New England Patriots Mailbag, Teil 2: Offense

Zweiter Teil des Patriots-Mailbags mit Alexander Herrmann – heute mit den zentralen Fragen zur Offense in New England: Die Rolle von OffCoord Josh McDaniels, die Zeit post-Gronkowski und die kleinen Helden in Foxboro – und die große Sollbruchstelle.

Wer es noch nicht gelesen hat: Teil 1 mit dem allgemeinen Blick auf die Unternehmenskultur sowie Belichick und Brady gab es am letzten Mittwoch. Weiterlesen

Super Bowl LIII Preview: Rams-D gegen Pats-O

Seit vielen Jahrhunderten geht die Sage, daß man gegen Tom Brady Druck durch die Mitte machen muß. Pressure über außen kann er recht gut entkräften durch sein ruhiges Manövrieren in der Pocket, schnelle und genaue Pässen und vor durch die Klugheit, schon vor dem Snap zu wissen, zu wem er im Ernstfall schnell den Ball werfen kann.

Pressure up the gut dagegen zwingt ihn, sich aus der Pocket heraus bewegen zu müssen. Brady ist einer der wenigen guten Quarterbacks, die schlecht on the run sind. Das, was Rodgers, Wilson und Mahomes am meisten Spaß macht, ist für den wohl besten QB aller Zeiten ein Alptraum.

Enter Aaron Donald. Weiterlesen

Trainerkarussell 2018: Baby Belichicks

Der Trainermarkt 2018 in der NFL ist so bizarr wie selten. Bei den Offensive Coordinators erleben wir eine schier unheimliche Serie an uninspirierten Oldie-Einstellungen, während auf Headcoach der Markt von „Baby Belichicks“ überflutet wird – Coaches, die mehr oder weniger direkt aus dem Stammbaum der New England Patriots kommen. Ein weiterer Zwischenstand. Weiterlesen

Vorschau Divisional Playoffs 2015/16 – Kansas City Chiefs @ New England Patriots

Football!

Das schönste Wochenende des Jahres: die acht besten Teams an zwei Tagen gegeneinander – besser geht’s nicht. Sieben der acht verbliebenen Teams sind in korsakoffs Power Ranking in den Top-8. Bei den Football Outsiders sind nach DVOA alle acht Teams in den Top-10. Wir fangen an im Nordosten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und wohl zumindest zeitweise auch Niederschlag, bei diesen Temperaturen kann das alles mögliche sein von Regen über Eisregen bis hin zu echtem Schnee.

22.35 Uhr: Kansas City Chiefs (12-5, #5 Seed) @ New England Patriots (12-4, AFC East Champions, #2 Seed). Im Gamepass mit The Bird & The Beard, Ian Eagle und Dan Fouts. Bei Pro7Maxx und ran.de ab 22.10 mit ? (steht auf der ran.de Seite leider nicht) und natürlich bei PULS4. Weiterlesen

MNF #14 Preview: Seattle Seahawks – St Louis Rams

Die Spielauswahl der NFL für die Primetime soll hier nicht das Thema sein. Heute Nacht, 02h30 (LIVE EPSN America) ein eher wertloses Duell aus der NFC West, Seattle Seahawks vs. St Louis Rams, das „Re-Match“ des letztjährigen „Playoff-Spiels“ zum Ausklang der Regular Season. Auf die Seahawks und ihre aufstrebende Defense hatte ich vor zehn Tagen geschaut. Nehmen wir diesen seltenen TV-Auftritt der Rams mal als Vorwand, einen Blick auf St Louis zu werfen, das mit „2-10“ die zweitschwächste Bilanz aller NFL-Teams hält.

Hauptverantwortlich dafür ist die inferiore Offense, die kein Bein in den Boden bekommt und mittlerweile ernsthafte Zweifel an OffCoord Josh McDaniels weckt. Verletzungen sind nicht unschuldig: Beide Tackles und fast alle nennenswerten Wide Receivers sind auf den IR. Die Line soll jedoch auch mit den Tackles Smith/Saffold labil genug gewesen sein, was das schwache Laufspiel um den bemitleidenswerten RB Steven Jackson hemmte und in katastrophalem Passspiel kulminierte. Passspiel, wo McDaniels doch als Koryphäe gilt.

Der junge QB Sam Bradford entwickelt ohne einen QB-Coach (!) im Trainerstab sich einfach nicht weiter und hat mit Verletzungen und Armut an brauchbaren Anspielstationen zu kämpfen, ist aber immer noch ein Upgrade gegenüber dem Wandervogel A.J. Feeley. Beide sollen heute Nacht jedoch ausfallen und der Third Stringer Tom Brandstater – der Name lässt Wurzeln irgendwo in den Alpen vermuten – ran.

Das Erstaunliche an der Rams-Offense: Sie produziert sehr wenige Interceptions (1 pro 25 Drives), gibt aber trotzdem oft den Ball her (1/8 Drive), was für Fumble-Pech spricht. Die Probleme gehen aber tiefer: St Louis startet meistens sehr weit in der eigenen Platzhälfte (am Sonntag gegen S.F. 20-20-13-20-20-18-23-20-18-21-12-20) und macht kaum Yards mit seiner lahmen Offense (23,4yds/Drive). Wenig überraschendes Ergebnis: Die Rams sind trotz nicht verheerender Turnover-Zahlen die ineffizienteste Mannschaft der NFL, scoren mit 0,94pts/Drive weniger als alle anderen Teams in der NFL.

Das liest sich alles ähnlich der Situation in Cleveland. Auch die Rams suchen neben einem verlässlichen Offensive Tackle händeringend einen großen #1-Wide Receiver zur Entlastung Bradfords (nur 54% Completion Rate!), nachdem sich die vielen Einkäufe der Offseason (plus WR Lloyd) nicht bezahlt gemacht haben.

Auf der anderen Seite gehört die Defense der Rams zu den grundsoliden, ist gebaut um einen guten, unspektakulären Pass Rush, hat aber Probleme, wenn der Gegner mit massiertem Laufspiel daherkommt (RB Lynch, hallo!). Eine sehr interessante Facette an der Rams-Defense ist das Abdecken der Wide Receiver:

  • vs. TE: #1 (27.0yds/Spiel)
  • vs. #1-WR: #12 (64.8yds/Spiel)
  • vs. #2-WR: #25 (50.6yds/Spiel)
  • vs. #3/4/5-WR: #23 (50.7yds/Spiel)
  • vs. RB: #25 (35.5yds/Spiel)

IMHO ein Zeichen für noch zu geringe Tiefe in der Pass-Deckung, v.a. bei den vielen unbekannten Cornerbacks. Ich bezweifle jedoch, ob Head Coach Steve Spagnuolo die Zeit bekommen wird, den Kader diesbezüglich zu verbreitern: Die Rams stagnieren seit Spagnuolos Amtsantritt nicht weniger als vor dessen Ankunft. Sprach anfangs der Stimmungsaufschwung noch für einen Verbleib, dürfte angesichts des trotz vieler Draftpicks mittelmäßig gebliebenen Kaders der Geduldsfaden langsam reißen. Eine Rasur Spagnuolos halte ich für wenigstens nicht unwahrscheinlicher als einen Verbleib.

St Louis Rams in der Frischzellenkur

ÜBERBLICK

#14 DE Robert Quinn (North Carolina)
#47 TE Lance Kendricks (Wisconsin)
#78 WR Austin Pettis (Boise State)
#112 WR Greg Salas (Hawaii)
#158 S Jermale Hines (Ohio State)
#216 CB Mikail Baker (Baylor)
#228 LB Jabara Williams (Stephen Austin)
#229 CB Jonathan Nelson (Oklahoma)

Ein Philosophie-Draft der Rams: Defensiv-Philosophie ist, die Line zu bauen und Tiefe für die Secondary zu bekommen. Offensiv-Philosophie ist die Philosophie des Josh McDaniels.

Mit Pick #14 hätten die Rams gewiss WR Julio Jones genommen, wäre er frei gewesen. So ist es DE Robert Quinn von UNC geworden, ein Pass Rusher. Die D-Line war noch eine der am besten besetzten Positionen in St. Louis, aber schon aus Giants-Zeiten sind wir gewohnt, dass Steve Spagnuolo die Rotation in der Line liebt und entsprechend heiß auf Defensive Liner ist. Ich sage mal, Quinn ist so ein Fall.

Die Rest-Defense wurde erst sehr spät angegangen, mit zwei Cornerbacks, einem Safety und einem Linebacker. Dieser Linebacker heißt Jabara Williams und kommt von einem aberwitzig kleinen College-Programm, Stephen Austin, der Uni, die einst den Eagles-LB Jeremiah Trotter hervorgebracht hat. Trotter? Spagnuolo? Eagles? Rüschtisch, dort wo Spagnuolo einst Trotter gecoacht hatte. Safety Hines von Ohio State dürfte langfristig als Ersatzmann für den aus Gehaltsgründen gefeuerten O.J. Atogwe gedacht sein.

Die interessantesten Picks sind jene in der Mitte des Drafts, wo die Offense angegangen wurde: TE Lance Kendricks zum Beispiel. Ein ausgewogener TE zwischen Fangen und Blocken und damit wie gemacht für die Offensiv-Schemen von OffCoord McDaniels. Jede Wette, dass hinter diesem Pick McDaniels steht.

Danach ZWEI Wide Receivers, und beide sind eine Überraschung: WR Austin Pettis von Boise State, ein halber Tight End, der possession receiver für die RedZone, den so viele Mannschaften haben wollen, aber so wenige besitzen. Und dann Greg Salas, mehr der Typ burner. St Louis hat plötzlich haufenweise Receivers. Ob die Qualität stimmt, darüber ist ein Urteil zu früh.

Summa summarum

Eine Kombination aus needs und Philosophie. Man erkennt eine Handschrift: Die Defensivarbeit soll um eine starke Defensive Line herum gebaut werden, was bei einem Head Coach Steve Spagnuolo nichts Nennenswertes darstellt. Die Offense trägt „Josh McDaniels“ auf dem Stempelpapier, bevor McDaniels überhaupt zum ersten Training gebeten hat. Ich mag Teams, bei denen ein Konzept zu erkennen ist. Die St Louis Rams sind so eines.

Denver Broncos in der Sezierstunde

Denver Broncos 2010 – dank Josh McDaniels potenziell eine butterweiche Vorlage für einen Rundumschlag. Trotzdem der Versuch einer dezidierten Analyse.

Die Vorgeschichte

Es war Anfang Jänner 2009, als die Broncos zum x-ten Mal in Serie durch einen Leistungseinbruch gegen Saisonende (v.a.: Defense) die Playoffs verpassten. Reaktion: Der langjährige Coach und Superbowl-Champ Mike Shanahan musste gehen. Und Owner Pat Bowlen schleuste im Zuge des Jugendwahns zu dieser Zeit das OFFENSIV-Genie Josh McDaniels aus New England ein.

Eingeschoben das Geständnis: Ich fand den Move nicht übel. Vor allem nicht, nachdem ich diesen Artikel gelesen hatte.

According to coach Thom McDaniels, a reporter asked Josh what it felt like to be the guy who cost his team the game.

„He answered that he suspected God must’ve chosen him to be the guy that cost his team the game because he was strong enough to handle it,“ Thom says. „I was blown away that a high school senior could handle it that way.“

McDaniels legte von Beginn an ein merkwürdiges Kommunikationsverhalten an den Tag, verscherzte sich’s Franchise-QB Jay Cutler und WR Brandon Marshall. Im ersten Jahr ging es gerade noch gut, dank einer zu Beginn anständig spielenden Defense. Endergebnis: 8-8, weil wie in den Jahren zuvor die Defense gegen Saisonende kollabiert war – und der mittlerweile berüchtigte McDaniels am entscheidenden Spieltag auf WR Marshall verzichtete.

In der Offseason verscherbelte McDaniels nicht nur DefCoord Mike Nolan, sondern zudem einen 1st round pick für QB Tim Tebow – ein gewagtes Experiment, zumal im QB Kyle Orton recht formidabel gespielt hatte. RB Peyton Hillis wurde nach Cleveland verschoben (gegen QB Brady Quinn – ja, noch ein QB) und mutierte dort plötzlich zum neuen Stern am Himmel. Ach ja: CB Alphonso Smith, für den McDaniels ein Jahr zuvor einen 1st round pick verschenkt hatte, wurde quasi für lau nach Detroit abgeschoben.

2010/11

Die Broncos waren heuer ein Team mit zwei Gesichtern. Eine Offense, die extrem passlastig spielte – und entsprechend unkonstant. DVOA-Ratings: #15 overall, #9 Pass, #30 Lauf, #29 in der Konstanz. Konstanz im DVOA-Rating wird gemessen, um wie viel % die Werte Woche für Woche abwichen.

Extrem unbeständige Offense, dafür aber die konstanteste aller Mannschaften (geringste Varianz aller 32 NFL-Teams) in der Defense. Die konstant Schlechteste. Die Defensivbilanzen lesen sich so atemberaubend furchtbar, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

Die absoluten Zahlen: #25 Passverteidigung, #31 Laufverteidigung
Die gewichteten Zahlen: #30 overall, #31 Pass, #29 Lauf
Pass-Defense: #32 Sacks (23 an der Zahl), #31 INTs (ganze 10), #32 in zugelassenen Big Plays (62 Pässe über 20yds!!), #31 in zugelassenem Pass Rating (gegnerische QBs polierten ihr Rating mit 93.0 auf)

Spiele mit 59-43-39-36-35-33-31 Gegenpunkten (fast 50% aller Spiele >30 Punkte zugelassen!). Gegen Oakland nach 22 Spielminuten mit 0-38 zurückgelegen. Ganze zweimal weniger als 20 Punkte kassiert.

Seit die NFL 2002 aufgestockt wurde, hatten 32 Teams 8 Jahre lang die Chance, möglichst viele Punkte zuzulassen. Macht 256 Möglichkeiten. Nur zwei Teams haben in diesem Zeitraum mehr Punkte in einer einzigen Saison kassiert als Denver in dieser (nämlich genau 471, also fast 30 pro Spiel): Detroit 2008 und Detroit 2009. ’Nuff said.

Kollateralschäden

Die Broncos haben eine 4-12 Bilanz hingelegt, Josh McDaniels ist mittlerweile in St Louis bei dem, was er vermutlich vorerst besser kann (Offensive Coordinator), John Fox in Denver, um eine in Schutt und Asche liegende 3-4 Defense wieder rückzukonvertieren in eine 4-3 und die NFL um eine Erfahrung reicher: Ich denke nicht, dass der Kiffin/Mangini/Linehan/McDaniels-Trend, junge Coaches nach zwei Jahren Coordinator-Erfahrung zum Chef zu befördern, anhalten wird (Positiv-Beispiel Tomlin mal ausgenommen).

Dazu kommt ein schwerer Imageschaden der dem Coach am Ende das Genick brach – Spygate II – auch hier war McDaniels nicht klüger als Mentor Belichick. Wie viel mehr Unheil man in nicht ganz 23 Monaten an einer NFL-Franchise anrichten kann?

Als wäre das alles nicht schlimm genug, ist auch noch ein Toter zu beklagen (Selbstmord WR McKinley).

Wohin geht die Reise?

Fox halte ich trotz 2-14 in Carolina für einen Top-Coach, der die Defense wieder auf Trab bringen wird. Ich habe zu Beginn meiner Football-Zeit erlebt, wie Fox Carolina aufgebaut hat: Die Defense beginnt mit einer dominanten Front Four, dazu ein Top-MLB und solide Secondary.

Die Schlüsselstellen sind aktuell offen wie die Wunden, die McDaniels hinterlassen hat. Defensive Tackle zum Beispiel. Wird Denver Fairley an der #2 draften? Oder Dareus? Material für eine 4-3 Defense ist kaum vorhanden. Dazu muss DE Dumervil schnell wieder fit werden – aber ich frage mich, ob Fox mit dem eindimensionalen (Pass Rusher) Dumervil so seine Freude hat?

Die Linebackers haben durch Dumervils Re-Konvertierung (vom 3-4 OLB zum 4-3 End) andere Probleme: D.J. Williams [Madden-NFL-Hero!] wird dringend als OLB gebraucht, muss vermutlich aber als ILB spielen. Von daher: Fox ist auf der Suche nach seinem neuen Morgan.

Was ist mit der Secondary? Jüngst wurde der 33jährige CB Champ Bailey für teures Geld gehalten. CB Perrish Fox war ebenso Starter, steht aber kurz vor jahrelanger Einknastung (wegen Vergewaltigung). SS Brian Dawkins, jahrelang einer meiner Favoriten bei den Eagles, wird 38 und damit nicht mehr allzu lange spielen. Denver draftet an #2 – neben DT ist auch CB möglich, weil mit Patrick Peterson von der LSU einer der meist-gehypten Verteidigungsspieler bereit stünde. Peterson ist auch ein guter Returner.

In der Offense sind die Probleme anders gelagert: Was machen mit den Quarterbacks? Der kultige Kyle Orton ist zwar kein Franchise-QB, wäre aber trotzdem brauchbar – wenn da nicht QB Tim Tebow wäre, dem man offenbar das Vertrauen schenken will. Aber Tebow ist kein guter QB für die NFL und wird mit höchster Wahrscheinlichkeit als einer der besten College-Spieler ever nicht lange Land sehen in der NFL. Problem bei Tebow: Zusätzlich zur langen Aufbauzeit (sein Wurfstil ist immer noch katastrophal), muss die Offense recht stark auf seine Fähigkeiten abgestimmt werden.

Tebow ist Linkshänder. Das bedeutet, der rechte Tackle kriegt zusätzliche Bedeutung. RT Ryan Harris wird die Broncos aber verlassen. Eine weitere Baustelle also. Und: Fox ist aus Panthers-Zeiten gewohnt, viel laufen zu lassen. Gute Running Backs hat Denver aber keine.

Fazit

Denver ist ein Scherbenhaufen. Etwas, mit dem John Fox umgehen kann. Außerdem ist durch die Installierung John Elways (als „Vice President“ der Footballabteilung…) ein Gesicht am Werk, das massivste Aufmerksamkeit auf sich lenken wird. Dieser Katalysator wird Fox einige Zeit für ruhigeres Arbeiten geben. Außerdem dürften die Erwartungen eher eine Meile unter dem Meer liegen als drüber, und alles über „4-12“ als Erfolg gewertet werden.

Vielleicht hat die Ära McDaniels dann doch noch was Gutes: Eine dahin siechende Franchise komplett zertrümmert und somit den Weg für einen „richtigen“ Neuaufbau geebnet…

Auch andere Mannschaften sind in der Sezierstunde auseinandergenommen worden – hier zu finden. Oder mit den Tag Sezierstunde arbeiten.

NFL #13: New England Patriots – New York Jets LIVE

[05h31] Es sollte ein Statement-Spiel werden. Die Erkenntnisse:

1) New England ist der neue NFL-Topfavorit. Beste Patriots-Vorstellung seit Saisonmitte 2007.
2) Der NFL MVP 2010 ist gefunden.
3) Die Jets-Defense ist in ein anderes Licht gerückt worden.
4) Alle Rufe nach Safety Leonhard waren begründet.
5) Rex Ryan braucht Nachhilfe beim Werfen von Taschentüchern.
6) Die Jets dürfen trotzdem nicht abgeschrieben werden. Nicht mit dieser Defense.
7) Ich kenne ein paar Leute, die ganz gerne ein Re-Match Mitte/Ende Jänner sehen würden.

[05h12] New England 45, N.Y. Jets 3. Und der nächste Touchdown nach einer INT.

Jetzt kriegt sogar RT Sebastian Vollmer sein Extralob ab, nachdem Vollmers Vorstellungen heuer phasenweise etwas kontrovers diskutiert worden waren.

Fünfundvierzig zu drei. Da werden einige Power Rankings neu sortiert werden.

[05h05] New England 38, N.Y. Jets 3. Die Ironie: Jetzt wissen die Jets, wer RB Danny Woodhead ist.

[04h53] Und die nächste INT. Diesmal darf CB McCourty ran. Die INT wird McCourty aber nicht reichen, um DT Suh vom Defensive Rookie of the Year-Thron zu stoßen.

[04h46] New England 31, N.Y. Jets 3. Ich denke nicht, dass heute noch jemand Rex Ryans Großmaul stopfen muss. Nach der INT ein fassungsloser Drive. 8 Plays, 93yds. Eine Serie an Kurzpässen und fast jedes Mal waren größte Räume für die Yards nach dem Catch. TE Hernandez und WR Welker erlebten orgiastische Momente. Die #1 in der AFC schaut sehr vergeben aus.

[04h37] Die Jets kommen mit einem anschaulichen Drive raus. Sanchez mit schnellen Würfen. Und dann an der 5yds Line die INT. Sanchez auf der Suche nach TE Keller in der Endzone. Übersieht LB #55 Spikes, der genau in die Flugbahn spritzt und das Ei zur Vorentscheidung aus der Luft pflückt.

So. Bitte mehr Laufspiel jetzt. Ich will noch ein paar Minuten schlafen…

[04h16] Zur Halbzeit ist festzustellen: Hier wird „Klassenunterschied“ definiert. Nur eine Sache ist positiv aus Jets-Sicht: Sie haben in den letzten Minuten selbst die Blaupause geliefert, wie man New Englands potente Offense stoppt: Mit allen Mitteln den Pass Rush verstärken, um Brady unter Druck zu setzen.

Die Jets-Offense ist an allen Ecken und Enden zu zögerlich. Es ist nicht grottenschlecht, aber es fehlt stets das letzte Quäntchen Überzeugung.

[03h57] BREAKING: Die Jets-Defense hat New England tatsächlich mal gestoppt. Fünfter Drive, erstmals keine Punkte für New England.

[03h48] New England 24, N.Y. Jets 3. Um es noch einmal zu sagen: Die Offensive Line der Patriots ist überragend. Ist Brady überhaupt schon einmal berührt worden? Sogar bei einem Sneak machen die Pats mehrere Yards. Am Ende ein womöglich irregulärer Touchdown ganz links draußen durch WR Tate (am Boden in der Reihenfolge: linker Fuß, rechte Hand, recher Ellbogen aus dem Spielfeld, recter Fuß). Aber dass Rex Ryan heute kein gutes Taschentuch-Management an den Tag legt, ist dann auch nix Neues.

[03h38] New England 17, N.Y. Jets 3. Die Jets sind offensiv nicht wirklich schlecht – aber dann kommt wieder so ein Moment: WR Edwards gleitet ein Ball bei 3rd down durch die Finger. Kann man fangen, sollte man fangen, aber kein absolutes Muss. Es sei denn, man will New England in Foxboro putzen.

[03h22] New England 17, N.Y. Jets 0. Bisher fahren die Patriots über die Jets drüber. Bei 4th down an der RedZone spielen die Pats aufgrund von Gegenwind aus. Brady mit einem schnellen, kurzen Pass auf WR Branch. Branch ist von drei Jets umringt und kann trotzdem in die Endzone durchlaufen.

Problemzone bei den Jets: Null Pass Rush. Und jetzt muss DE Taylor auch noch in die Umkleide.

Offensiv das größte Problem: QB Mark Sanchez wirft bisher teilweise sehr ungenaue Pässe, selbst bei kürzesten Screens.

[03h13] New England 10, N.Y. Jets 0. Mal schauen, wie lange es dauert, bis Jim Leonhard wieder thematisiert wird. Langer Ball in die Endzone auf TE Gronkowski und der DB Smith reißt Gronkowski grade noch nieder zur PI. Zwei Plays später ist RB Green-Ellis in der Endzone. Ungut für die Jets: Zwischendurch war bei einem verwerteten 3rd down der Patriots die Playclock abgelaufen. Wohl aufgrund der sinnlosen Challenge im ersten Drive ließ Ryan das Taschentuch stecken…

[03h03] Die Jets kommen mit einer schnellen Offense auf das Feld – No Huddle. Das funktioniert eine Weile lang recht gut, solange, bis die Jets etwas mehr in Richtung Laufspiel umstellen. Rex Ryan spielt in der eigenen Hälfte erfolgreich ein 4th down aus. Aber das lange Field Goal mit Wind im Rücken geht klar daneben.

[02h48] New England 3, N.Y. Jets 0. Es ist viel geredet worden über den Ausfall von SS Leonhard. Erwartet hat dadurch man viel Spiel über die Tight Ends von Seiten der Patriots. Bisher ist davon wenig zu sehen, die TEs werden recht kreativ als Vorblocker eingesetzt.

[02h32] Zum heutigen Nachtspiel. Für die Jets ist das die ultimative Herausforderung. Die Patriots sind im Kern eine andere Mannschaft als im September – aber sie kommen mit einem anderen Selbstverständnis daher. Die Jets gewinnen ihre Spiele, aber sie gewinnen nicht überzeugend.

Die äußerlichen Umstände könnten angenehmer sein: Gut möglich, dass es schneien wird, und 8-10 m/s Wind.

[02h20] Beginnend mit einer Meldung von der Trainerfront: Josh McDaniels, Head Coach der Denver Broncos, ist gefeuert worden. Für mich ein überraschender Move zu diesem Zeitpunkt, da ich Owner Bowlen so eingeschätzt hätte, keinen Trainer in der laufenden Saison zu feuern.

McDaniels war aber imho eh nur noch dead man walking. Zu viele Kontroversen, zu wenige Erfolge, und zuletzt noch Spygate II. McDaniels Vermächtnis dürfte kein glückliches sein, vor allem nach den letzten beiden Drafts. Man darf sich fragen, ob McDaniels rückwirkend noch einmal Mike Shanahan feuern würde.