Zwischenstand in der NFL Awards-Section 2019/20

Lass uns am heutigen Abend noch kurz auf das Award-Rennen in der NFL schauen. Weiterlesen

Vorglühen für Superbowl 2014

[22h35] Damit schließe ich das Vorglühen und wechsel gleich einen Stock tiefer, wo die Gäste schon eingetrudelt sind. In wenigen Minuten gibt es Mitternachtsweißwurst und die Öffnung des Liveblogs fürs Spiel.

[23h27] Wird das positive Bild von New Jersey doch noch getrübt? Die Überbringung von tausenden Fans aus Manhatten hinüber nach East Rutherford soll übelst schleppend vorangehen. Ein ärgerlicher Mob an Fans aus beiden Lagern soll sich gegen Jersey verschworen haben und der Wut via Sprechchören lauthals Luft machen.

Das Stadion ist entsprechend noch halb leer, aber die Fans, die dort sind, sollen in der überwiegenden Mehrheit dem Broncos-Lager angehören. Vermutlich wird sich die Aufregung aber bis Kickoff gelegt haben.

[23h10] Einige letzte Lesetipps als Vorbereitung für die Superbowl seien noch nachgeschoben:

  • Seattles „unsaubere“ Spielweise ist ein Mythos. Jason Lisk hat bei The Big Lead die Defense der Seahawks unter die Lupe genommen und unüberraschend herausgefunden, dass die Mär von der nur dank „Holding“ so dominanten Seahawks-Defense eben… eine Mär ist.
  • Better Days Ahead. Michael Tanier nimmt bei Sports on Earth die Zukunft der NFL unter die Lupe. Ein großartiges Stück, das ich einzig im Teil der PED (performance enhancing drugs) stark anzweifeln möchte. Aber auch hier: So viel man an Goodell kritisieren kann, alles zu kritisieren ist auch wieder ungerecht.
  • King Kalwa erklärt auf Deutsch für die FAZ das Phänomen Super Bowl.

[22h10] Das NFL-Network verbringt seine Zeit auch mit sinnvollen Dingen…

Warren Sapp und Michael Irvin mit der Frage der Fragen

Warren Sapp und Michael Irvin mit der Frage der Fragen

[21h52] Nachtrag zu Derrick Coleman, dem gehörgeschädigten Profi von heute in der Superbowl (siehe Post um 17h42): Der MDR resp. Heiko Oldörp hat ein kurzes Interview mit Coleman gefahren („die anderen hänselten ihn, aber Coleman tat das, was ihm am leichtesten fiel: Er hörte nicht hin“): Die Geschichte des gehörgeschädigten Profis Derrick Coleman.

[21h12] Der Filmschauspieler und Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman ist heute überraschend in New York gestorben. Hoffman ist aus Mathletics-Sicht interessant, weil er in der Verfilmung des Buchs Moneyball – The Art of Winning an Unfair Game (zu dem ich eine Recap in der Offseason schreiben werde, versprochen!) die Rolle des störrischen Managers der Oakland A’s, Art Howe, spielte:

[21h02] Kein Tippfehler beim NFL Network. Das war wirklich Brett Favre:

Rückschau: Superbowl 2004

[20h45] Fast auf den Tag genau zehn Jahre ist es nun her, dass John Fox schon einmal eine Mannschaft in der Superbowl angeführt hat: Es war am 3. Februar 2004 im Reliant Stadium von Houston, als Fox der Head Coach der Carolina Panthers war. Ich glaube, das war das erste Mal, dass ich die Superbowl wirklich live im TV verfolgte. In den Jahren zuvor hatte ich nur das Tape gesehen.

Die Panthers waren etwas, das ich heute als Freak-Team bezeichnen würde. Ich würde sie hassen, weil sie meine Advanced-Stats Berechnungen killen. Sie waren ein Team, zwei Jahre entfernt von einer 1-15 Saison. Sie hatten bestenfalls durchschnittliche Offense und bestenfalls unterdurchschnittliche Pass-Offense (deren QB-Coach übrigens: Mike McCoy). Sie konnten nur eines, und das war Defensive Line (das allerdings gewaltig). Es war ein Team, das foxiger war als alles, was John Fox jemals sonst produziert hat. Aber ich liebte dieses Team. 20 Saisonspiele, 14 Mal ein Ende innerhalb eines Scores, und fünfmal Overtime. Am Ende fehlte ein einziger Vinatieri-Kick, und sie hätten eine sechste Overtime erzwungen – diesmal in der Super Bowl.

Die Panthers hatten die beste Defensive Line, die ich bisher gesehen habe. DE Mike Rucker. DT Brentson Buckner. DT Kris Jenkins. DE Julius Peppers. Jenkins und Peppers in einer Defense Line: Besser geht es nicht. Und Defense Line war das einzige, was diese Jungs wirklich besser als der Durchschnitt konnten.

Es war keine Rabauken-Mannschaft. Es war schlicht disziplinierter Fox-Football. Turnovers vermeiden in der Offense. Dieser QB Jake Delhomme, der aus dem Nichts gekommen war, wurstelte sich mit gerade ausreichend Plays durch die Saison. Die Defense legte sich wie Mehltau über den Gegner, aber sie machte keine Fehler.

Das Team gewann irre Spiele. 16sek vor Schluss den Season-Opener. Im zweiten Spiel der Saison rettete ein geblockter PAT (!) gegen den Titelverteidiger Tampa Bay das Spiel in die Overtime (die Carolina gewann). Sie bezwangen die hoch favorisierten Rams in einem All-Time Klassiker in doppelter Overtime in deren Dome, nachdem sie das Powerhouse St Louis immer wieder in der RedZone bei Fieldgoals gehalten hatten. Sie schlugen auswärts die Eagles in einem Spiel, in dem du als neutraler Zuschauer depressiv wirst: 14-3 Endstand, eine Arena, so leblos wie der Zentralfriedhof in Außergrottenberg.

Und dann die Superbowl. Das Spiel der Spiele. Patriots vs Panthers ist bis heute eines der außergewöhnlichsten Sportspiele, die ich verfolgt habe. Ein Hängen und Würgen fast eine Halbzeit lang. Eine Punkteexplosion zur Pause. Ein punkteloses drittes Viertel, und dann ging es im Schlussviertel wie Kraut und Rüben zu. New England bekam am Ende den Ball an der eigenen 40, weil der Panthers-Kicker den Ball ins Aus geschossen hatte. Das half, und Brady orchestrierte die Offense ein letztes Mal zum last-Second Kick das Spielfeld runter. Vinatieri versenkte und wurde zur Legende.

Seither hoffe ich, dass Fox doch einmal eine Superbowl gewinnt – heute oder irgendwann. Es war ein derart begeisterndes Spiel, eine derart gut gecoachte Mannschaft, die zwei Meilen über ihrem Leistungsniveau spielte. Es war fantastisch, und ich hoffe, es wird heute, zehn Jahre danach, noch einmal fantastisch werden.

Die furchtlose Superbowl-Vorschau 2014

[18h45] Lass uns zur Glaskugel kommen. Herrmann lässt folgende Prognose ausrichten:

Ich sehe Seattle knapp vorne. Auf der defensive Seite haben sie das perfekte Peyton-Gegengift: sie können mit ihren vielen pass rusher auch ohne blitzes konstant Druck auf den Quarterback machen und tief nehmen Thomas/Sherman jedes big play weg. Offensiv brauchen sie unbedingt big plays. Mit einem Wilson, der manchmal sechs, sieben oder gar acht Sekunden rumläuft, bevor er wirklich alle pass rushers abgeschüttelt hat gegen die suspekte secondary Denvers sollten Seattle die big plays auch bekommen. Seattle mit ´nem TD, over/under Gesamtpunkte: 41.

Ein überraschend niedriges Over/Under von Herrmann. Seminole sieht es so:

Die Seahawks sind die bessere Mannschaft. Sie sind schneller, jünger, lauter: Sie haben eine in allen Facetten talentiertere Mannschaft. Und gewinnen werden die… Broncos, und zwar mit 23-20. Der Grund ist Peyton Manning. Er ist der beste Spieler am Platz und manchmal reicht es, den besten Spieler am Platz zu haben. Peyton hat einen Auftrag und er wird sich diese vielleicht letzte Chance seiner Karriere nicht entgehen lassen. Pete Carroll wird ihm alles entgegenwerfen was er hat, aber Peyton wird die richtigen Antworten finden und die GOAT Season abschließen. Glaube ich. Hoffe ich. Erwarte ich. Go Broncos.


Ich will mich nicht um eine kurze Einschätzung zu Super Bowl XLVIII drücken. Die ganz fetten Previews hat Alexander Herrmann schon am Freitag und Samstag abgearbeitet, und ich habe glaube ich das meiste, was ich von Denver Broncos vs Seattle Seahawks erwarte, schon im Verlauf der kompletten Saison geschrieben. Vor allem das Matchup der Broncos-Offense gegen die Seahawks-Defense verdient alle Superlative, die es bekommt und von denen wir schon gar nichts mehr hören können, weil wir schon im September dazu tendieren alles hochzujazzen, als wäre es das Größte seit Erfindung der Weißwurst.

Es ist schlicht eines der besten Matchups aller Zeiten, das dieser Sport jemals gesehen hat. Von daher bin ich doch noch fast „froh“, dass wir dieses Matchup nicht für ein Schneetreiben vergeuden, so schön der Schneefall gewesen wäre. Aber gut. Anbei noch einmal die Tabelle mit den Effizienz-Stats, die ich schon im Power-Ranking letzte Woche gepostet habe:

Profile der Superbowl-Teams 2014

Profile der Superbowl-Teams 2014 (zur Vergrößerung klick mich)

Es ist schlicht und einfach nicht möglich, einen klaren Favoriten ausfindig zu machen. Die amerikanischen Sportwetter haben ihr Statement abgegeben, und es fiel pro Broncos aus: Obwohl Las Vegas mit minimalem Favoritenstatus pro Seattle eröffnete, wanderte die Line unter der Woche ganz langsam gen Denver. Das überrascht mich. Wenn man sich die Previews der hier bekannten US-„Mathleten“ ansieht, sehen sie alle ganz, ganz leicht die Seahawks vorn.

Ich auch. Die Gründe:

Das Matchup zwischen Peyton Manning und der Legion of Boom ist ein sehr transparentes. Peyton macht recht wenig Überraschendes; Seattle macht recht wenig Überraschendes. Das sind keine extrem komplexen Units, sondern zwei Mannschaftsteile, die auf punktgenaue Ausführungsqualität setzen. Jeder weiß, was Peyton Manning macht, aber keiner kann Manning stoppen.

Mannings größte Stärke: Er „manipuliert“ die Safetys, wie die Amerikaner so schön zu sagen pflegen. Insofern wird es heute in allererster Linie das Duell zwischen Manning und dem besten Safety der NFL, #29 Earl Thomas, werden. Das wird das alles dominierende Matchup, nicht WR #88 Thomas gegen CB #25 Sherman.

Auf Empfehlung des großartigen Grantland-Podcasts habe ich mir heute noch einmal ein bissl die Seahawks reingezogen: Sie spielen eine eigenartige Variation der Cover-3 Defense, mit einem Safety Chancellor, der sehr hoch steht, und einem Free Safety Thomas, der im prinzipiell zwei Routen zugleich killt: Seam-Routen und Fade-Route. Das sind die beiden Routen, die in der Cover-3 Defense die anfälligsten sind. Thomas gilt als gut genug, die beiden Routen mit seinem Speed zu verteidigen. Das spart den Seahawks einen ganzen Spieler, und deswegen sind die Seahawks auf „außen“ fast nur tief zu bezwingen. Und das bedeutet: Pässe gegen die Deckungen von Sherman und Jeremy Lane. Ich würde nicht drauf wetten, dass Manning gegen den variationsreichen und tief besetzten Passrush der Seahawks konstant diese Zeit bekommt.

Denver wird vieles versuchen, um #88 Thomas von Sherman wegzuziehen. Es wird ihnen manchmal gelingen, denn Sherman gilt eher als Spieler, der sich auf eine Spielfeldseite zu konzentrieren hat. Aber wen „opfert“ man dann? Decker? Welker? TE Julius Thomas? Das wird zu beachten sein.

Und noch einer: Seattles tiefe Zonen in der Spielfeldmitte dürften für Denver tote Zonen sein; Seattle sah, wie ich unter der Woche las, dieses Jahr acht (!) tiefe Passversuche über die Spielfeldmitte. Nicht „Completions“. Versuche. Im Jahr davor waren es deren 15. Wer war nochmal der beste Safety der Liga?

Auf der anderen Seite wird es spannend zu sehen, wie Seattle versuchen wird, eine zeitfressende Offense auf das Feld zu schicken. In den letzten Wochen mutierten die Hawks immer mehr in Richtung boom or bust Offense: Das Laufspiel sieht über RB Lynch, der mit seinen Dreadlocks immer kämpft wie ein Löwe, immer sehr herzhaft aus, aber überragend effizient ist es nicht – und Denver kann in der Defense eines: Laufspiel abwürgen. DT Knighton („Pot Roast“) ist sicher der Ankermann, aber es braucht nicht einmal einen überragenden Knighton: Das ist eine Defense Line von John Fox; alle Defensive Lines des John Fox sind diszipliniert und vom Laufspiel nicht konstant zu bezwingen – auch nicht, wenn mit Von Miller, Derek Wolfe und Kevin Vickerson drei wichtige Starter fehlen werden.

Das ist das Eine. Das andere ist die von vielen als Schwachstelle ausgemacht Left Guard-Position der Seahawks. Ich bin skeptisch, ob es ein beast mode Spiel wird.

Zum Passspiel. Auch wenn Russell Wilson nicht mehr der ganz große Burner des letzten Jahres und der ersten Saisonhälfte ist, er kann an einem guten Tag jede mittelprächtige Defense schlagen.

Und so brauchbar Denvers Lauf-Defense sein wird, ich fürchte, die Broncos haben nicht genügend Waffen im Passrush um Wilson schnell genug unter Druck zu setzen. Sie haben einen RE Shaun Phillips, und auf der anderen Seite? Ein Rob Ayers? Mincey? Ist irgend einer dieser Jungs schnell genug durch um Wilson unter Druck zu setzen? Ist irgendeiner diszipliniert genug um Russell Wilson nicht losscrambeln zu lassen? Kannst du wirklich einem LB Trevathan (der 4-3 OLB in Denver) die Aufgabe des Spys zuteilen? Viele Fragen, keine überzeugenden Antworten.

Wo ich weniger Sorge habe: Das Defensive Backfield. CB Bailey und CB Rodgers-Cromartie dürften durchaus die Qualität haben um die guten, aber nicht großartigen Wide Receivers der Seahawks – Tate und Baldwin – zu kontrollieren. Aber was ist mit dem X-Faktor: Percy Harvin. Wie fit Harvin ist, weiß niemand.

Welche Pläne OffCoord Quinn mit Harvin hat, ist auch nur vage bekannt. Ich erwarte, dass Quinn analog dem Saints-Spiel sehr schnell versuchen wird, Harvin in Szene zu setzen. Schon allein Harvins Präsenz ist wichtig: Er wird Denvers Defense-Pläne beeinflussen. Und ein Harvin als Kickreturner gegen die üble Kick-Coverage der Broncos? Mismatch hoch drei. (Denvers K Prater hat mit die wenigsten Touchbacks in der Liga)

Und dann kommen die Refs. Terry McAuley ist der Head-Ref, und McAuley hatte schon vor acht oder neun Jahren in der Superbowl zwischen Patriots und Eagles eine bestenfalls durchschnittliche Vorstellung. Denver und Seattle sind die beiden Teams, die mehr Strafen kassieren als alle anderen NFL-Teams. Wie schnell die Refs Kontrolle über das Spiel kriegen, wird wichtig für den Spielverlauf. Wie viel sie im späteren Spielverlauf an Körperkontakt durchgehen lassen, wird möglicherweise mit entscheidend – in die eine oder andere Richtung.

Je länger ich schreibe und darüber nachdenke, desto mehr komme ich zur Überzeugung, dass ich die Seattle Seahawks zurecht schon die ganze Zeit vorne sehe. Es ist kein großer Vorteil; es ist schlicht gefühlt in mehreren Phasen des Spiels ein leichter Vorteil. Denver hat Peyton Manning. Seattle hat ein das bessere, tiefere Gesamtpaket.

Manning kann die Seahawks schlagen, keine Frage. Aber er wird ein extrem gutes Spiel nahe der Perfektion brauchen. John Fox wird seine konservative Ader in der RedZone aufgeben müssen und möglicherweise anstelle von FieldGoals auf Touchdowns gehen (da habe ich echt Angst um Denver) – die RedZone-Units von Denver und Seattle gehören jeweils zu den allerbesten.

All in all: Seattle ist mein leichter Favorit in einem Spiel, in dem ich absolut keine Ahnung habe, wem ich die Daumen drücken werde.

Die Charaktere der Super Bowl 2014

[17h42] Es wird Zeit, auch auf eine weitere sehr bemerkenswerte Geschichte hinzuweisen: Derrick Coleman, Backup-RB bei den Seattle Seahawks, der sich als fast tauber Spieler durchgebissen hat. Coleman hatte schon beim Media-Day einen Auftritt, der die Journaille hellauf begeisterte. Sein Werbe-Video für Duracell hat bereits Legendenstatus:

Jürgen „King“ Kalwa hat für die FAZ schon nach dem Conference-Finale in gewohnter Weise über Derrick Coleman geschrieben.

[17h00] Alle Jahre wieder einer meiner Lieblings-Artikel über die Super Bowl und ihre Protagonisten: A Super Bowl Preview for people who don’t know football von The Rumpus. Heuer in der Verlosung:

Richard Sherman – as expected.

In 2014, Richard Sherman has made himself known, and we should be thankful for this. His story is a quintessentially American one; it’s banal and heartbreaking to say it couldn’t have happened in any other place or time, but some of what sets Richard apart in his rags-to-riches trajectory is how deeply he wants to be representative of a much larger group of men and women like himself. He is not, as they say, simply along for the ride.

Sherman hat mittlerweile Marshawn Lynch als “Gesicht der Seahawks” abgelöst und ist spätestens seit seiner Pöbelei gegen Michael Crabtree nach dem NFC Championship Game zu einer der ganz heißen Storys der NFL geworden. Der Artikel beschreibt Sherman und seinen Weg von Compton/Los Angeles hoch an die renommierte Stanford University und weiter – allen Anfeindungen seines dortigen Head Coaches Jim Harbaugh (!) zum Trotz – zu den Seattle Seahawks. Sherman, ich betone es noch einmal, gilt als intelligenter Knabe. Er schreibt zum Beispiel bei Sports Illustrated eine Kolumne, die viele „Journalisten“ in den Schatten stellt.

Demariyus Thomas (“The Quiet Man”)

On March 15th, 1999, Demaryius and his family were asleep in their home in Montrose, Georgia, when police officers pounded on their door.

“I got up out of bed and heard a loud noise,” Demaryius told ESPN. “Somebody kicking down the door. I’m just scared at that moment, I didn’t know what to do. I see my mom on the bed, handcuffs behind her back.” Demaryius’ mother, Katina Smith, and grandmother, Minnie Pearl Thomas, had been arrested for manufacture and distribution of cocaine.

The Rumpus erzählt eine Geschichte, die ich noch nicht kannte: Demariyus Thomas wuchs quasi als Waisenkind auf, nachdem seine Mutter und Oma wegen Drogendealerei zu jeweils extrem langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden.

Eric Decker (“The Celebrity”)

Before Eric appeared on the national stage, the most famous thing about Cold Spring may, sadly, be a 2003 shooting at the high school when two students were killed by a 15-year old classmate. Eric was a junior at the time; he knew each of the victims.

Eric avoided the line of fire by hiding in a closet for 45 minutes with several classmates. “Every girl was crying, every guy was trying to stay calm, and when they came and got us, we had to go across the street to the elementary school with our hands up,” Eric told the Denver Post. “That moment, you’ll never forget. It changes your life in a second.”

Decker wurde als Schüler Zeuge eines Amoklaufs an der Schule, bei dem zwei Freunde erschossen wurden.

Russell Wilson (“The Underdog”)

This means that dozens of backup quarterbacks—guys who wander around on the sidelines with a clipboard and a cute stocking cap every Sunday—make more than Russell. The Minnesota Vikings, a team that won five games in 2013, have three quarterbacks on their roster who each made at least double Russell’s salary and had the temerity to cash the checks.

There’s a correlation between Russell’s modest height and modest paychecks. NFL teams want a 5’10” quarterback about as much as Emeril Lagasse wants Flamin’ Hot Cheetos in his gumbo. The knocks are familiar: too fragile, too scrawny, and too short to see over those giant offensive linemen. The last time a 5’10” quarterback even threw as many as 20 touchdowns occurred when Doug “Flutie Flakes” Flutie did it, back when Marcy Playground was tearing up the charts.

Russell Wilson war schon immer ein Mann, der gegen Vorurteile ankämpfen musste. Und dann starb sein Vater und Förderer vor seinen Augen an einem Herzinfarkt…

Peyton Manning („The Auteur“)

The dry, affable everyman he tends to portray off the gridiron belies the fact that Peyton is a phenomenally intense guy who, by his own deliberate design, has become the greatest quarterback of his generation. If Tom Brady is the George Clooney of the NFL (looks, charm, specific skill set) and Tony Romo is the Johnny Depp (underrated risk-taker who often makes disappointing choices) then it’s tempting to call Peyton the Tom Hanks or Daniel Day-Lewis. Yet, that is not the case; what Peyton does is so cosmically innovative that there is no modern-day equivalent. He’s the NFL’s Buster Keaton.

Wie gesagt, es ist jedes Jahr einer der Artikel, auf die ich im Vorfeld der Super Bowl am sehnsüchtigsten warte, und auch dieses Mal hat die Vorschau für Leute, die kein Football kennen, nicht enttäuscht.

Sideline Reporter Drinking Game 2014

[15h58] Das offizielle Drinking Game von Sideline Reporter sei auch wieder angeführt. Nachdem ich letztes Jahr Beschwerden ob Anstiftung zu Alkoholismus bekam, sei das Drinking Game dieses Jahr auf Bier und Shots reduziert. Für Bier empfehle ich Maxlrainer („unsereiner trinkt Maxlrainer“), für Shots geht alles gut, aber in Ehren eines Studienkameraden bleibe ich diesmal beim Obstler.

Ein Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Superbowl 48“ (in Worten: Superbowl achtundvierzig) sagt
  • Jedes Mal, wenn Troy Aikman seine Superbowl-Ringe in die Kamera hält.
  • Jedes Mal, wenn Troy Aikman „you know, Joe“ sagt
  • Für jede Einblendung von John Elway
  • Für jede Einblendung von Richard Shermans Rant
  • Für jede Einblendung eines kaugummikauenden John Fox
  • Für jede Einblendung eines kaugummikauenden Pete Carroll
  • Jedes Mal, wenn Peyton Manning und kaltes Wetter in einem Satz erwähnt werden.
  • Für jede Erwähnung von „New Jersey“
  • Jedes Mal, wenn Joe Buck „Peyton’s legacy“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Eli Manning und „ein Superbowl-Ring mehr als Peyton“ erwähnt wird
  • Für jede Erwähnung von Seattles „12th man“
  • Für jede Einblendung von Eli Manning

Zwei Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn Troy Aikman „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Frank Buschmann „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator das kalte Wetter erwähnt
  • Jedes Mal, wenn Richard Sherman und Stanford in einem Satz erwähnt werden.
  • Jedes Mal, wenn Marshawn „Beast Mode“ wird
  • Für jede Erwähnung von Bruno Mars

Drei Schluck Bier

  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Joe Montana ist der beste QB aller Zeiten“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Jan Stecker „Peyton Manning braucht den zweiten Ring um zu den fünf besten QBs ever zu gehören“ sagt
  • Wenn Richard Sherman nach Spielende von Erin Andrews interviewt wird.

Ein Shot

  • Für Münzwurf HEADS
  • Für Münzwurf TAILS
  • Für jeden Turnover
  • Für jeden Punt
  • Für jeden Pass-Touchdown Peyton Mannings
  • Für jede Interception Richard Shermans
  • Für jeden Sack gegen Peyton Manning
  • Für jeden Wilson-Lauf bei der „read-option“
  • Für jedes verkickte Field Goal
  • Für jede gelbe Flagge
  • Wenn die Seahawks gewinnen.
  • Wenn die Broncos gewinnen.
  • Für die erste Overtime
  • Wenn ein QB MVP wird

Zwei Shots

  • Wenn die Hymne über 100 Sekunden dauert
  • Jedes Mal, wenn Pete Carrolls Vergangenheit bei den Jets erwähnt wird
  • Jedes Mal, wenn Matt Praters Rekord-Kick eingeblendet wird
  • Für jedes three and out der Broncos-Offense
  • Jedes Mal, wenn Peyton Manning „Omaha“ audibled
  • Für jedes Personal-Foul
  • Für jeden Wes-Welker Drop.
  • Für jeden Zentimeter Schneefall.
  • Für die zweite Overtime
  • Wenn kein QB MVP wird

Drei Shots

  • Für die dritte Overtime
  • Für jede Einblendung von Skittles
  • Wenn dich deine Mitgucker fragen, was Bruno Mars ist

Vier Shots

  • Jedes Mal, wenn Peyton Manning „Heidi“ audibled

Schnapsflasche auf Ex

  • Wenn der Extrapunkt im Schnee stecken bleibt

Prost.

Superbowl-Commercials

[15h41] Keine zwei Monate Ruhe vor Tebow. Tebow wird heute einen spektakulären Superbowl-Werbeclip haben, in dem er für T-Mobile wirbt („Everyone thinks I want a contract, but without one, I’ve done so much this year“) – zu sehen bei Youtube. Der Mann ist echt besser dran als Pundit als wenn er sich als Karikatur seiner selbst bei den Backups im Roster rumschlägt. Werbestar auf ewig.

[15h00] Die Superbowl dürfte eines der wenigen Events sein, bei denen sich die Zuschauer bemühen, auch die Werbespots mitansehen zu dürfen. Sie gehören zu den Highlights der TV-Übertragung. Sie spülen dem übertragenden Sender (heuer FOX) in den Staaten Moneten in Rekordhöhen in die Taschen. In diesem Jahr soll FOX pro 30 Sekunden Werbeplatz rund 4 Mio. Dollar kassieren.

Für so viel Geld sind natürlich so gute Werbespots notwendig. Viele der großen amerikanischen Konzerne drehen extra für die Super Bowl ihre besten Spots und präsentieren sie dort dem größten Publikum (rund 100 Mio. sehen sich die Super Bowl in den Vereinigten Staaten im Schnitt über die Sendezeit an!).

Einer meiner großen Favoriten ist auch nach über zehn Ausgaben immer noch der Budweiser-Clip nach 9/11, bei allem Pathos-Gehabe. Kein besserer Weg um die Folgen eines Anschlags mit einem Schluck Bier runterzusaufen. Budweiser lässt auch diesmal nicht von seinen Clydesdalern los, aber der Star eines der diesjährigen Budweiser-Commercials ist ein anderer Knabe:

Der Clip ist seit Mittwoch online und schon mit über 32 Millionen Klicks versehen. Budweiser hat auch einen Clip der Güteklasse „Hero’s Return“ für dieses Jahr, mit einem strahlenden Army-Soldaten, der von den Rössern durch einen Festzug in der Stadt getragen wird… naja.

Einige der Superbowl-Clips von 2014 hat Forbes schon einmal vorab zum Anschauen parat.

New York vs New Jersey

[14h27] Bestimm kennen viele Leser New York City besser als ich, deswegen auch keine detailliertere Einführung in diese Megastadt. Alles, was es superbowl-mäßig zu sagen gibt, ist die schwierige Vorstellung, dass der zur Superbowl-Meile umfunktionierte Time-Square am Broadway in diesen Tagen noch chaotischer aussieht als normalerweise gewohnt:

Der Time-Square

Der Time-Square

Da kriegst du selbst als junger Hüpfer Epilepsieanfälle, aber es gilt wie immer der alte Spruch von der Kellys School of Business: Marketing is the mother of all sciences. Insofern kann man die Minuten des Anblicks des Time-Squares nur genießen und hoffen, danach noch geradeaus und nicht im Kreuz zu sehen.

New York ist der Partyteil der Superbowl 48. Hier treffen sich die wichtigen Promis und die Katzenbergers der USA um zu feten. Der sportliche Teil wird über dem Fluss in New Jersey abgewickelt, vom Spiel über die ganze Vorbereitung vor der Woche: Media-Day war in Jersey, die Teams trainierten in Jersey, Spiel und Tailgating-Partys finden in Jersey, dem Garden State, statt. Viele der von mir gelesenen US-Schreiber wie Mike Tanier oder Will Leitch haben im direkten Vergleich dem „Jersey“-Teil der Superbowl einen deutlichen Vorteil gegenüber dem „Broadway“-Teil der Superbowl gegeben.

Mike Tanier schreibt in seinem Blog zum Beispiel:

This has been a New Jersey Super Bowl week with an Empire State Building photobomb. New Jersey has been making all of the effort so New York can strut in and hog all the credit. New Jersey has embraced the Super Bowl. New York swallowed it whole and did not even burp.

The game, of course, is in East Rutherford, N.J. Media Day was in Newark, N.J. Most of the team interviews have taken place in Jersey City, N.J. Both teams practiced in New Jersey facilities.

What did New York do? It broadcasted, like it always does. It hosted expensive parties and feasted on tourist dollars, like it always does. And it provided hotel space, a wonderful thing when you dash off to Manhattan to catch Book of Mormon or do other touristy stuff, but a terrible thing when all the real work is being done in New Jersey. Enjoy the New York-New Jersey commute, exactly backwards of the way otherwise sane people do it, two or three times daily!

Leitch schreibt in seiner Kolumne diese Woche:

Here’s a pretty safe prediction: This will be the last Super Bowl they ever have in New York/New Jersey.

Super Bowl Week, so far, has not been poorly run. The weather is cooperating; it’s even supposed to be sorta warm on Sunday. The Sheraton Times Square hotel has served as an efficient, well-located media hub; Radio Row is the madhouse it always is, but not in any particularly unusual way. Volunteers are helpful, transportation is reliable and all schedules are being vigorously adhered to. It’s all working out. It’s not Atlanta, it’s not Jacksonville, it’s not Detroit. Everything is going fine.

But this will be the last Super Bowl they ever have in New York/New Jersey for one reason: No one in New York seems to notice the Super Bowl is even happening.

Vielleicht ist es nicht so extrem wie Leitch es andeutet. Immerhin wurde der Nabel von Manhattan, der Broadway/Time-Square, zeitweise umfunktioniert, aber im Vergleich zu anderen Städten sieht die Super Bowl trotzdem wie ein relativ marginales Element aus.

Das hört sich alles nicht nach Traumehe “New York und Super Bowl” an. Wie wohl die NFL darüber denkt, dass ihr absolutes Ausnahmeprodukt – die Super Bowl – in der aufregendsten Stadt vergleichsweise untergeht? Verschluckt wird von diesem Moloch mit seinen fünf Stadtbezirken, tausend Kulturen und nochmal hoch tausend Menschen? Die Traumehe „New York und Super Bowl“ scheint das Experiment auf alle Fälle wert gewesen zu sein, und sei es bloß, dass wir nun die Grenzen des Events „Super Bowl“ kennen.

Das MetLife Stadium

[12h17] Super Bowl 48 findet im MetLife Stadium in East Rutherford im Bundesstaat New Jersey statt. Das Stadion selbst ist einer der Hauptgründe, weswegen das Endspiel überhaupt zum ersten Mal seit der „vor-Superbowl“ Ära im Großraum New York stattfindet, da die NFL wie gesagt das Versprechen der Superbowl-Vergabe abgab.

Das Stadion kurz vor der Vollendung 2010 - Bild:Wikipedia

Das Stadion kurz vor der Vollendung 2010 – Bild:Wikipedia

Das MetLife Stadium ist eines der teuersten Stadien der Welt mit einem geschätzten Baupreis von runden 1,6 Milliarden Dollar. Und das, obwohl sowohl Jets als auch Giants bei der Entscheidung darauf verzichteten, ein Dach über den Kopf zu bauen – zu teuer. Somit ist MetLife Stadium der einzige der in den letzten Jahren neu erbauten NFL-Tempel, der noch ganz klassisch im alten US-Way gebaut ist: Riesige Tribünenränge, aber open air.

Das Stadion steht draußen vor den Toren von Newark/NJ und Manhatten/NY, und es ist umgeben von einer seelenlosen Beton- und Asphaltlandschaft. Runde 27.000 Parkplätze soll es um die Arena herum geben, was sensationell für eine Tailgating-Fete im September sein dürfte, aber viel mehr kannst halt sonst nicht machen. Restaurants, Shopping-Malls in erreichbarer Weite zu Fuß? Fehlanzeige. Nur Beton, Highways und über dir pausenlos startende Flugzeuge vom nahe gelegenen Flughafen in Newark.

Auch innen ist die Arena relativ stark in Grau gehalten, denn Grau ist die neutrale Farbe zwischen den blauen Giants und den grünen Jets, die sich die Arena teilen. Das gibt dem leeren Stadion einen recht trostlosen Eindruck. Allerdings gilt das MetLife Stadium auch als eine Arena, bei dessen Planung man sehr darauf bedacht war, jeden Sitzplatz so zu halten, dass er optimale Sicht auf das Spielfeld gibt. Und das trotz der gigantischen Dimensionen dieses Stadions: Man könnte das Giants-Stadium, das früher nebenan stand und 78.000 Leuten Platz bot, komplett in den Innenraum des Metlife Stadiums stellen, und es hätte locker Platz!

Ein Clou am MetLife Stadium ist neben den gigantischen HD-Videoboards im Innenraum auch die Beleuchtung der Außenfassade, die nach dem Vorbild der Allianz Arena gemacht ist: Leuchtpaneele hinter der Aluminiumfassade können das Stadion nach außen je nach Heimspielmannschaft entweder in Blau oder in Grün hüllen.

Noch eine Parallele zum Münchner Stadion: Die Allianz-Gruppe wollte sich die Namensrechte kaufen. Der Versuch scheiterte allerdings, denn die jüdische Gemeinde kam mit ihrem Argument, die Allianz habe zwielichtige Rollen im Dritten Reich gespielt, durch. So kam MetLife zum Zug um sich die Rechte an dieser riesigen 82.000er-Schüssel zu kaufen.

Etwas, das alle dem Stadion bescheinigen: Es ist ein Vorreiter in umweltfreundlichem Bauen. Für ein Land wie die Vereinigten Staaten, in denen Energie sparen noch ein recht zartes Pflänzchen im Wortschatz ist, verbraucht das Stadion relativ wenig Energie (z.B. 30% weniger als das alte Giants-Stadium, das nur halb so groß in den Dimensionen war). Rund um die Arena gibt es haufenweise Solarpaneele, und Recycling wurde schon bei der Planung groß geschrieben.

Und noch etwas: Das MetLife Stadium ist als Footballarena gebaut und wird als solche genutzt. Es unterscheidet sich damit in angenehmer Weise von Vergnügungstempeln wie Arlington/Dallas, sagen die Befürworter. Die Gegner sehen hier eher ein langweiliges, ohne besondere Liebe gebautes, Stadion, das halt gute Sicht aufs Spiel bietet (das ist eh nicht wichtig!). Nachfolgend noch eine kurze Bilderserie vom Blogleser Mike, der ein Jets-Heimspiel besuchte:

Hard Count Podcast

[11h24] Mit Freuden vernehme ich, dass der Hardcount Podcast pünktlich zur Super Bowl ein Comeback feiert: Die Ausgabe #23 beschäftigt sich mit den Coach-Wechseln, Geschichten rund um die Super Bowl, und einer Analyse des Endspiels. Ich hatte noch nicht die Zeit, ihn mir anzuhören, aber hier schon einmal der Verweis auf den Podcast:

Ich halte diesen Podcast für einen sehr, sehr guten, den man sich anhören sollte, wenn man sich näher mit der NFL beschäftigt.

Hall of Fame Class 2014

[10h33] Damit zur Wahl der Hall of Fame-Klasse von 2014. Heuer wurden sieben neue Mitglieder aufgenommen. Es ist eine Klasse ohne die ganz großen Weltstars, unter anderem auch weil keine Quarterbacks dabei sind, aber das heißt nicht, dass sie ganz ohne Kontroverse abgelaufen ist.

  • DE Michael Strahan gilt als größter Star der Klasse 2014. Strahan ist in den Staaten bekannt als die „große Zahnlücke“ und es ist unschwer zu erkennen, warum. Strahan spielte 15 Jahre lang bei den Giants und war siebenmal Pro Bowler, viermal All-Pro und einmal Defensivspieler des Jahres. Er brachte 142 Sacks zustande. Strahan ist auch deswegen bekannt, weil er den Rekord für die meisten Sacks in einer Saison hält: 22.5. Es ist ein Rekord, der als umstritten gilt, da Strahan im allerletzten Spiel der Saison einen Sack von Brett Favre „geschenkt“ bekommen haben soll. Das Video des Sacks gibt es bei Youtube. Dieser Sack ist eienr der Gründe, weswegen Strahan komischerweise kritisiert wird: Er sei des Rekords nicht würdig.
    Strahans letztes Spiel seiner Karriere war die Super Bowl XLII, das gigantische Upset der Giants gegen die Patriots. Es war eine Saison, vor der Strahan eigentlich schon hatte zurücktreten wollen. Er entschied sich zu bleiben, die Giants rauften sich nach anfänglichen Zuständen wie in einem Tollhaus doch noch zusammen und Strahan wanderte mit Ring in den Ruhestand. Heute ist er Studiopundit bei FOX.
  • OLB Derrick Brooks. Wenn Strahan auch aufgrund seiner medialen Persönlichkeit der bekanntere Name ist, so ist Derrick Brooks mit Sicherheit der Spieler, der als Spieler die größere Stempelmarke hinterließ. Brooks war der OLB, der das Funktionieren der „Tampa-2 Defense“ ermöglichte. Die Tampa 2 ist eine leicht abgewandelte Form der Cover-2 Defense, und sie gab noch mehr Verantwortung in die Hände des OLBs. Sie konnte nur mit einem untersetzten, flinken Linebacker funktionieren – einem Linebacker wie Brooks, der in dem Spielsystem der Tampa Bay Buccaneers zum Giganten wurde. Die Buccs-Defense um die Jahrtausendwende galt nicht als eine der rohen Gewalt, sondern als eine, die sich über Speed definierte – und sie war in der Version 2002 die letzte, die so stark dominierte wie Seattle dieses Jahr.
    Brooks war in jenem 2002 der Defensivspieler des Jahres. Die Buccaneers gewannen die Superbowl, und sie gewannen sie mit Stil: Ein kompletter Abschuss der Oakland Raiders, samt 3 TD-Returns aus Interceptions. Die letzte davon machte Derrick Brooks.
  • Andre Reed. Reed war in den 80ern und 90ern Wide Receiver bei den Buffalo Bills. Er hatte 951 Catches über seine Karriere für 13198ysds und 87 Touchdowns. Die Wahl Reeds gilt als umstritten. Er war ein bekanntes Gesicht in den 90er Jahren, weil die Bills fast jedes Jahr die Superbowl erreichten, aber wenn Leute wie Marvin Harrison (1102 Catches, 14580yds, 128 TD in drei Jahren weniger als Reed) oder Tim Brown (1094 Catches, 14934yds, 100 TD ohne jemals mit einem richtig guten QB gespielt zu haben) wegen Reed draußen bleiben, gehen die Diskussionen los. Reed spielte fast seine ganze Karriere mit dem Hall-of-Fame QB Jim Kelly. Harrison spielte fast immer mit Peyton Manning, aber Harrison halt um Welten dominantere Statistiken. Harrison spielte in einer passlastigeren Ära, aber man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Harrisons Resümee nur noch von Jerry Rice geputzt wird. Tim Brown spielte ganz einfach… extrem lange. Er war der Mann, der erst ganz zum Ende seiner Karriere einen brauchbaren QB als Teamkollegen hatte: Rich Gannon.
  • Walter Jones. Jones war Offensive Tackle bei den Seahawks. Er galt als „Berg“, als Hüne mit seinen 1.96m und 145kg Kampfgewicht. Er war von 1997 bis 2009 der Left Tackle der Seahawks, und er war einer der wichtigen Gründe, weswegen die Seahawks Mitte des letzten Jahrzehnts die Superbowl erreichten: Die Hawks-Offense Line galt damals als dominanteste der Liga. Jones und sein Nebenmann Steve Hutchinson formten ein unüberwindbares Pärchen, hinter dem der eigentlich eher als mittelprächtig wahr genommene RB Shaun Alexander NFL-Rekorde aufstellte. Jones war neunmal Pro Bowler, siebenmal All-Pro und gehört zum NFL-Team des Jahrzehnts 2000.
  • DB Aeneas Williams. Williams war Defensive Backs bei den Arizona Cardinals und St Louis Rams. Er hatte Pech, dass die Cardinals zu seiner Zeit ihre schlimmsten Phasen durchmachten und als Synonym für die Hoffnungslosigkeit in der NFL galten. Williams‘ Profil wurde schon bei PFR herausgearbeitet.
    An seiner Wahl gibt es eigentlich nur zu kritisieren, dass an seiner statt der G Will Shields draußen gelassen wurde. Shields war 12x Pro Bowler und 8x All-Pro und wurde nun zum dritten Mal nicht in die Hall-of-Fame gewählt. Also: Mit Shields und Marvin Harrison wurden zwei logische Kandidaten draußen gelassen. Weitere bekannte Leute, die nicht gewählt wurden: Jerome Bettis (RB Steelers/Rams), Tony Dungy (Headcoach Colts/Buccs), Eddie DeBartolo (Owner 49ers). Damit zu den Legenden-Picks, die ja auch immer zwei Plätze von den sieben kriegen.
  • Ray Guy. Ein Punter! Guy gilt als bester Punter der NFL-Geschichte. Seine Wahl wurde oft genug gefordert, aber immer wieder abgeschmettert mit dem Argument, ein Punter gehöre nicht in die Hall of Fame. Wenn dem so ist, dann sollte man den Punter abschaffen (wäre das wirklich so schlimm?). Da es aber Punter gibt, gibt es keinen Grund, den besten von ihnen draußen zu lassen. Ergo: Gute, längst überfällige Wahl.
  • Claude Humphrey. Humphrey war Defensive End bei den Falcons und Eagles.

Die NFL-Awards 2013/14

[09h35] In der Nacht auf heute wurden die offiziellen NFL-Awardsder AP-Press für die abgelaufene Saison vergeben. Die Gewinner sind überwiegend keine Überraschungen.

  • MVP: Peyton Manning. Nach der Rekordsaison gab es praktisch keine Zweifel mehr an Mannings fünfter Wahl zum NFL MVP.
  • Offensivspieler des Jahres: Manning. Man könnte höchstens überlegen, ob man diesen Award in Zukunft zu einem non-QB Award macht, um herausragenden Leuten auf anderen Positionen eine Chance zu geben.
  • Defensivspieler des Jahres: Luke Kuechly. Kuechly ist der Inside Linebacker der Carolina Panthers. In einem Jahr, in dem mindestens eine Handvoll Spieler des Award hätten gewinnen können, ist Kuechly wohl so etwas wie ein gemeinsamer Nenner in der Wahl: Spielt für eine der besten Defenses, ist deren Gesicht, hatte schon vor der Saison einen guten Ruf. Persönlich hätte ich Leute wie Watt oder Earl Thomas vorgezogen, aber im Prinzip ist es eh wurscht.
  • Offensiv-Rookie des Jahres: Eddie Lacy. Lacy ist der Packers-RB, der über 1100yds erlaufen hat und mitgeholfen hat, die Packers halbwegs heil über die Rodgers-lose Zeit zur Saisonmitte zu bringen. Lacy war in meiner Rangordnung ein recht deutliche Nummer zwei hinter dem alles überragenden Chargers-WR Keenan Allen, aber angesichts der Tatsache, dass Lacy in der bekannteren Mannschaft eine bekanntere Rolle spielt, ist seine Wahl nicht überraschend. Sie ist auch nicht unfair. Es war schließlich ein Jahr, in dem keine Rookie-QBs für Aufsehen sorgten und auch ansonsten enorm viele gute, aber nur wenige hervorragende Rookies in die NFL kamen.
  • Defensiv-Rookie des Jahres: Sheldon Richardson. Richardson ist ein Defensive Liner bei den Jets und eine überraschende Wahl. Richardson galt bei den Beobachtern von PFF fast das ganze Jahr lang als der beste der Rookies aus der Defense, aber er spielt eine wenig beachtete Rolle in der Jets-DL, ergo hatte man ihn nicht unbedingt als Sieger dieser Wahl erwarten können. Richardson gilt als Überraschung. Man hatte ihn vor einem Jahr als sehr ungeschliffenes, aber körperlich wuchtiges Prospect gesehen, dessen große Stärke der Passrush sei. Richardson kam in die NFL und war kein besonderer Passrusher, dafür aber per Knopfdruck einer der besten Line-Spieler gegen das Laufspiel.
  • Coach des Jahres: Ron Rivera. Der Riverboat Ron, das Mastermind, das die Carolina Panthers mit seinen verblüffenden 4th-Down Entscheidungen ganz nahe an die Super Bowl brachte. Rivera war auch meine Wahl zum Coach des Jahres. Ich bin ehrlich gesagt aber überrascht, dass im offiziellen AP-Poll nicht Andy Reid als Sieger hervor gegangen ist. Ein 2-14 Team zu einem 11-5 Team zu machen, das hätte eigentlich danach geklungen, dass wir einen fast sicheren Sieger Reid sehen werden. Persönlich gehe ich mit der Einschätzung Rivera d’accord.
  • Comeback-Spieler des Jahres: Philip Rivers. Die Wahl war uns seit zirka zehn Tagen bekannt, und wen hätte man sonst nehmen können? RG3 hatte kein gutes Jahr, Chris Clemons spielte auch zu wenig und das Comeback des Aaron Rodgers kam schlicht zu spät.

Unsere Awards haben wir schon am Montag veröffentlicht. Es wurden auch noch die Hall of Famer 2014 bekannt gegeben. Dazu in einem späteren Eintrag.

Zum Aufstehen

[08h45] Guten Morgen zum Superbowl Sunday 2014, dem Tag der Ausgabe 48 des NFL-Endspiels zwischen den Seattle Seahawks und den Denver Broncos. Es wird heute in gewohnter Weise ein langsames Reingleiten in das große Spiel geben, mit all jenen Themen um das große Spiel herum, die noch nicht abgearbeitet wurden. Was wir schon hatten, wird freilich nicht wiederholt:

Es ist das erste Endspiel zwischen den beiden Top-Seeds jeder Conference seit sich 2009/10 die Saints und Colts in Miami duelliert haben. Es ist vor allem aber das erste Freiluftendspiel in der Superbowl-Ära in einer US-Stadt in den nördlichen Gefilden. Die Partie findet im Metlife Stadium in East Rutherford/NJ statt, im Großraum New York, aber über der Staatsgrenze im Bundesstaat New Jersey. Weit weg ist Manhattan aber freilich nicht:

Das Endspiel war ein Geschenk an den Big-Apple, als Quasi-Dank dafür, dass das extrem teure neue MetLife Stadium (Eröffnung 2010) so generös von Bundesstaaten und Bürgern mitfinanziert wurde – wie nicht unüblich, aber eben auch immer umstrittener in den Vereinigten Staaten. Um die Meute ruhig zu stellen, wurde dem medialen Nabel der Welt erstmals die Greatest Show on Earth – die Superbowl – versprochen. Eine Wahl, die von vielen kritisiert wurde, weil es potenziell ein Endspiel in schlechtem Wetter bedeuten hätte können.

Kalt! Es kann kalt werden! Schnee! Wettbewerbsverzerrung! Die armen Leute, die viertausend Euro zahlen um sich bei Minusgraden den Arsch abzufrieren! Wer kommt auf so bescheuerte Ideen wie Superbowl in New York? Yadda Yadda. Weicheier. Jürgen Schmieder von der SZ hat im Big-Show Segment zur NFL in seinem Rant (ab 12:20min) genau die richtigen Töne zu der Motzerei gefunden. Die NFL scheffelt sich die Konten zu mit mehr Schnee als vom Himmel fällt? Wen scheißt’s. Bester Freiluftsport der Welt – bestes Freiluftendspiel der Welt.

Nun wird es zwar kalt, aber nicht eiskalt, und so richtigen Schneefall erwartet man für heute Abend/Nacht auch nicht. Es sollte also ein Endspiel unter gewohnten Rahmenbedingungen werden.

Sideline Reporter vergibt die NFL-Awards 2013/14

Wie es in den letzten Jahren zur Tradition geworden ist, küren die Blogautoren von Sideline Reporter am Saisonende ihre Highlights der Saison. Wer waren sie, die besten Geschichten, größten Überraschungen, schwersten Enttäuschungen, besten Spieler, Spiele und Kommentatoren der Saison?

Story des Jahres

korsakoffRon Rivera. Die Schiedsrichter bzw. das NFL-Regelwerk gäben ein gutes Ziel ab, aber bleiben wir mal dort, wo es die Protagonisten um die es bei uns am direktesten geht. 2013 war nicht notgedrungen ein Jahr der vielen „aggressiven“ 4th-Down Entscheidungen, wie man vielleicht meinen möchte. Aber es war ein Jahr, in dem es in vielen bekannten Spielen auffällig viele rational gute Coaching-Entscheidungen gab. Und noch einmal, bevor wir es wirklich zum Vergasen gehört haben: Ron Rivera machte die extremste Transformation durch. Von der schlimmsten 4th-Down Gurke zum 4th-Down Master. Ich glaube nicht, dass Riverboat Ron das Mathletics-Konzept zum Letzten kapiert hat oder es ausgereizt hat, aber es war ein Anfang. Ein Anfang vom unwahrscheinlichsten Mitglied aus der Trainergilde. Honorable mentions: Referees, Mobbing in Miami, Tebow.

HerrmannRiverboat Ron. Es waren hauptsächlich semi-große Stories, die immer mal wieder so zwei, drei Wochen durch die Liga gingen: Aaron Hernandez im Knast, Richie Incognito v Jonathan Martin, Andy Reid und die Chiefs from worst to first, jetzt wieder dieser Thug-Quatsch gegen Richard Sherman – alles nicht besonders erinnerungswürdig. Darum nehme ich die Verwandlung von Ron Rivera zu Riverboat Ron.
Woche 2 in Buffalo: Rivera läßt mit 3-Punkt-Führung 90 Sekunden vor Schluß einen 4th&Fingernagel nicht ausspielen, sondern das kurze FG kicken, woraufhin natürlich Buffalo das Spiel mit einem TD gewinnt. Das übliche Geschrei der Fans und Nerds setzt wieder ein; Rivera ist die Personifikation all dessen, was Coaches in der NFL falsch machen. Sei es aus Dickköfpigkeit, Angst, weil sie gedanklich noch in den 80er Jahren leben oder warum auch immer.
In Woche 3 dann spielt Carolina – die Legende meint sogar, daß es aus Versehen war – im ersten Viertel einen vierten Versuch kurz vor der goal line aus: TD. Panthers gewinnen 38-0. In den nächsten Wochen wird Rivera dann immer aggressiver, pundits und Fans feiern ihn, er bekommt den Spitznamen Riverboat Ron und die Panthers gewinnen! Auch die knappen Spiele und auch die NFC South vor den Saints. Damit haben sie ein Heimspiel in den Divisional Playoffs gegen San Francisco. Dort verlieren die Cardiac Cats unter anderem, weil Cam Newton bei 4th&goal von der 1-yard-Linie gestoppt wird.

SeminoleReferees. Oder die NFL-Regelbücher. Wie man es dreht und wendet, früher oder später wird sich die NFL wohl eine neue Strategie überlegen müssen um das Problem zu lösen, denn es wird nicht kleiner. Dieser Sport ist einfach zu kompliziert um ihn mit den derzeitigen Mitteln zu kontrollieren. Nie hatte man den Eindruck, dass sich die Profi-Crews so schwer taten. Jetzt erwartet uns im Super Bowl ein Referee, der die Seahawks schon einmal im Super Bowl verpfiffen hat.

Überraschung des Jahres

korsakoffSan Diego Chargers. Ich hatte das schon diskutiert: Mike McCoy hat einen superben Job gemacht und aus einer Mannschaft, die ich potenziell in Nähe des Top-Picks gesehen hatte (wäre da kein Philip Rivers), einen legitimen Playoff-Teilnehmer gemacht – trotz einer horrenden Defense. Honorable mentions: Cardinals, Colts.

HerrmannPhiladelphia Eagles. Chip Kellys Eagles nahmen in Woche 1 die NFL im Sturm. Das war die, äh, krasseste (weil mit kein besseres Wort einfällt) erste Halbzeit einer Offense, die ich in der NFL gesehen habe. Den Level konnten sie natürlich nicht halten, aber sie haben sich als Top-10-Offense etabliert.
Daß Kelly dies bereits in seiner ersten Saison gelang, ist eine riesige Leistung. Daß er aus Nick Foles 28 TDs bei nur 2 INTs rauskitzeln konnte auch – wobei man natürlich jetzt schon Foles´ Bild in den Wikipediaeintrag „regression to the mean“ einfügen kann. Im Angriff paßt alles so wunderbar zusammen. Man sieht daran auch, daß Kelly wie ein richtig guter Coach nicht „sein Konzept“ nimmt und die vorhandenen Spieler da irgendwie reinpressen will, sondern sein Konzept an die Spieler anpaßt. Wenn nächste Saison die Defense auch endlich so zusammenpaßt, ist das ein regelmäßiger playoff contender für viele Jahre.

SeminoleChargers. Im Sommer hatte ich schon vergessen, dass es eine NFL Franchise Chargers gibt, aber sie haben toll und beeindruckend gespielt und viele neue Freunde gewonnen.

Enttäuschung des Jahres

korsakoffBuccaneers. Vom Superbowl-Aspiranten (zumindest meiner Meinung nach) zum Rohrkrepierer. Andere Franchises wie Houston hatten unglücklichere Dinge gegen sich laufen, aber die Probleme bei den Buccs waren größtenteils hausgemacht. Jetzt kommt ein neuer Coach in Lovie Smith, und Tampa wird nächste Saison wieder mit Titel-Hoffnungen konfrontiert sein. Honorables: Texans.

HerrmannDer Rest der NFC East. Was für ein jämmerlicher Haufen und kaum Aussicht auf Besserung. Die Cowboys haben mal wieder mit einer sehr talentierten Mannschaft eine Saison weggeworfen und schmoren jetzt dank Jerry Jones in der Salary-Cap-Hölle. Den Redskins fehlt nicht nur wie den Cowboys Tiefe auf allen Position, sondern auch echte Top-Talente neben Trent Williams und Pierre Garcon. Die Giants stehen noch am besten da, bauen aber die Offense radikal um. Das erste Mal in seiner Karriere ist nicht Kevin Gilbride Elis Coach und Hakeem Nicks wird er wahrscheinlich auch nicht mehr haben.

SeminoleHouston Texans. Alle glaubten hier einen Super Bowl Champion in spe vor sich zu haben. Geworden ist es der Top Draftpick in spe. Mehr muss man nicht sagen.

Offensivspieler des Jahres

korsakoffPeyton Manning. Über dieses Thema habe ich gestern alles geschrieben, was ich sagen wollte. Honorables: Philip Rivers.

HerrmannPeyton Manning. Ja, langweilig. Ich habe auch krampfhaft versucht, Manning hier rauszuhalten. Man findet auch ganz gute Argumente: gefühlt 40 seiner TDs warf er gegen die Raiders und die Kindergarten-Defenses der Eagles und Cowboys. Den Yards-Rekord hat er nur, weil die Broncos auch bei großen Führungen noch geworfen haben, statt zu laufen. Mit so vielen erstklassigen WRs hätte das auch…
Aber am Ende war eben tatsächlich niemand besser. Besonders beeindruckend war, wie er sein Spiel seinem alten runtergewirtschafteten Körper angepaßt hat; seine Offense ist jetzt viel komplexer als früher.
Honorable mentions aus der Nicht-QB-Kategorie: Bengals Tackle/Guard Andrew Whitworth; die Left Tackles der Eagles und Redskins, Jason Peters und Trent Williams; Steelers WR Antonio Brown; 49ers TE „Deep“ Davis; Chicagos new monsters of the midway Alshon Jeffrey & Brandon Marshall.

SeminolePeyton Manning. Bedarf keiner weiteren Erklärung.

Defensivspieler des Jahres

korsakoff – J.J. Watt. Eine schwierige Wahl. Watt ist gemeinsam mit Von Miller der beste Abwehrspieler der Liga, aber sein Einfluss wurde dieses Jahr von der rundherum aus verschiedenen Gründen kollabierenden Mannschaft limitiert. Auf der anderen Seite blieben die Texans trotz teilweise absurder Offense im Spiel und verpassten es schlicht, die knappen Spiele in knappe Siege umzumünzen. Du musst im Prinzip nur Watt zuschauen: Er ist fantastisch. Er ist der beste, auch in einer Seuchensaison. Ich weiß aber auch, dass Watt den offiziellen Preis von AP und NFL nicht gewinnen wird. Honorables: Earl Thomas, McCoy, Sherman, Poe, Houston, Campbell, Kuechly, Bowman.

HerrmannJ.J. Watt. Obszön. Er ist so viel besser als alle anderen Spieler auf dem Feld, daß es einfach obszön ist. Oft wirkt es, als würde die 7b gerade Sportstunde haben und der Lehrer spielt mit, weil er Spaß daran hat, Kinder zu verprügeln und zum Weinen zu bringen. Hauptsächlich wegen Watt hatten die Texans auch dieses Jahr wieder eine Top-10 Defense, die sie in vielen Spielen gehalten hat. Houston hatte unter der Saison eine Serie von sieben Spielen, die sie jeweils mit weniger als einem score Unterschied verloren haben.

SeminoleRobert Mathis. Die meisten Sacks in der NFL. Ohne ihn wäre die Defense der Colts verloren gewesen.

Rookie des Jahres

korsakoffKeenan Allen. Es brauchte das Schlussviertel in Denver nichtmehr, um Allen über alle anderen zu hieven. Er war per Knopfdruck einer der besten Wide Receivers in der Liga, nachdem er sich von der Fußverletzung erholt hatte. Augenweide und hoffentlich kein Aschenputtel für nur ein Jahr. Honorables: Mehr als eine Handvoll sehr guter Rookies.

HerrmannKeenan Allen. Allen gewinnt knapp vor Jets DL Sheldon Richardson. Vor allem, weil für WRs die Umstellung von College auf NFL viel schwieriger ist. In den letzten 20 Jahren gelang es neben ihm nur sieben Rookie-WR, mehr als 1000 Yards zu erfangen. Darunter sind so illustre Namen wie AJ Green, Randy Moss, Anquan Boldin und Joey Galloway. Wenn nächste Saison die vielen verletzten Receivers der Chargers wieder mit an Board sind, sollte es für ihn sogar einfacher werden.

SeminoleEddie Lacy. Ich verstehe die Liebe für Keenan Allen, aber vergesst bitte Eddie Lacy nicht. Ein Ballbouncer, der die Packers in der schweren Zeit ohne Aaron Rodgers mit am Leben hielt.

Coach des Jahres

korsakoffRivera. As explained am Freitag. Es war aber insgesamt ein gutes Jahr für Coaches mit mehreren würdigen Topleistungen. Honorables: Belichick, Carroll, Chip Kelly.

HerrmannBill Belichick. Zwei andere Kandidaten habe ich oben schon angesprochen. Aber was Bellichick dieses Jahr – mal wieder – geleistet hat, ist ganz großer Sport. Alle WRs weg, alle TEs im Lazarett oder Knast, Brady baut weiter ab, Wilfork, Mayo und noch ein Dutzend andere Verteidiger verletzt – und trotzdem führte Belly seine Patriots zum 8. Mal in 12 Jahren (!) ins Championship Game.

SeminoleAntichrist by a landslide.

Kommentatoren des Jahres

korsakoffAl Michaels/Cris Collinsworth von NBC. Ich hatte heuer zum ersten Mal das Gefühl, dass sich Mike Mayock langsam verbraucht. An mehr als einem NFL-Wochenende fiel mir die Diskrepanz zu Collinsworth auf. Michaels war eh nie umstritten. Honorables: Nessler/Mayock vom NFL Network, Tirico/Gruden von ESPN.

HerrmannNBCs Al Michaels & Cris Collinsworth. Al Michaels ist der beste und coolste play-by-play man, den man sich nur wünschen kann. Er findet immer den richtigen Lautstärkepegel, kann mal über vier zusammenhängende Sätze interessante Gedanken ausführen und direkt darauf bei einem big play ausflippen. Collinsworth sieht und erklärt viele taktische Kleinigkeiten, hängt sich aber manchmal zu lange an einer Beobachtung auf und will sie dann bei jedem Spielzug beweisen. Michaels zerrt ihn zum Glück oft genug davon weg. Perfect match, die beiden.

SeminoleNBC-Crew. Sehen eigentlich alle so. Michaels und Collinsworth sind die informativsten von allen. Und die NBC-Übertragungen sind durch die Bank am besten gemacht.

Spiel des Jahres

korsakoff – Das Erlebnis des Jahres war sicherlich das Schneespiel Philadelphia gegen Detroit. Aber rein von der Spiel-Dramaturgie selbst könnte man andere Spiele vorn sehen. Wollen wir ein wichtiges Spiel, kann man das erste Patriots-Broncos Spiel oder die erste AFC-Wildcardpartie Colts vs Chiefs nennen. Will man ein Last-Second Highlight, könnte man Detroit-Dallas mit dem Stafford-Sneak nehmen. Will man aber die extremste Schlussphase, die es in den letzten Jahren in einem NFL-Spiel gegeben hat, muss man auf die Baltimore Ravens und Minnesota Vikings zurückgreifen, die sich im Dezember just am Tag des Blizzards von Philadelphia einen Schlagabtausch der ganz einzigartigen Sorte mit 5 Touchdowns in den letzten 125 Sekunden lieferten. Es war kein wichtiges Spiel. Aber es war vielleicht trotzdem das Spiel der Saison.

HerrmannColts 45, Chiefs 44. Das vermeintlich langweiligste Spiel der Playoffs wurde ein instant classic. Nach einem 28-Punkte-Rückstand zu Beginn des dritten Viertels spielten die Colts wilde Sau: perfekteste Pässe Andrew Lucks mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad, der obligatorische strip sack von Robert Mathis und mehr als 200 Yards für T.Y. Hilton bestätigten schließlich auch das Gefühl, daß es eine recht unsichere 28-Punkte-Führung ist, falls es sowas gibt. Bob Sutton ließ seine Verteidigung nur noch mit eingezogenem Schwanz spielen und zu allem Unglück verletzten sich ca. 20 Spieler der Chiefs. Luck feilte weiter an seiner Legende und die Chiefs verpaßten dämlich und unglücklich die Chance auf den ersten Playoffsieg seit 20 Jahren.

SeminoleColts 39, Broncos 33. Kein Zweifel, die Broncos hätten das gewonnen, wäre das Spiel noch ein Viertel länger gewesen. Aber deswegen sind es Viertel und nicht Fünftel. Es war ein tolles und spannendes Spiel, in dem der neue Peyton (Andrew Luck) mit dem alten Peyton (dem echten Peyton) mithalten konnte und ihn nach Ergebnis sogar knapp besiegte.

Groove to the Super Bowl 2013

[23h45] Lange genug gegroovt. Die Frühstückstische für morgen sind auch alle gedeckt. Was folgt, ist der Umzug ins Wohnzimmer. Ich werde gleich das Liveblogging zum Spiel eröffnen.

Ein Stern mit Namen Kaepernick

[22h41] Neben Ray Lewis und dem Bruderduell lässt sich die größte Stoyline um diesen Superbowl um den Quarterback der San Francisco 49ers stricken: Colin Kaepernick. Kaepernick hat eine filmreife Vita hinter sich, als Mischlingskind zweier Teenager geboren und zur Adoption frei gegeben, von einem Ehepaar aufgenommen, dessen zwei jüngste Kinder wegen eines Gendefekts gestorben waren, mit denen nach Kalifornien umgezogen, als superber „Multisport“-Athlet nur ein einziges Div-IA/FBS-Stipendium angeboten bekommen. Kaepernick, der sich einst auch bei Boise State (erfolglos) beworben hatte, wurde im Nevada Wolfpack von Head Coach Chris Ault zu einer Legende im College Football, der Mann, der die Pistol-Offense revolutionierte.

Das beste Footballspiel des Colin Kaepernick im College erlebte ich mit wildesten Zahnschmerzen in den Morgenstunden des „Black Friday“ 2010, als Kaepernicks Wolfpack gemeinsam mit RB Vai Taua das wohl beste Team der Saison 2010/11, Boise State, in der zweiten Halbzeit in seine Einzelteile zerlegte und nach Brotzmans schon legendären Fehlkicks noch gewann. Es war die erste große Sternstunde des Colin Kaepernick.

Trotzdem: Nie hätte ich gedacht, dass der Mann sich in der NFL so schnell durchsetzen kann. Nie hätte ich überhaupt gedacht, dass er in der zweiten Runde gedraftet werden würde. Und dann, nach eineinhalb Jahren Reifeprozess so schnell einzuschlagen… bisher ungesehen. Kaepernick personifiziert so vieles, was man bisher nicht mit Quarterbacks assoziiert hatte, dass man ihm nur Erfolg wünschen kann, Stichwort Vorurteile einreißen.

[22h33] Die Bierpreise bei der Superbowl sind kaum mehr zu verantworten. Laut Paolo Bandini/Guardian mittlerweile bei $12 für eine Flasche, die mir nicht nach mehr als 0,50l ausschaut. Das Oktoberfest erstarrt in Ehrfurcht.

[22h20] Gerade aus dem Livestream der Sofa-QBs aufgeschnappt: Jim Harbaughs Sohn Jay coacht im Trainerstab der Ravens. Mit seinem Onkel. Gegen seinen Vater.

Radio an: Sofa-QBs aus München

[21h31] Sendung ist an.

[21h25] In wenigen Minuten soll es losgehen: Die Sofa-Quarterbacks werden live aus der Münchner TonHalle von der Superbowl-Party der Munich Cowboys & ESPN America auftreten. Andreas Renner/SKY wird moderieren, und ebenso dabei sein sollen u.a. Nicolas Martin/GFL-TV und Manfred Groitl/fantasy-football.de.

Live zu hören ist das Ganze hier: GFL-Radio.de.

Oder als MP3-Stream hier.

[20h53] Completely useless fact: Obama ist Linkshänder.

[20h43] Unsere Leser kennen die Clips ja mittlerweile [s. 15h00], aber trotzdem:

[20h38] Zirka eine Stunde noch bis zum Livestream der Sofa-QBs aus München. Über @sportradio360 und Facebook können noch Fragen geschickt werden.

Predictions für Superbowl XLVII

[20h31] Herrmann hat die taktische Seite schon im Detail erklärt [1] [2]. Herrmann tippt auf die 49ers:

Ich sehe die 49ers klar im Vorteil. Es gibt zu viele match-ups, die sie ausnutzen können. Das Laufspiel sollte rollen wie eh und je und zwischendurch kann mit Kaepernicks Raketenarm und Moss/Crabtree/Davis Baltimores Base-D auch tief attackiert werden. Es gibt aber einen wichtigen Punkt, der gerne übersehen wird: Kaepernick hat erst neun NFL-Starts und damit kaum Erfahrung. Die Ravens sollte die Hölle aus ihm blitzen, versuchen ihn zu dummen Entscheidungen zu zwingen und hoffen, daß er nicht ganz trocken im Super Bowl mit Pässen macht, was er gegen Green Bay mit Läufen gemacht hat

Seminole sieht es kurz und knackig anders:

Ich laufe gewiss nie Gefahr, zu tief in die Analyse-Pipette zu gucken. San Francisco ist besser, aber was heißt das schon? Die Ravens sind im Formhoch und sie haben die Abgebrühtheit, den jungen Colin Kaepernick in die Falle tappen zu lassen. Die Ravens werden beißen, sie werden kratzen. Sie werden gewinnen. Und zwar mit vier Punkten.

Ich will mich auch nicht um eine Mini-Vorschau drum herum drücken. Das ganze Jahr schon schreibe ich von der mittelmäßigen Qualität der Ravens und wie gut die 49ers schon unter Alex Smith waren und wie viel besser sie mit Colin Kaepernick sind. Das Power-Ranking, das fast 70% seiner Tipps richtig hinkriegt (und in den Playoffs bisher 7:3 ist), sieht dann auch heute einen Vorteil von 65:35 pro San Francisco 49ers (also fast 2:1).

Die San Francisco 49ers hatte ich im Sommer nichtmal als Playoffteam gesetzt gehabt. Um das nochmal zu begründen: 2011 war San Francisco ein Ausreißer gewesen, der gegen einen schwachen Schedule mit schwacher Offense (inexistentes Passspiel, schlechte Offense Line, unterdurchschnittliches Laufspiel), viel Turnoverglück und einem guten Record in engen Spielen eine 13-3 Saison hingelegt hatte. Das Team roch, nein, es schrie nach „Regression zur Mitte“.

Und die kam: Statt +28 nur noch +9 bei den Turnovers, statt 6-2 in engen Spielen nur mehr 2-1-1, statt 13-3 Siege nur mehr 11-4-1.  Was aber auch geschah: Die Mannschaft war um Welten besser. Eine plötzlich überragende Offensive Line. Ein vor allem in den ersten Wochen sensationelles Laufspiel. Ein effizienter QB Alex Smith. Die 49ers waren schon seit Anfang Oktober stets an #1 oder #2 im Power-Ranking gereiht. Sie hielten in der Folge einem außergewöhnlich schweren Schedule stand.

Umso mutiger fand ich den QB-Wechsel. Die Intention dahinter war stets klar: Noch mehr Explosivität. Aber eben auch mehr Risiko. Risiko, das Teams der Qualität der 49ers von 2012 üblicherweise nicht eingehen müssen. Harbaugh tat es, und er wurde belohnt. Kaepernick spielte zwar anfangs wechselhaft, aber der Angriff war noch potenter, unausrechenbarer.

Und noch etwas half: Verletzungsglück. Praktisch null Wechsel in der Offensive Line und bis auf die Zipperlein bei DE Justin Smith so gut wie keine Ausfälle in der Defense.

Die Ravens mauserten sich mit waidwunder Verteidigung, einer gewohnt unkonstanten Offense, teilweise sensationeller Special Teams und vielen unwahrscheinlich knappen Siegen (4th und 29, Baby!) durch und waren auch in den Playoffs nicht die Killer früherer Tage. Aber sie hingen wie Parasiten drin, sie warteten und schlagen dann zu, wenn es der Gegner erlaubte. Erst in der zweiten Halbzeit in New England war das eine über Beharrungsvermögen hinaus überzeugende Ravens-Vorstellung. Insgesamt war die Ravens-Truppe in den drei Playoffspielen ein „playoff-würdiges“ Kaliber, ein Team, das nach monatelanger Formkrise zeigte: Wir gehören hierher.

Jetzt also Superbowl 47.

Ich habe es während des Sofa-Quarterback Podcasts schon angedeutet: Ich erwarte kein überaus enges Spiel. Der Spread von nur 4.5 Punkten pro San Francisco (Opening Line) überrascht mich, denn ich halte die 49ers für weit klarer favorisiert. San Francisco ist fast durch die Bank qualitativ besser besetzt und auch mehrere Schlüsselmatchups dürften gut auf die Stärken und Schwächen der 49ers zugeschnitten sein. Wenn Kaepernick nicht plötzlich einfällt, dass er nun unter dem Lichte der Superbowl nervös werden sollte und seine Mannschaft mit einer Latte an Fumbles und Interceptions in die Scheiße reitet, sehe ich (erneut) wenig Chancen für die Ravens, dieses Spiel, diesen Titel zu gewinnen.

Wie im CL-Finale favorisiertes, überlegenes Rot gegen überaltertes, mittelarmes Blau/Lila. Damals gewann Blau. Diesmal gewinnt Rot.

San Francisco mit 10.

Rückblende 2002: Superbowl XXXVI

[18h39] New Orleans war Heimat von bisher sieben Superbowls (sechs davon im Superdome). Die bisher letzte fand vor elf Jahren dort statt: Als erstes Endspiel nach 9/11 von außergewöhnlichem Flair umweht. Beobachter erzählen noch heute von einem sehr bizarren Ambiente: Hardcore-Sicherheitseinrichtungen rund ums Stadion und alle Events, eine hektargroße US-Flagge vor dem Kickoff, so viele Tränen zur US-Hymne, dass der Mississippi zum Bergbach verblassen würde, eine noch heute als episch beschriebene Halftime-Show von U2, und überhaupt U-S-A überall. Da war es nur passend, dass mit dem lieblichen Underdog New England Patriots auch ein entsprechender Nobody in den Landesfarben blau-weiß-rot qualifiziert war, und als erste Superbowlmannschaft ever geschlossen als Team ins Stadion einlief – etwas, das sich seither als Standard etablierte.

Superbowl XXXVI war auch mein erstes Footballspiel. Beiläufig im Sportteil nach einem Skitag gelesen, dass da eine Geschichte David vs. Goliath anstand. Beim Überfliegen blieb ich stecken. Da gab es einen Namenskollegen, Tom Brady. Noch viel besser: Der andere Quarterback hieß Kurt Warner. Kurt Warner. Ein Name wie ein Donnerhall. Ein Amerikaner konnte „Kurt“ heißen! Kurt war wohl der Hauptgrund, weswegen ich mir die Partie gab. Nicht live. Ich war zu jung und musste nächsten Tach zur Schule. Also zeichnete ich die Übertragung des ORF auf.

Superbowl 36 war ein kleines Schlüsselerlebnis für mich, fesselnde Kommentierung, enges, umkämpftes Spiel. Punch, Gegenpunch, entschieden in der Schlusssekunde, mit gutem Ausgang für den krassen Außenseiter. Mein erstes Footballspiel. Und wie es so ist mit dem ersten Mal: Man vergisst es nicht.

Superbowl 36 gilt immer noch als legendär und eine der spannendsten der Superbowl-Geschichte, die Geburtsstunde der großen Patriots-Dynastie des letzten Jahrzehnts, aber sie kam im Laufe der Jahre auch in Verruf, da sich Belichick wohl im Vorfeld umstrittener Methoden (Stichwort: Spy Gate) bedient hatte. Es war gleichzeitig das vielleicht letzte Zucken der Greatest Show on Turf der Rams, die eine der markantesten Offenses mit etlichen Superstars spielten, aber Warner nur eineinhalb Jahre später wie eine heiße Semmel fallen ließen und in der Folge jahrelang in ein tiefes sportliches Loch fielen, aus dem sie jetzt noch nicht vollends wieder raus sind.

Ich sehe mir diese Superbowl 36 quasi als Einstimmung gerade im Archiv des NFL-Gamepass an, und es hätte Potenzial, mehrere Blogeinträge an Analyse zu füllen. Die U2-Halbzeitshow ist leider rausgeschnitten, aber ansonsten kommt die Atmosphäre gut rüber. In wenigen Minuten wird der legendäre Cokommentator John Madden einen seiner berühmtesten Sätze sagen:

And now with no timeouts I think that the Patriots with this field position you have to just run the clock out, you have to play for overtime now. I don’t think they wanna force anything here, you don’t want to do anything stupid because you have no timeouts and you are backed up.

Die Geschichte danach ist mir schon bekannt: Brady nimmt das Ei an der eigenen 17 mit 1:21 Minuten verbleibend auf, Spielstand 17-17, orchestriert ein Kurzpassgewichse über RB J.R. “blitz-Blocker” Redmond und WR Troy Brown, und Vinatieri kickt mit auslaufender (well, die letzten 2 Sekunden wurden den Rams gestohlen) das entscheidende Field Goal.

Retrospektiv muss man festhalten: Brady wurde MVP, aber ein waschechter MVP sieht anders aus. Brady warf zu 95% kurze Pässe, ließ die Receiver für die Yards arbeiten, machte nicht mehr als die sprichwörtliche Fehlervermeidung. Wenn schon aus dieser Mannschaft ein MVP, dann entweder in der Offense Troy Brown (6 Catches für 89yds ist aber keine MVP-verdächtige Stat-Line), oder, viel besser, ein Mann aus dem Defensive Backfield.

S #34 Tebucky Jones fällt raus, weil fürchterlich dilettantisch beim Ausgleichs-TD der Rams (und sein Fumble-TD wurde zurückgepfiffen). Der bekannte S #36 Lawyer Milloy fiel auch nicht auf. Bleiben CB #38 Otis Smith oder CB #24 Ty Law (Law returnierte eine INT zum TD) als richtige Kandidaten: Das WR-Duo Holt/Bruce mehr oder weniger komplett neutralisiert, Rams-Offense für weit über drei Viertel auf 3 Punkte gehalten.

Vielleicht werde ich mir das Spiel mal etwas genauer vornehmen. Heute ist nicht der Tag dafür.

NFL-Crush & Six Nations

[18h06] Auf Walter Reiterers neuester NFL-Seite „NFL-Crush“ gibt es eine Video-Preview: Crush-TV Volume 1, Superbowl Preview (Reiterer, Marko Markovic). Hatte Walter Reiterer Angst, dass es zu blendend wird, oder warum braucht man im Studio Sonnenbrillen? Ist aber auf alle Fälle gelungen.

[17h58] Die Italiener werden heute bei der Superbowl bestens gelaunt sein. Rugby-Italien gewinnt sein Auftaktspiel in den Six Nations 2013 gegen die Franzosen sensationell 23-18 trotz Unterzahl in den letzten Minuten. Man hielt den letzten Angriffen der Franzosen stand. Die Stimmung im italienischen TV und im Stadion ist überschwänglich. Soll erst der zweite Pflichtspielsieg ever über Frankreich gewesen sein.

[16h58] Jetzt wird auch an prominenterer Stelle gegroovt.

Sideline Reporter Drinking Game 2013

[16h52] Dieses Jahr also keine Uni-Klausur am Montag. Ergo kehrt das Drinking Game zu Sideline Reporter zurück. Die erforderlichen Zutaten sind:

  • Bier (Pils)
  • Weißbier
  • Schnaps in Form von Shots (Wahl des Getränks bleibt frei; Klarer ist erlaubt)

Nur in begründeten Ausnahmefällen sind Ausnahmen erlaubt (z.B. wer kein Weißbier lagernd hat darf sich am Pils probieren). Die Regeln, je nachdem auf welchem Kanal Sie die Partie gucken, sind folgende:

Ein Schluck Pils

  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Superbowl 47“ (in Worten: Superbowl siebenundvierzig) sagt
  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Momentum“ sagt
  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „Harbaugh“ sagt
  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator „HarBowl“ sagt
  • Jedes Mal, wenn Phil Simms „talked about“ sagt

Ein Schluck Weißbier

  • Jedes Mal, wenn ein Kommentator sagt, die 49ers haben noch keinen Superbowl verloren
  • Jedes Mal, wenn der Kameraschwenk auf Harbaughs Dad geht
  • Jedes Mal, wenn „Joe Flacco“ und „Elite“ im selben Atemzug genannt werden
  • Jedes Mal, wenn „Ray Lewis“ und „Hall of Fame“ im selben Atemzug genannt werden
  • Jedes Mal, wenn Joe Theisman „really nice play“ sagt

Ein Shot

  • Für Münzwurf HEADS
  • Für Münzwurf TAILS
  • Für jede Nennung des Rücktritts von Ray Lewis
  • Für jede Nennung der Motivationskünste von Ray Lewis
  • Für jeden Turnover
  • Für jeden Punt
  • Für jede Einblendung von Alex Smith am Seitenrand
  • Pro Overtime (für die erste einen, für die zweite zwei, usw.)
  • Jedes Mal, wenn Kaepernick bei der „read-option“ den Ball selbst behält
  • Für jeden Sack für oder gegen einen Spieler mit Nachnamen Smith
  • Für jedes verkickte Field Goal
  • Wenn die 49ers gewinnen.
  • Wenn ein QB MVP wird

Zwei Shots

  • Wenn die Hymne über 100 Sekunden dauert
  • Jedes Mal, wenn die Kamera auf die Bourbon Street gerichtet ist
  • Jedes Mal, wenn Jim Caldwell im Bild ist
  • Für jedes geglückte Field Goal von David Akers.
  • Wenn die Ravens gewinnen.
  • Wenn kein QB MVP wird

Drei Shots

  • Für jede unterlaubte Challenge (vulgo „für jeden Schwartz“)
  • Für jeden Harbaugh beim Siegerinterview

Vier Shots

  • Für jeden Textfehler in der Hymne von Alicia Keys
  • Für jeden Stromausfall in der Halftime Show

Pils auf Ex

  • Jedes Mal, wenn Sie grad vom Kotzen aus dem Klo kommen

Weißbier auf Ex

  • Wenn Colin Kaepernick vor dem letzten Drive für Alex Smith gebencht wird

Prost.

Jürgen Kalwa bei DRadio Wissen

[16h03] Der in New York lebende Journalist „King“ Jürgen Kalwa gilt als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des US-Sports. Kalwa hat in einem sechsminütigen Segment bei DRadio Wissen über die Superbowl und das Problem der Gehirnerschütterungen referiert. Mit dabei auch O-Töne der deutschen NFL-Hoffnungen Kuhn/Werner, die bedenklich wenig Empathie für ihre Hirnkästen aufbringen.

DRadio Wissen: Verstecktes Trauma.

Die Gesichter des Superbowls 2013

[15h43] Superbowl-Vorschau for people who don’t know football (2013 edition):

Flacco

Then again, despite his physical gifts, Joe has never appeared to be elite. His high school team never had a winning record. His college team, the Delaware Blue Hens, didn’t even make him a captain (and quarterbacks are almost always captains). In the practices for the 2008 Senior Bowl, he showed all the talent in the world, but in his NFL career he has the tendency to completely disappear. With the exception of week 14 against the Redskins, Joe’s road record in 2012 was like seven incontinent toddlers in a bounce house.

Ray Lewis

After his acquittal, he immediately helped lead his team to the Super Bowl in 2001, so being a suspect in a yet-unsolved (and still unsolved) murder didn’t slow him down much. Ray has also since found Jesus in a serious way, fathered six kids with four different women, starred in some surreal Right Guard commercials, played video games on TV with Paul Rudd, and been a famously emotive linebacker for the same team his entire career.

Justin Smith

He’s known in the NFL as “Cowboy,” and not because he likes country music or calls every pair of shoes “shitkickers” or says things like “Cowboy Up!” when he’s in the cereal aisle. He grew up on a 1400-acre cattle farm in rural Missouri, spent his entire life doing the hard work of raising Hereford truebred cattle, and when he wasn’t lifting hay bales, he was in the gym, lifting weights. It’s where he met his wife, then a varsity long-distance runner, in college.

Und weiter mit Kaepernick, dem Maler Vernon Davis und Brendon Ayandeb…. Ady… Ayandadejo („The Activist“). Kann man sich schon mal zu Gemüte führen.

Super Bowl Ads: Früher und heute

[15h00] (Achtung, die Superbowl-Ads von heute Nacht werden gespoilert!)

Die Superbowl-Werbeclips in den Staaten sind legendär kostspielig. CBS wird heute Nacht wohl zum ersten Mal die Schallmauer von $4 Mio. pro 30sek Werbezeit knacken. Viele der Clips aufgrund ihrer Originalität in die Popkultur ein. Ein paar sehr gute Momente gibt es nachfolgend im eingebetteten Video zu sehen.

Einer meiner ganz großen Favoriten ist bei allem Pathos-Gehabe immer noch der Budweiser-Tribut an 9/11:

Budweiser wird heute nach Forbes-Informationen folgenden Clip zeigen:

Überhaupt: Bei Youtube ist schon eine Videostrecke für die heutigen Superbowl-Werbungen geschaltet: Superbowl Commercials 2013.

Im NFL-Gamepass soll auf alle Fälle die CBS-übertragung laufen. Ich nehme an, mit Werbung.

Louisiana Superdome

Der abgedeckte Superdome wurde zum Symbol für New Orleans und Katrina

Der abgedeckte Superdome wurde zum Symbol für New Orleans und Katrina

[14h37] So sehr Football Freiluftsport ist und mir die Hallenatmosphäre widerstrebt, so sehr mag ich den „Mercedes-Benz“ Louisina Superdome als einzige NFL-Halle. Er ist eine architektonische Meisterleistung. Mitte der 70er Jahre in einem spektkulären Projekt auf Stelzen in die Sümpfe des Mississippi-Deltas gebaut, hatte er jahrzehntelang die weltweit größte Kuppel und das Stadion mit dem besten Namen weltweit.

Über die Landesgrenzen hinaus berühmt geworden ist die Halle durch den Hurrikan Katrina anno 2005, als sie als Unterkunft für tausende Obdachlose fungierte. Die halb abgedeckte weiße Kuppel des Superdomes wurde zum Symbol der Stadt und ihrem Katastrophenmanagement.

Im Sport ist die Halle seit fast 40 Jahren Heimat der New Orleans Saints und des Sugar Bowls um die Neujahrstage, und war auch mehrmals Austragungsorts für Super Bowls, meistens wie es der Zufall wollte, als die Patriots sich dafür qualifizierten. Der Bau gilt für heutige Verhältnisse nicht mehr als state of the art, dürfte aber aufgrund der Symbolik fürs Erste unangetastet bleiben.

Dixie zum Begräbnis

[13h28] Als Musikant war New Orleans für mich stets für seine Begräbniskultur und deren Verlinkung hinein in die Musikszene bekannt. Man muss sich das so vorstellen: Die Stadt liegt im Mississippi-Delta, teilweise unterhalb des Meeresspiegels in sumpfähnlichen Gebieten. Aufgrund der schieren Feuchtigkeit in den Böden können die Toten nicht in Friedhöfen begraben werden, da durch den Verwesungsprozess Seuchen drohen würden. Man schuf also im Lauf der Jahrhunderte sogenannte „Totenstädte“, Mausoleen zur Bestattung der Toten. Passend zu diesen eher unüblichen Orten der letzten Ruhe entstanden ganz eigene Begräbnis-Rituale.

Langsame, mollige Choräle auf dem Weg in die Totenstadt, aber nach der Verabschiedung der Gestorbenen geht es mit der „Second Line“ (z.B. Schaulustige) rund: Weltlicher Dixie, Tänze, s’Leben geht weiter. Bekannt dürfte diese sogenannte „Jazz-Beerdigung“ vielen Fans von James Bond aus dem Filmklassiker „Leben und sterben lassen“ sein:

Der gespielte Choral ist in diesem Falle Just A Closer Walk with Thee, das weltliche Stück danach der Second Line March (auch: Joe Avery’s Piece).

Zwischenstation New Orleans

[12h01] Ein Freund tourt gerade mit seiner Künftigen durch die Welt. Eine der Stationen war im Spätsommer New Orleans. Sein Fazit: Die Stadt ist immer noch heruntergekommen, halb verfallen, vor allem die Altstadt („French Quarter“); superbes Essen, aber nachts eher exklusives Volk auf den Straßen: Besoffene, Nutten und viele Junggesellenabschiede. Die Stripclubs („Barely Legal Hustler Club“) in der Bourbon Street sind wohl nicht zu übersehen… von den früher so üblichen Ausritten einiger Superbowl-Spieler in den Tagen vor dem Großen Spiel war diese Woche aber wenig zu hören.

Zu einem jüngeren Gewerbe: Der Fotographie. Impressionen aus New Orleans, original und ©Alexander Lechner.

Auf dem Weg nach New Orleans: Autobahn in gewohnter US-Qualität - ©Alexander Lechner

Auf dem Weg nach New Orleans: Autobahn in gewohnter US-Qualität – ©Alexander Lechner

Ze Sümpfe vor den Toren von New Orleans - ©Alexander Lechner

Ze Sümpfe vor den Toren von New Orleans – ©Alexander Lechner

Central Business District und unser Superdome im Sichtfeld - ©Alexander Lechner

Central Business District und unser Superdome im Sichtfeld – ©Alexander Lechner

Die Warnung voraus - ©Alexander Lechner

Die Warnung voraus – ©Alexander Lechner

French Quarter - ©Alexander Lechner

French Quarter – ©Alexander Lechner

Auch am berühmten Napoleon House in der Chartres Street sind die Spätfolgen von Katrina unübersehbar - ©Alexander Lechner

Auch am berühmten Napoleon House in der Chartres Street sind die Spätfolgen von Katrina unübersehbar – ©Alexander Lechner

Jackson Square an der Chartres Strees unweit des Mississippi - ©Alexander Lechner

Jackson Square an der Chartres Strees unweit des Mississippi – ©Alexander Lechner

Der Reiter - ©Alexander Lechner

Der Reiter – ©Alexander Lechner

Eine Straße von Bourbon entfernt - Hotel Chateau LeMoyne - ©Alexander Lechner

Eine Straße von Bourbon entfernt – Hotel Chateau LeMoyne – ©Alexander Lechner

Und schließlich: Lecker Futter - ©Alexander Lechner

Und schließlich: Lecker Futter – ©Alexander Lechner

Bissl mehr zu sehen gibt es im Original-Blogeintrag der Reisenden.  Geschrieben Wort auf Blatt „Grand Tour 2012“ wird dann im Eigenverlag erscheinen – maybe.

Katrina

[08h55] Bei diesem Superbowl 2013 kann man nicht am Hurrikan Katrina aus dem Sommer 2005 vorbeischauen. Die Bilder von mehreren komplett überfluteten Stadtteilen waren ebenso beeindruckend wie bedrückend und der Gedanke, dass ein Ort mit mehr als 400.000 Einwohnern quasi über Nacht zur Geisterstadt mutieren kann, ist immer noch gespenstisch.

Katrina war mehr als eine Naturkatastrophe. Katrina legte auch offen, wie unterdimensioniert die Schutzwalle für New Orleans waren (man bedenke, dass die Stadt zum Teil meterweit unter Meeresspiegel bzw. unter Spiegel des nahen Lake Pontchatrain liegt) und wie ineffektiv Teilprojekte ohne ein ausgefeiltes Gesamtsystem (wieder: es gab kein ganzheitliches Schutzwallsystem) sein können. Und Katrina war schließlich auch die Gelegenheit zu einem Diskurs über Rassen und soziale Klassen, nachdem New Orleans wie so viele amerikanische Städte massive Probleme mit Suburbanisierung hat, die während der Evakuation vor aller Welt zu Tage traten.

In jeder Katastrophe steckt die Möglichkeit, ohne tagtägliche politische Grabenkämpfe an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Katrina bot in New Orleans auch neue Möglichkeiten. Die technischen und logistischen Herausforderungen, die der Wiederaufbau eines Dammsystems stellte (aber auch bot), habe ich erst im Rahmen meines Studiums abzuschätzen gelernt. Anbei ein anschauliches Video, wie das in New Orleans von Statten ging und noch immer geht:

Diverse andere Probleme bleiben. Die Stadt sinkt im Sumpf des Mississippi-Deltas weiter leicht ab und weil viele, Obdachlose, aber auch „normale“ Familien, nicht mehr nach New Orleans zurückkehrten, liegen weite Teile brach. Gleich mehrere Stadtviertel sind immer noch trostlos und verfallen.

Die Superbowl XLVII wird heute im symbolträchtigen Superdome ausgespielt, der für mehrere hundert Millionen Dollar saniert wurde, und sie wird allein an diesem Wochenende eine geschätzte halbe Milliarde Umsatz in der Stadt generieren.

MVP-Wahlen 2013

[08h17] Neben der Hall of Fame wurden heute Nacht auch die NFL-Awards 2012/13 bekannt gegeben:

  • NFL MVP: RB Adrian Peterson/Vikings. Dass ich es für Unsinn halte, einen Running Back zum MVP zu wählen, muss ich nicht mehr wiederholen. Aber der größte Eckpunkt einer 10-6 Mannschaft scheint wichtiger zu sein als noch viel eckigere Eckpunkte von 13-3 oder 12-4 Teams. Das Wildcard-Playoffspiel war Beweis genug.
  • Offensivspielers des Jahres: Peterson. Gab dieses Jahr eine Serie an möglichen Kandidaten, aber Peterson mit seinem fast-Rekord kann man an dieser Stelle verteidigen.
  • Defensivspieler des Jahres: DE J.J. Watt/Texans. Stand nie zur Diskussion.
  • Offensivrookie des Jahres: RG3. RG3 > Luck > Wilson: Den Sieger würde ich dieses Jahr unterschreiben.
  • Defensivrookie des Jahres: LB Luke Kuechly/Panthers.
  • Comeback des Jahres: QB Peyton Manning/Broncos. Der andere Kandidat wäre Peterson gewesen. Scheint so was wie ein Ausgleich für die MVP-Ungerechtigkeit zu sein.
  • Coach des Jahres: Bruce Arians/Colts. War klar, dass Arians den Pokal kriegen würde, aber ich stimme trotzdem nicht zu. Eine Mannschaft mit Grotten-Record mittelmäßig zu machen ist eine kleinere Errungenschaft als ein mittelmäßiges Team zu einem Killer zu machen. Insofern wären Jim Harbaugh oder Carroll bessere Wahlen gewesen.

Die unsrigen Wahlen gab es schon vor einem Monat.

Hall of Fame Class 2013

[07h15] Die Hall-of-Fame-Class im Football ist dieses Jahr sieben Mann stark und damit sieben Mann stärker als jene im Baseball. Kurz die Gewählten, denen dann im Sommer in Canton/OH eine Büste aufgestellt wird:

  • Bill Parcells, Headcoach. Parcells war so was wie ein Obermufti, der von Franchise zu Franchise zog, aus Trümmern eine akzeptable Mannschaft bastelte, aber dann stets vor Vertragsende keine Lust mehr hatte und den Brocken hinwarf. In den 80ern holte er mit den Giants zwei Superbowls, ging dann nach New England, schnitzte dort aus dem schlechtesten Team der Liga innerhalb von drei Jahren einen Superbowl-Teilnehmer, ging zu den Jets, formte aus dem schlechtesten Team der Liga innerhalb von zwei Jahren einen AFC-Finalisten, schmiss alles hin, ging zu den kränkelnden Cowboys, führte diese in die Playoffs zurück, hörte auf, ging als Sanierer und GM nach Miami, machte aus dem schlechtesten Team der Liga innerhalb eines Jahres den vermutlich einzigen Divisionssieger in der AFC East dieses Jahrzehnt, der nicht New England hieß. Parcells’ bekanntestes Statement („you are what your record indicates“) zeigt bedenklich viel Ignoranz für die vielen Zufälle in der NFL. Auf der anderen Seite ist sein Trainer-Baum riesig, u.a. mit dem Lieblingsschüler Belichick.
  • Larry Allen, Guard. Von Allen zu „stärkster Mann unter der Sonne“ war der Sprung nie der größte. Allen ist in gleich zwei Teams des Jahrzehnts (90er und 2000er Jahre).
  • Jonathan Ogden, Left Tackle. Galt als bester Offense Tackle seiner Zeit (1996 bei den Ravens gedraftet, 2000/01 Superbowl-Champ). Man fragte sich bei der Qualität der Quarterbacks in Baltimore bloß, wen beschützte der Mann eigentlich?
  • Cris Carter, Wide Receiver. Wie viele Jahre war die Rage in den Medien nun groß, dass Carter mal wieder am Cut gescheitert war? Zehn Jahre? Fünfzehn? Carter ist einer der drei oder vier Leute mit den moisten Catches in der Geschichte, und es wurde überfällig, ihn in die Hall of Fame zu wählen, da in wenigen Jahren eine Flut an Receivern und Tight Ends mit großartigen Stats anklopfen wird.
  • Warren Sapp, Großmaul. Sapp war knapp vor meiner Zeit ein dominanter Defensive Tackle bei den Buccs, und mehr: Er war neben Derrick Brooks das Gesicht der Buccs. Das klingt erstmal nach wenig, aber die Buccs galten in den zwei Jahrzehnten vor Sapp und Brooks als eines der schlechtesten Teams der US-Sporthistorie. 2002/03 gewannen sie den Superbowl. Danach verdingte sich Sapp zum Karriereausklang bei den Raiders und mutierte in den letzten Jahren bis zu seinem finanziellen Ruin zum Studio-Pundit.
  • Curley Culp, Defensive Tackle und Dave Robinson, Linebacker sind die beiden „Senior Inductees“. Spielten, als das Farbfernsehen zu laufen begann.

Am finalen Cut gescheitert sind u.a. WR Andre Reed (Bills), RB Jerome Bettis („The Bus“, Colts/Steelers), DE Michael Strahan („Die Zahnlücke“, Giants) und DE Charley Haley („ein Ring für jeden Finger“, 49ers/Cowboys). Auch der Wandervogel DB Aeneas Williams und WR Tim „mein Coach ist ein Arschloch“ Brown sind nicht dabei. Zwei namhafte Owner – beide mit Verbindungen zu den heutigen Superbowl-Teilnehmern – sind auch durchgefallen, und man vermutet, dass bei beiden die „Skandale“ eine große Rolle gespielt haben: Art Modell (Browns/Ravens, der wie oft diskutiert die Browns aus Cleveland abzog) posthum, und Eddie DeBartolo (49ers, war in einen Schmiergeldskandal verwickelt).

Am Morgen vor der langen Nacht

[07h00] Diese Saison ging an die Grenzen. Ich sah dank Gamepass so viele Spiele wie noch nie, aber die condensed-Option raubte mir auch den Thrill der Nacht, die Seele des Spiels. Es war notwendig. Ich hatte wenig Zeit. Job und Vereinsleben fraßen mich auf. Qualität und Tiefe der Artikel auf diesem Blog litten. Ganze Themenbereiche musste ich komplett undiskutiert lassen. Eine Flut an eMail-Anfragen ignorieren. Manchmal antwortete ich wenigstens vertröstend. Häufig nicht. Das tut mir leid. Aber wenn die Seite wächst, wächst die Arbeit. Wenn sie über den Kopf wächst, muss einer dran glauben. In diesem Fall das Blog. Am heutigen Superbowl-Sunday steht bis auf ein paar Stunden auf der Skipiste aber nix zwischen uns und der Superbowl. Siebzehneinhalb Stunden bis zum Kickoff, Baby.

Sideline Reporter vergibt die NFL-Awards 2011/12

Das Ende der Regular Season ist für Sideline Reporter die Gelegenheit, seine eigenen Highlights und Lowlights zu vergeben.

Story der NFL-Saison

korsakoff – Keine Frage, die Freak-Serie der Denver Broncos, die zwei Monate lang immun gegen sämtliche mathematischen Gesetze zu sein schienen und fassungsloseste Auferstehungswunder um QB Tebow lieferte, was am Ende reichte, um sich in die Playoffs zu gurken. Raiolas erste Playoffteilnahme und die Jagd nach der Perfect Season wären ebenso nennenswerte Geschichten, wie auch der Komplettkollaps der Colts nach Mannings Nackenverletzung. Die „Anti-Story“ seit Jahren: Das NFL-Regelwerk mit seinen teilweise willkürlichen Regelauslegungen.

Herrmann – Das Dream Team. Im Tebow-Hype der letzten Wochen untergegangen ist die Story der Eagles. Erst einige Wochen nachdem sie während der Free Agency alles weggekauft haben, was nicht bei drei auf den Bäumen war, haben alles gesehen, daß man mit völlig unerfahrenem Defensive Coordinator, ohne auch nur einen fähigen Linebacker und mit überforderten Safeties nicht viel reißen kann. Ach ja: völlig überraschend war auch Michael Vick wieder einige Spiele verletzt und in so gut wie jedem anderen angeschlagen. Honorable mention: Peyton Manning/Colts und Tim Tebow.

Positive Überraschung der NFL-Saison

korsakoff – Die Cincinnati Bengals. Ich freue mich wie ein Weinhamster für einen meiner Lieblingscoaches Marvin Lewis, dass meine schlimmsten Befürchtungen nicht wahr wurden. Dalton/Green, eine solide Offensive Line und eine recht ordentliche Defense führten völlig überraschend schon heuer zurück in den Playoffs.

HerrmannSan Francisco 49ers. Ohne Offseason, mit neuem Coachingstaff und quasi ohne richtigen Quarterback ganz souverän zur Krone der NFC West und in jede Top-5 so gut wie aller Power Rankings. John Harbaugh hat mit seinem Staff einen selten so gesehenen turnaround vollbracht.

Enttäuschung der NFL-Saison

korsakoff – Die Tampa Bay Buccaneers. Meine Prognose lautete „5-11“, Tampa endete „4-12“, aber die Abschlachtungen der letzten Wochen, die schlechten Leistungen meines Lieblings-QB Josh Freeman, das war dann doch ernüchternd. Honorable mention für die Rams.

Herrmann – Die St. Louis Rams. Letzte Saison waren die Rams für alle Beobachter ein Team on the rise, nachdem sie mit 7 Siegen bis zur letzten Woche um die Krone der NFC West mitspielten. Eine junge Mannschaft, die einen hochtalentierten No.1 Pick zum Quarterback hat, wurde mit Wunderkind Josh McDaniels und vielen neuen Waffen für Bradford verstärkt (TE Kendrick, WR Salas und Pettis in Draft-Runden 2,3 und 4); eine der meistverbesserten Verteidigungsreihen der letzten Jahre unter Head Coach Steve Spagnuolo wurde per Free Agency (Saftey Quinton Mikell) und Draft (DE Robert Quinn) nochmals aufgewertet. Und dann ging von Anfang an alles schief. Vor dem ersten Spieltag verletzten sich die Cornerbacks Nummer 1, 2 und 3. Die beiden ersten Spiele gingen durch viele Rookiemistakes und viel, viele Drops verloren. Dann brach auch noch die Lauf-D zusammen und plötzlich waren die ersten sechs Spiele verloren und Sam Bradford verletzt. Aus dem sicheren Sieger der NFC West wurde ein Team, das mit den Colts um den Nr.1 Pick kämpft.

Offensivspieler des Jahres

korsakoffQB Aaron Rodgers für sein brillantes Timing mit den Wide Receivers und seine Coolness in der Pocket. Nur ein Jota darunter würde ich Brady und „deep threat“ Brees verorten, mit einer „Wildcard“ für Detroits Calvin Johnson.

HerrmannAaron Rodgers. Trotz Drew Brees´ Rekorden war das, was Rodgers in fast allen Spielen gezeigt hat, Quarterback Play direkt aus dem Lehrbuch. Millimetergenaue Pässe nach der richtigen Entscheidung und leichtfüßigen Entweichens vor den Blitzern – macht Rodgers mit links zum Frühstück. Jede Woche. Einen Fußbreit dahinter: Brees.

Defensivspieler der NFL-Saison

korsakoffTerrell Suggs. Defensive Backs haben dank Grasnarben-Kameras einen schweren Stand in diesem Voting, und neben dem kompletten Abwehrspieler Suggs bliebe mit San Franciscos DE Justin Smith nur noch ein zweiter veritabler Kandidat. Ich bevorzuge Suggs.

HerrmannTerrell Suggs. Ich unterschreibe den Kommentar von korsakoff genau so.

Rookie des Jahres

korsakoff – QB Cameron Newton. Der Canossa-Gang. Ich hatte Newton so eine Debütsaison nicht im Ansatz zugetraut. So viel Lob Dalton, Green und Miller einheimsen: Newton hat Carolinas Angriff mit revitalisiert und rückt meine Prognosen in der Retrospektive in ein anderes Licht.

HerrmannVon Miller. Der junge Edgerusher der Denver Broncos ist nicht nur der beste Rookie der Saison, sondern schon jetzt einer der ligaweit besten Hybriden DE/OLB. Zeitweilig ist er unstoppable und bildet zusammen mit Elvis Dumervil das gefährlichste Pass-Rusher-Duo der AFC. Verdiente andere Kandidaten: A.J. Green, Cam Newton, Aldon Smith, Andy Dalton und Tyron Smith.

Coach des Jahres

korsakoff – Geteilte Stimme für Leisetreter Mike McCarthy (Packers) und den Pragmatiker Jim Schwartz (Lions). McCarthy hat ganz still eine blitzblanke Offense gebastelt, Schwartz die Verliererkultur in drei Jahren gedreht. Ein gezogener Hut geht an Denvers John Fox für die Aufgabe seiner Bärbeißigkeit.

HerrmannSean Payton. Er hat die Saints auch mit Kreuzbandriß zu 13 Siegen und den No.3 Seed der NFC geführt. Payton hat aus New Orleans eine Mannschaft gemacht, die jedes Jahr zu den Favoriten auf den Super Bowl gehört und vor allem die Offense auf eine ganz neue Stufe gehoben – sechs Spiele mit mehr als 40 Punkten, nur drei Spiele mit weniger als 400 Yards und der durch Brees gefällte Dan-Marino-Rekord sichern ihm den Coach of the Year Award.

Reporter des Jahres

korsakoffMike Mayock. Ich mag den Mann mit der Nasenstimme, ich bewundere das Wissen des Mannes mit der Nasenstimme. Das NFL Network hat das angenehmste aller Kommentatorenduos.

HerrmannCris Collinsworth. Der ehemalige Wide Receiver der Cincinnati Bengals ist mittlerweile im dritten Jahr der Partner von Al Michaels bei NBCs Sunday Night Football. Collinsworth sieht in jedem Spiel Dinge, die man nicht sieht und die einem die meisten anderen Kommentatoren auch nicht verraten. Man lernt jede Woche etwas dazu.

Spiel des Jahres

korsakoffDenver vs. Chicago. Der letzte von Tebows Comebackspielen war die irrste NFL-Partie in einem Herbst, in dem die Skripten viel brutaler im College Football über Bord geworfen wurden.

Herrmann – Ebenfalls Bears gegen Broncos. Daß es nach den vorhergegangen Tebow-Comebacks tatsächlich im vierten Viertel im Mile High alles so gekommen ist, wie es eben kam, war kaum zu glauben.

Tag der Abrechnung I

Letztes Power Ranking der Saison. In die Top-12 haben es bei mir nur zehn Playoff-Mannschaften geschafft. Und dann werden noch die Awards von Sideline Reporter verteilt.

Den Katalog für’n Ring schon mal durchgeschaut

1. NEW ENGLAND PATRIOTS (14-2)
Tom Brady wird NFL MVP 2010.

An guten Tagen schwer zu putzen

2. PITTSBURGH STEELERS (12-4)
Wer mit dieser Defense gesegnet ist, muss so hoch eingestuft sein.

3. BALTIMORE RAVENS (12-4)
Mehr 2b, denn die Nummer 3. Ich sehe keinen Qualitätsabfall zu Pittsburgh.

4. ATLANTA FALCONS (13-3)
Der Heimvorteil ist wichtig. Das Laufspiel zu halten, noch mehr.

5. GREEN BAY PACKERS (10-6)
Aaron Rodgers kriegt meine Ersatzstimme in der MVP-Wahl.

6. NEW ORLEANS SAINTS (11-5)
Dark horse. Einmal Champion, immer gefährlich. Aber die Saints haben unübersehbare Schwächen: Kein Laufspiel, unkonstante Defense.

An sehr guten Tagen chancenreich

7. CHICAGO BEARS (11-5)
Allerhöchsten Respekt vor der Vorstellung in Lambeau.

8. PHILADELPHIA IGGLES (10-6)
Bilanz unter McNabb: 11-5. Bilanz unter Vick/Kolb: 10-6.

9. INDIANAPOLIS COLTS (10-6)
Grausige Vorstellung gegen die Titans. Aber mit Manning in der eigenen Halle dürften die Jets geknackt werden.

10. N.Y. JETS (11-5)
Starker Start in die Saison, aber zuletzt wurde es immer zäher. Die Defense muss ordentlich aufgeigen, um Manning und die Colts zu bremsen.

11. TAMPA BAY BUCCS (10-6)
Nochmal für’s Album: Raheem Morris, Josh Freeman und die Buccs sind meine Story der Saison.

Die Prophezeiung ist eingetreten

12. N.Y. GIANTS GIANTS (10-6)
*Hust* Wie hatte ich das letzte Mal geschrieben? Ist es möglich, dass man am 2. Jänner in New York die NFC West zum Teufel jagen möchte? Kann das wirklich sein?

Das AFC-West-Pack

13. KANSAS CITY CHIEFS (10-6)
Rundum überzeugt haben mich die Chiefs nicht. Erst ging ohne Laufspiel nix, dann ging ohne QB Cassel nichts. Ich sehe keinen schönen Sonntag auf die Chiefs zukommen – aber das ist nicht das Thema. Allein die Playoff-Quali dürfte als großer Erfolg gelten.

14. SAN DIEGO CHARGERS (9-7)
Offense: Stark. Defense: Bombig. Special Teams: Unterirdisch. Resultat: Sensationelles Verpassen der Playoffs.

15. OAKLAND RAIDERS (8-8)
Ein Team on the rise. Mal schauen, wer sich nach Tom Cable an den verkrusteten Strukturen in Oakland die Zähne ausbeißen darf.

Kommen wir zum grauen Mittelmaß

16. JACKSONVILLE JAGUARS (8-8)
Als die Gegner RB Jones-Drew abwürgen konnten, da war’s um die Jags geschehen.

17. MINNESOTA VIKING (6-10)
Was ist am kaputtesten: Favre, Childress, Moss oder doch das Stadion?

18. MIAMI DOLPHINS(7-9)
Ich finde es unfassbar, dass man mit einer 1-7 Heimbilanz und einer QB-Situation ohne Lösungsansatz auf sieben Saisonsiege kommen kann.

Ich sehe ein Licht

19. DETROIT LIONS (6-10)
Ohne Franchise-QB Stafford und RB Best über weite Strecken sehr wettbewerbsfähig. Nun kommt die große Aufgabe: Offense Line und Defensive Backs verbessern – und zwar schnell.

20. DALLAS COWBOYS (6-10)
Eine Freak-Saison. Die Defense hat sich stabilisiert und die Offense ist explosiv. Explosiv ist auch die Stimmungslage, wenn mal zwei Spiele nicht gewonnen werden.

Wir nähern uns dem Bodensatz

21. SEATTLE SEAHAWKS (7-9)
Die Playoffs sind vielleicht gar nicht so gut für Seattle, die Baustellen allerorts haben. Am wichtigsten: Das willenlose Abschlachten muss ein Ende haben.

22. HOUSTON TEXANS (6-10)
Aufgabe #1: Ein Defensive Coordinator muss her. Und zwar ein guter.

23. ST LOUIS RAMS (7-9)
Unter dem Gesichtspunkt “Erwartung” war die Rams-Saison ein Erfolg. Ein Blick auf den Schedule verrät jedoch die Wahrheit: Nur Graupengegner geschlagen. Aber immerhin die Graupengegner, die man in den letzten Jahren noch nicht mal gefährden konnte. Fazit: Es geht aufwärts.

24. CLEVELAND BROWNS (5-11)
Mit altertümlicher Spielmethode eine zeitlang ganz gut gefahren, aber das allein reicht nicht. QB McCoy braucht Waffen und Eric Mangini Unterstützung. Kriegt er die nicht, ist es gescheitert, er geht.

25. TENNESSEE TITANS (6-10)
Ich kann es noch nicht glauben, dass Bud Adams QB Vince Young HC Jeff Fisher vorzieht.

26. BUFFALO BILLS (4-12)
Die zweite Saisonhälfte hat die Bills in meiner Achtung steigen lassen.

27. WASHINGTON REDSKINS (6-10)
Mike Shanahan, oh my gosh.

Die neuen Synonyme für „Elend“

28. SAN FRANCISCO 49ers (6-10)
In San Francisco steht ein Philosophie-Wechsel bevor. Wieder hin zu mehr QB-lastigem Spiel – die Waffen wären eigentlich da. Nur der QB fehlt.

29. CINCINNATI BENGALS (4-12)
Zu Cincy ist alles gesagt.

30. ARIZONA CARDINALS (5-11)
Larry Fitzgerald: Neuer Quarterback, oder ich bin weg.

31. DENVER BRONCOS (4-12)
John Elway ist da. Folgt jetzt das Comeback?

32. CAROLINA PANTHERS (2-14)
Selten, dass ich eine Mannschaft so ruhig einem 2-14 entgegensteuern sehen habe. John Fox, man sieht sich.

Award-Watching

korsakoffs Awards gehen an…

MVP: Tom Brady, QB Patriots.
Offensivspieler des Jahres: Roddy White, WR Falcons
Offensiv-Unit des Jahres: Offense Line Patriots
Defensivspieler des Jahres: Julius Peppers, DE Bears
Defensiv-Unit des Jahres: Defensive Line Bears
Offensiv-Rookie des Jahres: Sam Bradford, QB Rams und Legarrette Blount, RB Buccs
Defensiv-Rookie des Jahres: Ndamukong Suh, DT Lions
Coach des Jahres: Bill Belichick, Patriots
Comeback der Saison: Brett Favre, Vikings und Michael Vick, Eagles