MACtion in der Wahlnacht

Darauf habe ich lange gewartet: Wie aus den letzten Jahren gewohnt, bringt ESPN America mit Novemberstart die ersten Spiele aus der Freak-Conference MAC („Mid-American Conference“). Die MAC ist geographisch so was wie die kleine Schwester der Big Ten Conference, mit den verrücktesten Universitätspräsidenten in den Staaten und einer unberechenbaren sportlichen Qualität der Mannschaften.

Rückwirkend lesen sich meine Previews auf dem Sommer für Ost– und Westdivision bis dato gar nicht so deplatziert. Kent State bisher mit einer starken Saison, daneben sind auch Toledo, Ohio und Bowling Green vorne dabei. Heute und morgen gibt es vier MAC-Teams bei ESPNA:

TEAM            W-L    SRS
Toledo          8-1   -0.3
Ball State      6-3   -2.3
Ohio            8-1   -3.7
Bowling Green   6-3   -5.9

Toledo – Ball State

In der Nacht auf morgen, Mittwoch 02h MEZ, werden in den Staaten nicht nur die Präsidentschaftswahlen durchgedrückt, sondern treffen auch die Toledo Rockets (8-1) auf die Ball State Cardinals. Toledo scheint den Wechsel hin zum blutjungen neuen Head Coach Matt Campbell ganz gut hingekriegt zu haben, allerdings gibt es auf der Quarterback-Position nicht mehr die gewohnte Doppelspitze. Terrance Owens scheint nun das Spiel allein in die Hand gedrückt zu bekommen.

Toledo ist mit einer 5-0 Conference-Bilanz gleichauf mit Northern Illinois und kann sich aufgrund des noch kommenden direkten Duells sogar im schlimmsten Fall eine Niederlage heut’ Nacht erlauben.

Die Rockets würgten sich zuletzt sogar als #25 in die BCS-Polls rein – allein: Aus den Ergebnissen werde ich nicht schlau. Da sind hauchzarte Siege gegen Bodensatztruppen wie Wyoming, Coastal Carolina, Eastern Michigan oder Buffalo mit dabei. Auf der anderen Seite putzte man vor zweieinhalb Wochen die #21 Cincinnati Bearcats und verlor zum Saisonauftakt erst in der Overtime gegen die Arizona Wildcats, die spätestens seit dem Upset gegen USC als ernst zu nehmende Nummer gesehen werden. Das SRS sieht in Toledo eine fast haargenau durchschnittliche FBS-Mannschaft.

(Wiederholung morgen Mittwoch, 17h30)


Bowling Green – Ohio

In der Nacht auf Donnerstag überträgt ESPNA ab 02h MEZ dann Bowling Green FalconsOhio Bobcats; Ohio ist auch so ein Team, das nicht narrisch weit von den Top-25 weg ist, aber auf der anderen Seite wackelig genug auftritt, um gegen die schwächste FBS-Mannschaft Massachussetts nut 37-34 zu gewinnen und im Zuge einer Serie an engen Spielen zuletzt gegen Miami/OH die erste Saisonpleite kassierte.

Ohio habe ich einmal gesehen, in Woche 1 bei den Penn State Nittany Lions, als ein eindrucksvoller Sieg eingefahren wurde – von Fumbles und Turnovers begünstigt, aber die Nüsse und die Physis in der zweiten Halbzeit waren damals beeindruckend. QB Tettleton und RB Blankenship formen diesbezüglich ein begeisterndes Trio.

(Wiederholung übermorgen, Donnerstag 17h30)

Mid-American Conference, Western Division vor der Saison 2012/13

Am Vormittag hatten wir den Osten unter der Lupe. Jetzt folgt der Westen der MAC.

Northern Illinois Huskies

Sehr ausgeglichen dürfte die Western Division sein, die in der Spitze mit reinster Offensivgewalt daherkommt. MAC-Titelverteidiger Northern Illinois ist noch immer berauscht von einigen fantastischen Siegen gegen Saisonende 2011/12, inklusive eines 63-60 über Toledo und des besagten 23-Punkte-Comebacks im Conference-Finale gegen Ohio. Nun sind allerdings der beste Quarterback der Schulgeschichte, Mr. Irrelevant Chandler Harnish, der OffCoord und sieben weitere Starter in der Offense weg, und es übernimmt mit QB Jordan Lynch ein Grünschnabel. Aber Lynch gilt als extrem großes Talent, kann auch scrambeln und soll Harnishs Erbe fortführen können. Hemmschuh könnte die Defense sein, die zwar größtenteils personell unverändert bleibt – aber das ist dann eben auch ein Personal, das schon mal weit über fünfhundert Yards an manchem Spieltag aufgibt.

Toledo Rockets

Vermutlich wieder der größte Konkurrent dürften die Toledo Rockets sein, die mit dem neuen, sehr jungen Head Coach Matt Campbell (32 Lenzen) und einem insgesamt recht runden Kader aufmarschieren. Toledo war im letzten Jahr eine der Mannschaften der Saison, hätte um ein Haar die Ohio State Buckeyes in deren Stadion geschlagen, wurde bei einer knappen Niederlage gegen Syracuse von den Refs verarscht und verlor dann im November noch besagten wilden Shootout gegen NIU.

Toledo zeichnet sich durch eine Rarität aus: Ein funktionierendes Wechselspielchen bei den Quarterbacks. Da ist zum einen der hüftsteife Austin Dantin und zum anderen der bewegliche Terrance Owens. Die beiden ergänzen sich bestens und vor keinem Drive weiß der Gegner, welchen Spielmacher Toledo denn nun einwechseln wird. Die Skill Players mussten zwar einen Aderlass hinnehmen, aber aufgrund einer starken Offensive Line und einer druckvollen Front Seven in der Abwehr dürfte eine weitere raketenhafte Saison folgen.

Western Michigan Broncos

Western Michigan auf der anderen Seite gehört unter dem langjährigen Coach Bill Cubit zu den wenigen Konstanten, spielt stets in der Nähe der MAC-Spitze mit, ohne in dieser Zeit jemals den Conference-Titel gewonnen zu haben. 2012 hat man eine exzellente Chance, und das vor allem wegen des einen Mannes: QB Alex Carder. In der vergangenen Saison fiel die exzellente Partnerschaft Carders mit seinem Top-WR Jordan White auf, doch White ist nun in der NFL und man darf gespannt sein, wie sich das Bronco-Spiel über die Mitteldistanzen (15-20yds) entwickeln wird. Knackpunkt bleibt die Defense, die mal wieder einen neuen DefCoord bekommt und gegen breites Pass-Arsenal kein Land sieht. Wenigstens der Schedule ist günstig: Die besten conferenceinternen Gegner darf man daheim begrüßen, die drei BCS-Gegner werden alle von Wehwehchen geplagt (Illinois/Minnesota/UConn).

Ze Rest

Von den Western Michigan Broncos zu den Eastern Michigan Eagles aus Ypsilanti (2011: 6-6), wo nicht mehr so rot gesehen wird wie noch vor einem Jahr. Unter Ron English geht es aufwärts, vor allem wegen der breit aufgestellten Bodentruppen und einer exzellenten Run-Defense.

Eher abwärts zeigt der Trend dagegen beim Lokalrivalen, den Central Michgian Chippewas mit ihrer kollabierenden Offense. Head Coach Dean Enos steht mächtig unter Druck und muss Ergebnisse liefern – die Zeit ist günstig, da der Kader als recht gut aufgestellt gilt. Allein: QB Ryan Radcliffe bekommt sein lockeres Abzugshändchen nicht recht unter Kontrolle, neigt zu mentalen Aussetzern, die sich mit Coaching kaum beheben lassen.

Zum Abschluss noch die Ball State Cardinals, die sich unter Pete Lembo aus den tiefsten Tiefen erstmal herausgearbeitet zu haben scheinen, was auch an QB Keith Wenning liegt, der seine Hüftsteifheit mit erstaunlich akkuraten Würfen kaschiert. Problem bleibt der schlechte Pass Rush, weswegen die Secondary oft blank steht.

Mid-American Conference, Eastern Division vor der Saison 2012/13

Die Mid-American Conference ist die kleine Schwester der Big Ten Conference, beheimatet im Nordosten der Vereinigten Staaten, mit zahlreichen kleinen bis mittelgroßen Universitäten rund um die Großen Seen. Die MAC hat sich bei mir einen Namen gemacht als Freak-Conference: Kaum verliert ein Trainer zwei Jahre lang viele Spiele, wird er von den Unigarchen gefeuert. Auf der anderen Seite verlieren die Unis ihre Coaches halt auch, wenn diese mal zwei Jahre hintereinander acht oder neun Spiele aufwärts gewinnen und dann in der Big Ten Conference anheuern. In keiner anderen Conference gibt es IMHO so wenig Kontinuität, und es ist keine Seltenheit, dass eine Mannschaft nach 11-3 auf 2-10 abstürzt und im Jahr darauf wieder 9-4 ist. Das gepaart mit den vielen unglaublichen Shootouts macht die Conference – genannt auch „MACtion“ – trotz ihrer oft halbleeren Stadien immer wieder zu einem sehenswerten Schmankerl bei ESPN America.

Eastern Division: Der Favorit

Es gibt nur einen Favoriten: Die Ohio Bobcats, unter dem erfahrenen Head Coach Frank Solich ein Muster an Beständigkeit geworden. „Beständig“ aber auch wie: Sie verlieren immer das Conference-Finale. Wie auch letztes Jahr, als sie ein 20-0 noch verschenkten und 20-23 verloren. Heuer ist man aber wieder Favorit, auch wenn mit WR LaVon Brazill die beste Offensivwaffe weg ist. QB Tyler Tettleton gehört zu meinen optischen Favoriten, ein knochenhartes Männlein, keine 1m80 groß, aber keinen Scramble und Hit scheuend. Tettleton und die grundsolide Defense sind Hauptgründe für den Favoritenstatus der Bobcats.

On the Way Back

Dahinter tummelt sich eher das Mittelmaß. Die Bowling Green Falcons durften sich nach vielen knappen Niederlagen 2011/12 unter Wert geschlagen fühlen und sollen im vierten Jahr unter dem als Rebuilding-Genie bekannten Chefcoach Dave Clawson mittlerweile gute Tiefe im Kader besitzen. Bemerkenswert soll vor allem die Secondary sein.

Völlig unter dem Radar, aber meiner bescheidenen statistischen Analyse nach ein Sleeper par excellence, laufen die University of Miami/Ohio RedHawks. Ich meine, diese Uni ist das MAC-Team schlechthin. Schauen wir uns die Bilanzen der letzten Jahre an: Von 2-10 auf 6-7 auf 2-10 auf 1-11 auf 10-4 auf 4-8. Weniger Konstanz geht nicht, möchte man meinen. Wenn mich meine Excel-Sheets aber nicht völlig verarschen, war Miami/OH in der abgelaufenen Saison trotz 4-8 Siegen ein besseres (!) Team als im Jahr zuvor mit seinen 10-4 Siegen.

Und es gibt Hoffnungen: Der Kader bleibt nahezu unverändert, QB Zac Dysert gehört zu den besten und vielseitigsten seiner Zunft und hält den laufaffinen Coach Don Treadwell davon ab, das grottenschlechte Laufspiel allzu stark einzusetzen, und dann ist da noch eine richtig gute Defense – also: look out.

Nächster jahrelanger underachiever, nächster potenzieller Überraschungskandidat: Die Kent State Golden Flashes von Darrell Hazell, eigentlich ein offensiv ausgerichteter Coach, aber diese Mannschaft kann nur eines: Verteidigen, und das richtig gut. Die Offense ist in Worten schwer zu beschreiben, nachdem QB Spencer Keith angewiesen wurde, lieber fünf Drives in die Ränge zu schmeißen, als einen Turnover zu produzieren. Möglicherweise steht Keith, das das auf Kosten vieler fürchterlicher Incompletions beherzigte, aber schon bald hausinterne Konkurrenz entgegen, nachdem QB David Fisher von Nebraska rübertransferiert wurde und sich im Frühjahr in die Herzen der Fans gespielt hat.

Reden wir lieber über die Defense, wo mit dem DE Rosevelt Nix einer von den eigenartigsten Athleten im College Football spielt: So schmächtig wie ein Blondchen vom Laufsteg (just kidding), aber trotz nur 105 Kilos gilt der Mann als Phänomen, der sämtliche Blocker in der Conference in Atem hält und trotz Doppeldeckungen in jedem Spiel ein oder zwei Tackles für Raumverlust produziert. Fazit: Kriegt Hazell der Offense wenigstens einen Funzen Leben eingehaucht, sehen wir uns möglicherweise in der Bowl Season wieder.

Schangsenlos

Dahinter stehen… keine weiteren Sleeper. Buffalo konnte zwar zuletzt mit den besten Teams der MAC mithalten (vs. Ohio Sieg mit +1, vs. NIU Niederlage mit -1), wurde dann aber auch von unterklassigen Teams abgeschlachtet. Nicht ganz unschuldig an dem vielen Auf und Ab ist möglicherweise auch Coach Jeff Quinn, der eine pfeilschnelle Offense spielen lassen möchte, ohne dafür den richtigen Quarterback zu besitzen.

Die Akron Zips punkten primär mit ihrem neuen Cheftrainer Terry Bowden, einer der zahlreichen Söhne von FSU-Legende Bobby Bowden. Terry war vor Zeiten mal gar nicht wenig erfolgreicher Trainer von Auburn, und gilt als passverliebt. Auf alle Fälle ein Move, der Akron erstmal ins Rampenlicht rückt.

Erstmal Erfahrungen sammeln heißt es für die Massachussetts Minutemen, einem weiteren Neuling in den Reihen der Football Bowl Subdivision, daheim in einem wunderschönen kleinen Studentenstädtchen namens Amherst, und eigentlich das viertälteste noch existierende Footballprogramm in den Vereinigten Staaten. Massachussetts? Korrekt, von da kam zuletzt Victor Cruz zu großen NFL-Ehren. Schade ist da allenfalls, dass man die Heimspiele heuer in Foxboro austrägt, wodurch erstmal was vom Flair der 1830er Jahre verloren geht.

College Football Preview 2011/12: Mid-American Conference (MAC)

Teil 3 der Conference-Vorschau für die College-Footballsaison 2011/12. Diesmal dran im Ranking von worst to first: Die Mid-American Conference, daheim in der Region um die Großen Seen im Nordosten der Vereinigten Staaten und am bekanntesten dafür, oftmals Zwischenstationen für Trainertalente auf dem Weg nach oben zu bieten (oder aber auch als Conference, in der die meisten Träume ambitionierter Coaches zerstört werden, weil die Unipräsidenten zu ungeduldig sind).

Eastern Division

Die traditionelle „Großmacht“ – die Ohio Bobcats – gelten in dieser Saison nach einigen mäßigen Jahren wieder als Topfavoriten in der Eastern Division. Hoffnung macht vor allem die Offense, deren Umstellung auf No-Huddle zwar alles andere als reibungsfrei verläuft (Stichwort: Quarterback-Kontroverse), aber die a) keine Offense Liner ersetzen muss und b) WR LaVon Brazill zurück heißen kann. Ohne Brazill war man zuletzt nur #102 in der Pass-Offense gewesen. Die Defense kommt bis auf Star-MLB Noah Keller sehr grün und unerfahren daher. Großer Pluspunkt ist der einfache Schedule: Die out of conference games sind so lächerlich, dass eine Bowl sicher eingeplant werden kann und conference-intern kommen die ärgsten Rivalen Temple und Miami/Ohio ins eigene Stadion.

Die University of Miami/Ohio RedHawks, die einst Big Ben Roethlisberger herausgebracht haben und es 2010/11 geschafft haben, innerhalb von einer Saison von 1-11 auf 10-4 zu stellen und sogar die MAC zu gewinnen. Dass HC Mike Haywood weg sein würde, hatte man erwartet – allerdings aufgrund zu vieler Niederlagen. Nun wollte Haywood seine neu gewonnene Reputation in eine BCS-Conference einbringen, was nicht gelang, weil Haywood als frisch gebackener Pitt-Headcoach lieber seine Ehefrau verprügelte und noch vor Jahreswechsel wieder auf der Straße war. Miami hat natürlich einen neuen Coach: Don Treadwell, der mit der exorbitanten Erwartungshaltung zurecht kommen muss – etwas, das fast immer schief geht.

Einen neuen Coach haben auch die Temple Owls aus Philadelphia, nachdem der alte Erfolgstrainer Al Golden gen Miami/Florida abgewandert ist. Die letzten beiden Jahre unter Golden waren ein beispielloser Erfolgsrun mit 9 respektive 8 Siegen, aber der bittere Nachgeschmack der verwehrten Bowl-Teilnahme 2010/11 bleibt hängen. Der neue HC ist Steve Addazio, der zuletzt die Offense von Florida gecoacht und sich dabei eher nicht mit Ruhm bekleckert hatte. Vor allem in der Defense sind die Abgänge in Temple von Gewicht: DT Wilkerson (Jets) und S Jarrett, der gleich von den ums Eck liegenden Eagles gedraftet wurde.

Der Rest der Eastern Division dürfte Kanonenfutter sein. Die Bowling Green Falcons erlebten 2010/11 einen Totalkollaps unter dem eigentlich als Rebuilding-Genie geltenden Dave Clawson: 62,8yds/Partie im Laufspiel mit einem Schnitt von 2.1/yds/Carry!! Die Kent State Golden Flashes demolieren sich seit mehreren Dekaden selbst durch willkürliche Trainerentlassungen und weggeschmissenes Talent (z.B. TE Gates, OLB Harrison, WR Edelman, WR Cribbs). Das neueste Riesentalent: DE Roosevelt Nix, in seinem zweiten Jahr. Der neueste Coach: Darrell Hazell, zuletzt in Ohio State und wohl froh, dort weg zu sein.

Mehrere Jahrzehnte Siechtum sind auch die Buffalo Bulls gewohnt, was sich so ausdrückt: 2010/11 erspielte man sich eine 2-10, die ehrenwert ist allein durch die Tatsache, dass man dank viel Enthusiasmus nur noch wenige Blowouts erleben musste. Hauptschuldig, dass nicht mehr Siege geholt wurden: Die neu installierte No-Huddle-Offense, die nicht funktionierte, weil das Laufspiel böse abschmierte. Noch schlimmer ist es um die Akron Zips bestellt: 1-11 mit meutereiähnlichen Zuständen im Team des neuen Coaches Rob Ianello. Immerhin wurde dann im Saisonfinale gegen Buffalo der einzige Saisonsieg geholt, aber wenn sich die Secondary nicht massiv verbessert, wird dieser Herbst ebenso wieder ein langer werden.

Western Division

Sportlich die qualitativ deutlich bessere Division sollte der Westen bieten, mit drei veritablen Kandidaten für das MAC-Finale. Dabei galten die Northern Illinois Huskies im vergangenen Herbst dank ihrer (bis zur blassen MAC-Finalvorstellung) phänomenalen und Schulrekorde brechenden Offense als MAC-Überflieger, inklusive eines Auswärtssieges bei den Minnesota Golden Gophers. Dumm, dass der Sieg so eindrucksvoll war, dass sich Minnesota dann mal eben dazu entschied, NIUs Head Coach Jerry Kill einen Vertrag anzubieten. Der Neue ist Dave Doeren, über dessen Qualitäten man sich wohl noch nicht ganz einig ist, aber Doerens Wissen um Defensivarbeit sollte helfen, die junge Abwehr auf Trab zu bringen.

Das muss auch schnell passieren, denn die Konkurrenz von der Toledo University scheint unter dem HC Tim Beckman im Aufwind zu sein. Bei den Rockets gilt: Starke und erfahrene Defense, aber Fragezeichen in der Offense. WR Eric Page ist eine fulminante Waffe (181 Catches und 15 TDs in seinen ersten beiden Jahren am College & bester Kickreturner der gesamten FBS), aber die QB-Kontroverse schwebt über allem und könnte dazu führen, dass Beckman eine zweigleisige Offense fährt, mit dem beweglichen Leadertypen QB Austin Dantin und dem hüftsteifen Linkshänder QB Terrance Owens in der Rotation. Ein ganz starkes Tackle-Duo in der Offense Line sollte helfen. Ebenso, dass man fast die gesamte MAC-Konkurrenz zuhause empfängt.

Diesen Luxus genießen die aufstrebenden Western Michigan Broncos nicht: Sie müssen alle ihre Schlüsselspiele auswärts bestreiten. Die Offense gilt nach dem Coming Out von QB Alex Carder (30 TD, 12 INT im ersten Jahr als Starter) als gesattelt, die Defense dagegen muss mehr Pass Rush und bessere Lauf-Abwehr zeigen und wichtige Starter in der Secondary ersetzen. Potenziell traut man WMU sogar 10 Siege zu, vor allem, weil Head Coach Bill Cubit als Kreativkopf gilt.

Eher zum Bodensatz sollte das Rest-Trio gehören. Die Ball State Cardinals kommen mal wieder mit neuem Coach daher, Pete Lembo, der dann auch gleich ankündigte, eine No-Huddle-Offense (he, in der MAC wollen alle No-Huddle!) einführen zu wollen. Erste Saison abschenken, ick hör dir trappsen…

Die Eastern Michigan University ist in Ypsilanti beheimatet und sieht nicht nur deswegen seit Jahren rot. Head Coach Ron English hat nach zwei Jahren 2-22 vorzuweisen und vor allem die schwache Defense macht zu schaffen. English gilt als guter Defensivcoach – wohin Michigans Abwehr nach seinem Abgang gewandert ist, hat man gesehen. Defensivbilanz 2010/11bei Easton Michigan: 32 Pass-TDs zugelassen, 2 INTs gemacht.

Noch schlechter sieht es für Central Michigan aus: Die Chippewas sind seit einigen Jahren im Sinkflug, zuletzt scheiterte die Abkehr von der Spread Offense grandios. Mit QB Ryan Radcliffe ist ein Hoffnungsträger gefunden, allerdings einer mit lockerem Abzugshändchen: 17 INTs im vergangenen Herbst. Die meisten Kopfzerbrechen in der Defense machen die besten Spieler, die allesamt lieber in Kneipen anzutreffen sind und Stunk ohne Ende produzieren.

Morgen morgens im vierten Teil eine Conference, die in Auflösungserscheinungen begriffen ist und 2012/13 mit der Sunbelt Conference um den vorletzten Platz streiten wird.