O-Töne aus dem Dawg Pound: Die Zeit der Ausreden ist vorbei

alexander gehört zu den fleißigsten eMail-Schreibern und sorgt immer wieder mit leidenschaftlichen Analysen für viele Einblicke in die Seele von Organisation und Anhängerschar „seiner“ (an dieser Stelle halte ich das entsprechende Possessivpronomen für angebracht) Cleveland Browns. Zwei Monate vor dem Kickoff-Wochenende stimmt uns alexander schon mal auf die Browns 2012/13 ein.

Ich habe schon einmal meine Gedanken vor der Saison niedergeschrieben. Sollte sich im Training Camp und der Preseason nichts absolut unerwartetes ändern (Verletzungen), dann ist das quasi schon gedanklich meine fast finale Einschätzung der Browns und meine Erwartungen für September bis Dezember.

Ich freue mich sehr auf die nächste Saison. Aber nicht weil ich denke, dass die Browns mit einer positiven Bilanz was Siege und Niederlagen angeht (in diesem Jahr bei einem hammerharten Schedule im Vergleich zum Vanilla Schedule den wir letzte Saison hatten bei nur 4 Siegen) , am Ende da stehen werden, sondern weil sie spannend wird in mehreren Bereichen.

Im spielerischen Bereich freu ich mich auf TRich und auf Weeden. Von TRich erwarte ich Gutes, beim Laufen aber auch beim Ballfangen. Auch hinter TRich sollten genügend gute Ballträger sein, um TRich nicht zu viele Carries zu geben und ihn frisch und verletzungsfrei zu halten. Nach schlechter OL Situation im letzten Jahr und Verletzungen wurde in die OL investiert und somit sollten Ballträger und QB genügend Unterstützung haben. TRich ein absoluter Sympathieträger (ähnlich Weeden).

Mein Eindruck von Weeden ist äussert positiv. Ich denke, er ist dieses Experiment wert (anders nenne ich einen 29 jährigen Rookie QB für den ein first rd pick geopfert wurde, nicht). Im Nachhinein zum RG3-Deal finde ich, ein Weeden und TRich und ein first round pick nächstes Jahr mir wertvoller erscheinen als ein RG3 alleine, Stichwort Teamsport.

Weeden finde ich einen coolen Hund der werfen kann und mit einigen Wassern gewaschen ist. Ich hoffe die Rückschläge, die er als Rookie zweifellos erleiden wird, sind keine Verletzungen sondern lieber anderer Natur (die ein oder andere INT, Kritik etc). Und mit den letzteren traue ich ihm zu, wird er zurechtkommen.

Wenn man den Lobpreisungen glauben will, dann sollte er das beste sein an Kombination aus Präzision und Arm verbunden mit einer guten OL, was die Browns seit ihrer Rückkehr 1999 an einem QB hatten.

Den Rest des Artikels stelle ich unter das Motto: Die Zeit der Ausreden ist vorbei, Zeit sich zu beweisen.

Jetzt sind die WR dran Wege zu finden, frei zu sein und den Ball zur Abwechslung auch mal zu fangen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei, Zeit sich zu beweisen.

DEF: letzte Saison mit in manchen Bereich statistisch „ok“en Werten, die mir zu wenig hinterfragt wurden. Hey, den Browns stand die NFC West gegenüber, ferner hatten sie letztes Jahr solche TD Granaten als Gegner wie ein Manningloses IND, ein JAX, ein MIA das noch Probleme hatte als sie gegen uns spielten usw.

In die Def Lobpreisungen stimme ich erst ein, wenn dieses Jahr, bei ganz anderen Gegnern (NFC East statt West)  auch gute Ergebnisse geliefert werden. Zeit sich zu beweisen.

Special Teams – eine Katastrophe, hier kann es nur besser werden, da ist richtig Feuer drin. Zeit sich zu beweisen

Trainer: Wurden die zahlreichen Missgriffe von Shurmur nach außen mit Ausreden verteidigt („keine Offseason wg Lockout“, „noch ein Rookie HC“, „mit einer regulären Offseason wäre alles besser gewesen“, kein OFF Coord. daher die Doppelposition die Shurmur  – allerdings selbstverschuldet – überlastete) so hatte man diese Saison doch nicht genügend Vertrauen in Shurmur um ihm jetzt , dieses Jahr MIT EINER REGULÄREN OFFSEASON, alleine weiter wurschteln zu lassen.

Das Management hat auch erkannt, dass die Fehler zu haarsträubend waren, die Shurmur letztes Jahr beging, dass sie ihn so nicht weiter kaspern lassen konnten.

Also ein neuer OFF Coord musste her, Brad Childress. Während ich mit ihm als HC in MIN Probleme hatte, freue ich mich sehr, dass er da ist, es kann nur besser werden. Somit ist nun Second Year Coach Pat Shurmur von 4 erfahrenen Headcoaches umgeben (Childress, Jauron, Ray Rhodes und natürlich Holmgren). Für mich gilt hier am meisten der Spruch: Die Zeit der Ausreden ist vorbei, Zeit sich zu beweisen.

Holmgren, es kommt bereits das dritte Jahr unter ihm (von insgesamt 5, danach will er in Rente gehen). Nach diesem dritten Jahr sollte irgendwas wie ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar sein.

Ich gehe jetzt nicht soweit, dass ich dieses Jahr die Playoffs erwarte, aber eine 6 – 10 Saison mit deutlichen Steigerungen in OFF und DEF und einer Perspektive würden mir reichen. Man darf nicht unrealistisch sein, sollte aber einige Steigerungen deutlich erkennen können.

Holmgren geht hohes Risiko. Zuviele Entscheidungen, die er mit getroffen hat, haben sich als Fehler erwiesen oder stehen eher mit einem Fragezeichen als mit einem Ausrufezeichen am Satzende. Ein Jahr und 7 Mios für Delhomme und vor allem die vergeudete Zeit stehen hier negativ zu Buche.

Dann das Herumgeeiere mit Mangini, zuerst behält er ihn für ein weiteres Jahr, obwohl von der Philosophie her klar war, dass die beiden nie zusammen passen. Ein Jahr vergeudet.

Als Mangini entlassen wurde und der Lockout drohte, war klar, dass die Browns gerade in dieser Situation eigentlich einen ERFAHRENEN Headcoach brauchen und keinen , der Rookiefehler en masse produziert und auf Grund persönlicher Bande in den Verdacht gerät nur wegen Seilschaften den Job bekommen zu haben.

Und was kommt? Ein Rookie Headcoach, der sich in STL auch nicht so als OFF Coord empfohlen hat, dass ihm der Ruf vorauseilte, er sei heisser als heisses Frittenfett. Das hat noch nicht mal am haarsträubenden Entscheidungen  ausgereicht! Obwohl ja die Offseason ausfiel, hat man ihm zugetraut auch noch den OFF Coord Job in Personalunion mit stemmen zu können. Ich spüre heute noch Kopferschmerzen als Folge von Nachwirkungen der Gehirnerschütterung auf Grund des heftigen Kopfschüttelns von vor einem Jahr.

Sollte also Shurmur auch floppen, hätten uns Holmis Coachingentscheidungen minimum 2,5 Jahre vergeudete Zeit gekostet. Allerdings, sollte sich Shurmur ähnliche Blößen wie letztes Jahr erlauben, dann wird Holmgren vielleicht noch in der Saison handeln.

Shurmur ist hier auch das schwächste Glied in der Kette, hat aber in der letzten Saison auch gar nichts gezeigt, was dem entgegen wirken könnte.

Dann die geholten QBs von Holmgren. Zuerst Delhomme, dann McCoy und nun FIRST ROUND PICK QB Weeden (statt eines ebenso dringend benötigten WR). Holmgren kann nur hoffen, dass Weeden einschlägt. Auch für Holmgren gilt: Die Zeit der Ausreden ist vorbei, Zeit sich zu beweisen.

Draft und Scouting: Das Team ist deutlich jünger geworden. Der Kader litt deutlich unter den Auswirkungen der Drafts der letzten Jahre von Mangini und der Savagezeit mit dem Zusammenbruch im letzten Crennell und Savagejahr und dem notwendigen Ausmisten danach.

Mangini hat desaströs gedraftet (der während der Saison gefeuerte GM Kokinis bleibt ein größeres Mysterium als der Untergang von Atlantis) aber gut gecoached und mit erfahrenen, älteren  und willigen middle-class-Spielern und einer guten DEF den grössten GAU am Spielfeld noch vermieden.

Das Ergebnis der aktuellen Drafts wird sich in den nächsten 2 – 3 Jahren beurteilen lassen, aber mir ist hier nicht so bang wie bei den Shurmur-Entscheidungen. Hier bin ich etwas milder gestimmt.

Also, ich erwarte eine spannende Saison was die Zukunft der Browns angeht. Die Zukunft der Spieler Weeden, TRich, Schwartz und noch andere nicht alte Spieler wir Haden, Thomas, Rubin, Taylor, Sheard und einige andere.

Wir können durchaus das ein oder andere Spielzugschmankerl erleben.

Trotz der angedachten Westcoast OFF mit Schwerpunkt Pass, erwarte ich hierzu widersprüchlich eine große Dosis Lauf.

Erstens um Weeden zu entlasten, zweitens um TRich und Co. mehr mit ins Spiel zu bringen, drittens hat Shurmur ih STL seinen RB auch viel  laufen lassen.

Solche komischen Statistiken, als man letztes jahr McCoy in einem Spiel fast 70mal werfen liess, sollte man dieses Jahr nicht sehen. Es wird ausgewogener werden.

Aber auch spannend was passiert wenn die Saison zu sehr in die Hose geht mit den Verantwortlichen wie Shurmur und Holmgren.


korsakoff – Ich würde da noch eine oder zwei Anmerkungen wagen. Vanilla Schedule ist mir persönlich zu stark. Mein Modell schätzt, dass die Browns in der abgelaufenen Saison den fünftschwersten Schedule spielen mussten (gegnerische Stärke 0.53). Und, um es noch einmal zu betonen: Die Browns hatten genau eine Schwäche: Ein desaströses Passspiel in der Offense (5.1yds/Passversuch, #30).

An den Strength of Schedule angepasst, schätzt mein Modell, dass die Browns 6.2 Spiele hätten gewinnen müssen (.387), also mehr als zwei Spiele über ihrem aktuellen Record. Der Trainerstab war neu und unerfahren, was einen Teil der unter den Erwartungen gebliebenen 4-12 Saison erklären mag.

Hätten die Browns nur ein ligaweit durchschnittliches Passspiel gehabt (6.3yds/Passversuch), sie hätten 8.8 Spiele gewinnen müssen (.549), wären also ein Playoffkandidat gewesen.

Die Special Teams waren in der abgelaufenen Saison nicht gut, passt. Aber da Special Teams extrem stark dem Phänomen „Regression zur Mitte“ unterliegen, würde ich nicht von vorneherein von einer schlechten Unit auch in der kommenden Saison ausgehen.

Gemessen an den Vorjahres-Ratings werden die Browns in der kommenden Saison einen knapp stärkeren Schedule spielen müssen (0.54). Abhängig davon wie Weeden einschlägt, kann ich mir durchaus eine überraschend starke Browns-Jahresbilanz vorstellen.

Cleveland Browns in der Frischzellenkur

  • #3 (1) RB Trent Richardson (Alabama)
  • #22 (1) QB Brandon Weeden (Oklahoma State)
  • #37 (2) OT Mitchell Schwartz (California)
  • #87 (3) DT John Hughes (Cincinnati)
  • #100 (4) WR Travis Benjamin (Miami, Fl.)
  • #120 (4) LB James-Michael Johnson (Nevada)
  • #160 (5) G Ryan Miller (Colorado)
  • #204 (6) LB Emmanuel Acho (Texas)
  • #206 (6) DT Billy Winn (Boise State)
  • #245 (7) CB Trevon Wade (Arizona)
  • #247 (7) TE Brad Smelley (Alabama)

[Statt einer Draft-Review von koraskoff oder mir freuen wir uns heute, die Gedanken des passionierten Browns-Fans alexander präsentieren zu können. Im Folgenden gibts alexanders Einschätzung zur Browns-Draft und zum Management allgemein und zum Ende kurz meine 2 cents.]


Als Hinweis vorneweg:  ich habe natürlich keine Ahnung wieweit meine Meinung repräsentativ ist, auch in den Brownsforen in Ohio sind sehr unterschiedliche Meinungen zu lesen und es gibt diverse Gruppierungen.

Nochmal einige Punkte zur Draft mit einigen Tagen Abstand. Eigentlich eine sehr interessante Draft bei der man aus vielen Gründen die Augenbrauen heben kann.

Dabei geht es mir weniger darum jeden Spieler genau zu analysieren sondern um die Gesamtsituation der Franchise.

Das Management geht ein hohes Risiko ein (schon Verzweiflung?), so wie sie im Gesamtbild agieren.

Die Fans und eventuell auch Owner Lerner werden ungeduldig. Jetzt kommt das dritte Jahr von Holmgren und es wird wohl Zeit, dass Schritte in die richtige Richtung zu erkennen sind. Holmgren, bisher keinesfalls souverän (meist aus der Ferne der Westküste SEA oder ARZ) agierend in seinen ersten beiden Jahren mit sehr viel diskussionswürdigen Entscheidungen ( Mangini 1 Jahr behalten um ihn dann doch zu feuern, den Rookie HC Shurmur zu holen mit dem Verdacht der Seilschaften, da alle den gleichen Berater haben, das QB Geeiere mit dem Delhomme Fiasko, das hin und her in Sachen McCoy). Oder der mittlerweile korrigierte Monsterfehler, dass man Shurmur noch in Personalunion den OFF Coord machen liess.

Problem ist, letztes Jahr hatten wir einen sehr leichten Schedule, der eine gute Bilanz hätte hergeben können. Es wurden allerdings einige Spiele knapp verloren die auch auf die Kappe des Coaches gingen der sehr überfordert agierte (allerdings wäre eine mögliche bessere Saisonbilanz nur Kosmetik gewesen und hätte über das wahre Potential vielleicht hinweggetäuscht). Jetzt kommt dieses Jahr ein deutlich härterer Schedule und die Browns werden wohl mit einem Rookie QB als Starter in die Saison gehen, der mit 29 Jahren noch kein einziges NFL Spiel bestritten hat.

Die Browns werden mit einem WR Corps in die Saison gehen, das letztes Jahr ganz oben war bei den Drops und denen es an ganz großen Spielern fehlt

Die Browns werden zum wiederholten Male in die Saison gehen, ohne dass der Baustelle QB ein Top WR per Draft oder Free Agency als Hilfe gegeben wurde (letztes Jahr kein Julio Jones, dieses Jahr auch kein Top Mann geholt mit entsprechendem Background).

Das Frontoffice hat durch Veteranenhandling neue Lücken in der Offseason geschaffen (OL Steinbach, RB Hillis) die nun in der Draft wieder neu besetzt werden mussten, statt dass andere Positionen (WR) angegangen wurden.

Angesprochen auf das WR Dilemma: Mit breiter Brust erklärt das Management, dass dieses Jahr die kaum veränderte WR Combo plötzlich viel besser aussehen werde, da ja auch andere Positionen upgegrdated wurden (RB; QB) und dies nun den WR auch helfen würde. Überzeugen tut mich dieser Zweckoptimismus nicht, zumindest nicht für kommende schwere Saison.

Es sind viele einzelne Entscheidungen getroffen worden, welche zwar im einzelnen, isoliert betrachtet, jeweils begründbar sein mögen (z.B: Steinbach, Hillis), im Gesamtkontext aber ein anderes, zweifelhaftes Bild ergeben.

Ich habe auch nicht unbedingt das Gefühl, dass das Mangement in allen Bereichen auf gleicher Wellenlänge agiert. Auch Holmgren deutete an, dass er Heckert mal einvernehmlich „überzeugt“ hatte, anders zu handeln.

Wo ich auch im Grübeln bin ist die QB Situation und Entscheidungsfindung. Nachdem RG3 nicht geklappt hat, haben Holmgren und Co sehr deutlich gemacht, dass man keine Zweifel hätte mit McCoy als Starter in die Saison zu gehen. Man werde jetzt in der Draft viele weapons holen um ihn zu helfen.

Klar war vor der Draft, dass Tannenhill nicht in Frage kam für die Browns. TRich war auch irgendwie klar. Zu Trent Richardson: er wird nicht nur als laufender RB gesehen, sondern auch als sehr guter Passempfänger und Blocker. Aus diesem Blickwinkel muss seine Draft gesehen werden. Kann ich eigentlich mit leben.

Holmgren hat auch WR Wright sehr gemocht. Wäre Wright nicht an 20 bereits weggegangen, hätte ihn wohl Cleveland an #22 statt Weeden genommen. Die Frage ist dann, ob man für Weeden dann von 37 aus hoch getradet hätte. Oder ob Weeden überhaupt dann noch den Browns in den Schoss gefallen wäre . Wenn nicht, wäre wohl doch McCoy der alleinige Prinz?

McCoy wurde vorgeworfen, dass er den notwendigen Arm nicht hat. Weeden hat ihn. Allerdings wollte man eh eine OFF unter Holmgren / Shurmur etablieren, die mehr auf accuracy basiert. Jetzt liest man überall begeistert, welchen big arm nun Weeden hat.

Dann noch die Frage, inwiefern ein QB auch auf Wunsch des Owners geholt werden musste.

Persönlich sehe ich das sehr offen. Wenn Weeden „the man“ in Cleveland wird, dann freue ich mich. Allerdings trat McCoy unter ungünstigsten Umständen in Cleveland an. Zuerst wurde er von Daboll gemobbt, machte dann aber in seiner ersten Saison seine Sache nicht schlecht bei einem offense-gameplan der ihm entgegenkam (hohe Dosis Hillis, Cribbs, Trickspielzüge).

Dann neue Saison, neuer Trainer (überforderter Rookie Headcoach), neues OFF System, keine Offseason wegen Streik. auch kein OFF Coord der sich mit ihn beschäftigen konnte, eine nicht harmonische OL, das Hillisdrama und auch eine wenig überzeugende WR Unit. In diesem Umfeld hätten viele junge QBs Probleme gehabt. Das Schicksal hat es nicht gut gemeint mit Colt McCoy.

Holmgren ist sehr viel Risiko gegangen. Floppt Weeden, dann hat Holmgren nach 3 von 5 Jahren insgesamt bei 3 QBs teuer daneben gelangt (Delhomme, McCoy und Weeden). Zudem habe ich null Vertrauen in das Können von Shurmur und ich weiss nicht wie beruhigt ein Holmgren nach den vielen Fehlern von Shurmur im letzten Jahr ist. Mit Childress hat man zumindest einen OFF Coach, der schnell auch das Ruder in die Hand nehmen kann oder Holmi macht es am Schluss selbst.

Stichwort „passlastige“ Liga und Erfolg deshalb bin ich auch ein Fan davon, dass man zumindest stets untersucht ob es sinnvoll ist, sich ANTIZYKLISCH zu verhalten. Damit meine ich harte gute DEF und viel harten RUN. Den Erfolgen der Bradys, Brees, Mannings, Rogers kann man auch SB Teilnahmen oder Siege von Ravens, Bucs, Steelers (der erste SB unter Big Ben auf jeden Fall) und Giants dagegen halten (oder die Teilnahme im SB der Bears). [Edit Herrmann: dieser Gedanke hat mich zu dem Think-Twice-Beitrag über die Rolle der Quarterbacks animiert.]

Eine Draft mit Risiko, wegen Weeden und der einseitigen Fixierung auf den Pass und damit immer in Abhängigkeit vom Können der QBs bzw deren Verletzungsanfälligkeit in der von DEF dominierten AFC North und einem sehr windigen Brownsstadion am Lake Erie mit harten Wintern und alles andere als ideale Wurfbedingungen in 8 Heimspielen.

Für mich setzt das Management sehr viel Risiko auf wenig Karten (Weeden, dass die WR Unit sich um Galaxien verbessert, dass Shurmur es gebacken bekommt) mit sehr wenig in der Hinterhand.

Der „Only in Cleveland“ Faktor (ich weiss nicht ob du schon 2002 NFL verfolgt hast, google mal dwayne rudd helmet). Irgendwelche Freakdinge, die immer in Cleveland passieren und die Franchise zurückwerfen. Es ist zumindest bei den Fans schon in der Psyche.

Gerade hat es wieder zugeschlagen, da unser first round pick aus dem letzten Jahr DT Phil Taylor wohl die komplette Saison ausfallen wird. Kennt man ja schon von Winslow, der sich damals mit dem Motorrad das Knie ausradierte und dadurch seine dem eigentlichen Talent entsprechende HOF Karriere wegwarf. Oder der damals für irre Summen geholte freeagent und OL Hoffnungsträger LeCharles Bentley, der sich im allerersten NON CONTACT Training, das Knie ausradierte, was letztendlich sein Karriereende war. Oder oder oder. Only in Cleveland.

Im Vergleich zum „only in Cleveland “ Faktor, ist Murphy´s law ein unbedeutender kleiner Fliegenschiss auf der Weltkugel.

Double Take Herrmann:

Dieses Only-in-Cleveland-Gefühl kann ich vollkommen nachvollziehen. Irgendetwas passiert den Browns immer. Abenteuerliche Verletzungen. Pech auf dem Spielfeld. Pech in Managementdingen. Wenn man dann mal kein Pech hat, macht irgendwer irgendetwas falsch. Und wenn man dann doch mal einiges oder gar viele richtig macht, sind immer noch Ravens, Steelers und die mehr als soliden Bengals in der gleichen Division. Es ist dann auch gar nicht überraschend, daß eines morgens nicht die Chargers- oder Seahawks- oder sonst irgenwelche  Fans aufwachten und die eigene Mannschaft weg war, sondern ausgerechnet die Browns-Anhänger.

Die diesjährige Draft sieht auch durchaus vernünftig aus. Drei Picks in den Top-40, mit denen man einen Franchise Running Back auf (angeblich) Adrian-Peterson-Niveau draftet; einen soliden QB, dessen Potential wie bei den meisten 1st-rd picks zwischen mittelmäßig und recht gut rangiert; und für diese beiden ersten einen Tackle als Hilfe.  Wie man das eben so macht, möchte man fast sagen: ein Franchise-Guy für eine Skill-Position; einen QB; Verstärkung für die O-Line.

Die Verteidigung ist ohnehin schon besser, als man meinen möchte, wenn man als gewöhnlicher NFL-Fan nur zwei Spiele pro Jahr sieht, in denen die Browns von Ravens und Steelers vermöbelt werden (und sogar dabei manchmal schon ganz patent aussehen).  Man hat eine sehr junge und starke Secondary um CB Joe Haden und einen der besten Linebackers der Liga in D´Qwell Jackson. Sehr gut aufgestellt also in der „It´s a passing league„-NFL. In der letzten Spielzeit ließen die Browns nur 6,3 Yards/Paßversuch zu und waren nach Punkten die fünftbeste Defense der Liga.

In einer schwächeren Division könnten sich die Browns vielleicht in Ruhe entwicklen. In der AFC North geht das nicht. Auch wenn die Ergebnisse in der kommenden Saison wahrscheinlich nicht besonders rosig aussehen werden, bastelt man sich am Lake Erie einen ganz anständigen Kader zusammen. Fraglich ist dabei nur, wieviel Geduld man „ganz oben“ noch hat.

Zur Meinung von korsakoff und Grantlands/Smart Footballs Chris Brown gehts hier.

Die zweite Reihe – Jim Zorn

[In der Serie „Die zweite Reihe“ werden Spieler, Trainer und Taktiken vorgestellt, die für den Erfolg einer Mannschaft essentiell sind, aber nicht im Rampenlicht stehen. Die ersten drei Folgen der Serie – Jimmy Leonhard, Kevin Gilbride und Jeff Saturday – gibt es hier. Für Teil 4 tritt heute Jim Zorn, Quarterbacks-Coach der Kansas City Chiefs, aus der zweiten Reihe ins erste Glied.]

Es gibt nicht viele gute Spieler, die später erfolgreiche Cheftrainer auf dem NFL-Level wurden. Herm Edwards und Mike Ditka fallen in dieser Kategorie sofort ein, aber das war es dann auch schon fast. Jim Harbaugh könen wir nach nur einer Saison ein wenig voreilig vielleicht auch schon mit dazu zählen. Jim Zorn, den wir heute aus der zweite Reihe ins Rampenlicht zerren wollen, hatte vor wenigen Jahren auch mal die Chance dazu – leider in Washington unter der Fuchtel des verrückten Besitzers Dan Snyder. Die zwei Spielzeiten 2008 und ´09 gingen – nach einem kurzen erfolgversprechenden Start- fürchterlich in die Hose.

Wenn man an die (Coaching-)Karriere Zors von einer anderen Seite her angeht, ist sein Aufstieg nicht sonderlich selten. In der Zeit nach seiner aktiven Karriere wurde er ligaweit hoch geschätzt als hervorragender Quarterbacks-Coach. Von dieser Position aus sind schon viele mehr oder weniger erfolgreiche Head Coaches hervorgegangen. Man denke nur an Mike Holmgren, Jon Gruden, Sean Payton, Josh McDaniels und nicht zuletzt Mike McCarthy.

Mit dem wohl erfolgreichsten – Mike Holmgren – begann dann auch sein Coaching-Stern am NFL-Himmel aufzugehen.

Quarterbacking in Seattle

2001, Zorn war zu diesem Zeitpunkt schon 47 Jahre alt, verpflichtete Seattles Head Coach Jim Zorn als Quarterbacks Coach um den neuen Starting QB Matt Hasselbeck unter seine Fittiche zu nehmen. Mit Quarterbacking in Seattle kannte sich Zorn ziemlich gut aus, schließlich war er selbst 13 Jahre lang der Signal Caller der Hawks.

Verpflichtet wurde er im 1976 von der Expansion Franchise im Nordwesten der USA. Schnell wurde der Linkshänder ein Publikumsliebling, auch wenn er nie zur Elite der NFL-QBs gehören sollte. Er wurde zwar zum NFC Offensive Rookie of the Year gewählt (ja, damals gehörten die `Hawks noch der NFC an), aber das geschah hauptsächlich mangels Konkurrenz. In den 14 Spielen seiner Rookie Saison warf er 27 Interceptions, vervollständigte gerade mal 47% seiner Pässe und sein QB-Rating betrug weniger als 50. Von den 14 Spielen gingen 12 verloren.

Er blieb dann immerhin noch sieben Jahre lang Starter und war neben der Legende WR Steve Largent das Aushängeschild der jungen Franchise; aber die Stats wurden nicht viel besser. Seine beste Saison hatte er 1979 mit 3661 erworfenen Yards bei einer Completion Percentage von 56,4. Kombiniert mit 20 Touchdowns und 18 Interceptions reichte das für ein QB-Rating von 77,7.

Bis zu seinem Abstieg zum Backup im Jahre 1983 errangen die Seahawks in keiner Spielzeit mehr als 9 Siege und schafften es nicht ein einziges Mal in die Playoffs. Das sollte sich erst mit dem neuen Helden at the helm Dave Krieg ändern. Nichtsdestotrotz war er bei den Fans so beliebt, daß er heute einer von zehn ehemaligen Spielern ist, die einen Platz im Ring of Honor haben.

Zorn blieb bis Ende der Saison 1984 Backup und tingelte dann zum Abschluß seiner aktiven Karriere noch ein bißchen über die Dörfer. Über die Packers und die Winnipeg Blue Bombers der kanadischen CFL landete er zu seiner endgültig letzten Saison 1987 bei den Tampa Bay Buccaneers.

Direkt im Anschluß begann der seine Coaching Karriere im College Bereich als Quarterbacks Coach bei den Boise State Broncos. Nach vier Jahren wurde ihm bereits der Posten des Offensive Coordinators bei Utah State angetragen, wo er in einem Staff mit Gary Patterson und Dick Bumpas arbeitete. Als der Staff um Head Coach Charlie Weatherbie nach der Saison 1994 umgebaut wurde, kam Zorn als QB-Coach in der Big Ten bei Minnesota unter, bevor er zwei Jahre später von Cheftrainer Dennis Erickson zurück in die NFL an seine alte Wirkungsstätte Seattle geholt wurde.

Dort wurde der Staff allerdings nach einem Jahre ausgemistet und auch bei seiner nächsten Station in Detroit wurde Zorn schon bald Opfer einer großen Umstrukturierung, nachdem HC Bobby Ross während der Saison 2000 hingeschmissen hatte. 1998 war Rookie-QB Charlie Batch unter Zorn ein ganz passabler Starter und 1999 führte er sie das letzte Mal in die Playoffs, bevor die gesamte Franchise den Bach runterging.

Von Washington nach Washington

Seine Leistungen aber hatte Holmgren überzeugt und von 2001 bis 2007 saugte Zorn die West Coast Offense, die Holmgren selbst als QBs-Coach bei Bill Walsh himself studiert hat, in sich auf und machte Matt Hasselbeck zu einem der besten QBs der Liga. Die Seahawks hatten in dieser Zeit nur eine losing season, erreichten aber fünf Mal die Playoffs und standen nach der Saison 2005 im Super Bowl. Zorn war zu dieser Zeit schon sehr kreativ in seinen Trainingsmethoden. In einem seiner berühmtesten Drills bewirft er den Quarterback mit Bällen, denen dieser ausweichen muß, dabei aber immer seine Augen downfield hat und seine Receiver anvisiert.

2008 hatte Zorn schon einen hervorragenden Ruf in der Liga und mehrere Teams boten ihm den Posten als Offensive Coordinator an. Er entschied sich für die Washington Redskins – was, seit Dan Snyder als deren Besitzer zeichnet, selten eine gute Idee für Spieler oder Trainer ist. Nachdem die Hauptstadtlegende Joe Gibbs, dreimaliger Super Bowl Champion mit den ´Skins, nach der Saison 2007 endgültig in Ruhestand ging, war Snyder auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer. Weil aber Snyder mit Zorn und Defensive Coordinator Greg Blache die beiden wichtigsten Assistentenposten schon mal freihändig vergeben hatte, war der heiße Stuhl nicht allzu beliebt. Nachdem Steve Mariucci und Favorit Steve Spagnuolo abgewunken hatten, machte Synder – in einer Mischung aus ein wenig Geniestreich und viel Verzweiflungstat – kurzerhand Jim Zorn zum Head Coach.

Über diese Zeit kann man getrost den Mantel des Schweigens legen. Zorn verband das übriggebliebene Laufspiel-Konzept mit seiner Version der West Coast Offense und hinter QB Jason Campbell und RB Clinton Portis gewannen die `Skins sechs der ersten acht Spiele. Danach hatten sie allerdings erhebliche Probleme, Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. Nur zweimal gelangen noch mehr als 13 Punkte und so beendete man die Saison mit einer 8-8-Bilanz.

Die nächste Saison wurde nicht gerade mit hohen Erwartungen angegangen, aber selbst die wurden enttäuscht. Clinton Portis mit seinen 28 Jahren war nur noch ein Schatten seiner selbst und Jason Campbell ist einfach kein Quarterback, der eine Offense tragen kann. In den ersten sechs Spielen machte Washingtons Angriff nur 79 Punkte und GM Vinny Cerrato entriß Zorn kurzerhand die Macht, die Plays zu callen. Ein Vorgang, den man außerhalb Washingtons nur sehr selten in der NFL sieht. Mit Sherman Lewis hat Cerrato, der mit Zorn von Anfang an nicht auf einen grünen Zweig kam, einen neuen OC vorgesetzt und von da an ging es richtig abwärts. Im Dezember kündigte Cerrato überraschend, nachdem er über viele Jahre Snyders rechte Hand gewesen war. Nach der letzten Niederlage in Woche 17, der zwölften, hatte Snyder mal wieder den Besen rausgeholt und zum Großreinemachen angesetzt. Vater und Sohn Shanahan übernahmen den Coaching Staff und haben bis heute auch nicht mehr auf die Beine gestellt als Zorn. Zumindest sieht die Zukunft jetzt wieder ein bißchen besser aus.

Zurück zu den Quarterbacks

Für Zorn persönlich gab es gleich eine neue Chance. Die Baltimore Ravens suchten für ihren jungen talentierten, aber strauchelnden QB Joe Flacco einen guten Lehrmeister und stellten ihn sofort ein. Flaccos Saison 2010 war dann auch prompt die beste seiner bis heute vierjährigen Karriere. Aus nicht ganz geklärten Gründen wollten HC John Harbaugh und OC Cam Cameron nicht meht weiterarbeiten. Wahrscheinlich hatte es mit den unterschiedlichen Vorstellungen im Playdesign zu tun: Cameron hat seine Ausbildung bei Norv Turner gemacht und liebt das vertikale Spiel, während Zorn aus der alten Bill-Walsh-Schule kommt und mehr Wert auf Timing-Routes legt und darauf, daß Spielfeld eher in seiner ganzen Breite als in ganzer Länge zu nutzen. Flacco machte seinen Ärger über Zorns Rauswurf sogar laut und deutlich öffentlich, konnte seinen Abgang aber nicht verhindern. Seine Zahlen 2011 gingen steil nach unten: 5 Prozentpunkte bei der Completion percentage (58% statt 63%); 6,7Y/Paßversuch statt 7,4Y/P und ein Rating von 80,9, das 2010 noch 93,6 betragen hatte.

Mit Matt Cassel in Kansas City bekam aber gleich der nächste strauchelnde Quarterback den Tutor Zorn. Leider verlief die Saison dann etwas anders, als sich die Chiefs das vorgestellt hatten. Cassel konnte aufgrund von Verletzungen nur neun Spiele machen und Zorn mußte daher die Herren Tyler Palko und Kyle Orton auf Todd Haleys Offense einschwören. Haley wurde schließlich entlassen und für die nächste Saison hat der neue Chef Romeo Crennel seinen alten Patriots-Buddy Brian Daboll als OC installiert – und nicht Zorn. Daß er bis zuletzt ein heißer Kandidat auf den Posten war, zeigt, daß er trotz des Debakels in Washington noch Chancen hat, bei einem Team das Playcalling zu übernehmen. Jetzt hat er erstmal alle Hände damit zu tun, „seinen“ Cassel in einer Division mit Philip Rivers und Payton Manning nicht allzu alt aussehen zu lassen.

Mayock-Watch, Week 14: Pittsburgh Steelers – Cleveland Browns oder wenn das Mittelmaß schreit

Wir wissen seit heute Vormittag, wie sich ein Steeler-Heimspiel anfühlt. Wir wissen schon lange um die Stärken und Schwächen der Pittsburgh Steelers, in Offense und Defense. Daher ein Browns-lastiges Preview vor dem Donnerstagsspiel heute Nacht/02h LIVE bei ESPN America und Sport1+ (Wh. morgen, Freitag 20h bei ESPNA, 19h45 bei Sport1+).

Cleveland erlebt mal wieder eine durchschnittliche Saison mit einigen guten Ansätzen, aber mindestens ebenso viel Frustration, die insbesondere durch eine sterile Offense hervorgerufen wird. Clevelands Philosophie – ergo GM Mike „West Coast“ Holmgrens Philosophie – gilt unter Anhängern als umstritten, da man das Spielermaterial für ungeeingnet für eine Timing-Offense hält und zudem gerne daraufhin verweist, dass man doch ganz old school Running Backs wie Hillis oder Hardesty im Kader hätte, von denen leider der eine bockt und der andere zu viele Verletzungen erleidet.

So richtet sich die meiste Kritik auf das undurchsichtige PlayCalling von Chefcoach Pat Shurmur, der den jungen QB Colt McCoy trotz fehlender Anspielstationen bis zum Verbluten werfen lässt, um eine Woche später wieder fuffzich Laufspielzüge anzusagen. Resultat: Unmassen an three’n’outs und Armut an Punkten. Cleveland scort ganze 14,6pts/Spiel, die Gesellschaft liest sich wenig illuster: Nur JAX, IND, KC, STL punkten noch seltener.

Waren im letzten Herbst noch die beiden divergierenden Pole Holmgren/Mangini als Sündenböcke ausgemacht, gilt nun plötzlich die Blutsbrüderschaft Holmgren/Shurmur als Beweis dafür, dass kohäsive Inkultur nicht immer zwangsläufig zum Erfolg führen wird. Weil dem Fachidioten (sprich: geborenen Assistenzcoach) Shurmur zunehmend adäquate Führungsqualitäten abgesprochen werden, gilt der Mann hinter vorgehaltener Hand bereits als horrende Fehlbesetzung für den Cheftrainersessel.

Aus verschiedenen Statements der Führungsriege ist herauszudeuteln, dass man auch McCoy wohl noch nicht 100%ig als „Franchise-QB“ vertraut und durchaus nicht davor zurückscheuen würde, einen solchen im kommenden April via Draft zu holen. Überhaupt McCoy: Die Statistiken lesen sich wie der Inbegriff des Mittelmaßes: 12 Spiele, 14 TD, 9 INTs, kein Spiel mit mehr als einer INT, nur sechs Spiele mit mehr als 1TD. Dass sich der Mann trotzdem wohl fühlen soll, liegt primär daran, dass der verhasste ex-OffCoord Brian Daboll sich in den sonnigen Süden verzogen hat.

Beim Studieren von Clevelands Statistiken fällt eines auf: Die Browns sind voller McCoys. Bis auf die schwache Lauf-Defense (#30 DVOA) ragt schlicht nichts Nennenswertes aus der grauen Masse des unteren NFL-Durchschnitts (Plätze 18-26) heraus. Die Defense erzwingt enorm viele Punts, aber kaum Turnovers, während der Angriff fehlerarm (wenige Turnovers), aber unexplosiv (Puntitis) auftritt.

Stimmungsbarometer in den gängigen Foren: Man hat bereits das Vertrauen verloren, dass angesichts des eklatanten Fehlens eines „Playmakers“ im Angriff mal ein großes Spiel herausflutscht, vergräbt sich in Galgenhumor und hofft auf einen herausragenden Wide Receiver oder Quarterback im kommenden NFL-Draft.

Mit den Cleveland Browns in den Sonnenaufgang

Man zeige mir einen General Manager in der NFL, der über mehr Power (im Sinne von Macht) verfügt als Clevelands Mike Holmgren. Holmgren ist seit eineinhalb Jahren GM der Browns und Holmgren war dominant genug, um über den Kopf des Trainerstabs hinweg einen Quarterback zu draften, den dieser Trainerstab nicht wollte. Und wir reden hier über einen Trainerstab, dessen Kopf als ultrasturer Disziplin-Nazi bekannt ist. Wir reden hier über (Ex-Coach) Eric Mangini.

Colt aus Texas

Holmgren lebt und stirbt für die West Coast Offense. Und Holmgren sah, was Cleveland für einen Football spielte. Einen knüppelharten. Unästhetisch. Holmgren vernarrte sich in einen Quarterback mit einem Namen, der keine Zweifel über dessen Herkunft mehr lassen kann. Colt McCoy. McCoy wurde 2010 einberufen und Mangini vor die Füße geworfen. Ein intelligenter Quarterback ohne raketenartigen Wurfarm.

Mangini behandelte McCoy wie ein Stück Agrarpizza und Holmgren hasste, wie der Trainerstab mit dem jungen Quarterback verkehrte, tauschte die komplette sportliche Leitung aus, installierte mit Pat Shurmur einen neuen, ihm bekannten Head Coach (Shurmurs Vater war einst Holmgrens DefCoord) und vollzog somit den lange von allen erwarteten Bruch mit Mangini und der Franchise-Vergangenheit.

Holmgren ist der Kopf.

Shurmur der Gestalter.

McCoy der Umsetzer.

Offense

Es wird gemunkelt, dass Holmgrens Verlangen nach einer klassischen „West Coast Offense“ so ausgeprägt war, dass er Mangini mit seiner knochentrockenen 80erjahre-Offense selbst bei 10-6 rasiert hätte. QB Colt McCoy hat nicht brillant gespielt, aber McCoy hat ordentliche Ansätze in einem System gezeigt, dass darauf ausgerichtet war, möglichst ohne Quarterback auszukommen.

Man sagt McCoy erstaunliche Fähigkeiten im Antizipieren von Spielsituationen nach, was für eine auf Timing basierende Kurzpassoffense, die auch von Shurmur gepredigt wird, die Fähigkeit #1 ist.

Allerdings ist McCoy immer noch ziemlich grün und vor allem: Ziemlich blankgestellt, denn die Browns verfügen über keinen adäquaten Receiving-Corp. Der unzuverlässige TE Ben Watson ist mit 68 Catches/768Yards/3 Touchdowns jeweils mit Abstand die #1 in jeder Kategorie, etwas, das nicht lange gut gehen kann. So wird in Sachen Ballfänger auf einen Haufen an völlig Unbekannten und Rookies vertraut – und auf X-Faktor Josh Cribbs, der alles ein bisschen macht, aber nirgendwo richtig gut ist. Außer im Returnieren von Kicks und Punts.

Immerhin darf McCoy hinter einer der besten Offensive Lines in der NFL antreten, rund um LT Joe Thomas und C Alex Mack. Eine Line, die auch hervorragend für das Laufspiel blocken kann, was für Cleveland nicht unbedeutend sein dürfte.

RB Peyton Hillis dürfte aufgrund der fehlenden Erfahrung McCoys auch in dieser Saison noch eine tragende Rolle spielen. Hillis wird in naher Zukunft ein Star sein: Er ist der Cover-Boy von Madden Football. Auf dem Platz ist das einer der wenigen großen weißen Running Backs – ein brachialer Typ Fullback, und fangstark. Dazu der junge RB Montario Hardesty, wieder fit nach einer Verletzung, und der fangsichere, aber laufschwache RB Brandon Jackson aus Green Bay.

Defense

Auf DefCoord Rob Ryan muss verzichtet werden, doch die Umstellung von Ryans 3-4 Defense auf eine 4-3 Defense könnte angesichts der vorhandenen Personals „logisch“ sein. In der Defensive Line wird auf zwei junge Defensive Tackles (Ahtyba Rubin, Phil Taylor) vertraut, dazu kommt mit DE Jabaar Sheard ein Rookie aus der zweiten Runde. Der Kopf der Linebackers dürfte der recht kleine MLB D’Qwell Jackson (1,83m) sein.

Prunkstück in der Defense wird CB Joe Haden sein, ein Mann im zweiten Jahr. Hadens Rookie-Saison soll nach anfänglichem, sachten Aufbau schlicht und ergreifend fassungslos gewesen sein. Sämtliche geschätzte Analystenschaft sieht in Haden bereits einen Top-5 Cornerback, dabei hat der Mann erst eine halbe Saison „richtig“ gespielt.

Mal schauen. Ryan galt als Genie des Tarnens und schemings, nun kommt mit Dick Jauron ein Mann, der schon überall gecoacht hat, ohne irgendwo wirklich bleibende Eindrücke hinterlassen zu haben. Es ist immer etwas ungut, wenn man auf eine Front Four umstellt und fast alle Spieler sind blutjung – Muskelaufbau für Defensive Liner braucht oft zwei-drei Jahre.

Ausblick

Die Browns haben ein klein bisschen was von Bodensatz der NFL. Neuer, nicht allzu mächtiger Coach, neues Offensiv- und Defensivsystem, sehr junger Quarterback ohne viele Anspielstationen, ein Running Back, der jüngst wie Phoenix aus der Asche kam und von dem keiner weiß, wohin er sich entwickeln wird, und eine Defense, deren Ankermänner durchwegs extrem jung sind.

Wk #1 vs Bengals
Wk #2 @Colts
Wk #3 vs Dolphins
Wk #4 vs Titans
Wk #5 BYE
Wk #6 @Raiders
Wk #7 vs Seahawks
Wk #8 @49ers
Wk #9 @Texans
Wk #10 vs Rams
Wk #11 vs Jaguars
Wk #12 @Bengals
Wk #13 vs Ravens
Wk #14 @Steelers (Donnerstagspiel)
Wk #15 @Cardinals
Wk #16 @Ravens
Wk #17 vs Steelers

Wenigstens der Schedule meint es gut mit den Browns: Viele Heimspiele gegen mittelmäßige Konkurrenz zu Beginn und viermal die NFC West und die ebenso nicht berauschende und physis-allergische AFC South im Kader. Die Bilanz könnte am Saisonende die wahre Leistungsstärke (-schwäche?) verschleiern – aber mir gefällt bekanntlich immer, wenn eine Franchise mit einer klaren Idee auch mal ein paar happige Jahre des Aufbaus in Kauf nimmt.

Das Zeiteisen verrät: 784 Minuten verbleiben. WordCount nach acht Teams: 7707.

Cleveland Browns in der Sezierstunde

Teil 2 der Gastautoren-Woche. Diesmal dran: Der uns schon von den Miami Dolphins bekannte Herrmann von Vier Viertel plus Nachspielzeit, der das daß vehement gegen das dass verteidigt. Viel Vergnügen.

mike holmgren browns

Dauergriesgram Mike Holmgren - ©HDEX

Und am Ende stand für die Browns dann doch ein großer Umbruch. Mal wieder. Nach nur zwei Jahren hat das Regime Eric Mangini sein Ende gefunden.  Das „Mangenius“  ergeht sich nun erstmal in einem Sabbatical während für seinen Defensive Coordinator Rob Ryan (in gleicher Position bei den Dallas Cowboys) und seinen Offensive Coordinator Brian Daboll (in gleicher Position bei den Miami Dolphins; warum auch immer) neue Aufgaben warten. Es ist nicht so, daß Mangini mit seinem Staff furchtbar schlechte Arbeit abgeliefert hätte, aber unterm Strich waren es in zwei Spielzeiten nur 10 Siege und jetzt will anscheinend der 2010 angeheuerte Team President Mike Holmgren, der Manginis Gruppe übernommen hatte, alle wichtige Position mit seinen Leuten besetzen.

Umbau

Aus St. Louis hat Holmgren sich den Offensive Coordinator Pat Shurmur geangelt und ihm den Cheftrainerposten übertragen. Der Plan hinter dieser Verpflichtung scheint klar zu sein: Holmgren will das System,  in dem er seine ganze Karriere verbracht hat, auch in Cleveland installieren – die West Coast Offense.  Shurmur scheint dafür die Idealbesetzung zu sein. Von 1999 bis 2008 war er Quarterbacks Coach bei den Philadelphia Eagles, wo er die West Coast Offense unter Head Coach Andy Reid von der Pike auf lernte. Nicht ganz zufällig hat Reid selber das System bei den Green Bay Packers aufgesogen – unter dem HC Mike Holmgren. Der Fokus liegt also auf der Offense.

Secondary

Die Defense war auch nicht das Riesenproblem. Prunkstück war die Secondary mit den beiden soliden Cornerbacks Sheldon Brown und Eric Wright. Letzterer hat im November seinen Platz in der Startelf an 1st-round pick Joe Haden verloren – der eine Offenbarung war.  Den junge Mann von der University von Florida hat sich mit Wide Receivern wie Mike Sims-Walker, Brandon Marshall, Steve Smith (Carolina) , T.O.cho und Mike Wallace auf Augenhöhe gemessen. 

Was in der Pass-D schmerzlich vermißt wurde, war ein aggressiver Pass Rusher. In Teilen konnte das durch die komplexen Systeme und Blitzes von Rob „ich bin auch ein Verteidigungsgenie wie Rex“ Ryan wettgemacht werden. Im Laufe der Saison gaben die Browns nur drei Mal mehr als 300 Yards durch die Luft ab: bei den beiden Siegen gegen die Bengals (Woche 4) und gegen die Saints (Woche 7) sowie im letzten, völlig lustlosen Auftritt im Dawg Pound gegen die Steelers.  Vor allem dieser Part der Defense hat Ryan seinen neuen lukrativen Posten bei den Cowboys beschert.

Lauf-D

Sehr mäßig dagegen war die Arbeit gegen den Lauf.  Anstelle einer Festung hatte man dort nur eine Sandburg.  Lediglich dreimal hielt man den Gegner unter 100 Yards, darunter waren auch die beiden Siege gegen Cincinnati und New England. Ansonsten konnten die Gegner die gute Secondary getrost ignorieren, weil man problemlos ein 1st Down nach dem andern erlief.  Der riesige – und mittlerweile alte – Shaun Rogers schickte an seiner statt immer nur eine schwächliche Kopie des alten Rogers aufs Feld, der talentierte DT Ahtyba Rubin muß unbedingt DT in einer 4-3-D spielen und nicht Nose Tackle in einer 34 und auch die beiden DEs Schaefering und Coleman sind in einer 3-man-front Fehlbesetzungen. Die LBs Eric Barton, Chris Gocong und Matt Roth sind gut, aber in einer Division mit Pittsburgh und Baltimore reichen nur „gute“ LBs nicht aus.

In der Front Seven herrscht dringender Verbesserungsbedarf. Immerhin wird unter dem neuen DC Dick Jauron, der schon seit gefühlt 1000 Jahren in der NFL coacht, wieder auf die 4-Mann-Linie umgestellt, in welche die meisten Spieler wahrscheinlich besser passen werden.

Offense

Wenn man aber Spiele verliert, in denen die Defense sechs Ballverluste verursacht ( in Jacksonville), die gegnerische Mannschaft nur 17 Punkte macht (in Tampa Bay), 16 (gegen Kansas City),  19 (in Cincinnati) oder gar nur 13 (in Buffalo), dann merkt man sehr schnell, daß die Offense die große Problemzone ist.  Gelitten hat der Angriff unter chronischer Eindimensionalität, Kreativlosigkeit, Ballverlusten, den vielen Wechseln auf der Quarterback-Position und Verletzungspech.

Quarterbacks

Weil der Fisch ja bekanntlich immer vom Kopfe her stinkt, zuerst zur Spielmacherposition. Aus nicht erfindlichen Gründen haben die Browns vor der Saison Jake „Turnover“ Delhomme für $7 Millionen verpflichtet; zusammen mit den $12,7 Millionen, welche die Panthers ihm noch schuldeten, aber gerne berappten, um ihn loszuwerden, summierte sich Delhommes Einkommen für die Saison 2010 auf fast $20 Millionen.  Am Ende hat er nur die Erwartungen in Sachen Interceptions erfüllt – sieben in fünf Spielen .

Colt McCoy

Noch etwas grün, aber mutig: Ex-Longhorn Colt McCoy - ©Wikipedia

Weil er sich aber gleich im ersten Spiel verletzt hatte,  durfte sich zwischendurch  Seneca Wallace, vor der Saison von Holmgrens ehemaligem Brötchengeber Seattle Seahawks gekommen, für vier Spiele als Starting-QB  versuchen.  Ab Woche 6, nach Verletzung von Wallace, durfte dann auch mal Rookie Colt McCoy als Starter ran. McCoys ersten vier NFL-Starts waren gegen die Kaliber Pittsburgh, New Orleans, New England und die NY Jets. Nach vier Niederlagen in den ersten fünf Spielen war es dann doch überraschend, daß Cleveland von diesen vier Spielen zwei, gegen die Saints und Patriots, gewinnen konnten und es gegen die Jets dann immerhin in die Overtime schafften.

Anschließend hat sich dann aber auch McCoy am Knöchel verletzt, wie vorher schon die anderen beiden QBs. So hat Delhomme nochmal für sein Geld gearbeitet, bevor McCoy in den letzten drei Spielen der Saison wieder das Zepter in die Hand bekommen hat. McCoy war nicht überragend, aber er hat immerhin oft genug so gut ausgesehen, daß die Browns mit ihm als Starter in die nächste Saison ziehen sollten.

Zurück in Holmgrens Zukunft?

peyton hillis

Neuer Browns-Star: Peyton Hillis, ex-Broncos - ©Flickr

Durch die Instabilität und durch das ikarusgleiche Aufsteigen von Running Back Peyton Hillis hat man die Offensivstrategie um das Laufspiel herum aufgebaut. Hillis kam vor der Saison im Tausch für ein Paar Schuhe und einen Satz Turnhosen aus Denver, wo man meinte, auf seine Talente verzichten zu können.  Der ehemalige Fullback mit seinem bulligen Körper hat für alle Beteiligten und Beobachter völlig überraschend gespielt wie Brandon Jacobs in den Träumen aller Giants-Fans. Er rennt Verteidiger einfach über den Haufen, trampelt über sie hinweg und schubst seine Gegner aus dem Weg als wäre er der Linebacker, und nicht der arme Typ, der versucht, ihn zu tacklen.

Daß so eine Leistung auch in Cleveland niemand erwartet hätte, verdeutlicht die Verpflichtung Montario Hardestys, der letztes Jahr in der zweiten Runde gedraftet wurde, um den Feature-Back zu geben. Nur hat dieser sich leider verletzt und konnte nicht einen Snap spielen.

Jetzt ganz plötzlich sieht es aus, als hätte der Weltgeist (oder Holmgren) ein Bild gemalt – und die Vorlage waren die San Francisco 49ers der 80er Jahre. Im Backfield  hat man zwei Brecher, die sowhohl laufen, überlaufen und fangen können (Hillis hatte neben seinen 1177 Rushing Yards auch 61 Receptions für 477 Yards) mit Hillis und Hardesty (Roger Craig und Tom Rathman), der Quarterback ist ein wenig zu klein geratener 3rd-round Pick, der für die West Coast Offense geschaffen wurde mit Colt MCCoy (Joe Montana) und eine O-Line die zumindest auf der linken Seite junge hervorragende Leute hat mit Left Tackle Joe Thomas,  LG Eric Steinbach und C Alex Mack.

Dazu kommt der neue HC Pat Shurmur aus der West-Coast-Schule Andy Reids, der sein Handwerk bei Mike Holmgren gelernt hat, der, genau, seine Ausbildung in den 80ern bei den 49ers genossen hat. So schließt sich der Kreis. Was fehlt ist Stabilität auf der rechten Seite der Linie und mindestens ein großartiger Wide Receiver, es muß nicht gleich ein Jerry Rice sein, ein Dwight Clark würde für den Anfang reichen.

Achterbahn

Wir sind, bis auf kurze Einschübe, gar nicht auf die Spiele an sich eingegangen.  Man kann die Saison 2010 der Browns dreiteilen.  In den ersten sechs Wochen gewann Manginis Truppe nur ein Spiel; die Offense produzierte mehr Turnovers (12) als Touchdowns (10).  Nach diesem 1-5-Start war die Saison im Grunde schon wieder zu Ende. Cleveland aber rappelte sich auf und gewann nacheinander in New Orleans und gegen New England.  In der darauffolgenden Woche kämpfte man die Jets bin die Verlängerung,  die leider in die Hose ging bevor man einen Sonntag später gegen Jacksonville ein unerklärliches Spiel verschenkte:  die Defense sorgte für sechs Turnovers plus einen Fumble-Return-TD, aber die Offense wußte damit nichts anzufangen und die Jags siegten 24-20.

Mittlerweile sahen die Braunen aus Ohio wie ein richtiges Team aus, eines mit schwächlicher Offense zwar, aber man konnte gegen alle Kontrahenten mithalten und nach Erfolgen gegen Carolina und Miami hatte man vier der letzten sechs Spiele gewonnen.  Den dritten Teil der Saison bildeten dann aber vier Schlappen in Folge, zuerst ein peinliches 6-13 in Buffalo, danach gegen die drei Divisionsrivalen Bengals, Ravens und Steelers. In diesen vier Matches schafften es nur 42 Punkte auf die Anzeigetafel.

Aussichten

Der Entwicklungsprozeß von Colt McCoy, der seiner jungen Receiver Brian Robiskie, Mohamed Massaquoi und des 2,01m großen TE Evan Moore sowie das Einsteigen des letztjährigen 2nd-round pick RB Montario Hardesty, sollte unter der neuen Offensivphilosophie von Cheftrainer Pat Shurmur deutlich besser werden. Wenn dann auch noch Allzweckwaffe Joshua Cribbs besser eingebunden wird, ist Clevelands Angriff auf einem gutenWeg. Das einzig große Manko ist der fehlende Deep Threat und No.1-WR.

Zuallererst braucht man aber Beef für die D-Line, die unter dem neuen Defensive Coordinator Dick Jauron wieder zu viert auftreten wird, nachdem man unter Rob Ryan vorne mit der 34 stand. So verlockend es auch ist, mit dem sechsten Pick der Draft die Talente A.J. Green oder  Julio Joners zu draften, sollte man einen 4-3-DE wie Robert Quinn draften oder Marcell Dareus beziehungsweise Nick Fairley picken, so sie denn noch verfügbar sind.  Später, ab Runde zwei, muß man sich dann um einen WR, einen LB  und Verstärkung für die rechte Seite der O-Line kümmern.  Die Browns können nächstes Jahr dann durchaus bis November oder Dezember um die Playoff-Plätze mitspielen, nur für den großen Erfolg reicht das Spielermaterial noch nicht aus. Aber das Fundament ist gelegt.

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