Die heißen Sessel

Ein paar Gedanken zu den Wackelkandidaten auf den Trainersesseln der NFL-Teams.

Mike Shanahan

Nach Gary Kubiaks Entlassung ganz klar der nächste gefährdete Head Coach, die Saison nicht zu überstehen. Shanahan ist dead man walking und wird spätestens zum Ende der Saison gehen. Zurecht? Ich bin da gespalten. Das Pro-Argument wäre „…aber die Entwicklung!“. 2012 war ein Jahr, in dem die Offense über weite Strecken Klick machte und unter RG3 richtig gut drauf war.

Die Gegenargumente sind aber breiter gestreut: 2012 war der einzige Ausreißer. Shanahan wird seine Zeit bei den Redskins mit 23-39 plus noch drei ausstehenden Spielen beenden. Selbst letztes Jahr war lange Zeit ein Murks, weil die Skins die Defense nicht in den Griff bekamen; dann kam der Siegeslauf, mit einer reibungslosen Offense und einer für ein paar Wochen halbwegs funktionierenden Defense. Mehr war Shanahan nicht.

Vier Jahre. Zwei Jahre Ausrede ob des fehlenden Franchise-QB. Dann war’s die Defense, die auch diesmal keinen Stich machte. Nicht alles ist Shanahans „Schuld“, nachdem Washington erst keine Salary-Cap für Investitionen hatte (siehe Haynesworth) und dann keine Draftpicks für Jungstars (RG3-Trade). Und trotzdem sind vier Jahre vier Jahre, eine angemessene Zeit für NFL-Verhältnisse. 2013 war eine Katastrophe, und nachdem sich Shanahan mit Owner Snyder nicht mehr zu verstehen und seinen eigenen Rauswurf zu provizieren scheint, ist die Reißleine der einzige Ausweg. Weiterlesen

Glaskugel 2012: Tennessee Titans

Die Tennessee Titans hatten ein Gesicht. Eines mit Schnauzbart. Seit die Titans nicht mehr Oilers heißen und von Houston nach Nashville gezogen sind, das war 1997, hieß der Head Coach Jeff Fisher. Er war sogar schon die letzten zweieinhalb Jahre in Houston der Chef.

Siebzehn Jahre Cheftrainer der selben Franchise, das steht sogar den Dauerbrennern Bill Belichick und Andy Reid erst noch bevor. Nach der grandiosen 13-3-Bilanz und dem Nr.1 Seed der AFC 2008 (das Jahr, in dem Albert Haynesworth der beste Footballer der Welt war) rettete Tennessee ´09 noch acht Siege bis dann schließlich 2010 nach 5-2-Start acht der letzten neun Spiele in die Rabatten gingen.

Daraufhin wollte Owner Bud Adams Weiterlesen

Die zweite Reihe: Kevin Gilbride

Jerry Reese, Steve Spagnuolo, Kevin Gilbride &...

Image via Wikipedia - Gilbride mit weißem Haar und weißem Shirt

[In der Serie „Die zweite Reihe“ werden Spieler, Trainer und Taktiken vorgestellt, die für den Erfolg einer Mannschaft essentiell sind, aber nicht im Rampenlicht stehen. In Teil 1 war Jets´ Safety Jim Leonhard dran. Für Teil 2 tritt heute Kevin Gilbride, Offensive Coordinator der New York Giants, aus der zweiten Reihe ins erste Glied.]

Coordinators stehen ja in der Regel ohnehin nicht in der ersten Reihe. Aber wenn sie erfolgreich oder einigermaßen spektakulär spielen, stehen sie schnell im Rampenlicht und werden für alle möglichen Cheftrainerposten gehandelt. Die Patriots-Offense bricht 2007 alle Rekorde? Sofort wird Offensive Coordinator Josh McDaniels das Schild „wunderkind“ umgehängt. Die Giants brechen dieser Offense im Super Bowl die Beine? Schon ist Defensive Coordinator Steve Spagnuolo das heißeste Dinge seit Erfindung des Forward-Passes und bekommt eine eigene Mannschaft als Head Coach. Es gibt aber auch viele Gameplan- und Taktik-Gurus, die immer im Hintergrund bleiben. Unser heutiger Kandidat aus der zweiten Reihe steht sogar in seiner Heimat New York im Schatten des anderen New Yorker OCs. Seltsam, aber wahr: Brian Trottelheimer Schottenheimer, ab nächster Saison bei den Rams, weil für die Jets zu schlecht, ist bekannter und gefragter als Kevin Gilbride, Offensive Coordinator der New York Giants.

Komischerweise ist Gilbride sogar bei vielen Fans der Giants nicht gerade wohlgelitten, wie Spitznamen à la „Kevin Killdrive“ und die alljährlichen Rufe nach seinem Kopf beweisen. Dabei war New Yorks Offense in den letzten vier Jahren jeweils unter den Top-9 und bis jetzt sind zwei Super Bowl Ringe dabei herausgesprungen. Und nicht zuletzt Gilbride hat aus Eli Manning gemacht, was er heute ist. Komischerweise auch hat der Giants-Angriff einen ziemlich lahmen Ruf, was vor allem daher rührt, daß Gilbride mit aller Macht versucht, möglichst nahe an eine 50/50 Run-Paß-Balance zu kommen. Dabei kommt der typisch ostküstenmännisch aussehende Mann mit den weißen Haaren aus einer der aufregendsten Offensiv-Schulen aller Zeiten: der Run-and-Shoot Offense.

Die Run-and-Shoot Wurzeln

Die Run-and-Shoot Offense, die von Tiger Ellison und Mouse Davis erfunden wurde, war in den 60er und 70er Jahren an High Schools und in den 80er Jahren in der College-Welt die alle Rekorde zerschmetternde Revolution. Bei den Houston Gamblers der kurzlebigen USFL hat Mouse Davis die Offense dem Head Coach Jack Pardee und Offensive Assistant John Jenkins näher gebracht (Quarterback übrigens Jim Kelly). Nachdem die USFL 1986 den Bach runtergegangen ist, hat Pardee, ehemaliger NFL-Linebacker, Jenkins und die Run-and-Shoot-Idee mitgenommen und wurde 1987 Head Coach der Houston Cougars. Pardee und Jenkins waren mit den Cougars 1988 und 1989 dermaßen aufregend und erfolgreich, daß Pardee Head Coach der Houston Oilers wurde und Jenkins sein Nachfolger als HC der Cougars.

Als Pardee seinen neuen Posten bei den Oilers 1990 antrat, fand er dort einen Quarterbacks Coach vor, der ihm so sehr imponierte, daß er ihn prompt zum Offensive Coordinator machte. Der damals 39 Jahre alte Gilbride hatte gerade sein erstes Jahr in der NFL hinter sich. Vorher hatte er sich lange Zeit als Assistant an Colleges wie Tufts, American International und East Carolina durchgeschlagen; zwei Jahre verbrachte er in der CFL bei den Ottawa Rough Riders und fünf Jahre lange, von 1980 bis 84, war er Head Coach seiner Alma Mater: Southern Connecticut State.

Bei den Houston Oilers

In den folgenden vier Spielzeiten gewannen die Oilers 42 Spiele und hatten jede Saison eine Top-3-Offense. Die Offense um Quarterback Warren Moon, der hinter zwei der besten Offensive Lineman aller Zeiten spielte, Bruce Matthews und Mike Munchack (jetzt HC der Titans) war Super-Bowl-würdig. Spätestens als Houston dann aber in den 92er Wild-Card-Playoffs auf der falschen Seite des größten Comebacks aller Zeiten stand, mußte sich dringend etwas ändern. Also holte man sich eines der besten Defensive Minds und einen der härtesten Trainer als Zeiten für den Posten des Defensive Coordinators: Buddy Ryan. Ryan hatte in den 80ern die legendäre Bears-Defense gebaut, Head Coach Mike Ditka hatte ihm auf dieser Seite des Balles freie Hand gelassen. Die Verteidigung der 85er Bears gilt bis heute als beste aller Zeiten. Ryan war aber schon immer ein eigenwilliger Kopf und hatte keine Lust mehr, die zweite Geige hinter Ditka zu spielen, also war er ganz glücklich, 1986 Cheftrainer der Philadelphia Eagles werden zu dürfen. Er hat in Philly zwar kein Playoffspiel gewonnen, aber eine erstklassige Defense hat er aus den mäßigen Eagles fast aus dem Stand gemacht. Dessen erinnerten sich also die Oilers 1993 und verpflichteten ihn als DC.

An was sich die Verantwortlichen in Houston augenscheinlich nicht erinnerten, war die Tatsache, daß Ryan als Mensch einen noch viel größeren Dachschaden hatte als seine beiden Söhne Rex und Rob und außerdem Offensivspieler und -trainer generell für Idioten und Weicheier hielt. So war es ihm ziemlich egal, daß Houstons Angriff unter Gilbride auch 1993 wieder die drittbeste Offense der Liga hatte. Ryan hielt es für unverantwortlich, „seine“ Spieler ständig wieder aufs Feld schicken zu müssen, weil die Offense zu schnell und aggressiv spielte. Im letzten Spiel der regulären Saison – die Oilers hatten die letzten zehn Spiele in Folge gewonnen – war es dann so weit: Ryan platzte der Kragen und er reichte Gilbride an der Seitenlinie Eine durch – sauber an die Schläfe, vor aller Augen bei einem Monday Night Game. Eine der verrücktesten Dinge, die je in der NFL passiert sind.

Mit elf aufeinanderfolgenden Siegen ging man nichtsdestotrotz mit einem Freilos im Rücken in die Playoffs und verlor mal wieder das erste Spiel, dieses Mal gegen Joe Montana und die Kansas City Chiefs. In der 94er Saison war Gilbride zwar noch in Houston, aber Moon und Ryan nicht mehr; nach dem 1-9-Start trat Pardee zurück und der junge DC Jeff Fisher, der sein Handwerk unter Buddy Ryan in Philadelphia erlernt hatte, nahm auf dem Cheftrainerstuhl Platz.

Über Coughlin zum Head Coach ins Niemandsland

Das folgende allgemeine Ausmisten ging auch an Gilbride nicht vorbei. Weil er aber als großartiger Offensive Coordinator galt, holte Tom Coughlin, Head Coach des Expansion Teams Jacksonville Jaguars, Gilbride als OC mit an Board.Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte Gilbride den blutjungen QB Mark Brunell soweit, bereits in seiner zweiten Saison als Starter für fast 4400 Yards zu werfen und die Jags ins AFC Championship Game zu führen.

Mit sieben derart erfolgreichen Jahren im Resumée wurde es Zeit, selber eine Mannschaft zu übernehmen – leider waren es die 97er San Diego Chargers. Das größte Problem war der fehlende Franchise Quarterback. 1997 waren Craig Whelihan, Stan Humphries, Jim Everett und Todd Philcox under center. Mit diesem Personal war kein Blumentopf zu gewinnen. Also nutzte man den zweiten Pick in der NFL Draft 1998 um ein riesiges Quarterback Talent zu draften, das die Zukunft der Franchise werden sollte, sein Name: Ryan Leaf. Alles weitere ist bekannt. Nach sechs Spielen ´98 mußte Gilbride gehen.

1999 und 2000 hat Gilbride dann wieder mal eine neue Erfahrung mitgemacht, als er unter Bill Cowher OC der Pittsburgh Steelers war. Dort hat er gemäß der alten Steelers-Tradition lauflastige Game Plans zusammengebastelt und eine Top-10 Rushing Attack auf die Beine gestellt. 2001 wollte Cowher dann lieber Mike Mularkey als OC und es wurde etwas stiller um Gilbride. 2001 nahm er eine Auszeit, bevor er 2002 und 03 im NFL-Niemandsland Buffalo den Angriff übernahm. Als Bills-HC Gregg Williams vor der Saison 2004 von Mike Mularkey abgelöst wurde und dieser selber die Offense übernahm, erinnerte sich Tom Coughlin, der gerade die New York Giants übernommen hatte, an seinen alten Buddy und übertrug ihm die Aufgabe, sich als Quarterbacks-Coach um den Rookie Eli Manning zu kümmern.

Mit Eli in New York

Das hat er ziemlich gut gemacht. Aus dem jungen Eil wurde langsam, aber sicher (aber vor allem langsam) zuerst ein richtiger Quarterback und später dann einer der besten QBs der Liga. Ab 2007 hatte Gilbride endlich wieder den Posten, der ihm am meisten behagt – Offensive Coordinator. Während dieser Zeit war die einzige Konstante Eli. Irgendwann war es dann auch egal, ob die Ballempfänger Plaxico Burress, Amani Toomer, Jermey Shockey, Sinorice Moss, Domenik Hixon, Steve Smith, Kevin Boss, Hakeem Nicks, Victor Cruz, Jake Ballard oder Mario Manningham hießen – seit 2008 war es immer eine Top-10-Offense. Es ist nicht zuletzt ein großes Verdienst Gilbrides,  alle diese WRs entdeckt oder/und so eingesetzt zu haben, daß sie ligaweit ein Begriff sind.

Es fällt heute ziemlich schwer, Kevin Gilbrides Offense in irgendeine Schublade zu stecken. Es steckt auf jeden Fall noch ein großes Stück Run-and-Shoot drin, aber ohne Rücksicht auf Verluste setzt Gilbride jedes Spiel über auch auf das Running-Game. Das hat er zum Teil sicherlich auch aus der Run-and-Shoot, denn dort war jeder Spielzug so angelegt, daß ein Laufspielzug immer so aussieht wie ein Paßspielzug und umgekehrt. Aber seine Laufspielzüge sind dann doch andere als die alten Läufe aus 4-WR-Sets. In diesem Sinne wird Gilbride sicher einiges aus Pittsburgh mitgenommen haben und, noch viel sicherer, wird er eine ordentliche Dosis von Coughlin eingehämmert bekommen haben. Schließlich kommt Coughlin aus der alten 80er-Jahre Bill-Parcells-Schule. Leider steht Gilbride nicht so im Rampenlicht, daß es viel Literatur über ihn gäbe oder daß er ständig von Kameras und Mikrofonen umzingelt wäre. Charakteristisch ist vor allem, daß die G-Men unter Gilbride eine der wenigen Mannschaften sind, die eine große Portion vertikales Paßspiel (à la Mike Martz´ Rams) in ihrem Arsenal haben, während die meisten Mannschaften hauptsächlich auf kurze Timing-Routen setzen, was alles mehr oder weniger eine Weiterentwicklung der Bill-Walsh-/West-Coast-Offense ist.

Trotz seiner Erfolge und seiner vielfältigen Erfahrungen in den verschiedensten Umfeldern mit den verschiedensten Trainern hat sich auch nach dem letzten Super Bowl Sieg über die New England Patriots keine trainerlose Mannschaft bei ihm gemeldet, er hatte nicht mal eine Anfrage für einen Head-Coaching-Job. (Sein Sohn dagegen, Kevin Gilbride, Jr. wurde gerade vom Quality Control Assistant zum Wide Receivers Coach befördert, nachdem die Giants anderen Teams untersagt haben, mit ihm in Kontakt zu treten.) Am Ende werden alle Beteiligten von Coughlin bis Manning froh sein, daß Kevin Gilbride weiterhin im Big Apple bleibt – wenn auch nur in der zweiten Reihe.

Tennessee Titans in der Sezierstunde

Die Titans, der jüngste Neuzugang im exklusiven NFL Chaos Club. Gestartet als Team mit Anspruch auf die Playoffs, geendet mit Auflösungserscheinungen, zerfetzt von internen Streitigkeiten, Talentvergeudung und einem greisen Owner auf Al Davis’ Spuren.

Saison rekaputuliert

Begonnen hat alles eigentlich nicht schlecht. Die Titans siegten, egal ob mit QB Vince Young oder QB Kerry Collins, trotz eines nicht überragenden Laufspiels. Aber irgendwann Mitte der Saison verletzte sich WR Kenny Britt, zerkrachten sich Head Coach Jeff Fisher und QB Young endgültig und unwiderruflich, enteierte Owner Bud Adams öffentlich Coach Fisher und brach die Titans-Offense komplett auseinander. Die Verzweiflung ging sogar soweit, dass der ultimative Egoshooter Randy Moss nach turbulenten Wochen spät im November eingekauft wurde.

Resultat: Zuerst gewann Fisher den internen Machtkampf gegen Young. Dann wurde Fisher spät, aber doch noch, nach 16 Jahren gefeuert und mit Mike Munchak den OffLine Coach befördert. Tennessee riecht nach Neuausrichtung, ist auf dringender QB-Suche und muss eine Reihe anderer Löcher stopfen.

Die QB-Frage

Young hat sich letztendlich als zu labil für die NFL erwiesen. Ich hatte trotzdem stets einiges auf Young gegeben und Young hatte auch Ansätze von Genialität gezeigt. Zugegeben: Zu selten. Leider, leider kein schwarzer Nachfolger für meinen NFL-Lieblingsspieler Steve McNair. Tennessee braucht einen QB. Treppenwitz: Mit Cam Newton wäre der nächste mobile, schwarze QB via Draft erhältlich.

Munchaks Beförderung zum Head Coach könnte aber ein Zeichen sein, dass Adams 2011/12 rumbringen wollte, um im nächsten Winter den Coach der Zukunft zu installieren. Von daher glaube ich nicht an einen QB via Draft.

Tennessee könnte einen erfahrenen Mann gut gebrauchen. Kyle Orton scheint nun doch in Denver erwünscht zu sein. Kevin Kolb könnte zu teuer sein. McNabb ist eine Option, Leinart (?) oder Alex Smith? Quarterbacks aus der zweiten Reihe gibt es als Übergangslösung zur Genüge.

Die restliche Offense

Über Jahre die absolute Stärke in Nashville. Aber immer, wenn RB Chris Johnson über die Mitte geschickt wurde, lief NICHTS. Johnson ist ein fantastischer Running Back, aber wenn Johnson überfordert ist, muss an der Offense Line gearbeitet werden. Die Football Outsiders ranken Tennessees Line #31 im Lauf-Blocking. Einunddreißig. Für die kürzlich noch beste Line der Liga. Für mich ist Offense Line #2-Priorität nach QB. Der Rest der Offense ist personell stark besetzt. Was mit Randy Moss (Free Agent) passieren wird, bleibt offen.

Die Defense

Weil ausgerechnet QB und Offensive Line im Draft an #8 als nicht ausreichend stark besetzt gelten, wird Tennessee mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem hohen Pick die Defense Line verstärken. Gäbe Sinn: Nach Haynesworths unschönem Abgang fehlt der große, fette Mann in der Mitte der Line. Vielleicht wird’s auch ein End, weil drei eigene Ends Free Agents werden.

Ansonsten finde ich die Defense nicht schwach besetzt. Ein paar OLBs und ILB Steve Tulloch haben auslaufende Verträge. Tulloch gilt als sicherer Abgang, weswegen man auf der Suche nach einem neuen ILB sein könnte. Die Secondary ist mit dem Kotzbrocken-CB Cortland Finnegan an erster Stelle hochkarätig besetzt.

Die Coach-Frage(zeichen)

Mike Munchak ist neuer Head Coach. Munchak, dessen Teilbereich Offense Line zuletzt so böse abgeschmiert war. Neuer OffCoord ist Chris Palmer, der bei mir dank des Umgangs mit Tim Couch (Cleveland) und David Carr (Houston) einen verheerenden Ruf „genießt“. Andererseits hat Palmer Romo und Eli Manning verbessert.

Die Wide Receivers werden von einem ehemaligen QB (Dave Ragone) gecoacht. Ragone war ein Top- QB im College, aber ganz schwach in der NFL. Die Offense Line wird vom Titans-Urgestein Bruce Matthews gecoacht. Matthews hat zuletzt ein zweijähriges „Praktikum“ in Houston absolviert.

Der neue DefCoord ist nach wochenlangem Hickhack Jerry Gray, der schon seinen dritten Job in diesem Jahr hat (erst Seattle, dann ein paar Tage University of Texas, jetzt Titans). Gray zehrt bei mir noch von seiner bärenstarken Bills-Defense vor ein paar Jahren.

Eine Reihe von bekannten Namen. Aber auch eine Reihe von unerfahrenen Coaches.

Ausblick

Tennessee kann mit entsprechenden Verstärkungen (QB, OL) schnell wieder konkurrenzfähig sein. Die Defense könnte sich mit ein, zwei Verstärkungen wieder das Attribut „dominant“ verdienen. Die Unbekannte liegt neben den Fragezeichen in der Offense vor allem im Coaching Staff.

Die AFC South ist eine Division, in der viele Teams seit Jahren Talentverschwendung betreiben. Nicht ausgeschlossen, dass die Titans schnell wieder ganz vorne mitmischen.

Es gibt noch weitere „Sezierstunden“. Und zwar hier.