NFL General Manager unter der Lupe – Teil 3

Lass uns im heutigen dritten Teil der General Manager-Serie auf die untere Hälfte des „GM-Tableaus“ blicken. Weiterlesen

Wie John Elway die Denver Broncos über Wasser hält

Gestern hatten wir die Carolina Panthers und ihren Weg über die letzten Jahre unter der Lupe. Lass uns heute die Denver Broncos anschauen, die Mannschaft, die erst vor zwei Jahren im Endspiel war und damals grandios an den Seattle Seahawks gescheitert ist. Weiterlesen

Pragmatik schlägt Philosophie: Wie die Denver Broncos ihre Superbowl-Mannschaft formten

Die Superbowl 2014 bietet zwei Teams auf, die gemeinsame Geschichte als einstige langjährige Divisionsrivalen in der AFC West haben. Die Denver Broncos sind dabei die ältere, erfolgreichere Franchise, während die Seattle Seahawks die meiste Zeit ihres Bestehens vor allem als Mitläufer wahrgenommen wurden. Die heutigen Mannschaften wirken einzigartig und sind auch von der jeweiligen Franchise-Geschichte relativ losgelöst. Hatten wir in den letzten Jahren jeweils die Chance, über langjährige Philosophien der Endspiel-Kontrahenten zu sinnieren, sind es diesmal recht kurzfristig zusammengestellte Mannschaften.

Heute konzentrieren wir uns auf die Denver Broncos, zweifacher Superbowl-Sieger aus den 90er Jahren und schon zuvor insgesamt viermal als Verlierer aus dem größten Footballspiel des Jahres gegangen.

Die Geschichte der Denver Broncos ist, wie ich einst schon detaillierter nachzeichnete, in erster Linie die Geschichte des einen Mannes: QB John Elway. Elway kam 1983 nach Denver, weil er sich als Top-Draftpick geweigert hatte, für die Baltimore Colts zu spielen. Die Broncos akzeptierte er, und er wurde alsbald zu einem der herausragenden Quarterbacks in der NFL. Aber so oft Elway sein Team in die Super Bowl führte, so oft scheiterte er. Die AFC wurde damals als minderwertige Conference wahrgenommen, die gegen die NFC-Juggernauts aus San Francisco, Dallas, Washington oder New York wie die Lehrbuben aussahen. Denver: Gut genug um die AFC zu gewinnen, aber zu leichtgewichtig für die Lombardi Trophy.

Das änderte sich schließlich Ende der 90er, als die Broncos doch noch kurz vor Elways Ritt in den Sonnenuntergang zwei Titel abstaubten und somit nicht nur das Bild der kompletten AFC, sondern auch und vor allem der Denver Broncos wandelten. Die einstigen netten Verlierer waren als zweifacher Titelträger plötzlich wer. Sie gehörten mit einem Mal zu den Premium-Franchises in der NFL.


Die heutigen Broncos haben mit jenen Teams aus den 90er Jahren nicht mehr viel gemeinsam. Sie sind fast „zufällig“ so zusammengekommen, als eine Art Treffen der alten Männer, die gerade verfügbar waren. Aber sie alle haben ihren Beitrag geleistet. Sie haben einen Pfad eingeschlagen und eine dominierende Mannschaft gebaut.

Alles begann mit dem Ende der Ära von Head Coach Mike Shanahan, dem Superbowl-Coach aus den Neunzigern: Shanahan wurde nach der Saison 2008 nach einer wiederholten Implosion zu Saisonende und dem Verpassen der Playoffs gefeuert. Als Nachfolger wurde der heißeste Export aus den Neuenglandstaaten seit dem Indian Summer eingestellt, der Patriots-OffCoord Josh McDaniels.

Die Ära McDaniels verlief… nicht gut. McDaniels war ein Jüngling Anfang 30, der sich aufführte als hätte er das Rad der Zeit neu erfunden, und mit seiner herrischen Art vergraulte er nicht bloß den jungen Franchise-QB Jay Cutler, sondern auch alsbald den gesamten Kern der Offense. Nicht alle Moves des Josh McDaniels waren Idiotien, aber im Leben fällt es immer schnell auf dich zurück, wenn du mit deiner Art nicht ankommst und mit deinen Moves nur Fragezeichen produzierst, aber keine Resultate.

Die Besitzerfamilie der Denver Broncos zog bei McDaniels noch vor Ende seiner zweiten Saison den Stecker und schmiss ihn nach 29 Spielen als Head Coach raus. Wie lautet eine der Weisheiten für die Suche nach einem neuen NFL-Coach? Suche immer das Gegenteil jenes Coaches, den du grad rausgeschmissen hast. Egal welchen. Hauptsache, das Gegenteil.

McDaniels‘ Profil: Blutjung, keine Erfahrung, Offense-Geist, Kreator einer rekordträchtigen Pass-Offense, Image des innovativen Genies, aber mit einer ganzen Latte an höchst hinterfragenswerten Entscheidungen in seiner Zeit in Denver.

Da kam es für die Broncos nach Ende der Saison 2010/11 ganz recht, dass die Carolina Panthers den auslaufenden Vertrag mit ihrem Head Coach John Fox nicht mehr verlängerten. Fox‘ Profil liest sich in der Tat wie ein Anti-McDaniels: Weit jenseits der 50, neun Jahre Erfahrung im Team-Building in Carolina, Defense-Stratege, Footballphilosophie aus den 70ern (laufe in der Offense, stoppe den Lauf in der Defense), Image des biederen Arbeiters, in Carolina berüchtigt für konservative Entscheidungen bei Drafts und im Spiel.

Fox: Der ideale Mann, um ein in hellen Flammen stehendes Programm der Denver Broncos wieder aufzubauen.

Der zweite große Move von Owner Pat Bowlen in jenem Jänner vor drei Jahren: Er beförderte die Legende John Elway als vom einfachen Funktionär zum „Team President“ – quasi eine Rolle eines General Managers. Der Move sah seinerzeit fragwürdig aus: Einfach das bekannteste Gesicht der Franchise in den Vorstand befördern und zu hoffen, dass sich ein herausragender Wurfarm in gutes Verhandlungsgeschick transformieren lässt. Zu oft sind solche Moves schief gegangen. Aber der Geschäftsmann Elway, der schon eine Schnellimbisskette zu einem millionenschweren Geschäft gemacht hatte, fiel nicht in diese Kategorie.


Fox ging seine Arbeit in Denver nicht als großer Revolutionär an, sondern arbeitete an den Basics. Als erster bastelte er an seiner Defense und holte mit dem geschenkten hohen Draftpick den Abwehrspezialist DE/OLB Von Miller nach Denver. Miller schlug quasi von Tag eins an ein in Denver und war sehr schnell einer der besten Defensivspieler in der Liga.

Er verbesserte die Defense innerhalb seines ersten Jahres von der schlechtesten (471 Gegenpunkte, 7.2 NY/A) auf eine mittelmäßige (390 Gegenpunkte, 6.4 NY/A), aber die Story der Broncos war in jener Saison 2011 eh eine komplett andere: Tim Tebow.

Tebow.

Tebow war jener Quarterback, der nicht richtig werfen konnte, der aber seine Mannschaften mit purem Willen zu großen Siegen führen konnte. Ein Charismatiker, dessen Gottesfurcht und Einsatz gegen Abtreibungen das ganze Land in helle Aufregung versetzten. Bei dem tausende Mädchen die sich von ihm schwängern lassen wollten zu seinem Abschied vom College in Florida im Sonnenuntergang auf den Rängen geweint hatten. Den Josh McDaniels mit einem Erstrundenpick geholt hatte.

In der Retrospektive war Tebow den Draftpick gefühlt fast wert. Nicht sportlich, aber medial. Die Broncos wurstelten sich zu einer schier fassungslosen Serie an Freak-Siegen, und alles lief für sie: Gegner, die nur 2/8 Completions zuließen, aber in den letzten zwei Minuten plötzlich kollabierten. Gegner, die Fumbles in dümmsten Zeitpunkten begingen und dann noch aus dem Spielfeld traten. Und die Fans spielten verrückt. Und Fox schaute an der Seitenlinie mit einem säuerlichen Grinsen zu. Fox schaffte schon im ersten Jahr Divisionssieg und Einzug in die Playoffs, und dort gewann Denver sogar sein Wildcard-Spiel, das John 3:16 Spiel, den Höhepunkt von Tebowmania, gegen eine der besten Mannschaften der Saison, Pittsburgh.

Trotzdem war allen klar: Tebow ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Tebow ist nicht die Antwort.

In Indianapolis war genau zu jener Zeit die QB-Legende Peyton Manning überflüssig geworden: Manning hatte just jene Saison aussetzen müssen, und ohne Manning waren die Colts krepiert zum Top-Draftpick, der in jenem Jahr 2012 den Spieler der Spieler, QB Andrew Luck, auf dem Servierteller präsentierte. Die Colts entschieden sich für Luck und gegen ihren Superstar Manning, der mit 36 noch ein letztes Halali blasen wollte.

Die Colts feuerten den besten Spieler ihrer Geschichte. Den Spieler, der ihre Franchise überhaupt erst wieder relevant gemacht hatte. Der sie zum Superbowl geführt hatte.

Und an der Stelle tritt Elway auf den Radar. Elway war eine der zentralen Figuren beim Einkauf von Peyton Manning. Man erinnere sich: Denver war weiß Gott nicht die „logischste“ Option für Manning, der sich seine letzte Mannschaft seiner Karriere auswählen konnte. Elway fungierte als das Gesicht, das im Werben um Manning die entscheidenden Trümpfe zog, und tatsächlich unterschrieb Peyton und machte die Broncos damit über Nacht zum Titel-Mitfavoriten.

Und die Broncos verschifften Tim Tebow nach New York. Tebow, den Spieler, der wie kein anderer einen landesweiten Hype ausgelöst hatte, dass du dich manchmal schon fragtest ob sie die Amis tatsächlich noch alle beisammen haben.

Peyton Manning anstelle von Tebow: Sportlich gibt es ein größere Upgrade nicht. Aber den Mut gehabt zu haben, den Medien-Superstar Tebow abzusägen, dafür gebührt Elway, Fox und der Broncos-Riege Respekt.


Den Broncos sind zwei wichtige Bausteine quasi in den Schoß gefallen: Head Coach Fox und Quarterback Manning. Es war harte Arbeit, die beiden zu verpflichten, keine Frage, aber sie waren eben genau zum richtigen Zeitpunkt auf dem Markt. Ein Champion muss gut sein, aber er muss auch Glück haben. Ohne Glück wirst du kein Champion.

Auch in Denver machte es die Mischung. Der Lauf-Fetischist Fox war pragmatisch genug um zu verstehen, dass eine Offense mit Peyton Manning auch die Handschrift des Peyton Manning tragen muss. Das mag ein banales Statement sein, aber wie oft enden solche Kooperationen in der NFL mit einem Gemetzel an Köpfen, weil die Führung zu starr auf ihre Linie vertraute.

Fox blieb ruhig. Er überließ die Offense seinem OffCoord Mike McCoy und später dessen Nachfolger Adam Gase, die sich schon an Tebows „Vorzüge“ anpassen konnten, und konzentrierte sich gemeinsam mit dem DefCoord Jack Del Rio, mit dem er schon gemeinsam in Carolina ein Traumduo gebildet hatte, auf die Verbesserung der Defense.

Nochmal: Innerhalb von fünf Jahren machten die Broncos vier grundsätzliche Wandlungen ihrer Offense durch: Vom zone blocking-Stil unter Shanahan, der ihnen die Superbowls in den 90ern geholt hatte zur Pass-Offense des Josh McDaniels zur Den-Veer Offense mit Tebow zu Manning. Eine solche Tour durch die Footballsysteme war in der NFL bis dahin quasi ungesehen.


Die letzten beiden Jahre liefen, wie sie liefen: Denver beendete die Regular Season zweimal mit 13-3 Siegen und dem AFC-Top Seed. Der Kader von 2013 sieht nur noch etwas mehr als eine Handvoll jener Spieler unter Vertrag, die Fox vor nur drei Jahren von McDaniels übernommen hatte. Aber bis auf Von Miller waren es nicht unbedingt die großen Drafts, die Denver nach oben brachten; es war vielmehr der Einkauf von relativ preiswerten Free Agents, die andernorts nicht mehr gebraucht wurden.

Ein WR Wes Welker kam aus New England. Ein TE Tamme aus Indianapolis. Ein DT Knighton aus Jacksonville. Ein LB Shaun Phillips aus San Diego. Ein CB Rodgers-Cromartie („Erst in Denver sagte man mir, was ich alles falsch mache“) aus Philadelphia.

Plus natürlich Peyton Manning.

Es gibt natürlich die jungen Superstars, die in Denver gedraftet und aufgebaut wurden. Leute wie Decker oder Demariyus Thomas, die noch aus der McDaniels-Ära stammen. Oder Miller, der Diamant der 2011er-Klasse. Oder LB Danny Trevathan, ein billiger Pick aus der sechsten Runde. Oder S Rahim Moore.

Aber philosophisch wurde Denver ironischerweise erst dann zum neuen „Foxboro West“, als der „Foxboro-Mann“ McDaniels schon weg war. Dann begann man, Free Agents für billiges Geld zu holen. Kurze 1-2 Jahresverträge nahe dem Gehaltsminimum. Spieler, die sich beweisen wollten. Rodgers-Cromartie oder Knighton sind die Paradebeispiele. Das ist Patriots-esker als es den Patriots in den letzten Jahren gelungen ist.

Plus natürlich Peyton Manning.


Die Broncos von 2013 sind in der öffentlichen Wahrnehmung Peyton Mannings Mannschaft. Sie haben seine Identität. Die Offense scort in Rekord-Sphären. Sie hat ein unverwechselbares Gesicht in dem immergleichen und im Detail doch so variablen Kurzpassgewichse, das Manning in seinen mittlerweile 15 NFL-Jahren perfektioniert hat. Die Defense hält trotz extrem vieler Verletzungen gerade gut genug um den Großteil der Gegner locker zu putzen.

Manning selbst kann mit seinem zweiten Superbowl-Sieg seinen Platz im absoluten Thron der besten Quarterbacks der NFL-Geschichte zementieren. Er kann der erste Quarterback werden, der mit zwei Franchises den Titel als Stamm-QB gewinnt. Er kann seine rekordträchtige Karriere schmücken.

Fox kann zehn Jahre nach der ebenso dramatischen wie begeisternden Endspielniederlage gegen die New England Patriots Versäumtes nachholen und den lange fälligen Titel gewinnen.

Elway kann 16 Jahre nach seinem letzten Superbowl nun als Chef der Sportlichen Leitung eine dritte Lombardi Trophy abstauben.

Es wäre kein Sieg im klassischen „Broncos-Way“, sondern ein Sieg der Pragmatik.

AFC West in der Frischzellenkur 2012 (I)

Denver Broncos

  • #36 (2) DT Derek Wolfe (Cincinnati)
  • #57 (2) QB Brock Osweiler (Arizona State)
  • #67 (3) RB Ronnie Hillman (San Diego State)
  • #101 (4) CB Omar Bolden (Arizona State)
  • #108 (4) C Philip Blake (Baylor)
  • #137 (5) DT Malik Jackson (Tennessee)
  • #188 (6) LB Danny Trevathan (Kentucky)

Es sieht auf den ersten Blick sehr vernünftig aus, was die Denver Broncos um John Elway und John Fox diese Jahr zusammengedraftet haben. Nach vielen Trades – nur der 57. pick war ursprünglich der eigene – haben die wilden Pferde für Breite und Tiefe in einem Kader gesorgt, der tatsächlich so gut aufgestellt ist, wie man es von einem Divisionssieger erwartet.

Diesen 57. Pick hat der ehemalige Broncos-QB John Elway sogleich genutzt, um für den neuen Broncos-QB Peyton Manning einen Erben zu draften. Die Krake Brock Osweiler, seines Zeichens 203cm groß und alles mögliche, nur niemand, dem man sofort ein NFL Team anvertrauen sollte. Die Legende Manning soll dem hochtalentierten Osweiler in den nächsten Jahren intensivst beibringen, wie man das so macht als Quarterback in der NFL. Im Grunde ein super Idee, zumal The Sheriff ja auch keineswegs sorgenlos in die Zukunft schaut angesichts seines mehrmals operierten Nackens und der damit zusammenhängenden Nervenprobleme im Wurfarm. Auf der anderen Seite hat ein Jim Sorgi beispielsweise jahrelang unter Manning gelernt. Oder auch nicht gelernt. Was aber auch an Manning selbst liegen kann, der bekanntermaßen alles selbst macht und niemandem sonst irgendeine Verantwortung läßt.

Head Coach John Fox hat seine Handschrift mit dem Draften zweier Defensive Tackles deutlich gemacht. Als erster Pick kam zu Beginn der zweiten Runde Cincinnatis Derek Wolfe und in der fünften Runde Tennessees Malik Jackson. Wolfe war in der zweiten Runde für die meisten Beobachter eine riesige Überraschung. Aber John Fox für sein Evaluieren von Defensive Linemen zu kritisieren, trauen sich dann doch die Wenigsten. Vor allem der Abgang von Broderick Bunkley soll mit diesen beiden kompensiert werden.

Für das zweimalige Runtertraden von Position 25 bis an 36, an welcher man schließlich Wolfe gezogen hat, gabs zwei 4th-rd picks. Mit einem dieser Picks wurde in Runde drei nach oben getradet um RB Ronnie Hillman zu draften. Erstmal wird er sich hinter den RBs Willis McGahee und Knowshown Moreno einreihen; er soll aber durchaus das Talent haben, im Laufe der Saison an den beiden vorbeizuziehen und das meiste Spotlight in diesem Running Back Committee abbekommen. Neben Hillman hat Elway nur noch Center Philip Blake für die Offensive aus dem Hut gezogen. Der Kanadier, der in der letzten Saison die Bälle zu RGIII gesnapped hat, hat eine lange Odyssee hinter sich, bis er nun als 26jähriger in der NFL angekommen ist. Er wird wohl als Back-up Center in die Saison gehen und daneben um eine Starterrolle als Guard kämpfen. (Warum Denver keine WRs für den neuen QB gedraftet hat, haben wir hier schonmal erklärt.)

CB Omar Bolden aus der vierten Runde galt vielen Beobachtern als erstrundentauglich. Allerdings hat er sich während seiner Collegezeit schon mehrmals die Kreuzbänder verletzt, was immer eine riesige red flag ist. Er wird ebenso wie 6th-rd pick LB Danny Trevathan erstmal Special Teams Luft schnuppern-

Wenn RB Hillman und einer der beiden Defensive Tackles sofort einsteigen und weiterhelfen können, dann hat sich die Draft schon gelohnt. Denn für Tiefe und innermannschaftlichen Wettbewerb wurde genügend getan. Beim Osweiler-pick können die Broncos nur hoffen, daß Manning zumindest die folgende Saison sorgenfrei durchspielen kann und daß die talentierte Krake aber auch viel von Manning lernt und nicht am Ende aussieht wie Sorgi oder Curtis Painter, wenn er mal aufs Feld muß.

Kansas City Chiefs

  • #11 (1) DT Dontari Poe (Memphis)
  • #44 (2) G Jeff Allen (Illinois)
  • #74 (3) OT Donald Stephenson (Oklahoma)
  • #107 (4) WR Devon Wylie (Fresno State)
  • #146 (5) CB DeQuan Menzie (Alabama)
  • #182 (6) RB Cyrus Gray (Texas A&M)
  • #218 (7) DT Jerome Long (San Diego State)
  • #238 (7) WR Junior Hemingway (Michigan)

Old School Draft, was die Chiefs gemacht haben. Ohne nachzugucken würde ich behaupten, daß die Draftklassen von Leuten wie Bill Parcells oder der gesamten NFC East der 80er Jahre ungefähr so aussahen: drei Linienspieler in den ersten drei Runden; in der Mitte zwei Athleten, die erstmal kleine Aufgaben als Spezialist für den Slot ausfüllen und ansonsten in den Special Teams ihre Sporen verdienen; Rest: hart arbeitende JAGs, die im besten Fall verletzte Spieler ersetzen können und im schlechtesten Fall wenigstens ein bißchen Feuer in die Positionskämpfe während der Saisonvorbereitung bringen.

Dontari Poe ist augenscheinlich nur aufgrund seines Körpers in der ersten Runde gedraftet wurden. Für ihn gilt die „Planet Theory“ von Parcells: es gibt nur eine Handvoll Menschen mit so einem Körper auf diesem Planeten – wir sollten ihn nehmen, damit ihn keine andere Mannschaft bekommt. Darum, daß er gar nicht Football spielen kann, kümmern wir uns dann später. Dontari Poe verteilt auf seinen 190cm stattliche 157kg. Auf dem College in Memphis ist er den Scouts gar nicht weiter aufgefallen. Bei der Combine allerdings hat er allen anderen die Show gestohlen: unter fünf Sekunden für den 40-Yard-Lauf und 44 Wiederholungen im Bankdrücken, dazu Beweglichkeit in den Drills wie ein Linebacker. Den Beschreibungen nach wäre der ähnlichste Spieler in der NFL Haloti Ngata. Um Poe spielerisch aber auch nur in die Nähe eines Ngata zu bekommen, mus HC Romeo Crennel  alles aufbieten, was er in den letzten 30 Jahren Profifootball gelernt hat. Immerhin ist Nose Tackle ein wirklich dringender Need für die Chiefs.

In Runden zwo und drei haben Pioli und Crennel zwei physisch fast genauso beeindruckende Talente für die Offensive Line gedraftet. Jeff Allen könnte schon im Trainings Camp einen Platz als Guard erkämpfen. Angeblich liegt Allens Stärke in pass protection, womit QB Matt Cassel, nach der Verpflichtung von Free Agent RT Eric Winston, 2/5 seiner Linie in verbesserter Form vorfinden könnte. Donald Stephenson, 2,00m-Mann für die Tackle-Positionen, soll enormes Potential haben. Um das irgendwie abrufen zu können, benötigt er aber viel Arbeit und Liebe vom Coaching Staff. Glücklicherweise hat KC mit Branden Albert und Winston zwei Starter und kann in Stephenson viel Zeit und Arbeit investieren.

WR Devon Wylie ist ein kleiner Slot-Guy, wendig und quick wie eine Katze. Genau der Typ Spieler, den Wes Welker definiert hat. Wenn er sich als NFL-tauglich herausstellt, haben die Chiefs mit TE Toni Moeaki und Wylie eine Kombination für die kurze Mitte, wie sie jede Mannschaft gerne hätte. In der 7ten Runde kam für das Receiving Corps noch ein 100kg schwerer Brocken von den Wolverines. Junior Hemingway ist erstmal für die Special Teams da – wenn er es denn in den Kader schafft.

Change of pace back ist das Label, das man Spielern wir Cyrus Gray in Ermangelung eigener Kreativität regelmäßig umhängt. Was eigentlich nichts anderes heißt als: der kann ´n bißchen was, aber wenn unser Nr.1-RB selber ´n bißchen mehr könnte, bräuchten wir den gar nicht. Da KC´s Nr.1, der spektakuläre, aber kleine und zerbrechliche Jamaal Charles ist, kann so ein zusätzlicher RB nie schaden.

Für die Verteidigung kam neben Poe noch ein CB in der fünften und ein weiterer DT in der siebenten Runde. Für CB DeQuan Menzie ist neben Arbeit in den Special Teams maximal ein Platz in Nickel- und Dime-packages drin; für DT Junior Hemingway ein gratis Trainings Camp und vielleicht ein Platz in der Practice Squad.

Auch auf den zweiten Blick ist diese Draftklasse mehr als solide. GM Pioli hat in den letzten Jahren schon einen guten Kader zusammengestellt. Allein die Rückkehr der drei Langzeitverletzten Charles, Moeaki und Safety Eric Berry sollte der Mannschaft einen großen Schub geben. Auch QB Cassel war verletzt und sollte in der kommenden Saison besser geschützt werden. Bringt man dann noch dem freak of nature Poe richtiges Footballspielen bei, kann KC sich mit Denver und San Diego ein spannendes Rennen um die Divisionkrone liefern.

11 Spieler v 1000 Fans: Touchdown statt Spielabbruch

[Aus den Tiefen des Archivs ein kleines Football-Schmankerl anläßlich des Fußball-Relegationsspiels Fortuna v Hertha BSC letzte Woche Dienstag.]

Am 20. November 1982 kommt es im Memorial Stadium zu Berkely zur 85ten Auflage des Big Game: Stanford – Cal. Es ist eine der ältesten Rivalries im traditionsbewußten College Football. Das erste Mal treffen Golden Bears und Cardinal 1892 aufeinander.

90 Jahre später benötigt Stanford, zu diesem Zeitpunkt mit einer 5-5-Bilanz, unbedingt einen Sieg im Hause des Erzrivalen um eine Bowl-Einladung zu bekommen. Angeführt von John Elway, mutmaßlich der beste College Quarterback aller Zeiten, treffen sie auf die 6-4 Golden Bears. Cal führt Mitte des vierten Viertels mit 19-14 als Elway seine Cardinal in FG-Position bringt und Kicker Mark Harmon den Anschluß zum 19-17 macht.

Die Defense Stanfords läßt keine Punkte mehr zu und mit 1:27 Minuten auf der Uhr bekommt Elway mit seiner Offense den Ball an der eigenen 20-Yard-Linie mit der Chance, seinem Ruf als Comeback King ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. 30 Sekunden später ist es 4th&17 – Elway mit Laserball zum 1st Down. Nach zwei weiteren First Downs nimmt Elway auf Geheiß von Head Coach Paul Wiggin mit acht verbleibenden Sekunden eine Auszeit. Wiggin will die Uhr nicht noch weiter runterlaufen lassen, um im Falle eines vertrottelten Snaps oder einer Strafe noch einen zweiten Field-Goal-Versuch machen zu können. Mit vier Sekunden auf der Uhr verwandelt Harmon zur 20-19-Führung; Stanfords Mannschaft, Fans und Marching Band flippen völlig aus; der Hall of Fame Bowl wartet. Das Ende eigentlich nur noch Formsache. Der anschließende Kickoff ist ein Squib Kick, ein Golden Bear nimmt ihn auf, ein Lateral, jemand stürzt, es sieht aus wie down by contact. Ein ziemliches Durcheinander auf dem Spielfeld und daneben; Stanfords Marching Band macht sich auf den Weg runter von der Tribüne, raus aufs Spielfeld zum feiern. Aber so richtig zu Ende war das Spiel gar nicht.

NFL-Franchises im Kurzporträt, #11: Denver Broncos

Eigentlich genügt ein Name, um diese Franchise zu beschreiben: John Elway. Trotzdem ein Versuch, eine der klassischeren NFL-Franchises etwas differenzierter zu betrachten.

Pre Elway – Mehr Quarterbacks als Spielzeiten

Zur Gründung ist zu sagen: Beteiligt war kein uns Unbekannter. Vor einem Jahr schlug in den Kommentarspalten ein gewisser Chris Griffing auf diesem Blog auf der Suche nach einem Stream für eiFreundschaftsspiel seines Sohnes auf. Ich kam mit Griffing ins Gespräch und es zeigte sich recht schnell die Historie des Mannes: Chris Griffings Vater Dean Griffing (sr.) war einer der Mitbegründer der Denver Broncos und deren erster General Manager.

Das war 1960 und noch in der AFL (American Football League), aber im ersten erfolglosen Jahrzehnt erreichten die Broncos nicht ein einziges Mal das Endspiel der damaligen NFL-Konkurrenzliga.

Dafür werden die Broncos auf immer das erste AFL-Team bleiben, das eine NFL-Mannschaft putzte: Das Opfer, erraten, es waren die Lions. In den 70ern, dann in der NFL, ging es mühselig weiter, bis Ende des Jahrzehnts hinter einer dominanten Defense und einem alternden QB Craig Morton einmal die Super Bowl verloren wurde. Morton ist neben Kurt Warner der einzige QB, der mit zwei Teams die Super Bowl erreicht hat. Nur: Morton hat keine von beiden gewonnen.

Die Ära Elway – Leiden mit Happyend

Alle anderen Phasen der Vereinsgeschichte sind Episoden, 1983 bis 1998 stellt jedoch eine Ära dar. Die Ära von QB John Elway, der Quarterback, der nicht für die Baltimore Colts spielen wollte und dafür in Denver zur Legende wurde. Elway machte sich einen (nicht unbedingt berechtigten) Namen als Comeback-König, als einer, der mit Willens- und Führungsstärke eine eher durchschnittliche Mannschaft immer wieder zu großen Erfolgen führte – um immer wieder die ganz wichtigen Spiele zu verlieren. Legedärste Spiele wie The Comeback in Cleveland wurden letztendlich immer wieder negiert, weil Denver zum Schluss die Super Bowls haushoch verlor.

1986/87 zum Beispiel wurde gegen die defensivstarken New York Giants 20-39 verloren. 1987/88 kassierte man fünf Touchdowns in einem Viertel gegen Washington und ging 10-42 baden. 1989/90 wurde man von San Francisco böse 10-55 niedergemacht – bis heute das höchste Ergebnis in der Superbowl-Geschichte.

Mitte der 90er reagierte Besitzer Pat Bowlen, sägte den alten Head Coach Dan Reeves ab, änderte Farben und Logo (vom niedlichen hellorange zum aggressiven blau/orange und ein Wildpferd mit Kampfblick als neues Logo) und installierte den ehemaligen 49ers-Assistent Mike Shanahan als Coach.

Elway selbst war nicht mehr so gut wie in den alten Zeiten. Aber Elway hatte nun eine starke Mannschaft versammelt, mit dem Sensations-RB Terrell Davis und TE Shannon Sharpe an der Spitze. Am Ende dauerte es bis 1997/98, als erstmals die Superbowl gewonnen wurde. Ein ganz tolles Endspiel in San Diego, mit glücklichem Sieg über die Green Bay Packers. Das Spiel, in dem Elway den Helicopter zeigte. Ein unvergesslicher Moment. Ein Jahr später wiederholten Elway und Konsorten den Titelgewinn in einer dominant geführten Saison mit Endspielsieg über Atlanta. Und „Jon Wayne“ Elway ritt mit der Vince Lombardi Trophy gen Sonnenuntergang.

Post Elway – Die Zeit nach dem Superbowls

Nach Elways Rücktritt gewannen die Broncos jahrelang keine Playoffspiele mehr. Unterirdisch waren die Spielzeiten nicht, aber immer wieder wurde man in der ersten Playoffrunde von den Colts abgeschossen. 2005/06 scheiterte man im AFC-Finale. Seitdem stand man nie mehr in den Playoffs, weil erst QB Jay Cutler zu jung war, dann die Defense streikte und später Head Coach Josh McDaniels alle Strukturen samt Mannschaftsgefüge in Trümmer schlug.

Mit John Fox und GM Elway (natürlich!) ist seit Winter 2011 der Wiederaufbauprozess im Gange. Die Playoffs 2011/12 waren ein Freak-Unfall, wenn auch dank „Comeback-King“ Tebow ein höchst unterhaltsamer, aber der „richtige“ Umbau erst mit der Verpflichtung von Superstar-QB Peyton Manning 2012 eingeleitet – die erste Saison unter Manning endete im viertlängsten Spiel der NFL-Geschichte zuhause gegen den späteren Superbowlchamp Baltimore.

Eine Meile über dem Meer

Denvers Footballstadion vor Colorados Bergkulisse

Denvers Footballstadion vor Colorados Bergkulisse – Bild: Wikipedia/David Shankbone

Die Broncos spielen nicht mehr im berühmten Mile High Stadium, sondern einen Katzensprung davon entfernt im Sports Authority Field @Mile High Stadium (65.000 Plätze)/ex-INVESCO. Ein Stadion in der Periphärie, eine Meile hoch über dem Meeresspiegel und entsprechend in dünner Luft. Die Fans sind berühmt als besonders treu und stolz.

Rivalitäten

Denvers oberste Nemesis wurde 1997/98 geschlagen: Der Dämon “Super Bowl”. Wichtigste Rivalen sind die beiden AFC-West-Gegner Oakland Raiders und Kansas City Chiefs. Die Duelle mit beiden sind meistens sehr physische, kampfbetonte Matches und nicht selten fliegen die Fetzen. Ende der 90er wechselte mal das Chiefs-Idol DE Neil Smith nach Denver und wurde bei der Rückkehr nach Arrowhead gnadenlos ausgepfiffen. Die dritten im Bunde, die San Diego Chargers, sind hauptsächlich seit letzter Dekade Rivale, weil zumeist Denver und San Diego um die Divisionskrone stritten.

Auf zwei Spielen für die Footballannalen gründet die gemeinsame Geschichte der Broncos und Cleveland Browns: The Comeback und The Fumble – zweimal gewann Denver das AFC-Finale hauteng, einmal durch einen 99yds-Drive (The Comeback), einmal durch einen Fumble an der Goal Line von Browns-RB Earnest Byner. 1989/90 gewann Denver ein drittes AFC-Finale. Während Cleveland damit dreimal aufgrund der Browns die Super Bowl verpasste, wurde Denver dreimal in selbiger abgeschlachtet. Sie entscheiden, wer besser sich besser aus der Affäre gezogen hat.

Sportlich kommen die Broncos seit Jahre nicht an den Colts vorbei. Immer und immer wieder verlud QB Peyton Manning die Broncos, die einst Millionen für CB Champ Bailey ausgaben, nur um Mannings Pass-Armada zu stoppen. Ohne Erfolg. Nun spielt Manning selbst in Denver.

Gesichter der Franchise

  • John Elway – QB. Der beste Spieler, den die Broncos je hatten. Genannt Captain Comeback aufgrund zahlloser gedrehter Spieler, geliebt aufgrund zahlloser Superbowl-Niederlagen. Erst als nicht mehr er so gut war, dafür aber sein Team, holte er zum Karriereausklang noch zweimal den Titel.
  • Terrell Davis – RB, kurze NFL-Karriere, aber die wenigen Jahre der absolut dominante Back. Zweimal Superbowl-Sieger, ehe alle Bänder im Knie rissen.
  • Shannon Sharpe – TE, Lautsprecher und, ja, genau der, dem man heute im TV zuhört und sich immer und immer wieder fragt: Was hat er jetzt grad gesagt?
  • Tebow. Langfristig wird Tim Tebow kaum mehr als eine Anekdote in der Bronco-Historie verbleiben. Aber dass ein einziger Mann in sieben Wochen einen derartigen Hype verursachen kann, habe ich in rund zehn Jahren NFL-Verfolgen noch nicht gesehen.

korsakoffs Highlight

Denver 13, Chicago 10 (OT) – Das Tape von Superbowl XXXII kam vor 2-3 Jahren mal auf ORF Sport Plus und war sicherlich ein tolles, spannendes Footballspiel, und das Playoffspiel gegen die Steelers hatte auch was, aber dieses Spiel muss einfach der Favorit sein: Das NFL-Spiel des Jahres 2011/12. Ich zitiere mich da selbst:

Was die Broncos angeht: Das ist wie im alten Madden, wo der Gegner siebenundfuffzich Minuten nichts zustande brachte, um mit der 2min-Offense zur unstoppbaren Angriffsmaschine zu werden und in 23sek 87yds zum Touchdown zurücklegte. Es ist zu viel „Freak“ dabei, als dass diese Offense langfristig Früchte tragen kann. Aber das Team ist unterhaltsam bis zum Anschlag. Tipp: Staunen und genießen.

Eckdaten

Gegründet: 1960
Besitzer: Pat Bowlen (Rechtswesen/Bergbau/Makler)
Division: AFC West
Erfolge: Superbowl-Champ 1997, 1998, Superbowl-Verlierer 1977, 1986, 1987, 1989, 19x Playoffs (18-17) – Stand 2013

Desire, Dedication, Determination

Wer einen Super Bowl gewinnt, bleibt für immer im Gedächtnis aller Footballfans. Der ganze Glanz und Gloria bleibt für immer und nimmt in den meisten Fällen, je länger der Triumph zurückliegt, sogar noch zu. Danach gefragt, kann jeder sofort sagen, wie viele Ringe die 49ers gewonnen haben; wie oft Aikman/Irving/Smith die Lombardi Trophy in den Nachthimmel reckten und wie oft John Elway mit seinen Broncos dann doch noch ganz oben im Football-Olymp angekommen ist.

Aber wer erinnert sich schon an die Verlierer? Wer erinnert sich an das zweitbeste Team der jeweiligen Saison? Und – im Gegensatz zu den Gewinnern – verblaßt ihr Glanz mit dem Fortlauf der Geschichte immer noch ein bißchen mehr.

Wer erinnert sich schon an die 2003er Carolina Panthers (außer korsakoff), an die Seahawks der Saison 2005 oder die Bears 2006? An die Super-Bowl-Verlierer früherer Jahre gar nicht zu denken. Dabei waren viele Mannschaften ganz nah dran. Nur ein Field Goal mehr, nur ein Fumble weniger…

Auch viele dieser Mannschaften haben eine Geschichte. Oft eine beeindruckende, eine berührende, eine bewegende. Einigen dieser Mannschaften hat NFL Films ein Denkmal gesetzt. Die Serie “Missing Rings” portraitiert fünf der besten Mannschaften ihrer Zeit, die keine Lombardi Trophy ihr Eigen nennen dürfen. Missing Rings ist das Gegenstück zu der großartigen Serie “America´s Game”, in der jeder Super Bowl Sieger eine Hommage bekommt, in Teilen mit Originalaufnahmen und in Teilen von späteren Interviews mit drei Hauptprotagonisten der jeweiligen Mannschaft.

Beim Imarchivkramen letzte Nacht bin ich wieder auf eine dieser “Missing Rings” Dokus gestoßen und möchte sie unbedingt jedem Footballinteressierten empfehlen. Es ist die Story der 1998er Minnesota Vikings. Erzählt wird sie von WR Cris Carter, von DT John Randle und nicht zuletzt von Head Coach Dennis Green. Das Mantra von Green sind die 3 Ds: Desire, Dedication und Determination (und nicht „They were, who…). Es hat ihn und seine Vikings weit gebracht, aber eben nicht nach ganz oben.

Man findet dieses sehr sehenswerte Stück zum Beispiel hier.

Die Denver Broncos in der Abenddämmerung

2010/11 war für die Denver Broncos eine ziemlich üble Saison, mit einer komplett kollabierenden Defense, einer QB-Enteierung, mehreren wichtigen Verletzten und einem mitten in der Saison gefeuerten Head Coach Josh McDaniels. Dessen höchst unglückliche Zeit – auch auf diesem Blog wurde darüber intensiv diskutiert – am Steuer ist beendet, vom spektakulären Offensivgeist McDaniels geht es nun zurück zu den Wurzeln. Der neue Mann, dem in Denver vertraut wird, ist John Fox, der ehemalige Defensive Coordinator der Giants und Head Coach der Panthers, der mit Carolina einst das Unmögliche möglich machte und innerhalb von zwei Jahren von 1-15 zum unglücklichen Superbowl-Verlierer mutierte.

Fox, das Rebuilding-Genie. Trotzdem verwundert seine Verpflichtung: Mit Owner Pat Bowlen und dem sportlichen Leiter John Elway säßen eigentlich eher offensiv denkende Leute im Front Office – aber nach dem Stress mit McDaniels scheint man sich nach ruhigeren Zeiten zu sehnen.

Die Offense

Die Fox’sche Footballphilosophie in der Offense: Run the ball. Eine Philosophie, für die allerdings das Spielermaterial in Denver nicht optimal zu sein scheint. Die Offensive Line ist noch aus McDaniels’ Zeiten dafür gebaut, für das Passspiel zu blocken und besitzt mit LT Ryan Clady nur einen herausragenden Mann. Und dann ist da Running Back Knowshon Moreno, ein Mann, der 4.3yds/Carry macht, aber trotzdem nicht wie der Franchise-Back aussieht. Als Sicherheitsoption wurde erstmal RB Willis McGahee aus Baltimore eingekauft, ein nicht jünger werdender, aber vielseitiger Spieler, der Moreno entlasten soll.

Weil das Laufspiel vermeintlich noch nicht dominant genug sein wird, lastet der Druck vorerst eher auf dem Passspiel, das nach einem zeitweise unrühmlichen Theater wie erwartet auf QB Kyle Orton lastet, einem Mann, der wie die Faust aufs Auge auf eine Offense von John Fox passt: Säufer der alten Schule, Frisur aus den 60ern und ein Spiel, so blässlich und verlässlich wie Fox es nicht besser kriegen könnte. Ortons limitierte Fähigkeiten im Lesen von Abwehrschemen müssen allerdings mit simplifizierten Gameplans kaschiert werden.

Anspielstationen sind zur Genüge da: WR Brandon Lloyd hatte 2010/11 sein Coming Out und 18.8yds/Catch über 77 Catches (11 Touchdowns), dazu gesellt sich der solide WR Eddie Royal – und, erfreulich, womöglich irgendwann im Lauf der Saison auch WR Demaryius Thomas, dem hohen Pick von 2010, der nach einer schweren Achillessehnenverletzung überraschend von der PUP-Liste genommen wurde.

Ortons Backup wird vorerst der noch blassere Brady Quinn sein, während der eigentliche Superstar in dieser Mannschaft, QB #15 Tim Tebow, nach seiner famosen Karriere am College weiterhin ein Schattendasein fristet und trotz vehementer Fanproteste beim alteingesessenen Fox wohl über längere Sicht keine Chance auf den #1-Posten hat. Allerdings: Orton wird früher oder später Fehler machen, und dann geht das Theater wieder los.

Die Defense

Die Fox’sche Footballphilosophie in der Defense: Stop the run. Fox baute in Carolina innerhalb kürzester Zeit eine starke Defense um seine dominante Defensive Line auf. Tendenzen dazu gibt es auch in Denver und es sind Bestandteile da: DE Elvis Dumervil kehrt von einer schweren Verletzung zurück – sollte Dumervil an seine Form von 2009/10 anknüpfen können, ist der Pass Rush automatisch verstärkt. Der zweite Defensive End dürfte ein bislang gefloppter, gehypter ehemaliger hoher Draftpick sein: Robert Ayers oder der Neuzugang aus Jacksonville, Derrick Harvey, da DE Ty Warren erstmal mehrere Wochen, vielleicht Monate ausfallen wird. Der Ankermann der Defense dürfte der aus Philadelphia über bizarre Umwege gekommene DT Broderick Bunkley sein, eine händeringend benötigte Verstärkung auf der Innenseite.

Sollte die Line den Erwartungen halbwegs genügen, könnte Denver schneller als gedacht eine mehr als formidable Front Seven besitzen, denn die Linebackers lesen sich richtig gut: MLB wird der junge, hoch talentierte Joe Mays sein, die Outside Linebackers werden vom athletischen ehemaligen Miami Hurricane D.J. Williams und dem heuer an #2 gedrafteten Top-Pick Von Miller gebildet. Vor allem Miller ist ein Typ, dem man sehr viel Empathie entgegenbringen kann, ein großartiger Charakter und ein großartiger Athlet – und der vermeintliche neue Star-Pass Rusher der Broncos.

Der Trümmerhaufen der vergangenen Jahre war das Defensive Backfield, trotz zweier großer Namen. CB Champ Bailey ist einer der Spieler des Jahrzehnts, die ihre Karriere in mittelmäßigen Mannschaften verschwenden mussten, und Bailey gilt auch mit 33 noch als potenzieller Pro Bowler, der sich auf keiner tiefen Route verarschen lässt. Sämtliche weiteren Cornerback-Positionen sind allerdings so mau besetzt, dass sogar der aus New England in sehr unguter Erinnerung gebliebene Jonathan Wilhite ein möglicher Starter sein könnte.

Der zweite big name ist der feurige Leadertyp SS Brian Dawkins, ein mittlerweile auf die 40 zugehender knochenharter Hitter, dessen letztes Karriereziel sein dürfte, den Tutor für den jungen Free Safety von der University of California/Los Angeles, Rahim Moore, zu geben. Moore ist vom Drafttag in Erinnerung geblieben, als er mit literweise Tränen im Gesicht ein paar warme Worte für die Möglichkeit, an Dawkins’ Seite zu spielen, gab.

Ausblick

Bleibt nur noch abzuwarten, wie holprig die Umstellung von 3-4 auf 4-3 verlaufen wird, zumal große Teile der Defense noch sehr jung sind und über kaum NFL-Erfahrung verfügen – ein Problem, das in abgespeckter Version auch für die Offense gilt. Prinzipiell halte ich bekanntermaßen große Stücke auf Fox, und ich glaube an eine deutlich bessere Saison in Denver, irgendwo in der Region der .500, sollte der Sport und nicht die Debatte um Tebow im Fokus bleiben. Der Schedule hält in den ersten drei Wochen drei mögliche Siege bereit und auch danach wäre es nicht vermessen, an das eine oder andere Upset zu glauben.

Wk #1 vs Raiders (MNF)
Wk #2 vs Bengals
Wk #3 @Titans
Wk #4 @Packers
Wk #5 vs Chargers
Wk #6 BYE
Wk #7 @Dolphins
Wk #8 vs Lions
Wk #9 @Raiders
Wk #10 @Chiefs
Wk #11 vs Jets (Donnerstag)
Wk #12 @Chargers
Wk #13 @Vikings
Wk #14 vs Bears
Wk #15 vs Patriots
Wk #16 @Bills
Wk #17 vs Chiefs

Die AFC West ist eine interessante Division mit einem klaren Favoriten (San Diego) und einem IMHO völlig offenen Rennen um den zweiten Platz, eine mögliche Wildcard. Die Broncos müssen vermutlich aber sehr verletzungsfrei bleiben, um diese zu ergattern.

Das Zeiteisen verrät: 378 Minuten verbleiben. WordCount nach 21 Teams: 20293.

Denver Broncos in der Frischzellenkur

ÜBERBLICK

#2 OLB Von Miller (Texas A&M)
#45 S Rahim Moore (UCLA)
#46 OT Orlando Franklin (Miami)
#67 LB Nate Irving (NC State)
#108 S Quinton Carter (Oklahoma)
#129 TE Julius Thomas (Portland State)
#189 LB Mike Mohamed (Cal)
#204 TE Virgil Green (Nevada)
#247 LB Jeremy Beal (Oklahoma)

Die Draftklasse der Denver Broncos gehört für mich zu den sensationellsten des Jahres und ich frage mich ernsthaft, wie viel „John Elway“ und wie viel „John Fox“ hinter dieser Taktik stecken. VIER Linebacker, ZWEI Tight Ends (und was für welche!) und ZWEI Safetys, dafür KEIN Defense Liner.

Das Fox’sche Erfolgsrezept war stets: Defensive Line bauen. Diesmal holte sich Fox als erstes an #2 OLB Von Miller, einen fast eindimensionalen Pass Rusher. Die Idee ist wohl: Die OLBs Miller/Dumervil gen Quarterback zu schicken und D.J. Williams in der Coverage zu halten. Aber so viele Linebackers (#67 Irving, #189 Mohamed, #247 Beal)? Depht chart, anyone?

Die Safetys Rahim Moore/Quinton Carter sind mit dem zunehmenden Alter der aktuellen Starter erklärbar. Brian Dawkins wird in nicht allzu weiter Ferne die Vorwahl wechseln, und nein, nicht von „2“ auf „3“. Moore gilt als als passabler Free Safety, soll gegen den Lauf (!) aber nicht so brauchbar sein.

Sechsmal Defense, aber die ganz fetten D’oh!s sind in der Offense zu finden. Ich kenne TE Julius Thomas nicht, aber TE Virgil Green ist ein Athlet vor dem Herrn, ein Mann, mehr Sprinter denn Blocker. Ob John Fox dazugelernt hat oder nach zwei Tagen Party für Miller einfach nur danebengegriffen hat?

Summa summarum

Natürlich primär Defense in diesem Draft der Broncos, aber die Prioritäten verwundern, wenn man Fox’ Historie kennt und gesehen hat, wie Fox eine Mannschaft baut. Da freut man sich doch auf die Passrush-Formationen, die die Broncos in naher Zukunft auf die Offenses loslassen werden. Die Tight End-Picks kommen, weil sie needs sind, aber sie sind angesichts von Fox‘ Spielidee trotzdem überraschend, vor allem, weil Green ein nahezu eindimensionaler Ballfänger sein dürfte. Sowas hat es in Carolina über Jahrzehnte nicht gegeben.

Es wird viel an Tebow hängen und wie man Tebow einsetzen wird, aber für ganz ausgeschlossen halte ich Denvers Rückkehr in die AFC-West-Spitze schon 2011/12 nicht. Ein Fox, der ganz augenscheinlich den Gegner zwingen möchte, gegen Denver zu laufen. Großes Kino.

Denver Broncos in der Sezierstunde

Denver Broncos 2010 – dank Josh McDaniels potenziell eine butterweiche Vorlage für einen Rundumschlag. Trotzdem der Versuch einer dezidierten Analyse.

Die Vorgeschichte

Es war Anfang Jänner 2009, als die Broncos zum x-ten Mal in Serie durch einen Leistungseinbruch gegen Saisonende (v.a.: Defense) die Playoffs verpassten. Reaktion: Der langjährige Coach und Superbowl-Champ Mike Shanahan musste gehen. Und Owner Pat Bowlen schleuste im Zuge des Jugendwahns zu dieser Zeit das OFFENSIV-Genie Josh McDaniels aus New England ein.

Eingeschoben das Geständnis: Ich fand den Move nicht übel. Vor allem nicht, nachdem ich diesen Artikel gelesen hatte.

According to coach Thom McDaniels, a reporter asked Josh what it felt like to be the guy who cost his team the game.

„He answered that he suspected God must’ve chosen him to be the guy that cost his team the game because he was strong enough to handle it,“ Thom says. „I was blown away that a high school senior could handle it that way.“

McDaniels legte von Beginn an ein merkwürdiges Kommunikationsverhalten an den Tag, verscherzte sich’s Franchise-QB Jay Cutler und WR Brandon Marshall. Im ersten Jahr ging es gerade noch gut, dank einer zu Beginn anständig spielenden Defense. Endergebnis: 8-8, weil wie in den Jahren zuvor die Defense gegen Saisonende kollabiert war – und der mittlerweile berüchtigte McDaniels am entscheidenden Spieltag auf WR Marshall verzichtete.

In der Offseason verscherbelte McDaniels nicht nur DefCoord Mike Nolan, sondern zudem einen 1st round pick für QB Tim Tebow – ein gewagtes Experiment, zumal im QB Kyle Orton recht formidabel gespielt hatte. RB Peyton Hillis wurde nach Cleveland verschoben (gegen QB Brady Quinn – ja, noch ein QB) und mutierte dort plötzlich zum neuen Stern am Himmel. Ach ja: CB Alphonso Smith, für den McDaniels ein Jahr zuvor einen 1st round pick verschenkt hatte, wurde quasi für lau nach Detroit abgeschoben.

2010/11

Die Broncos waren heuer ein Team mit zwei Gesichtern. Eine Offense, die extrem passlastig spielte – und entsprechend unkonstant. DVOA-Ratings: #15 overall, #9 Pass, #30 Lauf, #29 in der Konstanz. Konstanz im DVOA-Rating wird gemessen, um wie viel % die Werte Woche für Woche abwichen.

Extrem unbeständige Offense, dafür aber die konstanteste aller Mannschaften (geringste Varianz aller 32 NFL-Teams) in der Defense. Die konstant Schlechteste. Die Defensivbilanzen lesen sich so atemberaubend furchtbar, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

Die absoluten Zahlen: #25 Passverteidigung, #31 Laufverteidigung
Die gewichteten Zahlen: #30 overall, #31 Pass, #29 Lauf
Pass-Defense: #32 Sacks (23 an der Zahl), #31 INTs (ganze 10), #32 in zugelassenen Big Plays (62 Pässe über 20yds!!), #31 in zugelassenem Pass Rating (gegnerische QBs polierten ihr Rating mit 93.0 auf)

Spiele mit 59-43-39-36-35-33-31 Gegenpunkten (fast 50% aller Spiele >30 Punkte zugelassen!). Gegen Oakland nach 22 Spielminuten mit 0-38 zurückgelegen. Ganze zweimal weniger als 20 Punkte kassiert.

Seit die NFL 2002 aufgestockt wurde, hatten 32 Teams 8 Jahre lang die Chance, möglichst viele Punkte zuzulassen. Macht 256 Möglichkeiten. Nur zwei Teams haben in diesem Zeitraum mehr Punkte in einer einzigen Saison kassiert als Denver in dieser (nämlich genau 471, also fast 30 pro Spiel): Detroit 2008 und Detroit 2009. ’Nuff said.

Kollateralschäden

Die Broncos haben eine 4-12 Bilanz hingelegt, Josh McDaniels ist mittlerweile in St Louis bei dem, was er vermutlich vorerst besser kann (Offensive Coordinator), John Fox in Denver, um eine in Schutt und Asche liegende 3-4 Defense wieder rückzukonvertieren in eine 4-3 und die NFL um eine Erfahrung reicher: Ich denke nicht, dass der Kiffin/Mangini/Linehan/McDaniels-Trend, junge Coaches nach zwei Jahren Coordinator-Erfahrung zum Chef zu befördern, anhalten wird (Positiv-Beispiel Tomlin mal ausgenommen).

Dazu kommt ein schwerer Imageschaden der dem Coach am Ende das Genick brach – Spygate II – auch hier war McDaniels nicht klüger als Mentor Belichick. Wie viel mehr Unheil man in nicht ganz 23 Monaten an einer NFL-Franchise anrichten kann?

Als wäre das alles nicht schlimm genug, ist auch noch ein Toter zu beklagen (Selbstmord WR McKinley).

Wohin geht die Reise?

Fox halte ich trotz 2-14 in Carolina für einen Top-Coach, der die Defense wieder auf Trab bringen wird. Ich habe zu Beginn meiner Football-Zeit erlebt, wie Fox Carolina aufgebaut hat: Die Defense beginnt mit einer dominanten Front Four, dazu ein Top-MLB und solide Secondary.

Die Schlüsselstellen sind aktuell offen wie die Wunden, die McDaniels hinterlassen hat. Defensive Tackle zum Beispiel. Wird Denver Fairley an der #2 draften? Oder Dareus? Material für eine 4-3 Defense ist kaum vorhanden. Dazu muss DE Dumervil schnell wieder fit werden – aber ich frage mich, ob Fox mit dem eindimensionalen (Pass Rusher) Dumervil so seine Freude hat?

Die Linebackers haben durch Dumervils Re-Konvertierung (vom 3-4 OLB zum 4-3 End) andere Probleme: D.J. Williams [Madden-NFL-Hero!] wird dringend als OLB gebraucht, muss vermutlich aber als ILB spielen. Von daher: Fox ist auf der Suche nach seinem neuen Morgan.

Was ist mit der Secondary? Jüngst wurde der 33jährige CB Champ Bailey für teures Geld gehalten. CB Perrish Fox war ebenso Starter, steht aber kurz vor jahrelanger Einknastung (wegen Vergewaltigung). SS Brian Dawkins, jahrelang einer meiner Favoriten bei den Eagles, wird 38 und damit nicht mehr allzu lange spielen. Denver draftet an #2 – neben DT ist auch CB möglich, weil mit Patrick Peterson von der LSU einer der meist-gehypten Verteidigungsspieler bereit stünde. Peterson ist auch ein guter Returner.

In der Offense sind die Probleme anders gelagert: Was machen mit den Quarterbacks? Der kultige Kyle Orton ist zwar kein Franchise-QB, wäre aber trotzdem brauchbar – wenn da nicht QB Tim Tebow wäre, dem man offenbar das Vertrauen schenken will. Aber Tebow ist kein guter QB für die NFL und wird mit höchster Wahrscheinlichkeit als einer der besten College-Spieler ever nicht lange Land sehen in der NFL. Problem bei Tebow: Zusätzlich zur langen Aufbauzeit (sein Wurfstil ist immer noch katastrophal), muss die Offense recht stark auf seine Fähigkeiten abgestimmt werden.

Tebow ist Linkshänder. Das bedeutet, der rechte Tackle kriegt zusätzliche Bedeutung. RT Ryan Harris wird die Broncos aber verlassen. Eine weitere Baustelle also. Und: Fox ist aus Panthers-Zeiten gewohnt, viel laufen zu lassen. Gute Running Backs hat Denver aber keine.

Fazit

Denver ist ein Scherbenhaufen. Etwas, mit dem John Fox umgehen kann. Außerdem ist durch die Installierung John Elways (als „Vice President“ der Footballabteilung…) ein Gesicht am Werk, das massivste Aufmerksamkeit auf sich lenken wird. Dieser Katalysator wird Fox einige Zeit für ruhigeres Arbeiten geben. Außerdem dürften die Erwartungen eher eine Meile unter dem Meer liegen als drüber, und alles über „4-12“ als Erfolg gewertet werden.

Vielleicht hat die Ära McDaniels dann doch noch was Gutes: Eine dahin siechende Franchise komplett zertrümmert und somit den Weg für einen „richtigen“ Neuaufbau geebnet…

Auch andere Mannschaften sind in der Sezierstunde auseinandergenommen worden – hier zu finden. Oder mit den Tag Sezierstunde arbeiten.