College Football 2019 Preview: Die Atlantic Coast Conference (ACC)

Die Atlantic Coast Conference (ACC) ist eine eigentlich wenig glamouröse Conference entlang der Atlantikküste. An Aufmerksamkeit wird sie deutlich von den westlich angrenzenden Big Ten Conference und der Southeastern Conference (SEC) in den Schatten gestellt. Weiterlesen

Werbeanzeigen

Akademische Viertelstunde 2016, Week 10: Die Dampfwalze rollt an

Ja, die #4 Texas A&M hat verloren, aber wir wussten, dass die Aggies vom Playoff-Komitee zu hoch eingestuft wurden. Abseits dieser Mannschaft kann man den Top-Teams dieser College Football-Saison für Woche 10 nur eines attestieren: Totale Dominanz. Und das ist positiv gemeint. Weiterlesen

College Football 2016 – Der Weg in die Playoffs

Der November steht an, traditionell der wildeste Monat im College Football und dessen Titelrennen. Weiterlesen

Akademische Viertelstunde 2016 nach dem Schlager von Clemson

Der ACC-Kracher #5 Clemson Tigers vs #3 Louisville Cardinals am Samstag hat gehalten, was er versprochen hat. Es war ein fulminantes Spiel, das die ganze Palette bot, was College Football so großartig macht: Intensität, knisternde Atmosphäre, Team zieht auf und davon, Comeback, Gegen-Comeback, fehlerhafte Offense gepaart mit eingestreuten Monsterspielzügen und ein Kampf zwischen zwei absolut famosen Quarterbacks. Entschieden wurde die Partie standesgemäß in der letzten Minute. Entscheidend war ein Yard. Weiterlesen

Vorschau auf den Großkampftag: College Football 2016, Woche 5

Wichtiger Spieltag im College Football zum heutigen 1. Oktober mit etlichen potenziell vorentscheidenden Spielen in den großen Conferences. Bevor es ab 18h in den Livesport geht, kann man auf das SPORT1 US Tape des gestrigen Pac-12 Spitzenspiels zwischen #10 Washington und #7 Stanford verweisen. Das Tape läuft seit 8h45 und kommt nochmal um 15h30. Preview auf das Spiel hatte ich schon gestern geschrieben.

An der Stelle möchte ich noch einmal auf den Podcast vom Donnerstag zum College Football verweisen – Daily Nugget mit Christian Schimmel, Sal Mitha, Nicolas Martin und meiner Wenigkeit. Weiterlesen

Akademische Viertelstunde, Week 3: Die, die oben mitspielen. Und die, die nicht wollen

Die North Dakota State Bison sind das beste Team in der FCS, der zweiten Ebene des College Football. Sie haben fünf FCS-Meisterschaften en suite gewonnen, und nachdem sie kürzlich ihren Starting-QB Carson Wentz im NFL-Draft an #2 an die Philadelphia Eagles verloren haben, gingen mit neuem Kopf in der Offense in die Saison. Weiterlesen

#10 Louisville Cardinals – #2 Florida State Seminoles live

[21h27] Endstand Louisville Cardinals 63, Florida State Seminoles 20. Ein Endergebnis, das niemand hatte kommen sehen. Noch nie ist eine #2 in den Rankings so brutal abgeschlachtet worden wie heute FSU, auch wenn man in den letzten Minuten noch Ergebniskosmetik betreiben konnte. Aber FSU wurde in allen Belangen niedergemacht, Offense, Defense, Special Teams. Es war eine komplette Machtdemonstration von Louisville.

QB Lamar Jackson ist den Hype wert, keine Frage. Der große Chris Brown macht auf Twitter den Vergleich zwischen Jackson und Michael Vick – und der ist so weit nicht hergeholt. Jackson ist ein fassungslos mobiler Athlet, und er hat eine Rakete von Wurfarm wie einst Vick. Wie auch Vick ist er zuerst Athlet, erst dann Werfer.

Louisville wird in den AP Ranking in die Top-5 klettern. In 2 Wochen wartet @Clemson. Gewinnen die Cards auch dort, könnte es im November einen unwahrscheinlich hochklassigen Showdown mit einem anderen gegenwärtigen Liebling, #6 Houston, geben – mit den Playoffs auf dem Spiel. (okay, jetzt gehen wir schon sehr, sehr weit…) Weiterlesen

Samstagskracher zur besten Sendezeit: #10 Louisville Cardinals vs #2 Florida State Seminoles

Der morgige Samstag im College Football ist prall gefüllt mit absoluten Hochkarätern, aber: Nicht alle sind bei uns zu sehen, und manche erst spätnachts angesetzt. Mit der einen großen Ausnahme: #10 Louisville Cardinals – #2 Florida State Seminoles, das die ACC-Spielplangestalter dankenswerterweise bereits morgen um 18h abends MESZ angesetzt haben. Ein solch hochkarätiges Spiel um diese Zeit – datt war in den letzten Jahren sehr selten geworden. Weiterlesen

Atlantic Coast Conference | College Football 2015/16 Preview

Die Atlantic Coast Conference (ACC) gilt im heutigen Verständnis als zirka viert- oder fünfbeste Liga im College Football: Im US-Süden ist man relativ klar nur die zweite Geige hinter der SEC, und im Vergleich zur Pac-12 und Big 12 Conference schneidet man eine Spur zu blass in der Tiefe ab. Trotzdem konnte die ACC in den letzten Jahren an Selbstvertrauen tanken, und 2013/14 mit den Florida State Seminoles nach langer Zeit auch mal wieder den Landesmeister stellen. Weiterlesen

March Madness – Das Bracket 2014

In wenigen Minuten starten die Übertragungen für die March Madness 2014 – heuer bei SPORT1 US und im ESPN-Player. Die genauen Sendepläne übernehme man bitte täglich bei Allesaussersport. Ich habe noch kurz mein Bracket ausgefüllt und mich ein klein wenig eingegroovt nach einer Saison, in der ich sehr, sehr wenig College-Hoops gesehen habe. Ich bin zuversichtlich, dass es für das Perfect-Bracket reicht. Ab nächstem Monat kann ich dann ausgesorgt dem Leben als Vollzeitblogger nachgehen.

NCAA March Madness Bracket 2014 (korsakoff Edition)

NCAA March Madness Bracket 2014 (korsakoff Edition)

Region South – Es gibt hier einen turmhohen Favoriten in den Florida Gators, die mit 32-2 Siegen durch die Regular Season marschiert sind. Die Gators sind nach SRS das viertbeste Team des Jahres im Lande, und sie profitieren von einem vergleichsweise „einfachen“ Bracket, wo der größte Konkurrent Kansas auf seinen wichtigsten Spieler (Joel Embiid) verzichten muss – Embiid gilt als sehr gutes NBA-Prospect.

Das South-Bracket halte ich nach Studium des Simple Ranking Systems für relativ klar strukturiert: Viele Überraschungen sollte es eigentlich nicht geben; die Top-6 nach Setzliste sind auch die Top-6 nach Simple-Ranking System:

SRS TEAM        WERT
#3  Kansas      21.2
#4  Florida     20.8
#12 UCLA        18.9
#15 Ohio State  18.5
#21 Syracuse    16.2
#30 VCU         15.0

Einer meiner ästhetischen Favoriten ist in diesem Bracket zuhause: Die VCU Rams mit ihrer fantastisch quicken Defense. Allein: VCU muss relativ schnell gegen Florida ran…

Die Ohio State Buckeyes kommen diesmal mit einem eher ungewöhnlichen Mann im Kader daher, Aaron Craft, den π-Mann:


Region East – Der Top-Seed dieser Gruppe ist mit den Virginia Cavaliers ein Überraschungsteam, das irgendwie niemand so richtig ernst nimmt. Das liegt natürlich unter anderem daran, dass die Cavs fast nie was im Basketball reißen. Gerade aber der Coach der Cavs ist in Tony Bennett ein Mann, dem ich durchaus die Daumen drücken würde.

Virginia wird aber große Konkurrenz haben: Das nach SRS beste Team der Gruppe ist Villanova (20.1 über Durchschnitt), das zweitbeste die Michigan State Spartans (20.0 über Durchschnitt) mit ihrem legendären Coach Tom Izzo, jenem ulkigen Mann, dessen Mannschaften den Ruf genießen, immer in der Post Season voll da zu sein.

Der Big-Ten Champ Michigan State ist überraschenderweise nur an #4 gereiht, hätte mindestens einen oder zwei Seed höher verdient gehabt. Für die Spartans zählt auch, dass der Kader so fit wie nie dieses Jahr in das Meisterschaftsturnier geht.


Region West – Die Arizona Wildcats gelten als klassischer underachiever, aber in den letzten Jahren rührte sich etwas: Seit der Einstellung von Coach Sean Miller ist da ein Landesmeister in spe unterwegs. Miller ist ein sehr gewinnender Typ, der notfalls auch bis fünf Uhr morgens durchmacht um auch noch die letzten Vorteile im Gameplanning zu finden. Er ist in seinem fünften Jahr an der Uni und hat mehr als drei Viertel der Spiele gewonnen – zuletzt war man in der Pac-12 das beste Team des Grunddurchgangs, verpasste aber den Conference-Titel. Es gibt einige sehr attraktive NBA-Prospects wie Aaron Gordon, also wer schonmal für die Profis scouten will…

Arizona ist nach SRS das zweitbeste Team im Lande (24.1 Punkte über Durchschnitt) und hat einen relativ soften Durchmarsch vor sich: Weber State und OSU dürften keine Probleme bereiten. In der dritten Runde könnte San Diego State warten – ein Team aus dem quasi-Nichts. Die Aztecs gelten als große sentimentale Geschichte mit ihrem leidenden Coach Steve Fisher, der San Diego State innerhalb kurzer Zeit nach oben brachte, der aber ausgerechnet jetzt miterleben muss wie sich sein Sohn mit einer Nervenerkrankung quält.

Schließlich noch eines meiner absoluten Lieblingsteams: Creighton, der kleine Riese aus der Big East Conference (mit 19.8 Punkten über Durchschnitt vielleicht der größte Konkurrent für Arizona in dieser Staffel). Die Bluejays überstrapazieren ihre Vater-Sohn Geschichte mit Coach Greg McDermott und Sohnemann Doug, aber dann kommt der Doug doch immer wieder im Interview wie ein Clown rüber, der sich selbst auf den Arm zu nehmen imstande ist – und alles ist wieder gut.

Arizona ist mein Favorit, aber Creighton ist nie zu verachten.


Region Midwest – Die #1 Wichita State ist eine kleine Uni aus der Missouri Valley Conference. Die Shockers kamen ungeschlagen durch die Saison, aber sie sind irgendwo der kleine Mid-Major, den keiner so recht ernst nimmt. Das hohe Seeding löste alte Beißreflexe aus, und viele wollen Wichita State fallen sehen – eben weil sie Streber sind, und auch wegen des eigenartig-schrulligen Coaches Gregg Marshall.

Wichita State ist nach SRS keine Top-10 Mannschaft landesweit, und nicht bloß deswegen sehe ich sie nicht durchmarschieren. Es gibt komplettere Teams. Duke, diese von vielen so gehasste versnobte Privatuni aus der ACC, zum Beispiel ist immer für die Final-Four gut (heuer: 20.3 Punkte über Durchschnitt, landesweit #5 nach SRS).

Die beste Geschichte für mich sind immer die Saint Louis Billikens, diese No-Name Truppe  aus der Atlantic-10 Conference. Diese Mannschaft musste vor nunmehr zwei Jahren mitten in der Saison Abschied nehmen von ihrem kultigen Head Coach Rick Majerus, einem ehemaligen TV-Pundit, der diese kleine Uni als Coach auf seine alten Tage groß gemacht hatte. Jener Majerus verstarb im Dezember 2012 nach wochenlangen Gerüchten um seine Gesundheit an Krebs, aber dieses Team ist noch immer nach seinem Ebenbild gebaut: Zeckige Defense, die jedem Gegner irgendwann den Nerv zu rauben imstande sind.

Für mich sind aber die Louisville Cardinals der Favorit im Midwest-Bracket. Ja, langweiliger Tipp. Louisville ist der Titelverteidiger, und gewann auch heuer die American Athletic Conference. Diese AAC gilt aber im Football wie im Basketball als mittlerweile zu schwach um richtig ernst genommen zu werden, sprich: Viele werfen Louisville vor, seine 29-5 Bilanz nur dank einfacher Gegner hinzubekommen haben. Auf der anderen Seite sehen alle Advanced-Metrics die Cards unter den drei besten Teams des Landes – das SRS sieht sie als allerbestes (25.3 Punkte über Schnitt).

Nur wenige würden es dem unbeliebten (weil so erfolgreichen und geradlinigen) Coach Rick Pitino vergönnen, aber hier könnte tatsächlich zum ersten Mal seit Jahren ein Team die Titelverteidigung schaffen.

Bowl Season 2013/14, Großkampftag am Samstag

Bowl-Season heute mit einem Großkampftag. Alle Spiele kommen wieder live im ESPN-Player, und SPORT1 US zeigt heute auch was live, nämlich die Russell Athletic Bowl Miami/FL vs #18 Louisville (mit Teddy Bridgewater!) ab 0h45.

MEZ    BOWL                TEAM 1            TEAM 2
18h    Pinstripe           Notre Dame        Rutgers
21h20  Belk                Cincinnati        North Carolina
00h45  Russell Athletic    Miami/FL          Louisville
04h15  Buffalo Wild Wings  Kansas State      Michigan

Zu den einzelnen Spielen im Detail. Weiterlesen

Guck den Teddy: #8 Louisville Cardinals – UCF Knights Preview

Heute Nacht, ab 02h LIVE bei SPORT1 US, gibt es as every Friday College-Football aus der American Athletic Conference: #8 Louisville Cardinals (6-0) – Central Florida Knights (4-1). Die Partie ist die Chance, den geehypten Louisville-Quarterback Teddy Bridgewater (Rückennummer 5) zu begutachten, gemeinhin als bester Quarterback des kommenden NFL-Drafts 2014 angesehen.

Louisville befindet sich in einem merkwürdigen Zwischenzustand zwischen Ungeschlagenheit, Top-10 Ranking in allen wichtigen Polls, und trotzdem umgeben von Expertenmeinungen, die den Cards keine Chance auf das BCS-Finale geben. Das hat einen Grund: Schedule. Louisvilles Conference, die ehemalige Big East, ist mittlerweile bekanntlich „The American“, eine mittelstarke Mid-Major Conference unter dem Deckmantel des BCS-Titels, den man einst der Big East verliehen hatte. Das heißt: Der Conference-Sieger kriegt einen sicheren Platz in einer BCS-Bowl. Aber auch: Kein Mensch nimmt diese Conference ernst, und deswegen fliegt sie auch nächstes Jahr aus dem „System“. Übrigens fliegt nächstes Jahr auch Louisville… in die Atlantic Coast Conference.

Louisville ist in etwa vergleichbar mit Boise State der letzten Jahre: Eine Mannschaft, die prinzipiell ungeschlagen durch die Saison kommen muss, um ernst genommen zu werden. Allein: Boise hatte jedes Jahr wenigstens einen Statement-Sieg über BCS-Granden wie Georgia, Virginia Tech oder Oregon. Louisville hat diesen nicht; UCF heute Nacht ist vermutlich der beste Gegner, den Louisville dieses Jahr bis zur Bowl-Season sehen wird.

Dabei haben die Cards durchaus eine flotte Truppe beisammen: Head Coach ist Charlie Strong, ein exzellenter Recruiter mit Wurzeln in Florida, und von dort holte Strong Bridgewater nach Kentucky. Bridgewater, ich schrieb es schon im Sommer, ist das, was Scouts so lieben an einem Top-QB Prospect: Wurstark, präzise, und vor allem: Wird nicht nervös, wenn sich Druck auf die Pocket abzeichnet. Bridgewater hat die Augen immer downfield, das lässt sich wunderbar beobachten, und das ist Luck-esk. Es gibt auch Dampfwalzen in der Defense, angefangen von einem Passrusher Marcus Smith oder einer coolen Socke auf Safety in Calvin Pryor. Das Team darf als durchaus stark besetzt gelten; das Problem ist der Schedule.

Deswegen waren viele bei Louisville froh, dass der heutige Gegner UCF auch schon zwei respektable Spiele hatte: Penn State auswärts geschlagen, und nur eine 3pts-Niederlage gegen die South Carolina Gamecocks aus der SEC. Im Angriff wird bei UCF vornehmlich geworfen (2:1 Ratio Pass/Lauf), über QB Blake Bortles, der sehr sichere QB-Stats aufweist (9 TD, 3 INT). Einen besseren QB hat Louisville heuer nicht gesehen, und wird einen besseren erst im Jänner sehen – wenn überhaupt.

Das Simple Ranking System übrigens sieht Louisville nach sechs Spielen übrigens nur auf Platz 19, UCF nicht allzu weit dahinter auf #26. Mit Heimvorteil ist Louisville heute nur mit ca. 7 Punkten favorisiert. Aber im Prinzip ist es eh fast egal, was die Cards heute machen: Ein Kantersieg wird kaum reichen, um die Voter genug zu beeindrucken für einen ernsthaften Run auf das BCS-Finale; und eine Pleite dürfte immer noch reichen, um am Ende die wachsweiche American Athletic Conference zu gewinnen.

Also: Bridgewater schauen als oberstes Ziel.

The Countdown, T-minus 16: Louisville Cardinals

The Countdown

#16 Louisville Cardinals.
AAC.
2012: 11-2.

Heute dran im College Fooball Countdown: Die Louisville Cardinals aus der American Athletic Conference, eines der Teams mit dem meisten Buzz im Vorfeld der anstehenden Saison. Hauptgrund war die lange Ungeschlagenheit letztes Jahr, und vor allem der Kantersieg über die Florida Gators in der Fiesta Bowl. Ich bin überzeugt, dass der common sense die Cardinals vom sympathischen Head Coach Charlie Strong in diesen Tagen massiv überschätzt und im Simple Ranking System maximal eine Platzierung zwischen 15 und 20 herausschauen wird, aber gut. Louisville stellt die kompletteste Mannschaft in der Conference, und „Top-25“ ist dann ja auch schon mal etwas.

Im Fokus sollten die Cards in erster Linie wegen ihres Quarterbacks sein: Teddy Bridgewater, der schwarze Scrambler, der in sein drittes Jahr am College geht und nach der Saison in die NFL wechseln dürfte. Bridgewater geht als Favorit auf den Top-Pick 2014 in die Saison, und wer ihn schon hat spielen sehen, kann nachvollziehen, warum.

Bridgewater zeigte letzte Saison ein Standing, das nur noch mit jenem von Andrew Luck vergleichbar war. Dieses charakteristische „hält die Augen immer downfield“, das Scouts so lieben, ist bei keinem Prospect so ausgeprägt wie bei Bridgewater. Die Pocket ist am Kollabieren? Wurscht, es wird auch noch die allerletzte Millisekunde ausgenutzt, ehe der Pass versucht wird. Bei vielen mobilen Quarterbacks (Bridgewater ist nur unwesentlich unspektakulärer als RG3) hast du die Schweißperlen auf der Stirn, weil sie sich zu schnell ins Getümmel stürzen. Nicht so hier: Der Teddy läuft im Zweifelsfall eher zu spät los. Und: Ich kenne keinen Rechtshänder, der so geniale Pässe in Bewegung wirft, wenn er links gegen die Laufbewegung rausrollt.

Man gebe sich mal die 8min Highlights gegen die Florida Gators (Sugar Bowl 2012):

Bridgewater kommt aus der Umgebung von Miami/Südflorida, und kam nur durch die Hintertür nach Louisville, weil eben Strong aufgrund seiner jahrelangen Arbeit in Florida noch gute Beziehungen dorthin hatte. Das Freshman-Jahr hatte man als „vielversprechend“ eingeordnet. Der letzte Herbst galt schon als Top-Pick-würdig. Was man auch immer wieder vernahm, sind die Lobpreisungen, wie anspruchslos das Supertalent doch sei. „Bridge over troubled Water“ hat sich die Latte hoch gelegt: Liefert er Leistung, werden Teams wie Jets, Jaguars oder Raiders im nächsten Frühjahr schwerlich an ihm vorbeischauen können. Auf der anderen Seite sind immer wieder hoch gehypte Prospects im Jahr der Wahrheit gestrauchelt. Ist Bridgewater der nächste? Wir werden sehen.

Für die Interessierten gibt es noch einen zweiten potenziellen Superstar-Angreifer: RB Michael Dyer, dessen Irrwege von Auburn über Arkansas State über Grundkurse in Benimmregeln ein vorläufiges Ende haben sollen. Dyer war der MVP im BCS-Finale 2010/11, versank danach aber in Chaos und Sumpf. Er kriegt in Louisville diesen Herbst die x-te Chance, sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Bridgewater und Dyer sollen sich persönlich recht gut verstehen. Auf dem Spielfeld sollten sie ein spektakuläres Angriffs-Duo bilden können, das anzuschauen sich lohnt.

Die beiden allein machen Louisville zum Favoriten in der American Athletic Conference (AAC), aber dass es für die Cardinals zu mehr – sprich: BCS-Titelträumen – reicht, daran glaube ich keine Sekunde. Trotz Bridgewater, und trotz eines lächerlichen Schedules.

Vor der March Madness 2013

Heute geht der Wahnsinn wieder los: March Madness im College Basketball. Die Grundzüge des College-Basketballs habe ich schon im November versucht zu erklären. Die „March Madness“ ist das, was dem College Football schon seit vielen Jahren abgeht: Eine aufregende Post Season mit haufenweise Action. Wer wissen will, was es mit der March Madness auf sich hat, für den verweise ich auf einen sieben Jahre alten Eintrag bei Allesaussersport, der aber bis auf kleine Details (mittlerweile 68 statt 64 Teams) noch immer vollste Gültigkeit hat:

Selection Sunday haben wir bereits hinter uns, wie auch die erste Runde (wo das Feld von 68 auf 64 verkleinert wurde), wo Boise State gestern z.B. gegen LaSalle gespielt hat (bitte nicht spoilern!).

Was in der NFL der „Mock Draft“ ist, ist im College-Basketball die Bracketology. Es handelt sich hierbei um fröhliches Tippen der einzelnen Partien bis durch zu den Final Four. Faustregel: Setze in der ersten Runde niemals gegen einen Top-Seed. Du wirst haufenweise Punkte im späteren Verlauf verlieren. Ansonsten werfe man die Münzen. Der Präsident hat übrigens auch schon getippt: Barack-etology.

Ich lasse mich auch nie lumpen und habe bei ESPNs Tournament Challenge in der allesaussersport-Gruppe mitgemacht und folgendes völlig unanalytisches Bracket bis hin zu den Final-Four in Atlanta erstellt:

korsakoffs Bracket der March Madness 2013: Nachmachen auf eigene Gefahr

korsakoffs Bracket der March Madness 2013: Nachmachen auf eigene Gefahr

Die Tipps beruhen für einmal nicht auf Zahlenmaterial, sondern in erster Linie auf dem (wenigen) Gesehenen und natürlich der Liebe für die Underdogs. Die Erklärungen im Folgenden.

Midwest – Die Erben von Majerus

Die Story dieser Region sind die St Louis Billikens aus der Atlantic-10 Conference. St Louis stellt eine Mannschaft voll von Außenseitern, die nirgends eine Chance bekamen. Im letzten Jahr besiegte man mit fleißiger Defense den hohen Favoriten Memphis in einem Spiel, das als Meisterstück des Head Coaches Rick Majerus, einem ehemaligen TV-Pundit, gefeiert wurde. Majerus wird dieser Wochen nur in Form seines Geistes mit von der Partie sein, denn der Mann verstarb Anfang Dezember nach wochenlangen Gerüchten um dessen sich verschlechternden Gesundheitszustand. St Louis spielte die vielleicht beste Saison seiner Geschichte. Majerus’ Geist lebt weiter: Die Billikens spielen eine Pracht von Defense: Zeckig, nie aufgebend, nervtötend.

Leider ist St Louis in der vielleicht härtesten Region gelandet: Mit Louisville, Michigan State und Duke spielen drei Turnierfavoriten und bestimmt vier der besten zehn Teams overall in diesem Bracket.

Ich fürchte, es setzt für St Louis ein frühes Aus gegen die alle überragenden Louisville Cardinals. Das offensivstarke Creighton ist mein Upset-Tipp, und es ist ein reiner Sympathie-Tipp.

West – Deutschmann

Es ist die Region mit den Gonzaga Bulldogs aus Spokane im US-Bundesstaat Washington, einer Art „Boise State Broncos des College-Basketballs“. Zumindest ist Gonzaga ein Mid-Major, der seit Jahren die March Madness aufwühlt. Auf der anderen Seite betreibt die Uni einen extremen Aufwand in Sachen Recruiting weit über die Landesgrenzen hinaus, dass man von jenem klassischen Mid-Major-Underdog sprechen mag. Die Uni ist Heimat eines Deutschen (Elias Harris) und dieses Jahr in fast allen landesweiten Polls an #1 oder #2 gerankt. Und trotzdem wird Gonzaga nicht komplett für voll genommen, da man gerne mal sehen würde, wie die Jungs auf knackige Defense reagieren.

Solche Defenses warten gleich zwei in Runde 2 und 3: Pittsburgh und Kansas State. Gonzaga-Pitt dürfte ein populärer Upset-Pick sein (ich verwehre mich mal störrisch). Ich fürchte aber, spätestens gegen Kansas State ist Endstation. K-State ist selbst einer meiner Lieblinge, spielt eine freche Defense und besitzt über einen erfahrenen Mannschaftskern. Man gilt eigentlich immer als Mitfavorit, scheitert aber häufig an den eigenen Nerven. Da ist gut, dass die Nemesis, die Kansas Jayhawks, in eine andere Region eingeteilt wurden.

Ich kann durchaus sehen, wie Kansas State trotz dumpfer Vorahnungen das Halbfinalticket löst. Ohio State jagt mir den Schauer übern Buckel, aber hey, wenn New Mexico für einmal gegen gute Defense einen guten Tag erwischt… K-State im Halbfinale gegen New Mexico? Nehm’ ich.

South – Widder den Erwartungen

Meine Fresse: Kansas, Georgetown, Michigan und Florida in ein und derselben Region? Die Gators halte ich für die insgesamt beste Mannschaft dieser Staffel, simpel, weil ich die Offense der Kansas Jayhawks für zu schwach halte, bei Michigan der Defense völlig misstraue und Georgetown… naja, pure Angriffswucht ist datt nicht. Florida dagegen ist rundum eine komplette Mannschaft, der allerdings stets der Ruf voraus ging, unter Druck häufig zu kollabieren. Dieses Jahr wurde man allerdings von haufenweise knappen Siegen durch die Saison getragen.

Die Glückssträhe endet spätestens in den Elite Eight: Die VCU Rams prügeln Florida mit ihrer furchterregenden Defense aus dem Turnier und ziehen als X-Faktor mit Pauken und Trompeten zum Final-Four nach Atlanta.

East – Butler lacht sich ins Fäustchen

Die Miami Hurricanes spielten heuer eine starke Basketball-Saison, was insofern interessant ist, weil die Canes noch nie ein gutes Basketballprogramm hatten. „The U“ ist Football – und momentan nicht mal das. Dieses Jahr spielten sie in der wachsweichen ACC eine erstaunlich gute Saison und sorgten angeblich für ziemliche Begeisterung in Südflorida.

Trotzdem sehe ich keinen Durchmarsch in die Elite-Eight, denn es gibt einen extrem abgewichsten „soon-to-be-ex-Mid-Major“ in den Butler Bulldogs. Die Jungs von Brad Stevens dürften sich einen Arsch ablachen: Kriegen nach mäßiger Saison nur einen #6-Seed, aber ein Losglück vor dem Herrn: Marquette traut so gar niemand richtig, und Miami/FL – da hat Butler ne Chance.

Die obere Tableau-Hälfte sieht die Indiana Hoosiers, gegen die mein Misstrauen kaum größer sein könnte. Indiana könnte spätestens gegen die UNLV Rebels fällig sein. UNLV sagte man ein enttäuschendes Jahr nach, aber Achtung: Ich hab die Jungs zweimal gesehen und es waren mannschaftlich geschlossene Leistungen – mit dem einen herausragenden Mann Bennett, der das Team tragen kann.

Final Four

Bei aller Liebe für die Kleinen: Den Pokal staubt eine arrivierte Mannschaft ab. Louisville ist dies’ Jahr das Team, das es zu schlagen gibt. Aber bis Atlanta ist noch ein langer Weg.

Inhaltsreichere Begleitung, Sendepläne von ESPN America und dem ESPN-Player sowie vielleicht auch noch eine gesonderte Vorschau am heutigen Tag gibt es mit Sicherheit wieder bei Allesaussersport.