Am runden Tisch: NFC South

N’Abend. In den letzten Tagen ist beim Lead-Blogger nicht nur meine Vorschau auf die New Orleans Saints (die nun offensichtlich ihre Fühler auch noch nach Jadeveon Clowney ausstrecken wollen) online gegangen, sondern auch ein Round-Table zu drängenden Fragen zur NFC South.

Ich habe mich mit Jonas Stärk, Martin von Rötel und Jessica Fehlhaber zusammengesetzt um die Themen zu besprechen.

NFL-Sonntagsvorschauer 2013, Week 7

Weil korsakoff sich rumtreibt, kommt die Vorschau auf die Spiele des siebenten Spieltages heute von mir. Das Sunday Night Game hat erwartungsgemäß alle Schlagzeilen dominiert, aber auch vorher wird schon gespielt. Im Fernseher kann man die folgenden Spiele sehen:

  • 19h00  Philadelphia – Dallas
  • 19h00  Detroit – Cincinnati (*)
  • 22h25  Kansas City – Houston
  • 22h25  Green Bay – Cleveland (*)
  • 02h25  Indianapolis – Denver

alles auf Sport1US. PULS 4 überträgt ab 22h30 das Spiel Green Bay Packers vs. Cleveland Browns. Im Internet sieht man alle Spiele mit dem Game Pass. Den kann man auch ausprobieren: das Free-Game im Gamepass ist Atlanta Falcons – Tampa Bay Buccaneers.

Die 19.00-Uhr-Spiele

Mit dem GamePass könnte man zum Beispiel San Diego Chargers (3-3) in Jacksonville (0-6) gucken. Muß man aber nicht. Man könnte stattdessen Buffalo (2-4) in Miami (3-2) versuchen. Ich bin ein großer Fan der Bills-D. Diese vereint unter der Aufsicht von Mike Pettine viel individuelles Talent (Williams & Williams, Dareus, Byrd, Gilmore) mit einem komplexen System, das Pettine als rechte Hand Rex Ryans bei den Jets mitentwickelt hat. Ein guter Gegner, um zu sehen, ob Miamis Quarterback Ryan Tannehill wirklich „for real“ ist. In den letzten Wochen sah er meistens so aus. Auf der anderen Seite ist E.J. Manuel noch ausgeknockt mit kaputtem Knie und so wird Thad Lewis zu seinem zweiten Start kommen. Lewis hat bei Duke unter QB-Guru David Cutcliffe gelernt, auf den auch Peyton Manning schwört. Nur hatte es wahrscheinlich auch Gründe, daß Lewis nicht gedraftet wurde und es wird eine bärenstarke Leistung der Defense brauchen, um Miami zu schlagen.

Auch gucken könnte man das andere Divisionsduell der AFC East. Die New England Patriots (5-1) fahren in die Meadowlands zu den New York Jets (3-3). Ja, 3-3 stimmt wirklich. Niemand hat vor der Saison irgendwas auf Gang Green gegeben, aber wie immer mit Rex Ryan kann man auf eine furchteinfößende Verteidigung bauen. Die wird es schwerer haben als im Hinspiel in Woche 2, denn Robert Gronkowski wird das erste Mal in dieser Spielzeit zum Einsatz kommen. Außerdem ist Antonio Cromartie angeschlagen.

Die einzige Niederlage holten sich die Pats bei den Cincinnati Bengals (4-2) ab, die um 19.00 bei den Detroit Lions (4-2) antreten. Die Bengals hatten bereits einige komische Schwächephasen in ihren bisherigen Spielen, haben aber eben auch gegen New England und die Packers gewonnen. Vieles hängt an QB Andy Dalton, der sich scheinbar nicht weiterentwickelt hat. Schön anzusehen ist bei Cincy neben A.J., Green und der Defensive Line vor allem Rookie RB Gio Bernard. Das schönste direkte Duell dürfte wohl Calvin Johnson vs Leon Hall werden; das entscheidende wahrscheinlich RB Reggie Bush und TE Joseph Fauria gegen LBs Vontaz Burfict und Ray Maualuga. Wenn diese beiden Schildkrötoen im Decken des prototypischen space players und des riesigen Tight Ends nicht über sich hinauswachsen, wird der ehemalige Heisman Trophy Gewinner jeden dritten Versuch in neuen ersten verwandeln und UDFA Fauria wieder einige TDs fangen.

Weil ja irgendwer die NFC East gewinnen muß, spielen die Dallas Cowboys (3-3) und die Philadelphia Eagles (3-3) direkt gegeneinander. So ist sichergestellt, daß wenigstens eine Mannschaft der Division eine positive Bilanz hat. Während die vorigen drei Partien alle mit guten bis starken Verteidigungsreihen glänzen, sollte dieser Klassiker ein zu einem wilden shootout werden. Dez Bryant für 200 Yards, Tony Romo wieder für 500, Jason Witten mit 3 TDs?  Warum nicht! Da bei den Cowboys außer Jason Hatcher die gesamte D-Line verletzt ist, sollten auch die Eagles genügend Platz für ihr gefürchtetes Laufspiel bekommen. QB Nick Foles wird wieder starten, nachdem er in den letzten anderthalb Spielen ganz anständig aussah und Michael Vick weiterhin an Muskelproblemen laboriert.

Da auch die anderen Mannschaften so schlechte Bilanzen haben, sind die Washington Redskins (1-4) noch lange nicht raus aus dem Rennen. Heute bekommen sie Besuch von den Chicago Bears (4-2). Die beiden großen Bären Brandon Marshall und Alshon Jeffery sind viel zu viel für Washingtons gurkige secondary. Da braucht es schon eine erstklassige Leistung von Robert Griffin. Chicago hat auch keine besonders gute D, es könnte auch hier in Punktefestival geben – wenn Griffin es mal schafft, ohne Turnovers auszukommen.

Die NFC South dürften die New Orleans Saints (5-1, bye week) spätestens mit den Verletzungen von Julio Jones und Roddy White eingetütet haben. Die Atlanta Falcons (1-4) empfangen die Tampa Bay Buccaneers (0-5) zum Krisengipfel. Neben White und Jones fehlen auch RB Steven Jackson und LT Sam Baker. Tampas einzigartiger Coach Greg Schiano läßt wieder Rookie Mike Glennon starten gegen eine Verteidigung der Falcons, die fast so viele Verletzte hat wie die Offense. Tampa hat drei der Spiele nur mit drei oder weniger Punkten Unterschied verloren; sie haben Darelle Revis, der gar nicht weiß, wen er jetzt verteidigen soll (Tony Gonzalez?); und Doug Martin sollte jede Menge rushing yards gutmachen können – Vorteil Bucs.

Auch die Carolina Panthers (2-3) werden den Saints nicht mehr gefährlich werden. Dafür ist die Offense zu schlecht. Cam Newton bekommt keine Konstanz in sein Spiel, er hat keine guten WRs und sogar Steve Smith hat in den letzten Wochen geschwächelt. Dafür reißt die Verteidigung alles raus. Die Schwachstelle ist ganz klar das Defensive Backfield, aber Sam Bradford wirft ja zum Glück keine Pässe über mehr als 10 Yards. Die St Louis Rams (3-3) leben ebenfalls von ihrer Defense, die auch gegen Carolina gut aussehen sollte. Enges Spiel, aber falls Ron Rivera weiterhin vom 4th-Down-Monster besessen ist, gewinnen natürlich die Panthers.

Die 22.05/22.25-Uhr-Spiele

Zwei der späten Spiele sind so seltsame Interconference Games: San Francisco (4-2) in Tennessee (3-3) und Cleveland (3-3) in Green Bay (3-2). Die Packers haben so viele Verletzte, daß sie im schlimmsten Falle nicht mal die 46 Spieler zusammenbekommen, die sie maximal einsetzen dürften. Unter anderem fehlen die WRs James Jones und Randall Cobb, die LBs Clay Matthews, Nick Perry und Brad Jones. Upset alert, auch mit Brandon Weeden als starter.

Trap game alert gibts es im Arrowhead Stadium, wo Eintracht Langeweile (6-0) die Houston Texans (2-4) empfängt. Die Offense um Alex Smith hat letzte Woche gegen Oakland nur 17 Punkte gemacht. Überlagert wird die offensive Langeweile von der Defense, die bis jetzt schon absurde 31 Sacks und 18 Turnovers für sich verbuchen konnte. Wenn Houstons Angriff um Case Keenum, der seinen ersten Start machen wird, ohne Ballverluste auskommt, wird das ein Spiel mit wenigen Punkten und knapp bis zum Schluß. Die Texans haben schließlich immer noch J.J. Watt und überhaupt eine Defense, die in dieser Saison noch nie mehr als 300 Yards zugelassen hat.

Zu guter letzt noch ein Klassiker: Baltimore Ravens (3-3) im Heinz Field zu Pittsburgh (1-4). Beide Mannschaften haben sich immer noch nicht gefunden und zeigen sich sehr launisch von Woche zu Woche. Zumindest bei Pittsburgh ist ein Aufwärtstrend erkennbar, während man Baltimore nie sicher sein kann, was man am Sonntag bekommt. Nichtsdestotrotz: noch sind beide Teams nicht so schlecht, als daß man die beste rivalry der letzten Jahre verschmähen sollte.

Das Sunday Night Game

Denver Broncos (6-0) zu Gast bei den Indianapolis Colts (4-2). Dazu ist im Grunde schon alles geschrieben worden (außer das, was heute später noch von seminole kommt). Die storylines: Peyton kommt zurück nach Hause; kann Denvers Offense weiterhin auf Rekordniveau spielen?; Von Miller kehrt zurück; Andrew Luck und der Druck im Duell der Generationen; wie überbewertet ist Indys-D?; kann Trent Richardson für 100 Yards laufen?; und vor allem und wieder PeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeytonPeyton. Manchmal kann zu viel media coverage einem so ein Spiel auch vergraueln. Aber es sollte natürlich ein großartiges Spiel werden und gilt völlig zu Recht als eines der Highlights dieser regular season. Viel Spaß!

New Orleans Saints in der Frischzellenkur

ÜBERBLICK

#24 DE Cameron Jordan (Cal)
#28 RB Mark Ingram (Alabama)
#72 LB Martez Wilson (Illinois)
#88 CB Johnny Patrick (Louisville)
#226 DE Greg Romeus (Pitt)
#243 LB Nathan Bussey (Illinois)

New Orleans wird lateral durch das Netz beglückwünscht für den gelungenen NFL Draft 2011. In den Sezierstunden hatte ich zwei Dinge gefordert:

a)    Verstärkung Laufspiel
b)    Pass Rusher

As it turns out, die Saints haben beides in der ersten Runde beherzigt. Und doch: Der Nachgeschmack ist etwas bitter, denn 2012 hat man keinen Pick in der ersten Runde (für Ingrams Rechte an die Patriots abgegeben).

DE Cameron Jordan gilt als „Mittelding“ zwischen DE Alex Brown und DE Will Smith. Brown gilt als guter Laufverteidiger, aber schwacher Pass Rusher. Smith ist das genaue Gegenteil. Mit Jordan hat New Orleans nun die Möglichkeit zu rotieren.

Mit dem grundsoliden, aber unspektakulären Ingram versuchen die Saints, die schier endlosen Laufspiel-Probleme in den Griff zu kriegen. Obwohl RB Chris Ivory nicht schlecht war: Laufspiel war eher mickrig zuletzt. Nun haben die Saints auch noch RB Pierre Thomas, RB Julius Jones und den hoffnungslos überteuerten RB Reggie Bush im Kader. Bitte mit der Mistgabel anrücken. Es muss aussortiert werden.

Die restlichen Picks haben „Defense“ verschrieben. Zweimal Linebacker, einmal Defensive End und einmal Secondary. Schaut aus, als ob man hoffnungsfroh etwas Konkurrenzkampf in eine selbstverliebte Defense kriegen möchte und womöglich den einen oder anderen Altstar rausschmeißt.

Summa summarum

Nachvollziehbare und klare need-Strategie der Saints. Ingram ist die verzweifelte Hoffnung, endlich mal über Jahre etwas Zug ins abgewrackte Laufspiel zu kriegen und Jordan die etwas weniger verzweifelte Hoffnung, einen möglichst kompletten Defensive Liner zu bekommen. Bottom line: Beide sind verdammt dazu, zu funktionieren. Denn die Saints haben keinen Erstrundenpick nach der nächsten Saison.

Tampa Bay Buccaneers in der Sezierstunde

Tampa Bay Buccaneers

©Flickr

Es ist ein paar Jahre her, als ich im Zuge eines Sprachsommers die Florentiner Nächte unsicher gemacht habe. Immer mit dabei: Richard, ein Mathe-Student aus Tampa, Florida.

[Übrigens kaum zu glauben, wie viele AmerikanerInnen Italienisch lernen wollen – war aber vor Amanda Knox, Bunga/Bunga & folglich auch bevor der Lustmolch Obama zum Amtsantritt beleidigt hatte.]

Richard war Zimmerkamerad – und riesiger Buccs-Fan. Rich war natürlich hoch erfreut, dass es selbst im fernen Italien einen NFL-Fan gab. Es war grad die Zeit nach dem Niedergang der Buccs. Die Preseason war dabei, keine Verbesserung zu versprechen, aber mit Cadillac Williams hatten sie immerhin kurz zuvor einen jungen Hoffnungsträger gedraftet. Am Ende stand Tampa in den Playoffs.

Dank Richie habe ich die Buccs über die Jahre ein bisschen genauer verfolgt als andere Teams. Ich war zwar nie Buccs-Fan, aber wenn du ein bisschen Bezug zu einer Mannschaft hast, lässt es sich interessierter verfolgen. Seit jenem Herbst ist nicht mehr viel gelaufen und die Buccs hatten nach Sapp&Brooks keine Identität mehr. Bis zu dieser Saison. Ende Oktober, nach einem Comeback-Sieg der Buccs gegen die Rams, kommentierte Dauerkarten-Inhaber Richard im Messanger:

Enthusiasm. We’ve got a winner! Terrific stuff.

Und verlinkte dieses Video.

Die Sensation des Jahres

Die Buccs sind mit 10-6 meine Story der Saison – obwohl dank der NFC West im Spielplan ein paar Siege quasi „geschenkt“ waren und gegen die meisten „Großen“ verloren wurde.

Denn: Ein selten cooles HC/QB-Duo gepaart mit der Mentalität, auch 1:30 vor Schluss noch in die ganz dicken Eier herumzuschleifen – das finde ich klasse. Ich gratuliere den Buccaneers, vor allem, weil ich weder an Raheem Morris, der auch als MLB-Coach eine gute Figur macht, noch an Babyface-QB Josh Freeman geglaubt hatte. Manchmal wird man aber überrascht.

Josh Freeman QB Tampa Bay Buccaneers

Harmloses Gesicht - bärenstarker QB: Josh Freeman, ©Wikipedia

Morris, Freeman und RB Legarrette Blount – das neue Trio infernale der NFL. Und hätten da nicht die Lions Mitte Dezember etwas dagegen gehabt – Tampa Bay wäre glatt anstelle des späteren Superbowl-Champs Green Bay mit Pauken und Trompeten in die Playoffs eingezogen. So kann man am Ende konstatieren: Mit wehenden Fahnen untergegangen.

Was sagt uns der Blick in die Stats?

Ich habe Tampa nur 4x über vier Viertel gesehen (2x gegen Atlanta, 1x Saints und Seahawks (Tape)), plus die wilde Schlussphase gegen Arizona. Von daher mal eine Herangehensweise via Excel:

DVOA (Rating in Relevanz zum Gegner)
Offense: #8 overall, #10 Pass, #12 Lauf
Defense: #23 overall, #13 Pass, #32 Lauf
Special Teams: #18

Absolute Zahlen
Offense: #17 Pass, #8 Lauf
Defense: #7 Pass, #28 Lauf

Vor allem für die Defense ist die Sprache eine klare: Es braucht Leute, die den Lauf verteidigen können! Im Draft 2010 haben die Buccs mit DT Gerald McCoy (#3 overall) und DT Brian Price (2. Runde, #35 overall) gleich ihre ersten beiden Picks für Defensive Tackles ausgegeben, und damit die Basis für die Laufdefense geschaffen. Beide waren teilweise verletzt – ich sehe aber nicht, warum Tampa heuer weitere DTs holen sollte. McCoy soll Ansätze von Dominanz gezeigt haben (McCoy war leider gegen Saisonende schon verletzt, als die Buccs bei uns im TV gezeigt wurden).

Die Defense

Es spricht also einiges dafür, dass die Buccs ihren Fokus auf die Defensive Ends richten werden. Gesucht werden dürften aber keine reinen Pass Rusher (na, hallo!), sondern DEs mit Qualitäten gegen das Laufspiel. Wenn ich mir die Ends im heurigen Draft anschaue, dürften die Buccs schon den Taxi-Schläger Adrian Clayborn im Hinterkopf haben.

Zweiter Knackpunkt sind die Linebackers. Wenn der Blick ins aktuelle Roster nicht täuscht, hat Tampa derzeit keinen ILB im Kader, weil Barrett Ruud Free Agent wird. Die restlichen Linebackers wirkten auf mich eher hüftsteif – womöglich wird via Draft auch an dieser Stelle Hand angelegt.

In der Secondary gibt es zwei Fragezeichen: CB Ronde Barber wird mit bald 36 nicht jünger und dürfte erstmal damit beschäftigt sein, den Zwillingsbruder Tiki vom NFL-Comeback abzuraten. Und FS Tanard Jackson wird in den ersten Wochen wegen wiederholter positiver Dopingprobe fehlen – und auch danach nicht sicher von der NFL begnadigt werden. Ein schwerer Schlag, denn Jackson gilt als einer der besseren Safetys in der Liga, solange er sich nur an die erlaubten Limits herandopt, und nicht darüber hinaus.

Die Offense

Die Offense Line war im Saisonverlauf durch Verletzungen (Center) und Rotationen (v.a. auf der rechten Seite) Subjekt einiger Mutationen. G Joseph ist vertragslos – im Prinzip gäbe es Handlungsbedarf , aber die Defense sollte vorgehen.

Ein schwieriger Fall ist RB Cadillac Williams. Williams ist nicht (mehr) mehr als ein fangstarker Back für 3rd downs. Zu sehr haben fassungslos viele schwere Verletzungen an ihm genagt. Glaube ich aber Richard, so ist der Cadillac eine der populärsten Figuren in Tampa, ein sentimental hero, einer, mit dem sich die Fans voll identifizieren und den sie lieben. Der Typ Scholl in den letzten Jahren. Ich gehe davon aus, dass Williams für relativ lau in Tampa bleiben wird, da er auch an anderem Ort und Stelle keinen Rentenvertrag mehr kassieren wird.

Der Returner

Micheal „Ich heiße nicht Michael“ Spurlock war Returner während der Saison und ist nun RFA. Wenn ich an den genialen Return gegen die Falcons zurückdenke, sollte Tampa Spurlock einen Vertrag anbieten. Damals war Spurlock mitverantwortlich, dass Tampa trotz gefühlter haushoher Unterlegenheit in den letzten Sekunden um ein Haar ein Comeback mehr gefeiert hätte.

Ausblick

Junge Mannschaft, junger Coach, markante Typen – wäre nicht die hässliche Fratze „Malcolm Glazer“ allgegenwärtig, ich wäre schon verknallt in diese Buccaneers.

Auf alle Fälle gilt es an zwei Dingen anzusetzen: Defense stärken und Ticketpreise senken – denn Tampa hatte trotz des begeisternden Spiels Probleme, das wunderschöne Raymond James Stadium zu füllen.

Alles in allem bin ich sehr gespannt, inwiefern die Buccs nach der deutlichen Weiterentwicklung der Mannschaft im Verlauf dieser abgelaufenen Saison in den kommenden Jahren in der starken NFC South ein Wörtchen mitreden können. Ganz vom Tisch dürfte auch das „One Year Wonder“ noch nicht sein.

Für weitere „Sezierstunden“ bitte hier entlang.

Liveblog NFL #13: Tampa Bay Buccaneers – Atlanta Falcons

[01h19] Endstand Tampa Bay 24, Atlanta 28. Für Tampa ist der Spielausgang schwer zu verdauen. 7-5 könnte im Wildcard-Rennen zu wenig sein. Zumal dieses Spiel hätte gewonnen werden müssen.

Der Kickoff-Return-TD war am Ende entscheidend. Atlanta ist mit einem dicken, blauen Auge davongekommen, muss aber immer noch daheim gegen die Saints gewinnen für Divisionssieg und NFC #1.

[01h25] Das Referee-Wohlwollen hat gedreht. Jetzt eine Serie von zweifelhaften Entscheidungen zu Ungunsten der Buccs. Am Ende wurst, weil CB Grimes mit einer großen INT das Spiel entscheidet. Kein Fehler von Freeman. Sondern stark von Grimes.

Der Ball berührte wahrscheinlich den Boden. Dieses Mal lässt der Ref die Entscheidung aufrecht. Und Mike Perreira liegt erstmals falsch!

[01h25] Verlegener Blick nach Indianapolis: Die Colts haben tatsächlich ihr Heimspiel gegen die Cowboys verloren. QB Manning mit VIER Interceptions (eine davon in Overtime) kurz vor dem entscheidenden Field Goal. Manning hat damit in drei Spielen ZEHN Interceptions geworfen. Z-e-h-n. Manning.

[01h19] Tampa Bay 24, Atlanta 28. Dieser Drive hatte Drive. Unterstützt von einer personal foul Strafe ging das jetzt klein-klein und immer ein paar Yards in Richtung Endzone. 4:31 Minuten vor Schluss QB Ryan mit dem Pass links hinaus zu WR Jenkins.

In diesem Drive machten mal zur Abwechslung nicht die Falcons die Strafen. Sondern die Buccs.

[01h12] Mike Smith wird mit den Zebras definitiv keinen mehr heben gehen. Ball touched the ground wird hier einigermaßen zweifelhaft ausgelegt. Gut für Smith, dass WR White einen Play später einen weiteren spektakulären Catch macht – der sogar zählt!

[00h58] Tampa Bay 24, Atlanta 21. Wir erleben ein Revival. Im „Hinspiel“ gab’s fast die idente Situation, damals mit vertauschten Trikots. Diesmal trägt #14 Eric Weems die Schweinehaut über 102yds sofort zum Touchdown zurück.

[00h56] Tampa Bay 24, Atlanta 14. Es wird für Atlanta nicht einfacher. RB Blount wird nach langem Lauf grade noch gestoppt. Zwei Plays später kramt Morris den Halfback-Pass aus der Trickkiste. RB Graham auf TE John Gilmore.

[00h53] Zweite INT durch QB Ryan. Abgefangen von Safety Corey Lynch in seinem ersten NFL-Start. Pech für Atlanta: Fast identische Situation wie vorhin. Diesmal wird die INT nicht zurückgenommen.

[00h42] Aktuell streckt sich das Spiel ziemlich. Keine Offense kann entscheidendere Akzente setzen. Raheem Morris’ Wahl, das Field Goal zu nehmen, gewinnt an Substanz.

[00h22] Verdammtes Glück für Tampa. QB Freeman wirft einen Ball direkt in Richtung CB Grimes. Grimes macht einen artistischen Catch zur INT, aber die 0,04 Sekunden, die der Ball den Boden berührte, reichen zur Zurücknahme der Entscheidung aus.

[00h07] Tampa Bay 17, Atlanta 14. Zwei Beobachtungen: RB Blounts Willensleitung. Und gute Entscheidung, nicht zu challengen. Bei solchen Situationen haben die Refs heuer den Tick, aufgrund fehlender Beweislage den Call aufrecht zu lassen.

[23h56] Manning-Watch. Es spielt also doch Peyton. Nach zwei INTs zu Beginn jetzt zwei TDs, und die Colts nur mehr 14-17 zurück.

[23h41] Tampa Bay 14, Atlanta 14. QB Ryan leitet mit einer völlig überflüssigen Interception den Drive ein – direkt in die Arme von FS Sean Jones. Die wenigen Yards legt Tampa rechtzeitig vor Halbzeit zurück. TD durch WR #19 Mike Williams. Und die anschließende Schlägerei war auch seit Stunden absehbar. Einer wird heute noch ausgeschlossen.

[23h27] Tampa Bay 7, Atlanta 14. Leicht geht es nicht für Atlanta. Aber dank einer Idiotie von DT McCoy bleibt der Drive am Leben – und wird zum Touchdown auf FB Mughelli abgeschlossen. McCoy erhält den Drive mit einem Schubser gegen einen Falcon am Leben, einen Play nach einer Rangelei der Kollegen White und Moore.

[23h02] Peyton Manning scheint sich einen nervösen Abzugsfinger angelacht zu haben: Zuletzt sieben INTs in zwei Spielen, und auch heute schon wieder zwei in EINEM Viertel gegen Dallas. Indianapolis unterwegs zu einer Blamage in Dallas.

[22h54] Tampa Bay 7, Atlanta 7. Die Buccs erinnern uns daran, wie viele Playmakers da eigentlich am Werk sind. Ein langer Drive und jeder Offensivspieler durfte mal ran. Lauf, Pass, Trickplay, Scramble. Am Ende schließt Ex-Duck Legarrette Blount ab. Ein gutes Wochenende für Oregons Footballprogramm.

[22h40] Tampa Bay 0, Atlanta 7. Äh… Schrieb ich von „verbesserter Lauf-Defense“ bei Tampa? RB Turner pflügt sich konstant zu 8-10yds pro Lauf. Die Defense reagiert zudem sehr aggressiv auf Play-Action und TE Gonzalez mit zwei perfekten Catches. Fertig sind die Zutaten für einen sauberen Touchdown-Drive, abgeschlossen durch Turner.

[22h30] Drei Erkenntnisse aus Tampa: Die Falcons spielen nach dem Ausfall von RB Snelling nur mit einem einzigen Running Back (Michael Turner) gegen die verbesserte Buccs-Laufdefense.

Tampa spielt erfrischenden Football. Im Stadion sind die Ränge trotzdem recht „gelichtet“.

Und Raheem Morris liegt viel, sehr viel am ersten Drive: Zwei Timeout genommen und am Ende die Falcons erstmal gestoppt.

[22h19] Roundup einiger 19h-Spiele:

New Orleans 34, Cincinnati 30. Die Saints entscheiden sich eine halbe Minute vor Schluss, statt Ausgleich auf Sieg zu spielen. Das 4th down „glückt“ dank Offside-Strafe (!) gegen die Bengals. Wie auch anders, Cincy? Und der knappe Sieg ist eingefahren. Die Saints damit bei 9-3.

Minnesota 38, Buffalo 14. Brett Favre reichte sein einziger Pass-Versuch, um seinen NFL-Interception-Rekord in die Höhe zu schrauben. Nach einem harten Hit musste Favre runter. Insgesamt sehr fehlerträchtiges Spiel: Je vier Turnovers.

Chicago 24, Detroit 20. Bei eigener Führung spielten die Lions ein 4th down in der gegnerischen Hälfte aus. Das glückte nicht und die Bears konterten prompt mit dem Sieg-Touchdown. Cutler trotz starker Defense Line der Lions mit einer sehr soliden und vor allem fehlerarmen Partie. Die Bears damit bei 9-3.

Green Bay 34, San Francisco 16. Big Plays via Luftweg machten San Francisco nieder. Ich bin gespannt, wen die 49ers im Jänner als neuen Head Coach einstellen werden, und ob sie ihre Philosophie wieder mehr auf QB und Passspiel ausrichten. Packers damit bei 8-4.

N.Y. Giants 31, Washington 7. Die Skins-Saison ist im Arsch. Von den Giants in Grund und Boden gelaufen. RB Bradshaw durfte die Arbeit machen, RB Jacobs die Yards. Touchdowns machten beide jeweils zwei. Ansonsten sehr langweiliges Spiel. Giants mit 8-4 gleichauf mit Philadelphia.

[22h00] Clint Stitser: Der Mann hat bis Ende November für eine Immobilienmakler-Firma in Reno, Nevada gearbeitet und bei Facebook fleißig Angebote reingestellt.

Anfang der Woche haben die Bengals den Mann eingekauft. Erst versemmelte er einen P.A.T. Jetzt macht er das Field Goal zum 30-27. Aus 47yds!

[21h55] Cincinnati hat mittlerweile ausgeglichen und ist nach einer Serie an Sacks gegen QB Drew Brees drauf und dran, selbst in Führung zu gehen. Fünfeinhalb Minuten noch zu spielen.

[21h41] N’Abend. Heutiges Thema: Die NFC South. New Orleans ist aktuell auf der Siegesstraße gegen Cincinnati. Für zwei Mannschaften ist das wichtig: Tampa Bay und Atlanta. Die beiden spielen um 22h15 gegeneinander.

Tampa spielt seit zwei Wochen extrem gute Defense: Laufspiel ist schwierig geworden (81.5 yds/Spiel) und die Buccs sacken viel (10 Sacks in zwei Spielen, nach 8 in den ersten 10 Wochen). Atlanta hatte bisher beides: Gute Offense Line, noch besseres Laufspiel.

Ich bin gespannt.