Akademische Viertelstunde – College Football 2019 nach Woche 9

Ich habe heute Vormittag schon recht detailliert auf das Playoff-Rennen im College Football geschaut. Hier noch ein kurzer Rückblick auf die letzte Woche – Fazit: Die College-Footballsaison 2019/20 nimmt Fahrt auf! Weiterlesen

Big 12 Conference | 2015/16 Preview

Die Big 12 Conference wähnte sich letztes Jahr schwer verarscht, als sie am letzten Spieltag ihres sicher geglaubten Platzes im ersten College Football Playoff beraubt wurde. TCU und Baylor, beide nur mit einer Niederlage, wurden in der Abstimmung des Playoff-Komitees außen vor gelassen, wurden hinter Ohio State eingereiht.

Auch wenn Ohio State hinterher als erster Champion des Playoff-Systems seinen Platz sportlich rechtfertigen konnte, bleibt die Entscheidung von damals eine mit fadem Nachgeschmack. Die Big 12 reagierte mit der Idee, ihr Conference-Endspiel zu reanimieren, doch der viel gewichtigere Grund des Ausscheidens von TCU und Baylor dürfte schlicht der zu kleine Name der beiden Universitäten gewesen sein. Weiterlesen

Bowl Season 2013/14, Großkampftag am Samstag

Bowl-Season heute mit einem Großkampftag. Alle Spiele kommen wieder live im ESPN-Player, und SPORT1 US zeigt heute auch was live, nämlich die Russell Athletic Bowl Miami/FL vs #18 Louisville (mit Teddy Bridgewater!) ab 0h45.

MEZ    BOWL                TEAM 1            TEAM 2
18h    Pinstripe           Notre Dame        Rutgers
21h20  Belk                Cincinnati        North Carolina
00h45  Russell Athletic    Miami/FL          Louisville
04h15  Buffalo Wild Wings  Kansas State      Michigan

Zu den einzelnen Spielen im Detail. Weiterlesen

The Countdown, T-minus 24: Kansas State Wildcats

The Countdown

#24 Kansas State Wildcats.
Big 12 Conference.
2012: 11-2.

Es gibt Mannschaften, bei denen unternehme ich nichtmal den Versuch zu verhehlen, dass ich einen sehr weichen Fleck für sie habe. Das Footballteam der Kansas State University ist eines von ihnen. Kansas State liegt irgendwo draußen in der Prärie der Rednecks, fernab jeder Zivilisation, und war über viele Jahrzehnte eine Lachnummer mit ihren 0-11 Bilanzen und verrosteten Facilities, bis Ende der 80er Jahre Head Coach Bill Snyder übernahm. Quasi über Nacht waren die Wildcats Anwärter auf den National Title. Ohne Ressourcen. Fast ohne richtiges Recruiting. K-State gewann nie einen National-Title, aber man war oft genug nah dran, dass Bill Snyder (heute 74jährig) als einer der besten Coaches in der Geschichte des College Footballs angepriesen wird. Snyder ist nach einer kurzen Auszeit seit 2009 wieder am Ruder, und K-State verzeichnete als vorläufigen Höhepunkt seiner zweiten Amtszeit im letzten Herbst den Gewinn der Big 12 Conference.

Freilich kann man das in der Retrospektive sogar als kleine Enttäuschung werten, nachdem ein Debakel gegen den Zwerg Baylor kurz vor Saisonende die Qualifikation für das BCS-Finale kostete, und mir das Herz zerbrach. Freilich zeigte sich in der Fiesta Bowl, wie überfordert die Wildcats mit Oregon waren. Das ändert jedoch nix dran, dass K-State zuletzt zwei phänomenale Jahre spielte (Record: 21-5).

Joeyseck Blog

Eindrücke vom Campus.

Alle Mannschaften von Snyder haben eines gemein: Sie spielen großartige Special-Teams, sie haben konstant gute Turnover-Ratios (eigentlich müsste ich von Turnover-Glück sprechen) und sie schlagen ihre statistischen Erwartungen. Sie sind overachiever. Aber weil sie vom Leistungsvermögen ihrer Athleten auf einer Stufe mit – sagen wir: Colorado State – sind, müssen sie auch overachiever sein. Nennen wir es Magie, nennen wir es Glück, nennen wir es wie immer wir es nennen wollen: Die Wildcats von Bill Snyder werden uns immer überraschen, weil wir nicht wahrhaben wollen, dass ein solches Team die Arrivierten nicht bloß ärgert, sondern regelmäßig stürzt.


Das gesagt, bin ich dieses Jahr mal richtig gespannt, was die Jungs auf die Beine gestellt bekommen. In der Offense muss mit dem einzigartigen QB Collin Klein Herz, Niere, Lunge und Seele der Mannschaft ersetzt werden. Klein war nie ein Werfer aus dem Lehrbuch, aber er war einer der bestmöglichen Quarterbacks für diese steinzeitliche Option-Offense, in denen du drauf angewiesen bist, dass dein QB die 3rd-und-3 Downs verwertet. Collin Klein verwertete sie alle, und das hinter einer mehr als suspekten Offensive Line.

Tja, und in der Defense muss ersetzt werden: Quasi alles. Neun Starter (!) sind weg, darunter der hoch gelobte LB Arthur Brown, der so gut war, dass ihn die Baltimore Ravens zum potenziellen Nachfolger von Ray Lewis auserkoren haben.

Wie ersetzt man Collin Klein? Es wird nicht 1:1 gehen, aber der OffCoord Dana Dimel steht bei mir hoch genug im Ruf, dass ich ihm zutraue, einen Nachzügler wie QB Daniel Sams oder Jake Waters adäquat einzubauen. Insbesondere Sams ist mir als extrem effizienter Scrambler in recht guter Erinnerung, aber Sams ist ein schwacher Werfer. Waters wirft geilere Pässe, ist aber eher eine Statue.

Bei den Running Backs sollte man besser heute als morgen versuchen, John Hubert zu ersetzen. Mir ist es ein Rätsel, wie Hubert 5.0yds/Carry im Stat-Book stehen haben kann: Der Mann ist eine Walze, aber er bringt deiner Offense kaum Geschwindigkeit. Dafür gibt es in Tyler Lockett und Tramain Thompson zwei absolut fantastische Wide Receivers, Jungs, für die nichtmal der Ausdruck „Zwergen-Combo“ angebracht wäre: Zwei Winzlinge, aber Baby, mit einer Agilität, dass es dir beim Zuschauen die die Haxen verknotet. Der Trainerstab wird dieses Jahr vermutlich den einen oder anderen Passspielzug mehr ansagen müssen, allein wegen diesen beiden Spielern.

In der Defense ist jede Prognose ein Schuss ins Blaue, außer dieser: Snyder wird geeignete Ersatzleute in den Junior-Colleges (JUCO) finden. Athleten, die vor zwei Jahren aufgrund diverser Probleme (Schlägereien, Analphabetismus,…) von einem Top-College geflogen sind und nun noch 1-2 Jahre College Football spielen wollen. Snyder macht das immer, und ich ginge jede Wette ein, dass es auch diesmal so sein wird. Wichtig wird die Front-Seven: Die Lauf-Defense muss halten, und der Passrush zumindest halbwegs zünden. Die Secondary ist grundsolide, aber sie kann die Passfeuerwerke der Big 12 Conference nicht ohne Unterstützung vom Passrush abwehren.


Wird eine interessante Saison: K-State kann den Erfolg der letzten beiden Jahre fast nicht wiederholen, dafür ist zuviel Top-Qualität abgewandert. Wenn der Laden von diesem einzigartigen Trainerstab zusammengehalten wird (und niemand zweifelt daran), wird K-State nicht komplett eingehen. In der sehr guten, sehr breit besetzten, aber ohne die ganz großen Top-Teams oben und ohne die ganz gurkigen Gurken unten, Big 12 Conference könnte das viele engen Spiele mit wenig Punktedifferenz bedeuten. Snyders Bilanz in engen Spielen ist seit seinem zweiten Amtantritt 2009 jenseits von gut und böse (16-4 Siege), aber ich weigere mich, drauf zu wetten, dass es auch diesmal wieder ein 7-0 o.Ä. in engen Spielen wird (Snyder hatte z.B. in seiner ersten Amtszeit eine negative Bilanz in engen Spielen).

Zwischen 6 und 9 Saisonsiegen halte ich alles für möglich – je nachdem, wie gut die Wildcats in engen Spielen abschneiden.

Fiesta Bowl 2013 live: Kansas State – Oregon

Preview

Fiesta Bowl 2013.

Draft 2013

Who to watch

Oregon

DE #96 Dion Jordan
OT #74 Kyle Long
RB #24 Kenjon Barner
LB #47 Kiko Alonso
P  #49 Jackson Rice
S      John Boyett
       (inaktiv)

Kansas State

LB #4  Arthur Brown
WR #3  Chris Harper
DE #42 Meshzak Williams
QB #7  Collin Klein
CB #24 Nigel Malone
FB #37 Bradon Wilson

Aus Spoilergründen machte ich hier oben nun „zu“. Nach dem Sprung gibt es den Liveblog zum Spiel und eine vier Absätze lange Recap zu beiden Mannschaften und der möglichen NFL-Zukunft für Oregon-HC Chip Kelly, der morgen früh in Glendale mit den Cleveland Browns verhandeln soll. Weiterlesen

Fiesta Bowl 2013 Preview: Kansas State Wildcats – Oregon Ducks

Heute Nacht kommt vom College Football das heimliche Endspiel, #5 Kansas State Wildcats (11-1) vs. #4 Oregon Ducks (11-1) in der Fiesta Bowl 2013 (02h LIVE bei ESPN America) aus dem Stadion von Glendale/AZ. Es ist für mich das Spiel der Bowl Season, nicht bloß weil ich es mir so sehnlichst als „richtiges“ Title Game erhofft hatte, sondern auch, weil wir hier College Football in Reinkultur bekommen: Die ästhetisch wunderschöne Spread-Offense von Oregon mit ihrem Coach Chip Kelly in seinem wohl letzten College-Spiel gegen die scheinbar antiquierten, aber bodenständigen Wildcats vom zeitlosen Head Coach Bill Snyder. Beide waren Mitte November an #1 und #2 gerankt gewesen, beide waren am selben Wochenende gestolpert. Weiterlesen

Sniff

Mein Herz blutet. Die Storyline wäre einfach zu schön gewesen: Die Kansas State Wildcats aus der Steinzeit, keine Ressourcen außer ein paar Holzhütten in der Prärie der Rednecks, einen Coach in den 70ern, einen Quarterback aus den 30ern, gegen die Oregon Ducks mit ihren oberflächenbeschichteten Helmen aus dem Jahre 2105, die hübschen Jungs, neureich, laut.

K-State und Oregon gingen gestern im Duett baden.

Und vermutlich eine weitere Saison ohne einen Underdog im großen Spiel.

College Football, Week 12

Zu den Spielen ist heute im Vorfeld nicht viel zu sagen. Der GameDay kommt heute aus Eugene/Oregon, der Heimat der Oregon Ducks, was bei neun Stunden Zeitdifferenz bedeutet, dass Lee Corso, Kirk Herbstreit und Kollegen schon ab sechs Uhr Ortszeit im nasskalten Nordwesten der Staaten auf Sendung gehen werden… viel Spaß.

#2 Oregon spielt erst elf Stunden später, um 02h MEZ, zuhause gegen die #13 Stanford Cardinal, ein sehr physischer Gegner, von dem man allseits annimmt, dass er Oregons extrem schnelle, gefinkelte Spread-Option-Offense zumindest eine zeitlang wird fordern können. In den letzten beiden Jahren hatte Stanford aber selbst mit noch besseren Kader und mit QB Andrew Luck nicht den Hauch einer Chance gehabt, und die beiden Scores waren jeweils fast identisch: 52-31 Oregon im Jahre 2010, 53-30 Oregon letztes Jahr.

Man kann also von einem Oregon-Erfolg ausgehen. Ab 02h LIVE bei ESPNA.

#1 Kansas State auswärts gegen Baylor mit fast einer Pflichtübung, wobei insbesondere die suspekte Baylor-Defense gegen den bodenständigen Angriff um QB Collin Klein wenig ausrichten dürfte.

#3 Notre Dame spielt ab 21h30 LIVE bei Eurosport 2 gegen ein dieses Jahr enttäuschendes Team von Wake Forest. In den Staaten wird großes Tamtam um den Fakt gemacht, dass Notre Dame dieses Jahr zuhause viel knappere, wackeligere Siege einfährt als auswärts, wo selbst gegen Granden wie Oklahoma (im Ergebnis) klar gewonnen wurde. Notre Dame verabschiedet sich also heute von seinem Stadion für diese Saison, und es wäre schon eine gewaltige Überraschung, wenn Wake hier was ausrichten könnte.

Auf der anderen Seite: Es sind nur noch 2.5 Spieltage, und um diese Zeit fallen die Dominos ganz gerne mal etwas leichter um…

Der Sendeplan (Achtung: Toledo – Akron gehört technisch bereits zur Spielwoche 13):

ESPN America

LIVE

    17.11.2012  15h00  GameDay aus Eugene/OR
    17.11.2012  18h00  Michigan - Iowa
    17.11.2012  21h30  Clemson - NC State
17./18.11.2012  02h00  Oregon - Stanford
17./18.11.2012  05h30  San Jose State - BYU
20./21.11.2012  01h00  Toledo - Akron

Tapes                                

    17.11.2012  11h30  Air Force - Hawaii
    18.11.2012  09h00  Michigan State - Northwestern
    18.11.2012  11h30  Oregon - Stanford
    20.11.2012  09h00  LSU - Ole Miss
    20.11.2012  11h30  Baylor - Kansas State
    21.11.2012  13h00  San Jose State - BYU

EUROSPORT

LIVE

    17.11.2012  21h30  Notre Dame - Wake Forest

Die Conference-Rennen

ACC – #10 Florida State kann mit einem Auswärtssieg bei Maryland sein Finalticket in der ACC-Atlantic lösen. Verliert FSU, kann Clemson mit einem Sieg im ESPNA-Livespiel um 21h30 noch ins Endspiel rutschen. In der Coastal-Division wird der Finalgegner wohl erst nächstes Wochenende ermittelt: Georgia Tech (4-3) spielt gegen Duke (3-3) und kann sich mit einem Sieg in Front bringen, hat aber das direkte Duell gegen Miami/FL (4-3) verloren. Die Canes spielen aber diese Woche nur out of conference. Um den Thrill perfekt zu machen: Nächste Woche spielen Duke-Miami/FL, was heißt, dass wir es zwischen den dreien mit einem komplizierten Tie-Breaker zu tun bekommen könnten.

Big Ten – #14 Nebraska mit einem Heimspiel gegen die kleinen Minnesota Golden Gophers, Michigan gegen Iowa (live bei ESPNA). Beide sind punktgleich, aber zwei Spiele vor Ende hält Nebraska den Tie-Breaker. Der Finalgegner wird Wisconsin sein.

Das Aufsehen erregendste Spiel wird heute aber trotzdem Wisconsin – Ohio State sein. Ohio State ist immer noch ungeschlagen, kriegt aber so gut wie keine nationale Presse, weil eben wegen der Pryor/Tressel-Geschichte von der Bowl Season (und ergo auch der BCS) für diese Saison gesperrt. Ohio State ist im AP-Poll trotzdem noch irgendwo in den Top-10 gerankt, aber ich ginge jede Wette ein: Wären sie bowl-eligible, wäre Ohio State mit allem Boohay sicher in den Top-4 dabei – mit der gleichen Bilanz.

Pac-12 – die Nord-Division wird höchstwahrscheinlich von oben beschriebenem Oregon-Stanford Spiel entschieden werden; im Falle eines Stanford-Sieges könnte Oregon State noch für eine Woche technisch am Leben bleiben. Im Süden spielen sich heute die beiden Stadtrivalen UCLA Bruins und USC Trojans den Finalgegner aus; immer mehr Beobachter glauben, dass UCLA reif sein könnte, ein schlampiges USC zu schlagen und deren HC Lane Kiffin bedrohlich ins Wackeln zu bringen.

Big 12 – K-State kann mit dem Auswärtssieg bei Baylor die Big 12 eintüten.

SEC – Georgia hat seinen Finalplatz fix. Alabama kann erst nächste Woche nachziehen, mit einem Freilos daheim gegen Auburn. LSU dieses Wochenende gegen Ole Miss um die letzte Chance.

MWC – San Diego State (6-1), Fresno State (6-1) und Boise State (5-1) biegen auf die Zielgerade ein, und wenn sie alle ihre verbleibenden Spiele gewinnen, neutralisieren sie sich soweit, dass ich noch keine zuverlässige Quelle ausfindig machen konnte, welcher Tie-Breaker denn dann über den Titel entscheidet.

Reden wir über das, was wir wissen: Jordan „Harry Potter“ Wynn, erst im September bei Utah wegen einer erneuten Verletzung vom Football zurückgetreten, wurde nun mit Anfang 20 bei Hawaii als Quarterback-Coach engagiert. So schnell kann’s gehen.

College Football 2012/13, die Elfte

Die Zielgerade im Rennen um die beiden Finalplätze in der Bowl Championship Series, die den National Champion ausspielen, verspricht äußerste Dramatik. Das neue Playoff kommt erst 2014/15, aber nicht wenige würden es sich schon dieses Jahr wünschen: Die Big Four Alabama, Kansas State, Oregon, Notre Dame sind immer noch ungeschlagen.

Gleichzeitig beginnt dieser Tage die Saison im College Basketball, mit u.a. einem gestern Nacht stattgefundenen Spiel in der Pfalz, am US-Militärstützpunkt Ramstein: Heute gibt es dazu ein Tape ab 9h (Michigan State – UConn). Als Reminiszenz daran – und an die Veteran’s Week, findet der College GameDay diesmal auf einem Flugzeugträger im Hafen von San Diego/Kalifornien statt, wo dann morgen auch noch San Diego State und Syracuse ihre Korbballsaison eröffnet werden (Spiel wurde wegen schlechter Witterung auf Sonntag verschoben).

Footballtechnisch werden wir bei ESPNA drei BCS-Titelkandidaten zu Gesichte bekommen. Alabama spielt um 21h30 gegen die #15 Texas A&M Aggies mit ihrem spannenden Freshman-QB Johnny Manziel, gilt als klarer Favorit.

Alabama Crimson Tide – Texas A&M Aggies

Texas A&M spielt eine recht vielfältige, vor allem sehr schnelle, Offense mit Spread-Aufstellungen und Manziel ist als guter Athlet ein double threat – man geht davon aus, dass die Aggies Alabama damit wenigstens ärgern werden können. Gegen LSU zeichnete sich bei Manziel durchaus die Tendenz aus, gerne mal tief zu gehen – auch LSUs QB Mettenberger hatte letzten Samstag mit solchem tieferem Spiel ganz netten Erfolg gegen Bama. Bei Manziel zeigte sich aber auch: Als der Gegner mal die drei, vier kritischen Würfe kapiert hatte, war es um Grünschnabel Manziel geschehen.

Ein hoch interessanter Punkt vor diesem Spiel: Der Hardcount von Texas A&M. Keine Offense sieht mehr Offsides der Defense gegen sich, und A&M geht dann raus und wirft gegen eine für einen Moment unkonzentrierte Abwehr den tiefen Ball. At least ist das einem sehr starken Stück von Andy Staples/SI.com zu entnehmen, der ein paar dolle Gedanken zu Nick Saban niedergeschrieben hat.

Cal Golden Bears – Oregon Ducks

Oregon spielt spät in der Nacht bei Cal (ab 5h30 Einstieg ins laufende Spiel), einer dieses Jahr schwer enttäuschenden Mannschaft mit angesägtem Head Coach Jeff Tedford. Bei Cal – Oregon muss ich immer an vor zwei Jahren denken, als die ebenso ungeschlagenen Oregon Ducks in Berkley nur haarscharf an einer Schlappe vorbeischrammten und nur dank eines Punt Returns von Cliff Harris knapp 15-13 von der Schippe sprangen.

Holy War

Ab 02h findet in Boston der „Holy War“ Boston CollegeNotre Dame statt, zwei Katholikenschulen im Wettstreit. Die BC Eagles spielen eine erwartet schwache Saison (2-7) und für Head Coach Spaziani könnte nichtmal mehr ein Riesen-Upset über Notre Dame als Jobrettung reichen. Vorsichtig macht die Historie: Schon zweimal wurde Notre Dame im Endspurt als ungeschlagene Mannschaft von Boston College aus dem Titelrennen genommen (1993, 2002).

TCU Horned Frogs – Kansas State Wildcats

Leiiiiiiiiider nicht bei uns über legalem Wege sichtbar: TCUKansas State. Das Spiel lässt mächtig Thrill vermuten, nachdem TCU zwar eine Art „Wechseljahr“ erlebt, aber noch immer das Eine stellt: Eine fantastische Run-Defense. Bei K-State wird zu allem Überfluss ein großes Geheimnis um den Status von QB Collin Klein gemacht, der zuletzt mit angeblicher Gehirnerschütterung runtergenommen wurde – die Gefühle sind vor dieser Partie so sehr in der Schwebe, dass die Wettbüros das Spiel aus ihrem Portfolio gestrichen haben.

Syracuse Orangemen – Louisville Cardinals

Ebenso live zu sehen gibt es eine ungeschlagene Mannschaft aus der Big East Conference, die null Hype und null BCS-Titelchancen bekommt: Louisville. Die Cards von Head Coach Charlie Strong sind zwar 9-0, aber es ist ein Wackel-Neunnull mit extrem vielen knappen und glücklichen Siegen gegen einen extrem suspekten Schedule. Wäre Louisville schon drei, vier Jahre oben dabei, sie bekämen Aufmerksamkeit. Als Newcomer so nicht. Um 18h geht es zu Syracuse – live bei ESPNA.

Der Sendeplan für Woche 11

ESPN America

LIVE

    10.11.2012  15h00  GameDay aus San Diego/CA
    10.11.2012  18h00  Syracuse - Louisville
    10.11.2012  21h30  Alabama - Texas A&M
10./11.11.2012  02h00  Boston College - Notre Dame
10./11.11.2012  05h30  Cal - Oregon

Tapes                                

    10.11.2012  11h30  UConn - Pittsburgh
    11.11.2012  09h00  South Carolina - Arkansas
    11.11.2012  11h30  Boston College - Notre Dame
    14.11.2012  10h30  LSU - Mississippi State
    14.11.2012  13h00  Cal - Oregon

EUROSPORT

LIVE

    10.11.2012  21h30  Illinois - Minnesota

Was sonst so in den Conferences los ist

SEC – Georgia kann mit einem Auswärtssieg bei den diese Saison schwachen Auburn Tigers sein Ticket für das SEC-Finale fixieren. Die Bulldogs profitierten dabei im Vergleich zur hausinternen Konkurrenz Florida/South Carolina von einem vergleichsweise einfachen Schedule – aber den konnte man wenigstens nutzen.

Derweil wackeln die Coaches in Tennessee und – eben – Auburn. Bereits gefallen ist Kentuckys Lokalhero Joker Phillips, dessen kurze Amtszeit von vielen hohen Schlappen geprägt war; zuletzt waren nur noch knapp 20.000 Fans im Stadion.

Big Ten Conference – Gemeinhin spricht man der B1G dieses Jahr die notwendige Klasse ab. In der Leaders-Division ist Ohio State als immer noch ungeschlagenes Team aufgrund der Tressel/Pryor-Geschichte immer noch „bowl ineligible“ und kriegt auch ansonsten erstaunlich wenig Presse, und auch Penn State ist aus bekannten Gründen gesperrt. Dahinter gurkt Wisconsin auch übler als in anderen Jahren herum, weswegen in den Staaten der Treppenwitz die Runde macht, dass die Indiana Hoosiers es doch tatsächlich noch aus eigener Kraft schaffen können, das B1G-Endspiel zu erreichen. Die Indiana University ist zwar im College Basketball ein Player, aber im Football war man zuletzt 2007 für die Post Season qualifiziert (insgesamt nur neunmal bisher), und der letzte Conference-Titel liegt 45 Jahre zurück…

In der anderen Division liefern sich Nebraska (heute vs. Penn State) und Michigan ein Kopf-an-Kopf-Duell, wobei die „close win“-Huskers den direkten Vergleich mit Michigan bereits gewonnen haben.

Big 12 Conference – selbst wenn K-State noch fallen und eines seiner letzten drei Spiele verlieren sollte, bleibt unterm Strich der fast sichere Conference-Titel für die Wildcats: Man hat den direkten Vergleich mit Oklahoma bereits gewonnen und müsste schon zweimal verlieren.

Pac-12 Conference – im Norden dürften sich Stanford/Oregon State (spielen heute gegeneinander) und Oregon das Endspielticket untereinander ausmachen. Im Süden ist es verworrener: UCLA (4-2) vor USC (4-3) vor Arizona State (3-3). Letztere beiden treffen heute aufeinander; erstere beiden nächste Woche, wobei UCLA Heimvorteil besitzen wird. Ist es möglich, dass die Bruins mit dem von mir so verschmähten Head Coach Mora jr. erneut ins Conference-Finale einziehen?

Auf der anderen Seite ziehen die Colorado Buffaloes die Blicke auf sich: Einst ein stolzes Programm mit National-Title-Ambitionen, ist man nun in der Misere. Die letzten Ergebnisse der Buffs: 14-42, 17-51, 6-50, 14-70, 0-48 und in der früheren Saisonphase ein 14-69 gegen Fresno State! Jon Embree ist nicht mehr lange Coach.

ACC – FSU gewann am Donnerstag ein dramatisches Spiel bei Virginia Tech (Comeback-Sieg nach Hin und Her im Schlussviertel, eine minutenlange, ungute Verletzungsunterbrechung für einen Tech-Verteidiger), ist einen Auswärtssieg bei Maryland nächste Woche oder eine Clemson-Niederlage von der Finalqualifikation entfernt.

Der Gegner ist völlig in der Schwebe: Miami/FL führt, könnte sich aber noch selbst im Zuge des Shapiro-Skandals aus der Post Season zurückziehen. Der nächstplatzierte UNC ist bereits ineligible. Dahinter sind Duke (3-3 in der ACC) und Georgia Tech (ebenso 3-3) die nächsten Kandidaten.

Big East Conference – Drei Spiele vor Schluss sieht es nach einem Entscheidungsspiel zwischen Louisville und Rutgers (beide 4-0 in der Conference) in drei Wochen aus.

Mid-American Conference – gleich beide der favorisierten Teams (Toledo, Ohio) verloren unter der Woche ihre bei ESPNA übertragenen Spiele. Für Toledo ist das insofern nicht schlimm, weil man sowieso hätte das direkte Duell gegen Northern Illinois noch gewinnen müssen. Ohio dagegen dürfte in der anderen Conference aus dem Rennen sein; Bowling Green (5-1) und Kent State (5-0) treffen nächste Woche aufeinander.

Mountain West Conference – Boise State, Fresno State, Air Force und San Diego State werden sich den Titel untereinander ausmachen. Der Sieger ist nicht abzusehen, auch weil die Tie-Breaker schwierig werden (Air Force spielt z.B. heuer nicht gegen Boise).

College Football 2012/13 – Nachwirkungen vom zehnten Spieltag: Menschen! Richtige Menschen! Es sind Menschen!

Das Drama um die Finalplätze im College Football intensiviert sich – die Top-4 im BCS-Ranking fuhren am Wochenende ausnahmslos Siege ein, wenn auch zum Teil knapp. Oregons punktereicher Auswärtssieg bei den USC Trojans wurde ja leider nicht bei uns übertragen, soll aber den Reaktionen nach in Los Angeles ziemlich fassungs- und ratlose Gesichter hinterlassen haben („730 Yards Offense? Ich kannte diese Zahl noch gar nicht“). Ducks-RB Kenjon Barner mit einer 300+yds Show plötzlich im Heisman-Rennen, aber die Defense der Ducks soll nicht wirklich überzeugt haben (harhar, 51 Punkte aufgegeben) und die Gerüchteküche um einen baldigen Wechsel in die NFL von Ducks-Chefcoach Chip Kelly dürften im November auch ein Störfaktor werden.

Mal nebenbei erwähnt: Kelly und die „big play“ Philadelphia Eagles – da bahnen sich feuchte Träume an. Vergessen wir mal kurz das Stigma der College-Coaches in der NFL.

Notre Dame brauchte ein erneutes Last-Minute-Comeback, einen verschossenen gegnerischen Matchball und eine dreifache Overtime gegen die Pittsburgh Panthers, die bis dato eine überwiegend schlimme Saison gespielt hatten. Notre Dames eiskalte Klöten werden in den Staaten hoch gelobt, aber bei aller Liebe: Die Fighting Irish haben da seit Wochen auch einen Pakt mit Fortuna abgeschlossen, wenn ich an dieses Spiel – und an den seeeeeeeehr zweifelhaften Call gegen Stanford – denke. Notre Dame hat nun zwei machbare Lose, muss Ende November aber noch zu einem seiner traditionellen Rivalen, USC.

Kansas State mit einem verdienten, aber aufgrund der Verletzung von QB Collin Klein überschatteten, Sieg über Oklahoma State. Klein ist verantwortlich für runde 80% der Offense-Yards der Wildcats in dieser Saison – und wenn sich der Mann jetzt tatsächlich ernsthaft verletzt haben sollte, haben die kleinen Wildcats möglicherweise ein Problem.

Spiel der Runde war natürlich LSU TigersAlabama Crimson Tide im Death Valley zu Baton Rouge. Meine Skepsis was die Chancen der Tigers in diesem Spiel anbelangte war vor dem Spiel mit „immens“ zu beschreiben, und das wäre noch eine Untertreibung gewesen. Tatsächlich hielten die Jungs von Les Miles nicht bloß richtig gut mit; Hand aufs Herz: LSU war im Prinzip die bessere, vor allem besser vorbereitete, Mannschaft in dieser Nacht.

QB Zach Mettenberger, der so schwer kritisierte Mann, machte das Spiel seines Lebens (gegen Alabamas in alle Höhen gelobte Defense!) und diesmal waren es die LSU Tigers, denen man nachsagen musste, die sich bietenden Chancen nicht genutzt zu haben. Ein einziges Field Goal in der kompletten ersten Halbzeit ist eigentlich angesichts des Spielverlaufs ein Witz, und dann wurden im Schlussviertel nacheinander Field Goal verschossen und ein 4th down knapp verpasst: 17-14 Führung gegen eine immer lahmere Bama-Truppe, die in der zweiten Halbzeit keinen Stich mehr gemacht hatte und nur noch kriechend daherkam.

Schickte sich der doch über weite Strecken entzauberte QB A.J. McCarron an, mit ein paar schnellen Completions wenigstens in Punktereichweite zu kommen. McCarron 52 Sekunden vor Schluss mit einem kurzen Pass für den „neuen Trent Richardson“, RB T.J. Yeldon, und ich fragte mich, warum Bama mit seinem Kicker an der gegnerischen 28yds-Line nur auf den Ausgleich ging. Yeldon nahm das Ei auf und brach in die EndZone durch.

Sieg Alabama.

Und dann das:

Ein eigenartig sympathischer Moment, vielleicht der Moment der Saison für die manchmal so langweilig kalt wirkenden Alabama Crimson Tide. Eine Mannschaft, gecoacht von Nick Saban, dem einzigen Mann unter der Sonne noch hornhäutiger als Belichick. Der heulende und schluchzende McCarron unter dem Handtuch war ein Moment, in dem die Alabama Crimson Tide auf einmal menschlich wirkten.

Next up: Alabama @ Texas A&M. McCarron gegen Rockstar Johnny Manziel.

Ich ringe noch mit mir und kann mich nicht entscheiden, welches der potenziellen Matchups ich im BCS-Championship Anfang/Mitte Jänner in Miami sehen möchte.


Von einem anderen alten Bekannten müssen wir uns für diese Saison fast verabschieden: Die Boise State Broncos, in den Polls diese Saison bis dato schlicht und ergreifend zu hoch bewertet, gingen daheim gegen den krassen Außenseiter San Diego State baden und müssen ihre letzte Chance zum spoilern der BCS begraben. Boise State bietet dieses Jahr eine starke, physische Defense, aber auch eine merklich holprige Offense – wird wieder so was wie die Las Vegas Bowl werden.

Noch so ein guter Freund, dessen nicht bloß Saison, sondern Karriere, zu Ende ist: B.J. Daniels, der Quarterback der USF Bulls, soll sich den Knöchel gebrochen haben. Daniels war Senior und wird in der NFL kein Land sehen. Viel Glück.

Big 12 Conference 2012 Preview – Oklahoma gegen Texas gegen den Rest der Rednecks und darüber hinaus

Die Big 12 Conference war seit der Fusion der Giganten der Midlands, Big 8 und SWC, in den 90ern die große Redneck-Conference in den Vereinigten Staaten gewesen. Das Erdbeben (Stichwort: Conference-Realignment) sorgte zuletzt dafür, dass sich verdiente Universitäten wie Nebraska, Colorado, Mizzou oder Texas A&M verabschiedeten, und dass heuer zwei neue Mitglieder zu begrüßen sind: West Virginia aus der Big East und TCU aus der kleinen MWC – richtig gezählt: Die Big 12 Conference zählt aktuell bloß zehn Mannschaften.

Sportlich hat die Big 12 spektakuläre Passfeuerwerke zu bieten, und zumindest in der abgelaufenen Saison war man qualitativ in der Spitze die vermutlich bestbesetzte Conference, besser als die SEC mit ihren beiden BCS-Finalisten.

Die Preseason-Rankings spiegeln das wider. Sicherlich sind die Ranking-Positionen der Big 12 Conference durch die vielen inzestuösen Passfeuerwerke den Mississippi entlang etwas inflationär, aber zumindest die ersten vier kann man schon mal vertreten.

Mannschaft         Coaches  AP
Oklahoma           #4       #4
West Virginia      #11      #11
Texas              #15      #15
TCU                #17      #20
Oklahoma State     #19      #19
Kansas State       #21      #22

Sechs von zehn Teams in den Top-22, das ist ein massiver, massiver Wert. Meine Excel-Sheets rankten aber in der abgelaufenen Saison sogar sieben Big12-Unis in den Top-19 (Mizzou und Texas A&M reingerechnet, TCU und West Virginia waren außerhalb der Top-20).

Oklahoma Sooners

Die University of Oklahoma ist die unbestrittene Dominatorin der Conference, und trotzdem ist latente Unzufriedenheit zu spüren: Das liegt daran, dass die Mannschaft von Head Coach Bob Stoops zwar immer ganz oben mitspielt, aber es seit über einem Jahrzehnt nicht mehr zum BCS-Titel gereicht hat, weil immer ein oder zwei Spiele scheinbar grundlos verschenkt werden.

Letztes Jahr war es mal wieder die Defense, die in drei Spielen völlig kollabierte; DefCoord Brent Venables wurde danach gegangen, und durch den Bruder von Bob Stoops, Mike Stoops, ersetzt – Mike war bei Arizona nach ein paar wechselhaften Jahren als Head Coach entlassen worden. Warum? Weil die Defense zusammengebrochen war. Nicht irgendwie, sondern in die Top-10 von 120 Mannschaften von hinten.

In der Offense plagen die Sooners etliche Wechsel auf der WR-Position, bis tief in den August herein ändert sich das Bild im Kader fast wöchentlich. Keine leichte Aufgabe für QB Landry Jones, der trotz fabulöser Stats nicht das herausragende Standing seines Vorgängers Bradford (jetzt St Louis Rams) genießt – Jones‘ Spielanlage ist dafür einfach zu blass. Der Mann kann aber auch machen, was er will, er wird immer an Bradfords rekordverdächtigen Zahlen zu knabbern haben.

Gepaart mit dem unspektakulären RB Dominique Whaley können die Sooners aber mit einer runden, auf hohem Niveau ausgeglichen besetzten Truppe aufwarten, die wieder in den Top-10, vielleicht noch weiter vorne, mitmischen wird.

Texas Longhorns

Eine Diskussion der Big 12 kann am großen Erzrivalen Oklahomas, den Texas Longhorns, niemals vorbeigehen. Nicht nur, weil die University of Texas 2010 und 2011 mit ihren Egozicken fast den Kollaps der kompletten Conference heraufbeschwört hätte, nein: Texas ist die Uni im College Football schlechthin, und das liegt nicht nur am dutzende Millionen schweren Longhorns Network.

Denn kein Trainerstab hat es beim Recruiting einfacher als jener von Head Coach Mack Brown: Jeder Nachwuchssportler möchte im Highschool-Talentschuppen Texas für die Longhorns spielen. Sportlich kommt oft zu wenig raus. Die Offense wird vom jungen RB Malcolm Brown getragen werden, und bei den Quarterback wird man wohl auf den jungen David Ash setzen, der letztes Jahr einen Tick besser aussah als Case McCoy (Colts Bruder) – sich ist aber nix, und spätestens nach dem zweiten schlechten Spiel werden die 100.000 in Austin schon wieder nach einem neuen Quarterback rufen.

In der Defense ist der DefCoord der Star: Manny Diaz, ein Pragmatiker vor dem Herrn, der eine ungemein aggressive Spielweise predigt und dessen Unit schon 2011/12 mächtige Fortschritte machte.

TCU Horned Frogs

Der erste von zwei Neulingen – und was für einer. TCU war jahrelang neben Boise State der Mid-Major im College Football schlechthin, bekommt nun die Chance, in einer der großen Conferences zu spielen. Das „Übergangsjahr“ 201/12 wurde mit 10-2 trotz zweier Pleiten zu Beginn halbwegs schadlos überstanden, und man konnte im November sogar knapp die Boise State Broncos schlagen. Dass man am Ende nicht in eine BCS-Bowl eingeladen wurde, grenzte schon wieder an Schiebung.

TCU wird eine 1A-Offense rund um einen Grasliebhaber, QB Casey Pachall, aufbieten können. Pachall ist möglicherweise der beste, gefährlichste Quarterback in der kompletten Conference – und er besitzt eine Menge Waffen um sich herum. Die größte Waffe ist allerdings weg: OffCoord Justin Fuente, ein furchtloser, mutiger PlayCaller, ist in Memphis Head Coach geworden. Was bleibt, ist eine starke Offensive Line und ein grundsolides Laufspiel, das Pachall größtenteils entlasten wird.

Der seit Jahren rastlos am Experiment „BCS-Buster“ werkelnde Head Coach Gary Patterson wird in dieser Saison seine Mannschaft fast nicht wiedererkennen: Seit ein paar Generationen hatte Patterson stets grandiose Defenses gebaut. Just dort, in der Secondary, sind diesmal aber ernsthafte Fragezeichen ob der Tiefe (auch wegen so was wie interner „Dopingsperren“) – nicht gut in einer passlastigen Conference wie der Big 12.

Aber: Die Defense ist jung (nur ein Starter ist Senior). Pachall ist jung. Wenn nicht jetzt, wann dann gilt hier nicht. Gibt noch immer 2013. Aber auch auf das Risiko hin, mich lächerlich zu machen: Ich traue TCU ohne weiteres den Gewinn der Big 12 und eine Platzierung unter den fünf, sechs besten Teams der FBS zu.

West Virginia Mountaineers

Geographisch ist Neuling WVU in der Big 12 Conference ein Ausreißer, aber kulturell passen die Ears wie die Faust aufs Auge in die Big 12: „Air-Raid“-Passfeuerwerke und der markante Head Coach Dana Holgorsen hat sein Handwerk bis vor kurzem hauptsächlich in der Big 12 erlernt. QB Geno Smith macht seine Sache – quicke, kurze Pässe und die Running Backs und Wide Receivers arbeiten lassen – exzellent genug, um famose Yards-Statistiken und kaum Turnovers zu produzieren, aber die Defense ist nach erneuter Systemumstellung ein Fragezeichen.

Bei den Mountaineers sind meistens die Heimspiele vor ausverkauftem Stadion in Morgantown ein echtes Highlight, weil mit viel Pathos und knisternder Atmosphäre aufgeladen. Diese Saison riecht allerdings nach einer leichten Enttäuschung für WVU, die nach einem Orange-Bowl-Kantersieg und nach Jahren in der schwachen Big East Conference nun vermutlich mehr erwarten als die acht oder neun Siege, die sie heuer einfahren werden.

Die Mittelklasse

Nach einer famosen 2011er Saison erwartet man auch Großes von den kleinen Kansas State Wildcats (USA Today #21) von Trainerlegende Bill Snyder – vermutlich auch hier Größeres, als die Mannschaft zu leisten imstande ist. Snyder ist so ein Mann, der am liebsten im Angriff nur laufen lassen würde – und er hat den richtigen QB dazu: Collin Klein ist wurftechnisch eher der Grobmotoriker, berechenbar wie der Sonnenuntergang, aber er scrambelt fantastisch und macht bei den gefühlt eintausend 3rd und 3 Situationen neunhundertfünfundneunzig Mal das 1st down. Problem: Das 10-3 aus dem letzten Jahr liest sich fantastisch, aber man gewann acht Spiele nur haarscharf in richtigen Krimis (8-1 in engen Spielen). Auf solches Glück kann man kein zweites Mal bauen, auch wenn die Wildcats durchaus auch in der Lage waren, mit einem Kaliber wie Oklahoma State mitzuhalten.

Diese Oklahoma State Cowboys sind heuer in den Rankings erstmal an #19 gereiht, aber nach dem Abgang des kompletten Offensivkerns um QB Weeden und WR Blackmon dürfte das heuer für Mike Gandys Jungs eine zähe Geschichte werden. Quarterback wird mit Wes Lunt wohl ein Freshman sein, und in der Defense wird sich das außerordentliche Turnover-Glück aus der letzten Saison kaum wiederholen lassen.

Die Baylor Bears müssen den Abgang von Heisman-Trophy-Sieger Robert Griffin III verkraften und werden mit Sicherheit keine zehn Siege mehr einfahren. Ganz abschreiben sollte man die Bears aber nicht: Die Uni ist viel besser aufgestellt als noch vor 5-10 Jahren, und HC Art Briles hat schon an anderen Orten gezeigt, dass er durchaus aus limitiertem spielerischen Talent mehr rauszuholen vermag als ein durchschnittlicher Coach.

Bodensatz-Gefahr

Die Texas Tech Red Raiders versauten im letzten Herbst Sooners die Saison, dürften aber diesmal wieder nur in der unteren Hälfte mitspielen. Unter dem unglücklichen HC Tommy Tuberville kann man sich einfach für kein Defensivsystem entscheiden, aber im Angriff ist man markant: Zillionen an aneinander gereihten Kurzpässen, nix Explosives, aber immer 4-5yds Raumgewinn.

Die Iowa State Cyclones versauten dagegen den Oklahoma State Cowboys die Chance auf den BCS-Titel. HC Paul Rhoads genießt als Lokalhero einen großartigen Ruf, ein ansteckend positiver, energiegeladener Mann, und in Furzweite zum Stadion aufgewachsen. Rhoads baut auf eine laufintensive Offense mit viel smash’n’dash und zwischendurch dem einen oder anderen tiefen Ball vom Gunslinger-QB Steel Jantz.

Schließlich die Kansas Jayhawks mit ihrem neuen, prominenten Head Coach Charlie Weis (ex-Pats, Chiefs, Notre Dame). Weis macht mit markanten Sprüchen auf sich aufmerksam, aber solange die horrende Defense (43.8pts/Spiel) nicht verbessert wird, kann das ganz schnell nach hinten losgehen, vor allem, wenn Weis seine Dampfplauderei nicht mit entsprechender Siegbilanz untermauern kann. Bei den Quarterbacks scheint sich ein mögliches Problem von allein gelöst zu haben: Weil der von BYU transferierte Jake Heaps ein Jahr aussetzen wird, sollte Dayne Crist den Starter geben und nach turbulenter Zeit in Notre Dame (u.a. auch unter jenem Charlie Weis) noch ein letztes Halali im College Football blasen können.

Die letzten Tage der Bowl Season 2011/12: Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern oder Kraut und Rüben in Pittsburghs Trainerstab

Traditionell wenig Beachtung finden die letzten College-Partien zwischen BCS-Bowls und National Championship Game. Hierzulande gibt es vom interessantesten dieser Spiele – der AT&T Cotton Bowl Classic keine TV-Bilder. „Cotton Bowl Classic“ wie „wirmöchtenunbedingteineBCSBowlwerden“, das Spiel, das sogar aus dem angestammten, gleichnamigen Uraltstation in Dallas ausgezogen und in die Cowboys-Arena ausgesiedelt ist, um BCS-Status zu bekommen, das seinen angestammten Platz am Neujahrstag aufgab um rund eine Woche später in der Prime Time spielen zu können – bisher erfolglose Versuche, Thrill in das Event zu bringen. Heuer hätte man mit #6 Arkansas und #8 Kansas State zwei würdige Kaliber, die die BCS aufgrund verzwickter Vertragslage (Hogs) und verkalkter Denke (Wildcats) außen vor ließ.

Da in den Staaten FOX die Partie überträgt, wird weder ESPN America noch der ESPN-Player übertragen. Wir werden auf Gus Johnson verzichten müssen, wie auch auf den interessanten Razorbacks-QB Tyler Wilson und die Trainerlegende der Wildcats, Bill Snyder.

[Update] In den Kommentaren wird zurecht darauf verwiesen, dass Eurosport 2 am Samstag von 11h45 bis 13h15 eine eineinhalbstündige Aufzeichnung des Spiel bringen wird. Allerdings überträgt der Sender vorher ein Tennisspiel, das sich bekanntlich ziehen kann – und ich kann mir schwer vorstellen, dass im Fall der Fälle ES2 Football Tennis vorziehen wird… [/Update]


Am Samstag, 19h MEZ findet in Frisco im Stadion des FC Dallas (“Pizza Hut Park”) das Finale der Football Championship Series (FCS) statt, der “Unterstufe” zur FBS – dort, wo der Meister in einem Playoff ausgetragen wird. Es treffen aufeinander: Die #1 Sam Houston State Bearkats gegen die #2 North Dakota State Bisons. Beide waren zu Hause in den Playoffs eine Macht, wobei North Dakota State noch eine Spur dominantere Ergebnisse einfahren konnte, beide putzten im Verlauf der Saison je einen FBS-Gegner: S.H.S.U. gewann gegen New Mexico in der Overtime, N.D.S.U. gewann auswärts bei den Minnesota Golden Gophers aus der Big Ten Conference 37-24!

Was man so hört, sind alle Beteiligten ziemlich sprachlos über das große Interesse; die Tickets von Sam Houston State gingen weg wie die warmen Semmeln und waren am ersten Tag ausverkauft. Im Stadion von Frisco sollen noch kurzfristig ein paar Hausmütter anrücken und provisorisch mit Schraube und Mutter Sitzschalen anbringen, da die Kapazität angeblich gesprengt wird.

Das Spiel selbst dürfte ein Lauf-Festival werden. Sam Houston State war im Halbfinale vor drei Wochen vor allem über seinen RB Tim Flanders (287yds, wenn ich richtig notiert habe) gefährlich, während bei North Dakota State so ziemlich jeder in der Offense – Quarterback inklusive – um die Wette scrambelten und weit über 300yds im Semifinale erliefen. Die Bisons wirkten im Halbfinale für mein Empfinden mächtiger, ausgeglichener, besser als Sam Houston State – sollte daher auch trotz des niedrigeren Rankings favorisiert sein.

X-Faktor könnte das Wetter im unguten Dallas sein. North Dakota State spielt zuhause in einem Dome (eine übrigens wunderschöne, kleine Halle für 20.000 mit furiosen Fans, die lauter sein sollen als jene der New Orleans Saints), aber viel Laufspiel und die dicke Haut der „Nordstaatler“ sollten helfen. ESPN America bringt am Sonntag, 8.1. um 7h eine Aufzeichnung.


BBVA Compass Bowl

SMU Mustangs – Pittsburgh Panthers

Di, 10.1. um 11h30 Tape bei ESPN America

Die Connections liefern die Cheftrainer – ein flotter Dreier mit der Arizona State University. Aaaalso: Die Arizona State Sun Devils suchten nach dem Rauswurf von Dennis Erickson einen neuen Chefcoach und fragten bei June Jones an, der dann auch bereitwillig schnell rüber nach Tempe zum Vorstellungsgespräch flog. Arizona State war so begeistert, dass man Jones sofort zur Unterzeichnung bringen wollte, aber just in dem Moment, als Jones der Füller in die Hand gedrückt wurde, kaum das „Stop!“ von den Boostern der Universität und Jones musste bedröppelt wieder nach Hause fliegen – an die Southern Methodist University, wo Jones seit vier Jahren auf dem Cheftrainersessel sitzt und sich einige unangenehme Fragen über sein Committment zum Programm anhören musste.

Arizona State drehte seinen Scheinwerfer ein paar Kilometer weiter gen Norden und wurde beim Cheftrainer der Pittsburgh Panthers, Todd Graham, fündig. Problem: Graham war dort erst seit einem Jahr Cheftrainer gewesen und hatte als oberstes Credo seine Verbundenheit zu seinen Spielern ausgegeben. Weil man aber nur das, was man schwarz auf weiß besitzt, getrost nach Hause tragen kann und Graham sich an sein dummes Geschwätz von gestern nicht mehr erinnern wollte, autographierte der Mann die taufrische Vertragsvorlage bei Arizona State – dem Job, der eigentlich June Jones gehören hätte sollen – und verärgerte seine Mannschaft bei Pitt massiv. Die Tweets der Pitt-Spieler als Reaktion auf Grahams Move waren am Rande zur Justiziabilität und deckten von Lügner bis Vollidiot die ganze Bandbreite ab.

So werden die Pittsburgh Panthers verständlicherweise nicht mehr von Graham, sondern vom Interim Keith Patterson gecoacht. Patterson ist damit der fünfte (!!) verschiedene Panthers-Coach seit Dezember 2010. Die Vorgänger: Dave Wannstedt (gefeuert nach 2010/11), Phil Bennett (Interimscoach in der Bowl Season 2010/11), Mike Haywood (angedachter Nachfolger Wannstedts und nach 13 Tagen gefeuert, wg. Randalierens im besoffenen Zustand gegen seine Ehefrau), und Graham. Der HeadCoach für die nächste Saison wird dann übrigens der Offensive Coordinator von Wisconsin, Paul Chryst, sein. (Sehen wir bei Pitt in Zukunft P-U-N-K-T-E?)

Noch was? Jo: Die University of Pittsburgh war einen Schnaps davon entfernt, die Bowl Season zu boykottieren, weil man nicht wie im Vorjahr im baufälligen Legion Field zu von Birmingham/AL die BBVA Compass Bowl bestreiten wollte, musste sich aber letzten Endes der Hausmacht ESPN beugen, deren regionaler Ableger diese Bowl veranstaltet. Wohl bekomm’s, da ist man gespannt, was da unterm Strich für ein Spiel rauskommt.

GoDaddy.com Bowl

Northern Illinois Huskies – Arkansas State Red Wolves

So/Mo 8./9.1. um 3h LIVE bei ESPN America
Tape am 9.1. um 17h bei ESPN America

Das Spiel findet in der Nacht auf Montag, nach Ende der Wildcard-Playoffs in der NFL, statt und bietet die Meister von zwei kleinen Conferences auf: Die Northern Illinois Huskies aus der Mid-American Conference (MAC) und die Arkansas State Red Wolves aus der Sun Belt Conference. Die Eckdaten zum Spiel: NIU ist im Angriff lauforientiert (247.6yds Lauf, 234.2yds Pass) und verlässt sich extrem auf seinen MVP, Quarterback Chandler Harnish (2942yds Passspiel, 26 TD, 5 INT bei zusätzlichen 1382yds Scrambling mit 11 TD), während Arkansas State dann doch eher gepflegt seine Spread Offense einsetzt, um die Schwächen des ebenso auf flotten Beinen stehenden QB Ryan Aplin zu minimieren (Aplin: 18 TD zu 13 INT, aber neun Lauf-TD bei 605yds Scrambling). Arkansas State wird bei mir mit sagenhaften 0.1pts favorisiert.

Eine Geschichte am Spielfeldrand: Die Red Wolves verloren ihren HeadCoach Hugh Freeze schon nach einem Jahr (Freeze ging zu Ole Miss), schafften aber den nicht für möglich gehaltenen Coup und lotsten das Offensivgenie Gus Malzahn von Auburn in die Steppen von Arkansas. Malzahn wird am Sonntag noch nicht coachen, aber bereits seine wachen Augen von der Tribüne auf die Partie richten. Damit haben Arkansas State und die komplette Sunbelt Conference schon mal eines sicher: Presse.

College Football, Woche 10 Vorschau in der Salamitaktik

Die große Vorschau auf den nächtlichen Schlager #2 Alabama – #1 Louisiana State gab es bereits gestern. Der Rest folgt heute scheibchenweise.

Pac-12 Conference

[15h17] Soweit ich das überblicke, ist das Spiel Washington Huskies – #8 Oregon Ducks weder bei ESPNA, noch im ESPN-Player zu sehen. Dabei gäbe es einige Dinge zu erzählen: Huskies und Ducks sind mehr als rivalisiert. Sie sind verfeindet. Mehr als mit den beiden innerstaatlichen Rivalen Oregon State Beavers (Ducks; „Civil War“) und Washington State Cougars (Huskies; „Apple Cup“). Zusätzlich dazu ist es das letzte Spiel im Huskies Stadium zu Seattle, das ab sofort rundumerneuert wird, inklusive Entfernung der Laufbahnen, die auch im College Football eine aussterbende Gattung sind. Das alte Huskies Stadium galt trotz der Laufbahn und trotz der beiden offenen Endzonen als eines der lautesten überhaupt und punktete auch mit den vielen Segelbooten, die in der Bucht vor dem Stadion ihre Runden drehten und für romantische Bilder sorgten. Ein Rendering des „neuen“ Huskies Stadium gibt es bei Federalway Mirror.

Sportlich sollten die Ducks klar favorisiert sein. Vergangene Woche funktionierte die Ducks-Offense mit dem Backup-QB Bryan Bennett sogar besser als mit dem angeschlagenen Starter-QB Darron Thomas – für Chip Kellys Offense ein Markenzeichen, da die Offense bis dato jedes Jahr mit neuen Quarterbacks spielen musste und immer funktionierte.

Für Oregon wäre aber sogar eine Niederlage wohl verschmerzbar, da sie sowieso  nächste Woche in Stanford gewinnen müssen und zeitgleich immer auf einen Ausrutscher der Huskies bei USC hoffen können.

Boise State Broncos

[13h36] Die Broncos stehen bei 7-0 Saisonsiegen und dürften heute die UNLV Rebels klar schlagen. Für Boise stehen die BCS-Endspielchancen allerdings selbst bei Ungeschlagenheit schlecht aus. Mal abgesehen davon, dass man nächsten Samstag gegen die nicht unterirdischen TCU Horned Frogs erstmal bestehen muss, wird im verbleibenden Schedule nicht nur UNLV, sondern auch und vor allem das extrem schlechte New Mexico den strenght of schedule massiv runterziehen. Zusätzlich dazu könnte die Konstellation in den BCS-Bowls ein attraktives Duell gegen einen der SEC-Granden verhindern.

Deswegen ist heute vor allem eines interessant: Der mögliche 46. Karrieresieg für QB Kellen Moore, was ein neuer Rekord im College Football wäre. Moore würde Colt McCoy (Texas Longhorns) ablösen. Moore bestreitet heute sein 48. Spiel. Seine einzigen beiden Niederlagen waren 2008 in der Bowl Season gegen TCU (mit einem Punkt 16-17 verloren) und 2010 in Nevada in der Overtime nach zwei spielentscheidenden Fehlkicks (31-34 mit drei Punkten verloren). Trotzdem gibt man Moore im Rennen um die Heisman Trophy gegen die kommenden hohen NFL-Picks QB Andrew Luck/Stanford und RB Trent Richardson/Alabama kaum Chancen.

Southeastern Conference

[12h28] Falls abseits des “vorweggenommenen Endspiels” in Tuscaloosa noch irgendein Interesse am heutigen Treiben in der SEC herrscht: Ab 0h15 live im ESPN-Player die #7 Arkansas Razorbacks gegen die #9 South Carolina Gamecocks, die beiden lebendigen Beweise für die ausgedünnte Spitze im College Football (Sonntag, 9h30 als Tape bei ESPN America). Beides sind Mannschaften mit dicken Fragezeichen, für beide reicht es für die Top-10.

Arkansas schaut im Angriff nach dem Ausfaller dutzender Running Backs recht abhängig vom netten QB Tyler Wilson aus, verfügt aber über keine überzeugende Defense und musste zuletzt gegen den Underdog Vanderbilt alle sieben Leben zusammenkratzen, um einen schmeichelhaften Heimsieg herauszugurken. Für Arkansas geht es darum, in der SEC-West dranzubleiben, ist aber auch abhängig vom Ausgang des später parallel stattfindenden Topspiels Alabama – LSU (01h LIVE ESPN America, Sonntag 12h Tape bei ESPN America).

South Carolina braucht den Sieg „dringender“ in der Hinsicht, dass die Karten für die Gamecocks hinsichtlich SEC-Endspiel besser stehen, da sie in der heuer eher schwach besetzten SEC-East ihr Schicksal in den eigenen Händen halten. Man spielt nach dem Rauswurf von QB Garcia und der verheerenden Verletzung von RB Lattimore sehr beherzten Defensivfootball um den DL Melvin Ingram, der Angriff ist stärker denn je um den überragenden WR Alshon Jeffery gebaut.

BCS-Finalchance für beide: Noch existent (!), aber gering, da es einen Haufen Freak-Ergebnisse auf anderen Spielfeldern braucht. Bloß: Man stelle sich vor, South Carolina gewinnt überzeugend ein mögliches SEC-Endspiel… Nicht ganz vermessen zu behaupten, die BCS-Chancen stehen für die Gamecocks besser als für, sagen wir, die Boise State Broncos.

Das Spiel findet, wie ich gerade sehe, übrigens nicht im gewohnten Heimstadion der Hogs in Fayettville statt, sondern in der „zweiten Heimstätte“ in Little Rock, wo Arkansas pro Jahr eines oder zwei Heimspiele auf dem Nebencampus austrägt.

Weitere Spiele aus der in der Breite heuer wenig überzeugenden SEC: Um 17h kämpfen die Florida Gators gegen die Vanderbilt Commodores im ESPN-Player um die letzten Restfetzen an Respekt, während Vanderbilt unter dem neuen Coach James Franklin und „ja ich bin Aarons kleiner Bruder“ Jordan Rodgers eine grundsolide Saison absolviert – für Vandys Verhältnisse. Die enttäuschenden Mississippi State Bulldogs sind um 0h30 im ESPN-Player gegen den FCS-Zwerg Tennessee Martin dran. Bei KentuckyOle Miss (20h30 live ESPN-Player) wird eine von beiden Unis gezwungenermaßen ihren ersten Conference-Sieg der Saison einsäckeln.

Big 12 Conference

[10h58] Das zweite Livespiel heute Abend um 20h30 MEZ kommt aus der Big 12 Conference: #6 Oklahoma Sooners gegen die Texas A&M Aggies, bei denen es schwer greifbar ist, dass diese Mannschaft 1) 5-3 ist und b) nicht gerankt. Die Aggies dürften potenziell eine Top-10 Mannschaft bleiben, haben sich aber extrem anfällig dafür gezeigt, klar dominierte Spiele gegen Top-Gegner zu vergeigen. Beispiele? 29-30 gegen Oklahoma State verloren, trotz 20-3 Führung. 38-42 gegen Arkansas trotz 35-17-Führung. 31-38 gegen Mizzou, trotz 28-14-Führung.

Die Aggies müssen nun nach Norman/OK, wo die Sooners eine Woche nach dem Kantersieg bei Kansas State ihrem verletzten RB Dominique Whaley nachweinen. Würde mal behaupten: Tolles Spiel, weil a) Upset-Watch und dem entgegengesetzt b) die Oklahoma Sooners, die sich ungern zweimal in Serie daheim verarschen lassen wollen (Oklahoma hat eine der besten Heimbilanzen ever).

Ein zweites interessantes Spiel aus der Big 12 ist nur im ESPN-Player verfügbar (1h MEZ LIVE): #3 Oklahoma State Cowboys – #14 Kansas State Wildcats, wo die Cowboys in den Wettbüros lockerer 21-Punktefavorit sind, nachdem die Schnurrkätzchen letzte Woche schlimmer als erwartet zurückzucken mussten. Oklahoma State macht satte 50 Punkte/Spiel und wird, auch wenn die Defense suspekt bleibt, wohl auch in dieser Partie eine Handvoll Touchdowns aufs Tablett legen und die Wildcats die Rankings runterpurzeln lassen.

Big Ten Conference

[09h04] Das erste Live-Spiel heute Nachmittag um 17 Uhr MEZ (Achtung: Winterzeit-Umstellung der Amerikaner erst in der Nacht!) ist ein Spiel aus der vogelwilden Big Ten Conference: Iowa Hawkeyes – #15 Michigan Wolverines, was erstmal nach einer klaren Sache klingt. Aber: Die Wolverines sind auswärts eine oder zwei Nummern kleiner einzuschätzen.

Iowa wurde vergangenes Wochenende verheerenderweise in Minnesota knapp geschlagen und kriecht mit 2-2 der letzten Chance auf das Conference-Finale entgegen. Michigan dagegen könnte sein Schicksal in der Conference in eigenen Händen halten, aber Vorsicht: Die Hawkeyes hätten nicht zum ersten Mal einen Titeltraum in Iowa City zerfetzt. Guck-Tipp auch aufgrund der oft fantastischen Stimmung im Hawkeyes Stadium.

Tendenziell riechen die B1G-Spiele an diesem Wochenende furchtbar, weil überall Bodensatz gegen „Spitzenkräfte“ gematcht wird. Spitzenkräft in Anführungszeichen, weil die Zeichen immer deutlicher werden, dass die Big Ten Conference nach zwei, drei soliden Jahren heuer wieder zu den schwächeren BCS-Conferences gehört. Aktuell führen Penn State mit seiner inexistenten Offense und Nebraska mit seiner für völlig andere Angriffssysteme gebauten Defense die Conference an.

#20 Wisconsin – Purdue (20h30 im kostenpflichtigen ESPN-Player) ist da noch das interessanteste verbliebene Spiel. „Interessant“ wie: Wisconsin muss unbedingt gewinnen und bekommt einen Gegner serviert, der letztens von Michigan 36-14 abgeschlachtet wurde.

Morgen am Morgen, 9h, bringt Eurosport 2 eine zweistündige Aufzeichnung von #17 Michigan State – Minnesota.

[06h32] Guten Morgen. Der heutige Samstag steht im Zeichen meiner Forschungsarbeit, daher wird es die Vorschau auf den Spieltag im College Football diesmal nur in Scheibchenform geben. Um 8h bringt ESPN America die Wiederholung des Nachtspiels aus der Mid-American Conference Kent State Golden FlashesCentral Michigan Chippewas. Beide Unis gehören bislang eher zum Bodensatz in einer eher als Graupen-Conference durchgehenden MAC, aber spätestens seit dem fassungslosen Dienstagsspiel Toledo – Northern Illinois ist klar: Auch die kleinen Conferences bieten bei Zeiten unterhaltsamen Football.

BCS-Report 2011/12, Uraufführung

Gestern ist das erste BCS-Ranking der laufenden Saison herausgekommen. Für Sideline Reporter bedeutet dies: Wenn in Zukunft die Platzierung einer Manschaft in der Form „#x“ angegeben wird, sprechen wir nicht mehr vom AP-Poll, sondern dem BCS-Ranking. Ja, ich weiß, Umstellungen nerven, aber im College Football entscheidet eben die BCS über Sein und Nicht-Sein.

Wo spielt der Jazz?

Bisher fehlt dem BCS-Rennen 2011/12 trotz (oder gerade wegen?) der vielen ungeschlagenen Mannschaften der Buzz der letzten Jahre, als es spätestens im Oktober serienweise Upsets in den Top-5 und Top-10 gab. Heuer deutet nichts daraufhin, dass da noch ein Massenstolpern kommt, selbst mit einem oder zwei Upsets dürfte da nicht mehr blankes Chaos ausbrechen.

Es läuft scheinbar alles auf zwei, drei ganz große conference-interne Showdowns in SEC und Big 12 hinaus, wenn es um die Endspielteilnehmer in der Bowl Championship Series geht. Ein Überblick, gewohnt misanthropisch.

Die BCS-Standings

#1 Lousiana State Tigers
#2 Alabama Crimson Tide

Zwei Kaliber aus der SEC West, in den Rankings nur hauchdünn auseinander. Beide verfügen über fassungslos gute Defenses, wobei die Unit von LSU unspektakulärer auftritt, aber insgesamt noch den einen Tick beeindruckender war, da sie noch konsequenter spielt, während Alabama insgesamt von drei großartigen Athleten abhängiger scheint (LB Hightower, LB Upshaw, S Barron). Kritikastern auf hohem Niveau.

Alabama verfügt IMHO über die klar bessere Offensive, die um den einen Mann herum gebaut ist, der nun endlich auch in den Medien die verdiente Anerkennung zu bekommen scheint: RB Trent Richardson, der jahrelang hinter dem ihm unterlegenen Mark Ingram versauerte, heuer endlich sein coming out hat. Dazu gesellt sich mit QB A.J. McCarron ein potenziell potenter Quarterback.

Alabama wäre für mich zum jetztigen Zeitpunkt im direkten Duell mit LSU Favorit mit einem Touchdown bis zehn Punkten. Am 5. November ist es soweit.

#3 Oklahoma Sooners

Die Sooners haben bereits zwei ganz fette Ausrufezeichen gesetzt: Auswärtssieg in Florida State, Schlachtfest gegen Texas. Trotzdem fehlt mir irgendwie der nötige Buzz in dieser Mannschaft und ich tue mir schwer, meine Skepsis gegenüber QB Landry Jones abzulegen, der trotz aller großartiger Stats seltsam blass spielt. Oklahoma wird nun in der nicht ganz einfach aussehenden Big 12 bestehen.

#4 Oklahoma State Cowboys

Die Cowboys spielen eine sagenhafte Offense. Punkt. Trotzdem nimmt noch immer kaum jemand die Mannschaft für voll, was an der streckenweise suspekten Defense liegt. Persönlich glaube ich noch nicht an eine BCS-Finalteilnahme von Oklahoma State. Die Mannschaft war zu lange zu anfällig gegen überflüssige Niederlagen. Andererseits halte ich auch ein Upset über Oklahoma am letzten Spieltag für nicht ausgeschlossen.

#5 Boise State Broncos

Für mich sind die Broncos auch ohne Fan-Scheuklappen die drittstärkste Kraft im College Football, im Zweifelsfalle einen Tick nach Alabama/LSU, gegen alle anderen Mannschaften für mich favorisiert. Boise State ist im Kern immer noch die gleiche Mannschaft der letzten Jahre, die sämtlichen Big Cows das Fürchten lehrt, nur dass sie heuer noch einen Tick mächtiger wirkt. Der Opener gegen Georgia war der Augenöffner, die beste Leistung, die ich von den Broncos in den letzten Jahren gesehen habe: Dominant in Offense, Defensive Line (!) und Defensive Back Seven, cool bis unter die Rindeln und angeführt vom außerordentlich souverän und schwer zu beeindruckend wirkenden QB Kellen Moore.

Boises Nachteil: Der Schedule ist so schwach wie bei keiner anderen Top-10 Mannschaft und sogar die schwersten eigenen Gegner Georgia und TCU schauen heuer nicht überragend aus. Aus diesem Grund ist das BCS-Finale mit hoher Wahrscheinlichkeit außer Reichweite, wogegen trotz „non-AQ“-Status die Teilnahme an einer BCS-Bowl fix ausschaut, solange Boise ungeschlagen bleibt. Eine Klausel besagt: Das beste Non-BCS Team ist automatisches „At-large“-Team in BCS-Bowls, wenn es in den Top-12 ist oder Top-16 und besser als ein Champ einer BCS-Conference.

Ich hoffe zum jetztigen Zeitpunkt wenigstens darauf, dass die BCS die Nüsse haben wird, Boise State auf den Verlierer von LSU/Alabama zu matchen (Gott, ich greife da zwei Monate Regular Season vor…).

#6 Wisconsin Badgers

Die Sache mit dem Schedule ist ähnlich wie bei Boise State, außer dass Wisconsin in der Big Ten spielt und somit einen Tick mehr „Credibility“ genießt. Aber aufgepasst: Alles faselt vom zugegeben starken double threat QB Russell Wilson und dem guten Laufspiel, wobei die Schwächen einer schwach tackelnden Defense zu gerne übersehen werden. Michigan State wartet als nächstes: Für mich der Gegner, der qua Anlage am ehesten prädestiniert ist, Wisconsin zu schlagen. Scheitern die Spartans, dürfte Wisconsin tatsächlich ungeschlagen durchmarschieren und möglicherweise unter den richtigen Umständen ins BCS-Finale einziehen (Michigan State könnte im Conference-Endspiel ein zweites Mal drohen und die Rankings dürften unberechenbar speziell für Wisconsin sein).

#7 Clemson Tigers

Das Überraschungsteam der Saison bisher. Clemson galt jahrelang als Sleeper, scheiterte aber stets an der lendenlahmen eigenen Offense. Just diese Offense geigt heuer mächtig auf, weil da der unglaublichen Freshman-WR Sammy Watkins mit seiner Explosivität nicht nur Schulrekorde pulverisiert, sondern auch dem QB Tajh Boyd zu unverhofft gigantischen Stats verhilft. Allerdings gilt Clemson als instabil, musste schon dieses Wochenende ein wundersames Comeback zaubern und dürfte nicht ungeschlagen durch die Regular Season kommen.

#8 Stanford Cardinal

Stanford ist aus qua Reputation seines Quarterbacks Andrew Luck so hoch gerankt, hat ansonsten bislang auch dank schwacher Gegner nicht viel gezeigt, aus dem man Honig für großartige Analysen ziehen könnte. Am Samstag wartet mit den Washington Huskies ein sehr ungemütlicher Gegner, spätestens für das Duell mit Oregon Anfang November erwarte ich die erste Saison-Niederlage für die The Farm.

#9 Arkansas Razorbacks

Die Hogs wurden zwar von Alabama in Grund und Boden gespielt, zeigten ansonsten brillante Ansätze in der Offense (QB Tyler Wilson mit einigen fassungslosen Stats) inklusive einer gar nicht so üblen Defense, die auch gegen Alabama länger als erwartet hielt. Für den ganz großen Wurf halte ich den Angriff allerdings zu eindimensional. Arkansas dürfte eine Außenseiterchance auf eine „At-large“-Einladung in die BCS-Bowls bekommen, wenn sie am letzten Spieltag auswärts LSU putzen können – ein extrem schweres, aber nicht ganz ausgeschlossenes Szenario.

#10 Oregon Ducks

Für mich sind die Oregon Ducks nach Alabama, LSU und Boise State die Nummer 4. Jo, sie wurden von LSU über weite Strecken böse abgewürgt. Jo, sie haben massive Verletzungssorgen und aktuell sind sowohl der Einser-QB Darron Thomas als auch die ultimative Offensivwaffe RB LaMichael James ausgeknockt. Aber einmal in Schwung ist Oregons Angriff unglaublich schwer zu bremsen und ich würde zu gerne ein Re-Match mit einer SEC-Mannschaft sehen.

Die Pac-12 bietet zwar noch Stolpersteine, aber keine rundum überzeugende Defense, die eine halbwegs gesunde Ducks-Offense einzubremsen vermag. Kommt James bis zum Stanford-Kracher 12. November zurück, dürfte Oregon wenigstens in die Rose Bowl durchmarschieren.

#11 Kansas State Wildcats

Die Wildcats um den wuseligen Spaß-QB Collin Klein kriegen dieser Tage viel Presse, schauen aber noch recht unausgetestet aus, eigentlich wie eine dieser Mannschaften, die mit leichtem Auftaktprogramm und gutem Start nach oben gespült werden, mit den ersten beiden richtigen Tests aber ebenso schnell wieder verschwinden. Täusche ich mich? In zwei Wochen kommt #3 Oklahoma, danach geht es Schlag auf Schlag: @ #4 Oklahoma State, vs. #17 Texas A&M, @ #24 Texas. Upsets sind möglich, aber ich verwette meinen Arsch, dass Bill Snyders sympathische Mannschaft da nicht ungeschlagen durchkommt, weil man nicht in jedem Spiel einen Turnover zum genau richtigen Zeitpunkt machen kann.

#12 Virginia Tech Hokies
#13 Nebraska Cornhuskers

Zwei enttäuschende Teams. Während Virginia Tech schaumgebremster nicht spielen könnte und von Clemson ganz übel abgewürgt wurde, zahlen die Huskers bislang Lehrgeld für den Wechsel in die Big Ten: Ihre Defense war jahrelang dafür gebaut, die Passfestivals in der Big 12 zu spoilern, wodurch heuer gegen einen lauflastigen Schedule eklatante Abwehrprobleme zu Tage getreten sind. Nebraska dürfte bis Ende November gegen jeden mächtigeren Rushing-Attack zittern.

#14 South Carolina Gamecocks

Noch liegt South Carolina in der SEC East vorne, aber die letzten Tage waren verheerend: Erst schmiss Steve Spurrier für viele längst überfällig den Eiertreter QB Stephen Garcia von der Uni, dann versuchte Spurrier per Journalistenschelte, die Meute abzulenken, ehe sich am Samstag der fantastische RB Marcus Lattimore eine Knieverletzung zuzog, die seine Saison beendet. Ich sehe nicht, wie sich die Mannschaft dort oben halten will. Schlägt doch noch Georgias Stunde?

#15 West Virginia Mountaineers

Der Pass-Angriff schaut unter dem Offensivgenie Dana Holgorsen bereits recht spektakulär aus, QB Geno Smith ebenso, aber die Abwehr genügt nicht höchsten Ansprüchen und West Virginia dürfte nach der klaren Heimniederlage gegen LSU auch erstmal nur noch über den Gewinn der Big East in eine BCS-Bowl kommen.

#16 Michigan State Spartans

Eine „langweilige“ Mannschaft, der abseits der Geschichte um den ehemaligen Herzinfarkt-Patienten Mark Dantonio (Head Coach) jegliche „Star-Power“ angeht, weswegen kein Mensch die Mannschaft ernst nimmt. Ich hatte das auch lange nicht getan: Trotz 11-1 war MSU 2010/11 eine statistisch auffällig mittelmäßige Mannschaft und wurde in der Bowl Season noch schlimmer als erwartet (und man erwartete eine klare Niederlage) von Alabama niedergemacht. Aber bis dato ist das eine rundum komplette, souveräne, disziplinierte Defensivleistung, gepaart mit einem unspektakulären Angriff, dessen Lauflastigkeit die Winde von East Lansing zum eigenen Vorteil nützt.

#17 Texas A&M Aggies

Die Mannschaft ist deutlich unter Wert geschlagen, nachdem man sowohl Oklahoma State, als auch Arkansas eigentlich hätte schlagen müssen, aber wie man diese Spiele noch verlor, geht eigentlich auf keine Kuhhaut mehr. Das sind Zeichen einer wachsenden Mannschaft, die mental noch nicht stabil genug ist, um mit plötzlichen Favoritenrollen zurecht zu kommen. Wird besser werden.

Sollte aTm allerdings noch weitere Spiele wegwerfen, dürfte auch eine Rasur von Head Coach Mike Sherman nicht ausgeschlossen sein.

#18 Michigan Wolverines

Die Defense ist wirklich besser als früher, aber der Angriff ist höllisch unberechenbar, wobei ich nicht bloß an die Niederlage gegen Michigan State denke, sondern insbesondere auch an den fassungslosen Schlager gegen Notre Dame zu Saisonbeginn, als QB Denard Robinson 338yds warf, aber nur 11 von 24 (!!!) Pässen komplettierte, für 4 TD und 3 INT. Damit dürfte alles gesagt sein.

#19 Houston Cougars

Case Keenum produziert erwartet starke Stats und Houston, einer meiner Sleeper, ist bereits in den Top-20 gerankt. Ohne ein Spiel der Coogs gesehen zu haben: Die Mannschaft soll durch und durch blass spielen und den Eindruck erwecken, dass da viel, viel mehr möglich wäre. Andererseits könnte auch eine ungeschlagene Saison drin sein und dann erleben wir vielleicht qua Saisonbilanz die Top-10… SMU wird ein ernsthafter Test werden.

#20 Auburn Tigers

Spannende Mannschaft. Auburn ist nicht so schlecht, wie sich im ersten Saisonspiel gegen Utah State angedeutet hatte mit all seinen missed tackles, und sie wirkt streckenweise richtig explosiv im Angriff. Dann kommen aber immer wieder diese schlechten Momente, die von gutem Gegnern eiskalt bestraft werden. Pikant ist, dass die Offense unter dem einst als #1 gesehenen, dann zur #2 und #3 degradierten, nun wieder zurückgekommenen QB Clint Trickett am souveränsten aussieht.

#21 Penn State Nittany Lions

Sehr solide, phasenweise richtig gut aussehende Defense, aber meine Fresse, diese Pass-Offense liegt irgendwo fuffzig Meter unter der Erde begraben: QB Rob Bolden wirft sogar für INTs zu unpräzise, QB Matt McGloin ist qua Armschwäche außerstande, das Ei weiter als 10yds zu werfen. Für den Rest der Saison braucht es überragende Abwehrleistungen, um sich durchlavieren zu können und vielleicht Wisconsin zu stoppen.

#22 Georgia Tech Bulldogs Yellow Jackets
#23 Illinois Fighting Illini
#24 Texas Longhorns

Drei Mannschaften, die möglicherweise eines eint: Ein recht einfacher Schedule zu Beginn, dadurch überproportional viele Siege geholt und gegen adequate Gegnerschaft auf Normalmaß gestutzt. Texas sieht allerdings wie eine gefährliche Mannschaft aus, die mit diesem Herbst als Lernprozess in naher Zukunft wieder lauter um BCS-Bowls mitreden werden.

#25 Washington Huskies

Meine Hochachtung, was Steve Sarkisian da in Seattle zusammenbaut. Der Angriff sieht richtig gut aus, QB Keith Price ist wurftechnisch ein massives Upgrade gegenüber dem hohen NFL-Pick Jake Locker und RB Chris Polk läuft über sämtliche Defenses einfach drüber. Hätte man eine bessere Lauf-Defense, man würde ernst genommen – so aber dürfte es gegen Oregon zu 350yds kassierten Laufspiel-Yards führen. @Stanford und @USC sind weitere unangenehme Orte, aber für die nächsten Jahre sollte man sich die Mannschaft mal vormerken.

Notre Dame ist nicht in den Top-25 gerankt, wird dort aber früher oder später auftauchen. Die Mannschaft hat nicht nur mediale Präsenz genug dafür, sondern auch brach liegendes Potenzial in der Offense, die bei dieser Defense nicht mal überragend spielen muss, um Notre Dame in jedem Spiel zu halten. Solide Leistungen reichen – die gab es bislang zu selten. Florida State ist wie auch Miami und Florida ein weiterer Kandidat für eine Top-25 Platzierung. Alle drei Unis haben derzeit mit Wehwehchen an verschiedenen Fronten zu kämpfen, aber es wurde insbesondere in FSUs Team genügend Potenzial angedeutet, als dass sie nicht letzten Endes wenigstens 8-4 enden.

Meine persönlichen Top-10

#1 Alabama
#2 Lousiana State
#3 Boise State
#4 Oregon
#5 Oklahoma
#6 Oklahoma State
#7 Michigan State
#8 Texas A&M
#9 Stanford
#10 Wisconsin

Auffallend: Nach den Top-5 wird es bereits schwer, weil nach Oklahoma eine gefühlte Lücke klafft. Clemson rauszuwählen tut mir weh, da ich die begeisternde Offense mag, aber ehrlicherweise dürfte Clemson gegen eine ernsthafte Defense vor ärgeren Problemen stehen. Wisconsin ist mir zu ungetestet. Respekt, dass sie die eklatanten Schwächen von Nebraska kaltblütig ausgenutzt haben, nun aber wartet auswärts mit Michigan State der möglicherweise unangenehmste Gegner der verbleibenden Saison (vielleicht noch Penn State).