New England Patriots Mailbag, Teil 3: Defense

Teil 1 mit Belichick/Brady und Teil 2 mit der Offense hatten wir schon. Heute folgt Teil 3 mit der Patriots-Defense: Willkommen zum Mailbag. Weiterlesen

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New England Patriots Mailbag, Teil 2: Offense

Zweiter Teil des Patriots-Mailbags mit Alexander Herrmann – heute mit den zentralen Fragen zur Offense in New England: Die Rolle von OffCoord Josh McDaniels, die Zeit post-Gronkowski und die kleinen Helden in Foxboro – und die große Sollbruchstelle.

Wer es noch nicht gelesen hat: Teil 1 mit dem allgemeinen Blick auf die Unternehmenskultur sowie Belichick und Brady gab es am letzten Mittwoch. Weiterlesen

New England Patriots Mailbag, Teil I: Über die Motivationen von Belichick und Brady

NFL-Saison naht, und wir haben noch immer nicht über die New England Patriots gesprochen. Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen. Ich habe wie schon vor ein paar Jahren dem Blog-Kollegen Herrmann ein paar Fragen zu den Patriots gestellt – er ist ein ausgewiesener Patriots-Experte. Heute der erste Teil der Antworten. Weiterlesen

NFL 2019 Preview: Wichtige Faktoren zur Trennung zwischen Glück und Können

Siege sind in der NFL natürlich das ultimative Ziel, doch bei nur 16 Saisonspielen und relativer Chancengleichheit zwischen allen 32 Mannschaften besteht natürlich eine große Bühne für den Zufall, der in der NFL immer mitspielt.

Die Prognose von künftigen Bilanzen ist traditionell schwierig. Doch lass uns einmal auf ein paar Key-Performance Indicators der Mannschaften blicken. Weiterlesen

NFL General Manager unter der Lupe – Teil 1

Es kam mir wie ein interessantes Experiment vor, für einmal einen Blick nicht auf Spieler und Trainer zu werfen, sondern auf deren Vorgesetzte: Die General Manager (GM) in der NFL. Welche sind die besten, welche kann man vergessen? Weiterlesen

Mutter aller Niederlagen

Heute jährt sich „Barcelona 99“ zum 20ten Mal. Als Mutter aller Niederlagen ist es bis heute das prägnanteste Sportereignis, das ich erlebt habe. Im Endspiel kurz vor Schluss zu führen, fühlte sich für mich als kleinen Bub schon damals wie ein Traum an. Ein Traum, der innerhalb von Sekunden zum Alptraum wurde.

Ein „aus allen Wolken fallen“ wie bei einer Fußballpleite in der Nachspielzeit ist im American Football kaum möglich – dafür fallen zu viele Punkte und dafür sind größere Comebacks eindeutig zu häufig. Was Barcelona 99 überdies so außergewöhnlich machte, war der Umstand, dass es sich um ein Finale handelte.

Es ist die einzige Niederlage, die ich bis heute nie verwunden habe. Ich glaube, der einzige Moment, in dem ich sie verwinden kann, ist, genau so eines Tages auch die Champions League zu gewinnen. Was nicht passieren wird, weil Barcelona 99 nie mehr passieren wird.

Der Gedanke an diesen Tag, an dem ich Rotz und Wasser heulte und wie Kuffour unsere Couch verprügelte, weckt in mir die Idee, ein vergleichbar brutales Finish im US-Football zu suchen. Das einzige Kriterium: Ich muss es selbst erlebt haben – also kein Platz für Immaculate Reception und derartiges Stöbern in den Untiefen der Footballgeschichte. Weiterlesen

Notizen aus Greg Cosells Beobachtungen zur Superbowl 2019

Einige Goodies aus dem Ross Tucker Football Podcast mit dem NFL Film-Guru Greg Cosell. Ich konzentriere mich dabei nur auf die Patriots-Defense. Sehr interessante Vertiefung zu dem, was ich schon selbst über die Superbowl schrieb. Vor allem die ersten fünf Minuten sind „in wenigen Sätzen auf den Punkt gebracht“. Ich habe mir mal die wichtigsten Kernaussagen notiert. Weiterlesen

Dem Geheimnis der Patriots-Offensive Line auf der Spur

Die Offensive Line der New England Patriots galt in den letzten Wochen als einer der wesentlichsten Faktoren im fristgerechten Aufschwung der Patriots, die pünktlich zum Saisonhöhepunkt auch den Höhepunkt ihrer Formkurve hatten und in den Playoffs einen einzigen Sack gegen QB Tom Brady zuließen. Weiterlesen

Superbowl-Dämmerung 2019

 

 

[23h47] Ich mache nun hier oben zu und eröffne den Liveblog zum Spiel.

[22h51] New England mit dem schweren Geschütz in den Schützengräben: Shelton und Clayborn sind beide aktiv – das hatten wir in den letzten Wochen nicht immer:

[22h39] Patriots aktivieren DT Danny Shelton für die heutige Superbowl. Shelton ist reiner Run-Defender, der gegen ein laufstarkes Team wie die Rams helfen dürfte.

[22h37] Abzocke im Superbowl-Stadion hält sich offenbar in Grenzen:

Atlanta

[22h13] Zur Ausrichterstadt: Atlanta ist zum dritten Mal Veranstalter der Superbowl. Das letzte Mal war 2000, als man im Chaos eines Schneesturms unterging, als die Rams gegen die Titans spielten (das „The Tackle“ Spiel mit Mike Jones) und der Mordfall um Ravens-Linebacker Ray Lewis publik wurde.

Atlanta ist keine besonders schicke Stadt. Es ist die Hauptstadt von Georgia, Flughafenknotenpunkt im US-Süden und als Heimatstadt von Coca-Cola bekannt – der IOC-Hauptsponsor Coca-Cola war übrigens auch mitverantwortlich dafür, dass Atlanta als Olympiastadt die „Jahrhundert-Spiele“ 1996 ausrichten durfte.

Die Stadionbauten von damals finde ich noch heute Wahnsinn. Zwei Jahrzehnte lang hatten die Falcons (Football) und Braves (Baseball) im Fulton County Stadium gemeinsam gespielt. Als die Olympiade näherte, wurde den Falcons 1992 der Georgia-Dome hingestellt, während man im Olympiapark das Centennial Stadium für die Spiele baute – ein Olympiastadium in einer derart kruden Form, dass man nur sofort an Baseball denken konnte.

Und richtig – das Olympiastadion war von Anfang an nur temporär gedacht – unmittelbar nach den Spielen wurden große Teile davon wieder abgerissen und das „Centennial Stadium“ zum Turner Field für die Braves umgebaut. Von beiden Stadionbauten der 90er gibt es heute keine Spur mehr: Die Falcons spielen mittlerweile im Mercedez Benz Stadium, in dem heute die Superbowl ausgetragen wird, und die Braves im 2016 errichteten SunTrust Park. Auf dem Grundstück des einstigen Olympiastadions wurde das neue Footballstadion der Georgia State University errichtet.

Auch von den Olympischen Spielen ist in der Stadt nur noch wenig zu bemerken. Der einstige Olympiapark wurde zur Naherholungszone umfunktioniert, doch bis auf einige Ring-Symbole erinnert nichts mehr an Olympia.

Interessant an Atlanta: Ich hatte die Stadt stets als äußerst steril und als eine Art „Kunstprodukt“ wahrgenommen. Doch tatsächlich hat die Stadt mehr Geschichte als man meinen würde: Gegründet wurde sie als Endstadion der Eisenbahn in den vor 200 Jahren noch nicht ergründeten Süden. Später fungierte sie als Sammel- und Knotenpunkt der Südstaatler, die im Sezessionskrieg gegen die Union-Truppen im Norden kämpften – und verloren. Die Stadt wurde vollends niedergebrannt – ein Schicksal, das im weltberühmten Roman „Vom Winde verweht“ verarbeitet wurde.

Atlanta ist eine schwarze Stadt mit mehr als 60% Schwarzen. Sie ist auch Geburtsort von Martin Luther King, dem berühmten schwarzen Prediger und Friedensnobelpreisträger. Unter dem Gesichtspunkt „schwarz“ war auch die Strategie der Atlanta Falcons vor 15 Jahren bemerkenswert, als man den schwarzen QB Michael Vick in die Stadt holte und damit ein lethargisches Publikum zu begeistern wusste und ins Stadion lockte. Die Michael Vick Experience war in Atlanta populärer als die Superbowl-Experience von vor zwei Jahren – bis heute ist der Publikumsandrang bei Falcons-Heimspielen zögerlicher als einst mit Vick als Falcons-QB.

Drinking Game 2019

[21h58] Drinking-Game Tipps 2019:

1 Shot für…

  • …Tony Romo sagt „Here we go”
  • …jede Nennung, dass Tom Brady seinen 6ten Ring gewinnen kann
  • …jede Nennung, dass Todd Gurley und Sony Michel College-Teamkollegen waren
  • …jeden 1st Down Rush für maximal 2 Yards
  • …jeden Catch von James White
  • …jeden Catch von Todd Gurley
  • …jede Erwähnung, dass Sean McVay „halb so alt“ ist wie Belichick

2 Shots für…

  • …jede Einblendung von „Get Back Coaches“ von Sean McVay
  • …jede Einblendung von Giselle
  • …jede korrekte Spielzug-Prognose von Tony Romo
  • …jeden Aaron-Donald-Sack
  • …jeden Spieler, der zur Hymne kniet
  • …Superbowl-Sieger Patriots

3 Shots für…

  • …Superbowl-Sieger Rams
  • …Rücktritt Gronkowski im Post-Game Interview
  • …MVP für eine andere Position als QB
  • …wenn Marcus Peters eine Flagge auf die Tribüne wirft

Auf Ex und 1x nackt ums Haus wenn…

  • …Sean McVay an der 1yd Line ein Fieldgoal schießen lässt

Fans im Stadion

[21h46] Aaron Schatz schätzt die Fan-Lager in 85% Patriots, 15% Rams-Fans ein – untypisch für die letzten Superbowls, in denen Patriots-Fans meistens deutlich in der Unterzahl waren:

Stats-Preview

[21h38] Aus dem Twitter-Material von Warren Sharp:

  • WR Edelman: Rams-Defense im Slot die #1 gegen 11-Personnel
  • Rams-Passspiel aus 12-Personnel (also mit 2 TE): In den letzten Wochen hatte die Rams-Offense 67% Success-Rate mit Passspiel aus 12-Personnel vs. nur 47% Success-Rate gegen 11-Personnel (also mit 3 WR, die Standard-Aufstellung der Rams). New Englands Defense nach Pass-SR% die #3 gegen 11-Personnel, aber nur #26 gegen 12-Personnel
  • Rams-Laufspiel aus 11-Personnel: Gefragt, weil New England gegen 11-Personnel in den letzten Wochen Schwächen hatte. Das war übrigens schon letztes Jahr so und die Eagles zermürbten die Patriots damals mit 11-Personnel Rushing. Aber: New Englands Defense war in der ersten Saisonhälfte hervorragend gegen 11-Personnel Laufspiel, es könnte also auch nur statistischer Lärm sein.
  • Passspiel auf die Runningbacks: Ein Schwäche der Patriots-Defense, aber Gurley war in den letzten Wochen ein Graus und Anderson ist als Ballfänger nicht zu gebrauchen.
  • Patriots-Laufspiel aus 21-Personnel (also mit Fullback und Runningback): Rams-Verteidigung ist gegen 21-Personnel Rushing horrend und wurde von San Francisco damit auseinandergenommen. Patriots laufen viel aus 21-Personnel.
  • Play-Action Passing: Rams mit über 34% Play-Action Quote, sind eines der Top-3 Teams im Play-Action Passing. Die Patriots werfen knapp 30% Play-Action Pässe, sind mit 9.9 NY/A das beste Team im Play-Action Passing ligaweit.

Die Möglichkeit der Rams, mehr Spielzüge aus 2-TE Sets (12-Personnel) zu spielen, ist spannend. Muss New England dagegen einen zusätzlichen Linebacker einwechseln um nicht überlaufen zu werden? Was passiert dann, wenn Gurley tatsächlich fit ist und gegen diesen Linebacker als Passspiel-Waffe eingesetzt wird?

Aaron Donald

[21h14] Das Duell der Patriots-Offense gegen die Rams-Verteidigung konzentriert sich auf die Figur von DT Aaron Donald: In den Plays, in denen Donald durchbricht und QB-Pressure erzeugt, haben die Rams die effizienteste Defense der NFL nach EPA. Doch kommt Donald nicht durch, ist es eine unterdurchschnittliche Defense.

Die Patriots werden ihn also mit Sicherheit ins Visier nehmen – doch wie? Wird man aus 21-Personnel gegen Donald spielen und FB Develin auf die #99 jagen? Wird man ihn konstant in Doppeldeckung nehmen, auf das Risiko hin, dass DT Suh einen Sahnetag gegen 1-vs-1 erlebt? Wird Los Angeles über die Mitte blitzen um das Double-Team gegen Donald zu brechen? Weiterlesen

Super Bowl LIII Preview: Rams-D gegen Pats-O

Seit vielen Jahrhunderten geht die Sage, daß man gegen Tom Brady Druck durch die Mitte machen muß. Pressure über außen kann er recht gut entkräften durch sein ruhiges Manövrieren in der Pocket, schnelle und genaue Pässen und vor durch die Klugheit, schon vor dem Snap zu wissen, zu wem er im Ernstfall schnell den Ball werfen kann.

Pressure up the gut dagegen zwingt ihn, sich aus der Pocket heraus bewegen zu müssen. Brady ist einer der wenigen guten Quarterbacks, die schlecht on the run sind. Das, was Rodgers, Wilson und Mahomes am meisten Spaß macht, ist für den wohl besten QB aller Zeiten ein Alptraum.

Enter Aaron Donald. Weiterlesen