NFL Notizblock, Week 2: Carolina Panthers @ Buffalo Bills

Und wieder haben die Carolina Panthers ein knappes Spiel verloren. An diesem Sonntag waren aber weder HC Ron Rivera noch QB Cam Newton die Schuldigen. Den entscheidenden Fehler machte der allseits hochgelobte LB Luke Kuechly. 20 Sekunden vor Schluß wirft Bills Rookie Quarterback E.J. Manuel eine Interception – und Kuechly fährt wie ein angetrunkener Proll in der Disko die Schulter gegen den WR aus. Pass Interference, 1st Down Buffalo an Carolinas 11-Yard-Linie. Zwei Spielzüge später will kein DB Stevie Johnson verteidigen, wofür dieser sich mit dem siegbringenden TD bedankt.

Den Drive vorher hat Carolinas Offense fast lehrbuchmäßig durchgezogen. Mit erfolgreichem Laufspiel und den dicken Beinen von Newton nehmen sie fünf Minuten von der Uhr, gehen per Field Goal mit 23-17 in Führung und lassen Manuel & Co. nur 90 Sekunden auf der Uhr und die Aufgabe, die Endzone zu erreichen.

Die gesamt Zeit über war das ein enges Spiel ohne viele Aufreger und Aufregendheiten. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick bleiben Fragen an Carolina. Die nach dem Spiel letzte Woche gegen Seattle so – zu Recht – hoch gelobte Front Seven sah nicht viel Land gegen Buffalos Explosivitätswerk im Backfield. C.J. Spiller und Fred Jackson sprinteten und wuselten sich leichtfüßig durch die Klauen der Panther. Von DT Star Lotulelei war nicht viel zu sehen, auch nicht von den anderen D-Linern. Selbst Kuechly wurde ein-, zweimal auf dem falschen Fuß erwischt. War das nur ein Ausrutscher gegen einen sehr starken Laufangriff?

Das war aber alles zu verschmerzen, weil Rookie Manuel offensichtlich die klare Ansage hatte, um Himmels Willen ja nur jeden Fehler zu vermeiden und nichts Großes zu versuchen. Er machte denn auch nur zwei Fehler – allerdings kostspielige. Kuechly schlich sich zu Beginn des vierten Viertels in Manuels passing lane und schnappte sich dessen Paß. Im Drive vorher verlor Manuel bei einem Sack den Ball an der eigenen 16-Yard-Linie. Buffalos D verhinderte das Schlimmste und hielt Carolina bei jeweils einem Field Goal.

Was direkt zu der zweiten Frage an Carolina, insbesondere OC Mike Shula führt: was denkt ihr euch eigentlich bei diesen game plans? Ratlos bleibt man zurück. Es wird gepaßt und gepaßt und gepaßt. Selbst bei 1st Downs wird geworfen als gäbe es keinen Morgen mehr. Weil das schon länger so ist und sich auch dieses Mal wieder bestätigte, hat vor allem DE Mario Williams immer sofort den Weg zum QB gesucht und sich nicht weiter um die RBs gekümmert. Damit sprangen für Williams 4,5 Sacks heraus. Was Carolina da schon seit längerer Zeit veranstaltet , erinnert an das letzte Jahr von Brian Schottenheimer bei den Jets. Auch da spielte das running game nur noch ein nachgeordnete Rolle und dem mittelmäßigen QB wurde ein Rolle zugedacht, wie man sie vielleicht Rodgers/Manning/Brady übertragen kann, aber nicht einem Newton. Sicherlich: man erwartet viel von Newton und das sollte man auch. Er hat alles Talent der Welt and he can make every throw, wie man so sagt. Aber genau wie Sanchez wirft er die Bälle zu oft ganz plump an seinen Anspielstationen vorbei. Ich weiß nicht, woran das liegt, diese komische Inkonsistenz: manchmal wirft er schwierigste Pässe perfekt, manchmal die einfachsten ins Niemandsland (meistens zu hoch).

Und dann auch noch die sogennante „read option„. Bei Carolina gibt es gar keine Optionen, weil Newton jetzt gegen Buffalo immer an den RB übergeben hat. Nachdem die Bills das spitzgekriegt haben, wurde dieser dann regelmäßig von der Williams-Dareus-Williams-Dampfwalze einbetoniert. Ja, Newton hat auch nix zum Arbeiten neben WR Steve Smith und TE Greg Olsen, aber gerade deshalb sollte sich Shula mehr an seinen personnel begrenzten Möglichkeiten orientieren, als an seinen feuchten Träumen beim Gedanken an Newtons Arm.

Das wird jetzt wahrscheinlich etwas untergehen, weil es so ein knappes Spiel war. Zu Beginn des dritten Viertels hat auch Buffalos D da sehr großen Anteil dran gehabt. Zweimal wurde durch dämlichste Strafen aus einem 3&out jeweils ein neuer 1st Down. Für die Cardiac Cats geht schon wieder genauso schlecht los wie letzte Saison. Und genau wie letzte Saison geht es auch jetzt wieder in Woche 3 gegen die New York Football Giants. Letzte Saison wurde die Panthers da dermaßen verprüfgelt, daß sie fast zwei Monate brauchten, um sich davon zu erholen.

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Verträge: Defensive Line

Bills: Williams & Anderson

Der erste große Kracher der vergangenen Free Agency war DE Mario Williams´ Unterschrift unter einen Vertrag mit den Buffalo Bills. Der zweite große Kracher waren die Zahlen: 6 Jahre, $100 Millionen, davon $50M garantiert. Ganz soo fett ist das ganze dann doch nicht, aber es ist einer der dicksten non-QB-Contracts, die in den letzten Jahren unterschrieben wurden.

Tatsächlich bekommt Williams $50 Millionen garantiert – die größte Garantiesumme, die je ein Verteidiger eingestrichen hat, $8 Millionen mehr als der bisherige Rekordhalter Julius Peppers (2010, Bears). $19 Millionen gibts als Signing Bonus sofort bar auf die Hand. Dazu kommt ein Gehalt in Höhe von $5,9M und $100k Workout Bonus. 2013 steigt Williams´ Gehalt auf $6,5M, zusätzlich gibt $500k Workout Bonus und einen $8M-Option Bonus. Das alles addiert sich in den ersten zwei Jahren auf $40 Millionen.

Zu diesem Zeitpunkt, zwischen den Spielzeiten 2013 und 2014 haben die Bills sich ein out eingebaut. Das Salary für 2014 beträgt nur $1,9M (+$500k Workout Bonus); als Roster Bonus gäbe es allerdings $10,6 Millionen (guaranteed for injury). Cuttet Buffalo Williams, zahlen sie ihm nur das Salary. Macht summasummarum $53M in den ersten drei Jahren, sprich ein 3yr-average von $17,7M. Heftig. Dazu kommen für jedes Jahr noch jeweils $400k für jeden Pro Bowl und $400k für nicht öffentlich gemachte Ziele, höchstwahrschinlich eine bestimmte Anzahl an Sacks.

In den späteren Jahren 2015, ´16 und ´17 ist nichts mehr garantiert. Pro Saison kann Williams zwischen $14,4M und $15,3M einstreichen. Insgesamt geht es also tatsächlich um $100 Millionen, aber haben die Bills schon nach 2013 ein kleines out und ab 2014 jedes Jahr die kostengünstige Gelegenheit, Williams auf die Straße zu setzen.

Neben Williams haben sich die Bills noch einen zweiten Pass Rusher in der Free Agency geangelt. Mark Anderson, letztes Jahr mit karriererettender Saison in New England (10 Sacks), hat für vier Jahre unterschrieben für potentielle $19,5 Millionen. $6M gibts als Signing Bonus; $1,9M Gehalt dieses Jahr und $2,5M 2013 sind garantiert. Nicht garantiert sind die Salaries in Höhe von $4M und $5M in 2014 beziehungsweise 2015. $10,4M garantiert sind für einen 28 Jahre alten Pass Rusher durchaus vernünftig – wenn er denn so spielt wie letztes Jahr bei den Patriots. Er hatte eine starke Rookie Saison 2006 und ein starkes 2011, dazwischen war fast nur Essig. Letztlich war es für die Bills wohl einfach zu verlockend, eine Defensive Line zu haben, in der neben den riesigen Kyle Williams und Marcell Dareus zwei Pass Rusher vom Kaliber Williams/Anderson stehen.

Pass Rushers: Cole, Mincey, Biermann

Trent Coles Vertrag mit den Philadelphia Eagles hat noch eine Laufzeit von zwei Jahren. Weil Cole aber einer des besten DEs im ganzen Land ist und das Eagles-Front-Office zu den Klügeren der Liga gehört, hat man jetzt schon mal verlängert: vier Jahre von 2014-2017. Dafür bekommt Cole sofort $8 Millionen als Signing Bonus und das Gehalt für die kommenden beiden Spielzeiten wurde um jeweils $100k erhöht, die workout bonuses wurden von $100k auf $250k erhöht. Ein wenig seltsam an der ganzen Sache ist, daß nur diese $8,2M (mit workout bonuses $8,5M) garantiert sind, mehr nicht. Das nicht-garantiert Gehalt steigt von $5M (2014) über $10M (´15), $10,9M (´16) auf $13,9 Millionen im letzten Vertragsjahr 2017. Daneben kann er als workout bonuses und für Sacks und Pro Bowls insgesamt weitere $5,975 einsammeln. Insgesamt hat der Vertrag also ein Potential von $54M; sollten  es sich die Eagles anders überlegen, schulden sie Cole nicht mal $9M. Hmm.

Jeremy Mincey hat sich vom Practice Squad Player zu einem starken Pass Rusher gemausert. Letztes Jahr hatte er acht Sacks, aber wohl auch einige Sacks liegenlassen; den Auguren nach hätte er locker zweistellig in der Sack-Statistik auftauchen müssen. Auch die Chicago Bears waren bis zum Schluß an ihm dran. In Jacksonville bekommt Mincey nun für vier Jahre $9 Millionen garantiert – $8M als Signung Bonus plus $1M Base Salary 2012. Sein Grundgehalt steigt in dem folgenden Jahren von $1,525M (2013) über $4,475M (2014) bis auf $4,9M (2015). Zusätzlich zu diesen $19,9M kann er $100,000 für jeden Pro Bowl bekommen und jährlich bis zu $1,7M, je nachdem, wie viele Sacks er macht. Damit hat sein Vertrag ein Potential von $27,2 Millionen.

Nach Kroy Biermann (3 Jahre, $9,2M) haben die Falcons auch ihren zweiten DE gegenüber von Ray Edwards weiterverpflichtet. Der alte John Abraham (34), der angeblich $12 Millionen pro Jahr haben wollte, bekommt nun für drei Jahre durchschnittlich $5,6M – in einem für einen Spieler seines Alters typischen spiele- und leistungsabhängigen Vertrag. Er bekommt einen Signing Bonus von $2,25M und sonst nicht viel garantiert. Base Salary für 2012 sind $1,5M; daneben bekommt er zwei Roster Bonuses für zusammen $2,156M, aber abhängig davon, wie viele Spiele er mitmacht; Salary Cap Figure ist für kommende Saison $4,4M. In 2013 und 14 hat er die gleichen Roster Bonuses im Vertrag und sein Grundgehalt steigt auf $3,25M, seine Cap Number damit auf $6,6M. Für die letzten beiden Jahre gibt es außerdem noch unbekannte Escalators, die sein Grundgehalt erhöhen könnten, wenn er 2012 bestimmte Schwellen in Sachen Snaps oder/und Sacks erreicht.

Tackles: Pouha, Soliai, Rucker, Fanene, Langford, Jones

Sione Pouha, einer der wichtigsten, aber unbekanntesten Akteure in der Defensive Line der Jets (wir hatten ihn gar in unserem All-NFL-Team), hat für drei Jahre in New York verlängert. Wie es sich für einen 33-jährigen gehört, ist der Vertrag an viele Falls und Wenns gekoppelt. Sicher sind Pouha auf jeden Fall $3,5-Millionen-Signing-Bonus und $900,000 Grundgehalt plus $100,000 Workout Bonus. 2013 hat er ein Grundgehalt von $4,9M, welches für den Verletzungsfall garantiert ist; ist er am dritten Tag des League Years im Kader, ist es voll garantiert. Damit bekommt der dicke Nose Tackle in den ersten beiden Jahren $9,4M – mehr oder weniger – garantiert. 2014 ist mehr eine gute Option für die Jets, als ein “richtiges” Vertragsjahr für Pouha, schließlich wird er während der Saison 2014 schon 36 Jahre alt. Grundgehalt wären $900,000 plus $100,000 workout Bonus; dazu kommt ein $2M Roster Bonus, wenn er am siebten Tag des League Years im Kader ist (der allerdings um $1,5M geringer ausfällt, wenn er 2013 weniger als 55% der Snap spielt) und noch ein Roster Bonus in Höhe von $2,5M, wenn er am ersten Spieltag der Saison im 53-Mann-Kader ist. Insgesamt also $5,5M; gehen die Jets den ganzen Weg mit Pouha, werden sie im $14,9 Millionen bezahlen. Für einen Spieler seines Alters eine ordentliche Summe: 3yr/avg $5 Millionen.

Paul Soliai ist einer der besten Nose Tackles unter 30. Letztes Jahr hat er in Miami unter dem Franchise Tag gespielt und dafür $12M bekommen. Nimmt man die $12M dazu, die er mit seinem neuen Vertrag in den kommenden beiden Jahren verdienen kann ($6M garantiert), dann sieht man, wie hoch die Wertschätzung ist, die ihm entgegengebracht wird. Auch die Broncos waren ganz stark an ihm interessiert. Es ist zwar ein wenig schief, diesen 2-Jahres-Vertrag und das Franchise-Tag-Jahr zusammenzurechnen, aber tut man das, kommt man auf einen Drei-Jahres-Durchschnitt von $8 Millionen. Upper class. Und noch vor seinem 30. Geburtstag bekommt er wieder eine Chance auf einen dicken Payday auf dem Free Agency Markt.

Broderick Bunkley soll für die Saints wohl der Spieler sein, der Aubrayo Franklin dann leider nie war. Bunkley, einer der besten Run Stuffer der Liga bekommt einen 5-Jahres-Vertrag mit einem Potantial von $25M, davon $9M garantiert.

Frostee Rucker, wichtiger Bestandteil der Defensive Line Rotation in Cincinnati (4 Sacks, 11 Tackles for Loss) hat für fünf Jahre in Cleveland unterschrieben. $8M sind ihm garantiert und insgesamt könnte er $21M verdienen; davon $12,15M in den ersten drei Jahren für ein 3yr/avg von mehr als $4M.

Der vielseitige D-Liner Jonathan Fanene (vormals ebenfalls Cincinnati) bekommt einen typischen Patriots-Vertrag – undurchsichtig und gerade so an der Grenze des Marktwerts. Es ist ein 3-Jahres-Vertrag, der angeblich bis zu $12M wert sein soll. Ich habe nur $9,85M “gefunden”, das heißt, da müssen noch unbekannte Escalators eingebaut sein. Man weiß auch nicht genau, wie viel Geld garantiert ist; wahrscheinlich sind es nur die $3,85M, die er als Signing Bonus kassiert und die $900,000 Grundgehalt plus $100,000 Workout Bonus. 2013 und 2014 wären es $2M beziehungsweise $3M Gehalt, von denen jeweils $100,000 als Workout Bonus gezahlt werden. 3yr/avg demnach zwischen 3,3 und $4M.

Jeff Fisher, der neue HC der St. Louis Rams, liebt nichts mehr als seine D-Liner. So hat er sich denn auch folgerichtig erstmal einen neuen Typen für die Mitte geholt. Kendall Langford ist verdammt talentiert, ist erst 26 Jahre alt und hat einen D-Line-Körper wie aus dem Bilderbuch: 1,98m, 135kg. In St. Louis bekommt Langford $24M in den kommenden vier Jahren, davon $12M garantiert. Die letzten vier Jahre war er starter als 34-DE bei den Dolphins, bei den Rams soll er wohl den aggressiven inside rusher auf der DT-Position geben. So wie ihn Fisher zuletzt mit Jason Jones in Tennessee hatte.

Besagter Jason Jones hat nach starken Spielzeiten als DT unter Fisher letztes Jahr als DE auflaufen müssen. Das hat nicht so gut geklappt. Als insider rusher aber ist der auch erst 26 Jahre alte Jones ein Juwel. In Seattle bekommt Jones $4,5M für ein ein Jahr.

34 Ends: Bryant, Campbell

Noch wichtiger war für Pete Carrol und seine Defense die Vertragsverlängerung von Red Bryant. Bryant ist der perfekte Spieler für den komischen Platz als 43-DE, der bei Carrol wie ein 34-DE spielt. Auch die Patriots waren stark an dem vielseitigen DE interessiert, aber letztlich hat er für 5 Jahre und potentiell $35M bei den `Hawks verlängert; $14,5M sind davon garantiert und werden Bryant in den ersten beiden Jahren ausgezahlt.

Und zum Schluß fast noch den größten: Calais Campbell hat für weitere fünf Jahre in Arizona verlängert. Mit seinen 25 Jahren ist er schon jetzt einer der stärksten D-Liner der Liga, weil er aber in der Wüste spielt, bekommt man das nur selten mit. Die Cardinals garantieren Campbell $31Millionen. Davon sind $15M sofort fälliger Signing Bonus; $10M werden 2013 als Option Bonus fällig; $6M Salary sind den ersten drei Jahren ebenfalls garantiert. Nimmt man die $4,5M nicht garantiertes Gehalt in 2014 dazu, kommt man auf insgesamt $35,5M in den ersten drei Jahren, ein mehr als sportlicher 3yr-average von fast $12M. Potential insgesamt: $55 Millionen.

Buffalo Bills in der Frischzellenkur 2012

  •  #10 (1) CB Stephon Gilmore (South Carolina)
  •  #41 (2) OL Cordy Glenn (Georgia)
  •  #69 (3) WR T.J Graham (North Carolina State)
  • #105 (4) LB Nigel Bradham (Florida State)
  • #124 (4) CB Ron Brooks (LSU)
  • #144 (5) OT Zebrie Sanders (Florida State)
  • #147 (5) LB Tank Carder (TCU)
  • #178 (6) G Mark Asper (Oregon)
  • #251 (7) K John Potter (Western Michigan)

Man muß es einfach mögen, wie die Buffalo Bills derzeit ihre Kaderplanung angehen. Um den Franchise Player Kyle Williams (DT) baut man nach guter alter Weisheit eine solide Defense von innen nach außen auf. Letztes Jahr hat man mit dem dritten Pick DT Marcell Dareus gedraftet und in dieser Offseason die Defensive Ends Mario Williams und Mark Anderson verpflichtet.

In dieser Draft verstärkt man das Defensive Backfield mit zwei Cornerbacks. Stephon Gilmore soll der zweitbeste CB dieses Jahrgangs sein und mit dem letztjährigen 2nd-rd pick Aaron Williams das Starting-Duo an den den Seitenlinien bilden. Mit LSUs Ron Brooks hat man in der vierten Runde noch jemanden für die sub-packages gedraftet. Star der Secondary ist Safety Jairus Byrd und neben ihm und hinter diesem Pass Rush haben Gilmore, Williams und Brooks die Chance, ein aufregendes Defensive Backfield zu formen.

Für die Mitte zwischen Linie und Secondary hat man mit den beiden 1,90m-Typen Nigel Bradham (FSU, 4th round) und Tank Carder (TCU, 5th round) vor allem Kadertiefe und Special-Teams-Futter besorgt.

In der Offense, die letztes Jahr bis zur Verletzung von RB Fred Jackson überaus aufregend war, hat man drei dicke Jungs für die mäßige O-Line gedraftet, von denen zumindest Georgias Cordy Glenn sofort starten könnte. Der 2nd-rd pick ist mit knapp 160kg einer größten und kräftigsten Guards. FSUs Zebrie Sanders ist eher ein finesse player, was aber in der offenen Spread-Offense der Bills kein allzu großer Nachteil sein muß. Oregons Mark Asper ist ein riesiger 2,02m großer, als Guard und Tackle einsetzbarer Spieler. Und weil Chan Gailey für sein System nie genug WR haben kann, bekommt QB Ryan Fitzpatrick mit dem 3rd-rd pick T.J. Graham auch ein neues Spielzeug. Graham ist ein speedster, der als Leichtathlet bei den National Championships im 100-Meter-Lauf mitgemacht hat.

Überblick

Es ist gar nicht lange her, da hätten die Bills in der ersten Runde einen WR wie Michael Floyd gedraftet. Einfach nur weil er irgendwie aufregend ist. Wie aber auch schon im letzten Jahr ist dies eine sehr solide Draftklasse. Die Bills basteln sich heimlich, still und leise in ein richtig gutes junges Team zusammen. In der Defense hat man die Secondary deutlich verstärkt, nachdem man schon den Pass Rush auf ein neues Level gehoben hat. In der Offense wurde gezielt die Offensive Line verstärkt und mit dem schnellen WR Fitzpatrick ein neues Ziel gegeben. Eine Draft wie aus dem Lehrbuch.

Buffalo Bills in der Sezierstunde

Achterbahnsaison für Buffalo: Nachdem die Bills überraschend gut in die Saison gekommen waren (fünf Siege in sieben Spielen), folgte danach der Kollaps mit acht Niederlagen in den letzten neun Partien. Größtes Thema dabei: Turnovers. In den ersten sieben Partien war die Turnover-Bilanz der Bills +11, in den verbleibenden Spielen danach -9. Eklatant sind dabei die absoluten Zahlen, die in allen Mannschaftsteilen bizarre Umschwünge andeuten:

Week   W-L   Giveaways Takeaways
1-8    5-2   9         20
9-17   1-8   21        12

ESPN erklärte sich den Leistungseinbruch mit der teuren Vertragsverlängerung für QB Ryan Fitzpatrick zur Saisonmitte, die dessen Motivation den Bach runtergehen lassen habe. Ein weiterer Erklärungsansatz: Die Verletzung von RB Freddy Jackson, der im Bills-System, das deutlich weniger um einen starken Quarterback gebaut ist wie andernorts, über 130yds/Spiel beisteuerte, aber in Woche 11 auf die IR wanderte.

Es deutet sich mittlerweile an, dass Fitzpatrick bleiben wird und keine billigere Alternative ausgeguckt wird. Fitzpatricks Lieblings-Receiver Stevie Johnson bekam die Franchise Tag übergestülpt, und dann gibt es da noch den „Breaker“, RB C.J. Spiller, dessen eigenartig eindimensionale Spielweise zum Ende der abgelaufenen Saison besser in Schwung gekommen zu sein schien. Die Offense dürfte also halbwegs passen. Die Zahlen waren abseits der volatilen Turnovers (4.3% Interception-Quote war die dritthöchste ligaweit) absolut okay, ein weiterer starker Wide Receiver oder Tight End dürfte aber nicht schaden.


Der wunde Punkt der Bills ist in der Defense zu finden, die mit unglaublich vielen erzwungenen Turnovers zu Saisonbeginn ihre Schwächen kaschierte. Als weniger Bälle als gewohnt freigeschlagen wurden, implodierten Sieg/Niederlagen-Bilanz und Stimmung. Es wäre jedoch nicht so, dass sich die Defense abseits jener Turnovers im Saisonverlauf besonders verschlechtert hätte. Sie war nämlich nie besonders gut.

Es mag daran liegen, dass man sich lange Zeit nicht eins war, mit welchem Basis-System man auffahren wollte: 4-3 oder 3-4 oder 4-6 oder 4-4-2 mit Mittelfeldraute und schnellen Außenverteidigern. Nun wurde intern der einstige Pornoschnäuzer Dave Wannstedt zum DefCoord befördert, was für die Zukunft „4-3“ bedeuten dürfte.

Dafür spricht auch der, nein: DER, Move der Offseason: Der Einkauf des gehypten DE Mario Williams, der nach intensiven nächtlichen Flirts bei Kerzenschein und Violinenmusik im Mittelkreis des Ralph Wilson Stadiums völlig überraschend einen aufgeblähten Vertrag von den Bills (den B-i-l-l-s!) aufgesetzt bekam – und unterschrieb. Damit liest sich die Defensive Line der Bills plötzlich wie aus dem EffEff: DT #99 Marcel Dareus wurde ein ausgezeichnetes Rookie-Jahr nachgesagt und bei DT #95 Kyle Williams kriegen sich die PFF-Analysten sowieso seit Jahren vor lauter Sabbern nicht mehr ein. Zudem kam mit Anderson aus New England ein spezialisierter Pass Rusher für nicht billiges Geld.

Mit der Neuauflage des „Williams Wall“ dürften zugleich drei Fliegen abgeklatscht worden sein: Pass Rush verstärkt, butterweiche Laufverteidigung aufgebessert und für den NFL-Draft die Möglichkeiten erweitert. Statt Defensive End kann man nun andere Lücken angehen, namentlich die Secondary, die durchaus eher auf wackeligen Beinen stand.


Nach apathischen Jahren ist der Move gen Mario Williams durchaus als Sensation für die generell passiven Einkäufer der Bills zu sehen. Ist es ein Move mit dem Ziel, eine titelfähige Mannschaft zusammenzustellen? Werden die Bills ernsthafte Anstrengungen unternehmen, das Image des Billigteams abzuschütteln, und in der zu erwartend schwierigen AFC East vorne mitzumischen? Nicht mehr ganz auszuschließen, und wenn ein Williams in die Provinz wechselte, warum nicht auch andere? Cap-Room ist hinreichend verfügbar. Und schließlich verfügt man mit Chan Gailey und Wannstedt auch über durchaus kompetente Leute im Trainerstab.

Free Agency 2012, #3: Ein Mario für Buffalo und eine Henne für Jacksonville

[22h55] Adam Schefter verzwitscherte heute am späten Nachmittag, dass Mannings Wahl entweder auf Denver oder Tennessee fallen würde. Die Titans rüsten auf alle Fälle schon mal ihre Line auf und holten sich offenbar G Steve Hutchinson. Hutchinson ist nicht irgendwer. Der Mann galt in seiner Blütezeit zwischen 2005 und 2009 als so dominant, dass er trotz für Blocker noch nicht allzu langer Karriere als potenzieller Hall of Famer gehandelt wird. Hutchinson ist auch der Mann, der die Vikings vor Jahren als Seahawks-RFA kreativ werden ließ und mit seinem Abgang aus Seattle das Karriereende von RB Shaun Alexander und den einhergehenden schleichenden Niedergang der Seahawks einläutete.

Der Gedanke an einen Manning in Tennessee wird immer besser. Man stelle sich ein Offensiv-Triplett Manning/CJ1K/Britt vor, bei einem OffCoord Chris Palmer, der als größter Idiot nicht gilt. Der greise Titans-Owner Bud Adams (89 Jahre alt) soll Manning angeblich so sehr begehren, dass er neben Vertrag auf Lebenszeit noch eine Position im Front Office nach Karriereende nachwerfen würde und – wie manche munkeln – möglicherweise ein paar % der Titan-Aktien veräußern würde. Für den jungen QB Locker muss das eher ein Schlag in die Fresse sein.

[18h02] N’Abend. Seit heute Mitternacht MEZ hat sich einiges getan; laut unseren bekannten Quellen Pro Football Focus, NFL/Yahoo und Adam Schefter unter anderem Folgendes.

QUARTERBACKSChad Henne hat bei den Jacksonville Jaguars einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Ich nehme an, für Backup-Kohle. So schlimm, wie QB Gabbert letztes Jahr aussah, halte ich nichts für ausgeschlossen und Henne könnte glatt zum Billigstarter für die Jaguars mutieren. IMHO ein fähiger Mann, der mit seiner Anlage für vertikales Spiel in Miamis schwachem Offensivkonzept völlig verbrannt wurde.

Auch die Buccs haben sich ihren Backup-QB geholt und es ist der QB Dan Orlovsky (ex-HOU, ex-DET).

DEFENSIVE ENDS – Die große Nachricht des Tages ist aber der Sechsjahresvertrag für DE Mario Williams bei den Buffalo Bills: 96M, 50M guaranteed. Der teuerste Vertrag für einen Abwehrspieler EVER, teurer als Peppers. Das hatte so niemand kommen sehen. A) nicht, weil größere Kaliber Buffalo normalerweise meiden wie die Pest und B) nicht, weil die Bills normalerweise jeden Cent dreimal umdrehen, ehe ein Mann mit größerem Namen überhaupt im Hinterkopf spukt. Die Front Four der Bills wird damit etwas zum Zungeschnalzen: Der hoch gelobte DT Marcell Dareus gepaart mit den beiden „Williamses“ Mario und Kyle, dem verkannten Genie. Der Deal soll in wenigen Minuten offiziell auf einer PK bekannt gegeben werden.

Houston Texans in der Sezierstunde

Die nächste krass enttäuschende Mannschaft. Was hatte ich erwartet?     

Die Offense wird auch unter OffCoord Rick Dennison ein ähnliches Gesicht haben. Und das besteht in erster Linie aus Passspiel, in zweiter Linie aus Passspiel und in dritter Linie aus Passspiel. QB Schaub zu WR Johnson war zwei Jahre lang ein Gassenschlager, den kaum einer mitbekommen hat.

Am Ende war’s balancierter als erwartet. Grund dafür: RB Arian Foster, völlig unbekannter junger Spieler, der mit 1616yds und 16 Touchdowns Laufkönig des Jahres war. In Houston! Auch die Luftwaffe funktionierte: 4370yds, 24 Touchdowns für QB Matt Schaub. Auch angesprochener WR Andre Johnson glänzte nicht nur mit seiner Schlägerei, sondern auch mit 1216yds und 8 Touchdowns.

Problemzone war eine andere: Die Defense, besser: Die Verteidigung gegen das Pass-Spiel. Es war teilweise absurd, wie einfach diese Secondary auszuhebeln war – anzuschauen auf den vielen Tapes, die ESPN America zu den Texans-Spielen 2010/11 brachte. CB Dunta Robinson (war nach Atlanta gegangen) scheint doch wertvoller zu sein als gedacht.

„Wertvoll“ vor allem im Bezug auf den Aspekt der Erfahrung. Houstons Cornerbacks 2010/11: Kareem Jackson (Rookie), Sherrick McManics (Rookie), Glover Quin (2. Jahr), Brice McCain (2. Jahr) – bis dann in der zweiten Saisonhälfte noch CB Jason Allen aus Miami kam – auch eher ein Flop.

Texanische Rochaden

Kareem Jackson Houston Texans

Kareem Jackson - Foto: Wikipedia

N’bisschen Erfahrung dürfte in der Secondary nicht schaden. Vor allem Jackson gilt als völlig verunsichert, dank einiger problematischer Vorstellungen und vielleicht überzogener Erwartungen. Ob in der Secondary ein weiterer hoher Draftpick helfen würde? Ich bezweifle das mal – eher sollte man von irgendwo her einen brauchbaren Cornerback kriegen, der ein paar Jahre NFL gesehen hat.

Bei den Safetys sind die Probleme anders gelagert: QB-Killer Bernard Pollards Vertrag läuft aus, FS Troy Nolan gilt als Fehlbesetzung und möchte Strong Safety spielen – ein Zeichen, dass der katastrophale Deckungsspieler Pollard geht? Als neuen Free Safety will man einen der zig jungen Cornerbacks installieren – ob sowas gut geht?

Der neue Defensive Coordinator Wade Phillips wird auch die Front Seven verbessern müssen, und zwar personell. Aus Houston sickern immer wieder Gerüchte in meinen Mail-Ordner, dass Phillips gedenkt, einige Positionen umzustellen, u.a. Brian Cushing wieder als OLB (sehr gute Idee!) oder DE Mario Williams als Teilzeit-OLB (eher weniger gute Idee in meinen Augen).

Auf alle Fälle alles Versuche, die Defense mit dem vorhandenen Material hinzukriegen – und gute Spieler haben die Texans via Draft über die Jahre geholt. Cushing war 2009/10 sogar Rookie des Jahres, musste nach Koks-Geschichte und aus Verletzungsgründen aber zeitweise als ILB spielen. Dort wird ILB DeMeco Ryans nach überstandener Verletzung wieder zurückkehren – eine immens wichtige Verstärkung.

Sollte Cushing außen eingesetzt werden, fehlt immer noch ein zweiter starker OLB – ich gehe mal davon aus, dass Houston an #11 im Draft einen der vielen hybriden DE/OLBs einberufen wird.

Mindestens ebenso wichtig dürfte der Nose Tackle sein. Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass Houston via Free Agency einen NT holt – vielleicht hat Tommie Harris Lust auf Texas? Denn DT Amobi Okoye kam als extrem junger Spieler in die NFL – zu einer Zeit, als Houston noch 4-3 spielte, und selbst da war Okoye nie der erwartete Dominator. Houstons Problem – seit Jahren werden teure Defensive Liner gedraftet, aber bis auf Mario Williams hat keiner eingeschlagen.

In der Offense…

… ist man eigentlich nicht schlecht besetzt. Der Offensive Line könnte einen jungen Tackle brauchen, muss aber nicht sofort sein. Die Running Backs dürften auch hinter Foster ordentlich besetzt sein, und ein Steve Slaton gehört IMHO zu den sichereren Ballträgern.

Bei den Wide Receivers könnte in Runde 2 oder 3 ein Spieler dran sein – neben Andre Johnson gibt es eine Reihe von durchschnittlichen Receivers, aber keinen dominanten. Spannend könnte es an der Stelle werden, wenn A.J. Green oder Julio Jones wider Erwarten an #11 verfügbar wäre: Johnson und Jones als Wide-Receiver-Tandem – da kannst du auf der Stelle deinen Quarterback wegtauschen und einen Fan von der Tribüne in den Huddle holen, und er wird dir 30 Touchdowns pro Saison werfen.

Oder man nimmt Matt Leinart (ist aber RFA, könnte getradet werden, vielleicht nach Seattle?).

Kurzum:

Die Houston Texans haben ihre wunden Stellen, aber in einer Division im Umbau sind die Playoffs trotzdem nicht weit weg. Vielleicht sollten die Texans ihr Geld in die Entwicklung des Impfstoffs „Siegermentalität“ stecken – denn genau das ist es, was ihnen am meisten abgeht.

2011/12 sind IMHO die Playoffs absolute Pflicht – um endlich ernst genommen zu werden und nach fast einem Jahrzehnt NFL endlich mal an Profil zu gewinnen!

Es gibt noch weitere „Sezierstunden“. Und zwar hier.

Week #13 Preview: Das Wiedersehen am Donnerstag

Do./Fr. 02h30 bei ESPN America: Philadelphia Eagles vs. Houston Texans

Irgendwann im Herbst 2005 muss es gewesen sein, als es augenscheinlich wurde: Matt Schaub ist der bessere Quarterback als Michael Vick. Vick, der schwarze Super-Athlet und Atlantas Franchise-QB, und Schaub, der Jungspund, ein Hüne, immobil, aber wurfgewaltig. In Atlanta hatte Schaub keine Chance, an Vick vorbeizukommen.

Im Frühjahr 2007 reichte es Schaub nach drei Jahren Fristen als Schattenmann und nur zwei Starts, und Schaub wechselte für Zweitrundenpicks nach Houston. Houston war gerade im Begriff, neu aufgebaut zu werden. Ließ Vick und Atlanta hinter sich. Schaub war in Houston sofort Starter und trotz vieler Verletzungsprobleme zuletzt mit Pro-Bowl-artiger Saison: 4700 yds, 29 Touchdowns.

Am Donnerstag treffen sich Vick und Schaub zum ersten Mal seit jenem Trade wieder. Vick ist nach seinem Gefängnisaufenthalt vom Falken zum Adler geworden und seit September 2010 Starter in Philadelphia. Vick spielt so gewaltig wie niemals zuvor zu seinen Atlanta-Zeiten: Effizient als Passspieler, mit wohl dosierten Einsätzen als Läufer. Kurzum: Vick wirkt sehr relaxt in seiner Pocket, ganz anders zu den Zeiten als aufgescheuchtes Huhn in Atlanta.

Die Texans

Houston war unter Gary Kubiak jahrelang eine reine Pass-Offense. Das hat sich heuer geändert: Mit dem kometenhaften Aufstieg von RB Arian Foster (1124yds) sind die Texans recht balanciert. Natürlich spielt die Mannschaft immer noch viel via Luftweg. Mit WR Andre Johnson hat Houston einen der besten seines Fachs aufzubieten.

Johnson leistete sich am Sonntag gegen Tennessee eine handfeste Schlägerei. Keine Rangelei, sondern richtig mit fliegenden Fäusten und fliegenden Helmen. Johnsons Ziel: Der ligaweit berüchtigte CB Cortland Finnegan. Johnson kam mit Geldstrafe davon, wird nicht suspendiert.

Problemzone #1 in Houston ist die Defense. Vielmehr die Pass-Defense. Die Probleme beginnen in der Defensive Line, die ganz einfach zu wenig Druck zustande bringt. DE Mario Williams spielt zwar eine starke Saison (8.5 Sacks trotz vieler Doppeldeckungen), aber der Rest ist mau (9.5 Sacks für den Rest). Das sorgt für Festtage unter den gegnerischen QBs. Es werden tiefe Pässe noch und nöcher in tief in die Zone der Defensive Backs gefeuert, und fast alles führt zu Raumgewinn.

Problemzone #2: Die Texans haben immer noch nicht heraus, wie man enge Spiele gewinnt. Ich denke, Gary Kubiaks Zeit ist nach dieser Saison abgelaufen. Es ist kein Fortschritt erkennbar. Siegermentalität ist kein schönes Wort, aber in Kombination mit „fehlend“ für Houston absolut angebracht.

Die Eagles

Dass die Eagles 2010 offensiv vor allem von Michael Vick leben, ist bekannt. Vick verursachte am Sonntag in Chicago seine erste Interception der Saison: Ein abgefälschter Pass, für den er nichts konnte. Trotzdem muss man konstatieren, dass die Eagles unglaublich schlecht in der Redzone spielten: Bei gefühlt 25 Versuchen sprang nur ein einziger TD heraus. Erstaunlich gut funktionierte aber das Laufspiel über RB McCoy.

Trotzdem bin ich nicht ganz überzeugt von der Eagles-Offense: Das Playcalling ist mir zu ungeduldig. Sie versuchen durchgehend, den großen Raumgewinn zu suchen. Das mag zwischendurch funktionieren. Aber das braucht auch Zeit. Zeit, die Vick gegen Leute wie DE Peppers nicht bekam, und womöglich gegen DE Williams ebenso nicht kriegen wird. Andererseits ist da die Secondary der Texans…

Die Iggles haben auch mit dem Kapriolen von WR DeSean Jackson zu kämpfen, der aktuell vom Phänomen Kreisklass/Weltklasse befallen ist. Jackson ist mal großartig, mal schlicht unsichtbar.

Die Defense muss auf einen Einsatz von CB Asante Samuel hoffen. Samuel ist kein überragender Cornerback. Er schaltet keine Wide Receivers aus. Aber Samuel ist ein Mann, der sehr viel mit Spekulation arbeitet. Das sorgt für viele Würfe in seine Richtung, für manchmal viel Raumgewinn. Aber eben auch für Interceptions. Gegen den riskanten QB Cutler wäre es für Samuel ein Traum-Spiel gewesen. Philadelphia braucht Samuel und seine Gabe, zum passenden Zeitpunkt einen Ball abzufangen. Dumm nur, dass der Mann immer noch Knieprobleme hat.

Ausblick

Die Texans stehen bei 5-6 und damit einen Sieg hinter dem ersten Platz in der engen, aber mittelmäßigen AFC South. Selbst mit einer Niederlage ist nichts kaputt, weil man noch gegen Jacksonville und Tennessee spielen wird und gegen Indianapolis das direkte Duell nicht verloren hat. Und über die Wildcards wird sich in dieser Division niemand qualifizieren.

Philadelphia ist mit einer Bilanz von 7-4 Erster in der NFC East. Der verbleibende Spielplan ist nicht allzu schwer, mit EINER Ausnahme: Es geht noch nach New York. Die Giants, die aktuell punktgleich sind. Für die Eagles ist das schon ein Spiel, das gewonnen werden sollte, denn auch das Rennen um die Wildcards ist in der NFC ziemlich eng (Tampa und Green Bay sind aktuell gleichauf bei 7-4, New Orleans mit 8-3 gar vorne).

Sieg Eagles.

Drinking Game

Im NFL Network wird wieder das glorreiche Trio Bob Papa, Matt Millen & Joe Theisman kommentieren. Die Drei sorgen für einige Belustigung. Für welche, die freitags gerne mit Brummschädel in die Uni/ins Büro fahren, empfehle ich ein Drinking Game für really nice job.