New York Jets in der Frischzellenkur 2012

  • #16 (1) DE Quinton Coples North Carolina
  • #43 (2) WR Stephen Hill Georgia Tech
  • #77 (3) LB Demario Davis Arkansas State
  • #187 (6) S Josh Bush Wake Forest
  • #202 (6) RB Terrance Ganaway Baylor
  • #203 (6) G/T Robert T. Griffin Baylor
  • #242 (7) S Antonio Allen South Carolina
  • #244 (7) WR Jordan White Western Michigan

Gestern hatten wir mit den Buffalo Bills ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man mit einer konsistenten und langfristigen Draftstrategie langsam aber sicher ein hochwertiges und tiefbesetztes Team zusammenstellt. Heute haben wir mit dem Divisionsrivalen New York Jets ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man mit einer kurzfristigen und aufgeregten Strategie das Fundament einer Mannschaft aushöhlt, erst unmerklich, dann immer schneller. Die Jets haben keinen tiefen Kader und dieses Jahr trotzdem nur drei Picks in den ersten fünf Runden gehabt. Letztes Jahr hatten sie keinen 2nd-rd pick; 2009 waren es gar nur zwei Picks in den ersten fünf Runden.

Immerhin erkennt man mit dieser Draft deutlich die Richtung, in welche die Jets weiter marschieren wollen: beinharte Defense, lauflastige ground-and-pound Offense.

Der 1st-rd pick, UNCs DT/DE Quinton Coples wird von einigen pundits als das größte Talent auf der defensiven Seite des Balles gesehen. Nach einer überragenden Junior-Season soll er aber letztes Jahr vor allem damit zugebracht haben, sich nicht zu verletzen. Charakter- und Motivationsprobleme stehen daher in allen seinen Zeugnissen. Damit paßt er wie Arsch auf Eimer in Gang Greens Locker Room. Mit Rex Ryan und Mike Pettine hat er auf der anderen Seite die Trainer, die wohl mehr aus schwierigen, aber komplizierten Typen herausholen als alle anderen. Coples wird 34 DE und Edge Rusher in sub-packages spielen.

In der zweiten Runde traden die Jets nach oben, um Georgia Techs WR Stephen Hill zu draften. Hill hat in seiner gesamten Karriere 49 Pässe gefangen, viel mehr konnte der 1,95m-Mann nicht zeigen in der Triple-Option-Offense der Yellow Jackets. Vor der Draft ist er dann aber auf allen Boards nach oben geschossen, als er bei der Combine eine 4.3 gelaufen ist. Er könnte auch davon profitiert haben, daß sich mit Calvin Johnson und Demariyus Thomas in den letzten Jahren schon zwei andere große Ballfänger von GT in der NFL durchgesetzt haben. Durch seine Erfahrung in einem extrem lauffreudigen System und seiner Speed-/Size-Combination scheint er ein idealer Fit zu sein. Neben seinen erprobten Blockingkünsten im Laufspiel soll er die gefährliche Redzone-Waffe sein, die Plaxico Burres nur manchmal war.

LB Demario Davis soll auch ein Spieler genau nach Ryans Geschmack sein. Aggressiv, sicherer Tackler und mit hoher Spielintelligenz ausgestatt. Neben Coples und Davis für die Front-Seven gab es in den letzten beiden Runden noch zwei Picks für das Defensive Backfield. Die Herren Josh Bush und Antonio Allen werden auch früh Spielzeit sehen, denn niemand spielt mit mehr DBs als Rex Ryan: ein Drittel aller Snaps mit mindestens sechs Defensive Backs (!).

Für die andere Seite des Balles hat man neben Hill nur noch drei Spieler gedraftet, bei denen die Jets nur hoffen können, daß sie voll einschlagen. Nötig hätten sie´s. Der „andere Robert Griffin von Baylor“ hat im College Right Tackle und Guard gespielt und könnte vielleicht schon im Trainings Camp Wayne Hunter ausstechen. Viel schlechter kann er ja gar nicht sein. RB Terrance Ganaway, ebenfalls Baylor, ist ein dicker Power Back, der neben Shonn Greene und Joe McKnight ein paar Carries bekommen wird. WR Jordan White hat letztes Jahr in 14 Spielen 140 Pässe für fast 2000 Yards gefangen  gefangen. Als late round pick mit kräftigem Körperbau von einer kleinen Uni könnte er ein Pierre Garcon werden. Oder man hört nie wieder von ihm, wie von den meisten unglaublich produktiven WRs von kleinen Unis.

Übersicht

Es sind mal wieder zu wenig mittlere Draft Picks. Die Picks der Runden zwei bis fünf sind in der Regel der Kern jeder Mannschaft. Diese Draftklasse an sich ist völlig in Ordnung, aber zusammen mit den letzten drei Drafts betrachtet wird zu deutlich, daß der stabile Mittelbau immer kleiner wird. Das geht nur in den seltensten Fällen gut. Wahrscheinlicher ist, daß im Laufe der Saison nach einigen Verletzungen haufenweise Practice-Squad-Spieler und Street Free Agents Rollen übernehmen müssen, für die sie nicht gedacht sind.

Notizblock NFL Woche 10 Patriots/Jets

New England Patriots (5-3) @ New York Jets (5-3) [Gamecenter] [Gamebook]

Patriots Offense / Jets Defense

– RT Vollmer hat jetzt wohl endgültig seinen Startplatz zurück, nachdem in den letzten Wochen nach der Verletzungspause auch mal mit Solder rotiert worden war; Solder spielt dafür wieder den dritten TE

– Q1/8:10: 50-Yd-FG Ghostkowski; nach Pässen zu TE Gronkowski, TE Hernandez und WR Ochocino wirft Brady eine INT zu CB Kyle Wilson, die dieser aber nicht festhalten kann; Brady sieht wieder so schlecht aus wie in den letzten zwei, drei Wochen

– was ist denn mit Ochocino passiert? gleich der nächste Catch, dieses Mal für 53 Yards – nachdem er Darrelle Revis stehenläßt; Q1/2:31: anschließend ist RB Woodhead offen in der Endzone und Brady wirft wieder einen von seinen Mark-Sanchez-Pässe; irgendwas stimmt mit Brady nicht, jetzt im vierten Spiel in Folge; keine Accuracy  und mangelndes Timing, wie ich es von ihm noch nie gesehen habe

– Anfang Q2: jetzt schon das dritte Mal, daß in der Jets-D große Verwirrung herrscht und keiner so recht weiß, wo er sich aufstellen soll, Ergebnis: zwei 1st Downs und eine verschenkte Auszeit

– nach seinen Accuracy-Probleme klappt jetzt nicht mal der Center-QB-Exchange, Safety, 6-2 New England

– die Jets bringen fast ausschließlich drei oder vier Pass Rusher; Revis ist überragend gegen Welker

– Brady nach dem TD der Jets mit gutem 2-min-drive, immerhin das funktioniert noch; und am Ende kann niemand in der Redzone Gronkowski verteidigen; das ist der 15te Redzone-TD in anderthalb Saison für den 1,95m-Typen; 13-9 zur Halbzeit

– nach dem zweiten 3&out zum Start der zweiten Hälfte bekommt die Pats-O Hilfe von den Special Teams; Joe McKnight kann den Punt nicht fangen und Koutuvides recovered an NYJ18, Brady entkommt 3 Jets-Verteidigern und „looks like a finalist on Dancing With The Stars“ (Al Michaels) und natürlich macht Gronkowski den TD; äh, doch nicht, Gronk stand vorher im Aus, FG statt TD 16-9 New England (Q3/9:55)

– Q3/4:44: jetzt gehts Schlag auf Schlag: nach dem Fumble und der Interception überfordert Brady die Jets mit seiner No-Huddle-Offense und sieht endlich wieder aus wie der Alte; und jetzt macht Gronk auch tatsächlich seinen TD, 23-9 NE

– ich glaub, die Jets haben nicht einen Snap mit weniger als 5 DBs gespielt und die Run-D sieht trotzdem richtig gut aus, bis dann im vierten Viertel die No-Huddle-Offense Wirkung zeigt und die Verteidiger zunehmend ausgelaugter sind; die Pats in der zweiten Hälfte auch viel öfter mit Trips-Formationen um die Mann-Mann-Verteidigung zu kontern; nach 13 Plays und 84 Yards macht WR Branch dann den TD gegen Kyle Wilson und Brady ist auch ganz augenscheinlich wieder einer der besten QBs der Liga; 30-16 (Q4/8:05); direkt im Anschluß fängt Ninkovich noch eine Interception und spaziert in die Endzone 37-16 game over

Jets Offense / Patriots Defense

– Q1/11:38 die Jets fangen an wie die Feuerwehr, QB Sanchez zerlegt die Patchwork-Secondary der Pats – und dann vergibt K Folk ein 24-Yd-FG-Versuch

– Rookie Sterling Moore spielt als Safety durch durch (Pat Chung ist verletzt, Josh Barrett auf IR); die Spielzeit der verletzten LB Gary Guyton und Brandon Spikes teilen sich Tracy White und Jeff Tarpinian. Moore, White und Tarpinian waren undrafted, genau wie die beiden Starter CB Kyle Arrington und DT Kyle Love. Was will New England eigentlich immer mit den ganzen extra Draft Picks, wenn am Ende nur Free Agents spielen? Hmm…

– im zweiten Drive sieht New Englands D viel besser aus – und Sanchez viel schlechter; die Pats haben sogar sowas wie ´nen Pass Rush

DE Andre Carter mit seinem zweiten Sack im ersten Viertel, dieses mal weil Sanchez seine Protection nicht übersieht

– New England hat jetzt ganz offiziell einen Pass Rush! DE Carter spielt wie Terrell Suggs und auch DE Mark Anderson hat jetzt einen Sack (den er allerdings größtenteils der Coverage zu verdanken hat)

– das Laufspiel der Jets ist gar nicht so schlecht, aber dafür haben Carter/Anderson schon vier Sacks, RT Hunter ist so schlecht wie immer und Sanchez scheint Probleme mit den Protection Calls zu haben (macht eigentlich Sanchez oder C Mangold die Protection Calls, weiß das jemand?)

– Mitte des zweiten Viertels muß CB McCourty mit Schulterverletzung raus; damit hat NE jetzt nur noch drei CBs mit Arrington, Antwaun Molden und Philipp Adams

– die Jets kommen wieder bis in die Redzone und dieses Mal hält die Defense nicht, Sanchez läuft in die EZ zum 9-6

– Q3/7:36: nach den Special Teams hilft jetzt auch die D: LB Ninkovich intercepted einen mehrfach abgefälschten Ball; New England spielt bei ersten und zweiten Versuche fast ausschließlich ihre Base-D und lädt Sanchez ein, die Patchwork-Secondary zu schreddern, der daraus aber kein Kapital schlagen kann

– Q4/14:55: endlich marschieren die Jets mal wieder das Feld runter und Plax macht den Anschluß zum 16-23