Akademische Viertelstunde vor dem Rivalry-Wochenende

Das letzte Wochenende brachte nur eine Pleite einer Top-10 Mannschaft. Die Saison verläuft damit weiterhin erstaunlich erwartungskonform. Viele Chancen auf Chaos gibt es nicht mehr, aber dafür zwei ganz fette Ansetzungen an den nächsten beiden Wochenenden, die quasi eine „Play-in“ Funktion für die Playoffs übernehmen. Weiterlesen

College Football Nugget

Sportradio360 hat heute ein 45-minütiges Segment zum College Football aufgenommen, in dem Nicolas Martin, Christian Schimmel, Sal Mitha und meine Wenigkeit über den 4ten Spieltag, die Entlassung von Les Miles und die SEC diskutieren und einen Ausblick auf den sehr fetten 5ten Spieltag am ersten Oktoberwochenende geben:

Danke an den Producer Jens Huiber, der die Plattform bietet, auch hie und da über die sehr bunte Welt des College Football zu sprechen – willkommene Abwechslung zur manchmal etwas sterilen NFL.

Eloge auf Les Miles – und was uns sonst noch an diesem Wochenende bewegte

Im Anschluss an College-Football Woche 4 ist der erste große Trainer entlassen worden: Les Miles, Head Coach der Louisiana State Tigers. Die Entlassung kommt nicht überraschend. Sie kommt höchstens überraschend schnell: LSU verlor am Samstag knapp bei den Auburn Tigers, weil es den letzten Spielzug nicht rechtzeitig ausgespielt bekam. Weiterlesen

Louisiana State Tigers | 2016/17 Vorschau

Die LSU Tigers sind ein komischer Laden: Jedes Jahr einer der großen Titelfavoriten mit viel Hype, aber insgesamt nicht beständig und nicht tief genug um die übermächtigen Alabama Crimson Tide wirklich zu fordern. Dazu kommt der sehr kauzige Head Coach Les Miles, nie um einen guten Spruch verlegen, der letztes Jahr nach einem katastrophalen November fast gefeuert worden wäre. Weiterlesen

Akademische Viertelstunde nach Thanksgiving: Licht ins Dunkel

Das Thanksgiving-Wochenende hat sehr viel Erhellendes in das Meisterschaftsrennen des College Football 20125/16 gebracht. Das gröbste Chaos ist aufgeräumt. Freilich kann es am nächsten Wochenende noch einmal zu kleineren Erschütterungen kommen. Weiterlesen

Black Friday 2011: LSU Tigers – Arkansas Razorbacks

F5-Ersatzbutton schonmal vorab installiert.

[00h07] Endstand LSU Tigers 41, Arkansas Razorbacks 17.

Beeindruckende zweite Halbzeit für Louisiana State. In dem Moment, als Arkansas etwas eindimensionaler werden musste, war das Spiel gegessen, weil LSU mit seiner wuchtigen Front Seven (oder Front 8, wie man es nennen will) mächtig Rabatz machen konnte und Wilson überhaupt keine Zeit mehr zum Atmen gab. Bis auf den einen langen 60yds Pass war für die Hogs nichts zu holen, sogar die vermeintlich wichtige INT war eher eine Fehlentscheidung der Referees. LSU wird nun im Gegensatz zu Alabama das BCS-Endspiel betreiten müssen.

[00h02] Nehmen sie nicht und knien ab.

[23h59] #7 Mathieu mit dem nächsten Turnover. Jetzt ist Mr. Interception Jarrett Lee im Spiel, wenn LSU noch einmal mindestens drei Punkte mitnehmen wird.

[23h53] LSU 41, Arkansas 14. Miles nimmt drei „Style-Points“ mit, sollte der unwahrscheinliche Fall einer Niederlage im SEC-Fall eintreten und die eine oder andere Wählerstimme gebraucht werden.

[23h40] LSU 38, Arkansas 17/Q4 10:09. ES ist nicht mal relevant, wie hoch die Niederlage ausfallen wird. Die Hogs werden keine BCS-Bowl spielen in diesem Winter.

[23h35] Sargnagel. QB Wilson überwirft tief seinen Abnehmer, CB #17 Morris Clairborne mit der INT.

[23h30] LSU 31, Arkansas 17/Q4 11:04. Arkansas‘ Defense sieht geschlagen aus. Louisiana State konnte mit zwei Handvoll Laufspielzügen praktisch ohne Pass-Bedrohung über die Defensive Line drüberwalzen. Ob sich das Thema dieser Saison wieder wiederholt: LSU zermürbt Gegner und legt erst Ende drittes und viertes Viertel die ganz großen Big Point aufs Tablett?

[23h20] Hogs-QB Tyler Wilson soll eine Nackenverletzung haben. Ob das die plötzlichen massiven Protection-Probleme der Razorbacks gegen den stürmischen Pass Rush erklärt? Arkansas musste tief aus der eigenen RedZone punten.

[23h15] LSU 24, Arkansas 17/Q3 2:14. Les Miles wird mal wieder seinem Ruf gerecht und spielt ein 4th down via Gedränge aus. Einen Spielzug später nützt LSUs Laufspiel einen individuellen Fehler in der Linebackerschaft aus, bringt an der GoalLine den Ball aber überraschend nicht in die EndZone. Massiver Stand der Hogs, deren Defense schon gegen Bama richtig gut aussah – damals aber nur streckenweise, nicht über drei lange Viertel.

[23h00] LSU 21, Arkansas 17/Q3 7:42. Arkansas antwortet mit einem 60yder für WR #11 Cobi Hamilton, aber viel beeindruckender ist Wilson kurz danach: Mit einem massiven Hit in Erwartung einen tollen Ball für den Tight end über die Mitte gefeuert (LSU #22 damit by the way ab sofort „dirty“ zu nennen).

Arkansas kriegt am Ende nur ein Field Goal, weil der Trainerstab an der GoalLine die grandiose Idee hat, Wilson gegen einen laufstarken Backup-QB auszutauschen, der den Snap fumbelt und um ein Haar dann auch den Turnover provoziert hätte. Wellental der Emotionen, aber ein wunderbares, spannendes, intensives Spiel.

[22h48] INT für #5 Thomas! Big Play für die Arkansas Razorbacks, das dem Spiel nur gut tut – allerdings: Thomas‘ linker Fuß sah bei der INT sehr „draußen“ aus. Nicht im Bild, aber die beiden TV-Einstellungen lassen nur einen logischen Schluss zu: Hätte nicht zählen dürfen. Für die Tigers natürlich bitter, nachdem sie 3rd down um 3rd down um 3rd down verwertet hatten und die Defense langsam an den Rand Verzweiflung gebracht hatten.

[22h20] Halbzeit LSU Tigers 21, Arkansas Razorbacks 14.

Die Emotionen kochen in diesem fantastischen Footballstadion in Louisianas Hauptstadt. Arkansas macht mir nicht den Eindruck, nicht gegen diese Defense punkten zu können und sollte noch entsprechend Rabatz machen können. Allerdings kriegt LSU nach der Pause als erstes den Ball – ich würde allerdings aus den letzten beiden Drives nicht allzu viel herauslesen. Im dritten Viertel wird die Szenerie erstmal etwas runtergekühlt sein und die Razorbacks sollten sich etwas mental erfangen haben.

[22h10] Da strömen ja Bäche an Adrenalin durch das Tiger Stadium! Arkansas wird beim Kickreturn an der eigenen 9 (!) niedergemacht – nur Lundqvist/Danielson können die Fresse nicht halten, quasseln sich einen ab und ruinieren den Moment.

[22h07] LSU 21, Arkansas 14/Q2 0:59. Plötzlich funktioniert alles bei den LSU Tigers, QB Jefferson mit rattenscharfen Bällen auf völlig offene Wide Receivers in kollabierenden Zonendeckungen. WR #10 Sheppard kann locker einlaufen, LSU mit dem dritten TD in Serie, Death Valley on fire.

[22h02] „Big Play“ Tyronn Mathieu, die zweite: Schlägt den gerade wieder in Schwung gekommenen Hogs den Ball aus der Hand, 1:59 vor der Pause kriegt LSU an der eigenen 34 den Ball. Mathieu ist heuer als Wundermann berühmt geworden, machte unglaublich viele Return-TDs und erzwungene Fumbles. Wäre ein Heisman-Trophy Kandidat geworden, wäre er nicht wegen Kiffen gesperrt geworden und hätte in just jenem Spiel nicht der „andere“ Cornerback, Claiborne, das Spiel seines Lebens gemacht.

[21h53] Angeblich Gary Danielson mit einem Philsimms-Moment:

Als der Punt unterwegs war: Another effective punt! Wow!
Beim Blick auf den Return: A bad directional punt.

[21h51] LSU 14, Arkansas 14/3:24. „Big Play“ Tyrann Mathieu hat wieder zugeschlagen, 92yds Punt Return zum Touchdown returniert.

[21h44] LSU 7, Arkansas 14/Q2 6:15. LSU mit einem sehr langen Drive, viele 3rd downs verwertet, aber recht rund scheint es nicht gewesen zu sein, u.a. ein gefumbelter Pitch („lateral“), der zufällig zu einem 1st down führte. Damit dürfte sich das Momentum vorerst etwas von Arkansas abgewandt haben, der Drive dauert in realiter über eine Viertelstunde.

[21h28] UPSET-Alert in Baton Rouge. LSU 0, Arkansas 14/Q2 12:11. RB Ford wird bei einem Rollout nach rechts das Ei aus der Hand geschlagen, #45 Highsmith pflückt das Ei direkt aus der Luft und returniert 47yds in die EndZone. Null zu vierzehn, auch wenn LSU meist erst im dritten Viertel richtig ins Rollen kommt: Das Brett ist nicht mehr das dünnste.

[21h24] Die #8 Houston Cougars werden ihr Auswärtsspiel bei Tulsa haushoch gewinnen, führen später im Schlussviertel 41-16. QB Case Keenum mit bereits 5 TD-Pässen, wird damit im Heisman-Rennen 2011 (auch genannt „Aufstand der Zwerge“) noch weiter nach oben katapultiert. Houston muss nun noch nächste Woche das C-USA Finale gewinnen und hat einen Fixplatz in einer BCS-Bowl garantiert.

[21h17] Louisiana State 0, Arkansas 7/Q2 14:54. QB Tyler Wilson findet gegen zu schwachen Pass Rush über die Spielfeldmitte WR Jarius Wright.

[21h12] Ende des ersten Viertels in Baton Rouge. Arkansas ist die bessere Mannschaft bis dato, vor allem dieser QB Tyler Wilson ist sehr beweglich und entfleucht dem Pass Rush, scrambelte für 1st down und fand bei einem eigentlichen „Broken Play“ im Nachfassen seinen Wide Receiver. LSU mit Starter Jordan Jefferson bislang aus dem Spiel genommen, fällt nicht mehr als Laufspiel durch die Spielfeldmitte ein.

[20h44] ESPN America wird in Kürze einsteigen.

College Football 2011/12: #2 Alabama Crimson Tide – #1 Louisiana State Tigers

[04h52] Die heutigen Ergebnisse machen auch wahrscheinlicher:

  • Arkansas hält tatsächlich sein Schicksal in den eigenen Händen. Heimsiege über Tennessee und Mississippi State vorausgesetzt, kann man mit einem Auswärtssieg gegen LSU tatsächlich das SEC-Finale erreichen.
  • Georgia hat in der SEC East sein Schicksal nun in den eigenen Händen.
  • Oregon vs. Stanford um den Pac-12 Finaleinzug im Norden.
  • Und jetzt Achtung: UCLA (!!!) hat sein Schicksal in der Pac-12 South in eigenen Händen, landete heute einen sensationellen 29-28 Sieg über Arizona State, muss allerdings noch @Utah und @USC (ins Coliseum) und vs. Colorado ran.

Die BCS-Top 5 dürften in etwa so aussehen: #1 LSU, #2 Oklahoma State, #3 Stanford, #4 Alabama, #5 Boise State. 3 und 4 wahlweise auch vertauscht.

[04h48] Endstand Alabama Crimson Tide 6, L.S.U. Tigers 9 (OT)

Jo. Da hat am Ende die Unit, die ich am wenigsten beachtet hatte, das Spiel großteils entschieden: Die Special Teams. Alabama verkickte vier Field Goals und hätte dieses Spiel eigentlich gewinnen müssen. LSU kann sich glücklich schätzen, hier mit dem Sieg nach Hause fahren zu können.

Alabama dürfte in den Polls nicht weit runterfallen. Man wird sich aber grün und blau ärgern können, dieses überlegen geführte Spiel nicht gewonnen zu haben.

Ich fand es ein unterhaltsames Spiel auf hohem Niveau, hätte mir aber irgendwann ab drittes Viertel etwas mehr Offense gewünscht. Da war dann letzten Endes zu wenig Variabilität im Spiel, zu viele uninspirierte Laufspielzüge, die für -2yds auf beiden Seiten abgewürgt wurden. Auch Tight Ends waren kaum im GamePlan.

Trotzdem möchte ich die Offense sehen, die diese beiden Defenses einbremsen kann. Oklahoma State steht bei mir etwas im Ruf der Schönspieler. Stanford sollte den besten Quarterback haben und ein physisches Laufspiel. Oklahoma trotz allem wenigstens genügend Athleten. Und dann ist noch Boise State, denen ich mit ihrer parasitären Underdog-Strategie gegen jede Defense eine Chance gebe.

Overtime

[04h37] Field Goal passt. LSU bleibt ungeschlagen.

[04h35] LSU kann nach einem langen Lauf aus 25yds das Field Goal zum Sieg kicken. Kicker: Drew Alleman.

[04h30] Recht peinlicher Overtime-Drive der Crimson Tide. Erst eine Strafe wegen 12 Mann im Huddle!! Dann lässt sich QB McCarron bei 3rd down sacken und das Field Goal ist mit 53yds natürlich viel zu lang. LSU kann mit seinem guten Kicker nun dreimal laufen und gewinnt das Spiel.

[04h24] LSU gewann den Münzwurf und spielt zuerst Defense. Zur Erklärung: Damit weiß die Offense, was sie mit ihrem Drive erreichen muss. Dies nur als Erklärung der Entscheidung.

4. Viertel

[04h23] Dieses unglaublich intensive Spiel geht in die Overtime. Meine Fresse: In 60min  ganze VIER Field Goals? Alabama war mehrmals sehr nahe dran, verschoss drei Field Goals und hatte an der GoalLine diese unglücklich und womöglich zu Unrecht verhängte Interception.

OT-Regeln für nicht-College-Fans: Jedes Team startet von der 25 einen Drive. Wer mehr Punkte erzielt, gewinnt. Ab der dritten OT müssen die Teams eine 2pts-Conversion spielen.

[04h20] 52sek to go. LSU musste punten. Zum Clock Management Sabans meine Theorie: Saban hatte Angst vor einem Trickspielzug.

[04h12] Alabama kommt dem bei 3rd und 20 und einem quicken Kurzpass auf RB Richardson dem 1st down bedrohlich nahe, muss aber punten. Eine dumme Strafe gegen #7 Mathieu reingerechnet wird LSU nun ganz weit hinten drin beginnen müssen. Der Blick auf die Uhr verrät: 5:00 noch. Schön langsam nähern wir uns der unoffiziellen Variante „Sudden Death“.

[04h04] Unglaubliche Szenen in Tuscaloosa: Die Crimson Tide kommen mit Willen (Maze) und Power (Richardson) wieder in Punktereichweite. Dann folgte ein Wildcat-Spielzug mit tiefem Ball von WR #4 Maze auf den tight End. DB #1 Reid wrestelt dem TE den Ball aus der Hand. INTERCEPTION an der 1yds Line. Eine 50/50 Entscheidung und ich bin mir nicht sicher, ob „INT“ die richtige war.

LSU wird natürlich nach drei Läufen gestoppt, dann stellt Nick Saban den schwer angeschlagenen Maze als Punt Returner auf. Maze kann sich nicht bewegen, keinen Fair Catch machen und verschenkt durch den auskullernden Ball locker 25-30yds Feldposition.

[03h48] Alabama 6, Louisiana State 6/4th, 14:13. As expected.

3. Viertel

[03h45] Nun ist es an Alabama, einen überflüssigen Turnover reinzustreuen: QB McCarron übersieht das ungünstige Duell der 17er: CB Claiborne gegen den vergleichsweise schwerfälligen TE Smelley. Interception und vor allem ordentlich in die RedZone returniert. Dort werden Running Back und Quarterback allerdings nacheinander für Raumverlust gestoppt. Es erwartet und nach dem 3rd down wohl ein Field Goal.

[03h32] Faszinierend, wie sich beide Defenses nichts schenken und jeden Drive, der droht, länger als 30yds zu werden, abwürgen, mittels Blitzes oder einfach nur Hormonschub. Meistens reicht eine Strafe gegen die Offense aus, um eine Angriffsserie zu beenden. Nun startet Alabama an der eigenen 11.

Alabamas Stärke ist aber zweifellos, lange Drives spielen zu können. Und die Crimson Tide haben heute die deutlich souveräner ausschauenden Angriffsserien zustande gebracht – allein: diesmal fehlt WR Maze, der beste Receiver, der draußen humpelt.

[03h25] Alabama 6, Louisiana State 3/3rd, 7:56. Hehe, im ESPN-GameCenter leuchtet allen Ernstes der „Upset“-Alarm auf.

[03h20] QB Jarrett Lee wird reinrotiert, kriegt im ersten Passversuch nichtmal so viel Druck und wirft schon wieder eine INT!! Der Mann zerbröselt die paar Krümel Vertrauen schneller als ich befürchtet hatte.

[03h16] College Football und seine Stats: Houston QB Case Keenum hat gegen UAB aktuell 3 Rushes für -5 Yards und dabei 2 Touchdowns erzielt! Hatte nicht mal Bettis sowas wie 5 Läufe für 1yds und 3 TD?

[03h09] Lt. Les Miles im Halbzeitinterview wird LSU weiterhin die Quarterback durchrotieren. Die dringendere Frage wäre IMHO: Wie kann man Alabamas Passrush stoppen, wenn sie über eine Seite und über die Mitte kommen? Die Pocket wird jedes Mal zerbröselt.

2. Viertel

[02h46] Halbzeit Alabama Crimson Tide 3, L.S.U. Tigers 3.

Exzellentes, intensives Spiel mit aufgeladener Stimmung im Stadion. Ich fühle mich sehr gut unterhalten. Alabama stoppte kurz vor der Pause die Tigers mit einem GoalLine-Stand, als LSU gerade ins Rollen gekommen zu sein schien. Was Zeit wurde: Die Tigers zeigten nicht mehr als Ansätze, wie man diese Defense knacken könnte. Nach der INT wurde QB Lee abgesägt und für den beweglicheren QB Jefferson ersetzt – was den einen oder anderen sicheren Sack verhinderte. Aber Jefferson ist kein Mann, der über lange Sicht mit Pässen Gefahr bringen kann.

Alabama hat zu wenig aus seiner Überlegenheit gemacht und sich insbesondere in Reichweite von Punkten immer wieder selbst ins Knie geschossen. Nicht bloß die Field Goals. Sie wussten, die Kicker sind nicht gut. Aber der Trickspielzug, der Spielzug für -5yds, das alles brachte die eigentlich ordentlich funktionierende Offense in Zugzwang.

Das Spiel bleibt völlig offen. Alabama war optisch überzeugender, scheint den vielversprechenderen Plan zu haben, aber LSU wäre mit der Wundertüte Jefferson um ein Haar mit einer Führung in die Pause gegangen.

[02h22] Alabama 3, Louisiana State 0/2nd, 3:53. Im vierten Versuch (also: vierter FIELDGOAL-Versuch). Diesmal kommt die Offense in die RedZone, diesmal ist das Field Goal lang genug.

LSUs Defense wirkt zwar voller Testosteron, macht heute aber auffällig viele Zuordnungsfehler, vergaß eben RB Richardson auf der simpelsten Pass-Route der Welt völlig, zum zweiten oder dritten Mal heute. Das passierte im ganzen Jahr noch nicht. In der RedZone allerdings wurde wieder gemauert und über die Mitte lief nichts.

[02h16] Ich vergönne den CBS-Kommentatoren Verne Lundqvist/Gary Danielson ja jede Sekunde dieses Spiels von Herzen. Die beiden mussten heuer zu viele langweilige Blowouts kommentieren und hatten ab drittes Viertel meist nicht mehr zu erzählen als die Unterhosengröße der Backup-Defensive Backs.

[02h10] Ich weiß nicht, ob sich Les Miles etwas gutes mit dem QB-Wechsel auf #9 Jordan Jefferson angetan hat, falls er das nun wirklich durchziehen möchte. Schwer vorstellbar, dass sich Alabama von einer simplen Option-Offense über längere Sicht verarschen lässt. Und Jefferson ist ein erwiesen schlechter, unpräziser Werfer.

[02h03] Mal so zurückerinnert: Alabama hat vor fast einem Jahr in der Iron Bowl gegen Auburn auch haufenweise Punkte in der ersten Halbzeit liegen lassen – damals rächte sich das am Ende bitterlich.

[02h00] Field Goal Alabama geblockt. Unglaublich. Nach der INT stürmt RB Richardson unter massiven gebrochenen Tackles über die Mitte, ehe ein missglückter Trickspielzug die Crimson Tide völlig aus dem Konzept bringt. Alabama muss wieder ein 49yds Field Goal kicken und bringt den Spezialisten für die kurzen Kicks. Geblockt. Alabama hat neun Punkte liegen lassen.

1. Viertel

[01h50] Interception gegen #12 Jarrett Lee. Und dann ist es passiert. Schlechter Snap, Lee, der ehemalige „Mr. Interception“, wird nervös und feuert einen unüberlegten Ball in die Secondary – direkt in die Arme von Safety #37 Robert Lester.

[01h47] Und das nächste verschossene Field Goal für Alabama, diesmal aus 50yds. Alabama verschenkt einen recht eindrucksvollen Drive, der an der eigenen 5 gestartet hatte: Langer Ball für WR #4 Marquise Maze, Lauf Richardson, Lauf RB #3 Eddie Lacy. 60yds Drive gegen LSU ohne Punkte beenden dürfte schmerzen.

[01h31] Louisiana State kommt solide auf das Feld, tastet erstmal die Lauf-Defense ab. Nach dem Überkreuzen der Mittellinie schaltet Alabamas Defense dann einen Gang höher, schickt erste dezente Blitzes aus und um den Drive ist es geschehen.

[01h20] LSU setzt im dritten Spielzug ein Statement, als RB #3 Trent Richardson für -5yds gestoppt wird, nach zwei langen Raumgewinnen für Richardson. Dann werden die Schotten dicht gemacht, Alabama muss ein langes Field Goal schießen und verkickt.

[01h08] W.z.e.w. („Wie zu erwarten war“): Pregame-Buildup lässt den Kickoff minutenlang nach hinten rücken. Acht Minuten nach eins und erst der Einlauf der Mannschaften.

[00h45] Das Spiel wurde so stark gehypt („The Armageddon“), dass eigentlich nur fünf Führungswechsel im Schlussviertel und eine vierfache  Overtime mit Statue-of-Liberty-Trickspielzug zur siegbringenden 2pts-Conversion zum 51-49 nach 4th-down-und-35-Hailmary-TD die Erwartungen erfüllen kann. Oder anders: Es kann sie nicht erfüllen. Freuen wir uns also auf spannendes Rasenschach. Das kann man nämlich erwarten.

[00h33] Vor fünf Jahren wurde Ohio State – Michigan in den Himmel gehypt und machte mich auf College Football überhaupt erst aufmerksam. Damals entpuppte sich das vermeintliche „Game of the Century“ als Rohrkrepierer, als Buckeyes und Wolverines in der Bowl Season jeweils jämmerlich verreckten. Es war auch die Zeit, in der die Southeastern Conference (SEC) begann, die Oberhand im College Football zu gewinnen. Fünf Meistertitel gingen seither en suite an die SEC. Heuer wirkt die SEC in der Breite sehr durchschnittlich. Ganz oben aber, in der Spitze, sind die beiden IMHO (und nicht nur IMHO) besten Mannschaften des Jahres und zwar landesweit: #1 LSU und #2 Alabama. Heute das direkte Duell. Um 1h ist Kickoff. Die Vorschau gab es am Freitag.