Date am Donnerstag – Woche 14

75% der Regular Season sind gespielt. 64 Spiele stehen noch aus – und das erste Spiel dieses letzten Saisonviertels steht schon heute Nacht an: Chicago Bears (6-6) vs. Dallas Cowboys (6-6). Weiterlesen

Die Rundschau nach dem NFL-Spitzenspieltag

Der 14te NFL-Spieltag war schon letzte Saison einer mit weitreichenden Folgen. Auch dieses Jahr hatte er einiges zu bieten. Oder anders: Wir sind endgültig im Dezember angelangt!

Die Nachbesprechung dazu ist schon online: Gestern war ich mal wieder bei den Sofa-QBs von Sportradio 360 zu Gast und durfte mit Nicolas Martin, Franz Büchner und Christian Schimmel über die Auswirkungen dieses Spieltags diskutieren – nachzuhören unter diesem Link:

Vertextet meine Rückschau nachfolgend. Weiterlesen

NFL Vorschau 2014 – Dallas Cowboys

NFL preview fun edition! Die Dallas Cowboys – eine Mannschaft wie ein Vergnügungspark: das spaßige Kettenkarussel steht direkt neben der Geisterbahn – und beides steht im Schatten der großen Achterbahn. Zum dritten Mal in Folge beendeten die Cowboys die regular season mit einer Bilanz von 8-8 und verpaßten die Playoffs. Die Mannschaft war geprägt vom krassen Auseinanderklaffen der beiden Mannschaftsteile: Angriff – bockstark; Verteidigung – Bockmist. Alles deutet darauf hin, daß es 2014 noch extremer wird. Alles weitere nach dem Klick. Weiterlesen

Glaskugel 2012: Dallas Cowboys

America´s Team ist in der öffentlichen Wertschätzung so weit abgerutscht, daß es sogar in der eigenen Division nur noch als Mitläufer gilt. Die Giants haben die Trophäen, die Eagles die größte Klappe und die Redskins haben RGIII. Niemand gibt mehr viel auf das Reich von Jerry Jones und mit zwei Jahren in Folge ohne Playoffteilnahme wird auch Mr. Jones himself so langsam unruhig. Dabei sind die `Boys eigentlich ganz gut aufgestellt. Den Übergang von der Wade-Philipps-Ära zum Jason-Garrett-Regime hat man ohne großen Neuanfang, sondern ganz smooth hinbekommen. Unglücklich war nur die verlorenen Zeit durch den Lockout. Nun sollte mittlerweile Kontinuität eingekehrt sein und auch die individuellen Schwachstellen wurde in dieser Offseason angegangen. Besonders in der Defense.

Cowboys Defense

Rob Ryan ist einer der besseren Defensive Coordinators der Liga. Auf jeden Fall einer der kreativsten und mutigsten. Bei den Lehrvätern Buddy Ryan und Bill Belichick ist das auch nicht weiter verwunderlich. Es ist aber auch eine kompliziertesten, sie benötigt intelligente Spieler und Zeit, um sie zu verinnerlichen. Vor allem letzteres war in der vergangenen Saison, Ryans erster in Dallas, lockoutbedingt sehr knapp. In dieser Offseason wurde auch personell nachgebessert.

Vor allem die Secondary wurde auf links gedreht, weil da nicht viel zusammen gegangen ist. Gegangen wurden daher der nicht ins System passende (und zu teure) CB Terence Newman und der als Safety überforderte Abe Elam, beides Stammkräfte 2011. Der durchaus vorzeigbare slotman Orlando Scandrick und Safety Geral Sensabaugh sind die beiden einzigen, die ihre Positionen behalten werden.

CB Mike Jenkins, der mal ganz hervorragendes Talent gezeigt und dann wieder heillos überfordert wirkte, rückt im depth chart erstmal hinter die große FA-Verpflichtung Brandon Carr und seinen $50Millionen-Vertrag und wahrscheinlich auch hinter Rookie Morris Claiborne, für den die `Boys aggressiv nach oben getradet haben um ihn an sechster Position sicher zu bekommen. Cornerbacks, egal wie talentiert, reißen aber für gewöhnlich nicht besonders viel im ersten Jahr. Daher wäre die Idealsituation für Ryan, daß Jenkins, angestachelt durch die neue Konkurrenz, endlich mal wieder an seinem oberen Leistungslimit spielt.

Neben Sensabaugh, der gefühlt überall spielt, hat sich anscheinend mit einem ganz starken Camp der junge Barry Church durchgesetzt. Insgesamt ist das Defensive Backfield viel besser aufgestellt als letztes Jahr.

Davor spielt mit Sean Lee einer der besten Linebackers gegen den Paß. Der 2nd-rd pick des Jahres 2010 hat nicht besonders schnell gelernt, aber stetig und in der zweiten Hälfte der letzten Saison konnte er den Hype um ihn in der Regel auch mit entsprechender Leistung auf dem Platz rechtfertigen. Neben Lee als ILB haben die Opas Keith Brooking und Bradie James gespielt, für die das neue aggressive System von Ryan zu viel Aufregung auf ihre alten Tage war. Ihre Plätze übernehmen der letztjährige 2nd-rd pick Bruce Carter und Neuzugang Dan Connor. Connor spielt stark gegen den Lauf, aber mit seinem 80er-Jahre-Stil (er heißt nicht zufällig Dan Connor) würde ich ihn keine nickel snaps spielen lassen. Carter hat letztes Jahr nur Special Teams gespielt (glaub ich) ist somit für mich ein absolut unbeschriebenes Blatt.

Die größte Hilfe für die Paß-D spielt aber an den Außen der LOS. DeMarcus Ware und Anthony Spencer sind eines der besten OLB-Duos der letzten Jahre. Ware ist eine angsteinflößende Naturgewalt. Er ist sowas wie ein Jason Pierre-Paul in stark. Er hat in den letzten vier Jahren 66 Sacks gemacht, nur Reggie White hatte mal mehr über einen vier-Jahres-Zeitraum. Er ist der einzige Spieler nach Mark Gastineau, der in zwei Spielzeiten jeweils mehr als 19 Sacks gesammelt hat. Spencer daneben wird gerne mal schlechtgeredet, aber wenn ich ihn sehe, ist er immer recht überzeugend. Nicht überzeugend genug für die Cowboys, die ihn dieses Jahr unter dem Franchise Tag spielen lassen, um sich nochmal zu vergewissern, ob man ihm einen neuen Vertrag geben sollte.

Für denn Fall, daß nicht, wurde in dieser Draft Kyle Wilber in der vierten Runde gedraftet, der Victor Butler mal ein wenig Feuer unterm Hintern machen soll. Butler, 4th-rd pick 2009, hat sich nicht so entwickelt, wie man sich das in Jerry´s World vorgestellt hat. Mindestens einer drei – Spencer, Butler, Wilber – wird nächstes Jahr nicht mehr in Dallas sein. Für Trainer eigentlich immer eine angenehme Situation, Spieler unter solchem Druck zu haben.

Ganz vorne, in der Drei-Mann-Linie der Ryan´schen 34, braucht es auch mehr Konkurrenzkampf. Nose Tackle Jay Ratliff spielt zwar immer noch sehr gut, aber er hat keinen Backup und muß daher unglaublich viele Snaps für einen NT spielen. Weil daneben mit Marcus Spears (immerhin gut), Sean Lissemore (immerhin talentiert) und Kenyon Coleman (immerhin erfahren) kein herausragender Typ dabei ist, wurde in der dritten Runde Boise States Tyrone Crawford gedraftet.

Cowboys Offense

In der defensiven Front Seven hat Dallas also einen gesunden Konkurrenzkampf auf vielen Positionen geschaffen. Auf der anderen Seite hofft Head Coach und Offensive Coordinator Jason Garrett überhaupt fünf Typen zu finden, die man guten Gewissen aufs Feld lassen kann. Das hat viel mit Verletzungen während der Offseason zu tun, aber auch mit mangelnder individueller Klasse und vor allem mangelnder Kadertiefe.

Am ruhigsten schlafen kann man noch mit den beiden Tackles. Der letztjährige 1st-rd pick Tyron Smith, der sich als Rookie ganz anständig gemacht hat, rückt von der rechten Seite auf die linke und soll zum Franchise Player reifen. Doug Free macht den umgekehrten Wechsel und war in der vergangenen Saison immerhin besserer Durchschnitt.

Schedule

Wk1 @ NYG (SNF)
Wk2 @ SEA
Wk3 v TB
Wk4 v CHI (MNF)
Wk5 BYE
Wk6 @ BAL
Wk7 @ CAR
Wk8 v NYG
Wk9 @ ATL (SNF)
Wk10 @ PHI
Wk11 v CLE
Wk12 v WAS
Wk13 @ PHI (SNF)
Wk14 @ CIN
Wk15 v PIT
Wk16 v NO
Wk17 @ WAS

Haarig wird es zwischen Smith und Free. Center Phil Costa hat letztes Jahr mehr Snaps in die Rabatten geschleudert, als ich je von einem Center gesehen habe. Allein in den Spielen, die ich gesehen habe, hat er mindestens fünf 3rd-&24s produziert. Aber es war seine erste Saison als Starter und auch bei anderen Centern kommt das zu Beginn der Karriere immer wieder mal vor. Davon ab war er eigentlich ganz annehmbar.

Daneben als Guards spielen, tja. Man weiß es nicht. Wir hätten da Bill Nagy, der bis zu seiner Verletzung letztes Jahr Starter war, den aber niemand vermissen würde. Außerdem die Neuzugänge Nate Livings und Mackenzy Bernadeau, die beide für einen schmalen Taler verpflichtet werden konnten – weil sie sonst niemand wollte. Und zwei Rookies mit David Arkin (vierte Runde) und Ronald Leary (undraftet). (vielleicht kann uns einer der Cowboys-Fans hier in der Runde berichten, wie die Situation in der OLine gerade aussieht.)

Dahinter laufen sollen Felix Jones und DeMarco Murray – beide nicht erstklassig. Murray wurde letztes Jahr fast als Sensation und Wiedergeburt von Emmitt Smith gefeiert, nur weil er ein paar mal durch speerangelweit offene Scheunentore gerannt ist. In den meisten Spielen hat er keine 4yds/carry erreicht und sah auch nicht besonders explosiv aus. Komisch, daß ausgerechnet viele Cowboys-Fans sich von Zahlen wie „253 Yards gegen St. Louis“ blenden lassen. Denn genau das ist doch vor ein paar Jahren auch mit dem jungen Jones passiert, bis dann augenfällig geworden ist, wie weit er doch den Top-RBs der Liga hinterherhinkt.

Aber schlecht sind die beiden ja nicht mit Lawrence Vickers haben sie jetzt einen starken FB vorgesetzt bekommen. Garrett, als alter Meisterschüler Norv Turners, spielt sehr gerne mit 21 personnell, also mit 2RBs, 1TE und 2WRs. Auch darum machten die Cowboys keine großen Anstalten, unbedingt WR Laurent Robinson zu halten und ließen ihn in die Sümpfe zu Blaine Gabbert ziehen.

Mit Miles Austin und Dez Bryant hat Garrett zwei idealtypische Receiver für sein System. Beiden können alle Routen laufen, beide können sehr gut tief gehen und beide können an guten Tagen jeden CB im 1-v-1 schlagen. Noch ist Austin die NR.1, vom Talent her müßte es längst Dez Bryant sein. Aber dieser Typ scheint dermaßen einen verbuddelt zu haben, daß sich Garrett und Jones nicht mehr anders zu helfen wußten, als ihm allerhand Babysitter und Bodyguards zur Seite zu stellen. Vom Talent her braucht sich Bryant vor niemandem zu verstecken, vom Kopf her scheint er in der Grundschule hängengeblieben zu sein. Aber das sollte man nicht überbewerten. Als WR muß man nicht Atomphysik studiert haben und auch andere Knalltüten – gerade unter den Wide Receivers – waren sehr erfolgreich. Wenn er den Knall jetzt gehört hat, könnten Austin/Bryant als Duo mit Nicks/Cruz in der NFC East mithalten.

Daneben hat Romo mit Kevin Oagletree und Rookie Danny Coale zwei JAGs als Ziele. Mehr braucht Tony Romo auch gar nicht. Romo wird völlig zu unrecht immer so niedergeschrieben. So richtig kann ich das nicht verstehen, aber es scheint wohl damit zusammenzuhängen, daß seine – wenigen – schlechten Würfe und Spiele meistens zur Prime Time kommen und von allen gesehen werden und andererseits QBs, die mit Sternchen verbandelt sind und ihren Urlaub einigermaßen öffentlich in mexikanischen Luxushotels verbringen von Haus aus einen schweren Stand haben in der „Harte-Männer-Welt“ NFL.

Wenn TE Jason Witten dann endlich mal wieder richtig fit wird, ist das auf jeden Fall eine Top-10 Offense, trotz der Schwächen in der Offensive Line.

Ausblick Cowboys

Im Grunde haben die Dallas Cowboys alles, was man braucht, um locker in die Playoffs einzuziehen: einen starke Offense um einen Top-QB und zwei sehr starke WRs; eine starke Defense mit Playmakern in allen Levels (Ware, Lee, Carr) und zwei Coordinators, die viel Erfahrung und eine Ausbildung bei ganz großen Lehrmeistern mitbringen und doch innovativ geblieben sind. Im Weg stehen könnten nur die eigenen Nerven und eine ganz harte Divisionskonkurrenz. Läuft alles glatt, könnte America´s Team eine der großen Überraschungen 2012 werden.

Dallas Cowboys in der Frischzellenkur

ÜBERBLICK

 

#9 OT Tyron Smith (USC)
#40 LB Bruce Carter (UNC)
#71 RB DeMarco Murray (Oklahoma)
#110 G David Arkin (SMS)
#143 CB Josh Thomas (Buffalo)
#176 WR Dwayne Harris (East Carolina)
#220 RB Chaun Chapas (Georgia)
#252 G Bill Nagy (Wisconsin)

Seit Jahren dieselbe Leier: Dallas mit Offensive-Line-Sorgen. Aber Dallas ohne hohen Offensive-Line-Pick. 2011 ein Rhythmuswechsel und die Cowboys mit einem etwas überraschenden Pick von OT Tyron Smith an #9. Smith gilt als super-athletisch, aber ungeschliffen, könnte aber dessen ungeachtet sofort (zu früh?) als Left Tackle eingesetzt werden.

Ansonsten bin ich etwas baff ob der Strategie, haufenweise Ergänzungsspieler für die Offense geholt zu haben, aber kaum Defensivmaterial. In Dallas spielen einige ganz große Namen in der Defense. Trotzdem ist die Unit so porös wie madendurchsetztes Unterdach-Gebälk. Die einzigen Defense-Picks sind LB Bruce Carter (2. Runde), der im Herbst nicht mal fit sein wird, und Cornerback Josh Thomas (5. Runde).

Dafür in der Offense zwei Running Backs! Wo die Cowboys-Offense eh schon zur Hälfte aus Running Backs besteht. RB Barber darf sich als abgesägt ansehen und RB Tashard Choice dank 7.-Rundenpick (RB Chapas) zumindest als unter Druck gesetzt. Der zweite neue RB Murray wird einer von einer Handvoll Running Backs sein.

Dazu ein Wide Receiver. Wo Dallas‘ zweite Hälfte des Kaders aus Wide Receivers besteht. Bryant, Williams, Austin und nun Harris. Mehr Gefallen finde ich am Pick von OG Dave Arkin, wenn ich mir das Alter in der „Innenseite“ der Offense Line anschaue.

Summa summarum

Ziemlich opak, was die vielen Skill Players sollen, aber man vertraut in Dallas offenbar auf das Coaching von DefCoord Rob Ryan, wenn es um das Verbessern der Defense geht.

Ein Philosophiewechsel ist auch insofern erkennbar, dass diesmal zum überwiegenden Teil Spieler gedraftet wurden, denen man nachsagt, charakterlich gefestigt zu sein. Charakter > Hype. Neue Zeiten in Dallas, wo man nach dem Hühnerhaufen unter Coach Wade Phillips nun tatsächlich umgedacht zu haben scheint.

Nachtrag: Derfootballchrisse von Dallas Cowboys Fans hat sich genauer auf die einzelnen Rookies hergemacht.

Dallas Cowboys in der Sezierstunde

Ein französisch-deutsches Online-Portal hat vor Wochen mal meine Texte für ihre Zwecke aggregieren wollen. Gegenleistung eher bescheiden. Diese Woche ist Sideline Reporter Punkt WordPress Punkt com selbst Aggregator von externen Texten, geschrieben von Fans und Experten. Es ist mir unmöglich, 32 NFL-Mannschaften qualitativ ordentlich zu covern und da ich das zu Beginn der Sezierstunden nicht mal wollte, habe ich mir Gastautoren für drei Traditionsclubs gesucht (zusätzlich zu den Dolphins vor ein paar Wochen).

Die Autoren kriegen von mir nicht mehr als ein ehrliches und aufrichtiges Dankeschön. Mehr habe ich auch nicht zu bieten (nicht mal den berüchtigten feuchten Händedruck). Also, heute die Dallas Cowboys vom Roman ak.a. maschemist von der Spox’schen NFL-Gruppe. Roman ist auch der, der dort mit gestrengem Blick derzeit die Hausaufgaben der NFL-Teams kontrolliert.

Ähh ja, und Roman ist Cowboys-Fan (an der Stelle sei noch an den coolen Blogeintrag „Der einsame Fan“ von vergangenem November verwiesen). Na, denn…

Am Ende stand die Enttäuschung

Cowboys Stadium innen

©Flickr

So heißt es immer wieder schön in den Schlagzeilen der Presse. Bei den Cowboys kam die Enttäuschung aber nicht erst am Ende sondern schon von Beginn an, mit ihrem Höhepunkt gegen Green Bay.

Eine fast schon unfassbare Aneinanderreihung individueller Fehler, schlechtem Play Calling und teilweise auch Pech und Verletzungen führten zu der Entlassung von Wade Phillips und der Beförderung von Jason Garret zum neuen HC.

Der (teilweise) Neuaufbau

Gerade die zweite Saisonhälfte unter Garrett hat gezeigt, dass nicht alles schlecht ist im Kader der Cowboys. Dez Bryant ist (zumindest auf dem Feld) ein Monster mit nichts als Talent, Doug Free hat Flo Adams weitestgehend vergessen gemacht und die gewohnten Pro Bowler (Austin, Witten, Ratliff, Ware) sind immer noch Pro Bowler. Um diese Spieler (und Romo) kann man mit gezielten Verstärkungen wieder eine schlagkräftige Truppe aufstellen. Aber gucken wir uns das genauer an:

Offense

Tony Romo ist vielleicht nicht der beste QB der Liga, aber er gehört sicher zu den Besseren. Sollte er wieder ausfallen, steht mit Jon Kitna ein passabler Backup bereit, der selbst im hohen Alter noch bei manchem Team Starter wäre. Die Anspielstationen können sich auch sehen lassen. Mit Miles Austin, Roy Williams, Dez Bryant, Jason Witten und Felix Jones hat man ein ordentliches Arsenal an Waffen beisammen.

Bei den RBs könnte man sich von Marion Barber trennen, da seine Leistung einfach nicht zu seinem Vertrag passt. Das würde mehr Snaps für Tashard Choice bedeuten, der sein Potential schon angedeutet hat.

Das mit dem Vertrag gilt auch für G Leonard Davis. Insgesamt ist die O-Line etwas alt geworden. Während G Kyle Kosier und C Andre Gurode noch weitestgehend solide spielten, entwickelte sich die rechte Seite mit Davis und T Marc Colombo zur Schwachstelle. Kosier könnte noch einen weiteren Vertrag erhalten. Sollte das nicht geschehen oder Davis entlassen werden, steht mit Montrae Holland ein Backup mit Starting Kaliber bereit. Wichtig wird die Vertragsverlängerung mit Free, bevor die Free Agency losgeht, sonst könnte ein anderes Team zuschlagen.

Defense

Die D-Line wird nächstes Jahr ziemlich anders aussehen. Marcus Spears, Jason Hatcher und Bruce Bowen (alle DEs) sind Free Agents und mindestens einer, wahrscheinlich Spears, wird nicht wiederkommen.

Bei den LBs ist man da schon etwas weiter. Alle Starter haben Verträge für nächstes Jahr und mit Sean Lee steht ein junger Backup bereit, eine größere Rolle einzunehmen. Auch der letztes Jahr so enttäuschende OLB Anthony Spencer wird wohl unter Neu-DC Rob Ryan eine neue Chance erhalten.

Das Defensive Backfield war aber die größte Schwachstelle der Cowboys-Defense. Alan Ball wird seinen Job als Starter wohl los sein, darf aber noch als Backup und Special Teamer bleiben. Als neuen FS wird man wohl bei den Free Agents zuschlagen (sobald die Free Agency losgeht). SS Gerald Sensabaugh ist auch Free Agent, wird aber wahrscheinlich ein Angebot zum Bleiben bekommen. Die CBs haben auch nicht wirklich gut gespielt, allerdings hat Terence Newman fast das ganze Jahr über verletzt gespielt und bei Mike Jenkins hofft man, dass er wieder zur Pro Bowl Form von 2009 findet.

Unter Rob Ryan soll die Defense wieder etwas unberechenbarer werden, als sie zuletzt unter Phillips war. Besonders das Erzeugen von Turnovers wird von Garrett gefordert. Schon unter der Führung von Paul Pasqualoni erzielte man 20 TOs in acht Spielen, nach nur 10 in den ersten acht.

Hoffen auf einen Impact Player

Mit dem 9. Pick im Draft müssen die Cowboys einen Impact Player, sprich Starter, finden. Das Problem: Spieler (Peterson, Miller, Dareus, Bowers, Fairley), die im Kader der Cowboys Starter wären, sind dann wohl schon alle weg. Anderen, die auch Starter wären (Watt, Castonzo), wären einen so hohen Pick nicht unbedingt wert. Daher sehe ich eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Cowboys runtertraden. Insbesondere wenn ein Team sich Julio Jones (z.B. Rams, Patriots) oder Prince Amukamara (Texans, Lions) sichern möchte, wäre Jerry Jones gesprächsbereit. Im Bereich zwischen 11 und 20 würde man immer noch einen Starting DE oder OT bekommen und hätte dazu weitere Picks, um später noch andere Schwachstellen anzugehen. Man sollte noch nach Interior Offensive Linemen, Defensive Backs und einem neuen Running Back gucken, sollte man Barber entlassen wollen.

Ausblick

Die Hoffnung ist da, dass die Cowboys nächstes Jahr wieder in die Playoffs einziehen können. Der positive Trend in der zweiten Saisonhälfte unter Garrett war ein Anfang. Jetzt muss aber personell noch nachgelegt werden, um die offensichtlichen Schwächen (FS, O-Line) auszumerzen und etwas mehr Depth zu haben.

Im Endeffekt kann es nur besser werden als letztes Jahr und ich halte es auch für sehr wahrscheinlich. HC Garrett lässt härter und mit mehr Aufmerksamkeit fürs Detail trainieren, um die leichten Fehler zu verhindern. Dazu wollen es die Spieler jetzt besonders allen zeigen, dass sie nicht so schlecht sind, wie es den Eindruck machte. Außerdem kann es nicht schaden, seinen Franchise QB wieder gesund zurückzubekommen.

Sollte man sich sinnvoll verstärken, halte ich es für durchaus möglich, wieder in die Playoffs einzuziehen. Dort angekommen wäre dann alles möglich. Das haben nicht zuletzt die Packers gezeigt…

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