Notizblock NFL Woche 11: CIN/BAL & PHI/NYG

Cincinnati Bengals (6-3) @ Baltimore Ravens (6-3) [Gamecenter] [Gamebook]

[inactives: Ray Lewis, Ray Lewis, Ray Lewis]

TD Drive CIN: zwei big plays + DPI

TD Drive BAL: blown coverage nach roll out Flacoo

– Q2/10:10: BAL wirft jetzt immer öfter aus I-Formation; WR Torrey Smith viel zu schnell für CB Clements und Flacco wirft perfekten Paß

– es geht nur über Big Plays; keine Offense bringt mal einen längeren Drive zustande

– furchtbare INT von Flacco gegen Nate Clements w/1:24 in CIN territority

– und dann nach zwei First Downs wirft Dalton einen schrecklichen Ball mitten in die Endzone, wo Ed Reed in natürlich findet (Hey Dalton, lerne bitte Ed Reed vor dem Spiel gegen Baltimore kennen!)

– beiden Verteidigungsreihen spielen das sehr gut und diszipliniert; vor allem von der Ravens-D ist immer einer da, wo der Ball ist und kein Tackle wird verpaßt; Laufspiel geht gar nicht bei beiden; 7 3&outs in der ersten Hälfte; 14-7 Ravens

Das war tatsächlich alles Wichtige aus der ersten Hälfte.

– Q3/13:12 dann aus dem Nichts rennt Ray Rice über 60 Yards, weil Safety Chris Crocker einen völlig falschen Winkel nimmt und den Tackle verpaßt; es wird aber doch nur ein FG; 17-7 BAL (Q3/10:50)

– Q3/6:51 nach einem starken Play, bei dem er zwei fast-Sacks entkommt und seinen FB tief ganz offen findet und einer blown coverage gegen TE Gresham ist Ciny plötzlich in der EZ und es steht 14-17

Ravens D spielt fast aussschließlich Base-D gegen CIN; CIN ohne deep threat, weil A.J. Green verletzt draußen sitzt, versucht im 3ten Viertel mal einen Flea Flicker und RB Benson schafft nicht mal den Paß zu Dalton

– Q3/0:40: Dalton mit fürchterlicher INT bei einem Slant; Jimmy Smith fumblet den Ball, der fliegt durch die gesamte Redzone und die Ravens sichern den Ball an der 2-Yd-Linie, next play TD Rice 24-14

– Dalton dann wieder mit schlechtem Paß und INT von CB Webb; Q4/ 14:02; nächster Spielzug Playaction Flacco tief auf WR Smith; 31-14

– Jimmy Smith läßt Andre Caldwell einfach so vorbeilaufen; 10:59, starker Paß von Dalton, Cincy gibt nicht auf 21-31

– über die Mitte wirft Dalton richtig gut; aber bei Pässen an die Seitenlinie und bei Slants hat er immer wieder accuracy Probleme; kaum hab ich das aufgeschrieben, wirft er eine out-route zum TD (Gresham) nach anständigem hurry-up-drive 28-31; 5:35, der dann aber doch nicht zählt nach Calvin-Johnson-Catch-Rule-Overturning; FG zum 24-31; Cin jetzt fast ständig mi 7 Mann in Protection und nur 3 Recivers auf Routen, um es einfacher für Dalton (und die OLine) zu machen

– kurz vor der 2-min-warning stoppen die Bengals die Ravens bei 3rd&1 und bekommen nochmal einen Drive

– Dalton starts on own 13 w/ 2:27; WR Jerome Simpson macht das Spiel seines Lebens; Dalton mit starker 45yd-Bombe und Riesencatch von Simpson

– in der RZ dann wieder der schlechte Dalton: schlechter Paß on kurzer Out-route und intentional grounding (der horse-collar tackle von Suggs wird komischerweise einfach ignoriert); 3rd&goal from BAL17; die O-Line bricht total zusammen bei den vier Downs and Goal to go gegen 3-Man-Rush

– CIN hat wirklich tough gegen BAL und PIT gespielt, aber verloren; die Bengals haben ein gutes, junges Team, sind aber noch nicht da wo die anderen beiden Hausnummern der AFC North sind

– Flacco und Dalton haben beiden wie Rookies gespielt: mal gute Pässe, mal schlechte, aber insgesamt enttäuschend inkonsistent, wobei aber auch beide Defenses ziemlich stark gespielt haben; es gab keine guten, langen Drives, sondern alle Punkte basierten auf Big Plays, wobei die Ravens einfach mehr (vor allem in der Defense) davon gemacht haben und am Ende die drei INTs von Rookie Dalton der Unterschied waren. Baltimore ist jetzt mit 7-3 und Tiebreakers gegen Pittsburgh und Cincinnati in guter Position in der AFC North.

Philadelphia Eagles (3-6) @ New York Giants (6-3) [Gamcenter] [Gamebook]

[inactives: QB Vick, WR Maclin, CB Rodgers- Cromartie; LB Michael Boley – Herzlich starts]

– LT Will Beatty bekommt von Anfang an TE/RB-Hilfe gegen DE Trent Cole

– im zweiten Drive wirft QB Vince Young einen furchtbaren Paß zu Jackson, der schon an Amukamara vorbei war und schenkt dem Rookie im ersten Spiel seine erste INT

– anschließend wirft Eli Manning eine INT wie in seinen schlechtesten Tagen; danach gibts auch gleich gute alte Rivalry-Kloppe und mehrere personal-foul-flags, nach der INT gibts aber auch keine Punkte, weil der oft so hochgelobte LG Evan Mathis schläft und bei 3rd-&1 an NYG 38 einfach so DT Chris Canty nicht blockt

– schon im ersten Viertel gibts ständig mehr oder weniger ernsthafte Rudelbildung; es gibt aber auch nicht schöneres, als Rivalry-Games im November

– die Eagles sind schon seit einigen Wochen dazu übergegangen, nicht mehr beide DE so ganz weit außen an der LOS zu plazieren (die so berühmt gewordene 9 technique), sondern nur noch einen, und der andere ist meistens in recht traditioneller DE-Aufstellung, das klappt auch viel besser

Vince Young wirft den Ball wie eine schlechte Mischung aus Tim Tebow und Philip Rivers

– die Giants D-Line spielt mit vielen „seltenen“ Aufstellungen: 3DE und 1DT; 3 DLiner sogar on 1st Down; on 3rd Down auch ihre Nascar-Defense (4DEs); und sehr oft spielt Deon Grant den dritten LB neben Herzlich und Kiwanuka, weil nach den ganzen Verletzungen nur noch der andere Rookie-LB Spencer Paysinger spielen kann

– die beiden Eagles-Offensive-Tackles Jason Peters und Todd Herremanns sehen ganz gut aus, aber die drei in der Mitte (LG Mathis, C Kelce, RG Watkins) haben immer wieder Probleme, vor allem im Laufspiel

– Q2/11:36: FG Eagles, die ersten Punkte zum 3-0

– Q2/8:49 nach abgefälschtem, schlechtem Paß holt sich S Phillips die INT; Giants spielen nach der Verletzung von WR Jackson mit 8 „Man in the box“ und wollen einzig RB McCoy aus dem Spiel nehmen und Young kann nicht mal daraus Kapital schlagen

– die Eagles-D spielt ziemlich gut; auch die (auch von mir immer böse gescholtenen) LB Akeem Jordan und Brian Rolle; Giants leiden vor allem darunter, daß sie überhaupt kein bißchen Laufspiel auf die Reihe kriegen

Jackson kommt schon Mitte des 2ten Viertels zurück und macht ein Big Play über 50 yards nach 1st Down from PHI2; der dann aber nach unfaßbar dummer Taunting-Strafe gegen Jackson overturned wird, wow….

– nachdem Philly dann tatsächlich von der eigenen 2-Yd-Linie bis in New Yorks Hälfte kommt, fehlen CB Webster nur Millimeter, um Youngs dritte INT komplett zu machen

– die Eagles haben keine Offense, weil Young ihr QB ist und die Giants mit 8 Mann McCoy aus dem Spiel nehmen; und die Giants haben keine Offense, weil sie überhaupt nicht laufen könnnen und Eli gegen viel Pressure und gute Coverage alleine auch nicht viel machen kann:

– nach dem vierten 3&out, diesesmal in der eigenen Redzone, läuft Jackson mit dem gefangenen Punt mal wieder durch die halben Meadowlands und kann erst an der NYG14 gestoppt werden und im nächsten Spielzug möchte keiner der alten Teamkollegen Steve Smith verteidigen, TD Eagles 10-0; Q2/1:22

– neben der wirklich guten Defense haben TE Jake Ballard und WR Victor Cruz mit schlimmen Drops die Giants behindert

K Lawrence Tynes hat in dieser Saison erst zwei Field Goal Versuche von mehr als 30 Yards gehabt (?!) und die beiden wurden auch noch geblockt (!?!); den 49-Yd-Versuch zum Schluß der ersten Hälfte macht er aber sicher rein, 10-3

– Drives erste Hälfte: Eagles: Punt, INT, Punt, 3&out, FG, INT, Punt, TD; Giants: 3&out, INT, Punt, 3&out, Punt, 3 &out, Punt, 3&out, FG

2nd half:

– Kevin Booth startet die zweite Hälfte an Stelle Chris Snees (Verletzung)

– das Laufspiel der Giants ist so furchtbar, daß sogar CB Samuel den RB tacklet; NYG RB D.J. Ware ist jetzt auch draußen mit Concussion

OT Peters und Herremanns nehmen den Giants Pass Rush völlig aus dem Spiel und trotzdem hätten die Eagles ohne den Punt Return gerade mal 3 Punkte

– im dritten Viertel werfen die Eagles nur noch und sagen: mit 8 Mann „in the box“ kann sogar Young Spiele gewinnen, und New York sagt: glaub ich nicht, soll Young erstmal zeigen; und nachdem Philly in die Redzone gekommen ist, wirft Young natürlich die INT zu Aaron Ross (Q3/5:00)

– Snee is back

– die Giants versuchen es einfach weiter mit dem Lauf, was nicht funktioniert und die Crowd buht

– dann macht Manning mal nene langen Paß zu Nicks – weil er nicht von Asomugha oder Samuel verteidigt wird, sondern vom jungen Safety Nate Allen. So wie letzte Woche, als Fitzgerald von irgendeinem Safety verteidigt wurde, ich versteh das nicht; und im nächsten Play schlägt Victor Cruz Asomugha zum TD, Asomugha sah dabei aus wie einer der undrafted Rookies, die bei den Patriots versuchen CB zu spielen, 10-10 Q4/11:36

– die Giants haben große Probleme mit ihren jungen LBs Herzlich, Paysinger und Williams; aber Kiwanuka macht im vierten Viertel play after play

– McCoy sitzt im vierten Viertel verletzt auf der Bank und Ronnie Williams spielt

– irgendwie bekommen die Eagles im vierten Viertel einen langen Drive auf die Reihe mit Läufen von RBs und Young und Screen Passes; nachdem sie auf unerklärliche Weise 18 Plays über 80Yards in 9 Minuten übers Feld marschiert sind, wirft Young auch noch einen TD zu Riley Cooper; ich kann gar nicht erklären, wie Philly das gemacht hat, aber irgendwie waren es immer 3 und dann 3 und dann 4 yards und immer wieder 1st Downs, 17-10 Philly Q4/2:45

– nach Holding beim KO-Return starten Eli und die Giants an der eigenen 9 mit 2:39 Minuten auf der Uhr (und mit RG Snee wieder auf der Bank)

– beim letzten drive schläft wieder irgendwer der Eagles (wahrhscheinlich LB Chaney ) und Victor Curz läuft bis an die 22

– im nächsten Play sackt Jason Babin Eli Manning von hinten und DT Landri holt sich den Fumble; Q4/1:17; Giants mit letzter Chance, aber niemand kann Shady McCoy tacklen – 1st down, game over

Insgesamt ein komisches Spiel, in dem vor allem die D-Line der Eagles und die furchtbaren LBs der Giants den Ausschlag gegeben haben. Jeder halbwegs vernünftige Quarterback hätte die Giants von vorne bis hinten zerlegt, aber weil New York überhaupt kein Laufspiel hatte und Manning ständig under pressure war, haben 17 irgendwie ergaunerte Punkte zum Sieg gereicht.

NFL Free Agency 2011, Tag -2

 

[23h48] N’Abend, Pflichten sind erledigt, daher noch ein schaler Blick auf die Geschehnisse seit 20h MESZ vor der Heia.

Carolina Panthers – Nächster Eigenbauspieler gehalten: LB James Anderson 5 Jahre/22 Mio./8,5M garantiert. Nach internen Re-Signings mit K Olindo Mare eine recht irre Verpflichtung: 4 Jahre, 12 Mio., 4 Mio. Signing Bonus. Bisschen was von „Spucke wegbleiben“. Und gleich noch einer nach: TE Ben Hartsock für zwei Jahre eingekauft. Und die Leier geht weiter: NT Ron Edwards für 3yrs/8,25 Mio. aus Kansas City eingekauft. Die Panthers haben nach meiner Rechnung heute 157 Mio. Dollar für Langzeitverträge ausgegeben – und das inkludiert noch keine Rookies und keinen Ben Hartsock. Dazu soll S/LB Thomas Davis noch eine Vertragsaufbesserung kriegen. Marty Humphrey going crazy, oder so ähnlich.

Washington Redskins – am Nachmittag kursierten wilde Gerüchte ob einer Verpflichtung von WR Holmes. Der Ersatz ist nun WR Jabar Gaffney, der einstige Brady-Buddy aus alten New England-Zeiten. Ein klassischer possession receiver, wird dir keine Defense auseinanderziehen, aber immer den Catch über 7yds bei 2nd und 6 machen. Und gleich noch einer nach: Slot-Receiver Brandon Stokley, der in den letzten Jahren in einem dreiviertel Dutzend NFL-Städten seine Brötchen verdient haben dürfte.

Moss, Stallworth, Gaffney, Stokley plus die Rookies Hankerson/Paul/Robinson – die Redskins brauchen die halben Kaderplätze für Wide Receivers, die in drei Tagen verpflichtet werden.

Houston TexansQB Matt Leinart hat entgegen aller Vorzeichen einen Zweijahresvertrag (5,5 Mio./3,75M garantiert) bekommen. Für Leinart ein nettes Zubrot zur täglichen Party. Zweite Vertragsverlängerung: WR Jacoby Jones. Dritte: OT Rashard Butler, der schwache PFF-Zeugnisse vorweist.

Indianapolis ColtsK Adam Vinatieri wird noch drei Jahre bleiben. Vinatieri wird für seine Kicks immer als Patriots-Hero in Erinnerung bleiben, aber schön langsam ist der Mann länger in Indy als er in New England war, wenn ich mich grob täusche. S Melvin Bullitt ebenso drei Jahre in Indy. Dazu kommt mit QB Nate Davis eine recht mobile Alternative dazu. Davis war vor zwei Jahren ein gehypter Mann frisch aussm College, hat sich aber nirgends durchgesetzt und war bei mir eigentlich schon aus dem Blickfeld.

Tampa Bay Buccs – Salaryfloor-Alarm! LB Quincy Black kricht mal eben Fünfjahresvertrag für 29,5 Mio./11,5 Mio. guaranteed. Die Buccs brauchen händeringend Abnehmer einige Dutzend Millionen, die sie ausgeben müssen.

Buffalo Bills – Salaryfloor-Alarm zum Zweiten: CB Drayton Florence wird für drei Jahre und insgesamt 15 Mio. gehalten. Florences Noten bei PFF sind unterirdisch. Für Buffalo ist aber wichtiger, möglichst schnell Geld in den Kader zu schaufeln.

Cincinnati Bengals – Der Zweijahresvertrag für QB Bruce Gradkowski dürfte angesichts der möglichen Umstellung von Rotschopf Andy Dalton noch wertvoll werden. Cincinnatis Fans werden noch einige Zeit an diesem Kulturschock zu knabbern haben: Palmer/85/Owens zu Gradkowski/Dalton/Green – durchschnaufen, Taschentuch rausholen, aufdiesaisonfreuen.

Gradkowski selbst dürfte der Wechsel gut tun: Wenn ich mich recht erinnere, hat der Mann einst mal unter Jon Gruden gespielt. Cincinnatis Offense Coordinator ist Jay Gruden. Jons kleiner Bruder.

Kansas City Chiefs – Zwei Spieler bleiben: Der Uralt-Center Casey Wiegmann und WR Terrance Copper, beide nicht wirklich Leistungsträger, aber was willst machen, wenn du noch ein, zwei Anspielstationen brauchst und die Redskins die halbe Liga leerkaufen?

Minnesota Vikings – Der Sidney Rice für Kleine ist gefunden: WR Devin Aromashodu von Chicago. Ob es damit getan ist?

New York Giants – Head Coach Tom Coughlin hat eine Verlängerung um ein Jahr bis inklusive 2012/13 bekommen, nicht gerade der Vertrauensbeweis schlechthin. Solche Einjahresverträge sind meistens nur dazu da, um das Gerede in diesem Herbst abzustellen. Coughlin geht aber IMHO bereits angeschlagen in die Saison und MUSS Playoffs vorweisen können.

Detroit Lions – Third Stringer Drew Stanton hat ein weiteres Jahr verlängert. Stafford und seine Schulter und so.

New England PatriotsRB/FB Sammy Morris wird bleiben.

New York JetsWR Braylon Edwards sitzt im Schmollwinkel, nachdem Holmes den Vertrag bekommen hat und die Jets lieber Asomugha einkaufen wollen, als ihn weiterzuverpflichten. In Washington wäre sicher noch ein Platz frei…

San Francisco 49ers – Die Info ist noch unbestätigt, aber anscheinend wurde der horrend teure CB Nate Clements rausgeschmissen (hatte ca. einen 80 Mio.-Vertrag). Ich nehme an, sie kaufen Clements für lau wieder ein.

Baltimore RavensDT Kelly Gregg ist offiziell entlassen worden. Die Ravens und Panthers kriegen die rote Nummers für den Kämpferischstes-Team-Tagespreis.

Und damit: Guade Nocht.

[19h57] Jake Delhomme ist The Guy. Kassierte vor zwei Jahren 12,5 Mio. Signing Bonus on Carolina, wurde ein Jahr später gefeuert. Kassierte letztes Jahr 7 Mio. Signing Bonus von den Browns, wurde vor einer Minute von Cleveland gefeuert. So kann man sein Geld auch verdienen. (Hiermit verabschiede ich mich für 2-3h vom Liveblogging, freiwillige Pflichten rufen)

[19h40] Wieder einiges Neues: Carolina hat RB DeAngelo Williams gehalten. Ein irrer Deal für einen 28-jährigen Running Back mit Verletzungshistorie: Fünf Jahre, 43 Mio. Dollar, davon 21 (!!!) Mio. Dollar Unterschriftenbonus. Wie war datt noch mal mit Salary Cap Floor? Und so nebenbei sieht man schon die erste Auswirkung der Rookie-Gehaltsbeschränkung: Mit einem 50-Millionen-Newton wäre Williams in Carolina unmöglich geworden.

Derweil wird das Ausmaß des Jackson-Vertrags mit Seattle ersichtlich: Zwei Jahre, acht (!) Mio. Dollar. Ich bin ob der Summe irgendwie… perplex. Riecht nicht so gut für Seattles QB Whitehurst.

Jacksonville soll an Baltimores Safety Dawan Landry dran sein, ein potenziell schlechter Move für die Ravens, da Ed Reeds Rücktritt nur mehr wenig entfernt ist und den Ravens die Safetys ausgehen. San Diego zahlt sich auch einen ab für S Weddle: 40 Mio. für 5 Jahre, 13 Mio. Unterschriftenbonus, 19 Mio. guaranteed. Weddle ist damit, man mag es kaum glauben, der bestbezahlte Safety EVER.

Kicker-Markt: Olindo Mare wird Seattle verlassen.

G Robert Gallery geht nach Seattle. Harhar: Hatte ich nicht immer behauptet, Gallery sei ein „Cable-Guy“? Seattles Offense-Line-Coach: Tom Cable.

[19h17] S Eric Weddle wird in San Diego bleiben.

[19h13] Update/Kyle Orton. Lt. Michelle Beisner wird Orton noch vor Mitternacht/MESZ ein Miami Dolphin sein. Tebow-Mania hat John Fox also tatsächlich erfasst.

[18h10] Die Free Agency startet erst übermorgen offiziell – will heißen: Verträge dürfen erst dann unterzeichnet werden – heute schon ist einiges passiert, was Spielerwechsel angeht. Womöglich gibt es morgen Abend „richtiges“ Liveblogging, heute mal ein Überblick, was bisher passiert ist (nicht vergessen, an der Westküste ist es gerade 9h morgens). Ach, und: Ich berufe mich zum größten Teil auf den Twitter-Account von Adam Schefter.

Quarterbacks – Just for the record: Cameron Newton (Pick #1/Panthers) wird ohne Streik seinen Vierjahresvertrag für 22 Mio. unterschreiben.

Größtes D’oh! Bei Donovan McNabb. McNabb ist für einen 6th round-Draftpick nach Minnesota verscheppert worden. McNabb hätte im September einen gigantischen Roster-Bonus erhalten (ergo: wäre mit Sicherheit vorher entlassen worden), aber die geringe Kompensation ist doch überraschend. [6th rounder 2013 ist optional vorgesehen]

Washington hat sich dafür den ehemaligen Jets-QB Kellen Clemens geholt, der einst dank Favre abgesägt worden ist.

Matt Hasselbeck soll angeblich in Tennessee im Wort stehen. Ein Move für die Titans nach dem Motto „Hauptsache, QB Locker wird nicht von Anfang an abgeschossen“. So darf Hasselbeck wohl erstmal seine Glatze hinhalten. Interessant ist der Zusatz „multi year deal“: Hasselbeck ist gepflegte 36, aber Locker wird nachgesagt, mindestens 1-2 Jahre Feinschliff zur NFL-Tauglichkeit zu brauchen.

Seattle hat reagiert und Tavaris Jackson aus Minnesota eingekauft. Jackson ist so ein QB, der dir keine Superlative aussm Hals zieht, aber ich hatte immer das Gefühl, die Vikings hätten ihn mit dem Favre-Geeiere zu früh vor die Hunde geschmissen – siehe Clemens’ Schicksal.

Buffalo hat angeblich Tyler Thigpen, unseren Pistol-QB aus Chiefs-Zeiten, eingekauft. Thigpen hat damals als Rookie unter Chan Gailey ein paar Spiele in der Pistol-Formation gemanagt und IMHO seine Sache so unterirdisch nicht gemacht. Achja: Buffalos Head Coach ist Chan Gailey.

San Francisco hat das letzthin Erwartete gemacht will Alex Smith nun doch behalten. Bengals-Owner Mike Brown bleibt in Sachen Carson Palmer offenbar weiterhin stur: Kein Trade und damit Karriereende.

Zwei Gerüchte: Lt Jason LaCanfora/NFL.com wird Kevin Kolb/Eagles „innerhalb von 48h“ nach Arizona getradet und Kyle Orton/Broncos wird mit einiger Wahrscheinlichkeit nach Miami gehen.

Running Backs – Baltimore soll Willis McGahee gefeuert haben. Überraschungsfrei. Seitens ungedraftete Rookies hat Pittsburgh dem Brecher John Clay (remember Rose Bowl/Wisconsin?) geholt.

Wide ReceiversSantonio Holmes hat in diesen Minuten einen massiven Fünfjahresvertrag mit den Jets ausgehandelt: 50 Mio., 24 Mio. Unterschriftsbonus. Bedeutet a) Braylon Edwards wird wohl gehen, b) die Jets werden irgendwo teure Spieler gehen lassen müssen und c) irgendwo ein paar tausend Kilometer weiter westlich wird ein Vincent Jackson aufmerksam zugehört haben.

Die Redskins haben offenbar Santana Moss weiterverpflichtet (3 Jahre, 15 Mio.) – überraschend, denn Moss ist 32 und hatte 2010/11 ein außergewöhnlich gutes Jahr. Die Redskins haben dem Vernehmen nach auch bei Donte Stallworth zugeschlagen (kommt aus Baltimore) – zwei Spieler, von denen ich aus Madden/NFL-Zeiten im Kopf habe, dass sie wieselflink sind. Stallworth für ein Jahr verpflichtet – wie oft hatten wir das in den letzten Jahren eigentlich schon?

Baltimore wird den älter werdenden Derrick Mason entsorgen.

#Massenexodus_aus_Arizona: Angeblich steht eine Zusage von Steve Breaston für Kansas City kurz bevor. Die Chiefs werden vom ex-Cardinals OffCoord Todd Haley gecoacht.

Tight Ends – Baltimore wird auch Todd Heap entlassen, den famosen Tight End, der gegen die Chiefs in den Playoffs einen Tag vor dem Herrn erlebte und eiskalt die Schnittstelle in der Linebacker-Zone ausnutzte. Randy McMichael bleibt in San Diego.

Offensive Line – Die Ravens scheinen zwar haufenweise Skill Players gehen zu lassen, dafür werden OG Marshal Yanda und OT Jared Gaither gehalten. Vertragsbedingungen sind mir noch nicht bekannt. OT Doug Free wird in Dallas bleiben. Vertrag: 4 Jahre, 32 Mio. Die Bears werden aller Wahrscheinlichkeit nach C Olin Kreutz verlieren (S.F. ist dran, die 49ers haben C David Baas an die Giants verloren).

Defensive Line – Der bisher massivste Deal war schon heute in der Früh bekannt: Die Carolina Panthers haben DE Charles Johnson für sechs Jahre/72 Mio. Dollar behalten. Ein nicht unbedingt erwarteter Move, aber wie angedeutet: Manche Teams müssen auf Druck teure Verträge unterzeichnen und wer eignet sich besser als der beste verfügbare eigene Spieler?

DE Jarvis Moss soll in Oakland bleiben. DT Barry Cofield angeblich (wie von footballissexbaby vor ein paar Tagen prophezeiht) weiterhin bei den Giants – Vertragszahlen sind mir nicht bekannt. Die Giants werden dafür DT Rocky Bernard raus. (Ex-)Wandervogel Damione Lewis bleibt in Houston.

Linebackers – Der nicht gedraftete Rookie OLB Mark Herzlich wird sein Trainingslager mit den New York Giants bestreiten. Herzlich ist der Mann, der nach überstandenem bösartigem Tumor in der vergangenen Saison für Boston College eine starke Saison gespielt hat.

ILB Takeo Spikes geht von San Francisco die Küste runter zu San Diego, ein merkwürdiger und irgendwie unpassender Move von beiden Seiten. OLB Paul Poluszny von Buffalo nach Jacksonville – kleiner Markt zu kleinem Markt, und Buffalos Linebackerschaft wird auch immer dünner…

Defensive Backfield – Die Eagles haben S Quintin Mikell tatsächlich gehen lassen, um genau zu sein nach St Louis. Mikell hat bei PFF seit Jahren Höchstnoten bekommen, ob als Fetisch oder ob wirklich so gut. Auf alle Fälle konsequent als Eagles-Sicht, die seit Jahren nicht davor zurückscheuen, Spieler rauszuwerfen, die die 30 überschritten haben.

Steelers-CB Ike Taylor bleibt in Pittsburgh.

Special Teams – GB behält K Mason Crosby, DET K Dave Rayner.

Eine Anmerkung: Aufgrund der schieren Masse an Informationen werden ich die drei folgenden Einträge zum College-Football auf Anfang nächste Woche verschieben. Ich muss jetzt gleich zu einer Ausschusssitzung und aktuell geht es eh in Sachen NFL ziemlich rund. Wer Anmerkungen zu aktuellen bzw. weiteren Spielerwechseln hat, darf sich natürlich gerne in den Kommentaren melden.

NFL Draft 2011: Durchs Rost gefallen

Der hochkarätigste Name ist IMHO der von OLB Mark Herzlich, der sich von einer seltenen Krebserkrankung zurück gekämpft hat und am Boston College einen Leadertyp par excellence gegeben hat. Ich würde Herzlich bei entsprechendem Verlauf der CBA-Verhandlungen trotzdem eine gute Chance geben, irgendwo einen Kaderplatz zu bekommen. Wobei… seit Myron Rolle weiß man, wie krass die NFL tickt.

Auch Oregons famoser Wide Receiver Jeff Maehl ist nicht unter den 254 gedrafteten Spielern. Und das, obwohl insgesamt 28 Wide Receivers einberufen worden sind. Maehl war ein integraler Bestandteil der sensationellen Ducks-Offense. Also, falls wir uns nicht mehr wiedersehen: Mr. Maehl, ich danke für die tolle Unterhaltung während nicht weniger College Football-Nächte in den letzten Jahren und wünsche alles Gute!

Wie Maehl ist auch Ohio States Dane Sanzenbacher undrafted free agent. Sanzenbacher von den Buckeyes geben ich trotzdem gute Chancen auf eine Karriere im (in der?) Slot.

Auburns vielseitig einsetzbarer RB Mario Fannin ist ein weiterer nicht Gedrafteter. Wohl ein Fall von „zu vielseitig“. Der Trend zu immer spezialisierteren Spielern beginnt sich, außerhalb New Englands durchzusetzen.

Bei den Quarterbacks ist der noch im Jänner gehypte Pat Devlin von Delaware nicht mal in Runde 7 genommen worden. Devlin war so ein Fall „Die Uni hat mal einen Guten rausgebracht, also stürzen wir uns auf den Nachfolger“. Baltimores Joe Flacco hat sich in der NFL bereits durchgesetzt, aber der mediale Hype für Flaccos Nachfolger Devlin war zu kurzatmig und kein Team ist drauf reingefallen.

Ebenso Free Agent: Wisconsins Scott Tolzien, der Rose Bowl QB der Badgers. Tolzien fand ich allerdings nie besonders zuverlässig und wäre bei einer Einberufung überrascht gewesen. Wie Tolzien ist auch Wisconsins bester Running Back durchs Sieb gefallen: John Clay.

Weiters zu nennen: Nevadas RB Vai Taua. Taua ist der beste Back in Nevadas Universitätsgeschichte, aber nur auf dem Feld. Die Prüfungsnoten von Taua sind so abgrundtief schlecht, dass man vor einem Jahr ernsthaft darüber nachgedacht hatte, Taua von der Uni fliegen zu lassen. Der Coach meinte einst auf der PK: Ich brauche den Spieler. Aber ich würde ihm am liebsten eine in die Fresse hauen.

In der Offensive Line hat es Ohio States rabiater Guard Justin Boren nicht gepackt. Boren gilt als physisch monströs (141kg) und ausgestattet mit einem sagenhaften Kämpferherz, aber als sehr ungelenk.

Für Boise State ein herber Verlust, für die NFL nicht gut genug: DE Ryan Winterswyk. Winterswyk hat in der WAC wichtige Dienste geleistet, aber wer als Line-Spieler nur 18 bzw. 22 bench press reps vorzuweisen hat, darf nicht ernsthaft mit einer Einberufung rechnen. Während die Broncos nun schauen müssen, wie sie ohne zusätzliche Blitzes eine ähnliche Sack-Anzahl zusammenkriegen, bleibt Winterswyk nur geringe Hoffnung auf eine Profikarriere.

Ähnliches gilt für Jeron Johnson, Boise States Safety: An der Uni wird immer noch gegrübelt, wie Johnson ersetzt werden könnte. Der NFL war Johnson nicht mal einen Pick in der letzten Runde wert.

Weil grad beim hübschen Broncos-Aufzählen waren: Kicker Kyle Brotzman gehört in diese Liste. Jemand überrascht? Ich glaube aber nicht, dass der beste Kicker der Broncos-Geschichte ernsthaft mit einer Einberufung gerechnet hat, bei den schlimmen Fehlkicks in Reno.

Und zu guter Letzt, weil man fast darauf hätte wetten können: WR Fred Rouse wurde nicht gepickt. Hier bin ich wirklich gespannt, denn athletische Voraussetzungen sollten bei Rouse trotz jahrelanger Kur in verschiedensten Knasts über die USA verstreut zur Genüge vorhanden sein. Der Mann gilt als geläutert und sollte darauf brennen, es der Welt noch einmal zu beweisen. Halte ich nicht für ausgeschlossen, dass ein Trainerstab Rouse eine Chance geben wird.

NFL Draft 2011 Countdown T-minus 3 – Linebacker und herzliche Geschichten

Dominiert wird die Position von einem Mann, der sicher nicht am Donnerstag und womöglich erst am Sonntag einberufen wird: Boston Colleges OLB Mark Herzlich, dessen heroischer Kampf gegen den Krebs für Schlucken gesorgt hat – und für Freudentränen. Herzlich ist ein Leadertyp, eine Inspiration und eine furchteinflößende Gestalt.

Die anderen Olbs

Der meistgehypte OLB der letzten Wochen ist Von Miller von Texas A&M. Miller macht den Eindruck eines Sympathen, mit dem du als Studienkollege gerne mal einen heben gehst, scheint aus gutem Haus zu kommen und nebenan eben aus Spaß mal ein paar Stunden Football spielt. Millers Hauptproblem: Er braucht intelligentes Coaching.

Am College hat Miller fast ausschließlich den gen Quarterback stürmenden Defensive End gegeben, oder besser: OLB. Als End kommt er in der NFL nicht in Frage (viel zu leichtgewichtig mit 107kg). Miller hat die Faxen, blind in Richtung Quarterback zu stürmen und dabei zu vergessen, dass ja auch Laufspiel nicht ausgeschlossen werden kann. Mit geduldigem und kreativem Coaching kann aus Miller sicher was werden – die Frage ist, ob ein Team volles Risiko geht und schon in den Top 5 Miller herauspickt.

Wenig beachtet wird Akeem Ayers von UCLA, ein aggressiver Spieler, der mit einiger Sicherheit eine Handvoll Fumbles provozieren wird. Zweifel sind da ob seiner Spielintelligenz, aber man traut ihm mit adäquatem Coaching durchaus die eine oder andere Pro Bowl zu.

Der Georgia Bulldog Justin Houston ist einer der schwereren Jungs mit 117kg, hat aber ein ähnliches Problem wie Miller: Wo auch immer man ihn einsetzt – er muss erst einmal eingelernt werden. Sozusagen ein Bachelor-Student in den ersten zehn Monaten an der neuen Arbeitsstelle. Kräftig, aber nicht der athletischste.

Arizonas Brooks Reed gilt als unheimlich schneller Pass Rusher, dem aber jegliche Spielintelligenz abgeht – mit draws soll er leicht zu verladen sein. Zudem sehr eindimensional auf seine Antrittsschnelligkeit vertrauend und katastrophal in der Deckung.

Damit zum obligatorischen UNC Tar Heel – Bruce Carter, der unheimlich schnell sein soll, sich aber nicht den Scouts stellen konnte, weil er eine Bänderverletzung gegen Saisonende erlitt. Man befürchtet, dass ihm sämtliche kräftigeren Running Backs bei seiner Tackle-„Technik“ durch die Hände flutschen werden.

„Unheimlich schnell“ ist genau das Stichwort für Nevadas Dontay Moch. Man muss sich das vorstellen: Moch wiegt 112kg und soll an der Universität die 40yds in 4,19sek gelaufen sein. In der Combine war Moch ein paar Zehntel langsamer, aber ein paar Scouts dürften ihre Unterhöschen bereits gewechselt haben. Man traut ihm nicht zu, jemals ein kompletter Spieler zu werden. Heißt: Er wird irgendwann am zweiten oder dritten Tag genommen werden und womöglich zu einem Spezialisten für 3rd downs gemacht werden.

Die Mikes

Mikes und Ilbs gelten diesmal als eher schwach besetzt. Abgesehen von der möglichen Inspiration für Mitspieler haben die Inside Linebackers IMHO aber im Vergleich zu vor vier-fünf Jahren etwas an Bedeutung verloren.

Illinois’ Martez Wilson ist groß gewachsen und für 113kg recht athletisch. Sorgen macht seine Ungestümheit, weswegen man ihm wohl ein paar Jahre Einlernzeit geben wird müssen.

Greg Jones ist ein Abgänger der Michigan State University. Die Spartans haben sich am Ende als deutlich überschätzt gezeigt, aber Jones hat mich überzeugt: Als sich die Spartans in der Capital One Bowl von Alabama abschlachten ließen, spielte Jones trotzdem deutlich erkennbar voll durch. Ich halte sowas für einen sehr positiven Charakterzug.

Casey Matthews ist der Bruder von Green Bays Clay und fällt mit einer ebenso wehenden blonden Mähne auf. Colin McCarthy von den Miami Hurricanes hatte Schulterprobleme und soll Probleme in der Deckung haben.

Um Abschluss der UNC-Beitrag für die Mikes: Quan Sturdivant. Laut Arbeitsprofil ein Liebhaber von Gras, aber ebenso ein guter Tackler, der mehr aus seinen Anlagen zu machen imstande ist als andere.

NFL Combine: Notizzettel zum Abschluss

Die NFL Combine ist zu Ende. Ein paar Notizen zum Abschluss. [Notizen vom Wochenende]

Quarterbacks

Ich werde den Eindruck nicht los, dass Cam Newton medial ganz langsam zum Top-QB gehypt wird. Meine Kinnlade ist bei Newtons Workouts nicht grad in Mitleidenschaft gezogen worden und Newton hat diverse ungute Kommentare (Iwanttobeanentertainerslashicon) abgelassen… und trotzdem ist die Betrachtung rundum positiv? Nicht mehr ausgeschlossen, dass die Buffalo Bills an #3 Cam Newton einkaufen. Die Bills gelten zwar als unberechenbar im Draft, aber der greise Owner Ralph Wilson hat jüngst mehrfach seinen Wunsch nach einem Top-QB geäußert.

Der in den Kommentaren gelobte Joshua Portis ist ein QB von einem aberwitzig kleinen College: Der California University of Pennsylvania. Nicht etwa in Kalifornien gelegen, sondern in California, Pennsylvania. Ein Team der Division II, also nicht mal FCS-Niveau. Portis ist kein prototypischer QB, hat einst an der University of Florida als Tebow-Backup begonnen – und sich wenigstens neben dem Spielfeld einiges NICHT von Tebow abgeschaut.

Ryan Mallett ist auch auf diesem Blog diskutiert worden. Zu all den Spekulationen um Malletts Drogensucht und seinem merkwürdigen Umgang mit den Medien in der Combine kommt ein weiterer Faktor: Malletts College-Coach war Bobby Petrino, dessen QBs nicht gerade im Ruf stehen, in der NFL brilliert zu haben (Ragone, Redman, jüngst Brian Brohm).

Einer meiner Lieblings-QBs im Draft 2011 ist Greg McElroy. Ein ruhiger Mann, ein interessanter QB, dem ich aber an der University of Alabama Unsouveränität in kritischen Momenten vorgeworfen habe. Und: McElroy ist ein intelligenter Bursche: 48 im Wonderlic Test. Achtundvierzig. Ich kann mir vorstellen, dass ein Team wie San Francisco mit einem Coach wie Jim Harbaugh und der Idee einer West Coast Offense sich in Richtung McElroy bewegen könnte. Viel Glück, Mr. McElroy!

Julio Jones

McElroys Top-Receiver an der Uni war Julio Jones, ein physischer, groß gewachsener Mann, über den ich im Jänner geschrieben hatte:

Am Ende des Tages in der Highlight-Show, aber auch drei Drops und fünfmal die Route falsch gelaufen. Schlüsselwort für Scouts: Fokus. Was ihm helfen wird: Jones ist als harter Knochen bekannt, der auch lieber drei Pillen zu viel schluckt und die ganze Woche schlecht schläft, als mal ein Spiel wegen Wehwehchen zu verpassen.

Jones hat die Scouts ob seiner Combine staunend hinterlassen. Fassungslos gemacht hat nun aber der Umstand, dass Jones auch noch mit einer Fraktur im Fuß (!) angetreten ist und absolute Top-Werte erreicht hat. Die Verletzung ist nicht gravierend, aber in NFL-Kreisen dürfte Jones ab sofort als Synonym für toughness eingesetzt werden. Ob das WR-Rennen doch noch einmal eröffnet wird, obwohl ich A.J. Green weiterhin für den explosiveren Mann an der Anspiellinie halte?

Defensive Line

Die Defensive Line gilt nach wie vor als stärkste Position im Draft 2011. Obwohl mit DT Nick Fairley der meist gehypte Mann nicht nur kleiner und leichter als erwartet war, sondern auch noch ziemlich „graue“ Workouts hinlegte, haben laut Mike Mayock satte neun Defensive Ends Erstrundenpotenzial (im Schnitt über die Jahre werden 3 bis 4 Des gezogen). Und der vermeintlich beste Line-Spieler hat noch nicht mitgemacht: Da’quan Bowers.

Wer #1-Defensive Tackle wird, könnte interessant werden: Fairley hatte die beeindruckendere Saison, ist aber aus genannten Gründen vielleicht leicht in Ungnade gefallen. Marcel Dareus ist athletischer gebaut und hatte die bessere Combine, war aber am College etwas weniger dominant und konstant. Auburn (Fairley) gegen Alabama (Dareus) – Iron Bowl im Mini-Format.

Linebackers

Dontay Moch von der University of Nevada (Reno) hat die erwartet überragende 40 Time hingeknallt: 4.44. Moch war angereist mit einer angeblichen 4.19, was für Running Backs sensationell wäre, für einen Defensive End (im College) schlicht exorbitant. Dazu gesellen sich ein paar andere starke athletische Tests. Oakland Raiders, ick hör dir trapsen…

Sicher kein Raider werden wird OLB Von Miller. Über Miller habe ich im Lauf der College-Saison zwar Zweifel an seiner NFL-Kompatibilität gehört. Aber der Mann hat eindrucksvolle Statur und seine Athletik ist beeindruckend. Ich gehe davon aus, dass ein Team ganz oben drin sich an Miller vergreifen wird. Zu einer Zeit, zu der Oakland noch lange keinen Draftpick gesehen hat.

Mark Herzlich, der Mann, der den Krebs besiegte, war weniger Thema als ich gedacht habe. Herzlich hat ordentliche Workouts gemacht, aber nichts Überragendes. Bei ihm bleibt die Aussicht auf einen Leadertypen und die Erwartung, sich weiterhin kontinuierlich an seine körperliche Bestverfassung zurück zu arbeiten. Herzlich gilt als Kandidat für die späteren Runden.

Defensive Backs

Der Mann mit dem klingendsten Namen, Prince Amukamara (Nebraska), hat Top-Sprintzeiten hingeknallt und in den Augen der Scouts seine Voraussetzungen für die langen Routen bewiesen. Amukamara gilt nun als sicherer Top-10 Pick, der spätestens von Dallas (#9) gezogen wird, wenn nicht noch lila Kühe auf dem Campus der Cornhuskers aufkreuzen.

Kleine Brüder

Zwei Spieler sind in der Verlosung 2011, deren Brüder schon am Ziel sind, bzw. fast. Casey Matthews (University of Oregon) läuft ebenso wie Bruder Clay (Superbowl-Champ mit den Packers) mit wehendem Haar durch die Gegend – und spielt ebenso Linebacker. Mike Pouncey ist der kleine Bruder von Steelers-Center Maurkice – und wie dieser Offense Liner. Nicht ausgeschlossen, dass die beiden Brüder im Draft von den jüngsten Erfolgen der großen Brüder profitieren und höher als erwartet genommen werden. Beide gelten aber als nicht so gut wie diese – aber die waren einst auch nicht so hoch angesehen gewesen.

Spiel GM

NFL@Spox veranstaltet einen „Mock Draft“ von Fans für Fans. Die Idee: Jeder kann sich ein verfügbares Team aussuchen und in wie im NFL Draft dafür seinen Favoriten für seine Mannschaft draften, sofern der noch verfügbar ist. Da ich mich für besser als Matt Millen – ich weiß: Kein Qualitätsnachweis – habe ich mich für die Detroit Lions beworben. Es sind noch Mannschaften frei. Wer will, ist herzlich eingeladen, für einen Tag General Manager und Draft-Stratege zu spielen: Hier entlang.

Der NFL-2011-Draftvorschauer drei Tage nach dem Stichtag

Die Bowl Season ist vorbei, NFL Playoffs sind noch mitten im Gange. Im College stehen aktuell die Recruitings sehr stark im Vordergrund. In der NFL werden bei den ausgeschiedenen Teams die Wunden geleckt und die Trainer aussortiert. Zeit, einen kurzen Blick auf einen interessanten Offseason-Aspekt zu werfen: Den NFL-Draft. College-Spieler können vier Jahre an der Uni spielen: Das heißt dann im ersten Jahr Freshman, im zweiten Sophomore, im dritten Junior und im vierten Senior. Danach endet die Karriere an der Uni und nur den Besten steht der Weg in die NFL offen. Die Allerbesten gehen oft schon ein Jahr zu früh, nach dem Junior-Jahr, weil sie sich bessere Chancen ausrechnen, hoch gedraftet zu werden und mehr Kohle einzusacken.

Ein paar der heißeren Namen in der Kurzvorstellung – und der heißeste Namen ist nicht dabei: Bzgl. Andrew Luck kann ich mir meine so schön ausgedachten Franchisegesicht-Floskeln sparen und zumindest ein Jahr in die Schublade stecken. Luck bleibt am College.

Die Offense

Quarterbacks

Nach der Absage von Luck fehlt dem Draft ein herausragender QB. Die Jungs sind allesamt nicht schlecht, aber der Frontmann ist nicht mehr gegeben. Dark horse: Cam Newton.

Cam Newton

Cam Newton - ©Getty

Cameron Newton, Auburn. Athletisch ist der Mann genug und dass er eine Mannschaft notfalls im Alleingang zum Sieg führen kann, hat er auch bewiesen. Die Frage ist, ob sich jemand traut, einen hohen Draftpick in einen Spieler mit der Erfahrung von nur einem Jahr College zu investieren. Die Erfahrung sagt: Ein Team wird verrückt (oder genial?) genug dafür sein. Auf jeden Fall wird Newton Zeitungen und TV-Sendungen füllen – das Dark Horse des Drafts.

Jake Locker, Washington. Locker war letztes Jahr hoch eingeschätzt, blieb dann aber nochmal an der Uni. Keine gute Entscheidung für ihn, denn sein Jahr war suboptimal, um es noch beschönigend auszudrücken. Locker ist zwar beweglich und antrittsschnell, aber seine Würfe… Nope, überzeugen mich nicht.

Blaine Gabbert, Missouri, Junior. Für einige die neue #1 unter den QBs. Mit 1,96m ein Hüne, starker, aber ein Arm, ungenauer als die Mock Drafts im amerikanischen TV. Hat bei Mizzou viel, sehr viel in der Spread-Offense und Shotgun gespielt, aber auch mangels guter Nebenleute keine Bäume ausgerissen. Furchtloser Bursche und mit seinen 107kg ganz schwer zu fällen.

Ryan Mallett, Arkansas. Unbeweglicher als ein Fladen Schüttelbrot, aber ein Wurfarm vor dem Herrn.

Chris Ponder, Florida State. Präziser Werfer und Leadertyp. Helles Köpfchen, das für allerhand akademische Top-Leistungen verantwortlich war. Gilt als Typ für NFL-reif, als QB… Hm, auch wenn Seminole widersprechen würde: So ganz von Ponder bin ich nicht überzeugt.

Andy Dalton, TCU. Ein Scout hätte Dalton an dieser Stelle nicht genannt. Dalton wird eher nicht in Runde 1 oder 2 weggehen. Sieht sehr „schottisch“ aus und hat sich mit einer begeisternden Rose Bowl in meinen Fokus gespielt.

Pat Devlin, Delaware. Spielte in der FCS, daher auch für mich Neuland. Soll in den FCS-Playoffs sensationell aufgegeigt haben.

Running Backs

Trotz eines ehemaligen Heisman-Trophy-Gewinners wird die aktuelle RB-Klasse wie im letzten Jahr als eher mittelmäßig angesehen – und das liegt nicht mal an der Draft-Absage von Oregon-Superstar LaMichael James.

Mark Ingram jr., Alabama. Ganz harte Nuss. Ingram hat eigentlich keine Schwächen, läuft, fängt, bulliger Bursche und es ist leichter, Bill Belichick zum Lachen zu Bringen als ihm den Ball aus der Hand zu schlagen. Heisman Trophy Sieger von 2009, heuer aber einige Zeit verletzt gewesen. Ingrams Problem: Er ist kein Sprinter und eher klein gewachsen. Habe ich bei Maurice Jones-Drew auch mal gehört, das alles.

Ryan Williams, Virginia Tech. Auch so ein kleiner RB, aber brutal kräftig gebaut und schwer zu tackeln.

Jordan Todman, Connecticut. Für NFL-Verhältnisse mit 1,75m ein Kampfgnom. So ganz klar ist mir nicht, warum er nicht sein letztes Jahr im College geblieben ist. RBs mit seiner Statur werden eher selten ganz hoch einberufen.

Wide Receivers

Keine schwache WR-Klasse in meinen Augen, obwohl Michael Floyd und vor allem Justin Blackmon nun doch im College bleiben. Generell fällt bei den Underclassmen auf: Viele Typen, die gebaut sind wie die Säulen vor dem Altar, monströs groß und super-athletisch. Wenn sie nun auch alle die Hände besäßen…

A.J. Green, Georgia. War heuer eine zeitlang gesperrt, weil er ein Trikot an einen Agenten verkaufte. Aber auf dem Feld ein gewaltiger Mann: 1,93m groß, schnell und fängt alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Wird mit einiger Sicherheit als erster WR gedraftet. Ein paar Impressionen:

Julio Jones, Alabama. 1,93m groß, schnell wie eine Rakete, aber unkonstant wie ein Eljero Elia. Am Ende des Tages in der Highlight-Show, aber auch drei Drops und fünfmal die Route falsch gelaufen. Schlüsselwort für Scouts: Fokus. Was ihm helfen wird: Jones ist als harter Knochen bekannt, der auch lieber drei Pillen zu viel schluckt und die ganze Woche schlecht schläft, als mal ein Spiel wegen Wehwehchen zu verpassen.

Jonathan Baldwin, Pitt. Baldwin hat keine Bäume ausgerissen, aber wenn ich mir seine Maße so ansehe, glaube ich kaum, dass er länger als eine oder eineinhalb Runden warten muss: 1,96m, 102kg, kräftig wie der Espresso in der Toskana und guter Blocker, aber nicht der Allerschnellste.

Titus Young, Boise State. Ohne Bronco kann ich kein Draft-Preview gestalten. Young war die beste Offensivwaffe der Broncos. Senior – und schon gleich einen ganzen Kopf kleiner als die Underclassmen. Für die NFL vermutlich zu klein (1,80m), aber das waren Deion Branch und Steve Smith ja auch. Glaubten sie. Go Titus!

Tight Ends

Ein Tight End ragt heraus: Kyle Rudolph von Notre Dame. Ansonsten womöglich kein allzu großer Jahrgang für TEs, aber die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass man dafür erst in die Basketballhalle gehen sollte oder sein Glück in den späten Runden versuchen sollte. Tony Moeaki kannte auch keine Sau.

Offensive Line

Mein Football-Auge ist noch nicht auf Bewertung von Offense Linern geschult, von daher keine Einschätzungen von meiner Seite. Die meist genannten Namen sind: Der Koloss OT Nate Solder mit seinen 2,06m und schlanken 143kg, OT Gabe Carimi, OT Tyron Smith, OT Derrick Sherod, OT Tony Castonzo, OG Rod Hudson, C Mike Pouncey. Mal sehen, inwiefern Pouncey von seinem Bruder profitiert, der sich heuer als Volltreffer in der NFL erwiesen hat.

Die Defense

Die Offense-Liste ist schon draußen. Heute folgt, wieder ganz subjektiv und unvollständig, meine Draft-Liste für die Defense. Was auffällt: Ganz vorne in der Front Seven muss aussortiert werden. So viel Top-Jungs sind da unterwegs. Je weiter wir nach hinten gehen, desto dünner wird das Material für die ersten Runden. Safeties gibt es keine für die Top-Picks – was nicht heißen will, dass da noch ein paar Juwelen in den späteren Runden gepickt werden.

Defensive Line

Wenn ich mir die Liste so anschaue… Da sind massiv viele Ends dabei, die früh weggehen könnten. Starker Jahrgang für die Defensive Lines. Und ein J.J. Watt oder Cam Jordan tauchen da noch gar nicht auf.

Nick Fairley, DT Auburn. Im Prinzip sollte der Mann Nick Unfairley heißen. Aber: Wer seine Lauf-Defense verstärken will, wird bei Fairley zugreifen. Kein Mann wie DT Suh, aber zumindest optisch ähnlich dominant gewesen. Sollte ähnlich Seymour und Dareus auch 3-4 End spielen können. Ein paar halten ihn für mächtig überschätzt. Na denn, riecht trotzdem nach Top-3 bis Top-5. Und nach ein paar gepflegten Keilereien in der NFL…

Robert Quinn, DE North Carolina. Gleiche Uni wie Peppers. Starker Pass Rusher, hat aber wenig gespielt, weil gesperrt. Bekam allerhand Vergütungen und wechselte seine Gesichtsfarbe auch nicht, als er die NCAA-Detektive eiskalt über diese Zustände Märchen erzählte. 1,96m, 122kg und ein Monster von einem Defensive End.

Adrian Clayborn, DE Iowa. Bringt 129kg auf die Waage, ist aber nicht der Explosivste. Ansonsten ein Typ für die Bengals: Hat einen Taxifahrer windelweich geprügelt und dafür schon im Knast übernachten dürfen.

Da’Quan Bowers, DE Clemson. Der Mann mit dem Peppers-Problem: Alle Talente der Welt in einer Person vereint, aber gerne mal einen auf Basler machen und deswegen nicht in der Lage, durchwegs die Offense Lines zu zerbröseln. Aber ein spektakulärer End, der auch einem Laien sofort auffällt.

Ryan Kerrigan, DE Purdue. Weißer Defensive End und unfassbar explosiv. Löwe und Mathe-Student, so was gefällt korsakoff natürlich. Spielt gerne an der Playstation und feiert genau dann Geburtstag, wenn korsakoff seine alljährliche Siesta hält.

Marcel Dareus, DT/DE Alabama. Ein 139kg-Mann für die Mitte der D-Line. Heuer schwächer als erwartet. Ein gutes Zeichen: Dareus hat mich so schon schwer beeindruckt, sollte wie Seymour auch als End in der 3-4 Defense spielen können.

Stephen Paea, DT Oregon State. Hab ihn nur zweimal gesehen, da war er nur mäßig auffällig. Wird aber von allen Experten als 1st-Rundenpick angesehen, weil nicht viele Running Backs über ihn drüberlaufen werden.

Linebackers

Auffällig: Es gibt kaum klassische Inside und Outside LBs. Wir haben es mit einem Pulk an Jungs zu tun, die „allgemeingebildete“ Spielertypen sind und z.T. auch Defensive End draufhaben. Der beste Mann fehlt: Travis Lewis bleibt in Oklahoma. Dafür haben wir eine großartige Geschichte dabei.

Mark Herzlich, MLB Boston College. #94. Herzlich hat seinen Kampf schon gewonnen – den gegen einen seltenen und sehr unguten Knochenkrebs. Kämpferqualitäten sind etwas, was die NFL schätzt. Sehr sogar. Wird in jedem Umkleideraum ein emotionaler Leader sein. Mark, Herzlich willkommen in der NFL!

Einen Fan auf dieser Seite des Atlantiks hat der Mann schon. Der sitzt gerade in Südtirol.

Von Miller, OLB Texas. Hat sich schon den Ruf als harter Knochen erarbeitet, weil er häufig trotz Verletzungen spielt. Das beeindruckt NFL-Scouts. Starker Pass-Rusher, der auch schon DE gespielt hat. Kreativer Choreograf für Sack-Tänzchen. Irgendwo in Top-10-Nähe, aber vielleicht ein Riesenflop.

Akeem Ayers, OLB UCLA. Sehr kompletter Spieler, der noch lieber in die Deckung geht, als auf Blitzes. Gilt als unkonstant.

Greg Jones, OLB/MLB Michigan State. Ein Spieler, der schneller am Ort des Geschehens ist als du seinen Namen aussprechen kannst, und einer, der dir 10 Tackles pro Spiel macht. Spielte in der Capital One Bowl zuletzt voll durch, obwohl seine Spartans hoffnungslos – und ich meine hoffnungslos – in Rückstand waren.

Defensive Backs

Die NFL ist im Begriff, Defenses „von hinten“ bauen müssen zu glauben. Will heißen: Statt dominante Defensive Lines zusammenzuzimmern, tendiert man mehr dazu, zuerst dominante Safeties und Cornerbacks einzukaufen. Spieler wie Polamalu, Reed oder Revis dürften da nicht ganz unschuldig an der Meinung sein – für sie werden mittlerweile eigene Gameplans entwickelt.

Patrick Peterson, CB LSU. Brutal schneller Mann, der als neuer Devin Hester gilt. Sensationeller Punt Returner, keine Frage. Deckt in der Seconodary alles ab, was abzudecken ist. Sicherer Top-10 Pick, mit Option auf mehr.

Prince Amukamara, CB Nebraska. Nach „Ndamukong“ wieder so ein unaussprechlicher Name von der University of Nebraska. Diesmal nichts mit Indianern zu tun, sondern Wurzeln in Nigeria. Amukamara ist ein Athlet vor dem Herrn, aber ein unkonstanter und zuweilen laxer Knabe und keiner.

Brandon Harris, CB Miami. Log noch vor ein paar Tagen schamlos, als er ankündigte, im College zu bleiben. Geht jetzt doch in die NFL, weil CB Janoris Jenkins im College bleibt und für Harris eine höhere Draftposition herausschaut. Wurde in der Sun Bowl böse von Malcolm Floyd verbraten.

Rahim Moore, S UCLA. Gilt als Top-Safety, wird aber wohl nicht in Runde #1 gedraftet werden, obwohl ein Abfangjäger wie Ed Reed.

Jeron Johnson, S Boise State. Johnson hat mir in der Las Vegas Bowl extrem gut gefallen. Kleiner, kräftiger Mann mit Nehmerqualitäten. Wird aber kaum in den ersten 2-3 Runden weggehen.

Ras-I Dowling, CB Virginia. Letzter Mann in dieser Vorschau. Okay, ich hab den Mann nie spielen sehen. Aber der Name… schlicht und ergreifend köstlich.