San Francisco 49ers in der Sezierstunde

Drei Jahre Jim Harbaugh, drei Jahre „eine Hand an der Trophäe“, dreimal knapp gescheitert – das sind die San Francisco 49ers dieser Tage. Eine Franchise, die ganz nahe dran ist, den Ruhm der glorreichen 80er wiederherzustellen, aber bisher jedesmal knapp vor der Erfüllung aller Träume gescheitert ist. Vor zwei Jahren zerstörten zwei Fumbles des Ersatz-Returners den Endspieltraum, und dieses und letztes Jahr scheiterte man jeweils in der Schlussminute von Semifinale und Finale mit einem Pass in die Endzone hinein. In anderen Worten: Die 49ers sind „dran“, aber sie konnten sich noch nicht belohnen. Viel schlimmer: Belohnt hat sich in der Zwischenzeit der lange Zeit nahezu völlig unbekannte Erzrivale, die Seattle Seahawks.

Da passt es doch wie angegossen, dass man sich GM Trent Baalke nach der Saison erstmal in einen Vertragsstreit mit Harbaugh begab, der zumindest Gespräche über einen möglichen Abgang Harbaughs entfachte. Wie viel an den Trade-Gerüchten „Harbaugh nach Cleveland“ dran war, ist nicht ganz klar, aber allein der Gedanke ist verrückt. Die Crux ist: Baalke will Harbaugh erst dann wie einen Superbowl-Coach bezahlen, wenn er eine gewonnen hat. Die alte Leier der Management-Fehler.

Trotzdem ist das Potenzial der 49ers da, und es ist sogar ziemlich gut: Für 2014 ist der Salary-Cap Raum zwar recht begrenzt, aber viel muss man auch nicht mehr bewegen, und ab 2015 hat man wieder einige Cap-Flexibilität. Baalke hat hier einen sehr guten Job gemacht – das neue CBA half ihm bei Leuten wie QB Colin Kaepernick natürlich, aber Baalke hat bislang seine Topspieler auch unabhängig vom CBA nicht mit horrende Verträgen beglückt.

Es gibt zwar auch junge, begabte Spieler mit auslaufenden Verträgen wie OLB Smith, WR Crabtree, OG Iupati, Kaepernick, aber das sind dann auch schon die meisten der Stützen. Die meisten anderen Free-Agents betreffen Mittelklassespieler wie DT Dorsey oder Altstars wie RB Gore. Dazu kommt, dass die 49ers mal wieder extremst viele Draftpicks für 2014 zur Verfügung haben – vor allem jene in der Zone, wo die Draftklasse 2014 am besten ist: Zwischen den Picks #20 und #70. San Francisco hat zwischen #30 und #100 gleich sechs Draftpicks im Sacko, und insgesamt 12 Stück.

Zur Kaderschau.

Überblick 2013

Record        12-4    CC
Enge Spiele    3-2
Pythagorean   11.6     4
Power Ranking  0.645   6
Pass-Offense   6.5    11
Pass-Defense   5.8     9
Turnovers      +12

Management

Salary Cap 2014.

Die 49ers-Offense der letzten Saison krankte über viele Wochen an einem zu wechselhaften Passspiel. Das lag zum Teil am mangelhaften Spielermaterial, zum Teil an Verletzungen, zum Teil an einer anfangs schwachen Offensive Line, aber es lag wohl auch am generellen Spielzugdesign und der Unerfahrenheit des jungen QBs Colin Kaepernick, 2012 wie Phoenix aus der Asche gestiegen, der 2013 aber doch einiges Lehrgeld zahlte.

Einvakuumiert lesen sich Kaepernicks Zahlen nicht völlig neben den Schuhen: 6.5 NY/A ist ein sehr anständiger Wert für eine Pass-Offense, nicht überragend, aber überdurchschnittlich für die starken Defenses, die San Francisco sah. Kaepernick hatte auch bloß 11 Interceptions in der Regular Season, insgesamt eine 2.2% INT-Quote – auch dies ist besser als der Durchschnitt, und für den Hopp-oder-Topp Stil der Niners sogar anständig.

Aber da sind auch nur 58% Completion-Rate und Kaepernick kassierte in 543 Passversuchen üble 45 Sacks, und es waren einige sehr sterile Performances von Kaepernicks Offenses mit dabei. Waren es die Wehwehchen des Lernenden? Viel Erfahrung hat Kaepernick ja nicht gerade. Auf alle Fälle war es eine zeitlang mau genug, dass San Francisco sich noch nicht traut, Kaepernick die geforderte 20 Mio/Jahr Vertragsverlängerung unterzujubeln.

Zu verlieren hat man nicht allzu viel: Ob Kaepernick auftrumpft oder nicht, viel teurer wird er in einem Jahr nicht sein. Kollabieren seine Leistungen, kriegt man ihn sogar billiger oder kann sich nach Alternativen umschauen. Hat er weiter Probleme mit fickfreudigen Sternchen, kann man über seine Nachfolge nachdenken.

Für das kommende Jahr steht Kaepernick, diese Naturgewalt, erstmal unter Beobachtung. Er zeigte letzten Herbst Ansätze, dass er auch Geduld in der Pocket entwickeln kann und auch mal 3sek auf seine Anspielstation warten kann – manchmal zu lange (die vielen Sacks!). Er ist in einer Findungsphase.

Man sollte sich darauf konzentrieren, ihm kurz- und mittelfristig einen besseren Receiving-Corp zur Seite zu stellen, der auch mal den Ausfall eines Leistungsträgers aushält.

WR Michael Crabtree wird kommenden Herbst fitter sein: Er verpasste den Großteil des letzten Jahres mit Achillessehnenriss und humpelte hernach auch mehr herum als er sprintete. Trotzdem war er nach seiner Rückkehr mit 30% tiefen Anspielen und 34 Catches wieder der Mann für die schwierigen Plays. Man kann ihn fast als Neuzugang werten, und ein Crabtree in 2012er-Form wäre einer der besten Receiver der Liga, plus er spielt um einen neuen Vertrag.

Zuletzt noch wertvoller als Crabtree war der Oldie-Bolzen WR Anquan Boldin, ein Brocken von Mann für die Spielfeldmitte, der die Offense fast eine halbe Saison lang allein auf seinen Schultern trug und unendlich viele kritische Plays hatte. Boldin geht auf die Mitte 30 zu und man sollte nicht drauf wetten, dass seine Leistungskurve stabil bleibt, aber vielleicht hat er noch ein gutes Jahr im Tank.

Dazu kommt der sehr komplette TE Vernon Davis, der fantastische Mann, der in der wenig passfreudigen Offense der 49ers 98x angespielt wurde, in 36% der Fälle davon tief über die Spielfeldmitte für 57 Catches, 904yds und 15 TD. Allein, bei Davis ist oft die Frage, wie motiviert er auftritt. Er hatte Bombenjahre, aber er hatte auch magere Jahre.

Hinter diesem Trio ist wenig, mit dem man arbeiten kann. Der junge WR Quinton Patton hat im Trainerstab noch was gut, weil er sich sofort nach dem Draft als Motivationsbündel allererster Güte erwies und mit seinem Trainingsfleiß alle mitriss, aber am Ende des Tages sprangen in 6 Einsätzen nur 7 Anspiele und 5 Catches bei raus. Patton wird sich verbessern müssen. WR Baldwin ist als Flop abgestempelt, und WR Manningham wurde zu den Giants zurückgeschickt – es ist also Platz da für den einen oder anderen Neuzugang für ein Team mit viel Holz zum Arbeiten in einer Draftklasse mit vielen WR-Talenten.

Bei den Ballträgern hatte man zuletzt ein eher schwaches Jahr: San Franciscos Offense ist immer noch um ein sehr variantenreiches Laufspiel aufgebaut, aber man war mit nur noch 40% Erfolgsquote bei Lauf-Downs nur noch unterdurchschnittlich (#20), und wenn man die Scrambles von Kaepernick rausrechnet, war man nur noch #24 der Liga nach Laufspieleffizienz – schwache Werte. RB Frank Gore wird nicht jünger, bekam aber zuletzt immer noch 324 Carries. Gore ist kein guter Ballfänger, aber er ist stark darin, sofort downfield abzubiegen und die notwendigen Yards herauszupressen.

Er ist nächstes Jahr wie eingangs beschrieben Free-Agent, und ob man dann mit einem 30jährigen noch verlängern will – who knows? Seine Backups sind alle junge Spieler: Kendall Hunter ist Draftklasse 2011, hat aber nie richtig überzeugen können, obwohl er 2012 sehr gute Ansätze hatte. Lamichael James ist Draftklasse 2012 und hätte eigentlich letztes Jahr eine größere Rolle bekommen sollen, aber es scheint mittlerweile so zu sein, dass ihn der Trainerstab aufgegeben hat und ihn verkaufen will. Und dann wäre da noch Marcus Lattimore, Draftklasse 2013, den sich die 49ers vor einem Jahr als Art Luxus leisten konnten; Lattimore, der schon einige schwere Verletzungen am College erlitt, galt immer schon als Mega-Back, und er war auch einer meiner Lieblingsspieler am College. Er ist wieder fit, und dürfte dieses Jahr sein NFL-Debüt geben. Vom Talent her wäre er ohne Verletzungen ein 1st-Rounder gewesen, eine Rarität in der heutigen NFL.

Tja, und Offensive Line: Hier wurde jahrelang geklotzt in San Francisco. Immer und immer wieder wurden 1st-Rounder ausgegeben, aber erst 2012 wirkte die Line zum ersten Mal richtig massiv. Letztes Jahr gab es einige Probleme mit Pass- und Lauf-Blocking, aber mit zunehmendem Spielverlauf kam immer besserer Drive in diese Unit. Vom Spielermaterial her ist man auf allen Positionen außer Center (Goodwin ist 35 und bekam noch keine Vertragsverlängerung) exzellent besetzt. Als Ergänzung für die Tackle-Positionen wurde Jonathan Martin aus Miami geholt, ein Harbaugh-Schützling am College, und das Mobbing-Opfer Martin soll sich in San Francisco wohler fühlen als im Haifischbecken bei den Delfinen.

Auch die Defense hatte letztes Jahr anfängliche Schwierigkeiten, sah mehrere Wochen lang wie es ist, wenn sich Schlüsselspieler mit Verletzungen plagen. Gebaut ist sie um ihre aufgeblasene Front-Seven, die eine zumeist suspekte Secondary übertünchen kann, weil der Passrush extrem ist und Laufspiel nicht zu machen ist. 5.8 NY/A gegen den Pass sind ein starker Wert, aber es war auch schon mal besser in San Francisco.

Stichwort Passrush, wo die Frage der Fragen OLB Aldon Smith betrifft: Smith ist wenn fit einer der besten, wuchtigsten Passrusher in der NFL. Er kann locker 15-20 Sacks fabrizieren und für endlosen Terror im gegnerischen Backfield sorgen, aber er ist auf der anderen Seite ein Mann, der noch nicht begriffen hat, dass die Pubertät vorbei ist. Er hatte in den letzten Monaten von Alkohol- über Drogenprobleme über nervliche Probleme hin zu Gewaltausbrüchen so ziemlich alle Phasen, die eine Bilderbuchkarriere des stereotypischen Ghettoproblemkinds ausmachen, und die 49ers scheinen mittlerweile die Geduld mit ihm zu verlieren. Sein Vertrag läuft nächstes Jahr aus; unter dem neuen CBA haben NFL-Teams die Chance, eine Option auf ein fünftes Profijahr zu ziehen, und die Niners werden es möglicherweise bei Aldon nicht ziehen – und wenn schon, dann gilt es aktuell als wahrscheinlich, dass er getradet wird.

Es wird also Passrush von den Flanken brauchen – vielleicht via Draft. „innen“ ist man 100%ig gesattelt, wenn ILB Navorro Bowman nach seinem ganz üblen Kreuzbandriss aus dem NFC-Finale fit sein sollte; ein Backup-Plan für Bowman schadet vielleicht nicht, aber das Trainerteam wird darüber mehr Bescheid wissen. Bowmans Nebenmann ist der universellste Inside-LB, den man sich ausmalen kann: Patrick Willis.

In der Defensive Line ist nicht mehr alles nur um den famosen Altstar DE Justin Smith konzipiert. Justin ist mit 34 auch nimmer die körperliche Wucht vergangener Tage, aber er wird weiterhin ein wertvoller Spieler für die Rotation sein. Er bekommt für dieses Jahr einen neuen Schützling zum Einlernen zur Seite gestellt: DE Tank Carradine, Björn Werners Teamkollege am College, den San Francisco letztes Jahr ähnlich wie Lattimore als eine Art „Redshirt“-Rookie draftete. Carradine war ein 2nd-Round Pick, der sicher ganz weit vorne gedraftet worden wäre, hätte er sich nicht schwer am Knie verletzt. Carradine wird dieses Jahr fit sein, und er gilt als extrem gutes Talent. Er ist quasi ein weiterer Gratis-1st Rounder, den San Francisco in den Kader zu integrieren versucht.

Die weitere Genossen in der Line sind der DT/DE Glenn Dorsey, der letztes Jahr teilweise Nose-Tackle spielte, und DE Ray McDonald, dessen 2013er Saison hymnisch besungen wird. McDonald hatte irgendwie nie jemand über den Weg getraut, aber er scheint sich zu einem kompletten Spieler entwickelt zu haben.

Kurzum: „Da vorne“ in der Niners-Defense ist geballte Wucht vorhanden. Die Frage ist eher: Ist die Tiefe da, oder soll man mit dem einen oder anderen Pick nachladen? (Eher ja)

In der immer schon eher schwachen Secondary muss man gleich drei „Leistungsträger“ ziehen lassen: CB Brown, CB Rogers und S Whitner gingen, hinterlassen aber keine nicht zu schließende Lücke. S Bethea wurde aus Indianapolis geholt und dürfte mit seiner grundsoliden Spielweise eh ein Upgrade gegenüber Whitner sein, und auf Cornerback brauchst du in dieser Defense nur so gut sein, dass du nicht nach 1.5sek blank stehst. Den Rest macht der Passrush.

Der homophobe CB Culliver und CB Brock gelten aktuell als Stamm-CBs, während der zuletzt in Detroit und Tampa stets schnell gefeuerte CB Eric Wright auch eine Vertragsverlängerung sah und zumindest mehrere hundert Snaps Spielzeit sehen könnte. Hier könnte es angebracht sein, mit mittelfristigem Fokus auch mal einen der höheren Picks zu investieren.

Viele Lücken gibt es in San Francisco nicht. Der Kader ist relativ komplett. Auf den Positionen, auf denen man mit alternden Spielern besetzt ist, hat man schon die jungen Talente im Käfig. Für meine Begriffe sollte man sich nach einem Passrush-Talent umsehen. Aldon Smith scheint keine sichere Tüte zu sein und möglicherweise eher früher als später im Knast schmoren. Und so dominant die Front-Seven mit ihm ist: Ohne Aldons Skills ist das statt Lamborghini hat schnell nur noch Ford Focus – sehr gute Leistung, aber kein geraubter Atem mehr.

Dazu Wide Receiver/Tight End, Cornerback und für die Tiefe ein Defensive Liner – so zumindest könnte man die „Baustellen“ für 2014 bezeichnen. Bleibt aus Niners-Sicht zu hoffen, dass Kaepernick den „richtigen“ Druchbruch, also den Sprung in die QB-Elite, schafft. Oder sich zumindest als 1B-Klasse herausstellt – dann bleibt dieses Team auch nach den ersten schweren Vertragsverlängerungen für die noch immer billigen Jungstars ein Titelkandidat auf 2-3 Jahre hinaus.

NFL-Spätspielevorschauer 2013, Week 11

Teil 2 der NFL-Vorschau auf den heutigen 11ten Sonntag im NFL-Kreis 2013 mit den Spielen um 22h05 und 22h25 [Teil 1 hier].

Miami Dolphins – San Diego Chargers

Kickoff 22h05

Zwei Teams mit 4-5 Bilanzen, insofern ist es ein nicht unwichtiges Spiel im AFC-Wildcardrennen. Beide Teams wurden auf diesem Blog in den letzten Wochen schon ziemlich rauf- und runtergenudelt [Dolphins][Chargers]. Ich bin immer noch erstaunt, dass die Chargers nicht mehr Aufmerksamkeit erregen, denn die Bolts-Offense ist wirklich eine Sahne: QB Philip Rivers als Leader der zweit-effizientesten Pass-Offense der NFL mit 7.6 NY/A in einer sehr variantenreichen Offense, der allerdings ein klarer Top-Wideout abgeht. Rookie #13 Keenan Allen hat sich als erste Option herauskristallisiert, aber der Angriff in San Diego ist alles andere als zentriert auf 1-2 Köpfe. Das führt dann auch dazu, dass San Diego die im Schnitt längsten Drives der Liga durchzieht: 40.2yds/Drive mit der zweitbesten Drive-SR% (76%) der Liga (Drive-SR% = in 76% der Fälle folgt für San Diego nach einem 1st-Down ein weiteres 1st-Down oder ein Touchdown anstelle von FG, Turnover oder Punt).

San Diego ist für mich relativ klarer Favorit in diesem Spiel, nachdem die Dolphins in der Incognito-Sache immer noch mit sich selbst beschäftigt sind und in den letzten Wochen die Offense um QB Tannehill zu stagnieren schien. Der Hoffnungsschimmer für Tannehill könnte das personelle ausgedünnte Chargers-Personal in der Front-Seven sein: U.a. stehen wohl die drei besten Passrusher nicht zur Verfügung.

New Orleans Saints – San Francisco 49ers

Kickoff 22h25, live bei SPORT1 US und mit pünktlichem Einstieg ab 22h25 auch bei PULS 4

Sahnepartie. New Orleans (7-2) als Inhaber einer knappen Divisionsführung in der NFC South gegen Superbowl-Teilnehmer San Francisco (6-3) als Team mit Dreispiele-Rückstand in der NFC West, und als Team, das sich seines Playoff-Seeds nicht mehr 100%ig sicher sein kann.

Das Matchup, über das man bei dieser Partie schreiben muss, ist – erfasst! – Saints-Offense (#3 mit 7.6 NY/A Passspiel, #9 nach SR% im Laufspiel) gegen die 49ers-Defense (#6 mit 5.5 NY/A Passspiel, #2 mit 63% SR% im Laufspiel). Das sind zwei der besten, beständigsten Mannschaftsteile in der NFL über Jahre.

Bei San Francisco ist eine Erkenntnis dabei, dass es nichtmal die beste Secondary braucht, um eine sehr gute Pass-Abwehr auf die Beine zu stellen: Über Leute wie #22 Rogers oder #25 Brown lacht die halbe Liga, und trotzdem ist den Niners nicht einfach beizukommen. So geht das, wenn vorne die Front-Seven dominiert (heute u.a. dürfte auch #99 Aldon Smith wieder zurück sein) und sowohl Laufspiel ohne zusätzliche Safety-Unterstützung kaputt macht als auch mittels kompletter Linebacker wie #52 Willis oder #53 Bowman kein kurzes Passspiel über Runningbacks und Tight Ends zulässt (SF gehört zu den fünf besten Teams im Abdecken von TE).

Gegen New Orleans trifft man aber auf die vielseitigste Offense der Liga, und das in deren Dome. Man hat Brees dort schon die besten Defenses des Landes zerlegen sehen, insofern wird San Francisco mit hoher Wahrscheinlichkeit mit seiner Offense punkten müssen…

…und darin liegt wohl der wahre Knackpunkt der Partie: Können Colin Kaepernick und Kollegen mit der Brees-Pace mithalten? Kaepernicks Pass-Offense ist bizarrerweise mit 6.5 NY/A die 10t-beste der Liga, aber das Blatt wendet sich schnell, wenn man die Freak-Performance im Season-Opener gegen Green Bay und die Spiele ohne TE Davis und/oder ohne WR Boldin rausrechnet: Dann haben wir eine mega-ineffektive Offense. Das reicht gegen Mittelklasse-Teams, weil San Francisco genügend sonstige Waffen in Offense und Defense hat, aber das reicht meistens nicht gegen die Spitzenteams – New Orleans ist ein solches, vor allem zuhause.

WR Michael Crabtree könnte helfen: Der Mann hat seinen Achillessehnenriss bald auskuriert, und wird demnächst wieder spielen; Crabtree war letztes Jahr, nach der Einwechslung von Kaepernick, dessen Lieblings-Anspielstation, und die Combo Kaepernick-Crabtree gehörte zum feinsten der NFL. Das ist erst ein Jahr her! Crabtree wird möglicherweise schon heute spielen (Status „uncertain“), auch wenn man sich schon fragen muss, ob es dieses Spiel, so wichtig es ist, wert ist, einen halbfitten Crabtree möglicherweise gleich schon wieder zu verheizen – zumal er nicht von Minute 0 an geschmiert laufen dürfte.

Also: New Orleans ist für mich im Superdome fast immer favorisiert. So auch heute.

New York Giants – Green Bay Packers

Kickoff 22h25

Es ist nun ziemlich genau einen Monat her, da waren die Giants 0-6 und die Lachnummer der NFL. Mein Power-Ranking protestierte. Es sah eine Mannschaft, die zwar unterdurchschnittlich drauf war (#22 der Liga), die aber immer noch wie ein Team spielte, das historisch gesehen die Saison mit 7 Siegen gegen einen durchschnittlichen Schedule beenden wird. Seither haben die Giants drei Spiele bestritten. Resultat waren drei Siege, und so steht „Big Blue“ heute mit 3-6 Siegen da, keine Welten vom Divisionsleader in der NFC East entfernt (Dallas mit 5-5) und heute mit der Chance, gegen einen schwer angeknockten Gegner aus Green Bay (5-4, muss heute wieder mit third stringer Scott Tolzien auf Quarterback ran) den vierten Saisonsieg einzufahren und sich endgültig im Playoff-Rennen zurückzumelden. Klingt verrückt.

Wenn man die Giants etwas genauer betrachtet, ist ihre Saison nicht 0-6 und dann 3-0. Sondern:

  • Recht explosive Pass-Offense zu Saisonbeginn, aber ein verrückter Turnover-Lauf, der die komplette Offense in die Scheiße ritt: Turnovers durch QB Manning, Fumble-Orgie durch so ziemlich jeden einzelnen Ballträger, plus 0-2 in engen Spielen.
  • Danach eine solidere Pass-Offense mit weniger Turnovers, aber auch weniger NY/A. Gegner mit Backup-QBs (Freeman/MIN, Barkley/PHI) und ein 2-0 Lauf in engen Spielen.

Gut und schlecht sind wie so oft relativ. Giants sind im Power-Ranking schon auf #13 hochgekraxelt, und dürften heute für viele leichter Favorit im Heimspiel gegen die Packers sein.

Seattle Seahawks – Minnesota Vikings

Kickoff 22h25

Diese Partie dürfte in Seattle (9-1) einen klaren Favoriten sehen, obwohl die Seahawks einige Spiele dieses Jahr knapper gestalteten als es ihnen lieb sein durfte. Trotzdem stellt Seattle die bessere, breitere, kompaktere Mannschaft, und solange man nicht völlig unterschätzt, was der Gegner an Quarterbacks heute aufmarschiert, sollte es ein souveräner Sieg werden.

Im Prinzip musst du Minnesota (2-7) nur die Box vollstellen. RB Peterson ist zwar weiterhin einer der besten, aber er ist natürlich nicht in der Lage, eine 8-Mann-Box dauerhaft zu killen. Eher umgekehrt: Dann wird er selbst gekillt. Das Problem an der Sache liegt sowieso woanders, nämlich in der suboptimal besetzten Quarterback-Position der Vikes. Wer auch immer spielt, das Passspiel ist kaum ernst zu nehmen. Deswegen sind die Vikes so leicht auszurechnen, und wenn nicht alle Würfel wie letztes Jahr auf ihre Seite fallen, sind sie relativ leicht einzubremsen.

Notizblock NFL Woche 10 Bills/Cowboys; Giants/49ers

Buffalo Bills (5-3) @ Dallas Cowboys (4-4) [Gamecenter] [Gamebook]

[ inactives: OT Sam Young, Demetrius Bell; LB Chris Kelsay; CB Reggie Corner, Aaron Williams, K Ryan Lindell (Bills); RB Felix Jones, WR Miles Austin, CB Mike Jenkins (Cowboys)]

Cowboys Offense / Bills Defense

– Q1/12:12: erster Drive der Cowboys endet mit spektakulärem TD-Catch von Dez Bryant; vorher hat WR Jesse Holley, der aus der Michael-Irvin-Show, vorher auch mit großartigem Catch bei einem dritten Versuch  auf sich aufmerksam gemacht

– Q1/3:05: TD WR Laurent Robinson bei 3rd&goal, Romo mit entwischt ganz stark dem Pass Rush und findet dann Robinson in der Endzonenecke; Die Bills-D spielt fast ausschließlich Nickel und Dime und kann das Paßspiel trotzdem nicht stoppen; dazu kommt noch, daß wenn die `Boys mal laufen, RB Murray gar nicht weiß, welche der vielen Lanes er denn nehmen soll; 14-0 Dallas

– Q2: 12:17: erster Spielzug nach Buffalos vergeigtem FG: WR Robinson überläuft ganz locker CB Drayton Florence und ist nach 58 Yards in der Endzone zum 21-0; Romo bis jetzt 11/11, 179Yards, 3TDs; Cowboys 211 Yards, Bills 37 – Buffalos Defense ist einfach zu schlecht, vor allem die CBs und LBs in Paßverteidigung; Romo bringt die ersten 13(!) Bälle an den Mann und Dallas verwandelt die ersten sieben (!) 3rd Downs

– Q2/1:05: vierter TD im vierten Drive für Dallas, 28-7; Buffalo ohne Pass Rush, mit schlechter Zone Coverage und mit Pech, daß Dez Bryant spielt wie ein Top-5 WR

Bills Offense / Cowboys Defense

– 1st snap/drive: niemand blockt OLB DeMarcus Ware, sack; 3&out

– Q2/12:22: die Cowboys verteidigen mit Safeties und LBs sehr gut die Screen-Pässe zu RB Fred Jackson, die Buffalo so gerne spielt; der neue Kicker Rayner verzieht 52-Yd-FG-Versuch – mit drei langen Plays (DPI, Catch TE Chandler, Run RB Jackson) kommt Buffalo bis an DAL3 und von da wirft QB Fitzpatrick den TD-Paß auf WR David Nelson, 21-7; Nelson läuft dann durchs halbe Stadion zu seiner Freundin läuft – die Cheerleader der Cowboys ist

– Buffalo gibt sich aber nicht auf; der erste Drive der zweiten Hälfte bringt sie bis an DAL18 und dort spielen sie einen 4th&2 aus– incomplete; das größte Problem der Offense ist die schwache Protection, Spencer und Ware lassen da öfter mal die Tackles alt aussehen und bei Rob Ryans kreativen Zone-/Overload-Blitzes guckt sich die OLine zu oft fragend an und weiß nicht, wer wen blocken soll

– Q3/2:14: WR Jones kann den Ball nicht festhalten und fälscht ihn direkt zu CB Newman ab; Dallas Ball an BUF23 – FG, 34-7 Dallas, game over

New York Giants (6-2) @ San Francisco 49ers (7-1) [Gamecenter] [Gamebook]

[inactives: RB Ahmad Bradshaw, CB Prince Amukamara (Giants), CB Shawntae Spencer, FB Moran Norris (49ers)]

Giants Offense / 49ers Defense

– erster Drive Giants: gute protection für Eli; langer Drive mit 50/50 pass-run-ratio, werden aber an der 5-Yd-Linie gestoppt; nach 14 plays, 75 Yards in 8:33 Minuten stehen nur drei Punkte bei den Giants

– auch der zweite Drive der Giants ist ein langer, aber auch dieser wird innerhalb der 10-Yd-Linie gestoppt; 6-3 NYG

– es ist jede Woche dasselbe: für jeden tollen Catch, den er macht, macht Victor Cruz auch irgendwas Dummes wie Fumbles oder furchtbare Drops

– Q3/2:25: großartiger Manning-Paß, großartiger Manningham-Catch; wieder ein schöner Drive, dieses Mal mit mehr als einem FG abgeschlossen, 13-12 Giants

– Eli hat im vierten Viertel beim Spielstand 13-20 mal wieder die Chance auf ein 4th-Quarter-Comeback; diese Saison hat er schon fünf Game-Winning-Drives dirigiert und ist der top-rated-QB im letzten Abschnitt: 69% Completions, 8TDs/2Ints, 121,7rating; kaum wird diese Statistik eingeblendet, holt sich CB Carlos Rogers die Interception, weil WR Manningham einfach so seine Route nicht zu Ende läuft

next play: TD RB Kendall Hunter zum 27-13 (Q4/12:21)

– Q4/8:37: dieser TE Jake Ballard fängt schon wieder ein paar ganz starke Bälle und dann wirft Elite Manning einen unglaublich guten Ball zu WR Hakeem Nicks zum 20-27

– H/t to Captain Obvious: LB Patrick Willis spielt wie Ray Lewis zehn Jahr jünger

– im letzten Giants-Drive ist Eli tatsächlich Elite, einige ganz starke Bälle under pressure, zwei verwandelte 4th Downs bevor dann der dritte 4th Down des Drives DE Justin Smith im Weg ist – game over

49ers Defense / Giants Offense

– die Giants spielen konsequent mit 8, manchmal sogar 9 Mann “in the box”; das läßt viel Platz fürs Paßspiel, was Alex Smith auch nutzt, allerdings keine Big Plays, aber immer mal wieder 1st Downs; andererseits läßt er auch viele gute Möglichkeiten liegen

– nach 52-Yd-FG zum 6-6 recovern die 49ers einen Onside Kick; aber weil das Laufspiel gar nicht funktioniert (Frank Gore 6rush, 0 Yards) endet auch diese Serie nur mit FG zum 9-6

– nach Manning-INT Ende der ersten Hälfte hat SF wieder eine gute scoring opportunity und dieses Mal reichts nicht mal für ein FG: Interception, für die WR Ginn die Verantwortung trägt

– RB Frank Gore spielt in der zweiten Halbzeit verletzungsbedingt nicht mehr, so wie er vorher gespielt hat, ist das aber kein großer Verlust

– Q4/13:22: weil die Giants wie immer mit 8 Mann den Lauf verteidigen, hat TE Vernon Davis viel Platz und springt dann in die Endzone; nach einfacher 2pt-Conversion durch WR Crabtree führen die 49ers 20-13

NFL 2011/12, Week 6: Detroit Lions – San Francisco 49ers

[22h42] Endstand Detroit Lions 19, San Francisco 49ers 25.

Ein Spiel, das die in der Vorschau geschriebenen Erwartungen erfüllte. Laufspiel Detroit? Gegen diese Defense: Nada. So blieben 50 (!) Passversuche für Stafford (plus fünf Sacks und ein Scramble). Das ist unbalanciert hoch drei, hätte aber funktionieren können, wäre WR Calvin Johnson heute dominanter gewesen. Johnson „nicht dominant“ bei 7/130yds? Heute nicht, und es lag nicht allein am fehlenden Touchdown.

Auch TE Pettigrew sah nur die kurzen, ungefährlichen Bälle gegen die großartige Deckung der Linebackers Willis/Bowman. Das hatte sich vergangene Woche angedeutet, die beiden sind darin große Klasse. Folge für die Lions: Eine sehr unrhythmische Offense, die nur in ein, zwei der zirka zweihundertundeinundfünfzig Drives mal in Gang war.

San Francisco spielte seinerseits kein besonders gutes Spiel in der Offense, hatt zwar zwei Big Plays über RB Gore, aber wie Smith in der zweiten Halbzeit immer verzweifelter wurde als er versucht, auf eigene Faust das Spiel zu wenden, wird ebenso bleiben.

Am Ende half der starke Punt-Return Ginns und die falsch eingestellte Defensive Line Detroits den 49ers zu einem Statement-Sieg. San Francisco ist 5-1 und dürfte nun im Rennen um den Divisionstitel in der NFC West klar im Vorteil sein.  Let the hype begin.

Bei den Lions wird sich zeigen, inwiefern man imstande sein wird, sich von dem Rückschlag zu erholen.

[22h37] Detroit 19, San Francisco 25/62sek vor Spielschluss. Keine Timeouts mehr und es braucht einen Touchdown. Explosiv ist man, aber da täte ein kleines Wunder nun gut.

[22h31] 4th down gescheitert. Aber Detroit hat noch 3 Timeouts. Mal am Rande erwähnt: Wie weh tut das verkickte Field Goal & die dadurch verbesserte Feldposition für SF kurz vor der Halbzeit? San Francisco stürmte runter und machte seinerseits die drei Punkte.

[22h23] Detroit 19, San Francisco 22/TD Walker. Unglaublich, Smith bringt FB Delanie Walker auf einer Slant-Route in Stellung und Walker ist gerade die paar Zentimeter weit genug  vorne, dass es zum Touchdown beim 4th down reicht.

1:51 to go. Drei Timeouts. TD zu Sieg, Field Goal zur Overtime

[22h20] Two Minute Warning. San Francisco ist nach dutzenden Läufen aus der Power-Formation nun ganz nahe an der Goal Line. Third Down, nachdem nun nacheinander RB Gore und WR Crabtree abgewürgt wurden. Aber schon niedlich mit anzuschauen, dass Defensive Liner wie Suh sich von den immergleichen Laufspielzügen der 49ers verarschen lassen, weil sie ausschließlich ihre Augen auf Quarterbacks gerichtet haben.

[22h12] Nix gutes Play, Mr Johnston. Ich hasse diese Plays, die lange in ihrer Entwicklung brauchen, bei 3rd and 1. RB Kendall Hunter wird natürlich vor der gelben Linie getackelt, weil man einen Ted Ginn nicht für Linebacker-Blocken abstellen kann.

Davon ab: Alex Smith wieder mit so einem horrenden Ball in die Secondary. Die zweite Halbzeit Smiths war unterirdisch, to say the least.

[21h55] Detroit 19, San Francisco 15/TD Burleson. Da bleibt dem Perreira die Spucke wech: Burlesons Touchdown wird gegeben, aber wenn ich das richtig verstehe, mussten dafür alle Limits der Regelinterprätation ausgereizt werden. Eine Regel, die so viel zulässt, ist willkürlich intreprätierbar und gehört ASAP auf die Streichliste.

Wir wollen den Drive nicht vergessen. Detroit hatte Rhythmus, weil Stafford wieder schneller warf. Das ist das Rezept, mit der diese Defense zu knacken ist.

[21h49] Die Geister der „process of the catch“-Regel sind wieder da: Diesmal macht WR Burleson den Johnson in der EndZone. Play under review. Eine Regel, die überdenkenswert ist.

[21h44] Im Vorfeld wurde die Frage nach der Entwicklung von QB Alex Smith diskutiert: Kann man seine Offense mit dem Magier Harbaugh im Hintergrund in die Hände Smiths legen?

Dieses Mal wird Smith übermütig, weicht dem Pass Rush aus und lanciert einen übermotivierten Wurf gen WR Michael Crabtree. Deutlich überworfen und genau dem Safety #42 Spievey in den Schoß fallend. Wendepunkt in diesem Spiel? Wieder so eine „geschenkte“ INT?

[21h34] Sehr intensives Spiel weiterhin, Spielzüge werden mit freundlichen und weniger freundlichen „Helmet-to-Helmet-Diskussionen“ verlängert und beide Quarterbacks werfen derzeit Incompletion auf Incompletion auf Incompletion. Vor allem die Lions-Offense ist nicht wiederzuerkennen, macht überhaupt keine 1st downs und die Defense muss meistens schneller als gedacht wieder aufs Feld.

[21h20] Detroit 13, San Francisco 15. Diesmal dürfen sich die Lions vom Referee verschaukelt vorkommen, nach einem non-existenten horse collar tackle-Call gegen CB Houston. Anyway: Erneut bricht RB Frank Gore durch, diesmal für 55yds.

Und dann zerstören sich die 49ers selbst mit einem schlimmen Drop in der EndZone.

[21h06] Detroit 13, San Francisco 12. Unter Einsatz schneller Screen-Pässe auf RB Jahvid Best schnuppert Detroit am TD, aber erneut hält die Defense, die wirklich einen bemerkenswerten Job macht.

[21h20] Detroit 13, San Francisco 15. Diesmal dürfen sich die Lions vom Referee verschaukelt vorkommen, nach einem non-existenten horse collar tackle-Call gegen CB Houston. Anyway: Erneut bricht RB Frank Gore durch, diesmal für 55yds.

Und dann zerstören sich die 49ers selbst mit einem schlimmen Drop in der EndZone.

[21h06] Detroit 13, San Francisco 12. Unter Einsatz schneller Screen-Pässe auf RB Jahvid Best schnuppert Detroit am TD, aber erneut hält die Defense, die wirklich einen bemerkenswerten Job macht.

[20h40] Halbzeit Detroit Lions 10, San Francisco 49ers 12.

Kein allzu schönes Spiel, was nicht zuletzt an der Unmenge an Flaggen liegt: 14 Strafen in der ersten Halbzeit?? Elf für 99yds davon gegen San Francisco? Meine Rübe.

Die schmerzhafteren Strafen gingen allerdings gegen die Lions, die kurz vor der Pause einen sehr vielversprechend aussehenden Drive gekillt bekamen. Die Lions machten dabei endlich mal ernst und spielten schnellen Football. Das gab es heute zu selten, zu häufig musste Stafford den Ball wegwerfen, was auch 3x um ein Haar in INTs resultiert wäre.

San Franciscos Offense schaut solider aus, Smith muss keine schwierigen Bälle werfen und das Laufspiel macht gerade genug Yards um ernst genommen zu werden.

Detroit war bislang ein Team, das es zu Beginn gemütlich angehen ließ und dann im dritten Viertel die Zügel anzog. Es kommt auch heute wieder auf die Adjustments an: Wie kriegen die Lions gegen diese hart spielende Defense den Angriff in Gang? Ein Knackpunkt dürfte dabei auch irgendwann die fehlende Kadertiefe bei San Francisco werden: Defensive Line und Defensive Backfield sind in ihren Optionen limitiert.

[20h36] Auch wenn das lange Field Goal verschossen wurde: Der letzte Drive der Detroit Lions hat das Patentrezept angedeutet: Weniger Blocker, mehr Ballfänger in die Aufstellung, zwischen den Spielzügen zügig weitermachen. Am Ende killt ein Chop Block den Drive.

[20h26] Zu all den unsinnigen False Starts gesellt sich nun ein sehr, sehr zweifelhaftes Personal Foul gegen den Fullback #90 Sopoaga. Folge: Lange 3rd downs. Immer wenn San Francisco längere 3rd downs verwerten muss, sieht die Offense kein Land, weil Smith die Zeit nicht bekommt.

[20h15] Detroit 10, San Francisco 9. Wenn die Offenses nichts mehr zustande bringen, machen eben die Defenses Punkte. QB Matt Stafford hält unter kollabierender Pocket den Ball zu lange und wird den Ball nicht mehr schnell genug los.

Die Halle in Detroit wird ruhiger.

[20h05] Das Privatduell CB #23 Chris Houston gegen WR #15 Michael Crabtree hat sich zu einer faszinierenden Schlüsselauseinandersetzung in diesem Spiel entwickelt. Mal ist der eine am längeren Hebel, mal der andere.

[19h53] Detroit 10, San Francisco 7/TD Gore. Die 49ers kassieren zwar Strafen, aber solange RB Frank Gore über die Mitte so locker drüberlaufen kann, werden sie im Spiel bleiben: 47yds straight ahead, zwei Plays später der TD.

[19h45] Detroit 10, San Francisco 0/TD Pettigrew. Während die 49ers nur ihren False Start Counter bedienen, kommen die Lions mit einer Pass Interference wieder in die RedZone, diesmal macht TE Pettigrew den Touchdown, während uns klar wird, dass auch die Amerikaner nicht immer alles wissen: Harbaugh wollte challengen (nicht erlaubt, weil Scoring Plays automatisch nochmal angeschaut werden können), die Kommentatoren bei Fox gingen auch davon aus, dass Harbaugh challengen würde.

[19h15] Detroit 3, San Francisco 0. Da hat die RedZone-Defense der 49ers einmal mehr gehalten, auch weil LB Willis irgendwie eine Completion gen TE Pettigrew unterbinden konnte.

Detroit hatte den Ball nach einem unglaublichen Fumble bekommen: DE #93 Kyle Vandenbosch mit einem unglaublich explosiven Antritt um Zeitpunkt des Snaps, rammt LT #74 Joe Staley in Grund und Boden und reißt QB Alex Smith einfach den Ball aus der Hand. Momente, in denen man ernsthaft Sorgen um die Bänder im rechten Arm eines Quarterbacks hat.

[18h57] Die Spielansetzungen an diesem Tag sind klasse. In diesem Eintrag wird der Hauptfokus auf Detroit vs. San Francisco liegen. Ich habe heute morgen eine ausführliche Vorschau auf dieses Spiel geschrieben. Ich warne allerdings vor spoilernden Blicken in Richtung anderer Partien (z.B. Eagles).

[18h53] Guten Abend.