SEC West 2012/13 Preview

So, eine fehlt noch. Nach der SEC-East am Vormittag folgt als Abschluss – diesmal der „richtige“ Abschluss – der Saisonpreviews die qualitativ und quantitativ hochwertigste Division, die der College-Football aktuell zu bieten hat: Die SEC-West, Heimat von beiden BCS-Finalisten in der vergangenen Saison, und stolze Inhaberin von vier der letzten fünf BCS-Titel.

Alabama Crimson Tide

Beginnen wir mit dem Titelverteidiger aus der Kleinstadt Tuscaloosa in Alabama, den Crimson Tide: 2011/12 nach einer fast verheerenden Heimpleite gegen LSU höchst umstritten trotzdem für das BCS-Endspiel nominiert, und dort dann die Muskeln spielen lassen und eben jene LSU Tigers in Grund und Boden gespielt. Zermalmt. Drübergefahren. Einundzwanzig zu null.

Der staubtrockene Nick Saban hat da momentan das wohl beständig beste Footballprogramm unter seinen Fittichen, eines, das auch in der Lage ist, einen Massenexodus an Seniors und NFL-Draftees zu verkraften und trotzdem locker 11, 12 Siege heimfährt. Diesmal liest sich die Abgängerliste erlesen: RB Trent Richardson (NFL-Pick #3), S Mark Barron (#7), CB Der Kirkpatrick (#17), LB Dont’a Hightower (#25), OLB Courtney Upshaw (#35), DT Josh Chapman (#135), CB De’Quan Menzie (#146), TE Brad Smelley. Plus OffCoord Jim McElwain (neuer HC bei Colorado State).

Sowas kann nur Alabama wegstecken, wo dann immer noch zirka fünfundzwanzig 5-star-Recruits rumlaufen. So sind die Hoffnungsträger im Angriff der erstaunlich abgewichste QB A.J. McCarron, verdienter MVP im BCS-Finale, und RB Eddie Lacy, der Richardson aber nicht ganz nicht das Wasser reichen kann. Fragezeichen wird es bei den Wide Receivers geben, aber wenn die Offense Line im NFL-Draft 2013 drei oder vier 1st Rounder bieten soll, dann muss wenigstens diese eine einzigartige Mauer für McCarron/Lacy bilden.

Prunkstück ist bei Saban immer die ungemein druckvolle Defense, an der sich vor allem die CBS-Kommentatoren Woche ein, Woche aus ergötzen, und die 2011 Zahlen für die Ewigkeit ablieferte, nicht nur, weil LSU keine 100yds im Titel-Endspiel zustande brachte. Namen sind mir jetzt bis auf S Robert Lester, OLB Adrian Hubbard und das Tier, NT Jesse Williams (ein Australier, der 272kg im Bankdrücken aufgestellt haben soll), kaum bekannt, aber die Athleten sind durchwegs schnell, kräftig und… Alabama-like eben.

Schwierig wird der Schedule (am Samstag, 1.9. gegen Michigan in Dallas, dann am 15.9. @Arkansas und im November @LSU), aber das sind die Tide gewohnt. Ich bin mir nicht sicher, ob wir hier vom Titelfavoriten spielen, aber im Normalfall wird Alabama auch so maximal zwei oder drei Spiele abgeben.

Louisiana State Tigers

Der Titelverteidiger in der SEC ist aber nichtmal Alabama, sondern nach einer beachtlichen Regular Season im letzten Jahr die Louisiana State University, die 13 Spiele lang über einen mächtigen Schedule drübergefahren war, nur um im BCS-Endspiel keinen Stich mehr zu machen. Trotzdem: Head Coach Les Miles scheint mehr als angekommen und mit seiner kultig-clownigen Art mittlerweile richtig gut bei den Leuten anzukommen.

Diesmal wird Miles wie auch Saban einige Änderungen vornehmen müssen. Die erzwungene QB-Änderung kann nach den jüngsten Auftritten der Herren Jefferson/Lee das schlechteste Vorzeichen nicht sein, obwohl der neue Mann, QB Zach Mettenberger (kommt von Georgia), nach einer Anklage wegen sexuellen Übergriffen auf Studentinnen kein unumstrittener Bursche ist, aber mit seinem starken Arm eine ganz neue Dimension in den LSU-Angriff bringen kann.

Denn bisher war LSU in der Offense vor allem eines: Laufen. Die zirka fünfköpfige RB-Combo um den kräftigen Spencer Ware, um Michael Ford und den explosiven Kenny Hilliard (und weitere) liefert in der Summe spektakuläre Zahlen ab und wird auch diesmal hinter einer landesweit konkurrenzlosen Offensive Line starke Zahlen liefern. Die Fragezeichen konzentrieren sich eher auf die Wide Receiver: Beckham und Shepard müssen den hohen NFL-Pick Rueben Randle ersetzen, eine groß gewachsene, physische Präsenz und letztes Jahr eine der Schlüsselfiguren.

LSU wird sich aber solange nicht grämen müssen, solange es eine Defense auf das Feld schicken darf. Die Defensive Line ist mit den beiden Ends DE Sam Montgomery und DE Barkevious „KeKe“ Mingo schlichtweg spektakulär und kann in der Mitte nach dem Abgang von NFL-Pick Brockers schon wieder zwei Leute zum Sabbern aufbieten: Man merke sich erstmal DT Bennie Logan, und der Sophomore DT Anthony Johnson klingt mit seinem Spitznamen („The Freak“) jetzt sooooo vernachlässigbar auch nicht.

Spannend wird die Secondary, wo neben dem – yep, das wiederholt sich – hohen NFL-Pick CB Claiborne auch noch das Gesicht der Tigers von 2011, CB „Honey Badger“ Tyrann Mathieu, verloren wurde (Junkie Mathieu begibt sich in eine Entziehungskur). Als Reaktion darauf, und weil man es sich leisten kann, wurden im Sommer ein paar Wide Receivers zu Defensive Backs umgeschult und mit CB Simon und FS Eric Reid sind da immer noch zwei Eckpfeiler da. Schwerer wiegen dürfte Mathieus Fehlen als Punt Returner – der Mann hatte ein paar außerordentlich spektakuläre Plays geliefert.

Ausblick: LSU dürfte sich wieder mit Alabama um die Divisionskrone matchen. Möglicher Vorteil LSU dabei: Sie haben weniger Exodus zu beklagen und dürfen Alabama daheim empfangen.

Arkansas Razorbacks

Manche trauen auch den Arkansas Razorbacks aus Fayettville durchaus eine Außenseiterchance zu – und das trotz einer bizarren Offseason. Was im April harmlos mit einem Motorradunfall ohne Opfer begann, endete ein paar Wochen später in der Entlassung von Head Coach Bobby Petrino – eben weil es kein Opfer gegeben hatte. Beziehungsweise, weil Petrino das „Opfer“, seine Begleitung, verfrachtet hatte. Die Begleitung war eine blutjunge Kellnerin, eine von Petrinos heimlichen Geliebten. Der University of Arkansas war das zu viel Imageschaden, und sie schmiss Petrino, der seit seinem Abgang bei den Atlanta Falcons ein wandelnder Imageschaden war, kurzerhand raus.

Mit John L. Smith coacht nun eine komplette Unbekannte, frisch aus der FCS (Weber State) nach Fayettville zurückgeholt, aber ein Petrino ist immerhin noch da: Paul, Bobbys Bruder, der die Offense unter seinen Fittichen hat. Diese Offense wäre eigentlich ganz passabel: QB Tyler Wilson ist ein fantastischer Quarterback, oder spielte zumindest letztes Jahr so, aber niemand will mit Gewissheit sagen, dass es nicht bloß das Produkt der Petrino-Offense war – denn Bobby Petrino war bei allem Kotzbrockendasein ein anerkannt großartiger Offense-Stratege.

Neben Wilson dürfte der wieder genesene RB Knile Davis die wichtigste Offensivwaffe sein, nachdem die beste Wide Receivers nun in der NFL spielen – allein, Davis plagen immer wieder kleine Zipperlein.

Nie unspanned ist bei den Hogs auch die Abwehr, die gerne unzuverlässig auftritt, aber nun mit dem CB Tevin Mitchell einen potenziellen NFL-Kandidaten in spe aufbietet. Möglicher X-Faktor: Man empfängt beide, Alabama und LSU, zuhause.

Auburn Tigers

Unruhig war es auch bei Auburn, dem BCS-Champ von 2010: OffCoord Gus Malzahn floh nach Arkansas State, der Super-RB Michael Dyer gleich mit (und anschließend auch dort), und nun muss sich plötzlich der Meistertrainer Gene Chizik wieder beweisen, ein herrischer Head Coach. 2011 war Auburn ein bestenfalls durchschnittliches Team (8-5, aber 3-0 in engen Spielen, und diese so unglaublich knappe Auftaktpartie gegen Utah State, die ich nicht vergessen kann). Jetzt sind zwar haufenweise Top-Recruits da, aber irgendwo auch reihenweise Fragezeichen.

Bei den Quarterbacks haben weder Moseley (King of kassierte Sacks), noch Frazier überzeugt, und in der Defense muss man sich mit Brian Van Gorder auf einen neuen DefCoord einstellen und kann keine adäquate Defensive Line aufbieten. Es riecht da irgendwie nach einer weiteren Wundertüten-Saison für die Tigers, die schon des Öfteren aus dem Nichts plötzlich eine Top-Saison gezaubert haben.

Texas A&M Aggies

The Neuling. Texas A&M ist e-n-d-l-i-c-h in der SEC, e-n-d-l-i-c-h weg von Texas, und wird mit seinem fantastischen Kyle Field in College Station ein angemessenes Stadion mit angemessener Fankultur mit in die SEC bringen.

The dark horse. Und die Aggies haben eine interessante Mannschaft. 2011 mit 7-6 völlig abgeschmiert, aber das waren bis auf eine einzige Niederlage richtig krasse Dinger, Kollapse, verschossene Field Goals, alles war dabei, und eine 1-5 Bilanz in engen Spielen (und vier davon mit maximal vier Punkten). Excel rankte Texas A&M bei mir auf den 14ten Platz.

Reaktion: Head Coach Mike Sherman wurde in die NFL entlassen und durch den aufstrebenden Kevin Sumlin aus Houston ersetzt. Für Sumlin ist das ein Traumszenario: Kann auf einem potenziell gigantischen Sleeper aufbauen und die Hardware (Siege) einsacken, die der Vorgänger aufgebaut hatte.

Sumlin ist auf alle Fälle mutig, installierte mit Kliff Kingsbury (der Mann war ein rekordträchtiger College-QB und dann kurz bei den Pats in der NFL) einen Bruder im Geiste und relativen Trainer-Novizen als OffCoord, und Sumlin ist auch selbst ein Offensiv-Guru, hatte auf allen seinen Stationen großen Erfolg.

Die Offense wird von RB Christine Michael (ist kein Mädel) getragen, wobei in der Hinterhand der RB Trey Williams ein sensationelles Talent sein soll und die Offensive Line zu den besten gehören sollte. Nachfolger vom hohen NFL-Pick, QB Tannehill, wird mit Johnny Manziel ein Freshman, der in der Offseason bereits adäquaten Gesprächsstoff bot, als er nachts prügelnd und mit gefälschtem Führerschein in den Knast geschickt wurde.

Auf alle Fälle eine interessante Ausgangssituation: Neuer Trainerstab (auch der DefCoord ist übrigens nach DeRuyters Abgang neu), neuer Quarterback, neue Conference, Team, das zuletzt von unglaublichem Pech verfolgt war. Dark horse par excellence, aber wenn du gegen LSU, Alabama und Arkansas spielen musst, ohne dein Team dafür drei Jahre aufgebaut zu haben, könnte es trotzdem ein happige SEC-Debütjahr werden.

Mississippi State Bulldogs

Mehr Kontinuität ist bei Mississippi State gegeben, wo der Head Coach Dan Mullen aus wenig Ressource relativ viel macht und in wenigen Jahren ein grundsolides Programm auf die Füße gestellt hat, das nun möglicherweise auch noch sein Stadion auf 65.000 Plätze ausbauen wird. Die Bulldogs spielen im Vergleich zu Texas A&M eher komplementären Football: Markanten, aggressiven Black’n’blue-Football, ohne Versuch eines Passspiels, und können diesmal mit einer sehr breit aufgestellten Defense (nur DT Cox wanderte in die NFL) aufwarten. Möglicherweise ist Mullen nur deshalb noch so unbekannt, weil er drei bis vier Spiele pro Jahr einfach nur wegen der völlig übermächtigen Konkurrenz verliert, und natürlich, weil er in der Pampa coachen muss, wohin sich nur selten ein renommierterer Journalist verirrt.

Ole Miss Rebels

Pampa, das ist ein gutes Stichwort für die Heimatstadt der Ole Miss Rebels, traditionell das letzte Team, mit dem ich die Vorschau auf die College Football-Saison abschließe: Oxford in Mississippi. Ich liebe das ja, eine Universität irgendwo in den Sümpfen, in einem 16.000-Seelen-Dörfchen fernab jeder Zivilisation… und jedes Heimspiel ist mit 60.000 ausverkauft.

Dass das Team zuletzt unterirdisch war und im letzten Jahr sogar mit lebloser Offense und 2-10 das Schlachtopfer abgab, interessiert nur wenige. Ole Miss hat Kultstatus. Und Ole Miss hat einen neuen Head Coach: Hugh Freeze, der zuletzt ein einziges Jahr bei Arkansas State Cheftrainer war und dabei ein gutes Bild abgab. Über Freeze und seine Arbeitsmoral hört man nur Gutes, und das wird sich so schnell nicht ändern, denn niemand erwartet, dass der Mann auf die Schnelle aus diesem Kader etwas machen wird.

Wenn doch, wird der Schedule dafür sorgen, dass die Rebels nicht weit wandern werden: @Alabama, @Arkansas, @Georgia, @LSU. Viel Glück.


Viel Glück auch allen Lesern, die bis zum letzten von vier Independents, elf Conferences und 124 Teams durchgehalten haben, und einige erholsame Samstagnächte mit College Football übern Herbst. Hier noch einmal der Verweis auf die gesammelten Previews – aufgeteilt auf 20 Stück. Morgen wird es weitergehen mit der ersten TV-Vorschau. Denn morgen fliegen die ersten Eier auf den Universitätsgeländen quer durch die Vereinigten Staaten.

Ausgebadgert

Das Ende vom Honigdachs („Honey Badger“). Tyrann Mathieu ist nach nicht enden wollenden Vergehen gegen die Mannschaftsordnung von der Louisiana State University geschmissen worden. Nächste Verabschiedung von einem Superstar im College Football durch die Hintertür (und diesmal von einem mit schenialem Vor- und noch besserem Übernamen).

Und da trappst das erste Sommer-Poll im College Football zum Fenster herein!

Dass der Saisonbeginn im College Football nicht mehr meilenweit entfernt ist, merkt man stets dann, wenn mitten im Hochsommer bei brütender Hitze die Ergebnisse der Preseason-Abstimmung des USA Today/Coaches Poll wenigstens ein laues Lüftchen wehen lässt und zum Fenster hereinflattert. Die Ausgabe 2012 ist seit Donnerstag, 2.8. raus. Paar Gedanken dazu.

Die „Big-2“ der vergangenen Saison bleiben vorne, allerdings in umgekehrter Reihenfolge: LSU ist diesmal im Gegensatz zum BCS-Championship Game obenauf, Sabans Alabama Crimson Tide nach etlichen Star-Abgängen vor allem in der Defense (plus RB Richardson) „nur“ an #2 (allerdings mit den meisten 1st place votes). Es ist durchaus ungewöhnlich, dass beide Finalisten aus dem Vorjahr im Sommer an Eins und Zwei gereiht werden – in der BCS-Ära zuletzt 1999 (?) mit FSU und Tennessee passiert.

Dritte sind die USC Trojans von Lane Kiffin; ich würde leicht überrascht sagen „nur Dritte“, nachdem USC mit Los Angeles einen großen und mächtigen TV-Markt hinter sich weiß, der seit Monaten ganz offen an der Hype-Maschine dreht (und ESPN ist diesbezüglich auch nicht leise). Die Abstimmung war allerdings schon vor dem Bekanntwerden des Transfers von Penn State-RB Redd zu Southern Cal beendet – dieser hätte das Ergebnis möglicherweise entscheidend beeinflusst.

Dahinter an #4 die in der Preseason stets hoch gehandelten Oklahoma Sooners, wo die Stoops-Brothers Bob und Mike wieder vereint sind. An #5 die Oregon Ducks, ungeachtet der Abgänge von QB Thomas und RB LaMichael James, aber die Ducks steckten in der Vergangenheit solche Tiefschläge stets ohne mit der Wimper zu zucken weg und sollten diesmal auch über eine starke Defense verfügen. An #6 wie erwartet die Georgia Bulldogs, trotz des Abgangs vom extrem hoch gehandelten RB Isaiah Crowell, der anscheinend mit 19 hoffnungslos dem Gras verfallen ist.

Hmm… Riecht nach spannenden SEC und Pac-12 Conferences… LSU/Alabama – Georgia und USC – Oregon als Conference Finals: Gibt üblere Dinge.

An #7 die seit eineinhalb Jahren wieder massivst hochgejazzte Florida State University, trotz einer zuletzt eher enttäuschenden 9-4 Saison, aber bei all den knappen Niederlagen bei all diesen vielen Verletzungen mit dieser bärenstarken Defense… riecht nach Jahr der Seminoles.

An #8 die erste Überraschung mit Michigan, wobei das mit der „Überraschung“ auch so eine Sache ist. Michigan ist auch so ein Big Player, aber Michigan ist nach allen Auswertungen wohl noch nicht so weit. Und selbst wenn: Es wäre angesichts des Schedules nichts anderes als eine Sensation, wenn die Wolverines ungeschlagen durchkämen.

Danach zweimal SEC mit #9 South Carolina und #10 Arkansas, wobei Letztere nach dem Skandal um Bobby „Doppelleben“ Petrino nun mit neuem Head Coach auflaufen werden.

West Virginia im ersten Jahr in der Big 12 Conference an #11. TCU ist ebenso neu in der Big 12 und nur an #17 – ob da der jüngst bekannt gewordene positive Drogentest von QB Pachall mitspielte? Die Big 12ist mit #15 Texas, #19 Oklahoma State und #21 Kansas State noch drei weitere Male vertreten, wobei man vor allem bei den Kansas State Wildcats Wetten drauf abschließen kann, dass sie bald rausgefallen sein werden (waren äußerst glückliche Umstände im vergangenen Jahr für die Wildcats).

Die Big Ten Conference ist außerhalb der Top-Ten mit mehreren Klassikern vertreten: #12 Wisconsin, #13 Michigan State und #16 Nebraska. Erstere beiden haben prominente Abgänge zu verschmerzen, Letztere werden im zweiten Jahr in dieser lauflastigen Conference auf besser abgestimmte Defense hoffen.

Die ACC mit dem Freak-Team Clemson an #14 und Virginia Tech an #20.

Was weiters auffällt: Stanford (an #18), Oklahoma State und Boise State (#22) sind dort gerankt, wo solche Teams mit zwei, drei großartigen Saisons, aber dann dem Verlust des kompletten Mannschaftskerns immer gerankt werden. Vor allem bei den Broncos ist das bemerkenswert, weil sie der einzige Mid Major sind und noch vor zwei Jahren in einer vergleichbaren Situation keine Chance auf einen Platz in den Top-25 bekommen hätten.

Notre Dame nur an #24. Ich sage „nur“, weil wir in diesem Jahr vielleicht eine kuriose Situation erleben: Das kleine Boise State dürfte Stand Sommer mit #22 überschätzt, das große Notre Dame dagegen unterschätzt sein – ein völliges Novum, seit ich College Football schaue. Ich erwarte Notre Dame trotz eines harten Schedules am Saisonende weiter oben.

Und natürlich sind am Ende des Polls noch die üblichen Verdächtigen aus den großen Conferences, die sportlich eher Wackelkandidaten sein dürften, aber eben von ihrer großen Historie leben. Heuer: #23 Florida und #25 Auburn.

Knapp dran waren auch Washington, Louisville und Georgia Tech, was für allem bei den Washington Huskies erstaunt (die Defense gibt doch arge Zweifel auf). UCF hat auch noch Stimmen bekommen, was daran liegen mag, dass die Abstimmung vor deren Ausschluss aus der Bowl Season stattfand (UCF wäre Stand heute ineligible für die Wahl).

Ohio State wäre fixer Kandidat für die Top-15 gewesen, ist für diese Saison aber im Zuge von Tattoogate um Tressel, Pryor und Konsorten von der Bowl Season und somit auch vom Coaches-Poll ausgeschlossen. Erklärung: Das Coaches-Poll zählt im Gegensatz zum AP-Poll direkt für die BCS-Wertung und besteht daher nur als bowl eligible-Universitätsmannschaften.

Black Friday 2011: LSU Tigers – Arkansas Razorbacks

F5-Ersatzbutton schonmal vorab installiert.

[00h07] Endstand LSU Tigers 41, Arkansas Razorbacks 17.

Beeindruckende zweite Halbzeit für Louisiana State. In dem Moment, als Arkansas etwas eindimensionaler werden musste, war das Spiel gegessen, weil LSU mit seiner wuchtigen Front Seven (oder Front 8, wie man es nennen will) mächtig Rabatz machen konnte und Wilson überhaupt keine Zeit mehr zum Atmen gab. Bis auf den einen langen 60yds Pass war für die Hogs nichts zu holen, sogar die vermeintlich wichtige INT war eher eine Fehlentscheidung der Referees. LSU wird nun im Gegensatz zu Alabama das BCS-Endspiel betreiten müssen.

[00h02] Nehmen sie nicht und knien ab.

[23h59] #7 Mathieu mit dem nächsten Turnover. Jetzt ist Mr. Interception Jarrett Lee im Spiel, wenn LSU noch einmal mindestens drei Punkte mitnehmen wird.

[23h53] LSU 41, Arkansas 14. Miles nimmt drei „Style-Points“ mit, sollte der unwahrscheinliche Fall einer Niederlage im SEC-Fall eintreten und die eine oder andere Wählerstimme gebraucht werden.

[23h40] LSU 38, Arkansas 17/Q4 10:09. ES ist nicht mal relevant, wie hoch die Niederlage ausfallen wird. Die Hogs werden keine BCS-Bowl spielen in diesem Winter.

[23h35] Sargnagel. QB Wilson überwirft tief seinen Abnehmer, CB #17 Morris Clairborne mit der INT.

[23h30] LSU 31, Arkansas 17/Q4 11:04. Arkansas‘ Defense sieht geschlagen aus. Louisiana State konnte mit zwei Handvoll Laufspielzügen praktisch ohne Pass-Bedrohung über die Defensive Line drüberwalzen. Ob sich das Thema dieser Saison wieder wiederholt: LSU zermürbt Gegner und legt erst Ende drittes und viertes Viertel die ganz großen Big Point aufs Tablett?

[23h20] Hogs-QB Tyler Wilson soll eine Nackenverletzung haben. Ob das die plötzlichen massiven Protection-Probleme der Razorbacks gegen den stürmischen Pass Rush erklärt? Arkansas musste tief aus der eigenen RedZone punten.

[23h15] LSU 24, Arkansas 17/Q3 2:14. Les Miles wird mal wieder seinem Ruf gerecht und spielt ein 4th down via Gedränge aus. Einen Spielzug später nützt LSUs Laufspiel einen individuellen Fehler in der Linebackerschaft aus, bringt an der GoalLine den Ball aber überraschend nicht in die EndZone. Massiver Stand der Hogs, deren Defense schon gegen Bama richtig gut aussah – damals aber nur streckenweise, nicht über drei lange Viertel.

[23h00] LSU 21, Arkansas 17/Q3 7:42. Arkansas antwortet mit einem 60yder für WR #11 Cobi Hamilton, aber viel beeindruckender ist Wilson kurz danach: Mit einem massiven Hit in Erwartung einen tollen Ball für den Tight end über die Mitte gefeuert (LSU #22 damit by the way ab sofort „dirty“ zu nennen).

Arkansas kriegt am Ende nur ein Field Goal, weil der Trainerstab an der GoalLine die grandiose Idee hat, Wilson gegen einen laufstarken Backup-QB auszutauschen, der den Snap fumbelt und um ein Haar dann auch den Turnover provoziert hätte. Wellental der Emotionen, aber ein wunderbares, spannendes, intensives Spiel.

[22h48] INT für #5 Thomas! Big Play für die Arkansas Razorbacks, das dem Spiel nur gut tut – allerdings: Thomas‘ linker Fuß sah bei der INT sehr „draußen“ aus. Nicht im Bild, aber die beiden TV-Einstellungen lassen nur einen logischen Schluss zu: Hätte nicht zählen dürfen. Für die Tigers natürlich bitter, nachdem sie 3rd down um 3rd down um 3rd down verwertet hatten und die Defense langsam an den Rand Verzweiflung gebracht hatten.

[22h20] Halbzeit LSU Tigers 21, Arkansas Razorbacks 14.

Die Emotionen kochen in diesem fantastischen Footballstadion in Louisianas Hauptstadt. Arkansas macht mir nicht den Eindruck, nicht gegen diese Defense punkten zu können und sollte noch entsprechend Rabatz machen können. Allerdings kriegt LSU nach der Pause als erstes den Ball – ich würde allerdings aus den letzten beiden Drives nicht allzu viel herauslesen. Im dritten Viertel wird die Szenerie erstmal etwas runtergekühlt sein und die Razorbacks sollten sich etwas mental erfangen haben.

[22h10] Da strömen ja Bäche an Adrenalin durch das Tiger Stadium! Arkansas wird beim Kickreturn an der eigenen 9 (!) niedergemacht – nur Lundqvist/Danielson können die Fresse nicht halten, quasseln sich einen ab und ruinieren den Moment.

[22h07] LSU 21, Arkansas 14/Q2 0:59. Plötzlich funktioniert alles bei den LSU Tigers, QB Jefferson mit rattenscharfen Bällen auf völlig offene Wide Receivers in kollabierenden Zonendeckungen. WR #10 Sheppard kann locker einlaufen, LSU mit dem dritten TD in Serie, Death Valley on fire.

[22h02] „Big Play“ Tyronn Mathieu, die zweite: Schlägt den gerade wieder in Schwung gekommenen Hogs den Ball aus der Hand, 1:59 vor der Pause kriegt LSU an der eigenen 34 den Ball. Mathieu ist heuer als Wundermann berühmt geworden, machte unglaublich viele Return-TDs und erzwungene Fumbles. Wäre ein Heisman-Trophy Kandidat geworden, wäre er nicht wegen Kiffen gesperrt geworden und hätte in just jenem Spiel nicht der „andere“ Cornerback, Claiborne, das Spiel seines Lebens gemacht.

[21h53] Angeblich Gary Danielson mit einem Philsimms-Moment:

Als der Punt unterwegs war: Another effective punt! Wow!
Beim Blick auf den Return: A bad directional punt.

[21h51] LSU 14, Arkansas 14/3:24. „Big Play“ Tyrann Mathieu hat wieder zugeschlagen, 92yds Punt Return zum Touchdown returniert.

[21h44] LSU 7, Arkansas 14/Q2 6:15. LSU mit einem sehr langen Drive, viele 3rd downs verwertet, aber recht rund scheint es nicht gewesen zu sein, u.a. ein gefumbelter Pitch („lateral“), der zufällig zu einem 1st down führte. Damit dürfte sich das Momentum vorerst etwas von Arkansas abgewandt haben, der Drive dauert in realiter über eine Viertelstunde.

[21h28] UPSET-Alert in Baton Rouge. LSU 0, Arkansas 14/Q2 12:11. RB Ford wird bei einem Rollout nach rechts das Ei aus der Hand geschlagen, #45 Highsmith pflückt das Ei direkt aus der Luft und returniert 47yds in die EndZone. Null zu vierzehn, auch wenn LSU meist erst im dritten Viertel richtig ins Rollen kommt: Das Brett ist nicht mehr das dünnste.

[21h24] Die #8 Houston Cougars werden ihr Auswärtsspiel bei Tulsa haushoch gewinnen, führen später im Schlussviertel 41-16. QB Case Keenum mit bereits 5 TD-Pässen, wird damit im Heisman-Rennen 2011 (auch genannt „Aufstand der Zwerge“) noch weiter nach oben katapultiert. Houston muss nun noch nächste Woche das C-USA Finale gewinnen und hat einen Fixplatz in einer BCS-Bowl garantiert.

[21h17] Louisiana State 0, Arkansas 7/Q2 14:54. QB Tyler Wilson findet gegen zu schwachen Pass Rush über die Spielfeldmitte WR Jarius Wright.

[21h12] Ende des ersten Viertels in Baton Rouge. Arkansas ist die bessere Mannschaft bis dato, vor allem dieser QB Tyler Wilson ist sehr beweglich und entfleucht dem Pass Rush, scrambelte für 1st down und fand bei einem eigentlichen „Broken Play“ im Nachfassen seinen Wide Receiver. LSU mit Starter Jordan Jefferson bislang aus dem Spiel genommen, fällt nicht mehr als Laufspiel durch die Spielfeldmitte ein.

[20h44] ESPN America wird in Kürze einsteigen.

Black-Friday Preview 2011

Der „Black Friday“ 2010 ist bis heute die großartigste Football-Nacht in meiner Erinnerung: Unterstützt vom brutalsten Zahnschmerz ever bis Samstagnachmittag keine Chance, auch nur das entzündete linke Auge zuzubringen, und sämtliche schmerzlindernden Gesüffe aus Muttis Schrank verpufften wirkungslos, aber die Glotze bot adäquates Programm: Nacheinander das unglaubliche Auburn-Comeback in der Iron Bowl, die Super-Offense der Oregon Ducks gegen Arizona und am frühen Morgen die Fehlkicks des Kyle Brotzman in der Boise-Niederlage zu Reno/Nevada. Zweimal Herzschmerz, aber was liebt man mehr als tragische Helden und Augenblicke, die sämtliche Skripts über Bord schmeißen? Sport kann so wunderbar irrational sein. Manchmal regnet es Klaviertastaturen. Gäule kotzen im Kleiderschrank. Und ehe du dich versiehst, hast du einen Zwanzigpunktevorsprung gegen ein geschlagenes Team verschenkt.

Heute ist Black Friday 2011.

BCS-Watch/Woche 13

Das vergangene Wochenende hat die BCS erschüttert, Probleme gelöst und neue Probleme geschaffen. Beginnend mit der überraschenden oder doch nicht so überraschenden Niederlage der Oklahoma State „Gunners“ bei Iowa State, über das ruinierte Comeback der heimstarken Oregon Ducks bis hin zu „RG3“ und seinen Baylor Bears war alles dabei, was College Football so einzigartig macht. Zwerge, die sich auflehnen und die Großen von den Rängen schießen. Und plötzlich stehen wir da und erleben das „kleine“ Spiel des Jahrhunderts: #1 LSU Tigers gegen #3 Arkansas Razorbacks. Die BCS vor dem heutigen Abend:

#1 Louisiana State (11-0)
#2 Alabama (10-1)
#3 Arkansas (10-1)
#4 Oklahoma State (10-1)
#5 Virginia Tech (10-1)
#6 Stanford (10-1)
#7 Boise State (9-1)
#8 Houston (11-0)
#9 Oklahoma (8-2)
#10 Oregon (9-2)

Der Landesmeister 2011/12 wird ausgewürfelt. Es gibt unwiderlegbare Argumente für diejenige Finalpaarung, die sich im selben Moment von allein verbietet. Dreimal SEC-West in den Top-3. Virginia Tech an #5, obwohl man vom einzigen nennenswerten Gegner im Schedule, Clemson, haushoch abgeschossen wurde. Oregon fünf Plätze hinter der Mannschaft, die man wenige Tage zuvor in Grund und Boden gespielt hatte. Mittendrin die beiden Zwerge Boise und Houston und die Frage, was wohl passiert wäre, hätten die Broncos das Field Goal gegen TCU versenkt.

Louisiana State Tigers – Arkansas Razorbacks

21h30 LIVE bei ESPN America (Achtung: Kickoff ist um 20h30!)

Da braucht man das Informations-Sieb, um aus den zahlreichen Storylines zu diesem Spiel die richtigen Kanäle aufzumachen. #1 LSU gegen #3 Arkansas. Drei Wochen nach dem „Spiel des Jahres“ bei Alabama der nächste Kracher für die Tigers gegen einen Rivalen („Battle for the Golden Boot“) – und es ist eine Partie mit je nach Ausgang unter Umständen bizarrsten Konstellationen für danach.

Nehmen wir die SEC-West, die „Powerhouse“-Division des College Football dank der drei Top-Kräfte:

  1. Louisiana State (SEC-Bilanz: 7-0)
  2. Alabama (6-1)
  3. Arkansas (6-1)

LSU hat bei Alabama gewonnen. Alabama hat Arkansas abgeschossen. Wenn LSU heute gewinnt, gibt es keine Diskussionen. Wenn aber LSU heute verliert und Alabama wie gemeinhin erwartet in Auburn gewinnt, bricht Anarchie aus, müsste der achte (!) Tie-Breaker zur Entscheidungsfindung herhalten. Ein Tie-Breaker, der nur und ausnahmslos im College Football jemals ausgedacht werden konnte und selbst FIFA-Strategen erblassen lässt:

The tied team with the highest ranking in the Bowl Championship Series Standings following the last weekend of regular-season games shall be the divisional representative in the SEC Championship Game, unless the second of the tied teams is ranked within five-or-fewer places of the highest ranked tied team. In this case, the head-to-head results of the top two ranked tied teams shall determine the representative in the SEC Championship Game.

Hieße: Das BCS-Ranking entscheidet. Der am schlechtesten Platzierte aus dem Trio fiele automatisch raus. Der Zweitplatzierte gewinnt den Tie-Breaker mit dem Erstplatzierten, wenn er nicht weiter als fünf Plätze dahinter im BCS-Ranking klassiert ist und das direkte Duell gewonnen hat! Man kann davon ausgehen, dass im Falle eines Hogs-Sieges die drei SEC-Mächte alle in den Top 5 bleiben. Es entscheidet also die Reihenfolge, immer gesetzt den Fall, dass heute Arkansas und Alabama gewinnen:

Möglichkeit A: LSU > Alabama > Arkansas. LSU gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit B: LSU > Arkansas > Alabama. Arkansas gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit C: Alabama > LSU > Arkansas. LSU gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit D: Alabama > Arkansas > LSU. Alabama gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit E: Arkansas > Alabama > LSU. Alabama gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit F: Arkansas > LSU > Alabama. Arkansas gewinnt die SEC-West.

Sämtliche Polls und BCS-Rankings dürften zum jetztigen Zeitpunkt unberechenbar sein. Jeder hat seine Argumente. LSU hätte einen ultraschweren Schedule und auswärts bei Alabama gewonnen, aber unter Druck zuhause verloren. Alabama war eigentlich besser als LSU und hat Arkansas hoch geschlagen, hatte aber zweimal Heimvorteil. Arkansas war in Tuscaloosa chancenlos, putzte aber unter Druck die #1 und musste zudem zweimal auswärts antreten. Noch Fragen?

Verlassen wir die hypothetische Zone und wagen wir den Sprung zurück in die Realität: Die Louisiana State Tigers sind in diesem Spiel die klaren Favoriten. Die Mannschaft ist zwar eigenartig gesichtslos und hat trotz Dominanz keinen einzigen Spieler, der im Heisman-Rennen auftaucht, aber gerade das scheint die Tigers auszumachen: Sie sind multidimensional gefährlich. Die Defense ist vorne und hinten diszipliniert, kann großen Zug zum Quarterback entwickeln, Top-Receiver abdecken oder Turnover erzwingen und lässt sich von keinem Running Back der Welt verarschen. Und sie macht kaum Fehler. Die Offense macht auch kaum Fehler, spielt unspektakulär ihren Stiefel runter und würgt trotzdem ihre 35-40 Punkte/Spiel heraus, wenn es nicht gerade gegen die Alabama Crimson Tide geht. Es gibt kaum Schlüsselfiguren, kaum Hebel, an denen man ansetzen könnte, um der Mannschaft den Zahn zu ziehen.

Das ist bei den Arkansas Razorbacks anders. Die Hogs gehören unter dem windigen Head Coach Bobby Petrino zu den wenigen passlastigen Teams in der SEC, haben es aber entgegen aller Unkenrufe geschafft, mit Spread-Passspiel gegen die athletischen Abwehrformationen des Südens über Jahre zu bestehen. Sämtliche Running Backs im Lazarett? Check. Top-QB und Eckpunkt Ryan Mallett in die NFL? Haken dran. Übergibt man das Zepter eben einfach an den Grünschnabel-QB Tyler Wilson und sieht trotz nicht rundum überzeugender Defense eine der besten Spielzeiten der Universitätsgeschichte. Eine Spielzeit, die bis dato in der Anonymität stattfindet, denn eigenartigerweise kriegen die Hogs immer noch kaum Presse, was auch an den regelmäßigen Implosionen in wichtigen Spielen liegen mag.

Letztes Jahr gewann man allerdings im direkten Duell um eine BCS-Bowleinladung gegen LSU. Heuer kann Arkansas mit einem Sieg sogar möglicherweise ins SEC- und BCS-Finale durchmarschieren, muss nun aber mit der mentalen Belastung eines vor wenigen Tagen verstorbenen Teamkollegen (TE Garrett Uekman) umgehen.

So richtig an ein Upset glauben mag ich nicht. Gegen Alabamas Defense wurde schnell klar, dass man mit einseitigem Passspiel nicht lange bestehen kann. Und auch wenn LSU gegen die wurfstarken West Virginia Mountaineers durchaus Pass-Yards zuließ, werden in entscheidenden Momenten die Schotten dicht gemacht und maximal Field Goal zugelassen.

Was würde ich geben für die bizarrsten Konstellationen und die dran anknüpfenden Diskussionen. Es ist unwahrscheinlich. Aber es ist möglich. Black Friday 2010 hat’s vorgemacht.

West Virginia Mountaineers – Pittsburgh Panthers

01h LIVE bei ESPN America

Die größte Rivalität des Nordostens, genannt The Backyard Brawl (zu dt. das „Gemetzel im Hinterhof“). Geschichtliches und ein sehr kuhles Foto gab es bereits letztes Jahr. Für beide wird es eine der letzten conferenceinternen Auseinandersetzungen sein, da WVU in die Big 12 geht und Pitt ab 2014 in der ACC mitspielen soll. Ich gehe mal davon aus, dass die Rivalität trotzdem weiterhin Bestand haben wird.

Noch sind beide aber Big East, und beide erleben mit neuen Head Coaches eine enttäuschende Saison. West Virginia sah eine Weile wie der Topfavorit in der Conference aus, verlor dann aber gegen Syracuse und ist mittlerweile trotz starkem Passspiel mit 3-2 Siegen irgendwo im grauen Mittelmaß zu verorten. Pitt baut mehr auf das Laufspiel um RB Ray Graham, weil man sich auf den schlechten Werfer QB Tino Sunseri nicht verlassen kann, kriegt aber meist zu wenige Punkte aufs Tablett. Schade, weil die Defense Potenzial hätte.

Arizona State Sun Devils – California Golden Bears

04h15 LIVE bei ESPN America
Aufzeichnung: Samstag, 12h bei ESPN America

Zum Abschluss der langen Nacht ein Livespiel aus der Pac-12 Conference, wo die Cal Golden Bears nicht erst seit der knappen Niederlage in Stanford aus dem Rennen sind, aber den Spoiler für die Arizona State Sun Devils geben könnten.

Arizona State ist eigentlich mit höheren Ambitionen gestartet als es eine 6-5 Bilanz (4-4 in der Pac-12) vermuten ließe, galt durchaus als vertiabler Anwärter auf die Top-25. Aber die jüngste Kollaps-Serie war verheerend und könnte Headcoach Dennis Erickson den Kopf kosten. Werfen wir einen Blick auf die Süd-Division der Pac-12, wo USC vorneweg marschiert, aber gesperrt sein wird (für die Gesamtbilanz aber doch mitgezählt wird!):

UCLA (5-3)
Arizona State (4-4)
Utah (4-4)

Utah gewann gegen UCLA. UCLA gewann gegen Arizona State. Arizona State putzte Utah.

UCLA hat sein Schicksal in der eigenen Hand, muss aber gegen den haushohen Favoriten USC spielen. Sieg und die Bruins wären durch. Arizona State ist mit eigenem Sieg und Niederlage für UCLA durch (weil man den zweiten Tie-Breaker gewinnen würde). Utah braucht einen eigenen Sieg über Colorado und Niederlagen von UCLA und Arizona State. Keines dieser Szenarien ist auszuschließen, so schwach sich dieses Trio heuer präsentierte (UCLA und Arizona State stehen kurz davor, ihre Cheftrainer zu feuern!).

Aufzeichnungen

Bereits um 14h30 gibt es bei ESPNA das Tape von heute Nacht: Texas A&M Aggies gegen Texas Longhorns – der „Lone Star Showdown“. Nicht unbrisant, gelten die Longhorns mit ihren Zicken doch für den Hauptgrund, dass die Aggies ab 2012/13 in die SEC abwandern werden – es gilt als hausgemacht, dass diese traditionelle Rivalität aussterben wird. Sportlich halte ich Unverbesserlicher weiterhin die Aggies trotz der mickrigen 5-5 Bilanz für favorisiert, obwohl beide Mannschaften sich als jung und fragil gezeigt haben.

Um 9h30 gibt es aus den unteren Kategorien des College Football ein Spiel: „Turkey Day Classic“ zwischen Alabama State (FCS) und Tuskegee (Division II), zwei „schwarze Unis“. Das Markante an diesem Spiel: Beide Unis tragen es traditionell zu Thanksgiving aus, womit sie mit dem jeweiligen Playoffstart in FCS und Division II kollidieren. In anderen Worten: Durch das sture Weiterspielen dieser über 85jährigen Rivalität verzichten beide willkürlich auf eine mögliche Teilnahme an den Playoffs für die Meisterschaft – jedes Jahr.