Der Film der Champions und seine Macher

Bei Grantland schreibt die Kolumnistin Katie Baker über die Geschichte hinter dem monumentalen Jahresrückblick, den NFL Films am Ende jeder Saison dem NFL-Champion widmet: The Monuments Men. Es ist auch eine Hommage an das Gesamtwerk von NFL Films, jener Institution, die wie keine zweite ihre Sportart zu einer Kunstform erhebt.

Es ist für mich auch die Gelegenheit noch einmal zu erwähnen, dass der Gründer von NFL Films, Ed Sabol, vor wenigen Wochen 98jährig verstorben ist. Sabol und sein Sohn Steve, der vor zweieinhalb Jahren einem Krebsleiden erlag, haben in den 60er Jahren von Hollywood inspiriert damit begonnen, die National Football League zu inszenieren in einer Form, in der der Sport aus einer Zeit, in der die Bilder bei uns erst laufen lernten, bereits wie eine entrückte ferne Welt erschien.

Die NFL ist der Superstar unter den US-Sportligen. Sie ist es auch dank NFL Films. Wenn ich nun einen Wunsch frei haben darf, dann bitte spielt mir Belichicks Mikrofon in der letzten Spielminute ein. Ich möchte wissen, was er gedacht hat. Ich möchte es hören.

Frühstückseier, 21.9.2012 – Tell me a story, and it will live in my heart forever

Steve Sabol ist Anfang der Woche nach 18monatigem Kampf gegen einen Hirntumor gestorben. Sabol war Präsident von NFL-Films und gemeinsam mit Vater Ed Sabol (2011 in die Hall of Fame gewählt, Laudatio hielt damals Steve Sabol) über Jahrzehnte treibende Kraft hinter dem fantastischen Produkt „NFL-Films“ gewesen.

Ich bin Mitte des letzten Jahrzehnts beim ORF mit American Football aufgewachsen, und neben dem Wunder-Kommentator Christopher D. Ryan war die NFL für mich eine zeitlang vor allem eines: NFL-Blast, ein ORF-Magazin mit Spielzusammenfassungen von NFL-Films. Diese großartigen Videosequenzen, diese einzigartigen tiefen Bassstimmen, diese Einspielungen von NFL-Radiokommentatoren, diese Filmmusik… beim Schreiben zappeln noch meine Finger vor lauter Begeisterung. Es gibt Sounds, bei denen ich bei 35 Grad am Strand sofort in das eiskalte Lambeau Field springe. Bei Spox habe ich einige davon in den Top Ten der NFL-Sounds verarbeitet.

Steve Sabol lebte für die NFL und vor allem für NFL-Films. Dieses Produkt war für mich nie bloß Spielzusammenfassung. Mit seinem Mix aus Bildern, Stimmen und Orchester-Sound war es für mich Kunst, einer der Hauptgründe, warum ich einst beim Football hängen blieb.

Nachrufe in Video– und Schriftformat gibt es im Blog von NFL-Films.

RIP Steve Sabol.


Jürgen Kalwa hat bei FAZ.net über einen Missbrauchsskandal im US-amerikanischen Schwimmverband geschrieben, wo analog den Verhältnissen bei Penn State jahrelang geschwiegen wurde.


In der Big Show von Sportradio360 diskutiert André Voigt (FIVE) mit Andreas Renner in einem kurzen Segment über Peyton Mannings Arm und die Ersatzschiedsrichter in der NFL (Part 4).


Heute um 11h30 bringt ESPN America das Tape des Nachtspiels im College football: Die Boise State Broncos empfangen zuhause die BYU Cougars. Boise State nach nur im Ergebnis knapper Auftaktniederlage bei Michigan State vergangene Woche zunächst mit Rehabilitation beim klaren Sieg gegen Miami/Ohio, ist wieder in die Top-25 von AP zurückgekehrt (an #24 gerankt). BYU dagegen verlor zuletzt bei Utah. In Erinnerung ist auch noch das trotz klarem Ergebnis eher holprige Auftaktspiel gegen Washington State (30-6 gewonnen).

Desire, Dedication, Determination

Wer einen Super Bowl gewinnt, bleibt für immer im Gedächtnis aller Footballfans. Der ganze Glanz und Gloria bleibt für immer und nimmt in den meisten Fällen, je länger der Triumph zurückliegt, sogar noch zu. Danach gefragt, kann jeder sofort sagen, wie viele Ringe die 49ers gewonnen haben; wie oft Aikman/Irving/Smith die Lombardi Trophy in den Nachthimmel reckten und wie oft John Elway mit seinen Broncos dann doch noch ganz oben im Football-Olymp angekommen ist.

Aber wer erinnert sich schon an die Verlierer? Wer erinnert sich an das zweitbeste Team der jeweiligen Saison? Und – im Gegensatz zu den Gewinnern – verblaßt ihr Glanz mit dem Fortlauf der Geschichte immer noch ein bißchen mehr.

Wer erinnert sich schon an die 2003er Carolina Panthers (außer korsakoff), an die Seahawks der Saison 2005 oder die Bears 2006? An die Super-Bowl-Verlierer früherer Jahre gar nicht zu denken. Dabei waren viele Mannschaften ganz nah dran. Nur ein Field Goal mehr, nur ein Fumble weniger…

Auch viele dieser Mannschaften haben eine Geschichte. Oft eine beeindruckende, eine berührende, eine bewegende. Einigen dieser Mannschaften hat NFL Films ein Denkmal gesetzt. Die Serie “Missing Rings” portraitiert fünf der besten Mannschaften ihrer Zeit, die keine Lombardi Trophy ihr Eigen nennen dürfen. Missing Rings ist das Gegenstück zu der großartigen Serie “America´s Game”, in der jeder Super Bowl Sieger eine Hommage bekommt, in Teilen mit Originalaufnahmen und in Teilen von späteren Interviews mit drei Hauptprotagonisten der jeweiligen Mannschaft.

Beim Imarchivkramen letzte Nacht bin ich wieder auf eine dieser “Missing Rings” Dokus gestoßen und möchte sie unbedingt jedem Footballinteressierten empfehlen. Es ist die Story der 1998er Minnesota Vikings. Erzählt wird sie von WR Cris Carter, von DT John Randle und nicht zuletzt von Head Coach Dennis Green. Das Mantra von Green sind die 3 Ds: Desire, Dedication und Determination (und nicht „They were, who…). Es hat ihn und seine Vikings weit gebracht, aber eben nicht nach ganz oben.

Man findet dieses sehr sehenswerte Stück zum Beispiel hier.