NFL-News aus Detroit

NFL Championship Sunday!

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All-32: Detroit Lions 2020 Preview

Die Detroit Lions sind ein oft genannter Sleeper im Vorfeld der NFL-Saison 2020. Gleich mehrere Portale schreiben über den Lions-Kader als sei er der beste in der NFC North. Ich bin entgegen all dem Optimismus noch etwas skeptisch – v.a. weil wir das Thema „Coaching“ letztlich in unsere Erwartung mit integrieren müssen. Weiterlesen

Detroit Lions vs. Kansas City Chiefs 2019 in der Analyse

Ein Rückblick auf eines der verrückteren Spiele in der ersten Phase der Regular Season 2019/20: Detroit Lions vs. Kansas City Chiefs. Die Chiefs gewannen knapp 34-30 im Ford Field, aber es war eine Partie auf Messers Schneide.

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NFL-Teams und Passrouten nach einem Saisonviertel in der NFL 2019/20

Interessanter Artikel bei PFF.com über die Pass-Designs einiger Mannschaften, namentlich der Detroit Lions, Green Bay Packers, Tampa Bay Buccaneers und Kansas City Chiefs nach dem ersten Saisonviertel. Weiterlesen

Detroit Lions in der Sezierstunde

Umbau der Detroit Lions nach dem Verpassen der Playoffs in der letzten Saison. Eine 9-7 Bilanz konnte Head Coach Jim Caldwell nicht retten – er wurde direkt im Anschluss an die letzte Saison gefeuert und durch den ehemaligen DefCoord der Patriots, Matt Patricia, ersetzt. Weiterlesen

Sonntagsvorschauer – Spieltag 10

Woche 10 in der NFL – und die beste Mannschaft im Lande hat spielfrei: Die Verletzten. Am Donnerstag kam CB Richard Sherman von den Seahawks dazu. Im Prinzip bleibt zu hoffen, dass heute auch die Verletztenliste eine Auszeit nimmt. Denn schön langsam gehen der NFL die Stars aus. Weiterlesen

Detroit Lions in der Sezierstunde

Erfolgreichste Saison der Detroit Lions seit langer Zeit – zumindest auf dem Papier: 11-5 Siege und ein legendäres (allerdings verlorenes) Playoff-Spiel in Dallas stehen auf der Habenseite für die Einstandssaison von Head Coach Jim Caldwell. Insofern hat der Schweiger Caldwell die Erwartungen mehr als erfüllt. Nun steht der harte Teil der Arbeit aber erst an: Die Weiterentwicklung einer Mannschaft, deren Höhepunkt für 2014/15 programmiert war. Weiterlesen

Detroit Lions in der Sezierstunde

Überblick 2013

Record         7-9
Enge Spiele    4-6
Pythagorean    8.5    13
Power Ranking  0.569  10
Pass-Offense   6.8    7
Pass-Defense   6.5    20
Turnovers      -12

Management

Salary Cap 2014.

Die abgelaufene Saison war für viele der letzte Beweis, dass es die Detroit Lions einfach nicht packen und man die Franchise im Prinzip einstampfen könnte, weil es sowieso nie gehen wird. Was bei den Lions 2013 hinten raus kam, war viel Brüllen um Nichts, aber die Mannschaft steht weiterhin „kurz davor“ und vermittelt somit noch immer Hoffnung auf den Durchbruch. Zwar wurde keine Radikalkur gewagt, denn GM Martin Mayhew darf auch weiterhin seine Managementkünste ausleben, aber es würde zumindest eine Therapie versucht.

Die Ära von Jim Schwartz ist vorbei. Ich habe schon darüber geschrieben, warum ich Jim Schwartz trotz allem noch ein klein wenig nachtrauere, und ich habe auch schon den neuen König der Löwen, den stets etwas desinteressiert dreinschauenden Jim Caldwell unter die Lupe genommen. Caldwell ist eine auf den ersten Blick bizarre Wahl als neuer Headcoach, aber es gibt durchaus auch Greifbares bei ihm, an dem man seine Zukunftshoffnungen festmachen kann.

Das Offensichtlichste ist Caldwells Besetzung des Trainerstabs, die besser ausfiel als befürchtet. Die Offense wurde an OffCoord Joe Lombardi übergeben mit dem Auftrag, QB Matthew Stafford geradezubiegen. Stafford ist ein monstermäßiges Talent mit dem vielleicht besten Wurfarm der NFL, aber eben auch ein Mario Basler an verschwendetem Potenzial. Bei Stafford ist noch nix zu spät: Der Junge ist ein 88er, gerade 26 geworden. Für QB-Verhältnisse ist das kein Alter, aber man muss ihm Flauseln austreiben, die immer wieder auftraten: Zu überhastetes Werfen, zu viel Selbstbewusstsein bei versuchten Würfen in Dreifachdeckungen, zu viele technische Unsauberkeiten.

Caldwell und Lombardi kommen aus der QB-Schule. Sie gelten als QB-Gurus, die keine Geringeren als Peyton Manning und Drew Brees zu maximalen Höhen geführt haben. Es gibt genügend Beispiele, wo QBs mit Mitte 20 nach Korrektur von einer oder zwei Details noch die Kurve gekratzt haben.

Die Offensivprobleme liegen nicht allein an Stafford; es ist auch diese eklatante Abhängigkeit von WR-Granate Calvin Johnson, der nicht weniger als jedes vierte Anspiel Staffords sah, für sensationelle 37% Anspiele downfield (also über 15yds von der Anspiellinie). Johnson machte seine Yards. An ihm liegt es nicht, dass diese Offense stets einen frustrierenden Eindruck des nicht ausgeschöpften Potenzials hinterlässt.

Caldwell und Lombardi haben in erster Linie die Aufgabe, diese Offense schematisch so zu verbessern, dass nicht mehr bloß reine Naturgewalt (Staffords Arm, Johnsons Fangkunst) den Gegner schlagen. Dafür wird mehr verlangt als ein feiner Quarterback. Die Saints, aus deren Schule Lombardi stammt, zum Beispiel ließen eine Unzahl an verschiedenen Formationen auflaufen, und sie konnten um einen Kader bauen, der viele verschiedene Skill-Sets vereinte: Drei Running Backs und fünf WR/TE mit jeweils individuell verschiedenen Spezialitäten. Das fehlt in Detroit – noch.

Es fehlt übelst an einem zweiten und dritten Wide Receiver in Detroit. Burleson musste aus Vertragsgründen entlassen werden und wird fast sicher nicht wiederkehren. Der junge Ryan Broyles gilt als Talent, aber beendete jeder seiner drei letzten Saisons mit schweren Verletzungen und könnte bald aufgebraucht sein. Und ein Kris Durham… nein. Durham ist als Staffords Raumpensau eine Stimmungskanone für die Eintracht in der Mannschaft, aber für das Spielsystem nicht mehr als ein vierter oder fünfter Mann für die Snaps zwischendurch. Wenn überhaupt.

Bei den Tight Ends konnte sich der junge Joseph Fauria als RedZone-Waffe und Kunsttänzer aufdrängen, aber Fauria ist (zumindest noch) weder ein kompletter Spieler im Sinne des Blockens noch ein kompletter Fänger im Sinne des Fangens. Der vertragslose Brendon Pettigrew (1st-Round Pick 2009) treibt die Fans mit seiner teilweise laschen Art zu spielen (viele Drops und Fumbles) gern mal in den Wahnsinn, wäre aber als Vorblocker eine Hausnummer – die Salary Cap ist mit 133 Mille höher als erwartet: Pettigrew könnte also unter Umständen in Detroit verbleiben und eine wertvolle Ergänzung bleiben.

Bleibt das Problem „zweiter Wide Receiver“. Detroit könnte mit seinen hohen Draftpicks einen teuren Rookie holen. Man könnte aber auch auf den Transfermarkt schauen, der mit Leuten wie Emmanuel Sanders oder Hakeem Nicks durchaus klingende, noch relativ junge Namen hergeben dürfte. Die Frage ist aber auch hier der finanzielle Spielraum, der dank Mayhews schlechtem Management der letzten Jahre recht eingeschränkt ist.

Spielraum zur Vertragsumstrukturierung gäbe es bei dem Gesicht der Lions, DT Ndamukong Suh, dem Mann, der sich sportlich zu einem echten Allstar-Kaliber entwickelt hat, der aber nicht aus den Schlagzeilen kommt, sei es wegen rohem Spiel oder Intrigen im Kader. Suh zählt 22 Millionen von der Salary-Cap ab, ein unerhörter Wert, aber eine Neustrukturierung des Vertrags würde locker 10 Millionen bringen – für 2014. Für die Jahre darüber hinaus, da reden wir nochmal drüber. Allerdings dürfte es mit dem neuen Vertrag noch etwas dauern, denn Suh hat noch keinen Krawattlträger als Repräsentanten, und vielleicht wird er nie einen (mit Krawatte) haben, denn gerüchteweise soll es der Rapper Jay-Z werden, der schon in anderen Franchises Angst und Schrecken verbreitet hat.

Sportlich besteht die Hoffnung, dass der neue DefCoord Teryl Austin ein guter Griff war. Austin ist der Hauptgrund, weswegen ich Caldwell mittlerweile positiv sehe, denn Austin darf man guten Gewissens für einen aufstrebenden Defensiv-Geist sehen. Austins Expertise ist das Defensive Backfield, rein zufällig die große Sollbruchstelle der Lions.

Dort musste S Delmas bereits aus Vertragsgründen entlassen werden und dürfte kaum wiederkehren. Delmas‘ Abgang reißt ein Loch in den Kader, das dringend mit einem hoch gedrafteten Rookie wie Clinton-Dix oder einem bekannten Free-Agent gestopft werden muss. Probleme anderer Natur gibt es auf Cornerback: Houston gilt dort als solide genug um seine Starter-Ambitionen zu behalten, vom jungen Darius Slay erwartet man nach seinem schwachen Rookie-Jahr erste Verbesserungen, aber dahinter gibt es wenig Greifbares. Cornerback ist neben Wide Receiver das größte Loch im Lions-Kader. Hier wird 100%ig personell nachgebessert.

Freilich ist auch nicht auszuschließen, dass Austin nach einem großen Passrush-Talent schnappt, wenn es an zehnter Draftposition verfügbar ist. Hier muss man abwarten. Austins aggressives Abwehr-Schema kann nicht genügend gute Spieler für die Front-Seven vertragen, und dass eine dominante Front-Seven eine durchschnittliche Secondary durchschleppen kann, sieht man andernorts in Carolina oder San Francisco.

Erstmal dürften noch die Eigenbauprodukte anstehen: DE Young sollte aus Gründen der Kadertiefe gehalten werden. DE Jason Jones und DE Idonije wären im Gegenzug Entlassungskandidaten, wenn auch sportlich beide über viele Zweifel erhaben sind.

Es gibt viele mögliche Stellschrauben, aber nur begrenzten Handlungsspielraum. Priorisieren würde ich den Handlungsbedarf in etwa so:

  1. Zweiter Wide Receiver
  2. Cornerback
  3. Safety
  4. Passrusher
  5. Tight End

Noch ist nicht abzusehen, auf welchem Weg das Front-Office die Löcher zu stopfen versucht. Sicher ist nur: Die Chancen stehen gut, dass zumindest die eklatantesten Schwachstellen angegangen werden können. Man hat nicht viel Cap-Space, aber genug um zumindest zwei größere Moves plus Draftpicks zu machen.

Die mittelfristige Zukunft der Lions sehe ich weiterhin mit einem eher lachenden Auge. Die 7-9 Bilanz von 2013/14 war einmal mehr „underperformed“. Man hatte -12 Turnovers, ein wahnsinniger Wert, der gen Mitte wandern dürfte. Man verlor sechs knappe Spiele (von insgesamt zehn). Man ist in einer Division, in der zumindest Bears und Vikings zu fassen sein dürften. Man setzt im Coaching künftig auf größere Liebe für das Detail. Das dürfte der größte Pluspunkt für 2014 sein. Ich kann es nicht erwarten zu sehen, wie sich das in einem halben Jahr auf dem Spielfeld umsetzen lässt.

NFL-Week 8 am Nachmittag live: Detroit Lions – Dallas Cowboys

Zur Vorschau

  • DET-DAL.
  • NE-MIA.
  • KC-CLE.
  • NO-BUF.
  • PHI-NYG.
  • JAC-SF.

[21h32] Endstand Detroit Lions 31, Dallas Cowboys 30.

Man muss zu den Lions nicht mehr sagen: Diese Mannschaft kann jede Mannschaft schlagen, inklusive sich selbst. Das heutige Spiel war Mikrokosmos der Lions par excellence: Eigentlich eine dominante Vorstellung, aber das dominante Element schlug sich nicht im Ergebnis nieder, weil: Turnovers (-4), Strafen (61yds) und ein Gegner, der erst zwei 53yds-Kicks rein nagelt und danach plötzlich im vierten Viertel eine unglaubliche Explosion zeigt, für die es drei Viertel lang keine Anzeichen gab.

Auf Cowboys-Seite wird es Zeit, dem D-Line Trainerstab um Rod Marinelli ein Kompliment zu machen: Diese Unit kriecht auf dem Zahnfleisch daher, aber Marinelli kriegt aus Hatcher und einer Handvoll Unbekannter extrem viel raus. Wichtigster Mannschaftsteil der Cowboys heute, neben einem Sean Lee, der heute gleich bei drei oder vier Turnovers seine Hände im Spiel hatte (wenigstens eine war aber sehr glücklich).

Von meiner Warte aus das beste, spannendste, nervenaufreibenste Spiel der Saison. Es gibt einen Grund, weswegen ich bei dieser Mannschaft niemals vor der letzten Sekunde wegschalte.

Detroit damit 5-3, Dallas 4-4.

[21h24] Detroit 31, Dallas 30/Q4 0:12. Völlig irre, was da in Detroit abläuft: Stafford mit drei Bomben en suite für Pettigrew, Durham und Johnson (an die 0,5yds Line).

Stafford rennt mit 26sek und laufender Uhr wie von der Tarantel gestochen das Spielfeld runter und anstelle eines Spikes macht Stafford den QB-Sneak zum TD 12sek auf der Uhr. Ohne Timeouts.

Wenn der Coaching-Staff es nicht auf die Reihe bekommt, muss es der junge Quarterback machen. Ganz groß von Stafford.

… und bei den Cowboys wird man sich über einen völlig überflüssigen Holding-Call ärgern, der mit hoher Wahrscheinlichkeit das Spiel kostete.

(12 Sekunden noch auf der Uhr. Dallas mit zwei Timeouts)

[21h19] Detroit 24, Dallas 30/Q4 1:02. Holding-Strafe gegen einen Cowboy im dritten Down, die Dallas etliche Sekunden kostet, die sie ansonsten von der Uhr nehmen hätten können.

[21h14] 4th-Down, Stafford muss einen Verzweiflungspass werfen. INT wird nicht gegeben, was für Dallas aus Fieldposition-Sicht eh gut ist.

Sehr gut eignet sich das 3rd-Down zu Pettigrew, um das „almost“ im Lions-Spiel zu beschreiben. Und natürlich:

[21h09] Zwei Läufe plus im dritten Down Romo ins Aus: 2:24 für Detroit. 2 Timeouts.

[21h07] New England wird heute im „alten“ Patriots-Style gewinnen: Maximal solide Offense, Defense, die den Gegner zu sich herunterzieht, und drei opportunistische Turnovers erzwungen (INT gegen Tannehill war ein fantastisches Play vom gescholtenen McCourty und Cole).

[21h02] Detroit 24, Dallas 27/Q4 3:33. Beide Offenses sind mittlerweile „on fire“ und beenden nun auch die Drives. QB Stafford mit einem beherzten Scramble, RB Bush vollendet. Angesichts der Schlechtigkeit der Lions-Defense in den letzten Drives bin ich nun gespannt ob einer möglichen Variante „Onside Kick“ in Schwartz‘ Playbook.

[20h52] Detroit 17, Dallas 27/Q4 6:45. Langer Kickreturn #17 Harris. Dann 2nd-Down: Pass links raus für Bryant, der den direkten Gegenspieler abschüttelt und 50yds durchläuft. Wie gesagt: Erinnert an 2012, das Ganze.

[20h47] Detroit 17, Dallas 20/Q4 7:38. Nach zirka zwei Stunden wieder ein abgeschlossener Drive der Lions: 7 Plays, 80 Yards. Mit dabei waren schöne Pässe für Johnson und Bush sowie ein Super-Lauf von RB #35 Joique Bell, der improvisierte. Mit dabei war auch eine Pass-Interference gegen die DAL #32, und ich bin mir alles andere als sicher, ob dies ein richtiger Call war. Mike Pereira sieht kein Foul.

[20h41] Wie man’s besser macht, zeigt Belichick in New England: Drittes Down und 5, Patriots laufen, weil sie eh wissen, wir kicken nicht in den Wind, sondern spielen aus. Brady scrambelt im 4th-Down für die notwendigen Yards, und kurz danach ist New England in der EndZone. Diese Patriots, die so katastrophal in der ersten Halbzeit aussahen, führen mittlerweile 27-17 gegen Miami.

[20h37] Detroit 10, Dallas 20/Q4 11:32. WR Terrance Williams 71yds zum TD. Kurzpass, viele Yards nach dem Catch. Sag ich doch: Spiel aus!

[20h32] Detroit 10, Dallas 13/Q4 13:13. Johnson ist mitterlweile bei 9 Catches für 221yds, aber am Ende kickt Jim Schwartz das Fieldgoal von der 2yds-Line (19yds-FG). #Calldieichnieverstehenwerde

4th-Down Caculator rät zum Ausspielen, wenn du glaubst, auch nur 32% von 3rd-und-Goal von der 2 zu schaffen.

[20h30] Kurzes Update aus Foxboro: New England führt mittlerweile 20-17, nach einem hart erkämpften 37yds-Drive in acht Plays. Gostkowski nagelte ihn aus 48yds rein.

[20h18] Detroit 7, Dallas 13/Q3 3:02. Das ist der Unterschied: Auch Romos Pass wird abgefälscht, fliegt aber dem Safety um wenige Zentimeter zu weit links vorbei für eine INT. Dallas kriegt offensiv weiter nix zustande, muss mit einem weiteren 53yds Kick Vorlieb nehmen.

[20h17] SF 28, JAX 10/Q3. Der von mir unter der Woche gelobte WR Mike Brown macht den ersten Jaguars-TD, ein 29yds Catch.

[20h15] Seufz… und der nächste: Vierter Lions-Turnovers. Diesmal ist es ausgerechnet QB Calvin Johnson nach einem ca. 20yds-Pass. LB Lee mausert sich zum Matchwinner, forcierte auch diesen Fumble! (Johnson konnte man schon Mitschuld am ersten Turnover geben)

[20h09] Tony Romo kriegt heute aber auch nichts zustande: Wieder drittes Down, wieder nada. Dallas-Passspiel bisher trotz nicht allzu gutem Druck der Lions: 3.7 NY/A. Lions nehmen weiterhin das tiefe Spiel komplett weg. Sie lassen CB #23 Chris Houston so gut es geht von WR #88 Dez Bryant weg, was bei Houstons Geschichte gegen große, physische Gegenspieler eine gute Idee ist. Hätte Dallas nicht +3 Turnovers, könnten sie zusammenpacken.

[20h01] Turnover-Update von den Lions: Jetzt fumbelt RB Reggie Bush den Ball weg. Dritter Turnover der Lions in einem Spiel, das immer frappierender an die 2012er-Saison erinnert: Dominantes Spiel weggeschmissen mit Penaltys und Turnovers.

[20h00] Verletzungs-Updates von den Lions: DE Ziggy Ansah, WR Ryan Broyles und CB Bentley sind für den Rest des Spiels wohl „out“.

[19h57] Quick-Strike Pats: Fumble Tannehill, 3 Plays und 13 Yards später sind die Patriots über RB #38 Brandon Bolden in der Endzone. NE 17, MIA 17.

[19h55] Erstklassige Pass-Defense von CB #23 Chris Houston im dritten Down – Punt der Cowboys zum Start der zweiten Halbzeit.

[19h50] NE 10, MIA 17/Q3. Antwort der Pats nach dem verschossenen Field Goal: 23yds Lauf Ridley, 23yds Pass für Gronkowski, 17yds-Pass für Dobson, und Touchdown. Das ging zackzackzack, 5 Plays, 64yds, und Spiel wieder offen.

[19h44] Miami mit einem eigentlich gut aussehenden Drive, aber dann schickt Belichick im dritten Down einen „Inside-Blitz“, bei dem LB #54 Hightower im zweiten Nachfassen QB Tannehill zu greifen bekommt. Sack ist gerade lang genug, um das Field Goal für K Sturgis zu lang zu machen: Sturigs kickt aus über 40yds an die Stange. Miami führt weiterhin 17-3.

[19h42] Q3 in Foxboro beginnt. Eben war ein Bildausschnitt zu sehen, in dem man deutkich sehen konnte, wie stark Bradys rechte Hand geschwollen ist. Der Mann hat heute auch physische Probleme, keine Frage.

Halbzeitreports

[19h38] New England 3, Miami 17. New England mit 25 Offense-Passyards! In der Defense ist heute CB McCourty die Schwachstelle; McCourty ließ sich schon mehrfach von RB Clay im Slot schlagen.

Detroit 7, Dallas 10. Der Halbzeitstand ist eigentlich ein Treppenwitz, weil Detroit die bessere Mannschaft stellte. Allerdings ist die Pass-Offense weiterhin zu abhängig von Johnson. Das Play-Calling von Linehan finde ich weiterhin mickrig: Diese ganzen Runs im 1st-Down schaden bloß, die Screenpässe sind schön langsam auch vorhersehbar. Zu den INTs: Die erste war einfach Pech. Die zweite ein Play, das Dallas wohl gut gescoutet hat, denn Lee sprang fast schon vor dem Pass in die Wurfbahn.

Dallas-Offense kommt nicht in Schwung: 8/17 Pässe von Romo für 66yds (3.9 NY/A) gegen teilweise sehr gute Deckung der Lions. Auch beim TD brauchte es einen exzellenten Bryant-Catch.

San Francisco 28, Jacksonville 3. 49ers-Dampfwalze war einfach zu viel für die Jaguars, die immerhin für die Briten ein bissl Fußball einbauten und noch vor der Pause ein Fieldgoal kickten. In der Jags-Defense sieht heute der jüngst von mir gelobte S Jonathan Cyprien ganz schlecht aus.

Philadelphia 0, New York Giants 12. Vick scheint mittlerweile aus dem Spiel zu sein, nachdem man im ersten Viertel Gespräche zwischen Vick und seinen Doktoren sehen konnte; Barkley ist drin, aber die Eagles-Offense sieht heute kein Land. Giants-Offense heute mit vielen 6yds, 8yds Raumgewinnen im ersten Down. Das reicht dann meistens zu langen Drives – allein: NYG konnte diese gleich viermal nicht zum TD, sondern nur zum FG verwerten.

[19h30] Detroit 7, Dallas 10/Q2 0:46. WR Dez Bryant mit dem „Jump-Ball“ gegen CB Slay. Kein einfacher Catch für Bryant gegen gute Deckung. Romos Wurf war eher schlecht.

[19h27] INT für #50 Sean Lee, der genau in der Pass-Route (Slant-Route) steht, in den Pass springt und an die 4yds-Line returniert.

[19h23] 49ers müssen im fünften Drives das erste Mal punten: Ein Holding-Call gegen RB Hunter (?) war zu viel für die Offense.

[19h13] San Francisco in Wembley: 4 in 4.

Drives bisher (Plays/Yards): 8/76, 8/80, 10/72, 6/63. 28-0, und noch ist nichtmal Halbzeit.

[19h11] Detroit 7, Dallas 3/Q2 5:44. 53yds-FG Dan Bailey. Dallas bekommt seine Offense nicht in Gang: Detroit mit einem sehr guten GamePlan, nimmt Romo das tiefe Spiel weg, und im dritten Down wird TE Witten gnadenlos abgedeckt.

[19h00] Breaking: Sebastian Vollmer down in New England. Vollmer wird aus dem Stadion gefahren; sieht übel aus, möglicherweise ein Beinbruch.

[18h59] San Francisco scort gegen Jacksonville wie gestern die FSU Seminoles gegen NC State: Dritter Drive, dritter TD. Durch das Wembley-Stadium schwappt schon die Laola.

[18h52] Miami geht zwar 14-0 in Führung, aber die schlechte Nachricht folgt sogleich:

[18h50] INT LB #50 Sean Lee gegen Stafford nach einem abgefälschten Ball (Johnson ließ abprallen, Lee fiel der Ball in den Schoß).

[18h47] Romo mit drei Incompletions en suite – Punt und gute Starting-Fieldposition für Detroit.

In Kansas City geht das Spiel genau so, wie sich die Chiefs das erhofft haben: Sie würgen die Browns-Offense mit Backup-QB Campbell komplett ab, während die eigene Offense lange Drives durchzieht: Dreimal 9 oder mehr Plays, 13-0 Mitte Q2.

[18h44] 49ers gehen 14-0 gegen Jacksonville in Führung: QB Kaepernick zeigt hinter einer soliden Offense Line, warum er letztes Jahr die NFL im Sturm nahm, nämlich durch überragende Scrambles. 80yds in 8 Plays, obwohl die Kommentatoren sich gerade über die Qualität des Wembley-Spielfelds beklagen („das rutschige Feld macht es schwer für Runningbacks, ihren Grip zu halten“).

[18h35] Detroit 7, Dallas 0/Q1 0:54. Der Schlüsselspielzug war ein 87yds-Pass für Calvin Johnson auf einem quicken Slant: CB Carr ohne Safety-Hilfe, da sich der Safety vom Play-Action Move verarschen ließ. Johnson zündet den Nachbrenner, kommt aber um 3yds nicht in die Endzone. Den holt sich Johnson drei Plays später im 4th-Down: Lions spielen von der 2yds-Line aus (YES!), Johnson fällt mit dem TD in die Endzone.

[18h31] Jaguars kommen in London nicht in Schwung: Zwar gewinnen sie durch einen 14yds-Pass von Henne für Shorts + einem Defensive-Holding mehrere 1st-Downs, müssen dann aber doch wieder schnell punten.

[18h29] Beobachtung aus New England: Tom Brady ist IMHO heute durch diverse Dinge behindert. Auf der Bank wird er am rechten Arm verbunden. Auf dem Spielfeld starrt er bei der INT seinen Gronkowski so lange an, dass man bei einem Jüngling von einem „Rookie-Fehler“ sprechen würde.

[18h22] Erster Drive der Patriots gegen Miami: Interception gegen QB Brady. Miami übernimmt an der gegnerischen 40yds Line, und in 11 Plays walzt sich die Offense durch zum TD (QB Tannehill für WR Gibson, 4yds). Alarmierend bei den Patriots war schonmal, wie hoffnungslos der PFF-Liebling CB #32 Devin McCourty gegen den gegnerischen RB Clay aussah.

[18h18] SF 7, JAX 0/Q1. Lockerer Drive der 49ers, spielten einen 4th Down aus und in der Redzone sägt RB #21 Frank Gore sich durch. Große Lücken, die den Niners da aufgeblockt wurden; kaum Gegenwehr bei den Jags.

[18h16] Romo wird beim ersten tiefen Passversuch von DT #98 Fairley abgeschossen; Ball wird von WR #83 Williams erst aus dem Spielfeld gefangen – Punt.

[18h13] In Wembley hat das Wetter erstmal keine Auswirkungen; der Kickoff der 49ers wäre fast zum Debakel mutiert, als #10 Kyle Williams fumbelte, aber schnell selbst recoverte.

[18h07] Erster Drive der Lions scheitert an einem False-Start und anschließend überworfenem Stafford-Pass für #81 Calvin Johnson, der von CB #39 Carr gedeckt wurde.

[18h03] Kurz zu meinem Fahrplan: Detroit-Dallas ist erstmal mein persönliches Hauptspiel, nicht nur aus Gründen persönlicher Präferenzen, sondern auch, weil es eines der wichtigsten Spiele des Tages ist: Zwei mittelklassige NFC-Teams, die am Rande der Playoffs mitspielen. Mögliche Nebenspiele meinerseits könnten das Wembley-Spiel und das Pats-Dolphins Spiel sein.

[17h50] Guten Abend. Kurzes Essensintermezzo wird noch folgen, aber vorab wie immer die beiden Links als Einstimmung auf den NFL-Abend:

Recap Week 14 – Sunday Night Game, Green Bay vs. Detroit

Wenn ich über die Detroit Lions von 2012/13 schreibe, höre ich jeden Montag Phil in Radio Punxsutawney. Ich sehe jedes Mal eine Mannschaft, die die Großen nicht bloß herausfordert, sondern dominiert. Und jedes Mal eine Mannschaft, die eineinhalb schlechte Viertel einbaut und sich selbst schlägt. Die Lions sind nach der erneuten Pleite in Green Bay 4-9, aber sie sind keine schlechte Mannschaft. Sie sind eine potenziell sehr gute, aber „potenziell“ entwickelt sich langsam zum Problem. Wenn du konstant unkonstant bist, wenn dein Quarterback jedes Mal sechs, sieben leichte Bälle versemmelt, wenn deine Defense jedes Mal die zwei entscheidenden 3rd down-Stops verpasst, dann ist bei aller Absurdität dieser Saisonbilanz das Attribut „Elite“ in Kombination mit Detroit nicht angebracht. Sofern aber Jim Schwartz im Jänner gefeuert werden sollte, wovon ich noch nicht ausgehe, überholen die Lions die Carolina Panthers als attraktivster Trainerplatz für 2013 und darüber hinaus. Der nächste Trainer gewinnt mit diesem Kader 8-10 Spiele, ohne sich die Finger dreckig zu machen. Weiterlesen

Thanksgiving-Preview 2012

Das amerikanische Erntedankfest „Thanksgiving“ gehört zu den drei landesweit größten Feiertagen und zum Fest gehört seit Jahrzehnten auch American Football aus der NFL, respektive aus Detroit um die Mittagszeit und aus Dallas am frühen oder späten Nachmittag, je nach Ortslage. Seit einigen Jahren gehört ein drittes Spiel zur Primetime mit dazu, und in diesem Jahr erstmals auf einem großen Network, bei NBC.

Detroit Lions – Houston Texans

Ab 18h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen, 10h.

Der sportliche Wert eines interconference games ist für gewöhnlich mit „beschränkt“ einzuordnen, aber weil CBS (überträgt die Auswärtsspiele von AFC-Teams) per Vertrag eines der beiden Erntedankspiele bekommen muss, braucht es jedes Jahr wenigstens ein AFC-Auswärtsteam. Diesmal also die Houston Texans (9-1), die Mannschaft mit dem besten Record in der AFC, und nur ein weiterer Trupp in einem beinharten Spielplan, den die Detroit Lions in dieser Saison spielen müssen.

Die Detroit Lions (4-6) wirken auf Beobachter wie eine massive Enttäuschung, und es wäre gelogen, wenn ich nicht auch ein klein wenig mehr erhofft gehabt hätte. Stattdessen erlebt man als liebender und leidender Anhänger dieser Mannschaft eine Saison wie im Fegefeuer. Nicht Himmel, nicht Hölle. Aber du weißt nicht, was du erwarten kannst.

Die Lions 2012 sind eine Mannschaft, die in der Lage ist, Giganten wie Green Bay zu kontrollieren (wie am Sonntag, ich widerspreche dabei Kai Pahl vehement) und gleichzeitig beherrschte Spiele doch wieder herzuschenken imstande sind (wie am Sonntag).

Die Mannschaft ist nicht viel besser oder schlechter als in der vergangenen Saison, als sie ebenso monströse Comebacks und glückliche Fügungen brauchte, um Truppen wie Minnesota, Dallas oder Oakland noch einzufangen. In diesem Jahr wenden sich die Fügungen eher gegen Detroit. Die Freak-Show in Tennessee. Die Turnover gegen Chicago. Der Schiedsrichterfehlentscheid vom Sonntag. Fünf von acht Spielen innerhalb eines Scores verloren.

Es ginge trotzdem besser, aber u.a. Verletzungsprobleme sorgen seit Wochen dafür, dass die Kadertiefe nicht bloß bedenklich ausgedünnt wurde: Weil mit RB Best, WR Burleson, LT Backus oder S Delmas erfahrene Eckpunkte in wichtigen Mannschaftsteilen angeschlagen sind oder längere Zeit schon ausfallen, müssen die Youngsters ran – und die Youngsters sind noch nicht alle bereit (gell, Mr. Young sr.?).

Das soll QB Matthew Stafford nicht völlig in Schutz nehmen. Stafford spielt bei eigentlich guter Protection eine Achterbahnsaison mit zu großer Unkonstanz und zu vielen Würfen ins Leere, als dass man ihm eine wirklich gute Saison nachsagen könnte.

So hängt der Angriff – ich wiederhole mich – allein am Tropf des WRs Calvin Johnson, der erneut eine starke Saison spielt (65 Catches, 1117yds in 10 Spielen, Madden-Fluch harhar), aber der nicht alles im Alleingang zu tragen imstande sein kann. Die Jungspunde WR Young, WR Broyles und vor allem TE Pettigrew zeigen Ansätze, aber nicht mehr; man darf gespannt sein, wie lange sich das Front-Office dies anschauen wird. Young wird nach wiederholten disziplinären Problemen heute fehlen, und gilt als sportlich nicht allzu herber Verlust.

Für die schnellen 130kg-Bolzen in der Front Seven der Texans dürfte die Lions-Offense konzeptionell ein gefundenes Fressen sein: Man entsende dem DE J.J. Watt noch einen oder zwei Blitzer aus der zweiten Reihe hinterher, und Stafford muss schneller werfen, als dass Johnson 30m tief gelaufen sein kann oder einer der vielen Rohdiamanten um Broyles oder Pettigrew sich von seinem Gegenspieler gelöst haben kann.

Auf der anderen Seite bieten die Houston Texans eine Offense auf, die ästhetisch nicht mit Stafford/Johnson mithalten kann, aber dank des fehlerarmen QBs Matt Schaub und der seit Jahren hochgelobten Offensive Line methodisch wie der schleichende Tod über eine Defense drüberzufahren imstande ist.

Man sagt den Blockern im System von Head Coach Gary Kubiak nach, sehr intelligent zu spielen, was gegen die häufig stupiden Naturgewalten Suh, Fairley oder Avril nach etlichen ins Leere laufenden Pass Rushern und zwei, drei 20yds-Läufen für RB Arian Foster riecht. Und dann musst du im Backfield immer noch den „anderen“ WR Johnson, Andre Johnson, abdecken.

Klingt alles nicht gut für Detroit – aber: Die Defense ist diese Saison ein eher kleines Problem, hielt Detroit selbst gegen starke Angriffe meistens lange im Spiel.

Dennoch: Ich bin etwas besorgt. Nicht wegen einer potenziell weiteren Niederlage – die Playoffs hatte ich dieses Jahr von den Lions ebenso wenig „erwartet“ wie eine 11-5 Bilanz. Aber die Stimmung in Mannschaft, Trainerstab und auf den Rängen müffelt bereits dezent angefäult; die merkwürdigen, unpragmatischen Moves von Jim Schwartz in den letzten Wochen haben mich aufhorchen lassen. Irgendwo durch die riesigen Gläser des Ford Fields dämmert schon fin de siécle-Atmosphäre.

Ich hänge an Mannschaft wie Trainer genug, dass ich lieber ein weiteres Jahr mit Schwartz in den Abgrund fahre, als bereits diesen Winter eine erneute Generalüberholung in dieser Franchise zu sehen.

Also. In den letzten Wochen war die Halbwertszeit zwischen Opening Kickoff und ersten Buhrufen im Ford Field keine drei Spielminuten. Eine weitere Pleite wird in dieser eh schon verfallenden Stadt Detroit kein gutes Gegengift sein…

Houston mit 10.

Dallas Cowboys – Washington Redskins

Über die Rivalität

Cowboys-Redskins.
Redskins.

Ab 21h LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen, 12h30.

Im zweiten Spiel des Abends sind zwei Franchises aus der traditionsreichen NFC East schon im Verzweiflungsmodus: Dallas (5-5) und Washington (4-6) kämpfen um den Abschluss in einer wie fast jedes Jahr engen Division – und beide sind nicht gerade Muster an Beständigkeit.

Bei den Dallas Cowboys nix Neues, mischt sich doch bei QB Tony Romo seit Jahren auf drei spektakuläre Augenausreißer ein hirntoter Moment – häufig genug in knappen Spielen, sodass Romo für die Massen bereits unverrückbar stigmatisiert bleiben wird. In dieser Saison hatte Romo auch schon seine „Romo“-Momente, allein: Es sind schon verdammt viele gedroppte Pässe und falsch gelaufene Routen von Seiten der Herrschaften WR Dez Bryant, WR Ogletree oder WR Austin mit im Spiel, die zu unnötigen Incompletions und Interceptions führen.

Die großartige Entlastung durch die Running Backs scheint Romo auch nicht zu bekommen, und selbst die in der Vergangenheit ordentlich Protection wackelte heuer mehrfach gehörig. Wird spannend, was Redskins-DefCoord Haslett an Druck Richtung Romo schicken wird – Haslett tendierte heuer häufig dazu, richtige Unwetter zu veranstalten. Verbrannt hat er dabei häufig bloß das eigene Scheunentor (a.k.a. Secondary).

Auf der anderen Seite gruben sich die Redskins nach einem verletzungsbedingten Zwischentief zuletzt wieder gut genug aus der Affäre, um sich in den Power-Rankings mittlerweile in der oberen Hälfte eingenistet zu haben (WAS war eine zeitlang #32 gewesen). Hauptverantwortlich dafür ist vor allem die stabilisierte Defense. Die Offense war immer schon gut.

Es ist jede Woche interessant mit anzuschauen, wie die Shanahans ihre hellste Freude daran haben, jede Woche ein paar neue atypische Plays für ihr Spielzeug, QB Robert Griffin III, zu auszuprobieren. Diese immer noch sehr college-affine Offense ist nicht bloß die hellste Freude zum Anschauen (ich kann mich am Pass für Santana Moss einfach nicht satt sehen), sie ist auch effektiv. Und die Redskins erleben dieser Tage auch das Phänomen „scrambelnder Quarterback macht die Running Backs effektiver“: RB Alfred Morris kann sich phasenweise durch wirklich große Löcher fräsen.

Ich habe am Montag mit einem Cowboys-Fan gesprochen, der überzeugt war, dass die OLBs Ware/Spencer gegen die Offensive Tackles der Skins bestehen können und gleichzeitig das Laufspiel abzuwürgen imstande sind. Voraussetzung: Einer der Inside Linebackers müssen RG3 vom Scrambeln abhalten.

Die Sache hat einen Haken: Mit „Inside Linebacker“ war Ernie Sims gemeint, was Geister der Vergangenheit ruft. Ernie Sims ist ein phantastischer Athlet, aber auch einer, der instinktiv sehr aggressiv auf simple Moves reagiert… missed tackle, ick hör da was trappsen.

Schließlich wird über das Duell Griffin vs. Dallas-Secondary zu reden sein; Dallas’ Defense spielt eine IMHO nicht so üble Saison, aber wenn Ware und Konsorten zu spät durchkommen oder Griffin zu schnell aus der Pocket entfleuchen kann, rieche ich die eine oder andere tiefe Bombe, die aus dieser Partie eine Wundertüte machen könnte.

Dallas trotzdem mit 3.

New York Jets – New England Patriots

Über die Rivalität

Jets – Patriots.

Ab 02h LIVE bei ESPN America und SPORT1+. Tape ESPNA morgen 15h.

Das in der Vergangenheit dem NFL-Network gehörende Thanksgiving-Nachtspiel wird diesmal erstmals von NBC übertragen, und es soll tatsächlich der olle John Madden im Intro die Teams einführen, sowie eine Madden-Trophy für den Spieler des Spiels reaktiviert werden.

Der sportliche Thrill zieht sich bei diesen beiden Teams diesmal insbesondere aus der Tatsache, dass die Jets mit ihren sehr lauten Head Coach Rex Ryan in der Vergangenheit fast immer in der Lage waren, gegen New England über ihre Verhältnisse zu spielen und das Derby eng zu halten.

So auch vor fünf oder sechs Wochen, als die Gang Green ihr womöglich bestes Saisonspiel lieferte und um ein Haar ein kolossales Upset aus Foxboro mitgenommen hätten. Rezept damals: QB Mark Sanchez (!) mal machen lassen – gegen die altbekannten Abwehrprobleme der Pats ein probates Mittel.

Nun haben die Patriots seither den Hünen CB Aqib Talib aus Tampa eingekauft, um mit dessen Manndeckerqualitäten eine aggressivere Defense inklusive Blitzeinschlägen aus der zweiten Reihe spielen zu können – und wenn Sanchez eines nicht leiden kann, ist es eine unruhige Pocket. Sanchez neigt dann schnell dazu, jeden Pass zu überwerfen, respektive seine Tight Ends zu suchen, egal wie gut die Herren Keller und Co. gedeckt sind.

New Englands Angriff ist primär deswegen im Fokus, weil er ohne die beiden Tight Ends Gronkowski/Hernandez antreten muss (Gronkowski verletzte sich am Sonntag beim Blocken für einen Extrapoint – Sachen gibt’s!). Insofern für die Patriots ein Problem, weil sie zwar den Ausfall eines der beiden kennen, aber ewig nicht mehr ohne beide angetreten sind.

Da wird viel Kurzpass-Stuff auf die Herrschaften Welker/Woodhead/Edelmann zukommen, plus eine wenigstens halbwegs adäquate Vorstellung von WR Brandon Lloyd auf den Abwegen ins Herz der Secondary hinein gefragt sein.

Das ganze spielt den Jets natürlich in die Karten, und bei allen Sorgen, die man in New York derzeit hat, so waren Ryan und seine Coordinators doch häufig in der Lage, QB Tom Brady mit wilden Aufstellungen mehr unter Druck zu bringen, als ihm lieb war.

Für New England kommt es also darauf an, die schnellen Pässe früh im Spiel an den Mann zu bringen, um ihre jungen Running Backs ins Spiel zu bringen, und somit noch im ersten Viertel eine glaubwürdige, methodische Offense aufbieten zu können, um die Jets vorsichtiger werden zu lassen.

New England mit 7.

San Francisco – Detroit: Was vom Sunday Night Game übrig blieb

Keine „Handshake-Bowl“, dafür erkenntnisreicher Football wurde da im Candlestick Park geboten. Aus Spoilergründen nach dem Sprung.

Um es kurz zu machen: San Francisco gewann 27-19 gegen Detroit. Eine Niederlage, für die sich die Lions nicht zu grämen brauchen, aber auch ein Spiel, das den Lions Dinge aufzeigte, an denen es zu arbeiten gilt.

Ganz brutal fielen die Unterschiede in den Basics auf: Bei den San Francisco 49ers sitzt jeder Tackle. Wenn eine Offense an der mächtigen Dreimann-Defensive Line vorbeikommt, ist spätestens bei den LBs Bowman/Willis Endstation. Läufe über außen? Keine Chance, wenn ein 49er mit einer Hand am Running Back dran ist, ist der Mann so gut wie gefällt.

Ganz anders auf der Gegenseite: 49ers-RB Frank Gore spielt so gut wie seit Jahren nicht, lässt Zillionen an Abwehrspielern aussteigen, während die Lions zwar grabschen, aber erst im zweiten, dritten Versuch den Hammer ansetzen können. Da sind dann die 2, 3 schmerzhaften Yards schon wieder verloren und plötzlich ist statt 3rd-und-2 dann 1st-und-10, obwohl der Spielzug schon im Backfield gestoppt war. Das Lions-Tackling: Nicht so derb wie bei den Oakland Raiders, aber Klassenunterschiede von San Francisco entfernt.

Zweiter Knackpunkt in dieser Partie war die Offensive Line der 49ers. Suh und Konsorten mit 3 Sacks, klar, aber das war’s. Die viel geschmähte Protection um T Davis und G Boone bot über weite Strecken gegen eine der wuchtigsten Defensive Lines adäquaten Schutz – besonders G Iupati (seit Jahren ein Liebling von PFF.com) hob sich IMHO dabei hervor. Die Running Backs hatten also Lücken, QB Alex Smith Zeit: Kein Wunder, dass San Franciscos Angriff recht effizient auftrat, ohne irgendwas außergewöhnlich Spektakuläres aufzuführen.

Die Lions waren nicht schlecht. Sie waren, wie die Lions unter QB Matt Stafford spielen: Mal brillant, mal… banal. Kommt der Pass Rush einen Tick zu früh durch, kommt Stafford nicht rechtzeitig aus der Pocket, weil zu schwere Schuhe an den Beinen. Stafford hasst den Sack und feuert den Ball im blinden Vertrauen in die Secondary – mit einem WR wie Calvin Johnson ein Mittel, aber eben auch eines, das oft genug schief geht. Wie gestern Nacht, als S Goldson eine einfache Interception machen konnte. Die übermannte Pass-Protection half auch nicht, aber es werden nicht mehr so viele Kaliber wie die Bolzen von San Francisco aufmarschieren.

Das alles reicht den 49ers. Ohne wirklich ausgefeilte Pass-Offense, ohne irgendeinen herausstechenden Spieler in der Secondary. Man lasse die Front-Seven dominieren, lasse den QB Smith seine quicken Play-Action-Pässe werfen und vergrößere den Vorsprung inkrementell von 6-3 auf 13-6 auf 20-9 und plötzlich sind nur mehr eineinhalb Minuten zu spielen und der Gegner bekommt Stress. Das ist im Kern keine völlig umgebaute Mannschaft im Vergleich zur letzten Saison. Aber es ist eine bessere, mächtigere Version. Vielleicht werden die 49ers nicht mehr das Turnover-Glück der Saison 2011 haben, vielleicht werden sie „nur“ 11-5 oder 12-4 abschließen. Aber diese ersten beiden Wochen war die Mannschaft ein anderes Kaliber als 2011/12.

Detroit kann sich fett anstreichen, über weite Strecken mitgehalten zu haben. Man war die unterlegene, etwas schwächere, physisch nicht so gewaltige Mannschaft, aber man hing lange dran. Vielleicht hie ein Laufspielzug zu viel, vielleicht da eine Viertelsekunde zu wenig Zeit für Stafford – aber ärgere Verletzungsprobleme für den famosen WR Calvin Johnson mal ausgeklammert, gehören die Lions zu dem Bulk Mannschaften, die im Playoffkampf irgendwo am Straßeneck mit rumhängen werden.

NFL-Woche 1/2012: Detroit Lions – St Louis Rams im Rückspiegel

Aus Spoilergründen gibt es den Kommentar zum Spiel erst nach dem Sprung.

Es war ein eigenartiges Spiel im Ford Field. Detroit dominierte die Partie eigentlich nach Belieben, brauchte am Ende aber einen lupenreinen Comeback-Drive, um zehn Sekunden vor der Schlusssirene die sehr niedrig eingeschätzten St Louis Rams noch 27-23 zu schlagen.

Hauptgrund dafür: Die fürchterlichen schweißgebadeten Lions-Trikots Turnovers. Deren drei produzierte der etwas unvorsichtige QB Matthew Stafford in der ersten Halbzeit, und es war dreimal Schema F: Quicke Out-Route eines Receivers, und dann springt ein Linebacker oder Cornerback dazwischen. Doppelt bitter: Zwei der Interceptions passierten in der gegnerischen RedZone, eine davon an der Goal Line. Minimum zehn verschenkte Punkte, und die dritte INT wurde von CB Cortland Finnegan zum Touchdown returniert.

Von den Interceptions abgesehen war es eine gute Partie Staffords, der mindestens vier oder fünfmal Pech hatte mit Drops, bei denen aber im Umkehrschluss auch wieder wenigstens zweimal eine weitere INT möglich gewesen wäre (ein weiterer abgefälschter Ball wurde von Stafford für 3yds gefangen!). In Halbzeit zwei schaltete Detroit in den gewohnten Modus mit zwei Tight Ends und gab Stafford somit kürzere Würfe, was zwischendurch merklich an Sicherheit gab.

Und dann hat Detroit immer noch WR #81 Calvin Johnson, der nicht häufig angespielt wurde, aber immer dann, wenn es brenzlig wurde. So beim entscheidenden TD-Drive, wo das Rams-DB kein Land sah. Johnson bei sieben Anspielen mit 6 Catches für 111 Yards.

Lobend hervorzuheben ist auch der Mut von Head Coach Jim Schwartz, der ohne Timeouts mit 15sek auf der Uhr anstelle des sicheren Field Goals zur Verlängerung die Entscheidung suchte und Erfolg gegen seinen Lehrmeister auf der anderen Seite, Jeff Fisher, hatte.

Auf der anderen Seite war es ein eher enttäuschendes Spiel der Rams-Offense. Der Druck der Lions war nicht übermäßig (trotz dreier Sacks, je einer von Suh, Fairley und Williams), aber QB Sam Bradford operierte fast ausschließlich über die Spielfeldmitte und brachte downfield nur einen akkurat geworfenen Ball zustande. Der wurde dann von einem weit offenen WR #13 Chris Givens in dessen erstem Profispiel fallen gelassen. Bradford war aber weniger „schuldig“ (machte IMHO ein gutes Spiel) als das PlayCalling.

Denn die Rams setzten erstaunlich häufig auf ihr Laufspiel und RB Steven Jackson, der zu einer Phase im zweiten Drive der Rams die komplett einzige Waffe war (sechs Läufe, drei Catches). Jackson kämpfte zwar wie ein Löwe, aber die Ausbeute ist eher traurig: 21 Läufe für nur 53yds, vier Catches für 31yds. Zu allem Überfluss im Schlussviertel dann auch noch den LT Rodger Saffold verloren.

Am Ende ein komisches Spiel, bei dem ich nicht recht weiß, was davon zu halten. Detroit brauchte am Ende alles, um eines der vermutlich schwächsten NFL-Teams zu putzen, sah aber in diesem Spiel fast alles gegen sich laufen (besagte Turnoverbilanz von -3, plus ein Fumble, den die Rams aufnahmen). Die Rams dagegen wären fast mit einem Upset heimgefahren, müssen sich aber hinter die Ohren schreiben, viel zu viel Laufspiel versucht zu haben und die Geberlaune Staffords nicht ansatzweise ausreichend genutzt zu haben.

Die Stats zum Spiel:

Kategorie       Einheit    DET    STL
Pass-Offense    NY/A       7.2    6.9
Lauf-Offense    NY/A       4.6    2.9
Turnovers       %          4.4    ---
Penaltys        Y/P        0.4    1.2

[Erklärung: NY/A ist Nettoyards pro Versuch, % die Turnoverhäufigkeit pro 100 Spielzüge, Y/P die Raumstrafe pro Spielzug – das sind die vier Statistiken, die am besten autokorrelieren (also am vorhersagbarsten sind) und am besten mit Sieg und Niederlage korrelieren.]

Detroit Lions in der Sezierstunde

Für die Detroit Lions war 2011/12 trotz einiger Turbulenzen ein sehr gutes, weiteres Jahr des Aufbaus. Mit 10-6 Siegen und einem Ranking im oberen NFL-Drittel in fast allen wichtigen Statistiken zeigt der Trend ein weiteres Jahr steil nach oben, und nach einigen knappen Niederlagen gegen die NFL-Elite brach man im Wildcard-Spiel bei den extrem heimstarken New Orleans Saints erst im Schlussviertel einer auf mehreren Ebenen unglücklich verlaufenen Partie ein. Konzeptionell ist die Mannschaft 1A zusammengebaut: Via Draft, mit einigen ergänzenden Einkäufen vom Transfermarkt. Ohne die vielen Nebengeräusche abseits des Spielfelds wären die Lions ein gigantischer Sleeper.

Obwohl ein Running Back nach dem anderen auf die Injuried Reserve wanderte und die Offensive Line weiterhin nicht überzeugend aussieht, scorte die Offense 502 Punkte. QB Matthew Stafford ist erst vor wenigen Wochen 24 geworden, spielt aber trotz einiger etwas holpriger Phasen über diese Saison abgewichster als man es von einem Grünschnabel seiner Kategorie erwarten würde und sorgt ästhetisch mit für die ansprechendsten Pässe, die derzeit in der NFL geworfen werden. Ein Tribut geht an den atemberaubenden WR Calvin Johnson (inklusive Playoffs 108 Catches, 1892yds, 18 TD), dessen Touchdown in Dreifachdeckung gegen Dallas einer der Spielzüge der Saison war.

Stafford und Johnson bilden, wenn in Hochform, das Kernstück eines ansonsten auf wackeligen Beinen stehenden Angriffs, der so fokussiert auf zwei Starspieler ist wie kaum ein anderer ligaweit. Die Offensive Line müffelt auch im Jahr drei der Regentschaft Schwartz/Mayhew nach Schweizer Käse und bietet nicht mehr als den nötigsten Schutz; weil zudem die langjährigen Recken Backus und Raiola schön langsam in die Jahre kommen, wird man an einer baldig anstehenden Firschzellenkur nicht mehr lange vorbeidiskutieren können.

Die Armada an Wide Receivers und Tight Ends liest sich abseits Johnsons und vielleicht noch TE Brandon Pettigrews etwas suspekt. Der junge WR Titus Young von Boise State ist fähig zu großartiger Artistik, gewinnt jedoch auf physischem Weg keinen Zweikampf mit einem Backup-Defensive Back. Ersatz-TE Tony Scheffler und die Konsorten der Güteklasse Burleson sind zwar jederzeit zu Catches in der Lage, profitieren jedoch optisch nur allzu schwer von der Bündelung der Abwehrkräfte auf Johnson.

Das alles passiert in Detroits Angriff ohne Laufspiel. Der junge RB Mikel LeShoure kommt frisch von der IR, während der als Notnagel verpflichtete Kevin Smith ansprechende Ansätze zeigte, jedoch letzten Endes ohne nachhaltigen Eindruck blieb. Ein herzerweichender Fall ist jener vom ehemaligen Erstrundenpick Jahvid Best: Best ist kein besonders effizienter Ballträger, jedoch eine famose Waffe für Big Plays in Situationen mit Kurzpässen auf den Running Back. Nach der jüngsten schweren Gehirnerschütterung steht Best allerdings schon nach zwei NFL-Saisonen vor dem Karriereende, womit der Lions-Offense eine wertvolle zusätzliche Dimension abhanden käme.

Trotz aller Probleme erinnert diese Offense, wie ich mehrfach schrieb, an eine „light“-Version der Saints. Um annähernd diese Produktivität an den Tag legen zu können, müssen sich mit dem aktuellen Personal jedoch alle einzelnen Bausteine an ihrer Leistungsgrenze bewegen.


Ambivalenter, aber auf solideren Beinen stehend, sieht die Defense aus, die getreu der Lebensphilosophie von Schwartz/Cunningham auf einer mächtigen Defensive Line (Kosenamen „Silver-Crush“) fußt. Prunkstück ist dabei der Defensive Tackle mit dem Ruf einer Horde Cholerablasen, Ndamukong Suh, dessen aggressives und recht spekulativer Spielstil Aufsehen zur Genüge erregt. Wenn auf der Höhe, dominiert Suh mit Nebenleuten wie Williams oder Fairley sämtliche Innenseiten von Offensive Lines.

Die Knackpunkte liegen bei den Ends: Avril möchte als Free Agent den Vertrag seines Lebens. Weil man Avril aber zu einem gewissen Grad nachsagt, Produkt des Systems zu sein, könnten sich die Verhandlungen schwierig gestalten und am Ende zwei Parteien als Verlierer auseinander gehen.

Avrils Backups, Lawrence Jackson und der reine Rusher Willie Young, gelten als gefährlich, aber nicht ausreichend durchhaltevermögend. Und dann ist da noch der Eckpunkt „Roughing the quarterback“ Vandenbosch, der die gelben Flaggen anzuziehen scheint. Vandenbosch wird nicht mehr allzu lange spielen und musste trotz lichter Momente zuletzt immer mehr Kritik einstecken. Ist es möglich, dass die Lions tatsächlich ein weiteres Mal gezwungen sind, einen Defensive Liner in der ersten Runde zu draften?

Nicht ausgeschlossen. Denn obwohl die Secondary äußerst suspektes Tackling zeigt und zudem mit Wright, McDonald und Harris drei „Stützen“ auslaufende Verträge haben, wurde Schwartz bisher noch nicht dabei gesichtet, sich beim Gedanken an einen Defensive Back einen runterzuholen. Die Tendenz geht eher dahin, die wichtigsten Free Agents zu halten, und die immer noch jungen Athleten um S Delmas, CB Houston und CB Smith zu entwickeln.

Von der „Schlüsselposition“ zur „Friss-oder-stirb“-Position wird die Deckung erst dann, wenn tatsächlich mehrere Spieler abwandern. In diesem Falle gewänne ein potenzieller Neueinkauf und mit seiner grenzwertigen Spielweise durchaus in diese Mannschaft passender Schwartz-Spezl wie CB Cortland Finnegan automatisch an „Lieferantenmacht“ im Vertragspoker.

Nicht minder wertvoll als ein kleines qualitatives Upgrade in der Secondary dürfte die Weiterverpflichtung vom MLB Stephen Tulloch sein, dem die Lions im Sommer miserable Vertragsbedingungen aufoktroyieren konnten. Tulloch wird eine exzellente Saison 2011/12 nachgesagt und gewinnt noch mehr an Wert, weil die Defensive Line durch ihren Fokus auf Pass Rush durchaus nicht die sicherste gegen Draws und überhaupt Laufspiel ist.


Da abseits des Glamours durchaus auch der auslaufende Vertrag des Backup-QBs Hill ein Thema wird und die Lions nicht über den allergrößten Spielraum in Sachen Salary Cap verfügen, dürfte diese Offseason für GM Mayhew die Meisterprüfung darstellen. Sofern die sportliche Leitung der Lions nicht völlig ins Klo greift, werden die Lions auf Jahre ein Thema bleiben.

Weitere unkontrollierbare Faktoren wie Verletzungspech mal außer Acht gelassen, scheinen mir die Detroit Lions darüber hinaus bloß ein oder zwei Draft- oder Transfercoups davon entfernt zu sein, zu den ganz heißen NFC-Superbowlfavoriten zu zählen.