Glaskugel 2012: New York Giants

Footballfans und Medien sind komisch. Die Giants haben den Super Bowl gewonnen, zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren. Ihr Quarterback hat gespielt wie eine Mischung aus Joe Montana und Tom Brady in ihren besten Jahren. Ihr Offensive Coordinator hat ihm ein System gebastelt, das als eines der wenigen ein starkes vertikales Element besitzt, während die meisten anderen wieder und immer wieder 5-Yard-Pässe in Slot oder Flat werfen. Die Offense ist jetzt seit vier Jahren in allen Kategorien konstant in den Top-10. Die Defense mit ihren vielen aufregenden Pass Rushern ist spektakulär. Selbst wenn sich ständig Leute verletzten, kann sie auch den besten Offenses Paroli bieten. Aber niemanden scheint es zu interessieren, niemand scheint das ernst zu nehmen.

Okay, wenn es jetzt eine Mannschaft aus der middle of nowhere wäre, Kansas City oder so, die mal eine Saison igrendwie zufällig stark war, könnte ich verstehen. Aber zur Hölle, diese Mannschaft ist auch noch aus New York! In den Top-100 Storylines dieser Offseason kam der Super-Bow-Champions nicht vor! Tebow, Peyton Manning, Patriots-D, können die 49ers nochmal, kommt jetzt endlich mal San Diego, haben die Bills die beste D-Line, ist Houston die beste Mannschaft der Liga, oder vielleicht doch Philly, ist Flacco jetzt Elite, Bountygate, Referees – alles mögliche wird hoch und runter dekliniert außer der Champion! Strange.

Dabei ist Big Blue dieses Jahr ganz klar einer der Favoriten, die Lombardi Trophy erneut zu erobern. Die Mannschaft hat sich in der Offseason nicht verschlechtert, sondern verbessert.

Giants Defense

Justin Tuck, Jason Pierre-Paul und Osi Umenyiora sind ein Luxus, bei dem allen anderen Coaches der Liga neidisch werden. Jeder von ihnen wäre in den meisten anderen Mannschaften die ganz klare Nr.1 als Defensive End. In sub packages kommt auch noch LB Matthias Kiwanuka als Pass Rusher dazu. Wenn die gegnerische Offense sie mal etwas zu lange geärgert hat, packt DC Perry Fewell seine „NASCAR-D“ aus: er läßt alle vier gleichzeitig auf den Quarterback los. Normalerweise aber wird immer locker durchgewechselt, so daß auch im vierten Viertel alle noch heiß und fit sind.

Auch in der Mitte der Linie wird viel rotiert. Gesetzt als Starter sind der 2,02m-Mann Chris Canty und der 150kg-Kerl Linval Joseph. Zu Beginn der Saison könnte Marvin Austin, 2nd-rd pick 2011, eine größere Rolle übernehmen, da Canty noch auf PUP ist. Austin galt als sicherer 1st-rd pick, wurde aber für die Saison 2010 von der NCAA gesperrt und hat letztes Jahr aufgrund einer schweren Brustmuskelverletzung nicht gespielt. Als weiterer fähiger Backups ist wieder Rocky Bernard mit dabei und als 7th-rd pick den Sprung in den Kader geschafft hat der Deutsche Markus Kuhn. Er müßte im depth chart die Nr.4 sein und sollte bei der vielen Rotiererei auch einige Snaps sehen. (Canty beginnt die Saison auf PUP, darum Nr.4 statt 5.)

Das Linebacking Corps war letztes Jahr lange Zeit das große Sorgenkind. Die einzige Konstante war hier Kiwanuka. Den anderen OLB gibt Michael Boley, der für einen 105kg-Typen verdammt gut in zone coverage ist, darum auch in der Nickel-D immer spielt. In der Mitte ist erstmal wieder der verlorene Sohn Chase Blackburn gesetzt. Blackburn wurde eigentlich vor der Saison entlassen, als dann aber die MLBs Woche für Woche schlechter aussahen, wurde er im November wieder verpflichtet und hat gespielt, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

Für die Tiefe haben die Giants auch noch Jacquian Williams, der auch sehr gut gegen den Paß aussieht, sich in seiner Rookiesaison (6th-rd pick) verdammt schnell entwickelt hat und Boley noch mehr Spielzeit streitig machen wird. Außerdem sind auch noch Publikumsliebling Mark Herzlich und der ehemalige Top-10 pick Keith Rivers (2008; kam aus Cincinnati) mit dabei.

Die Secondary wird angeführt von Corey Webster, mittlerweile einer der besten Cornerbacks der Liga. Als 2nd-rd pick 2005 gekommen, hat er vom Coaching Staff Zeit für eine ruhige Entwicklung bekommen und sich stetig verbessert. Das ist überhaupt bei sehr vielen Spielern im Kader zu beobachten, daß sie, ähnlich wie bei den Steelers, ohne großen Druck in ihr erstes Jahr gehen, dann kleine Aufgaben übernehmen, dann größere und dann auf einmal fragen sich die Leute: wo kommt eigentlich dieser Webster her? Oder dieser JPP, oder Tuck, oder Kiwanuka? Dieses konstante und erfolgreiche entwickeln von Talenten wird auch viel zu wenig gewertschätzt, wenn man über die Giants spricht. Hat sich mal jemand gewundert, warum Big Blue kein großer Player in der Free Agency ist?

Zurück zur Secondary. Gegenüber Webster sollte eigentlich Terrell Thomas spielen, auch so ein gut entwickeltes Talent. Leider hat er sich nun zum widerholten Male das Kreuzband gerissen und wird die Saison auf IR verbringen. Das ist aber nur halb so schlimm, denn die Giants haben ja auch noch den besten CB aus der letzten Draft: Prince Amukamara. Dieser hat sich an seinem ersten Trainingstag für die Giants 2011 den Fuß gebrochen und kam somit ohne jede Vorbereitung oder Training im Laufe der Saison auf ein NFL-Spielfeld und sah auch erstmal dementsprechend aus. Im Laufe der Saison hat er sich aber gefangen und die Giants sind ganz zuversichtlich, daß er den abgewanderten Aaron Ross nicht nur ersetzen kann, sondern eine Verbesserung ihm gegenüber darstellt. Als Backups stehen Routinier Justin Tryon, 3rd-rd pick Jayron Hosley und Michael Coe bereit.

Safety Kenny Phillips ist ähnlich wie Webster: in einer stetigen Entwicklung einer der besten seines Faches geworden, ohne dafür viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Daneben spielt der umstrittene Antrel Rolle, der meiner Meinung nach bei den meisten pundits zu schlecht wegkommt. Rolle wird auch immer wieder als slot nickelback eingesetzt, dann geht der junge Tyler Sash auf die freigewordene Safety-Position. Rookie Hosley hat in der Offseason im Slot aber sehr beeindruckt, so daß Rolle sich wohl mehr auf seine Aufgaben als Safety konzentrieren kann. Darum ist auch der Verlust von Deon Grant nicht schwerwiegend. Grant war übrigens neben Ross der einzige Abgang. Bei den vielen Namen wird deutlich: das ist eine verdammt tiefe Defense.

Giants Offense

Die Offense ist weniger tief, aber bei einer derartigen Qualität in der Spitze ist das auch gar nicht weiter schlimm. Eli Manning ist mittlerweile nach viel harter Arbeit und nach noch viel mehr harten Rückschlägen ein Top-3 Quarterback. Das beeindruckendste an seinem Spiel ist seine Tiefkühlfachmentalität. Er wirft eine INT? Er spielt schlecht und die Giants verlieren? Er wird pro Spiel 30 Mal unangespitzt in den Boden gerammt? He just shrugs. Is´ ihm egal. Es gibt keinen QB, der cooler in einer zusammenbrechenden Pocket steht und genau eine Zehntelsekunde bevor 600 Pfund einschlagen einen perfekten Paß wirft.

Schedule

Wk1 v DAL (SNF)
Wk2 v TB
Wk3 @ CAR (TNF)
Wk4 @ PHI (SNF)
Wk5 v CLE
Wk6 @ SF
Wk7 v WAS
Wk8 @ DAL
Wk9 v PIT
Wk10 @ CIN
Wk11 BYE
Wk12 v GB (SNF)
Wk13 @ WAS (MNF)
Wk14 v NO
Wk15 @ ATL
Wk16 @ BAL
Wk17 v PHI

Er wird auch 2012 wird einiges einstecken müssen. Die Mitte um Kevin Boothe, David Baas und Chris Snee kann man – mit viel Wohlwollen – als durchschnittlich bezeichnen. Das wirkliche Problem sind die Tackles. David Diehl ist einfach nur schlecht. Letztes Jahr hat er links gespielt, dieses Jahr geht er wieder auf die rechte Seite. Links soll jemand spielen, der besser ist. Also entweder Will Beatty, der mal in der zweiten Runde gedraftet wurde, um der LT der Zukunft zu werden. Das hat, auch aufgrund von Verletzungen bis jetzt noch nicht geklappt, darum wird erstmal Sean Locklear die Saison links beginnen. Locklear ist ein erfahrener Veteran, der immerhin ein upgrade über Diehl darstellen sollte.

Das kränkelnde Laufspiel wurde mit einem 1st-rd pick aufgepäppelt. David Wilson soll Ahmad Bradshaw einen großen Teil der Arbeit abnehmen und im Trainings Camp und den Preseason-Games sah Wilson auch sehr vielversprechend aus. Vervollständigt wird das Running Game von den FBs/H-Backs Henry Hynoski und Bear Pascoe sowie dem dicken TE Martellus Bennett.

Bennett kam aus Dallas und ist einer der besten run blocker unter den Tight Ends. Nur haben aber weder Pascoe noch Bennett bis jetzt bewiesen, daß sie Jake Ballard als pass catcher ersetzen können. 4th-rd pick Adrien Robinson soll unglaublich talentiert sein, aber sehr ungeschliffen und im Laufe der Saison wird auch noch Travis Beckum zurückkommen. Eli wird schon jemanden finden, zu dem er werfen kann.

Das ist auch so beeindruckend bei Eli: es ist nicht nur egal, wer für ihn blockt, es ist auch egal, wer die Bälle fängt. Beinahe jedes Jahr verliert er WRs und kommen neue in den Kader und Eli just shrugs. Dann wirft er eben einfach zu denen. Man hat noch nie gehört, daß sich Eli beschwert: „ooh, ich hab schon wieder neue WR, wir brauchen Zeit, wir brauchen bessere Abstimmung, natürlich kann es jetzt noch nicht so gut laufen“, blablabla, was andere QBs eben immer so sagen. Eli macht einfach.

Dieses Jahr muß Mario Manningham ersetzt werden. Dafür stehen 2nd-rd pick Reuben Randle und Domenik Hixon bereit. Hixon hat vor seiner verltzungsgeplagten Zeit schon bewiesen, daß er ein zuverlässiger Nr. 3 Receiver sein kann, darum wird Rookie Randle erstmal weniger Snaps bekommen. Warum 2,00m-Mann Ramses Barden immer noch im Kader ist, verstehe wer will. Er ist seit drei Jahren da und hat 15 Catches.

Hakeem Nicks und Victor Cruz haben sich zu einem der besten WR-Duos der Liga entwickelt. Cruz spielt meistens im Slot und Nicks die klassische Nr.1 an der Seitenlinie und wenn Big Blue unbedingt ein first down benötigt, spielen beide auf der gleichen Seite. Zusammen erfingen beiden in der letzten Saison mehr als 2700 Yards. Als Backup für den Slot hat man letztes Jahr in der dritten Runden Jerrel Jernigan gedraftet. Jede Menge Tiefe also.

Ausblick Giants

Die Giants haben das kompletteste Team. Sie haben eine beeindruckende Tiefe in den meisten Mannschaftsteilen. Sie haben alle nur erdenklichen Hürden und Rückschläge und Niederlagen schon (mindestens) einmal durchgemacht, sie kann nichts mehr schocken. Sie sind dieses Jahr under the radar, obwohl sie letztes Jahr schon den Super Bowl gewonnen haben. Big Blue ist für mich der große Favorit auf die Lombardi Trophy. Es wäre der erste repeat seit den Patriots 2003/4.

Super Bowl 46 – Würdigung New York Giants

In vielen Nachbetrachtungen ist jetzt zu lesen, daß die New York Giants besonders glücklich gewesen wären und von vielen Zufällen profitiert haben. Das kann ich so nicht nachvollziehen. Eher ist es so, daß sie gerade zu Saisonbeginn sehr viel Pech hatten. Vor allem Verletzungspech. Aber sie haben an ihr Konzept und an sich selbst geglaubt und sind ein würdiger Super Bowl Champion.

Schon bevor der erste Snap der Regular Season gespielt wurde hat sich Terrell Thomas, der als No.2-CB eingeplant war, mit einem Kreuzbandriß auf IR verabschiedet. Unglücklicherweise brach sich zusätzlich auch noch der hochgehandelte Rookie Cornerback Prince Amukamara das Bein und fiel bis November aus. Die ohnehin schwache Offensive Line verlor mit Left Tackle Will Beatty im November ihren besten Mann; sein Ersatz Stacy Andrews mußte kurz darauf die Segel streichen. So mußte der schon als Guard überforderte David Diehl wieder den Left Tackle geben. Kurz vor dem ersten Saisonspiel riß auch das Kreuzband von MLB Jonathan Goff, für den die Rolle des defensiven QBs vorgesehen war. Weil auch Michael Boley einige Wochen verletzt aussetzen mußte, haben die G-Men einige Spiele mit drei Rookies im Linebacking-Corps gespielt. Matthias Kiwanuka konnte dort nicht spielen, denn er wurde als Defensive End gebraucht, da auch die essentiell wichtigen Justin Tuck und Osi Umenyiora von Verletzungen nicht verschont blieben. Um dem noch die Krone aufzusetzen, ist auch 2nd-rd pick Marvin Austin schon im August auf IR gelandet.

Auf der anderen Seite des Balles hat das für Big Blue so wichtige Laufspiel nicht nur unter den Verletzungen der O-Line gelitten, sondern auch unter der verletzungsbedingten Abwesenheit von Ahmad Bradshaw. Domenix Hixon, als Nr.3-WR vorgesehen hat sich in Woche 2 ins Lazarett verabschiedet. Das war nicht so gravierend, weil dann Victor Cruz in die Bresche sprang, aber gerade in seinen ersten Wochen hat er neben Big Plays auch teilweise hahnebüchene Genickbrecher produziert, die dann unter anderem zu dieser komischen Niederlage im Freak Unfall gegen die Seahawks geführt haben. Hixon hat dann schon mehr gefehlt, als auch Mario Manningham und Hakeem Nicks mehrere Spiele verpaßt haben.

Als New York dann immer mehr ihrer verletzten Spieler an Board hatte oder sich mit den Ersatzleuten eingespielt hatte, wurden auch die Leistungen deutlich besser. Nach drei November-Niederlagen in Folge (gegen die 49ers, Eagles und Saints – keine schlechten Teams) hat Big Blue in Woche 13 ein erstes lautes Ausrufezeichen gesetzt mit ihrem couragierten Auftreten in einer denkbar knappen Niederlage gegen die Packers. In der folgenden Woche, in der nach einem noch besseren Auftritt der Divisionsrivale Dallas niedergerungen wurde, stand hier am 14. Dezember Folgendes zu lesen:

Die Giants können jeden schlagen. Sie sind deutlich besser als ihr 7-6-record vermuten läßt. Wenn nicht nur JPP so spielt, sondern auch Tuck noch eine Schipee drauflegt, was er talentmäßig durchaus kann, und Osi Umenyiora wieder topfit ist, kann auch diese Defense wieder jedem Angriff Kopfschmerzen bereiten. In den letzten zwei, drei Spielen hat auch das Laufspiel endlich gezeigt, daß es gar nicht so unterirdisch ist. Mit Nicks, Manningham, Cruz und Ballard hat man dazu Paßempfänger, die immer für ein Big Play gut sind. Und ein Eli Manning in dieser Verfassung kann die Giants überall hin führen…

So ist es dann auch gekommen. Nach einem kurzen Rückschlag gegen die Redskins gewannen die G-Men bis zum vergangenen Sonntag sechs Do-or-Die-Spiel in Folge. Die ersten vier davon mit einem kumulierten Score von 121 zu 50. Nicht daß die jeweiligen Gegner Laufkundschaft gewesen wären, es handelte sich um den Stadtrivalen Jets, den Erzfeind Cowboys, den No.5 Seed Atlanta, den No.1 Seed Green Bay, den No.2 Seed San Francisco und den No.1 Seed der AFC – New England. So ganz ohne ein wenig Glück wäre vielleicht auch ein Spiel davon verloren gegangen. Aber der Respekt über einen der beeindruckendsten Streaks der letzten Jahre sollte deutlich überwiegen. Über keines dieser Spiele kann man das Urteil unverdient sprechen.

Über die Leistungen von Eli Manning habe ich oft genug geschrieben, das muß hier nicht wiederholt werden. Nur soviel: das beeindruckendste an Eli ist seine Entwicklung, die er durchlaufen hat. Von einem überforderten Jüngling, der in seinen erratischen Leistungen oft zwischen dämlich und ängstlich geschwankt hat, ist in einem langsamen, aber steten Prozeß ein hervorragender Quarterback und Leader geworden, der seine Mannschaft trägt, immer im Spiel hält und auch mal eines (und zwei und drei…) alleine gewinnen kann. Und das alles in New York. Das wohl schwierigste Umfeld, das man einem Quarterback antun kann.

Besonders gewürdigt werden muß auch das Management. Gerade bei diesem Druck, dem Mannschaft und Coach im Big Apple ausgesetzt sind, trotz manchmal ausbleibender Siege und Playoff-Teilnahmen an Coughlin und dem Konzept festzuhalten, hätten einige andere aufgeregte Besitzer und Manager wohl nicht durchgehalten. Die Giants beweisen, daß sich eine durchdachte langfristige Strategie auszahlt – manchmal zwar erst langfristig, aber zwei Lombardi Trophies sind es allemal wert.

Abseits der Giants noch ein anderer Gedanke: jedes Spiel der Regular Season ist wichtig, vielleicht ein banaler Gedanke, aber in den Stories über “heiß sein zu rechten Zeit” ein wenig untergegangen. Hätten die Saints sich nicht zwei unerklärliche Auszeit gegen die Bucs und Rams (!) gegönnt, hätten sie den Heimvorteil in den Playoffs gehabt – und wohl kaum in ihrem Dome gegen die 49ers verloren. Und wahrscheinlich auch nicht gegen irgendeine andere Mannschaft in einem Dome. Die beiden Spiele waren vielleicht das größte Glück für die Giants. (Die Head Coaches von Tampa und St. Louis wurden nach der Saison gefeuert. Ironischerweise ist Raheem Morris jetzt bei New Yorks Divisionsrivalen aus Washington untergekommen. Und noch ironischer: Ex-Rams HC Steve Spagnuolo, der als DC der Giants 2007/08 einen Ring gewann, ist in der kommenden Saison DC der Saints.)

New York Giants in der Frischzellenkur

Die Offensive Line der Giants ist kein Prunkstück. Jede Wette, dass die Giants an der #19 einen Offensive Tackle einberufen.

Quelle: Sezierstunden/Sideline Reporter

ÜBERBLICK

#19 CB Prince Amukamara (Nebraska)
#52 DT Marv Austin (UNC)
#83 WR Jerrel Jernigan (Troy)
#117 OT James Brewer (Indiana)
#185 LB Greg Jones (Michigan State)
#198 S Tyler Sash (Iowa)
#202 LB Jacquian Williams (USF)
#221 RB Da’Rel Scott (Maryland)

Die Wette ist verloren, weil die Giants in diesem Draft die verlachte Strategie best player available eiskalt durchgezogen haben. An #19 wurde CB Prince Amukamara einberufen, der als kommender Superstar galt, aber aus Gründen des Runs in die Schützengräben und des irrsinnigen Verlangens nach Quarterbacks durchgereicht wurde. In Runde 2 – noch krasser – wurde der durchgeknallte DT Marvin Austin von North Carolina einberufen. Die Defense Line… die absolute Stärke der Giants.

Der erwartete Offense Tackle kam erst in Runde 4, James Brewer von den Hoosiers. Wohl mehr als Aufbauprodukt gedacht. Man hat offenbar mehr Vertrauen in LT Dave Diehl als angenommen.

Zwei Skill Players für die Offense: WR Jernel Jernigan, ein weiterer dieser Dutzend-Receiver, die New York zu einem unberechenbaren Angriff machen, weil alle gut sind, aber keiner überragend. „Unberechenbarkeit“ könnte allerdings auch an QB Eli Manning festgemacht werden. Dazu ein RB De’rel Scott in der letzten Runde, wohl der neue #3-Back.

Alle Giants-Picks sind interessant, auch der LB Greg Jones, vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass die halbe Linebackerschaft schön langsam greise wird oder Rentnerverträge möchte. S Tyler Sash wird mit Sicherheit einen Platz im Kader bekommen, da man etwas Druck auf den nach Flop riechenden Antrel Rolle ausüben will. Ich frage mich aber, ob das Prädikat 6th round pick Rolle nervös werden lässt.

Summa summarum

Wie kurz angeklungen: Ein Draft zum Mitdenken. Am Anfang wurden nicht unbedingt eklatante Schwachstellen angegangen, später ein Haufen an Spielern, denen Tom Coughlin das symbolische Messer mit auf den Trainingsplatz gibt, um den Startern Feuer unterm Arsch zu machen. Besseren Schutz für den unkonstanten QB Manning hat man allerdings nicht gesucht, weil man lieber CB Amukamara von den Eagles fernhalten wollte.