Die Könige der Rednecks haben uns wieder!

Cotton Bowl während der Red River Rivalry - Bild: Französische Wikipedia.

Cotton Bowl während der Red River Rivalry – Bild: Französische Wikipedia.

Das zweite Oktoberwochenende ist jedes Jahr ein guter Test, wie locker die Zunge noch sitzt (probiere bitte zehnmal schnell hintereinander „Red Rivalry Rivalry“ auszusprechen!). Das liegt daran, dass in Texas „State Fair“ abgehalten wird, und als Part dieser gigantischen Messe findet in der alten Cotton Bowl in Dallas eine der großen Rivalitäten des College-Football statt: Texas LonghornsOklahoma Sooners (Red River Rivalry).

Texas und Oklahoma sind nicht bloß Nachbarstaaten, sondern ewige Konkurrenten. Das ländliche Oklahoma mit seinen hinterwäldlerischen Holzfällern gegen den selbstbewussten texanischen Cowboy, der auf alles und jeden herunterschaut. Zufällig sind die University of Texas und die University of Oklahoma dann auch noch die beiden „Flagship“-Footballteams der Rednecks im ruralen mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Die beiden Mannschaften sind herzhaft miteinander verfeindet, schon zu Zeiten, als sie noch nicht gemeinsam in derselben Conference spielten. Ein Kennzeichen ist, dass Oklahoma viele texanische Talente im Kader hält, weil der eigene Staat zu wenig an Nachwuchs hergibt. Das führt natürlich auch dazu, dass viele Highschool-Schulkollegen in diesem Duell plötzlich gegeneinander aufmarschieren.

Dallas liegt ziemlich genau auf halbem Weg zwischen Austin/TX (Heimat von UT) und Norman/OK (Heimat von OU). Den Namen hat die Rivalry vom Red River, der die natürliche Grenze zwischen Texas und Oklahoma bildet. Die Rivalry ist immer wichtig, auch wenn es nicht für beide sportlich um was geht; die Cotton Bowl zur einen Hälfte in dunkelorange, zur anderen in weinrot gefärbt, gibt dabei immer eine gewaltige Kulisse ab. Etwas detaillierter habe ich über die Rivalität schon vor zwei Jahren geschrieben: Könige der Heartlands.

Texas-Oklahoma war in den letzten Jahren auch immer die Gelegenheit, über den Texas-Headcoach Mack Brown zu schreiben, dessen wackeliger Stuhl sich ganz gut an der Performance seiner Longhorns in diesem großen Duell ablesen lässt: Was in den 2000ern die vielleicht großartigste Rivalität im College-Football war (u.a. gewannen Texas mit Brown und Oklahoma mit Headcoach Bob Stoops je einen National Title), leidet seit 2010 an ein absoluter Einseitigkeit. In den letzten Jahren hagelte es jeweils hohe Pleiten (letztes Jahr: 62 Punkte für die Sooners!), und Brown konnte sich nur noch im Amt halten, weil seine Vorgesetzten auch seine besten Kumpels sind.

Mittlerweile gilt Brown als quasi lame duck, während Kollege Stoops noch immer der große Mann beim großen Rivalen Oklahoma ist. Stoops schafft nach jedem Ende einer Zyklus das, woran Brown seit Jahren scheitert: Einen neuen Quarterback zu integrieren. Stoops schaffte den Übergang von Jason White auf Rhett Bomar auf Sam Bradford auf Landry Jones auf Blake Bell, während Brown auch nach vier Jahren immer noch Colt McCoy hinterher weint. Heute dürfte ein McCoy als Texas-QB auflaufen, aber nicht Colt, sondern dessen kleiner Bruder Case.

Oklahoma geht als klarer Favorit ins Spiel.

Das sonstige Footballprogramm heute

Ab 18h gibt es live bei EUROSPORT (HD) die German Bowl XXXV zwischen den NewYorker Lions (ehemals: Braunschweig Lions) und Dresden Monarchs. Die Sofa-QBs haben dazu unter der Woche eine Extraausgabe als Vorschau geschoben. EUROSPORT2 bringt ab 18h30 College-Football mit NebraskaPurdue.

SPORT1 US hat folgendes Programm im Petto:

18h    #11 Oklahoma - Texas
21h30  Wisconsin - #19 Northwestern
02h30  Ole Miss - #9 Texas A&M

Ansonsten: Für ESPN-Player kommen folgende Spiele mit FBS-Teams in Frage:

  • 18h: #7 Georgia-#25 Mizzou, #12 Oklahoma-Texas, #24 Virginia Tech-Pitt, UConn-South Florida, Michigan St-Indiana, Houston-Memphis
  • 18h21: Arkansas-#14 South Carolina
  • 18h30: Duke-Navy
  • 20h: Auburn-Western Carolina, Ohio-Central Michigan, Western Michigan-Buffalo, Massachussetts-Miami/OH, Ball St-Kent St, #3 Clemson-Boston College, Wisconsin-#19 Northwestern, Maryland-Virginia, NC State-Syracuse, Georgia St-Troy
  • 1h: Penn St-#18 Michigan, #23 Northern Illinois-Akron, Kentucky-#1 Alabama, BYU-Georgia Tech, Texas St-ULM, Arkansas St-Idaho
  • 1h30: Mississippi St-Bowling Green
  • 2h30: Ole Miss-#9 Texas A&M
  • 4h30: #11 UCLA-Cal, Washington St-Oregon St.

Die Top-Paarung des Tages ist offiziell nicht empfangbar: Ab 21h30 #10 Louisiana State Tigers – #17 Florida Gators. Das zweite Spitzenspiel könnte #16 Washington#2 Oregon sein, das auch nicht offiziell empfangbar ist.

The Countdown, T-minus 12: Texas Longhorns

The Countdown

#12 Texas Longhorns.
Big 12 Conference.
2012: 9-4.

Um mal einen schrägen Vergleich zu bemühen: Die University of Texas aus der texanischen Hauptstadt Austin ist sowas wie der FC Barcelona (pre-2005) oder das Real Madrid (post-2002) im College-Football: Die finanziellen Möglichkeiten übersteigen alles, was die Konkurrenz zu bieten hat, man liegt mitten im Herzen vom footballverrückten Texas mit seinen Abertausenden an Super-Athleten, man ist ständig im Mittelpunkt des Medieninteresses… und man hat das Image des underachievers: Ganze zwei National Championships hat man in über 100 Jahren Bestehen holen können!

2009/10 erreichte man das BCS-Finale, das man unter eher unglücklichen Umständen verlor. Seither kämpfen die Longhorns um den Anschluss an die Spitze – mit äußerst wechselhaftem Erfolg. Das führte dazu, dass Head Coach Mack Brown nach jeder nicht vollends überzeugenden Leistung ins Fadenkreuz gerät.

Brown ist beileibe kein innovativer Coach, der durch besonders geniale GamePlans auffällt. Was Brown auszeichnet, ist seine ausgleichende Persönlichkeit: Bei Texas musst du 24/7 die Mutti für alles geben, die sich um alles und jeden kümmert. Du musst dich gegen den ständigen Gegenwind aus allen Richtungen wehren. Du brauchst viel Leim für deinen angesägten Stuhl. Es ist angesichts der Umstände bemerkenswert, wie lange sich Brown nun schon in Austin schon halten kann; 100%ig wären andere Trainerstäbe längst in die Luft geflogen.

Das gesagt, sind die Texas Longhorns von 2013 potenziell scary: In Sachen Talente aus den Highschools gibt es keinen hochwertigeren Kader im College-Football, und nun ist es auch das erste Mal seit Jahren, dass sich dazu ein gesunder, erfahrener Mannschaftskern gesellt (19 Starter bleiben im Kader!). Talent + Erfahrung ist eine der sichersten Erfolgsformeln im College-Football.

Problematisch war letztes Jahr die Defense, die nach der Verletzung von LB Jordan Hicks komplett auseinander brach. 61 kassierte Punkte gegen den größten Rivalen Oklahoma hat man DefCoord Manny Diaz noch nicht verziehen. Aber es gab auch bessere Phasen, in denen die Abwehr tolle Ansätze zeigte. Das Spielermaterial ist da; allein die beiden besten Spieler müssen ersetzt werden: S Vaccaro und DE Okafor, die in die NFL gingen. Gut ist, dass die Backups sich bereits auf den Füßen stehen.

Die Offense hat Potenzial für eine der besten im Lande, und das, obwohl es eine nie endende QB-Controversy gibt: Da ist zum einen David Ash, der immer für ein Gurkenspiel gut ist, und zum anderen Case McCoy, dessen Vorstellungen kaum blasser sein könnten, aber der politisch viel Einfluss hat („Mein Bruder Colt ist eine Legende auf dem Campus, also verdiene ich mir den Starter-Spot“).

Alles abseits der Quarterbacks ist sensationell besetzt, aber genannte beiden QB-Optionen haben so viele Flauseln, dass die OffCoords seit Jahren wie wild drum herum doktern müssen, um Konstanz in den Laden zu bringen. Letzten Herbst scheiterte der geniale OffCoord Bryan Harsin an dieser Monsteraufgabe, und Harsin gehörte nun wirklich zur heißesten Ware, was Offensivgeister angeht (Harsin ist nun weg, wird Head Coach bei Arkansas State).

So ist das Gesamtbild der Texas Longhorns ein recht frustrierendes: Die Möglichkeiten und Ressourcen sind schier unbegrenzt, aber die nicht aufhörenden Kleinkriege bei so vielen Interessensgruppen und die erfolglose Suche nach einem wirklich beständigen Quarterback verhinderten in den letzten drei Jahren den Durchbruch. Die Longhorns stecken ein bissl in der Zwickmühle, auch wenn es dank Talent+Erfahrung jederzeit den Breakout geben kann. Über ein 11-1 wäre ich alles andere als überrascht, auch wenn die drei schwersten Conference-Spiele auswärts oder auf neutralem Feld fern des heimischen Memorial Stadiums (100.000 Zuschauer) sind.

Wahrscheinlicher ist aber sowas wie ein erneutes 9-4 oder 10-3, mit aufflammenden Diskussionen um die Zukunft von Mack Brown.

Bowl Season 2011/12: Nicht Mack Browns letztes Halali

Nach der Poinsettia Bowl fürn Weihnachtstourismus vergangene Woche nun die Holiday Bowl fürn Silvestertourismus von San Diego – und als Aufwärmprogramm eine der interessantesten Mannschaften dieser Footballsaison.

Military Bowl presented by Northrop Grumman

Toledo Rockets – Air Force Falcons

Mi, 28.12. 22h30 LIVE bei ESPN America

Die Toledo Rockets sind ein kleiner Mid-Major aus der MAC mit einer 8-4 Bilanz, der die MAC-East als Zweiter abschloss. Was wenig aufregend klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als durchaus nicht verachtenswert: Toledo hatte Ohio State im September am Rande einer Niederlage (scheiterte erst an der RedZone beim Comeback-Drive) und hätte gegen einen weiteren BCS-Gegner, Syracuse, ohne diesen Phantom-Call der Refs gewonnen:

Im November scheiterten die Rockets dann am späteren MAC-Champ Northern Illinois in einem fassungslosen Shootout (60-63) und verpassten dadurch das MAC-Finale – trotzdem ist die Mannschaft mit ihrer einzigen klaren Niederlage gegen Boise State ein Liebling sämtlicher mathematischer Rankings (bei mir #31). Die Vorstellungen waren dann am Ende auch imposant genug, dass der Stratege dahinter, Head Coach Tim Beckman, gleich von der University of Illinois aus der Big Ten Conference abgeworben wurde. Beckman wird heute nicht mehr coachen.

Toledo zeichnet eine überraschend starke, schön durchbalancierte Offense aus, wo zwei unterschiedliche Spielertypen bei den Quarterbacks durchrotiert werden (der bewegliche Austin Dantin und der fußlahme Terrance Owens), RB Adonis Thomas zuletzt mit über 150yds/Spiel explodierte und WR Eric Page eine grandiose Saison spielt (112 Catches, 1123yds, 10 TD).

Toledos Defense gilt als ebenso grundsolide, aber es gibt das eine Problem: Air Force spielt eine Option-Offense, und das haben die Rockets noch nicht gesehen. Die Falcons treiben das Spielchen mit den Ballübergaben und Pitches nicht so weit wie eine Army oder Navy und wirft etwas regelmäßiger (QB Tim Jefferson durfte heuer 161x werfen!), ist aber mit 320,3yds die #2 der Lauf-Statistiken in dieser Saison.

Die Air Force hat sich bei mir als starke „Bowl-Mannschaft“ eingebrannt, dürfte aber heute Nacht mit ihrer heuer wackeligen Defense Probleme bekommen. Ich halte ein Upset der Rockets also für nicht ausgeschlossen, trotz Interimscoach und möglicher ausgehender Puste. In fact, mein Ranking favorisiert gar Toledo mit sieben Punkten – ist jedoch rein mathematisch erstellt.

Bridgepoint Education Holiday Bowl

#24 Texas Longhorns – California Golden Bears

Mi/Do 28./29.12. 02h LIVE bei ESPN America
Tape: Do, 29.12. um 16h30 bei ESPNA

Die Texas Longhorns waren in den Tagen vor der Holiday Bowl mal wieder fleißig dabei, die Rücktrittsgerüchte um den alternden, vermeintlich etwas amtsmüden Head Coach Mack Brown zu dementieren – der exzellente Recruiter Brown bekam deshalb sogar eine Vertragsverlängerung, damit die Rufe endlich verstummen. Einen Abgang des grauhaarigen Head Coaches (seit 1998 bei UT) würde man nun als Überraschung werten.

Texas’ Probleme im Angriff kann man an den Quarterbacks festmachen: Der ungeliebte QB Gilbert wurde schnell aus der Stadt gejagt, die blutjungen Case McCoy (Colts Bruder) und David Ash übernahmen und spielten wechselhaft, trotz guter Offensive Line und annehmbaren Wide Receivers. So ist der Mann, der die Offense über weite Strecken trug, ein Freshman: RB Malcolm Brown (707yds), der allerdings nicht ganz fit ist. Angesichts der personellen Probleme gilt es immer noch als passables Gesellenstück des jungen OffCoord Bryan Harsin (ex-Boise State), was er da noch herausgeholt hat.

Auch Cal bietet einen passablen Angriff auf, mit dem RB Isi Sofele (1270yds, 9 TD) und dem Passspiel über QB Zach Maynard (2802yds, 17 TD, 11 INT) und den gefährlichen WR Keenan Allen (1261yds, 6 TD), muss aber primär auf einen Kollaps der texanischen Defense hoffen: Die Longhorns gehören potenziell zu den besten Defenses des College Football, klappten aber zwischendurch immer wieder übel gegen mächtigere Angriffsformationen (Oklahoma, Oklahoma State, Baylor) zusammen.

Viele gehen von einem recht spannenden Spiel aus, das möglicherweise erst in den letzten Minuten entschieden werden wird – Texas hätte da als X-Faktor einen K Justin Tucker aufzubieten, der vor wenigen Wochen nach dem Derbysieg über Texas A&M auf Schultern aus dem Stadion getragen wurde. Coin-Flip: Texas sollte leicht favorisiert sein.

Könige der Heartlands: Vor der „Red River Rivalry“ 2011

Cotton Bowl
Die Cotton Bowl zu Dallas – Heimstätte der Red River Rivalry

Heute am späten Nachmittag, 18h MESZ (live bei ESPN America) findet in der uralten Cotton Bowl zu Dallas das größte College-Footballspiel der Great Plains statt: Die #11 Texas Longhorns treffen in der Red River Rivalry (Aufgabe für heute Nachmittag: zehnmal hintereinander „Red River Rivalry“ aufsagen!) auf die #3 Oklahoma Sooners, in Dallas, das auf halbem Weg zwischen beiden Universitäten (Norman/Oklahoma und Austin/Texas) liegt.

Es ist die intensivste Rivalität in der Region, zurückgehend noch auf die Zeiten, in der beide Unis ihre jeweiligen Stamm-Conferences Big 8 (Sooners) und SWC (Longhorns) anführten, ehe Mitte der 90er im Zuge der Fusion die Big 12 Conference entstand, deren Wohl und Wehe mittlerweile primär am Gehabe von UT und OU hängt.

„Red River Rivalry“, das ist eine Anspielung auf den Red River, der über mehr als 1000km die natürliche Grenze zwischen den beiden Bundesstaaten Texas und Oklahoma bildet, zwei Staaten, in Liebe und Hass miteinander vereint, die beiden Kernländer der Rednecks, der „Heartlands“, wie die Regionen entlang des Mississippi genannt werden.

Red River Rivalry für Eventzuschauer

Und heute treffen die beiden Aushänge-Universitäten beider Staaten aufeinander: Die University of Texas aus der texanischen Hauptstadt Austin und die University of Oklahoma aus dem Kleinstädtchen Norman. Beide Universitäten mit riesigen Anhängerschaften, die liebevoll sämtliche Klischees pflegen: Die arroganten, egozentrischen Cowboys aus dem wirtschaftsstarken Texas gegen die einfältigen Hinterwäldler aus dem ländlicheren Oklahoma.

Für den in Spurenelementen vorhandenen Minderwertigkeitskomplex, der die Oklahomans im täglichen Leben vor dem Texaner automatisch 5cm schrumpfen lässt, gibt es im Footballstadion allerdings keine Begründung. Denn obwohl die Sooners im mehr als hundertjährigen „ewigen Duell“ 41-59-5 zurückliegen, obwohl man in Anbetracht der Größenwahnsinnigen in Austin das Gegenteil annehmen würde: Sooners Football war über die vergangenen fünf Jahrzehnte das deutlich erfolgreichere, konstantere Footballprogramm, während die Longhorns die Aura des ewigen Underachievers umgibt – eine Uni, die trotz paradiesischer Voraussetzungen nur selten den Landesmeistertitel holte.

Ein Reiz des Spiels liegt auch in der Stadionatmosphäre: Die Schüssel der Cotton Bowl ist ein uraltes, ehrwürdiges Stadion, das abseits der Red River Rivalry nicht mehr viele Highlights erlebt, aber 92.000 Zuschauer fasst. Die beiden Fanlager werden an der Mittellinie getrennt, wobei die Südhälfte traditionell von Oklahomas weinrot/weiß dominiert wird, während die Nordhälfte bevorzugt braun/orange/weiß daherkommt – nach jedem Spielzug geht es in einer Hälfte der Schüssel hoch her, während die andere darauf wartet, im nächsten Play zurückschlagen zu können. Das überträgt sich gerne auch auf das Spielfeld, wo die hitzigen Wortgefechte in kleinere Rangeleien und Prügeleien ausarten.

Einen Ausflug in die lange Geschichtes des Duells gibt es bei ESPN.com.

Red River Rivalry für Taktik-Liebhaber

Zum Sportlichen. Das 106te Aufeinandertreffen an diesem heutigen Samstag, 8.11.2011 wartet mit zwei ungeschlagenen Mannschaften auf. Während man bei Oklahoma nichts anderes erwartet hatte – die Sooners galten als Topfavorit auf den BCS-Titelgewinn – hat sich HC Mack Browns Texas nach einer problematischen Saison 2010/11 diesmal mit zwei neuen Coordinators unauffällig zu 4-0 durchgeschmuggelt.

Die vergangenen Duelle haben gezeigt, dass Texas vs. Oklahoma ein Duell vieler Play-Action-Spielzüge ist, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es für beide gilt, ihr Laufspiel in die Gänge zu bekommen. „Laufspiel“, das ist eigentlich nicht etwas, bei dem Oklahomas Head Coach Bob Stoops feuchte Träume bekommt, auch wenn er mit RB #4 Dominique Whaley über einen unerwartet gefährlichen Back verfügt.

Stoops liebt es zu werfen. Das lädt die Last auf die Schultern von QB #12 Landry Jones, dessen Stats durch die inzestuösen Passfeuerwerke in der Big 12 prächtig sind, der aber unter Druck des Pass Rush zu hirnlosen Pässen und INTs neigt. Für den neuen, gehypten Longhorns-DefCoord Manny Diaz bedeutet dies: Blitzes bekommen erhöhte Bedeutung. Was spannend ist, da a) Diaz eher im Ruf von bend but don’t break steht, aber b) sich angedeutet hat, dass die Offensive Line der Sooners auf ihrer verwundbaren rechten Seite zum blinden Stürmen förmlich einlädt.

Für die Sooners wird es also essenziell sein, schnell werfen zu können. Weil WR #85 Ryan Broyles und WR #4 Kenny Stills eher die deep threats sind, könnte dabei den dritten und vierten Receivers erhöhte Bedeutung zukommen, auch unter dem Hintergrund, dass Texas zwar über eine phänomenale Linebacker-Crew um #18 Emmanuel Acho verfügt, aber in der Secondary die Starter grün bis hinter die Ohren sind – und deren Backups sollen noch unerfahrener sind.

Auf der anderen Seite ist die Offense der Longhorns im Wandel begriffen. Der neue OffCoord Bryan Harsin (kam von Boise State) steckt noch immer in der Anpassungsphase, aber einige Muster haben sich bereits herauskristallisiert: Texas baut auf hartes Laufspiel rund um den Freshman-RB #28 Malcolm Brown, der allen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden scheint und meistens über die Mitte geschickt wird. Browns Backup #2 Foswhitt Whittaker wird dann meistens in der RedZone eingesetzt. Beide machen um die 5,0yds/Carry.

Das viele Laufspiel hat seine Gründe, da nach der überfälligen Enteierung des blassen Garrett Gilbert die beiden reinrotierten und rotierenden Quarterbacks #6 Case McCoy (Colts Bruder) und #14 David Ash noch sehr unerfahren und vermutlich zu wenig cool unter Pass Rush sind. Mit WR #8 Jaxon Shipley (Jordans Bruder) gibt es wenigstens einen großartigen Mann für tiefe Bälle, für den ich Manndeckung fordern würde.

Für Harsin und Texas gilt es auszuloten, inwiefern man die Fünf-Mann-Front der Sooners nach „hinten“ ziehen kann, um den Pass Rush zu mindern und speziell für den sehr mobilen QB Ash auch Räume zum Scrambeln öffnet. Aufzupassen gilt auf MLB #28 Travis Lewis und den S/LB #1 Tony Jefferson, der vergangene Woche gleich drei INTs in einem Spielviertel machte.

Als X-Faktor gelten – natürlich, der Mann kam aus Boise – Harsins Trickspielzüge, die in schöner Regelmäßigkeit eingestreut werden, meistens zum tödlichsten Zeitpunkt, und vergangene Woche gegen Iowa State funktionierte so einer dann auch blendend:

Ausblick

Oklahoma hat mehr zu verlieren, während für Texas alles andere als eine Niederlage mit 1-2 TD kein wirklicher Beinbruch wäre. Als langjähriger Bewunderer der von Harsin mitkreierten fabulösen Boise-Offense glaube ich auch an einige Karnickel, die Harsin aus dem Zylinder zaubern wird und Oklahomas Defense verbrennen werden. Fakt am Rande: Man hörte in den letzten Jahren immer, dass der junge Sooners-DefCoord Brent Venables (nein, nicht Terrys Bruder) sich noch keine Meriten in Sachen „in-Game Adjustments“ erworben hat, was tödlich sein könnte, wenn Harsin völlig überraschende Aufstellungen bringt, beispielweise die bisher kaum gezeigten, aber ebenso charakteristischen Sets mit 4 oder 5 WR.

Ich sehe durchaus Upset-Potenzial, aber prinzipiell würde ich meine Jetons doch eher auf einen Favoritensieg der Oklahoma Sooners setzen, die etwas abgewichster sein dürften (hey, das ich so was über die Sooners mal sagen würde!) und die Landry Jones plus Laufspiel nur den Tick genügend Zeit und Raum verschaffen müssen.

College Football 2011/12 Preview: Big 12 Conference

Gestern hatten wir die Big Ten mit ihrem Dutzend an Teams, heute ist die “richtige” Big 12 Conference dran – mit 10 Mannschaften. Die Big 12 war vor einem Jahr dank der massiven Expansionsdränge der Pac-10 und der Zicken der University of Texas kurz vor der Implosion – nur um sich am Ende bei ihrem egozentrischsten Mitglied – Texas – für die weitere Existenz bedanken zu müssen. Die nahe Zukunft der Big 12 scheint gesichert, aber es ist ein gesichert mit Sternchen, da auch Texas A&M in unregelmäßigen Abständen mit der SEC flirtet und Texas itself womöglich trotz Longhorn Network irgendwann nach noch Höherem streben wird.

Sportlich dürfte die Verkleinerung trotz Nebraskas Abgang – immerhin eines der Schwergewichte schlechthin – nicht zu schmerzhaft sein, fällt nun immerhin das Championship Game weg, das dank des deutlichen Leistungsgefälle zwischen den beiden Divisionen immer mal wieder einen Überraschungs-Champ produziert hat, Stichwort „Ein Sensationssieg kann jedem mal gelingen“.

Oklahoma Sooners                     

Wenn man von der Big 12 Conference spricht, dann geht es meistens um zwei Footballprogramme, und das erste ist jenes der Oklahoma Sooners, die in den letzten Tagen wieder verstärkt in den Fokus von sportpolitischen Thematiken gerückt sind: Es geht darum, ob die Sooners die Schneid besitzen, vor der drohenden Implosion der Big 12 eigenhändig abzuhauen, oder ob sie bis zum Untergang der Conference warten oder ob sie spekulieren, irgendwie ein Rest-Torso von „Big 12“ halten zu können.

Uns interessiert heute mehr das Sportliche, und die Sooners von Head Coach Bob Stoops sind, geht es nach Journalisten und Coaches, das Favorit #1 auf den BCS-Titel. Hauptgrund dafür: Die Offense, die auch nach dem Weggang von OffCoord Kevin Wilson massivst punkten dürfte. Ein ganz großer Faktor ist dabei QB Landry Jones, ein wurfgewaltiger Mann ganz in der Tradition der großen Sooners-QBs, und Jones machte in der vergangenen Saison mal eben schlappe 4718yds und 38 Touchdowns via Luftweg.

Jones’ kongenialer Anspielpartner ist WR Ryan Broyles (2010: 14 Spiele, 131 Catches, 1622yds, 14 Touchdowns), wozu sich noch zwei Handvoll brauchbarer, diversester Optionen gesellen. Die Defense hat so ihre Probleme mit der Standhaftigkeit der Line und muss zu Saisonbeginn ein paar Wochen auf den großen Leader, MLB Travis Lewis, verzichten – überhaupt scheint es eine nette Verletzungsserie gegeben zu haben. Und Oklahoma spielt nach dem Tod eines Spielers in der Offseason auch mit schwerem Herzen.

Persönlich glaube ich nicht an einen BCS-Champion 2011/12 „Oklahoma Sooners“. Ich bin und bleibe skeptisch immer dann, wenn diese Mannschaft ein bisschen aggressiver von einer Defense angegangen wird – und spätestens im Endspiel dürfte ein SEC-Favorit warten… Außerdem schleppt Stoops trotz eines Titels vor etlichen Jahren das Image des ewigen Zweiten mit sich.

Und selbst der Weg ins Endspiel dürfte nicht einfach sein: Neben dem schweren Big 12 Schedule wartet am 17. September auch noch der Kracher auswärts gegen die gehypten Florida State Seminoles. Vor einem Jahr gewann Oklahoma locker 47-17, aber diesmal ist sämtlichen Prophezeiungen zur Folge ein enges Spiel zu erwarten.

Unglaublich unwichtige Info am Ende: Es gab vor ein paar Tagen eine Dokumentation über die Sooners in der Vorbereitung, in der Stoops in der ersten Trainingseinheit mit den Freshmen einen Spieler in der ersten Reihe fragte, wie viel sein Sport-Stipendium eigentlich wert sei. Der junge Mann wusste darauf nichts zu antworten.

Texas Longhorns

Willkommen beim meistgehassten Team im College Football. Die University of Texas hat in den vergangenen Jahren dank Egotrip, Longhorn Network und diverser weiterer Flauseln nicht nur Nebraska und womöglich Texas A&M aus der Big 12 Conference vertrieben, sondern allem Anschein nach den baldigen Gang in die Unabhängigkeit vorbereitet.

Sportlich war man 2009/10 eine Endspielverletzung von QB Colt McCoy vom National Title entfernt, erlebte dafür im Herbst 2010/11 eine einzige Gruselsaison und verlor sieben von zwölf Partien, fünfmal daheim. Head Coach in Austin ist Mack Brown, ein anerkanntes Recruiting-Genie, aber Browns Teams stehen im Ruf, underachiever zu sein, sprich: Für die Unmasse an Top-Talenten im Kader zu selten die Big 12 zu dominieren. Brown hat für die heurige Saison eine Rundumerneuerung im Trainerstab vorgenommen. Die Offense liegt nun in den Händen vom ehemaligen Boise-State-Mann Byron Harsin, die Defense bei Manny Diaz.

„Byron Harsin“, das bedeutet eine Abkehr von der vertikalen Offense des vergangenen Jahres, hin zu einer Offense mit Power-Running über RB Cody Johnson, der dafür wie gebaut zu sein scheint, und womöglich dem gehypten Highschooler Malcolm Brown. Heiß diskutiert wird die Quarterback-Position: Garrett Gilbert ist in der Anhängerschaft verhasst weil zu fehleranfällig, und es gilt als sicher, dass man Gilbert im Lauf der Saison auswechseln wird – vielleicht für Colts Bruder, den unerfahrenen Case McCoy?

Prunkstück in der Defense sind die Linebackers und kommenden NFL-Spieler Emmanuel Acho und Keenan Robinson, und es wird erwartet, dass Diaz eine brutal blitzfreudige Defense aufstellen wird. Und das heftige an den Longhorns ist: Sie schicken jedes Jahr ein, zwei First Rounder in die NFL, und es kommen trotzdem immer Topspieler aus den Highschools nach. Jeder junge Footballer in texanischen Schulen möchte für Texas/Austin spielen.

Die Geheimfavoriten

Während Texas sportlich als #4 der Big 12 Conference erwartet wird (wobei auch #2 am Ende nicht außer Reichweite sein sollte), gelten zwei andere Teams als extrem heiße Ware für diese Saison. Zum einen hätten wir da die Oklahoma State Cowboys von Head Coach Mike Gunday, vor einem Jahr eine schiere Offensiv-Sensation. Nun ist OffCoord Dana Holgorsen gen West Virginia abgewandert, aber die beiden Haupt-Komponenten sind noch da: QB Brandon Weeden, ein Mann, der jahrelang als Pitcher in den Minor Leagues im Baseball versauerte und nun mit bald 28 Jahren einer der ältesten Spieler im College football sein dürfte. Und WR Justin Blackmon, der im letzten Herbst als sophomore nie unter 100yds und immer mindestens einen Touchdown machte (Stats über die Saison: 111 Catches, 1872yds, 20 Touchdowns in 12 Einsätzen – meine Fresse). Blackmon ist kein Riese (1,85m), aber eine Präsenz als einzelner Receiver ganz draußen am Spielfeldrand – eine ungemeine Bereicherung für die Air Raid-Offense, die normalerweise primär über die Mitte kommt.

Fehlen wird in diesem Jahr allerdings der wichtige RB Kendall Hunter, der dieser Offense mit 1548yds und 17 TD eine zusätzliche Dimension gegeben hat. Der junge Backup Joseph Randle wird gefordert sein. Dass Randle als exzellenter Ballfänger gilt, sollte helfen. Allerdings sollte Oklahoma State gut beraten sein, mehr Laufspiel einzusetzen: Die Offense scort meistens schnell genug, um die Defense lange, viel zu lange auf dem Feld zu lassen und entsprechend zu ermüden. Die Cowboys haben eine insgesamt eher mäßige Defense, die vor einem Jahr das Big-12 Endspiel gekostet hat.

Probleme mit ihrer Defense haben auch die Texas A&M Aggies, die abseits des Spielfelds noch weit mehr Schlagzeilen produzieren: Die Universität wollte so tief aus der innersten Herzkammer ihres Herzens aus der Big 12 fliehen, dass sie dafür sogar die Ungewissheit einer möglicherweise conference-losen Saison 2012 hinnahmen. Zu sehr ist die Hemmung und die Abneigung, die die beiden Reizwörter in der Kombination „Texas Longhorns“ auslösen.

Sportlich hat Mike Sherman (den wir auch von irgendwo her kennen sollten) da möglicherweise ein BCS-Kaliber unter seinen Fittichen. Hauptgrund dafür ist die solide zweite Saisonhälfte von QB Ryan Tannehill, der erst nach einem desaströsen Saisonstart seines Konkurrenten in den Huddle geschmissen wurde und so solide spielte, dass die Offense plötzlich als heißer wie Frittenfett gehandelt wird. Die Offensive Line ist zwar nicht besser als okay, aber jung und entwicklungsfähig, dazu kommen haufenweise gute Wide Receivers und ein gewaltiges Runningback-Duo: Nie was von RB Christine „neinichbinkeinMädel“ Michael und RB Cyrus Gray gehört?

Dann wird es Zeit, den beiden zuzusehen. Hier wird gnadenlos 30x/Spiel um die Offensive Line herum gelaufen, oft mit Raumgewinnen von 10-12yds. Probleme macht dagegen wie angesprochen die Defense, wo mit OLB Von Miller der mit Abstand beste Pass Rusher in die NFL gegangen ist.

Trotzdem tauchen die Aggies häufig in der Diskussion um mögliche National Champions auf – unabhängig davon ist es für College Football-Fans eine Pflicht, wenigstens ein Heimspiel der Aggies mit anzuschauen. Die Stimmung im genialen Kyle Field sorgt auf dem Gänsehautometer regelmäßig für Anschlag.

Seit der Ankunft von Gary Pinkel als Head Coach geht es mit den Missouri Tigers konstant nach oben. Pinkel hat eine Mannschaft aufgebaut, die auch den Verlust von ein, zwei Schlüsselspielern ohne großen Qualitäts-Absturz verkraften kann – ein sehr gutes Zeichen. Diesmal muss man auf QB Blaine Gabbert verzichten und der neue QB ist ein völlig anderer Typ: James Franklin ist mehr der Typ Läufer denn Passer – und hat bizarrerweise den Job gegen Blaines Bruder Tyler gewonnen, der die Nerven weggeschmissen hat und nun nicht mehr in Mizzou studiert. Knackpunkt ist die Defense mit der Sollbruchstelle „Secondary“. Man traut den Tigers trotzdem wieder ca. eine 8-4 Saison zu.

„Geheimfavorit“ ist vielleicht ein bissl zu hoch gegriffen für die Texas Tech Red Raiders, eigentlich die kleinste Nummer des großen texanischen Trios, aber seit den Zeiten unter Mike Leach für pure Offensivgewalt bekannt. Man hoffte, mit dem neuen Coach Tommy Tuberville die Defense in den Griff zu bekommen, was eher nicht funktionierte: Sogar der Zwerg Weber State (FCS) schenkte 459yds Offense ein und die maue Offense Iowas scorte 52 Punkte. Zu viel, weshalb unter dem neuen DefCoord Chad Glasgow ein 4-2-5 für die extrem flinke Secondary gebaut wird. Meistens sind solche Umstellungen aber mit Anpassungsschwierigkeiten verbunden, weswegen man Texas Tech eher wenig zutrauen sollte.

Das Fußvolk

Im Schatten der großen staatlichen Colleges hat sich die kleine texanische Baptistenuni Baylor langsam und leise nach oben gearbeitet. 2010/11 dann der große Knall: Ein Auswärtssieg bei Texas. Nun sind wichtige Komponenten in Offensive (G Danny Watkins) und Defensive (DT Phil Taylor) Line weg, aber QB Robert Griffin III ist eine Konstante: Seit drei Jahren im Systen der Bears, und immer noch erst Junior. Plötzlich ist Enthusiasmus zu spüren.

Zwischen Enthusiasmus und Depression schwankt das Publikum der Iowa State Cyclones, das mindestens zweimal pro Saison zur Furie wird und den Trainer zum Teufel wünscht, aber nach „epischen“ Auswärtssiegen gegen wie jüngst gegen Texas seine Helden in den Himmel jubelt. Seit 2010 coacht Paul Rhoads die Cyclones unnd Rhoads genießt den Ruf des Lokalheros, ein ansteckend positiver, energiegeladener Mann, und in Furzweite zum Stadion aufgewachsen. Rhoads baut auf eine laufintensive Offense mit smash’n’dash (RB Jeff Woody/RB Shontrelle Johnson) und eine (hoffentlich) verbesserte Defensive Line. Dort spielt auch der Mann mit dem genau richtigen Namen: NT Stephen Ruempolhamer.

Wie Iowa State sind auch die beiden Unis in Kansas eher negativ von der Auflösung der Nord/Süd-Divisionen in der Big 12 betroffen. Nun muss man neun Conference-Spiele bestreiten, und öfters als früher gegen die Giganten im Süden spielen. Die Big 12 ist bizarr genug, dass diese Nord-Unis der University of Texas trotzdem zu Füßen liegen: Ohne deren Einlenken hätte jeder dieser Unis die Bedeutungslosigkeit (sprich: Mountain West Conference und Konsorten) gedroht.

Bei den Kansas State Wildcats aus Manhattan (jo, Manhattan) ist der Trainer der Superstar: Der ultimativ bescheidene Bill Snyder, der nur ein einziges Mal ins Rampenlicht getreten ist, als das Stadion der Uni nach ihm benannt wurde, nämlich. Snyder ist mit 72 Jahren eine lebende Legende und coacht ab dieser Saison sogar seinen Enkel Tate, der als Freshman im Kader steht.

Die Offense wird nach dem Abgang von RB Dan Thomas (Miami Dolphins) vom neu erworbenen RB Bryce Brown getragen, der aus Tennessee kommt und dessen Uni-Wechsel recht viel Aufsehen erregte, inklusive gegenseitiger Drohungen und Beschimpfungen. In der Defense muss vor allem der Würgegriff gegen das Laufspiel enger werden, zuletzt war man dort #119 von #120.

Als Bodensatz wird gemeinhein die University of Kansas gehandelt, die nach dem Abgang des eigenartig kultigen Coaches Mark Mangino unter Turner Gill ein horrendes Jahr hinlegte. Von der Jayhawks-Saison 2010/11 bleibt ein verheerendes 7-55 gegen Baylor (!) und ein fast noch katastrophaleres 3-20 gegen Nebraska hängen, als man beide Mal offensiv NICHTS zustande brachte. Und immer noch besteht kein Schimmer, wie man die QB-Situation lösen will. Die Hoffnung bleibt Gills Vergangenheit. Der Mann hat auch den Zwerg Buffalo nach schwachem Debütjahr umgekrempelt und neu aufgestellt.

So – fast abgearbeitet. Vorschau-Finale heute Nachmittag wird die Conference der Conferences dran sein, die neben den meisten Zuschauern auch die meisten sportlichen Erfolge und die meisten Stars in den letzten Jahren vorzuweisen hat. Um welche Conference es sich wohl handeln wird?