College Football Week 14, der Freitag: Conference-Finals, der erste Schwung

Heute Nacht hat die Big East Conference mit dem Duell Louisville (9-2, 4-2 in der Conference) vs. Rutgers (9-2, 5-1) den Boden geschaffen – oder bereits die Entscheidung, wenn Rutgers gewonnen hat – für die Meisterkrönung, die ein Fixticket in eine BCS-Bowl (entweder Sugar Bowl oder Orange Bowl) bedeutet. Das Spiel wird heute um 17h bei ESPNA aufgezeichnet, und es hat auch so was wie Totengräberstimmung für die Big East Conference, nachdem Louisville wohl ab 2015 in die ACC wechseln wird, und Rutgers in die Big Ten Conference gehen soll. Stand heute. Stand auch morgen? Who knows.

MAC-Finale: #17 Kent State – #21 Northern Illinois

Ab 1h live bei ESPNA: Das Endspiel um den Titel in der Mid-American Conference (MAC) aus dem Nordosten der Staaten, mit mehreren kleineren Universitäten, die für die große Schwester Big Ten zu unattraktiv sind. Der gebotene Sport kann sich allerdings sehen lassen: Die MAC glänzt häufig mit Passfeuerwerken.

In dem Spiel steht möglicherweise ein Platz in einer BCS-Bowl auf dem Tablett: #17 Kent State von Coach Darrel Hazell kann, wie ich schon am Dienstag schrieb, bei Finalsieg und entsprechenden Ergebnissen auf anderen Plätzen, durchaus in die Top-16 rutschen und wäre dann ein AQ, wenn entweder der Conference-Champ von Big Ten (Nebraska aktuell #12, Wisconsin ungerankt) oder Big East (Rutgers #18, Louisville #22, Syracuse NR, Cincinnati NR) hinten der Golden Flashes bleiben.

Kent State ist trotzdem eine Anomalie. Die Mannschaft ging in der frühen Saisonphase gegen das SEC-Schlusslicht Kentucky mit 33 Punkten Differenz baden und hat nach SRS ein Rating von +1.5. SRS favorisiert Northern Illinois, und zwar mit 6.2 Punkten.

Die Huskies sind an #21 gerankt, haben ihre einzige Saisonniederlage gegen eine zu Saisonbeginn akzeptable Iowa-Truppe kassiert (mit einem Punkt), und fahren mit QB Jordan Lynch ein spannendes double threat auf. So sehr ich es Kent State gönnen würde, aber NIU fühlt sich wie ein deutlicher Favorit in dieser Partie an – ich glaube nicht an einen Mid-Major in einer BCS-Bowl dieses Jahr.

Pac-12 Finale: #8 Stanford – #16 UCLA

Nicht bei ESPN America, weil in den Staaten FOX die Rechte daran hat: Das Pac-12 Finale ab 02h MEZ. 02h MEZ? Klingt wie Freitagnachmittag, 17h Ortszeit an der Bucht – bei der Verkehrssituation in und um Palo Alto (Heimat der Stanford University) keine Garantie, dass das neue Stanford Stadium zu Spielbeginn gefüllt sein wird.

#8 Stanford vs. #16 UCLA Bruins – eine Ansetzung, die man so nicht hatte erwarten können. Stanford ist damit ausgerechnet im Jahr eins nach Andrew Luck zum ersten Mal seit Ewigkeiten vor dem Sprung in die Rose Bowl – ausgerechnet nach einer Saison mit mehreren Quarterbackwechseln. UCLA war das letztes Jahr schon, aber damals nur wegen der USC-Sperre. Diesmal hat man die Finalqualifikation aus eigener Kraft geschafft.

Letzte Woche sicherte sich die sehr physische Stanford-Truppe das Heimrecht mit einem recht deutlichen Auswärtssieg bei – ausgerechnet – UCLA, und das Rezept war dabei das sofortige Einbremsen vom versierten Laufspiel um RB Jonathan Franklin.

Für UCLA ist es trotzdem die Chance, das Ticket zur Rose Bowl im Heimatstadion in Pasadena zu fixieren – zum ersten Mal seit gut und gerne 15 Jahren. Aber selbst wenn Außenseiter UCLA in dem Spiel nix reißen sollte: Die Debütsaison von Head Coach Jim Mora jr. gilt als gelungen, allen Unkenrufen (auch von meiner Seite) zum Trotz.

SRS favorisiert Stanford mit 8 Punkten.

Mid-American Conference, Eastern Division vor der Saison 2012/13

Die Mid-American Conference ist die kleine Schwester der Big Ten Conference, beheimatet im Nordosten der Vereinigten Staaten, mit zahlreichen kleinen bis mittelgroßen Universitäten rund um die Großen Seen. Die MAC hat sich bei mir einen Namen gemacht als Freak-Conference: Kaum verliert ein Trainer zwei Jahre lang viele Spiele, wird er von den Unigarchen gefeuert. Auf der anderen Seite verlieren die Unis ihre Coaches halt auch, wenn diese mal zwei Jahre hintereinander acht oder neun Spiele aufwärts gewinnen und dann in der Big Ten Conference anheuern. In keiner anderen Conference gibt es IMHO so wenig Kontinuität, und es ist keine Seltenheit, dass eine Mannschaft nach 11-3 auf 2-10 abstürzt und im Jahr darauf wieder 9-4 ist. Das gepaart mit den vielen unglaublichen Shootouts macht die Conference – genannt auch „MACtion“ – trotz ihrer oft halbleeren Stadien immer wieder zu einem sehenswerten Schmankerl bei ESPN America.

Eastern Division: Der Favorit

Es gibt nur einen Favoriten: Die Ohio Bobcats, unter dem erfahrenen Head Coach Frank Solich ein Muster an Beständigkeit geworden. „Beständig“ aber auch wie: Sie verlieren immer das Conference-Finale. Wie auch letztes Jahr, als sie ein 20-0 noch verschenkten und 20-23 verloren. Heuer ist man aber wieder Favorit, auch wenn mit WR LaVon Brazill die beste Offensivwaffe weg ist. QB Tyler Tettleton gehört zu meinen optischen Favoriten, ein knochenhartes Männlein, keine 1m80 groß, aber keinen Scramble und Hit scheuend. Tettleton und die grundsolide Defense sind Hauptgründe für den Favoritenstatus der Bobcats.

On the Way Back

Dahinter tummelt sich eher das Mittelmaß. Die Bowling Green Falcons durften sich nach vielen knappen Niederlagen 2011/12 unter Wert geschlagen fühlen und sollen im vierten Jahr unter dem als Rebuilding-Genie bekannten Chefcoach Dave Clawson mittlerweile gute Tiefe im Kader besitzen. Bemerkenswert soll vor allem die Secondary sein.

Völlig unter dem Radar, aber meiner bescheidenen statistischen Analyse nach ein Sleeper par excellence, laufen die University of Miami/Ohio RedHawks. Ich meine, diese Uni ist das MAC-Team schlechthin. Schauen wir uns die Bilanzen der letzten Jahre an: Von 2-10 auf 6-7 auf 2-10 auf 1-11 auf 10-4 auf 4-8. Weniger Konstanz geht nicht, möchte man meinen. Wenn mich meine Excel-Sheets aber nicht völlig verarschen, war Miami/OH in der abgelaufenen Saison trotz 4-8 Siegen ein besseres (!) Team als im Jahr zuvor mit seinen 10-4 Siegen.

Und es gibt Hoffnungen: Der Kader bleibt nahezu unverändert, QB Zac Dysert gehört zu den besten und vielseitigsten seiner Zunft und hält den laufaffinen Coach Don Treadwell davon ab, das grottenschlechte Laufspiel allzu stark einzusetzen, und dann ist da noch eine richtig gute Defense – also: look out.

Nächster jahrelanger underachiever, nächster potenzieller Überraschungskandidat: Die Kent State Golden Flashes von Darrell Hazell, eigentlich ein offensiv ausgerichteter Coach, aber diese Mannschaft kann nur eines: Verteidigen, und das richtig gut. Die Offense ist in Worten schwer zu beschreiben, nachdem QB Spencer Keith angewiesen wurde, lieber fünf Drives in die Ränge zu schmeißen, als einen Turnover zu produzieren. Möglicherweise steht Keith, das das auf Kosten vieler fürchterlicher Incompletions beherzigte, aber schon bald hausinterne Konkurrenz entgegen, nachdem QB David Fisher von Nebraska rübertransferiert wurde und sich im Frühjahr in die Herzen der Fans gespielt hat.

Reden wir lieber über die Defense, wo mit dem DE Rosevelt Nix einer von den eigenartigsten Athleten im College Football spielt: So schmächtig wie ein Blondchen vom Laufsteg (just kidding), aber trotz nur 105 Kilos gilt der Mann als Phänomen, der sämtliche Blocker in der Conference in Atem hält und trotz Doppeldeckungen in jedem Spiel ein oder zwei Tackles für Raumverlust produziert. Fazit: Kriegt Hazell der Offense wenigstens einen Funzen Leben eingehaucht, sehen wir uns möglicherweise in der Bowl Season wieder.

Schangsenlos

Dahinter stehen… keine weiteren Sleeper. Buffalo konnte zwar zuletzt mit den besten Teams der MAC mithalten (vs. Ohio Sieg mit +1, vs. NIU Niederlage mit -1), wurde dann aber auch von unterklassigen Teams abgeschlachtet. Nicht ganz unschuldig an dem vielen Auf und Ab ist möglicherweise auch Coach Jeff Quinn, der eine pfeilschnelle Offense spielen lassen möchte, ohne dafür den richtigen Quarterback zu besitzen.

Die Akron Zips punkten primär mit ihrem neuen Cheftrainer Terry Bowden, einer der zahlreichen Söhne von FSU-Legende Bobby Bowden. Terry war vor Zeiten mal gar nicht wenig erfolgreicher Trainer von Auburn, und gilt als passverliebt. Auf alle Fälle ein Move, der Akron erstmal ins Rampenlicht rückt.

Erstmal Erfahrungen sammeln heißt es für die Massachussetts Minutemen, einem weiteren Neuling in den Reihen der Football Bowl Subdivision, daheim in einem wunderschönen kleinen Studentenstädtchen namens Amherst, und eigentlich das viertälteste noch existierende Footballprogramm in den Vereinigten Staaten. Massachussetts? Korrekt, von da kam zuletzt Victor Cruz zu großen NFL-Ehren. Schade ist da allenfalls, dass man die Heimspiele heuer in Foxboro austrägt, wodurch erstmal was vom Flair der 1830er Jahre verloren geht.

College Football, Woche 10 Vorschau in der Salamitaktik

Die große Vorschau auf den nächtlichen Schlager #2 Alabama – #1 Louisiana State gab es bereits gestern. Der Rest folgt heute scheibchenweise.

Pac-12 Conference

[15h17] Soweit ich das überblicke, ist das Spiel Washington Huskies – #8 Oregon Ducks weder bei ESPNA, noch im ESPN-Player zu sehen. Dabei gäbe es einige Dinge zu erzählen: Huskies und Ducks sind mehr als rivalisiert. Sie sind verfeindet. Mehr als mit den beiden innerstaatlichen Rivalen Oregon State Beavers (Ducks; „Civil War“) und Washington State Cougars (Huskies; „Apple Cup“). Zusätzlich dazu ist es das letzte Spiel im Huskies Stadium zu Seattle, das ab sofort rundumerneuert wird, inklusive Entfernung der Laufbahnen, die auch im College Football eine aussterbende Gattung sind. Das alte Huskies Stadium galt trotz der Laufbahn und trotz der beiden offenen Endzonen als eines der lautesten überhaupt und punktete auch mit den vielen Segelbooten, die in der Bucht vor dem Stadion ihre Runden drehten und für romantische Bilder sorgten. Ein Rendering des „neuen“ Huskies Stadium gibt es bei Federalway Mirror.

Sportlich sollten die Ducks klar favorisiert sein. Vergangene Woche funktionierte die Ducks-Offense mit dem Backup-QB Bryan Bennett sogar besser als mit dem angeschlagenen Starter-QB Darron Thomas – für Chip Kellys Offense ein Markenzeichen, da die Offense bis dato jedes Jahr mit neuen Quarterbacks spielen musste und immer funktionierte.

Für Oregon wäre aber sogar eine Niederlage wohl verschmerzbar, da sie sowieso  nächste Woche in Stanford gewinnen müssen und zeitgleich immer auf einen Ausrutscher der Huskies bei USC hoffen können.

Boise State Broncos

[13h36] Die Broncos stehen bei 7-0 Saisonsiegen und dürften heute die UNLV Rebels klar schlagen. Für Boise stehen die BCS-Endspielchancen allerdings selbst bei Ungeschlagenheit schlecht aus. Mal abgesehen davon, dass man nächsten Samstag gegen die nicht unterirdischen TCU Horned Frogs erstmal bestehen muss, wird im verbleibenden Schedule nicht nur UNLV, sondern auch und vor allem das extrem schlechte New Mexico den strenght of schedule massiv runterziehen. Zusätzlich dazu könnte die Konstellation in den BCS-Bowls ein attraktives Duell gegen einen der SEC-Granden verhindern.

Deswegen ist heute vor allem eines interessant: Der mögliche 46. Karrieresieg für QB Kellen Moore, was ein neuer Rekord im College Football wäre. Moore würde Colt McCoy (Texas Longhorns) ablösen. Moore bestreitet heute sein 48. Spiel. Seine einzigen beiden Niederlagen waren 2008 in der Bowl Season gegen TCU (mit einem Punkt 16-17 verloren) und 2010 in Nevada in der Overtime nach zwei spielentscheidenden Fehlkicks (31-34 mit drei Punkten verloren). Trotzdem gibt man Moore im Rennen um die Heisman Trophy gegen die kommenden hohen NFL-Picks QB Andrew Luck/Stanford und RB Trent Richardson/Alabama kaum Chancen.

Southeastern Conference

[12h28] Falls abseits des “vorweggenommenen Endspiels” in Tuscaloosa noch irgendein Interesse am heutigen Treiben in der SEC herrscht: Ab 0h15 live im ESPN-Player die #7 Arkansas Razorbacks gegen die #9 South Carolina Gamecocks, die beiden lebendigen Beweise für die ausgedünnte Spitze im College Football (Sonntag, 9h30 als Tape bei ESPN America). Beides sind Mannschaften mit dicken Fragezeichen, für beide reicht es für die Top-10.

Arkansas schaut im Angriff nach dem Ausfaller dutzender Running Backs recht abhängig vom netten QB Tyler Wilson aus, verfügt aber über keine überzeugende Defense und musste zuletzt gegen den Underdog Vanderbilt alle sieben Leben zusammenkratzen, um einen schmeichelhaften Heimsieg herauszugurken. Für Arkansas geht es darum, in der SEC-West dranzubleiben, ist aber auch abhängig vom Ausgang des später parallel stattfindenden Topspiels Alabama – LSU (01h LIVE ESPN America, Sonntag 12h Tape bei ESPN America).

South Carolina braucht den Sieg „dringender“ in der Hinsicht, dass die Karten für die Gamecocks hinsichtlich SEC-Endspiel besser stehen, da sie in der heuer eher schwach besetzten SEC-East ihr Schicksal in den eigenen Händen halten. Man spielt nach dem Rauswurf von QB Garcia und der verheerenden Verletzung von RB Lattimore sehr beherzten Defensivfootball um den DL Melvin Ingram, der Angriff ist stärker denn je um den überragenden WR Alshon Jeffery gebaut.

BCS-Finalchance für beide: Noch existent (!), aber gering, da es einen Haufen Freak-Ergebnisse auf anderen Spielfeldern braucht. Bloß: Man stelle sich vor, South Carolina gewinnt überzeugend ein mögliches SEC-Endspiel… Nicht ganz vermessen zu behaupten, die BCS-Chancen stehen für die Gamecocks besser als für, sagen wir, die Boise State Broncos.

Das Spiel findet, wie ich gerade sehe, übrigens nicht im gewohnten Heimstadion der Hogs in Fayettville statt, sondern in der „zweiten Heimstätte“ in Little Rock, wo Arkansas pro Jahr eines oder zwei Heimspiele auf dem Nebencampus austrägt.

Weitere Spiele aus der in der Breite heuer wenig überzeugenden SEC: Um 17h kämpfen die Florida Gators gegen die Vanderbilt Commodores im ESPN-Player um die letzten Restfetzen an Respekt, während Vanderbilt unter dem neuen Coach James Franklin und „ja ich bin Aarons kleiner Bruder“ Jordan Rodgers eine grundsolide Saison absolviert – für Vandys Verhältnisse. Die enttäuschenden Mississippi State Bulldogs sind um 0h30 im ESPN-Player gegen den FCS-Zwerg Tennessee Martin dran. Bei KentuckyOle Miss (20h30 live ESPN-Player) wird eine von beiden Unis gezwungenermaßen ihren ersten Conference-Sieg der Saison einsäckeln.

Big 12 Conference

[10h58] Das zweite Livespiel heute Abend um 20h30 MEZ kommt aus der Big 12 Conference: #6 Oklahoma Sooners gegen die Texas A&M Aggies, bei denen es schwer greifbar ist, dass diese Mannschaft 1) 5-3 ist und b) nicht gerankt. Die Aggies dürften potenziell eine Top-10 Mannschaft bleiben, haben sich aber extrem anfällig dafür gezeigt, klar dominierte Spiele gegen Top-Gegner zu vergeigen. Beispiele? 29-30 gegen Oklahoma State verloren, trotz 20-3 Führung. 38-42 gegen Arkansas trotz 35-17-Führung. 31-38 gegen Mizzou, trotz 28-14-Führung.

Die Aggies müssen nun nach Norman/OK, wo die Sooners eine Woche nach dem Kantersieg bei Kansas State ihrem verletzten RB Dominique Whaley nachweinen. Würde mal behaupten: Tolles Spiel, weil a) Upset-Watch und dem entgegengesetzt b) die Oklahoma Sooners, die sich ungern zweimal in Serie daheim verarschen lassen wollen (Oklahoma hat eine der besten Heimbilanzen ever).

Ein zweites interessantes Spiel aus der Big 12 ist nur im ESPN-Player verfügbar (1h MEZ LIVE): #3 Oklahoma State Cowboys – #14 Kansas State Wildcats, wo die Cowboys in den Wettbüros lockerer 21-Punktefavorit sind, nachdem die Schnurrkätzchen letzte Woche schlimmer als erwartet zurückzucken mussten. Oklahoma State macht satte 50 Punkte/Spiel und wird, auch wenn die Defense suspekt bleibt, wohl auch in dieser Partie eine Handvoll Touchdowns aufs Tablett legen und die Wildcats die Rankings runterpurzeln lassen.

Big Ten Conference

[09h04] Das erste Live-Spiel heute Nachmittag um 17 Uhr MEZ (Achtung: Winterzeit-Umstellung der Amerikaner erst in der Nacht!) ist ein Spiel aus der vogelwilden Big Ten Conference: Iowa Hawkeyes – #15 Michigan Wolverines, was erstmal nach einer klaren Sache klingt. Aber: Die Wolverines sind auswärts eine oder zwei Nummern kleiner einzuschätzen.

Iowa wurde vergangenes Wochenende verheerenderweise in Minnesota knapp geschlagen und kriecht mit 2-2 der letzten Chance auf das Conference-Finale entgegen. Michigan dagegen könnte sein Schicksal in der Conference in eigenen Händen halten, aber Vorsicht: Die Hawkeyes hätten nicht zum ersten Mal einen Titeltraum in Iowa City zerfetzt. Guck-Tipp auch aufgrund der oft fantastischen Stimmung im Hawkeyes Stadium.

Tendenziell riechen die B1G-Spiele an diesem Wochenende furchtbar, weil überall Bodensatz gegen „Spitzenkräfte“ gematcht wird. Spitzenkräft in Anführungszeichen, weil die Zeichen immer deutlicher werden, dass die Big Ten Conference nach zwei, drei soliden Jahren heuer wieder zu den schwächeren BCS-Conferences gehört. Aktuell führen Penn State mit seiner inexistenten Offense und Nebraska mit seiner für völlig andere Angriffssysteme gebauten Defense die Conference an.

#20 Wisconsin – Purdue (20h30 im kostenpflichtigen ESPN-Player) ist da noch das interessanteste verbliebene Spiel. „Interessant“ wie: Wisconsin muss unbedingt gewinnen und bekommt einen Gegner serviert, der letztens von Michigan 36-14 abgeschlachtet wurde.

Morgen am Morgen, 9h, bringt Eurosport 2 eine zweistündige Aufzeichnung von #17 Michigan State – Minnesota.

[06h32] Guten Morgen. Der heutige Samstag steht im Zeichen meiner Forschungsarbeit, daher wird es die Vorschau auf den Spieltag im College Football diesmal nur in Scheibchenform geben. Um 8h bringt ESPN America die Wiederholung des Nachtspiels aus der Mid-American Conference Kent State Golden FlashesCentral Michigan Chippewas. Beide Unis gehören bislang eher zum Bodensatz in einer eher als Graupen-Conference durchgehenden MAC, aber spätestens seit dem fassungslosen Dienstagsspiel Toledo – Northern Illinois ist klar: Auch die kleinen Conferences bieten bei Zeiten unterhaltsamen Football.