NFC Conference Championship Game 2010/11: Chicago Bears – Green Bay Packers

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[00h30] Der Vollständigkeit halber: Finale QB-Zahlen in dem Spiel: 36-von-68 für 554yds, 1 TD und 5 INTs. Rating: 54.4.

Na bitte, Jamarcus Russell hatte im Vorjahr ein Saison-Rating von 50.0.

[00h23] Endstand Chicago Bears 14, Green Bay Packers 21

Ein NFC-Finale, das bis eingangs des Schlussviertels seine Bestimmung vergewaltigte. Die Bears mussten zwei QBs verschwenden, um offensiv irgendwie in Schwung zu kommen, währen Green Bay zwar scheinbar komfortabel in Führung liegend offensiv Minute für Minute weniger zustande brachte.

Am Ende brauchte es QB Caleb Hanie, um etwas Action in den Laden zu bringen. Hanie machte eigentlich gute Entscheidungen und war ein belebendes Element. Um am Ende mit der INT zu Raji genau die nötigen Punkte für den Packers-Sieg beizusteuern.

Green Bay ist ein würdiger NFC-Champ. Aber das war kein würdiges Spiel, um sich zu krönen.

[00h15] INT Sam Shields. Das war’s dann, 37sek vor Schluss. Hanie mit einem weiteren 4th-and-4, wirft unter Druck verzweifelt tief. Ein ungedrafteter QB wirft eine INT zu einem ungedrafteteten Cornerback. Fünfte INT im Spiel. Green Bay fährt nach Dallas. Aber das war kein rühmlicher Sieg.

So – ich bleibe dabei. Ein gscheites Spiel will ich noch sehen heute…

[00h09] RB Taylor macht die Zentimeter. Und Hanie, die coole Sau, findet grad alles, was irgendwie einen Ball fangen kann. 40yds Line der Bears. 1:27min to go.

[00h08] Two Minute Warning. Die Packers mit ideenlosem Playcalling, laufen grad mal eine Minute runter. QB Hanie übernimmt und ist trotz viel Druck und Pass Rush und einer 10yds-Strafe nun bei 4th and inches an der Mittellinie angekommen.

[23h59] Chicago 14, Green Bay 21. Jetzt der TD auf der richtigen Seite. QB Hanie mit einem 81sek-Drive und TD über 35yds für WR Bennett. Ganz furchtbar, was die beiden Defensive Backs (u.a. #21 Charles Woodson) da angestellt haben.

Das Rating damit gestiegen: 51.22. Wir sind bei Jamarcus-Russell-Niveau angekommen. Und das ist heute ein gutes Zeichen.

[23h54] QB-Rating jetzt: 39.67.

[23h53] Chicago 7, Green Bay 21. Und dann wirft doch noch einer einen Touchdown-Pass. DT B.J. Raji hüpft in Hanies Pass und wuchtet sich die paar Yards zum INT-Return-TD. Green Bay fährt nach Dallas. Gott sei Dank – die Bears möchtest du da nicht wirklich sehen.

[23h51] Das passiert mit einem völlig unerfahrenen QB: Du musst 6min vor Schluss ein Timeout verbrennen, das du womöglich noch dringend, sehr dringend brauchen wirst.

[23h38] 9:32min to go. Green Bay bewegt den Ball mittlerweile auch nur noch durch Personal Fouls und Pass Interferences gegen die Bears. Gibt den Ball mal wieder per Punt ab. Sollte Hanie die Chance kriegen, sich unsterblich zu machen, nachdem minutenlang der Spott auf Twitter unterhaltsamer war als das sog. Football-Spiel?

[23h30] Chicago 7, Green Bay 14. Der Fuß ist erstmal aus dem Sarg genommen. QB Caleb Hanie mit einem Ausreißer, findet WR Know, dessen Bewacher #38 Williams völlig überrascht ist, dass Know den Ball FÄNGT. Von der 1yds Line walzt sich RB Taylor durch. Led Zeppelin lässt grüßen.

[23h23] Ich wollte bereits schreiben: Ich fress doch nen Besen, wenn Collins ohne INT bleibt. Nun, Lovie Smiths Lösung: #10 Collins auf die Bank, #12 Hanie rein.

[23h19] Mal schnell per Excel das QB-Rating der drei Strategen da auffem Feld ausgerechnet: 21-von-42 für 309yds, 0TD und 3INTs. Ergibt ein Rating von… 44.6! Damit dürfte der Abend gerettet sein.

[23h14] Zwar wieder ein Drop eines Defensive Back der Packers. Aber: Collins hatte jetzt 3 Passversuche. Zweimal haarscharf an der INT. Ob der Mann tatsächlich ohne INT vom Platz geht?

[23h10] Bezeichnend: Green Bay hat einen Turnover mehr fabriziert und liegt trotzdem 14 Punkte und gefühlt uneinholbar vorn.

[23h01] Todd Collins führt sich mit ungenauen Pässen und einer Fast-INT ins Spiel ein. Das Spiel ist schwach und die Schiris fügen sich nahtlos ein: Smith musste ein rotes Taschentuch verschwenden für eine glasklar gedroppte INT.

[22h54] Und Green Bay marschiert und alles läuft für Green Bay und dann: INTERCEPTION. MLB Urlacher mit dem zweiten BIG PLAY seinerseits, fängt aus der Zonenverteidigung den Ball. Rodgers rettet immerhin per Tackle noch den Touchdown.

Und Chicago bringt nun tatsächlich Backup Todd Collins auf das Feld. Cutler soll eine Knieverletzung haben – das riecht nach Spielende für Cutler und Saisonende für die Bears mit NULL Punkten.

[22h45] Chicago kommt dann auch standesgemäß aus der Kabine: 3-and-out. Und das, obwohl OLB Matthews nun neutralisiert wird.

Wenn ich mich an das Spiel gegen Carolina erinnere, als Cutler zuschaute und Collins spielte… Collins war unterirdisch. 4 INTs.

[22h41] Cutler ist offenbar schwer angeschlagen. Der Backup-QB Collins wärmt sich schon auf, aber noch will man mit Cutler weitermachen.

[22h28] Halbzeit Chicago 0, Green Bay 14

Green Bay mit 253yds Offense, davon 103yds am Boden. Sehr beeindruckend, was die Packers hier spielen. QB Rodgers 10/15, TD-Lauf, zwei sehr intelligente Scrambles und eine INT, für die er nichts konnte. Green Bay hatte nur kurz Probleme, als LT Clifton raus war. Clifton ist wieder da. Bisher war es bloß Übermut, der Green Bay ausgebremst hat: Erst eine Serie langer Bälle, dann eine Serie von Läufen durch die Mitte.

Chicago hat schon einen Fuß im Sarg. Es geht in der Offense nicht viel, weil Green Bays Defensive Line dominiert und Cutler 0,04sek nach dem Snap drei Rusher in der Fresse hat. Cutler wird dann entweder gesackt oder überwirft seine Gegner. CHI war an der GB31 und GB34. Sie kriegen die Drives nicht zu Ende gespielt, weil immer wieder entweder eine Strafe oder ein Sack dazwischenkommen. Keine Field Goals im Soldier Field, sondern Punts und damit keine Punkte.

„Nur“ 14 Punkte Differenz.

[22h24] Kaum geschrieben – ja, ein Momentum Shift. Cutlers tiefer Ball auf WR Knox. Know im Laufduell mit DB Shields und Shields pflückt das Ei runter. Zwei INTs innerhalb kürzester Zeit.

[22h21] Und dann hätten wir den Fehler. Spektakuläre Interception für OLB Lance Briggs: Flacher Wurf, WR Drivers Fußspitze lenkt den Ball direkt in die Hände Briggs’. 49 sek und, ja: Momentum Shift?

[22h10] WICHTIGER Stop OLB Briggs gegen RB #44 Starks. Wieder kein 3rd down verwertet. Aber vor allem: Green Bay erstmal gebremst. Chicago beginnt an der eigenen 9. Bisher ging kein Drive wirklich lange und spätestens an der Grenze der FG-Reichweite war Schluss.

[22h05] 3rd downs bisher: GB 0 von 2, CHI 0 von 4.

[22h02] Die Packers killen die Offensive Line mit 3 Mann. Cutler kriegt trotzdem Rhythmus in den Drive – bis ein Holding gegen RB Taylor alles kaputt macht. Taylor, der in Minnesota als exzellenter Pass-Blocker galt und u.a. deswegen von den Bears für teures Geld eingekauft worden ist.

Und zum zweiten Mal punten die Bears von der 31yds-Line. Das Stadion klingt schon nach Booooo-Birds.

[22h00] LT Chad Clifton ist aus dem Umkleideraum wieder zurück und wärmt sich schon wieder an der Seitenlinie auf.

[21h51] Chicago 0, Green Bay 14. Green Bay wieder on fire. Lässt keinen Pass Rush durchkommen und Rodgers hat seine Receiver auch wieder schnell offen. Ich mache mir ernsthafte Sorgen, dass wir ein spannendes Spiel erleben werden. Chicago ist zwar aggressiv gegen den Lauf – aber die geschmähten Packers-RBs wursteln sich doch immer wieder ein paar yds durch. Touchdown RB Starks. Erster TD in der NFL-Karriere. Viel bessere Zeitpunkte als ein NFC-Finale kriegt er nicht mehr.

[21h44] Chicagos Offense hat an der eigenen Goal Line alle Probleme, den Safety zu vermeiden. Cutler in der Endzone nahe, nahe am Intentional Grounding, findet im allerletzten Moment den RB Forte in der Mitte (der den Ball nicht fängt) und ein Play später muss Forte schon einen Kraftaufwand veranstalten, um sich nicht von DE Jenkins in die Endzone ziehen zu lassen.

[21h40] Ende Viertel #1. Chicagos Defense ist auch dabei. Der LT-Backup Lang wird böse beiseite geschoben. ILB Urlacher ist durch und Green Bay fällt aus FG-Reichweite. Das Spiel fühlt sich nun danach an, was man erwarten konnte: Zwei Defenses, die die Offenses kontrollieren. Beide Offenses machen seit einiger Zeit kaum einen Stich.

[21h36] Als einer, der heute Nachmittag für ein lokales Online-Portal ein italienisches Drittliga-Spiel (mit Hellas Verona) bei -4°C im Freien begleiten durfte/musste, fühle ich durchaus ein wenig mit den Fans in Chicago mit. Wusste nicht, dass nach 97 Minuten die Finger sooo kalt werden können. Und Chicago fühlt sich 10 Grad kälter an…

[21h28] Green Bay läuft erstaunlich locker über die Mitte bzw. halblinke Seite. Links, dort wo sich der LT Clifton verletzt hat. Green Bay wird dann übermütig und probiert trotz Pass Rush ganz tief zu gehen. Das gelingt nicht. It’s Chicagos turn.

[21h22] Chicago mit der ersten Angriffsserie… Nicht so beeindruckend. Viel Druck der Packers auf Cutler. Das geht einmal gut, als RB Forte angespielt wird, für großen Raumgewinn. Das zweite und dritte Mal muss Cutler für Raumverlust werfen und macht bei 3rd down das, was ein Cutler unter Druck gerne macht: Er überwirft seine Receiver. WR Devin Hester wäre frei gestanden – mit einem Safety als Gegenspieler. Guter Punt tief in die RedZone hinein. Wenigstens.

[21h13] Chicago 0, Green Bay 7. Ein perfekter Eröffnungsdrive für die Packers. Rodgers hat zwar nicht ewig Zeit, aber dass der Mann weiß, wie er sich bewegen muss, hilft. Am Ende ist überraschend, wie hart Chicago auf das Laufspiel an der Goal Line reagiert. Green Bay in einer Formation mit 2 Fullbacks, schickt den beweglichen Rodgers Fake selbst aus 1yd in die Endzone. Rodgers rollt links raus und SS Harris kommt zu spät. Noch kein inkompletter Pass, mal eben 76yds durch die Luft. Beeindruckend.

[21h06] Dogfood bloggt wie immer in den Playoffs bei Allesaussersport auch wieder live.

[21h01] Das Wetter ist mir fast zu schön für ein Playoff-Spiel in Chicago. Ganz ehrlich.

[20h35] Guten Abend. Championship Sunday steht an. Chicago Bears vs. Green Bay Packers gibt es hier in der Vorschau von Sideline Reporter. Zum Klassiker ist alles gesagt. Um 21h geht es los – bei -6°C, die sich im Chicagoer Wind wie gepflegte -14°C anfühlen. Nur Schnee wird es diesmal keinen geben.

NFC Conference Championship Game 2010/11 Preview

Sonntag, 21h live bei ESPN America mit Wiederholungen am Montag
Sonntag, ab 20h15 live bei Puls 4 mit Vorberichterstattung
Sonntag, ab 21h live bei Sport 1+

Football-Traditionalisten kriegen schon seit Tagen feuchte Höschen, wenn sie an das, nein: DAS Spiel der Spiele denken. NFC Conference Finale 2010/11: Chicago Bears gegen Green Bay Packers. Es gibt in der NFL viele hitzige Duelle. Am vergangenen Wochenende hatten wir Pittsburgh/Baltimore und New England/NY Jets. Im Vergleich zu Bears/Packers sind diese aber bloß aufgepeppte Lokalderbys und Produkt der lauten Medienwelt.

Chicago Bears gegen Green Bay Packers ist die älteste Rivalität der NFL-Geschichte, beginnend mit dem ersten Aufeinandertreffen 1921, als die Bears noch „Staleys“ hießen und Papa Bear George Halas die Packers für ein paar Tage aus der NFL ausschließen ließ, um einen Spieler zu verpflichten, an dem auch Green Bay interessiert war. Seitdem sind die beiden Mannschaften sagenhafte 181 Mal aufeinandergetroffen. Unglaublicherweise nur ein einziges Mal in den Playoffs. Die Jüngeren unter uns werden das nicht mehr in Erinnerung haben: Es war 1941, ein paar Tage nach Pearl Harbour…

Die 40er haben auch den Grundstein gelegt für die Spannungen zwischen beiden Franchises. Auf der einen Seite der charismatische Bears-Besitzer/Head Coach George Halas, auf der anderen Packers-Legende Curly Lambeau. Lambeau war Gründer, Spieler und Coach der Packers. Beide Männer haben ihre Teams zu sechs NFL-Titeln geführt.

Zwei der legendärsten Spiele zwischen den beiden gab’s in den 60ern. Spiele, die durch „Free Kicks“ entschieden worden sind. Free Kicks? Nie gehört?

Es gibt eine NFL-Regel, die besagt: Nach einem Fair Catch darf ein Team einen Free Kick ausführen (ergo: ein Kickoff ohne Tee), der 3 Punkte bringt, wenn er durch die Stangen geht. Hier ein Beispiel aus dem Jahr 2008:

Wussten Sie nicht? Wussten Anno 64 Bears und Packers auch nicht so wirklich, aber Paul Hornung verwandelte den Versuch und Green Bay gewann. Vier Jahre später war Lambeau bereits gestorben, aber Chicago hatte das Spiel nicht vergessen und rächte die Schmach: 13-10, mit der Differenz genau drei Pünktchen von einem Free Kick – der letzte gelungene in der NFL-Geschichte, wie auch Kenny Albert in obigem Video sofort aus dem Stehgreif zu erzählen wusste!

Die Rivalität blieb nicht stehen: In den 80ern geisterten durch die Umkleidekabinen Spickzettel mit den Namen derjenigen Gegenspieler, die bei Bears-Packers verprügelt werden sollten. Das führte gar dazu, dass Mitte der 80er mal ein Packers-Verteidiger zwei Spiele Sperre aufgebrummt bekam, weil er den Bears-QB für den Rest der Saison ausgeknockt hatte!

So, ein Date mit der Geschichte noch: Im Jänner 2004 hab ich zum ersten Mal eine NFL-Pressekonferenz gehört. Inthronisierung von Lovie Smith als neuer Bears-Head Coach. Smith wurde nach seinen Zielen als HC gefragt. Und Smith antwortete: The #1 goal, yeah. The #1 one goal ist to beat Green Bay. Nicht Superbowl-Champ zu werden. Green Bay zu putzen. Smith hatte alle seine Träume schon im zweiten Spiel erfüllt.

Seitdem ist die Bilanz zwischen beiden recht ausgeglichen. Anfang der heurigen Saison gewann Chicago, in Woche 17 Green Bay in einem fantastischen Spiel in Lambeau, in dem die Packers dringend siegen mussten, Chicago aber voll dagegen hielt und am Ende 10-3 gewann.

Who wants Karten?

Jay Cutler - ©pjstar

Sonntag, 21h MEZ spielen sich Bears und Packers das NFC-Superbowl-Ticket im Soldier Field aus. Soldier Field ist nach seiner Renovierung eines der kleinsten NFL-Stadien. Das dürfte aber nicht der einzige Grund dafür sein, dass sich die Ticket-Preise auf dem Second-Hand-Markt bei $500 für die oberen bis $2000 (!) für die unteren Ränge bewegen. Keine Business-Seats, sondern stinknormale Sitzplätze.

Dabei darf Chicago durchaus als leichter Außenseiter in diesem Spiel gelten. Die Bears haben zwar die AFC North gewonnen und Heimvorteil. Was beim Revue-Passieren der Bears-Saison aber auffällt: Viele glückliche Umstände, die da mitgespielt haben: Kaum Verletzte und in der Woche der schlimmsten Verletzungsprobleme kam mit Carolina fast ein Freilos. Dazu eine Reihe von Backup-QBs als Gegner, ein abgesagtes Auswärtsspiel gegen die Vikings und ein Pseudo-Auswärtsspiel gegen die Bills in Toronto und ein Freilos in den Playoffs gegen Seattle undundund…

Unterschätzen sollte man die Bears trotzdem nicht. QB Jay Cutler ist im Laufe der Saison immer konstanter geworden, parallel zur gewachsenen Dominanz der Offensive Line, die immer noch löchrig ist, aber im mittlerweile eher nach Frischbeton, denn nach Schweizer Käse riecht. Cutler hatte aber auch am Sonntag gegen Seattle wieder ein paar Würfe dabei, die nicht jeder bei vollem Verstand macht, z.B. an der Goal Line direkt in die Hände eines Verteidigers geworfen, der die INT fallen ließ.

Dazu kommt ein RB Matt Forte, der pro Spiel 2-3 längere Läufe einstreut und ein sehr guter Passempfänger ist. Chicagos Angriff ist optisch kein Genuss, wird dir aber 2-3 Touchdowns pro Spiel einschenken.

Die Defense ist etwas gesichtslos, aber bärenstark (harhar) gegen den Lauf. Die Defensive Line mit DE Julius Peppers und DT Tommie Harris lässt gemeinsam mit der Linebacker-Crew um die ewigen Brian Urlacher und Lance Briggs über die Mitte kaum Raumgewinn zu und würgt selbst Top-RBs reihenweise ab. Komischerweise fällt dabei aber in den letzten Wochen auf: Fehlen 1-2yds zum 1st down, kannst du über diese Defensive Line ruhig drüber laufen und du wirst das 1st down kriegen. Kurze Distanzen über 1-2yds dürften eine Schwäche der Bears sein – ich habe nur leider keine passende Statistik parat, um die These zu untermauern. Wenn da Green Bay mit Vorblocker/DT B.J. Raji daherkommt…

Und jetzt die Packers

Aaron Rodgers - ©pjstar

Green Bay hat eine dominante Performance in Atlanta hinter sich und darf getrost als heißestes Team NFL-weit gelten – obwohl an #6 gesetzt. Hauptgrund dafür: QB Aaron Rodgers, der nicht nur auf diesem Blog seit Mitte November Woche für Woche Lobeshymnen gesungen kriegt. Rodgers spielt aktuell fehlerfreien, inspirativen Football, hat die perfekte Abstimmung mit seinem Pack an Receivers und weiß auch haargenau, wie er sich in der Pocket zu bewegen hat und wann er scrambeln muss.

Was Rodgers seit Wochen ohne brauchbare Laufspiel-Unterstützung und mit dem Ausfall einiger wichtiger Receiver und Ballträger hinzaubert, ist allererste Sahne und schlicht beeindruckend. Man muss aber auch konstatieren, dass z.B. Atlantas Pass-Defense unter aller Sau spielte und teilweise meterweit von den Receivern entfernt war. Man werfe Chicagos gute Secondary und das ungemütliche Wetter im Soldier Field mit in den Mixer und herauskommen sollte ein deutlich schwierigeres Spiel für die Packers.

Die Defense der Packers ist angesichts der Verletzungen unglaublich drauf, #5 der NFL und vor allem stark gegen das Pass-Spiel. Es sind sehr intelligente Spieler dabei, wie CB Tramon Williams, den einst keine Sau draften wollte, der aber genau weiß, wann er in einen Pass springen darf (Matt Ryan!) und wann nicht. CB Charles Woodson ist so was wie die Allzweckwaffe: Gut in der Coverage und brandgefährlich auf der Blitz-Route.

Bei „Blitz-Route“ muss man natürlich sofort auf DEN Abwehrspieler der Packers denken: OLB/DE Clay Matthews jr., dessen Markenzeichen nicht nur die herumfliegende blonde Mähne ist, sondern vor allem die kaum zu bremsenden Energieanfälle beim Pass Rushing.

X-Factors

Soldier Field - ©flickr

Seit ein paar Tagen ist das Spielfeld im Soldier Field in der Schusslinie. Soldier Field liegt in unmittelbarer Nähe des Michigan-Sees und gilt als eines der rutschigsten Spielfelder, die du um diese Jahreszeit kriegen kannst. Beide Teams sollten damit Probleme haben. Green Bay ist stark auf Pass-Spiel ausgerichtet und sollte Probleme beim Routen-Laufen haben. Chicagos Defense ist eine, die mehr auf schnelle, denn auf kräftige Typen baut. Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass auch die Bears unglücklich über den Rasen sein sollten.

Die Turnovers. Beide Teams gehören zu den besten, wenn es darum geht, INTs abzufangen und Fumbles zu provozieren. Turnovers werden in diesem Spiel sehr mitentscheidend sein.

Und schließlich der Spielausgang

Es gibt bei 3-5 nur mehr eine Chance, eine positive Post-Season-Bilanz beim Playoff-Tippen herauszuquetschen: Alle drei Spiele richtig zu tippen. Ich gehe diesmal mit den Packers, die seit ein paar Wochen einen mächtigen Lauf haben und womöglich dank QB Aaron Rodgers den entscheidenden Vorteil besitzen. Ich habe zweimal mit der Ein-Dimensionalität der Packers argumentiert, aber Rodgers hat beide Male mit leichter Unterstützung des Laufspiels reagiert und zwei eindrucksvolle Siege gelandet.

Green Bay wandert in die Superbowl.