NFL Woche 11 – Notizblock Chargers @ Broncos

Zur allseits großen Überraschung sind die Chargers (4-5) 2012 mal gut in eine Saison gestartet. Nach drei Siegen in den ersten vier Spielen sind sie aber steil abgestürzt. Vier der letzten fünf Spiele gingen in die Hose. Am Sonntag versuchten sie wieder auf eine ausgeglichene Bilanz zu kommen und im Playoffrennen zu bleiben. Auf der anderen Seite wollten die Broncos (6-3) endgültig klarmachen, wer der Chef in der AFC West ist. Angeführt wird Denver von Neu-Bronco Peyton Manning. Nachdem Manning nach langer Verletzungspause zu Beginn der Saison noch als Mr. Noodle ob seines vermeintlich schwachen Armes verspottet wurde, ist er derzeit einer Favoriten auf die MVP-Trophäe. Ob er das nach dem Besuch der Chargers immer noch ist, after the jump.

Man lehnt sich spätestens nach diesem Sonntag nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, daß Manning nicht mal der beste Spieler seiner eigenen Mannschaft ist. OLB/DE Von Miller hat mal wieder die Offensive Tackles der gegnerischen Offense zerstört. Mittlerweile ist er nicht nur auf Augenhöhe mit Houstons J.J. Watt um die Trophäe des Defensive Player of the Year, sonder auch ein ernsthafter Kandidat als MVP (was er natürlich niemals werden wird, da er kein QB ist und zu wenig Werbespots macht).

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Die Opfer seiner drei Sacks und zwei verursachten Fumbles waren RT Jeromey Clary und LT Michael Harris, die beide kaum einen Stich sahen. Harris kann man dabei gar keinen Vorwurf machen. Er wurde im Frühjahr nicht gedraftet und machte erst seinen zweiten Start. Die Personalie Harris, der für den mal wieder verletzten Jared Gaither spielte, steht eher für das grundsätzliche Problem der Chargers, daß ihnen auf vielen wichtigen Positionen die nötige Kadertiefe fehlt.

Vor allem aufgrund der schlechten Offensive Line war San Diegos Offense in der ersten Halbzeit heillos überfordert. Entweder hatte QB Philip Rivers sofort Millers oder Elvis Dumervils Hände im Gesicht, oder die Coverage von Denver war stark oder die RBs Jackie Battle und der immer noch angeschlagene Ryan Matthews sind einfach in einen großen Klumpen Verteidiger gerannt – 11 Rushing Yards bei acht Versuchen in Hälfte eins (insgesamt 29 Plays für 54 Yards). Die Chargers machten zwei First Downs in den ersten beiden Vierteln, davon war eines auch noch durch Penalty. Die Ergebniss der neun Drives vor dem Pausenpfiff:

  • Punt, 3&out, 3&out, 3&out, INT, 3&out, 3&out, blocked Punt, 3&out.

Besser sah dagegen die Defense aus. Die Chargers sind eines der wenigen NFL-Teams, die hauptsächlich man coverage spielen. Gegen Manning und seine Broncos haben sie viel geblitzt, was eigentlich eine schlechte Idee gegen einen QB wie Manning ist. Aber sie haben es fast immer geschafft, Mannings hot read zu eliminieren. Vor allem Safety Eric Weddle hat das immer blitzschnell und sehr smart gemacht, nachdem er vor dem Snap geschickt so getan hat, als hätte er mit dem hot read überhaupt nichts zu tun. So – man coverage, blitz, Weddle ist blitzschnell bei dem WR, der Mannings hot read ist – ist auch die Interception in Denvers zweitem Drive entstanden. Zusätzlich zu Weddle bei dem WR hat auch noch regelmäßig ein OLB oder Nickelback in der passing lane gestanden, die Manning sich ausgeguckt hatte. Sehr schöner Gameplan und gut ausgeführt. Denver machte bei insgesamt 16 Drives nur 21 First Downs.

Die Defense San Diegos war auch gar nicht das Problem (2 Interceptions plus ein Safety). Entschieden hat das Spiel Denvers D und Special Teams. Durch eine Interception, einen Fumble und einen geblockten Punt gaben sie ihrer Offense dreimal den Ball tief in San Diegos Hälfte, einmal gar an der 8-Yard-Linie. Daraus hat Denver 17 Punkte gemacht, beim einem Endstand von 30-23 mehr als der kleine Unterschied.

Mit dieser Defense kann Peyton Manning ganz ruhig schlafen und sich schonmal auf die Bye-Week im Januar freuen. San Diego dagegen sollte schonmal Chip Kelly anrufen.