College Football 2017 Preview: Southeastern Conference (SEC)

Die Southeastern Conference (SEC) ist die Königsklasse im College-Football. Sie stellte die meisten Landesmeister in den letzten zehn Jahren (sieben Stück) und ist mit den Alabama Crimson Tide auch Heimat der gegenwärtig größten Dynastie im Universitätssport. Weiterlesen

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Thanksgiving 2016 Preview

In den USA wird heute das Erntedankfest („Thanksgiving“) gefeiert, das landesweit größte Familienfest. Traditionell wird Thanksgiving von American Football aus der NFL begleitet. Die alljährlichen Spiele in Dallas und Detroit gehören zu diesem Feiertag wie Truthahn mit Sauce.

Thanksgiving ist auch der Auftakt zum massivsten Football-Wochenende des Jahres, denn am morgigen „Black Friday“ starten in den USA nicht nur die Weihnachtsvorverkäufe, sondern auch das letzte große Wochenende im College Football: Das „Rivalry Weekend“. Weiterlesen

Duell der Größten: LSU Tigers vs Alabama Crimson Tide

In der Nacht von morgen auf Sonntag, 1h MEZ, findet das alljährliche größte College-Footballspiel der Gegenwart statt: #13 Louisiana State Tigers vs #1 Alabama Crimson Tide. Es gibt historisch größere Rivalitäten, es gibt gegenwärtig sportlich wichtigere Duelle, aber in Sachen Intensität, Physis und Stimmung auf den Rängen ist LSU gegen Alabama das Spiel unserer Zeit. Weiterlesen

Eloge auf Les Miles – und was uns sonst noch an diesem Wochenende bewegte

Im Anschluss an College-Football Woche 4 ist der erste große Trainer entlassen worden: Les Miles, Head Coach der Louisiana State Tigers. Die Entlassung kommt nicht überraschend. Sie kommt höchstens überraschend schnell: LSU verlor am Samstag knapp bei den Auburn Tigers, weil es den letzten Spielzug nicht rechtzeitig ausgespielt bekam. Weiterlesen

Louisiana State Tigers | 2016/17 Vorschau

Die LSU Tigers sind ein komischer Laden: Jedes Jahr einer der großen Titelfavoriten mit viel Hype, aber insgesamt nicht beständig und nicht tief genug um die übermächtigen Alabama Crimson Tide wirklich zu fordern. Dazu kommt der sehr kauzige Head Coach Les Miles, nie um einen guten Spruch verlegen, der letztes Jahr nach einem katastrophalen November fast gefeuert worden wäre. Weiterlesen

College Football 2015/16, Week 10 Preview | Spitzenspiel-Alarm allerorts

Disclaimer: Ab sofort werden in den Rankings die Platzierungen des Playoff-Komitee Polls verwendet. Ja, ich weiß, nach 2014 sollte man auf deren wöchentliche Polls pfeifen. Aber es ist dennoch das letztlich entscheidende Gremium.

#4 Alabama Crimson Tide – #2 LSU Tigers

Spitzenspiel-Alarm heute im College Football mit dem SEC-Gigantenduell zwischen #4 Alabama Crimson Tide und #2 Louisiana State Tigers, die heute Nacht 02h in Tuscaloosa Einzug halten. Alabama vs LSU ist das College-Football Duell, das in Physis, Speed und Intensität in heutigen Tagen der NFL am nächsten kommt, und es ist das Spiel, das die Dramaturgie der SEC und somit auch des Playoff-Feldes massiv mit beeinflussen wird. Weiterlesen

Die Königsklasse: SEC West | 2015/16 Preview

Die Western Division der Southeastern Conference (SEC) gilt als absolute Parade-Division im College Football. Der hier gespielte Football ist der schnellste und härteste landesweit und hat die meisten Ähnlichkeiten mit dem Profifootball, auch wenn es die Provinzler im US-Süden niemals zugeben würden. Weiterlesen

Southeastern Conference | Vorschau 2014/15

Die Southeastern Conference (SEC) gilt seit gut einem Jahrzehnt als Königsklasse im College-Football, auch wenn sie in der letzten Saison nach sieben Jahren Regentschaft erstmals nicht den Landesmeister stellte. Am Selbstverständnis der Menschen wird sich deshalb aber fürs erste wenig ändern: Die SEC ist die Liga, in der der schnellste College-Football gespielt wird, in der die meisten Zuschauer ins Stadion strömen, und wo die Folklore gelebt wird wie nirgendwo sonst. College-Football ist in der Region im US-Südosten Ersatzreligion und ein Medium, die Komplexe gegenüber den urbaneren Regionen im Norden zu bewältigen.

Zu Beginn der gewohnte Rundumblick zur besseren Einordnung der einzelnen Mannschaften: Auburn ist der Titelverteidiger, Auburn spielte im BCS-Endspiel, aber auch wenn Alabama in den offiziellen Polls nur als viertbeste SEC-Mannschaft gerankt war, nach SRS stellten sie wenig überraschend die potenteste Mannschaft.

Blick auf die Saison 2013/14 in der Southeastern Conference

Blick auf die Saison 2013/14 in der Southeastern Conference

Record = Bilanz in allen Saisonspielen
Conf. = Record in Conference-Spielen
AP-Poll = finale Platzierung im AP-Poll
SRS = Simple Ranking System 2013/14
SRS-Rank = Platzierung im SRS 2013/14 Weiterlesen

Neujahrs-Bowls 2014 Preview

Guten Morgen im neuen Jahr 2014. Heute steht folgendes Bowl-Programm an:

18h    Gator               Nebraska          Georgia
18h    Heart of Dallas     North Texas       UNLV
19h    Outback             Louisiana State   Iowa
19h    Capital One         Wisconsin         South Carolina
23h    Rose                Michigan State    Stanford
02h30  Fiesta              Baylor            Central Florida

SPORT1 US bringt heute die beiden BCS-Bowls Rose und Fiesta live. Der ESPN-Player hat alle sechs Bowls im Programm.

Gator Bowl

Nebraska Cornhuskers – #22 Georgia Bulldogs

Diese Ansetzung gab es schon letztes Jahr in der Capital One Bowl. Georgia (8-4, SEC) hat eine Seuchensaison inklusive extrem vieler Verletzter hinter sich. Wenn sich die halbe Starting-Offense wochenlang in den Krankenstand verabschiedet, ist nicht mehr drin. Heute wird man ohne QB Aaron Murray antreten, der sich das Kreuzband gerissen hat. Die Vorschau für Nebraska (8-4, Big Ten) auf dieses Spiel schrieb ich schon im August:

Seit Pelini in Lincoln am Werk ist, ist die Meute wieder zufrieden: Ein schreihalsiger Defensivkünstler, dem in der Offense alles recht ist, solange nicht mehr als zehn Pässe pro Spiel geworfen werden. Das ist dann auch alles im Sinne von Athletic-Director und Nebraska-Legende Tom Osborne, den wir ja bereits kennen. Nebraska spielt mittlerweile nicht mehr wie zuvor seit Äonen in der Big 8 oder Big 12 Conference, sondern in der Big Ten Conference, in die man kulturell – Hand aufs Herz – auch etwas besser passt. Dort stehen keine Passfeuerwerke an. Dort wird noch überwiegend traditionell RRPP (run-run-pass-punt) gespielt.

Bloß: Es hat noch nie einer dran gedacht, dass man mit diesen Vorstellungen im heutigen College-Football kaum mehr 11-1 Saison en suite zustande kriegt, sondern sich eben mit reihenweise 9-4 Jahren zufrieden geben muss. Zumal Nebraskas Highschool-System nicht die Wunderspieler wie in Texas oder Florida hergibt. Und so sprechen wir hier über eine Großmacht, die verzweifelt versucht, wieder alten Glanz zu versprühen ohne von ihren uralten Werten loslassen zu wollen.

Dem Publikum isses wurscht: Die Leute kommen eh. Kein Spiel seit über 50 Jahren, das nicht ausverkauft war. Kaum ein Spiel, bei dem sich nicht noch vor dem Stadion 20.000 Verzweifelte ohne Karten tummeln. Cornhuskers-Heimspiele haben Kultstatus in einem bodenständigen Staat, dem es abseits von Football und der Bibel an echter Unterhaltung mangelt.

Was soll ich sonst noch schreiben: Dass QB Taylor Martinez mobil wie eh und je ist, und mittlerweile sogar sowas wie ein echter Werfer? Dass die Defense, die bisher gebaut war, die wurfgewaltigen Big12-Konkurrenten zu stoppen, noch immer nicht ganz soweit ist, die laufspielorientierte Big Ten einzubremsen? Alles schon oft gesagt. Es wird so „laufen“ wie immer: Nebraska putzt den Bodensatz im Schedule, gewinnt gegen 1 oder 2 der 4 „echten“ Gegner, weil es nicht die Qualität hat, sie alle – UCLA, Michigan (auswärts), Michigan State, Penn State (auswärts) – hintereinander zu übertölpeln, und am Ende wird man mit acht bis zehn Siegen in der Regular Season in ein Bowl Typus „Capital One“ eingeladen (um diese dann zu gewinnen oder zu verlieren, je nachdem um mit 9-4 oder 10-4 abzuschließen).

Und am 1. Jänner werde ich wieder die gleiche Story erzählen. Wie schon immer und immer wieder. Weil sie immer wieder sympathisch ist. Weil sie so… Nebraska ist.

Selten war eine Garantie so risikolos. Nebraska ist übrigens 8-4, braucht also den Sieg, um mit 9-4 abzuschließen. Laut SRS ist allerdings Georgia mit 9.5 Punkten zu favorisieren.

Heart of Dallas Bowl

UNLV Rebels – North Texas Mean Green

Zwei kleine Unis, die sich normalerweise nie für die Bowl-Season qualifizieren, aus Mid-Major Conferences, die sich in der Cotton Bowl treffen: North Texas (8-4, Sunbelt) gegen UNLV (7-5, MWC). Ich habe beide Teams seit Jahren nicht gesehen und kann ergo nur wenig Substanzielles beitragen.

Also: North Texas ist 6.5pts-Favorit nach dem SRS. Mean Green hat dieses Jahr einen für die Sunbelt Conference unüblich schweren Schedule gespielt, aber relativ tough standgehalten. Man hat ein gutes Laufspiel (RB Brandin Byrd mit 1023yds und 11 TD), das auf eine der zehn schlechtesten Run-Defenses in der FBS trifft. Auf der anderen Seite gilt UNLV als relativ schwierig über den Luftweg zu bezwingen.

Die Story des Jahres ist aber die UNLV-Offense, wo man nach einem verheerenden Saisonauftakt den WR Caleb Herring zum Quarterback umschulte. Nach dem Move begann die Offense zu punkten, auch wenn UNLV nach wie vor als ungefährliche „RedZone“-Offense eingestuft wird.

Ich bin gespannt, wie viele Fans kommen werden. Die Cotton Bowl ist mit 92000 Plätzen hoffnungslos überdimensioniert für diese Ansetzung, aber North Texas hat seinen Campus nur eine Autostunde entfernt.

Outback Bowl

#16 Louisiana State Tigers – Iowa Hawkeyes

Reizvolle Ansetzung für die Outback Bowl, die in Tampa ausgespielt wird: LSU (9-3, SEC) gegen die Iowa Hawkeyes (8-4, Big Ten). Louisiana State konnte letzten Endes meine hohen Erwartungen nicht erfüllen, hatte keine Chance auf das BCS-Title Game, aber immerhin kann man sich rühmen, als einziges Team des Jahres bisher den BCS-Finalisten Auburn geschlagen zu haben.

Heute tritt man ohne den QB Mettenberger an, der sich am Kreuzband verletzt hat. Dafür gibt es das Debüt vom Backup-QB Anthony Jennings, der gegen Arkansas im letzten Viertel als Notnagel ins Getümmel geworfen wurde und zum Einstand gleich mal einen 99yds-Drive zum Sieg orchestrierte. Weil aber Mettenberger fehlt, geht man davon aus, dass LSU heute noch stärker als gewohnt auf seine Lauf-Offense rund um den nie um eine Straftat verlegenen RB Jeremy Hill (1185yds, 14 TD) setzen wird. Hill ist eine Knalltüte von Mensch, aber als Runningback mehr als gebräuchlich.

Iowa setzt dem eine Linebacker-Gruppe entgegen, die aus gleich mehreren NFL-Kalibern besteht: Hitchens, Morris und Kirksey sollen früher oder später Profi-Luft schnuppern können. Da muss Hill erstmal drüber oder drum herum laufen.

Iowa hat aber eine problematische Offense, mit einem Freshman-QB Jake Rudock, der erst in den letzten Wochen der Saison Sicherheit fand, nachdem er zuvor ein wandelndes Interception-Problem gewesen war.

LSU ist nach SRS mit 7 Punkten favorisiert – das ist ein Spread, der mir im ersten Moment relativ niedrig erschien.

Capital One Bowl

#9 South Carolina Gamecocks – #19 Wisconsin Badgers

BCS-würdiges Matchup in der Capital One Bowl: South Carolina (10-2, SEC) und die Wisconsin Badgers (9-3, Big Ten) waren beide diese Saison mal wieder nahe dran an einer BCS-Qualifikation – näher als man vielleicht meinen möchte. Beide verloren in der ersten Saisonhälfte ein unerwartetes Spiel, weswegen sie überhaupt nie in die BCS-Diskussion eintraten; Wisconsin wurde bei einer Auswärtspleite bei den starken Arizona State Sun Devils sogar richtig gehend von den Refs verpfiffen.

Laut SRS ist das das sechstbeste Matchup der Bowl-Season; das offensiv laufstarke Wisconsin ist dabei mit 1.5 Punkten favorisiert. Aber die Augen werden in diesem Spiel vor allem auf einem „Gamecock“ („Kampfhahn“) liegen: DE #7 Jadeveon Clowney, dem besten Passrusher des Jahrgangs.

Clowney gilt als once in a generation-Talent, ein Passrusher, so dominant, dass am College jede Offense von seiner Seite weg designt wird. Clowney hatte letztes Jahr sein Coming-Out und ging mit massivem Hype in die aktuelle Saison, aber dort enttäuschte er die Erwartungen dann ein wenig. Zum einen sind die offiziellen Stats mit nur 3 Sacks deutlich unter den Erwartungen, aber dann mischten sich noch Verletzungs- und Motivationsfragezeichen bei Clowney mit rein. Schon können die einschlägigen Draftseiten Artikel über Artikel inhaltlich mit der Frage „Ist Clowney den top-Pick überhaupt wert?“ füllen.

Die Frage beantwortet sich mit Anschauen von maximal einem South Carolina-Spiel von selbst: Ja. Clowney ist der beste, dominanteste Abwehrspieler, den ich am College bisher gesehen habe. Besser als Suh, der 2009/10 alles platt walzte, was sich ihm in den Weg stellte. Clowney kann mit einer exzellenten Performance heute gegen die Offense Line von WISCONSIN! WISCONSIN HAT NUR GRANDIOSE OFFENSIVE LINES! noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Aber im Ernst: Zweifelt irgend jemand dran, dass Clowney in den Top-3 vom Tablett gehen wird, sollte nicht noch eine mysteriöse angewachsene Knochenschaden gefunden werden.

Clowney-Watch. Zwei BCS-würdige Teams. Ein Badgers-Laufspiel mit RB Gordon (1466yds, 12 TD) und RB James White (1377yds, 13 TD). Das ist eines der besten Matchups der Bowl-Season, und beide Teams dürften motiviert sein, es allen noch einmal zu zeigen. Da würde ich zuschauen.

Die offiziellen und nominellen BCS-Bowls von heute, Rose (ab 23h) und Fiesta (ab 2h30), gibt es hoffentlich nachher noch in separaten Einträgen.

College Football 2013/14, Week 11 am Wochenende

Die Wochenend-Vorschau diesmal schon am Freitag, da morgen was aus der Kategorie „completely different“ kommt. Ich bin zwar, wie ich diese Zeilen schreibe, schon im Bilde, wie der Pac-12 Kracher Stanford-Oregon (ich schrieb gestern drüber) verläuft, aber aus Spoilergründen verrate ich nicht allzu viel. Die beiden Spiele, die heute Nacht liefen, haben massive BCS-Implikationen, und es gibt dieses Wochenende noch einen dritten Kracher mit selbigen.

Dieser Kracher ist #1 Alabama Crimson Tide#13 Louisiana State Tigers, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 02h, live… nirgendwo bei uns. Leider. Bama-LSU ist seit einigen Jahren das Spiel des Jahres, die intensivste sportliche Rivalität im College-Football, wenn auch nicht die „historischste“. Es sind die beiden gefürchtetsten SEC-Mannschaften, immer hoch oben in den Polls gerankt, beide aus der gleichen Division (SEC-West), und fast immer um den Einzug ins SEC-Finale spielend.

Diesmal ist es nicht ganz so, da LSU bereits zwei Conference-Niederlagen eingesteckt hat (Alabama ist noch makellos). Dennoch ist es ein wichtiges Spiel, denn was würden LSU und deren Coach Les Miles lieber vollbringen, als Alabama und Nick Saban die Suppe zu versalzen? Zumal Miles und Saban Geschichte verbindet: Saban war Miles‘ Vorgänger als LSU-Headcoach, und Saban hatte dort mit einer BCS-Championship 2003/04 die Grundlage gelegt, dass LSU bis heute eine Spitzenmannschaft geblieben ist. Alabama ist erfolgreicher, aber LSU ist aufregender.

Alabama sehnt sich das Spiel auch deswegen daher, weil diese erfolgreichste Uni der letzten Jahre unter sowas wie dem „Fluch des Kantersiegs“ (für den, der darüber mal seine Diplom-Thesis schreiben möchte) leidet: Bama ist seinen Gegnern seit Jahren so überlegen, dass die heimischen Fans zuletzt das Bryant-Denny Stadium nicht mehr füllten, und sich generell nimmer so enthusiastisch für den Football zeigten, weil eh klar ist: Es wird ein Blowout. Kennst du bereits das Ende vom Film, gehste nimmer so mit. Yup, du kannst die Kunst bestaunen, aber ohne Spannung keine Würze, und ohne Würze keine Emotion. Alabama läuft deswegen trotz #1-Rankings auch in den landesweiten Medien etwas unter dem Radar, weil die Spiele schlicht uninteressant sind.

Gegen LSU kommt zum ersten Mal dieses Jahr eine Top-Defense nach Tuscaloosa. Selbst Bama-Fans hoffen auf ein wenigstens halbwegs spannendes Spiel. Man will wieder mitfiebern, anstatt schon nach zehn Spielminuten 21-0 Blowouts zu verfolgen.

Das Spiel wird mit Sicherheit im Verlauf des Wochenendes in guter Qualität bei Youtube hochgeladen werden, daher auch ein paar spielerische Inputs zu einem erstmal quasi unsichtbaren Spiel: Das Duell zwischen Alabamas landesweit bester Offense Line gegen LSUs Defense Line erachte ich als Duell des Tages. Alabama ist dieses Jahr weniger lauflastig als gewohnt mit nur mehr 55% Ballübergaben, aber Laufspiel ist trotzdem noch die Basis der Offense. Im Passspiel kann man QB McCarron schonmal das Spiel in die Hand drücken, aber es ist noch nicht erwiesen, wie McCarron mit einer für einmal „schmutzigen“ Pocket umgeht. Kriegt LSU jedoch keinen Druck zustande, hat McCarron gute Chancen, mit seinen Einser-Waffen WR Amauri Cooper und TE Howard die unerfahrene LSU-Secondary zu sezieren.

Auf der anderen Seite QB Zach Mettenberger, ein wechselhafter Spieler. Seit Jahren sagt man ihm weggeschmissenes Talent nach, aber seinen Durchbruch hatte Mettenberger ausgerechnet vor einem Jahr gegen Alabama. Heuer habe ich Mettenberger mehrfach zu Saisonbeginn gesehen, und dort sah er wie ein veritabler QB aus, der zwar keine hohe Comp% zustande kriegt, aber durchaus mit seinen WRs vertikales Passspiel aufziehen kann. Gegen Alabama willste aber um jeden Preis längere 3rd-Downs vermeiden, deswegen wird man Mettenberger nicht zuviel Last auferlegen, sondern eine gute Dosis Laufspiel um RB Jeremy Hill aufziehen.

Tipp: Alabama gewinnt.

Das Programm bei SPORT1 US ist diesmal dürftig. Heute Nachmittag, 16h15 immerhin ein Tape von Stanford-Oregon. In der Nacht auf morgen kommt ab 2h30 UConn – #20 Louisville. Ansonsten: Die Saison im College-Hoops geht los, zu sehen ausführlich im ESPN-Player. Aus Zeitgründen von mir keine Vorschau dazu diesmal (vielleicht bringt dogfood von Allesaussersport was). Ich verweise zu einer Einarbeitung auf die stets gut geschriebenen Previews bei Grantland.com (die ACC fehlt noch):

Football am Samstag

College-Football morgen abseits von Bama-LSU? SPORT1 US bringt folgendes Programm:

Ab 18h: #25 Texas TechKansas State Wildcats, ein Duell zweier mittelklassiger Big 12 Teams. Texas Tech spielt unter dem neuen, in der Anhängerschaft schwer verehrten Head Coach Kliff Kingsbury einen wieder einen gepflegten Ball; die „Air Raid“-Offense ist unter Kingsbury zwar lauflastiger als in ihrer reinen Version, aber das Passspiel ist schon sehr ansehnlich.

Ab 21h30: #24 WisconsinBYU ein out of conference-Duell. BYU habe ich gegen Boise State gesehen (37-20 Sieg über Boise). Die Coogs spielen ähnlich wie die letzten Jahre: Risikolose Offense, wenig Gefahr im Passspiel, aber eine Front-Seven vor dem Herrn. Wisconsin dürfte bekannt sein: Weil WR Abbrederis nicht fit ist und wenn, dann nur angeschlagen aufläuft, dürften die Badgers noch mehr laufen als gewohnt. BYU ist übrigens mit seinem 6-2 Record eher eine übersehene Mannschaft. Das SRS stuft BYU mit als Top-15 Mannschaft ein, vor solchen Teams wie LSU, Auburn, Oklahoma oder Georgia. Wisconsin ist samt Heimvorteil nur mit 5 Punkten favorisiert.

Danach steigt SPORT1 US erst wieder ab 4h30 in den Football ein, mit Wyoming vs #16 Fresno State aus der Mountain West Conference. Fresno muss ungeschlagen durch die Saison kommen, um sich als AQ für die BCS-Bowls zu qualifizieren, und Wyoming dürfte dabei eher ein einfaches Los sein. Obwohl: Fresnos Defense ist mir suspekt. Ein totaler Kantersieg würde mich schon überraschen.

Der ESPN-Player hat bessere Spiele anzubieten – potenziell folgende:

  • 18h: Wake Forest-#2 FSU, Kentucky-#8 Mizzou, Tennessee-#9 Auburn, #25 Texas Tech-Kansas State, Florida-Vanderbilt, Minnesota-Penn State, Cincinnati-SMU
  • 18h21: Ole Miss-Arkansas
  • 18h30: Georgia-Appalachian St, UNC-Virginia
  • 19h: Eastern Michigan-Western Michigan
  • 21h30: #24 Wisconsin-BYU, Maryland-Syracuse, Michigan-Nebraska, New Mexico St-Boston College
  • 22h: Duke-NC State
  • 22h30: Memphis-Tennessee Martin
  • 1h: #11 Miami/FL-Virginia Tech, #21 UCF-Houston, ULM-Arkansas St
  • 2h: Pitt-#23 Notre Dame, UNLV-Utah State
  • 4h: Arizona-#19 UCLA
  • 4h15: Wyoming-#16 Fresno State

Ab 1h: Miami/FL vs Virginia Tech kann man sich schon auch geben. Letzte Chance für VT, noch mal zurück ins ACC-Rennen einzusteigen.

College Football 2013/14, Kickoff Weekend: Samstag der Wehmut

Das Auftaktwochenende im College-Football war in den letzten Jahren eines der größten Highlights des Sportjahres. Ich werde diese Orgie an Erstausstrahlungen nie vergessen, die es vor zwei Jahren bei ESPN America gab, als es von Samstagnachmittag an fast 24 Stunden lang ununterbrochen Bewegtbilder von den amerikanischen Universitätsgeländen gab. Unvergessen ist das geniale Baylor-TCU Spiel, das Coming-Out des RG3 und eines der besten Footballspiele der letzten zehn Jahre, das Auftaktspiel der Boise State Broncos, die in der Nacht die beste Leistung ihrer Teamgeschichte ablieferten, die ersten großen Auftritte des Honey Badgers (Tyrann Mathieu) und der Black Mamba (De’Anthony Thomas) sowie das gigantische Upset von Notre Dame. Ich könnte noch länger schwärmen über dieses unvergessliche Kickoff-Weekend, aber es ist 2013, ESPN America ist nicht mehr, und dafür gibt es ein vergleichsweise maues Auftaktprogramm im TV.

SPORT1 US steigt heute erst um 23h30 mit Alabama-Virginia Tech ein und bringt danach noch ein zweites Nachtspiel mit LSU-TCU aus Arlington. Wer mehr sehen will, muss schon zum ESPN-Player greifen. Nachfolgend das komplette Auftaktprogramm – und soooo schlecht ist datt eigentlich auch net…

Ab 18h: Einrollen

Diskutierte Spiele gibt es nur im ESPN-Player

#2 Ohio State rollt gegen die Buffalo Bulls aus der MAC ein. #10 Florida gegen Toledo. Florida ist natürlich klarer Favorit, aber Vorsicht: Toledo hatte in den letzten eine unbequeme Offense, und wir wissen: Die Florida Gators mögen es nicht, mit hoher Oktanzahl mitzugehen. Und Toledo schaffte schon vor wenigen Jahren um ein Haar die Sensation bei Ohio State. Minimini-Upsetpotenzial, vor allem als Saisoneröffnung, wenn man mich um Rat fragen würde. Zumindest, wenn die Gators eine zeitlang einem Rückstand hinterherlaufen müssen. Die #7 Texas A&M Aggies müssen ab 19h gegen die benachbarten Rice Owls aus Houston antreten. QB Johnny Manziel kommt erst um zirka  19h50 zum Einsatz, nachdem er von der NCAA zu einer sagenhaften Sperre von einem Spielviertel verdammt worden war (Grund: mögliche Geldannahme bei Autogrammstunden).

Ab 21h: S-p-r-e-a-d

Diskutierte Spiele gibt es nur im ESPN-Player

#13 Oklahoma State mit seiner krassen Spread-Offense gegen Mississippi State, das sich mitten im Umbruch befindet. Ich sehe da wenig Upset-Potenzial, aber man kann schon mal einen ersten Blick auf die OSU Cowboys und ihren Angriff der Extreme werfen. Ab 21h30 spielen die Penn State Nittany Lions gegen Syracuse. Penn State war letztes Jahr eine tolle Überraschung, ging 8-4 und spielte wegen eklatanter Kicker-Probleme ab Woche 3 fast jedes halbwegs machbare 4th Down aus. Was wird HC Bill O’Brien diesmal aus dem Zylinder ziehen?

Bei Arkansas – Louisiana-Lafayette kriegt man erste Blicke auf das neue System bei den Razorbacks, wo ja in Bret Bielema ein berühmter neuer Headcoach angeworben wurde. Die Zeiten der 4WR-Sets in Fayettville sind definitiv vorbei; es wird Laufspiel in Arkansas dominieren.

23h30: Alabama vs Virginia Tech

Spiel bei SPORT1 US und im ESPN-Player (aus Atlanta)

#1 Alabama geht als hoher Favorit in diese Saison College Football. Ich habe der Mannschaft gestern eine ausführliche Vorschau gewidmet. Alabama hat seit neuestem auch Gefallen gefunden, sich einen halbwegs ordentlichen Schedule außerhalb der SEC zurecht zu legen und trifft ein Jahr nach dem gehypten Auftakt gegen Michigan heute erneut auf einen Gegner mit gutem landesweiten Ruf: Die Virginia Tech Hokies aus der ACC.

Virginia Tech gehört seit Ende der 90er zu den beständigsten Footballteams, spielte häufig in der BCS mit (einmal sogar im BCS-Endspiel), besitzt ein fantastisches Heimstadion, hat aber trotzdem erstaunlicherweise eher ein langweiliges Image. Ob es am stillen Head Coach Frank Beamer gilt, der lieber eine mehlige Defense spielen lässt anstelle die aufregenden alten Tage mit Michael Vick wieder auferstehen zu lassen?

Immerhin: Einen spannenden QB hat Beamer auch dieser Jahre: Logan Thomas, der 2m-Hüne, den viele schon mit Cam Newton verglichen, führt die Hokies nun ins dritte Jahr. Thomas ist athletisch so ziemlich alles, was NFL-Scouts aufhorchen lässt, außer das eine: Konstanz. Thomas macht zu viele Fehler, und konnte bisher die zugegeben hohen Erwartungen nicht erfüllen. Das geht soweit, dass er als Starter nicht mehr ganz unumstritten ist. Ein Spiel gegen Alabama kann da Fluch und Segen zugleich sein. Aber wenn schon Alabama, dann wenigstens im ersten Spiel.

Thomas muss den Angriff im Alleingang unterhalten, nachdem es schier keine Runningbacks und Wide Receiver von Format mehr geben dürfte: Alle abgewandert. Dafür sind Beamers Defenses meist unbestritten stark. Die 2013er Ausgabe gilt als unerfahren, aber BCS-würdig. VT ist heuer kein National Title Anwärter, insofern täte eine Niederlage auf neutralem Feld nicht weg. Man kann sich einspielen, aber es wäre eine Sensation, wenn die Hokies die Crimson Tide fällen würde.

02h00: Wie Hund und Katz

Diskutierte Spiele gibt es nur im ESPN-Player

Clemsons Memorial Stadium fasst 82.000 und wird "Death Valley" genannt - Bild: Wikipedia.

Clemsons Memorial Stadium fasst 82.000 und wird „Death Valley“ genannt – Bild: Wikipedia.

Ab 02h kommt für viele das Topspiel des Wochenendes, und – ich konnte es gestern nicht mehr nachweisen – möglicherweise wird es im ESPN-Player übertragen: #8 Clemson Tigers#5 Georgia Bulldogs. Beide Teams habe ich in den Previews ausführlich abgearbeitet, daher gehe ich an dieser Stelle nur kurz an die Rivalität zwischen diesen beiden Teams ein. Die Informationen habe ich aus einem hörenswerten Podcast von Solid Verbal (guter Tipp, wer fassungslos viele Details aus dem College-Umfeld lernen will) abgegriffen: Fighting Like Cats and Dogs.

Clemson und Georgia trennen kaum 120km Autobahn voneinander. Die beiden spielten in den 1890er Jahren erstmals gegeneinander. Damals waren Pioniere im US-Süden verantwortlich, dass der Football überhaupt vom hohen Norden dort nach drunten verfrachtet wurde. Clemson und Georgia gehörten zu den ersten Teams im Süden. Hauptverantwortlich waren zwei Jungs, die gemeinsam in Baltimore studierten, und sich Jahre später trafen und bei einem kühlen Blonden entschieden „Wir spielen jetzt einfach mal gegeneinander“. Damals waren die beiden im Süden angestellt: Der eine bei Georgia, der andere bei Clemson. Tja, und dann kam ein Dritter aus Auburn, und Clemson hatte schon seinen Nickname „Tigers“ (für Anfänger: Auburn hat auch „Tigers“). Die jährlichen direkten Duelle waren die absoluten Highlights, wer sie verlor, zahlte drauf.

In den späten 70ern und frühen 80ern hatten Georgia und Clemson dominierende Mannschaften. Mehrmals zerstörte der eine dem anderen mit der einzigen Saison-Niederlage den Titel. WiederZufalleswollte, gewannen die beiden Unis dann nacheinander, 1980 (Georgia) und 1981 (Clemson), dann aber doch, jeder für sich, den einzigen National Title ihrer Universitätsgeschichte.

Nach 1995 fiel die Rivalität, bei der beide Studentenschaften jeweils in den anderen Ort fuhren und sich zum GameDay zusoffen, dem Fortschritt (auch: Scheduling-Problem aufgrund neuartiger Dinge wie „BCS“) zum Opfer, und seither ist es das erste Duell Hund gegen Katz… und wiederZufallesnochmalwill, gehen beide mit den höchsten Erwartungen seit vielen Jahren in die Saison. Clemson kommt aus einer 11-2 Saison. Georgia aus einer 12-2 Saison. Georgia konnte sich letztes Jahr an einem absolut fantastischen Spiel gegen Alabama (knapp verloren) hochziehen. Clemson putzte zu Silvester in einem ähnlich guten Spiel die SEC-Grande LSU.

03h00: Louisiana State – TCU

Spiel bei SPORT1 US und im ESPN-Player (aus Atlanta)

Diese Grande #12 LSU Tigers sieht heute Nacht einen gefährlichen Gegner: #20 TCU Horned Frogs. Man mag mich für verrückt halten, aber ich halte beide Mannschaften mit ihren Rankings für unterschätzt. Bei beiden Teams gibt es noch einige Fragezeichen, was Spieler-Verfügbarkeit angeht: Der kultige LSU-Coach Miles musste zuletzt viel Kritik einstecken, weil sie RB Hill trotz eindeutiger Policy wohl im Roster behalten werden, und bei TCU gibt es mehr als ein Fragezeichen hinter DE Devonte Fields. TCU-Coach Patterson war einer der lautesten Schreier gegen die Rehabilitierung Hills beim Gegner – ob er sich glaubwürdiger macht, wenn er seinen eigenen Problemfall Fields identisch behandelt? („Aber er macht es doch auch!“ *entrüstet dreinschau*)

Bei TCU empfehle ich immer, auf die geschwindige Defense zu schauen. Dieses 4-2-5 System ist klarer ausgedrückt als bei allen anderen Teams, und keine Defense macht aus ihren Talenten mehr als jene von Patterson. Aber dieses Jahr ist es, siehe verlinkte Preview, auch die Offense, die potenziell begeistert: QB Pachall kehrt nach Drogensperre zurück und dürfte sich zumindest mit dem Widersacher QB Trevor Boykin die Spielzeit teilen.

So, und jetzt die Tipps: Georgia-Clemson ist für mich ein Münzwurf. Ich würde sagen, Georgia hat das bessere Team. Aber Clemson hat das grandiose Heimpublikum, und Clemson hat eine derartige Wucht im Angriff, dass die Combo Stimmung+Hochform durchaus ein kleines Upset bringen könnte. Zumal Georgia auf seine beiden besten Defensive Backs verzichten muss (Sperre+Verletzung). Bei LSU-TCU? LSU ist für College-Verhältnisse eine traubenreife Mannschaft und einer der absoluten Topfavoriten auf den BCS-Titel. LSU hat genügend Man-Power, um die Protection für die TCU-Quarterbacks zu zerbröseln. Aber ich glaube an TCU. Die Wucht der fantastischen Defense Line reicht, um LSUs Laufspiel einzubremsen, und das Spiel in die unsicheren Hände QB Mettenbergers zu legen.

04h00: Washington – Boise State

Nur für Trüffelschweine

Vorneweg: Über offizielle Wege ist Washington gegen Boise State in Europa nicht zu empfangen, und gescheite ruckelfreie Bilder dürfte es nur dann geben, wenn das Spiel eventuell in einigen Tagen bei Youtube hochgeladen wird (Fragezeichen). Trotzdem geht es um einiges, und das soll nicht unerwähnt bleiben. #19 Boise State hat dieses Jahr erneute BCS-Ambitionen und könnte ein letztes Mal jenes System spoilern, das es groß gemacht hat. Die Offense hat die Voraussetzungen: QB Southwick hat das Kurzpassspiel mittlerweile drauf und RB Ajayi ist ein würdiger Nachfolger Doug Martins. Die Defense Line ist wirklich gut, allerdings gibt es Fragezeichen, ob das Defensive Backfield hält. Washington hielt zuletzt im Dezember in der Bowl Season gegen Boise lange Zeit sehr, sehr gut mit, war phasenweise sogar die etwas bessere Mannschaft, aber der QB Keith Price überzeugt mich nicht ausreichend, um den Huskies hier die Favoritenrolle zuzuschachern.

Was wir leider auch nicht zu sehen bekommen: Das neue Huskies Stadium in Seattle, das für fast 300 Millionen Dollar renoviert wurde und als eines der stimmungsvollsten im Lande gilt. Seattle und laute Footballstadien: Wie Arsch und Eimer.

Nommal: Übertragungsprogramm

SPORT1 US Programm

Sa/So 23h30 Alabama - Virginia Tech (aus Atlanta)
Sa/So 03h00 Louisiana State - TCU (aus Dallas)

Wdh. gleich in Dutzenden.
ESPN-Player Schedule (ESPN-markierte Spiele sind im ESPN-Player).

Link zu allen Team-Previews.

The Countdown, T-minus 17: Louisiana State Tigers

The Countdown

#17 LSU Tigers.
SEC, Western Division.
2012: 10-3.

Der College-Football-Countdown von Paul Myerberg ist bei der #17 angelangt, den überraschend niedrig gerankten Louisiana State Tigers (SEC-West Division), einer Mannschaft, die nie in den Verdacht gerät, langweilig zu sein. Head Coach Les Miles hat die engen, dramatischen Spiele in seiner DNA, und bei aller Klasse, die seine Mannschaft besitzt, gerät sie immer wieder in die aufregenden, engen Partien.

Gehört zu den stimmungsvollsten Stadien weltweit: Das Tiger Stadium in Baton Rouge, ein 92.000er Gigant - Bild: Wikipedia.

Gehört zu den stimmungsvollsten Stadien weltweit: Das Tiger Stadium in Baton Rouge, ein 92.000er Gigant – Bild: Wikipedia.

In der vergangenen Saison hatte LSU noch ein wenig mit den Nachwirkungen des BCS-Finaldebakels von 2011/12 zu kämpfen, und zeigte vor allem auf fremdem Boden relativ besch…eidene Leistungen (u.a. eine Beinahe-Pleite in Auburn!). Hemmschuh war vor allem die unterirdische Pass-Offense um QB Zach Mettenberger, der kurioserweise ausgerechnet beim wichtigsten Saisonspiel gegen den stärksten Gegner (Alabama) die einzige vernünftige Vorstellung brachte.

Mettenberger ist auch diese Saison als Starter gedacht, aber nur, weil es absolut keine vernünftigen Alternativen gibt. Der neue OffCoord ist der aus der NFL (Chargers, Dolphins, Ravens) bekannte Cam Cameron, der eine schnellere Offense einführen möchte. Der LSU-Quarterback muss wohl zwar immer noch nicht mehr machen als das Spiel „zu managen“, wie die Amerikaner so sagen, aber im hochkarätig besetzten Spitzenfeld der SEC braucht es mittlerweile hie und da mehr als ein reines, bärenstarkes Laufspiel.

Das hätte LSU, zumindest solange der nicht koschere RB Jeremy Hill nicht erneut durch hirntote Kneipenschlägereien seine Spielberechtigung riskiert. Es gibt neben Hill noch einige mittelprächtige Backs sowie eine der besten Offensive Lines im College Football, sodass es an Mettenberger und dessen rundumerneuertem (oder aber auch: „unerfahrenem“) WR-Corp liegt, ob LSU dieses Jahr konkurrenzfähig im Sinne von „BCS-Titelkandidat“ ist.

LSU Tigers Defense

Die Defense von DefCoord John Chavis ist auf alle Fälle titelreif: Obwohl die beiden besten Defensive Ends (Keke Mingo, Sam Montgomery) sowie der beste Linebacker (Kevin Minter) mit hohen Draftpicks in die NFL gingen, bleibt die Front-Seven sensationell: Die Tackles Anthony Johnson und Ego Ferguson werden schon länger als künftige Erstrundenpicks gehandelt, und bei den Linebackers durften schon letztes Jahr etliche junge Freshmen und Sophomores viele Downs zur Eingewöhnung spielen. Einzig die Tiefe in der Line könnte am Ende fehlen, wenn LSU erneut sieben, acht Spiele down to the wire spielen muss.

Auch LSUs Secondary verlor ihre beiden besten Mitglieder in der Kette (S Eric Reid, CB Tharold Simon), aber das sollte nicht weiter ins Gewicht fallen, da in der Hinterhand schon längst etliche künftige Profis wie der überragende Safety Micah Eugene herangezüchtet wurden. Und: Die Passdefense war schon letztes Jahr eine der fünf besten Units landesweit, und das trotz mittelmäßigem Passrush und trotz damals unerfahrener Backups. Die sind nun gereift.

Ausblick

Letztes Jahr fühlte sich LSU vielleicht schwächer an als es überhaupt war, aber das mag auch an der fehlenden Ästhetik im Angriff liegen: Wenn ein Team so banale Offense spielt, unterschätzt man es ganz gern ein wenig. LSU war immer noch 10-3 trotz einer schweren SEC, und alle drei Niederlagen waren acht Punkte oder weniger (und alle gegen Top-12 Teams). Der Schedule ist natürlich auch heuer wieder ziemlich heftig (ist immerhin SEC, Western Division), mit Auswärtsspielen in Georgia und Alabama sowie Heimpartien gegen Florida und Texas A&M, plus einem Auftaktspiel out of conference auf neutralem Boden gegen die nicht zu unterschätzenden TCU Horned Frogs.

Ein erneutes 10-3 wäre da schon ein Erfolg, aber das ist nicht LSUs Anspruch, und das ist, bei erneut etlichen zu erwartenden engen Spielen, auch ein bisschen vom Glück abhängig.

Silvester-Bowls 2013 Preview

Nach der besinnlichen Feier letzte Woche folgt heute die besinnungslose Party. Wer uninteressiert dran ist, sich beim Böllern die Griffel wegzusprengen und lieber College Football Bowl Season guckt, dem sei diese Silvester-Preview gewidmet.

Music City Bowl

Vanderbilt Commodores – NC State Wolfpack

18h LIVE bei ESPN America

Draft 2013

Who to watch

Vanderbilt

WR #87 Jordan Matthews
CB #8  Trey Wilson
RB #2  Zac Stacy
QB #11 Jordan Rodgers

N.C. State

QB #8  Mike Glennon
CB #1  David Amerson
S  #27 Earl Wolff

Die Vanderbilt University (8-4) gehört als Eliteschule nicht unbedingt zu den traditionellen Mächten im College Football; vielmehr stellt sie eine Mannschaft, die jahrzehntelang als Bodensatz in der SEC gegolten hatte, aber seit Head Coach James Franklin in Nashville/TN am Werkeln ist, geht es aufwärts: Der glatzköpfige Franklin hat seinen Offizierstrupp zum zweiten Mal en suite in der Bowl Season – bislang ungesehen bei Vanderbilt. Dass die Uni als Football-Marke aber noch einen weiten Weg zu gehen hat, zeigt die Einladung in der „Heim-Bowl“, der „Music City“ Nashville – es gibt attraktivere Orte, an Silvester zu spielen.

Quarterback in einer ausbalancierten Offense ist der kleine Bruder Aarons, Jordan Rodgers, und der Mann hat einen Super-WR an seiner Seite: Jordan Matthews, eine der Überraschungen der Saison. Matthews wird für Rodgers die Chance auf Yards und Punkte bedeuten, für NC States CB David Amerson ist er die Chance, sich vor dem NFL-Draft noch mal zu beweisen: Amerson hatte im Sommer als potenzieller Top-Pick gegolten, spielte dann aber einen bitterbösen Herbst und mittlerweile ist nicht mal mehr sicher, ob Amerson sich überhaupt traut, schon dieses Jahr in den Draft zu wechseln. Ein Kaltstellen eines der heißesten Receiver im College Football wäre aber wenigstens eine versöhnliche Note für die entsetzten Scouts.

Neben Amerson ist noch ein zweiter „Wolf“ im Fokus: QB Mike Glennon, ein eigentlich unauffälliger Mann, der aber so grundsolide auftritt, dass man ihn schon als potenziellen Erstrundendraftpick sieht.

Vandy ist mit 8 Punkten im SRS klar favorisiert, und das SRS weiß noch nichtmal um den vielleicht gewichtigsten Faktor im Vorfeld dieser Partie: NC State spielt mit Interimscoach (wir kennen das mittlerweile…): Tom O’Brien wurde gefeuert, weil man ihm nicht zutraut, das Team aus dem Mittelmaß herauszuführen, und als Nachfolger wurde Dave Doeren vom BCS-Spoiler Northern Illinois eingekauft. Heute wird aber noch OffCoord Dana Bible coachen, und niemand getraut sich zu prognostizieren, wie lustig oder lustlos NC State aufmarschieren wird.

Liberty Bowl

Tulsa Golden Hurricane – Iowa State Cyclones

21h30 LIVE bei ESPN America

Draft 2013

Who to watch

Tulsa

FB #34 Willie Carter

Iowa State

LB #47 .J. Klein

Zwei nicht alltägliche Teams zur Hauptspeise im Silvestermenü, aber zwei Altbekannte für Freunde der Bowl Season: Der Champion der Conference USA, Tulsa (10-3), ist zum fünften Mal en suite dabei, Iowa State (6-6) aus der Big 12 Conference zum dritten Mal in vier Jahren unter dem äußerst beliebten Head Coach Paul Rhoads. Die Diskrepanz in der Saisonbilanz ist eklatant, aber trotzdem sind die Cyclones laut SRS mit 4 Punkten leichter Favorit – warum?

Es liegt nicht nur am 38-23 Sieg von Iowa State im Season Opener über selbigen Gegner Tulsa (yup, das ist ein Rematch heute), sondern vor allem an der generellen suspekten Qualität der C-USA dies’ Jahr. Da war Tulsa nur das beste von vielen unterdurchschnittlichen Mannschaften.

Tulsa stellt immerhin immer eine schöne Offense, die aus der Spread-Formation extrem viel läuft: Man bringt eine Vielzahl verschiedener Running Backs fast 250 Rush-Yards pro Spiel zusammen und schaut, dass der QB Cody Green ja nicht zu viele Fehler macht. Das könnte heute zum kleinen Problem werden, denn die größte Stärke der Cyclones ist die Lauf-Defense (du spielst in der Big 12 und baust dein Team vor allem um die Lauf-Defense?).

Iowa States Offense ist im Gegenzug, wie soll ich sagen… uninspirierend? Der langjährige Quarterback Steele Jantz wurde abgesägt und durch den Freshman Sam Richardson ersetzt, der mobiler ist und wenigstens die ganz großen Bolzen vermeidet.

Ich befürchte ja, dass die beiden Mannschaften ihren Teamnamen nicht alle Ehren machen werden und es kein stürmisches Spiel wird, aber ich gäbe Tulsa hier einen Vorteil. Denn man muss wissen, dass Iowa State eine schwache zweite Saisonhälfte spielte und dass deren beste Spieler in der Secondary ausfallen.

Chick fil-A Bowl (“Tiger-Duell”)

Clemson Tigers – Louisiana State Tigers

1h30 LIVE bei ESPN America

Draft 2013

Who to watch

Clemson

WR #6  DeAndrew Hopkins
RB #23 Andre Ellington
S  #31 Rashard Hall
DE #97 Malliciah Goodman
QB #10 Tajh Boyd

Louisiana State

DE #49 Keke Mingo
DE #99 Sam Montgomery
S  #1  Eric Reid
LB #46 Kevin Minter
DE #89 Lavar Edwards
CB     Tyrann Mathieu
       ("Honey Badger",
         inaktiv)
WR #10 Russell Shepard
DT #77 Josh Downs
K  #30 Drew Alleman
DT #18 Bennie Logan

Das traditionelle ACC-SEC-Duell in der Silvesternacht aus dem Georgia Dome sieht diesmal ein perfektes Matchup Super-Offense gegen Super-Defense. Die Super-Offense stellen die #14 Clemson Tigers (10-2, ACC), die vor sensationellen Athleten von NFL-Kaliber nur so strotzen: QB Tajh Boyd ist zwar nicht der konventionellste Werfer, aber der Arm ist nicht wurfschwach, WR DeAndre Hopkins dürfte im NFL-Draft einige Beachtung finden und RB Andre Ellington gehört zu den Backs, denen ich nun rein optisch sofort wenigstens eine Chance in der zweiten Runde zutrauen würde. Über den potenziell besten Mann haben wir da noch nicht gesprochen: WR #2 Sammy Watkins, den Superstar der letzten Saison 2011/12 (damals als Freshman), der dieses Jahr aber mit Sperren und Krankheiten zu kämpfen hatte, sich nun aber endlich fit fühlen soll. Wenn Watkins tatsächlich in Hochform auflaufen kann, sehen wir da einen Rastaman, der von spektakulären Catches über EndArounds über unmögliche Punt-Returntouchdowns alles drauf hat.

Freilich werden sich die #9 LSU Tigers (10-2, SEC) nicht lumpen lassen, denn diese bieten immer noch eine Top-Defense auf, die fast alles kann: Dampf machen vorne mit dem DE-Duo Mingo/Montgomery, wo beide in der ersten Draftrunde gepickt werden sollten, dazu ein Ankermann DT Bennie Logan, der vielleicht in den Draft gehen wird, disziplinierte Linebackers und ein Backfield, das schwer zu knacken ist; FS #1 Eric Reid ist ein kleiner ballhawk, aber von den Yards her am ehesten ein Spielertyp, der mal ein Big Play aufgibt.

LSUs Offense wird extrem wichtig: Diese lag wochenlang unter der Erde, aber ausgerechnet gegen Alabama gab es das erste Lebenszeichen, und seither läuft QB Zach Mettenberger als anderer Mensch über den Campus: Vom verunsicherten Mauerblümchen ist plötzlich ein Mann mit breitem Grinsen geworden, der sich ganz relaxt auch die tiefen Bomben zutraut. Im Kern ist LSU immer noch eine schwer lauforientierte Mannschaft, aber dank Mettenberger ist man nicht mehr gänzlich drauf angewiesen.

SRS favorisiert LSU mit 3.5 Punkten, sieht das Spiel also relativ eng. Ich halte LSU hier, sofern Les Miles’ Jungs nach dem Verpassen der BCS überhaupt noch bei der Sache sind, für klarer favorisiert.

Sun Bowl

USC Trojans – Georgia Tech Yellow Jackets

Kickoff 31.12. um 20h
Tape am 1.1. um 9h30 bei ESPN America

Draft 2013

Who to watch

USC

QB #7  Matt Barkley 
       (inaktiv)
WR #2  Robert Woods
CB #7  Nick Robey
DE #91 Morgan Breslin
S  #7  T.J. McDonald
C  #78 Khaled Holmes
RB #22 Curtis McNeal

Schließlich morgen früh als Tape die Sun Bowl (Spiel wird in den Staaten von CBS übertragen, also keine Ahnung, ob der ESPN-Player das live zeigen darf) in einem Matchup, in dem keiner der beiden wirklich Lust drauf zu haben scheint, in der Wüste in El Paso/TX nahe New Mexico aufzulaufen. [Update: ist nicht im ESPN-Player; danke an Matthias/Update Ende]

Bei USC (7-5) ist das verständlich: Die Jungs vom windigen Head Coach Lane Kiffin sahen ihre Saison in den Süden wandern, von der #1 in der Preseason zu einer blamablen Bilanz, die unter Umständen noch zu einer Entlassung Kiffins führen könnte.

Als Sinnbild kann „Poster-Boy“ QB Matt Barkely herhalten: Der Mann sprengte alle USC-Passrekorde und blieb für sein Senior-Jahr an der Uni, um nach den Sperren (Stichwort: Causa Reggie Bush) endlich seine erste BCS-Bowl spielen zu können und dann als strahlender Held an #1 nach Kansas City gedraftet zu werden. Life is Hell, und wie es manchmal so läuft, spielte Barkley nicht nur ein schwaches Jahr und offenbarte nicht bloß technische Schwächen in der Wurfbewegung und äußerst verbesserungswürdiges Lesen von Defenses, qualifizierte sich USC nicht mal für die BCS, sondern verletzte sich zu allem Überfluss auch noch und wird heute nicht spielen können.

Starting-QB für USC ist heute der Freshman Max Vittek, der immerhin zwei Granaten auf Wide Receiver stehen hat: Robert Woods, der als hoher Draftpick gilt, und Marquise Lee, der eigentlich hätte die #2 sein sollen, der aber den Top-Athleten Woods in Grund und Boden spielte und mit 1680yds und 14 TD sogar in der Heisman-Verlosung war. Von den Running Backs um McNeal und Silas Redd war heuer nicht viel zu hören, umso mehr von eklatanten Protection-Problemen der Offense Line.

Auch die Defense vom aus der NFL (Tampa Bay) bekannten Monte Kiffin zeigte Schwächen, und nun kommt mit der Flexbone-Triple Option Offense von Georgia Tech (6-7, losing record!) aus der ACC ein untypisches Angriffssystem daher. Die letzten Jahre Bowl Season zeigten allerdings, dass Georgia Tech immer dann Probleme hat, wenn sich ein Gegner drei, vier Wochen auf sein System einstellen kann, und Monte Kiffin wird an seinem allerletzten Arbeitstag seiner Karriere ungern von einer steinzeitlichen Offense verarscht werden.

El Paso

Nicht mein Fall.

So sehr ich den Coach der Yellow Jackets, Paul Johnson, für diese ausgeklügelte Offense schätze, so sehr ist sie davon abhängig, zumindest ein bissl so was wie Passspiel aufziehen zu können, vor allem tiefes Passspiel, um die Front-Seven etwas auf Trab zu halten. Jetzt hat USC zwar brutal viele Lücken, aber in der Secondary ist man mit den potenziellen NFL-Picks S McDonald und CB Robey so gut besetzt, dass niemand auch nur von einem Minimum an Passerfolgen für Georgia Tech und seinen wuseligen QB Washington ausgeht.

So oder so: Der Sieger wird nur gequält in die Kamera grinsen. USC ist im SRS mit 12.5 Punkten favorisiert, und das würde ich auch, trotz allem, unterschreiben.

Black-Friday Preview 2012

Am Tag nach der langen Thanksgiving-Nacht beginnen die Amerikaner in einem weiteren, semi-offiziellen „Nationalfeiertag“, dem Back-Friday, ihre Weihnachtsvorverkäufe – nicht mehr im Konsumrausch von vor wenigen Jahren, aber dafür sind dann auch die Kopfschmerzen danach etwas linder.

Der Black-Friday bildet im College Football für mich seit Jahren den Auftakt zum letzten großen College-Wochenende, dem „Rivalry-Weekend“ mit zahlreichen Klassikern. Heute Abend noch die Soft-Variante. Morgen folgen dann die Kracher, die zum Teil auch die BCS mitentscheiden werden.

Ab 18h bringt ESPNA heute Iowa HawkeyesNebraska Cornhuskers, wo sich die Gäste mit einem Sieg direkt für das BigTen-Finale qualifizieren können, ohne dass Michigan morgen noch eine Chance zum Nachziehen hätte. Das ist dann auch das spannendste, das mir zu diesem Spiel einfällt, nachdem die Big Ten dieses Jahr den Charme eines Buchhalters mit Achselschweißüberproduktion versprüht.

Ab 21h30 aus der SEC: Arkansas RazorbacksLouisiana State Tigers, wo man wenigstens einen Blick auf kommende Draftpicks in der NFL werfen kann. QB Tyler Wilson von den Hogs sagt man eine eher verhaltene Saison nach, was Wilson und seinen Draft-Aktien kurz vor seinem Gang in die NFL gar nicht bekommen sollte. Gegen die bärenstarke Tigers-Defense könnte Wilson noch einmal eine Lebenszeichen geben – oder endgültig absaufen: Arkansas ist nach der schlechtesten Spielzeit seit Ewigkeiten längst aus dem Rennen um selbst die schwächsten Bowls draußen. LSU ist mit 8-2 und bloß knappen Niederlagen gegen die BCS-#2 (Alabama) und BCS-#4 (Florida) zwar praktisch chancenlos auf den BCS-Titel, kann aber unter Umständen noch eine BCS-Bowleinladung bekommen. Zudem gilt es, mehrere Abwehrspieler zu begutachten, namentlich vor allem die Herren DE Montgomery und DE Mingo.

Ab 01h: CincinnatiSouth Florida, wo es sportlich um nicht mehr viel geht und nach dem Karriereende von Bulls-QB B.J. Daniels auch der interessanteste Spieler ausfällt. Die Cincinnati Bearcats haben allerdings ihrerseits einen Quarterback, den es sich anzuschauen (und dessen Namen es sich zu schreiben lohnt) lohnt: QB Munchie Legaux.

Spätnachts oder früh am Morgen dann noch ab 04h das Derby aus der Wüste von Tucson, Arizona WildcatsArizona State Sun Devils („Duel in the desert“). Beide Unis gingen heuer mit neuen, lauten und profilierten Head Coaches in die Saison, und beide zeigten Anzeichen von Brillanz mit ihren neuen Offensivstrategen, hatten aber auch brutale Knockouts.

Arizona mit dem HC Rich Rodriguez (ehemals WVU, Michigan) zum Beispiel schlug USC, hielt sich gegen Stanford bis hinein in die Overtime und hätte um ein Haar Oregon State geschlagen, wurde aber von Oregon und UCLA mit 49 bzw. 56 Punkten Differenz geputzt. Die Arizona State Sun Devils von Todd Graham (ex-Pitt) haben keine richtigen Qualitätssiege vorzuweisen, hielten aber gegen UCLA und Oregon sehr viel besser mit.

Das Duell wird sicher intensiv – die Spiele in den letzten Jahren waren alle sehr spannend und teilweise nur von Fehlkicks in der letzten Sekunde entschieden.

College Football 2012/13 – Nachwirkungen vom zehnten Spieltag: Menschen! Richtige Menschen! Es sind Menschen!

Das Drama um die Finalplätze im College Football intensiviert sich – die Top-4 im BCS-Ranking fuhren am Wochenende ausnahmslos Siege ein, wenn auch zum Teil knapp. Oregons punktereicher Auswärtssieg bei den USC Trojans wurde ja leider nicht bei uns übertragen, soll aber den Reaktionen nach in Los Angeles ziemlich fassungs- und ratlose Gesichter hinterlassen haben („730 Yards Offense? Ich kannte diese Zahl noch gar nicht“). Ducks-RB Kenjon Barner mit einer 300+yds Show plötzlich im Heisman-Rennen, aber die Defense der Ducks soll nicht wirklich überzeugt haben (harhar, 51 Punkte aufgegeben) und die Gerüchteküche um einen baldigen Wechsel in die NFL von Ducks-Chefcoach Chip Kelly dürften im November auch ein Störfaktor werden.

Mal nebenbei erwähnt: Kelly und die „big play“ Philadelphia Eagles – da bahnen sich feuchte Träume an. Vergessen wir mal kurz das Stigma der College-Coaches in der NFL.

Notre Dame brauchte ein erneutes Last-Minute-Comeback, einen verschossenen gegnerischen Matchball und eine dreifache Overtime gegen die Pittsburgh Panthers, die bis dato eine überwiegend schlimme Saison gespielt hatten. Notre Dames eiskalte Klöten werden in den Staaten hoch gelobt, aber bei aller Liebe: Die Fighting Irish haben da seit Wochen auch einen Pakt mit Fortuna abgeschlossen, wenn ich an dieses Spiel – und an den seeeeeeeehr zweifelhaften Call gegen Stanford – denke. Notre Dame hat nun zwei machbare Lose, muss Ende November aber noch zu einem seiner traditionellen Rivalen, USC.

Kansas State mit einem verdienten, aber aufgrund der Verletzung von QB Collin Klein überschatteten, Sieg über Oklahoma State. Klein ist verantwortlich für runde 80% der Offense-Yards der Wildcats in dieser Saison – und wenn sich der Mann jetzt tatsächlich ernsthaft verletzt haben sollte, haben die kleinen Wildcats möglicherweise ein Problem.

Spiel der Runde war natürlich LSU TigersAlabama Crimson Tide im Death Valley zu Baton Rouge. Meine Skepsis was die Chancen der Tigers in diesem Spiel anbelangte war vor dem Spiel mit „immens“ zu beschreiben, und das wäre noch eine Untertreibung gewesen. Tatsächlich hielten die Jungs von Les Miles nicht bloß richtig gut mit; Hand aufs Herz: LSU war im Prinzip die bessere, vor allem besser vorbereitete, Mannschaft in dieser Nacht.

QB Zach Mettenberger, der so schwer kritisierte Mann, machte das Spiel seines Lebens (gegen Alabamas in alle Höhen gelobte Defense!) und diesmal waren es die LSU Tigers, denen man nachsagen musste, die sich bietenden Chancen nicht genutzt zu haben. Ein einziges Field Goal in der kompletten ersten Halbzeit ist eigentlich angesichts des Spielverlaufs ein Witz, und dann wurden im Schlussviertel nacheinander Field Goal verschossen und ein 4th down knapp verpasst: 17-14 Führung gegen eine immer lahmere Bama-Truppe, die in der zweiten Halbzeit keinen Stich mehr gemacht hatte und nur noch kriechend daherkam.

Schickte sich der doch über weite Strecken entzauberte QB A.J. McCarron an, mit ein paar schnellen Completions wenigstens in Punktereichweite zu kommen. McCarron 52 Sekunden vor Schluss mit einem kurzen Pass für den „neuen Trent Richardson“, RB T.J. Yeldon, und ich fragte mich, warum Bama mit seinem Kicker an der gegnerischen 28yds-Line nur auf den Ausgleich ging. Yeldon nahm das Ei auf und brach in die EndZone durch.

Sieg Alabama.

Und dann das:

Ein eigenartig sympathischer Moment, vielleicht der Moment der Saison für die manchmal so langweilig kalt wirkenden Alabama Crimson Tide. Eine Mannschaft, gecoacht von Nick Saban, dem einzigen Mann unter der Sonne noch hornhäutiger als Belichick. Der heulende und schluchzende McCarron unter dem Handtuch war ein Moment, in dem die Alabama Crimson Tide auf einmal menschlich wirkten.

Next up: Alabama @ Texas A&M. McCarron gegen Rockstar Johnny Manziel.

Ich ringe noch mit mir und kann mich nicht entscheiden, welches der potenziellen Matchups ich im BCS-Championship Anfang/Mitte Jänner in Miami sehen möchte.


Von einem anderen alten Bekannten müssen wir uns für diese Saison fast verabschieden: Die Boise State Broncos, in den Polls diese Saison bis dato schlicht und ergreifend zu hoch bewertet, gingen daheim gegen den krassen Außenseiter San Diego State baden und müssen ihre letzte Chance zum spoilern der BCS begraben. Boise State bietet dieses Jahr eine starke, physische Defense, aber auch eine merklich holprige Offense – wird wieder so was wie die Las Vegas Bowl werden.

Noch so ein guter Freund, dessen nicht bloß Saison, sondern Karriere, zu Ende ist: B.J. Daniels, der Quarterback der USF Bulls, soll sich den Knöchel gebrochen haben. Daniels war Senior und wird in der NFL kein Land sehen. Viel Glück.