Jahren zu einer relativ abrupten, offiziell mit „Rücktritt“ überschriebenen Hinauskomplimentierung des Bobby Bowden, und Fisher übernahm das Zepter in Tallahassee.

In Fishers ersten Amtsjahren standen die Noles jahrelang für das Eine: Große Erwartungen, große Enttäuschungen. Nicht, dass FSU eine schwache Mannschaft gestellt hätte, nein, es war vielmehr das Problem „die PS nicht ganz auf den Boden bekommen“: Ein oder zwei Spiele wurden stets verloren. Bis heuer.

Chris B. Brown hat bei Grantland.com einen schönen Artikel geschrieben darüber, wie Jimbo Fisher in den vier Jahren am Ruder die Florida State Seminoles wieder zu einer großen landesweiten Macht gebaut hat:

Darin schildert er die Denke des Jimbo Fisher, der einst als Schüler Nick Sabans dessen Ideen weitergesponnen hat: Recruiting ist wichtig. Hole dir die besten Athleten, und du wirst gewinnen. Fisher als Offensivgeist verfolgt dabei die eher unkonventionelle Methode, in erster Linie Abwehrspieler an die Uni zu holen, im Vertrauen darauf, dass er die Offense mit seinem Coaching hinbiegen wird. Mit wenigen Ausnahmen: Drei bis vier Super-Athleten braucht Fisher für seine Offense. Das ist die Alabama-Methode, und diese Alabama-Methode darf heute nicht gegen das echte Alabama das Endspiel bestreiten, sondern gegen dessen Erzfeind, Auburn.

Florida State Seminoles 2013/14

Alle zur Verfügung stehenden Metriken legen den Schluss nahe, dass wir es bei den Seminoles 2013 mit der vielleicht dominantesten Mannschaft der letzten Jahre zu tun haben, den mehrfachen Titelträger Alabama eingeschlossen. Der Schedule von Florida State ist als ACC-Uni zwar nicht der allerheftigste, aber FSU dominierte ihn deutlich: Der durchschnittliche der 13 Siege beträgt 42 Punkte. Zweiundvierzig. Und es wäre nicht so, dass man gegen eine Sunbelt Conference gespielt hätte.

Das Gesicht, der Superstar, ist der Freshman-QB #5 Jameis Winston, aktueller Gewinner der Heisman-Trophy trotz undurchsichtigen Vergewaltigungsanschuldigungen. Winston stieß letztes Frühjahr schwer gehypt zur Mannschaft, und alle glaubten, er könne dem Buzz nicht standhalten – eine eigentlich „logische“ Annahme. Aber dann passierte, was niemand erwartet hatte, und Winston übertrumpfte die Erwartungen. Er pulverisierte sämtliche Rekorde. Würde Winston in den Draft gehen, er wäre der #1-Pick. Er wirkt für einen 19jährigen Frischling sehr reif, mit seiner Granate von Wurfarm auch mächtig als Waffe für ein tiefes Spiel.

FSUs Offense ist aber nicht bloß Winston. Das RB-Trio Wilder/Freeman/Williams (zusammen 36.5 Rushes/Spiel für 5.7yds/Carry) und der WR/TE-Corp um die künftigen NFL-Picks Benjamin/Shaw/Green/O’Leary (Benjamin/Shaw jeweils mit „nur“ um die 50 Catches für um die 950yds) bürgen für große Tiefe im Kader und dürften gegen die Auburn-Defense durchaus den einen oder anderen Touchdown auf das Tablett bringen.

Die Noles-Defense verlor in den letzten Jahren etliche 1st und 2nd-Round Draftpicks in die NFL (DE Björn Werner, DE Carradine, CB Rhodes…), und gehört diesmal dennoch wieder zu den besten im Lande. Der herausragende Spieler ist DB #20 Lamarcus Joyner, der für manche NFL-Scouts zu klein gewachsen ist um es in der NFL zu schaffen, aber wer Joyner am College spielen sieht, dem dürften die Augen aufgehen.

Das schwierige an der FSU-Defense: Die Schwachstelle ist nicht eindeutig ausfindig zu machen. Nach Advanced-Metrics wie FEI oder S&P von Football Outsiders ist man die #3 in Standard-Downs (z.B. 1st-und-10), die #6 in Pass-Downs (also 2nd/8 oder 3rd/5 oder 4th/5 und schlimmer), und die #5 in Laufspiel-Downs.

Auburn Tigers 2013/14

Eines hat Florida State dieses Jahr aber noch nicht gesehen: Ein Laufspiel wie jenes von Auburn. Die Tigers haben keine Scheu, ihr von Gus Malzahn kreiertes und weiterentwickeltes spread option Offense-System eiskalt durchzuziehen. Sie laufen im Schnitt 52x pro Partie und erzielen pro Lauf 6.5yds. Geworfen wird bei Auburn nur 20x/Spiel. Auch hier liefert Chris B. Brown bei Grantland die hervorragende inhaltliche Tiefe hinter dem Design der Tigers-Defense:

The backbone of Auburn’s current rushing attack has been an amped-up version of the zone-read, which gives Marshall as many as four options: (1) throw a receiver screen, (2) hand it to Mason, (3) keep the ball, or (4) keep the ball and then toss it to a receiver who can sit in an open area of the defense if the man covering him comes up for the run — a form of the quadruple-option.

Quelle: The Making of a Modern-Day Guru (Chris Brown).

Malzahn gilt als einer der markantesten Offensiv-Köpfe Amerikas, schon lange vor seiner Zeit bei Auburn. Man kann sich das wirklich mal gut durchlesen, wenn man weitergehend am American Football interessiert ist. Malzahn ist im Gegensatz zu Jimbo Fisher (Fokus auf Recruiting und perfekte Umsetzung) mehr der Bastler, der sich über sein Offense-Scheme definiert.

Der Motor der Offense ist RB #21 Tre Mason (283 Rushes, 1621yds, 22 TD), ein wendiger, quicker Back, den man allzu lange unterschätzte. Aber der Star ist trotzdem ein anderer: QB #14 Nick Marshall, letztes Jahr noch ein Defensive Back im Kader, der nur aufgrund der akuten QB-Not umgeschult wurde, und heuer als gemachter Mann dasteht: Marshall erlief über 1000yds, und machte 1700 Pass-Yards, und vor allem: Vermeidet die großen Böcke.

Durch die Bank ist Auburn eine eindimensionale Offense: Man ist nach selbiger S&P-Metrik die #3 in Rushing-Downs, aber wenn es mal eng wird und man zum Werfen gezwungen wird, ist man „nur“ die #21 nach Effizienz. Okay, Auburn läuft im Zweifelsfall auch im 3rd-und-10, aber wie erfolgreich das gegen eine der besten Defenses der Saison ist, steht auf einem anderen Blatt.

Auburns Abwehr ist der andere Knackpunkt: Wie gut ist diese Defense wirklich? Sie wurde zuletzt von einem ersatzgeschwächten Georgia und von Mizzou platt gemacht, und auch Alabama klopfte in besagter Iron Bowl immer und immer wieder in der RedZone an. Allein, Auburn konnte mit mehreren Stands antworten.

Wie klar ist Florida State favorisiert?

SRS sagt: „Mit 12.5 Punkten“. Das wäre eine heftigst klare Favoritenstellung pro Seminoles. Die Wettbüros eröffneten ihre Lines bei runden 8.5 Punkten. Wie man es dreht und wendet, alle sehen Florida State vorn. Diese Mannschaft sieht zu dominant, zu komplett aus, als dass man sie gegen ein Auburn verlieren sieht, ein Auburn, das dieses Jahr gleich mehrmals das Schicksal anrufen musste, um überhaupt hierhin zu kommen.

So oder so kann man ein unterhaltsames Spielchen erhoffen: Florida State scheut sich nicht, auch spektakuläre Plays auszupacken, und schon allein dieser unbeschwert aufspielende QB Winston ist immer einen Blick wert. Im Gegensatz ist Auburns Offense-System qua Design ein Hingucker.

Florida State als klarer Favorit, aber Spaziergang dürfte es keiner werden.