NFC Championship Preview: San Francisco 49ers @ Seattle Seahawks

Der Sonntag beginnt mit der alten Rivalry der vielen alten abgebrühten Männer. Man sieht dunkle Gestalten vor sich, die vor großen Tischen und Tafeln in einem dunklen Raum stehen und überall wirre Zeichen hinmalen. Die ganze Magie spielt sich im Kopf ab. Der eine frißt sich in das Hirn des anderen hinein; der andere liest die geheimen Tagebücher des einen aus der Grundschulzeit um noch mehr über dessen Gedankengänge zu erfahren. Manchmal geht einer zur Zelluloidwand vorm Projektor mit der Filmrolle und zeigt seinen Mitverschwörern, wie der andere in dieser einen Situation sich immer genau zweimal mit dem rechten Ringfinger an das linke Ohr faßt. Die Mystik liegt in dem Undurchschaubaren. Wir können leider nicht ihre Gedanken erraten. Und selbst wenn wir es könnten – wir würden sie ja doch nicht verstehen.

Drei Stunden später: draußen vor dem Bunker schreit plötzlich ein Halbstarker „auf´s Maul!“. Im Nu sind zwei große Gruppen testosterongeschwängerter Kraftprotze aufmarschiert, die sich um die Vorherrschaft in ihrem Kiez kloppen wollen. Die Aggressivität ist mit Händen zu greifen. Die unglaubliche Lautstärke der Platzhirsche läßt gar kein klares Bild zu. Alles geht wild durcheinander. Es ist ein fairer Kampf, Mann gegen Mann, keine Waffen. Aber die fremden San Francisco 49ers (14-4) sind alleine gekommen, nur ihren Mut und ihren unbändigen Willen haben sie dabei. Die ansässigen Seattle Seahawks (14-3) haben ihre ganze Stadt und den Glauben an den großen Triumph im Rücken.

49ers Offense vs Seahawks Defense

Wieviele Punkte kann San Franciscos Offense machen? Das ist die alles entscheidende Frage in diesem Spiel. Wahrscheinlich würden schon 20 Punkte genügen, um wiederholt in den Super Bowl einzuziehen. Nur wer soll diese Punkte machen?

In den letzten vier Spielen gegen die Hawks haben die Niners 19 Punkte (Woche 14 in SF), 3 Punkte (Woche 2 in Seattle), 13 (Woche 16 2012 in Seattle) und 13 (Woche 7 2012 in SF) gemacht. 49 Punkte in vier Spielen, gerade mal 12 Punkte pro Spiel. Und es spricht wenig dafür, daß es dieses Mal mehr werden.

Die größte Schwachstelle im Angriff der 49ers ist der Quarterback Colin Kaepernick. Sein größtes Manko ist das “Lesen” von Verteidigungen. Er braucht zu viel Zeit, um zu erkennen, welcher seiner WR frei ist oder gar frei sein wird, nachdem er den Ball geworfen hat. Gute QBs werfen bei vielen Routen bereits, bevor der Ballempfänger überhaupt Richtung Ball guckt, weil sie wissen, wann sein Mann wo frei sein wird. Er wartet also oft zu lange und kann nicht antizipieren. Darüber hinaus wird er auch zu schnell in der pocket unruhig. Er versucht oft sehr früh im Spielzug irgendwie den vielen Körpern um sich herum zu entkommen, selbst wenn sie keine direkte Gefahr für ihn darstellen. Sieht er in der Linie eine Lücke, macht er den kick down und zischt ab. (Andy Benoit hat das nochmal anhand zweier Spielzüge diese Woche sehr schön illustriert.)

Das ist seine große Stärke, die oft seine Schwächen verdeckt. Allein: es braucht eine undisziplinierte Defense, um damit ein Spiel zu gewinnen. Und undiszipliniert ist Seattles Defense nun wahrlich nicht.


In seinen drei bisherigen Spielen gegen die Seahawks (im ersten Aufeinandertreffen 2012 war noch Alex Smith der starter), waren seine Läufe (attempts, yards, longest run) 7/31 (8), 9/87 (28), 9/31 (9). Er kann auch durchaus gegen Seattles D mal für ein 1st Down laufen. Nur wird das nicht reichen. Seattles “box defenders” um LB Bobby Wagner und Kam Chancellor sind zu sicher im tackling und werden vor allem von ihren Coaches die ganze Woche lang von morgens bis abends eingebläut bekommen haben, um Himmels willen big plays von Kaep zu verhindern. Soll er doch für vier, sechs oder auch mal acht Yards laufen. Dann stoppen wir sie eben im nächsten Spielzug. Stattdessen: bringt euch eine gute Position, macht eure eigene Seite zu und vertraut auf euren Nebenmann, daß er seine zumacht und macht einen sicheren textbook tackle. Zum Einschlafen gabs jede Nacht noch Videos von Kaepernick, wie er einem Packer wegrennt, der den Helden spielen wollte.

San Franciscos Angriff wird getragen vom Laufspiel. Das ist nicht mehr das alles zertrampelnde Monster der letzten beide Jahre, aber immer noch sehr gut. Die fünf dicken Jungs (von links nach rechts) Joe Staley, Mike Iupati, Jonathan Goodwin, Alex Boone und Anthony Davis können es in Sachen Abstimmung und Gleichklang mit jeder hart gedrillten chinesischen Synchromschwimmermannschaft aufnehmen. Kräftig ist jeder von ihnen wie fünf normale Menschen zusammen. Dazu kommt das schöne play design von OC Greg Roman, der von klassischen Power-O runs über Spielzüge mit sechs Linienspielern, weit ausschweifenden sweep plays hinter dem langbeinigen Staley und immer wieder auch mal option plays und Wildcat-Formationen alles auspackt, was eine Defense sonst so im Laufe einer ganzen Saison zu sehen bekommt.

Seattle kennt das alles und hat auch gute Laufverteidiger in der Linie wie Brandon Mebane, Red Bryant und Tony McDaniel. Aber ganz stoppen werden sie RB Frank Gore und Kendall Hunter nicht.


San Francisco braucht ein Paßspiel. Und Seattle hat die Legion of Boom (in der CB Byron Maxwell den gesperrten Brandon Browner gut ersetzt). Doof.

Ein Mittel wird sein, Vernon Davis irgendwie in Situation gegen die LBs oder Chancellor zu bringen. Weil hinten aber immer Earl Thomas aufpaßt wie ein Schießhund, wird dieser seine große Stärke, die tiefen Routen, nicht ausspielen können.

Es hilft nicht: Es müssen Michael Crabtree und Anquan Boldin in 1-v-1 Situationen gegen die starken CBs angespielt werden. So schwer diese Duelle dann auch für sie zu gewinnen sein werden, Kaepernick muß diese Risiken eingehen und Harbaugh/Roman müssen ihm das auch einige Male zutrauen. Zumal Kaepernicks Problem ja nicht das Werfen an sich ist, das kann er ganz gut. Er kann Bälle mit viel “zip” recht genau werfen. Und am Ende gilt immer noch: perfect pass beats perfect coverage.

Diese perfect coverage wird der junge QB oft zu sehen bekommen. Über Richard Sherman muß hier nicht mehr viel gesagt werden. Aber er ist nicht unfehlbar. Man muß Maxwell „testen“, der nur wenig Spielerfahrung hat. Wenn San Francisco etwas reißen will, brauchen sie zwei, drei Pässe von Kaepernick, die einem dem Mund offen stehen lassen.

Seahawks Offense vs 49ers Defense

Ich tue mich schwer damit, Seattles Angriff einzuordnen. Es gibt natürlich die eine jedem bekannten Komponente: Marshawn Lynch bekommt den Ball und läuft für sechs Yards. Obwohl die Offensive Line nicht besonders gut ist, macht er das oft. Wenn er mal in den beast mode schaltet, müssen sogar seine Linienspieler aufpassen, nicht von ihm verletzt zu werden.

Die andere Komponente ist aber irgendwie strange. Das Paßspiel ist ein wilder Mix aus allen möglichen Konzepten. Ich kann bei OC Darrell Bevell da keine richtige Linie oder “ein System” erkennen. Es gibt natürlich klassisches Zeug wie 11 personnel mit zwei WRs an den Seitenlinien, einem Tight End und einem slot receiver. Und auch klassisches Zeug mit trips formations (drei WRs vertikal versetzt nebeneinander). Und stack formations (zwei WR vertikel versetzt hintereinander). Und drei WRs auf einer Seite mit jeweils großem Abstand zueinander. Und Aufstellungen mit vier WRs. Und empty sets aus der shotgun. Die Bandbreite an Spielzügen reicht dabei von bubble screens über four verticals, von isolation routes (die WR spielen einzig gegen “ihren” Gegenspieler und müssen ihn schlagen mit out routes, comebacks, go routes, fades und sowas) bis zu streng getimeten (furchtbar eingedeutscht, “zeitlich aufeinander abgestimmt” trifft´s gestelzt etwas besser) Routenkombinationen der WRs (die Dinge, bei denen die Kommentatoren in der Wiederholung immer die vielen gelben Striche auf den Monitor malen und zeigen, wie der slot receiver den Safety “okkupiert”, der WR den CB tief mitzieht und so der Tight End dann gemütlich in einer leeren Zone Platz nimmt, plump gesagt).

Das playbook der Seahawks muß eines der dicksten der ganzen Liga sein. Aber mei, wenn´s funktioniert…Ich hoffe schwer darauf, daß einer üblichen Verdächtigen wie Doug Farrar bei SI, Andy Benoit bei MMQB oder Greg Cossel in einem Podcast auf irgendeiner obskuren kleinen Radiostation das bis Sonntag nochmal aufdröseln. Sehr zu empfehlen sei den Taktikfreunden mit dem Gamepass auch NFL Playbook auf NFL Network, aber selbst da ist mir aus dieser Saison nichts zum Paßspiel der Hawks im Gedächntnis geblieben.


Aber zurück zum Spiel. Es wirkt alles irgendwie willkürlich im Paßspiel und dieser Eindruck wird massiv verstärkt durch Entfesselungskünstler Russel Wilson. Meistens sind seine WR einfach offen, weil er so lange in der pocket Pirouetten gedreht hat. Irgendwann ist dann zwangsläufig einer frei. Und dann können die auch alle fangen. Vor allem Doug Baldwin und Golden Tate fallen dabei immer wieder positiv auf. Daneben sei vor allem Jermaine Kearse genannt. Der hat zwar erst 23 Bälle in dieser Spielzeit gefangen, aber viele davon waren 1A-Wow!-Catches.

Tight End Zach Miller dagegen ist die arme Sau. Er wird sich den ganzen Abend mit NaVorro Bowman, Patrick Willis, Eric Reid und Donte Hitner rumschlagen. Das einzige was Mitte Januar weniger Spaß macht, ist kiloweise Kohlen aus dem Keller in den fünften Stock zu schleppen.

Meistens funktioniert das Paßspiel irgendwie (nach NY/A war SEA die sechstbeste Mannschaft 2013). Die secondary der 49ers ist passenderweise auch einigermaßen suspekt. Aber, das große Aber: SF hat einen starken pass rush und SEA eine schwache pass protection.

Seit Aldon Smith aus der Reha zurück ist – nach Alkoholproblemen, glaub ich. Oder war das was anderes? Wieso ist das eigentlich keine riesige Story? Jede Einnahme von Adderall, jede von einem Stripper auf den Kopf bekommene Champagnerflasche und jetzt sogar die Hosen von John Harbaugh bekommen mehr Aufmerksamkeit als Smiths Zeit in der Klinik – nachdem er eines morgens betrunken im Auto statt im meeting room gefunden wurde, no less. Naja, seitdem er zurück ist jedenfalls und auch gar keine Strafe bekommen hat, weder von Team noch von NFL! Manchmal versteh ich die NFL wirklich nicht.


Sorry, nochmal. Seit Aldon Smith wieder mitspielt, ist er der pass rush der 49ers wieder in Ordnung. Er ist der Spiritus für das kleine Feuer, das seine Ersatzleute Corey Lemonier und Dan Skuta sowie auf der anderen Seite OLB Ahmad Brooks und der gute Blizer NaVorro Bowman am Leben erhalten haben.

Der pass rush – wie immer natürlich auch am Sonntag unterstütz durch den starken Justin Smith in der Mitte – wird durchkommen, oft. Der Knackpunkt ist hier: können die 49ers Russel Wilson dann auch über längere Zeit unter Druck setzen und ihn nicht so lange rumwirbeln lassen, bis er in Ruhe downfield schauen kann? Die Linebackers und die edge players müssen diszipliniert sein, sehr schnell die jeweilige Situation erkennen können und dann immer und immer wieder und immer noch verdammt diszilpliniert sein.

San Frans Front-7 ist dafür richtig gut aufgestellt. Brooks mit seinem Spielverständnis und seiner Disziplin ist sowas wie ein besserer Rob Ninkovich. (Ich würde wetten, daß Brooks Bill Belichicks Lieblingsspieler der 49ers ist.) Smith ist explosiv, verdammt „quick“ und macht auch kaum taktische Fehler. Bowman und Patrick Willis werden ganz zu recht überall in den Olymp gehoben. Die meisten anderen Mannschaften benötigen drei Linebackers für die Aufgaben hinter der Line of Scrimmage, die Willis/Bowman alleine Woche für Woche erledigen. Wenn SF hier gewinnen will, dann muß die Defense jedes big play verhindern. Kann man gegen einen starken Angriff jedes big play verhindern? Eigentlich nicht. Es reicht ja, wenn nur ein Spieler bei 65 plays einen Fehler macht. Aber manchmal passieren im Football komische Sachen…


Ich traue Seattles Offense gegen San Frans Defense etwas mehr zu, als umgekehrt San Frans Offense gegen Seattles Defense. Trotzdem sind beide Mannschaften ganz eng beieinander. Darum wird es noch mehr als sonst auf Ballverluste und big plays ankommen. Jedes einzelne kann in einem Spiel, bei dem kaum jemand mehr als 40 Punkte von beiden Mannschaften zusammen erwartet, den Ausschlag geben. Der zweite kleine Vorteil ist der Heimvorteil in Verbindung mit dem desaströsen clock management von Harbaugh und Kaepernick. Darauf wird am Wochenende korsakoff genauer eingehen.

Notizblock Divisional Playoffs: Überall Trolle!

Am schönsten Wochenende des Jahres waren ungewöhnlich viele Trolle unterwegs. Jimmy Graham trollte sich in die Lächerlichkeit. Bill Belichick festigte seine Rolle als Obertroll. In Carolina trollten sich alle Beteiligten gegenseitig. In Denver ferntrollte Peyton Manning eventuell Tom Brady und nachdem am Sonnabend wir Footballnerds im Internet die Footballfans an den Sat.1-Mikrofonen getrollt haben, trollten Jan Stecker und Frank Buschmann ganz lässig direkt aus dem Fernseher zurück. Damit haben Buschi und Stecker jetzt auf jeden Fall das Momentum auf ihrer Seite. Bevor wir alle im storyline overkill mit Brady/Manning beziehungsweise Hammer-Hawks gegen Nickeligkeits-Niners verschüttet werden und uns auf Buschi-Ausraster wie im United Center annodazumal freuen, schnell nochmal ein launiger Rückblick auf die vier Spiele vom Wochenende.

New Orleans Saints 15, Seattle Seahawks 23

In der “It´s a passing league, stupid” wurde am Wochenende ungewöhnlich viel gelaufen. Das ging schon los im – zugegebenermaßen kalten, nassen und windigen – Seattle. Der siegreiche QB Russel Wilson hatte am Ende ganze neun completions. Aber mit Beast Mode und einer bärenstarken Defense war das völlig ausreichend.

Die Saints sind auch gelaufen. Richtig gut sogar. Leider gingen gleich zu Beginn einige kleine Dinge schief (verschossenes Field Goal, Fumble) und schon stand es 16-0. Weil auch danach Drew Brees, der sichtlich unter den Wetterungsbedingungen litt, kein großer Wurf gelingen wollen, kam New Orleans bis kurz vor Schluß auch nie wirklich in Schlagdistanz.

Einiges hing an dem vielen Gelaufe, aber vor allem an der Abwesenheit des Möchtegern-Trolls Jimmy Graham. Vor dem Spiel hat er den Körperkontakt händeringend gesucht, im Spiel selbst ist er dann selbigem tunlichst aus dem Weg gegangen. So war Graham dann nicht die gefährlichste Waffe auf dem Feld, sondern die größte Lachnummer.

Geglänzt haben beide Verteidigungsreihen. Seattles sowieso mit der scheinbar unendlich tiefen Rotation an fähigen pass rushers; die der Saints aber auch, die ungemein diszipliniert in ihrer Aggressivität gespielt hat. Die zwei, drei schlimmen missed tackles sollten eigentlich vom Angriff ausgeglichen werden.

Indianapolis Colts 22, New England Patriots 43

21 Punkte Rückstand, viertes Viertel, 4th&1 – Chuck Pagano läßt punten. Das ist ein Kündigungsgrund! Absolut unverzeihlich. Und so wie es aussah, wollte Andrew Luck ihm auch nicht an die Gurgel. Der sollte gleich mit gefeuert werden. Man muß nicht gerade Atomphysik studiert haben, um zu kapieren, daß die Siegchancen mit dem Punt von “sehr klein” auf “minus 1000” gesunken sind.

Und gerade so wie Luck gespielt hat, hätte gar nichts schiefgehen können. Entweder er hätte einen weiteren unfaßbaren Ball geworfen und das Spiel spannend gemacht oder jemand der seit etlichen Jahren endlich mal wieder Patriots-mäßigen Patriots-Secondary hätte eine INT zum TD zurückgetragen – und Luck hätte nochmal einen 28 Punkte Rückstand aufholen können.

Auf der anderen Seite haben die Pats mit durchschlagendem Erfolg das gemacht, was die Colts eigentlich die gesamte Saison über mit einbrechendem Mißerfolg versucht haben: smashmouth football. Erst laufen, dann laufen, dann screen pass, dann laufen, dann play action, dann Lauf in die Endzone. Was den Colts vor allem dafür fehlt, ist nicht unbedingt ein LaGarette Blount, sondern linemen, die Löcher reißen können; einen Fullback wie James Develin und einen Tight End, der Leute in die falsche Ecke stellt wie Michael Hoomanawanui.

Um das Paßspiel müssen sie sich weniger Sorgen machen. Da steht Andrew Luck auf dem Weg zu mehr MVP-Titeln als seinem Vorgänger in den nächsten Jahren nur Aaron Rodgers im Weg. Schön für die Colts auch, daß nächstes Jahr TE Dwayne Allen und Guard Donald Thomas (kam von den Patriots) von der IR quasi kostenlose Neuzugänge sind. Vielleicht hat ja sogar Reggie Wayne noch eine starke Saison im Tank.

Getrollt wurde auch hier, nämlich vom Obertroll Belichick. Von der Position, von der Pagano trotteligerweise hat punten lassen (IND 28 oder so), haben die Patriots dann trolligerweise gepuntet. Für sechs (Netto-)Yards. Das fand Belly bestimmt noch witziger als kurz vor Weihnachten, als er nach seinem liebsten Weihnachtssong gefragt wurde.

San Francisco 49ers 23, Carolina Panthers 10

In Carolina konnte man das Gegenteil des Spiels in Seattle sehen. Beide Mannschaften waren ebenso aggressiv wie Saints und Seahawks, aber teilweise peinlich undiszipliniert. Ihren großen Teil beigetragen haben die Schiedsrichter, die kaum die vielen Nickeligkeiten unterbinden konnten und sogar offensichtlichste Kopfstöße haben durchgehen lassen. Dazu kamen dann auch noch Nachlässigkeiten, die in einem Playffspiel niemals passieren dürfen. (Mike Pereira hat das hier alles kommentiert.)

Letztlich hat San Fran in der zweiten Hälfte eine überragende Leistung gezeigt und damit verdient gewonnen. Für Carolina muß es nun darum gehen, Cam Newton endlich mal vernünftige skill players zur Seite zu stellen. Newton selbst hatte in der ersten Halbzeit einige hervorragende Würfe unter Druck, bei denen er selbst nur auf dem großen Zeh stehend genaue Rakteten abgefeuert hat. In der zweiten Hälfte kam von ihm auch nicht mehr viel, da hatten seine OLine und sein schlechtes receiving corps um den humpelnden Steve Smith ihn aber auch schon im Stich gelassen.

Jim Harbaugh hat in diesem Spiel den Refs die Rolle als Head Troll genommen und Sympathien verspielt. Es gibt eine Linie zwischen „leidenschaftlich“ und „unsportlich“ beziehungsweise dumm. Er stand auf der falschen. Er wurde dafür sogar einmal bestraft. Wenn er sich weiterhin nicht unter Kontrolle hat, wird seine Rumpelstilzchenhaftigkeit – inklusive meterweit aufs Spielfeld rennen und Schiedsrichter mit Schimpftiraden eindecken – seiner Mannschaft nochmal in einer wichtigen Situation auf die Füße fallen.

San Diego Chargers 17, Denver Broncos 24

In Denvers Mile High hat erstmal Peyton Manning getrollt. Bevor er San Diegos Verteidiger mit endlosen Variationen seiner hard-count-/”Omaha”-Combo offenbar gehirnerschüttert hat, rief er mehrmals “Heidi, Heidi!” in die Landschaft. War das ein Ferntrollversuch gegen Brady, der im Regular Season Game gegen die Broncos nach “Cougar, Cougar!” verlangt hat, bevor er mit “Linda, Linda!” seine Träume von Belichicks Freundin öffentlich machte?

Wer Heidi ist, wissen wir immer noch nicht (Internet, come on!), aber Chargers HC Mike McCoy hat sich anscheinend zu viele alte gametapes von Marty Schottenheimer angesehen. RunRunPassPunt hat in den ersten drei Vierteln nix Zählbares eingebracht.

Nach der verkorksten Wiederaufnahme des NFL-Repertoireklassikers “Marty Ball” in den diesjährigen Spielplan ist McCoy nun nicht nur bei korsakoff durch jeden Rost gefallen. Nachdem Philip Rivers im vierten Viertel endlich seine seltsamen, aber erfolgreichen Kugelstoßerimitationen zeigen durfte, wurde das Spiel nochmal spannend. Immerhin hat WR Keenan Allen nach diesem Spiel die Rookie of the Year Trophäe sicher.

Weil Peyton Manning gewohnheitsmäßig auf die Einladung zum Laufen gegen six men boxes oft eingegangen ist, war das größtenteils eine ziemlich zähe Angelegenheit. Zum Schluß wurden aber alle noch dafür belohnt mit einer Aufholjagd, einem der besten Onside Kicks, die man jemals sehen wird und vor allem mit einem beeindruckenden match winner Peyton Manning. Es ist ein bißchen untergegangen, aber bei den beiden wichtigsten 3rd Downs, als San Diego nur einen Touchdown im Rückstand war, hat Manning mit schwierigen Pässen das Spiel gewonnen. In den Playoffs, draußen, in der Kälte. Nur die pundits und yada-yada-Typen werden das wohl wieder geflissentlich übergehen.

Und auch nicht vergessen sollte man den gefährlichen turf troll, der Eric Decker verfolgt. In diesem Spiel hat er wieder zugeschlagen. Auch beim ersten Mal ging es gegen Denver.

http://www.nfl.com/videos/nfl-game-highlights/0ap1000000080915/Decker-hits-the-deck

NFC Wild Card Sonntag Preview: San Francisco 49ers @ Carolina Panthers

Wie auch die New England Patriots spielen die San Francisco 49ers (13-4) um den dritten Einzug ins Championship Game in Folge. Im Weg stehen ihnen jetzt noch die Carolina Panthers (12-4). Die Panthers haben sich im dritten Jahr unter „Riverboat“ Ron Rivera zum Spiegelbild der 49ers entwickelt. Beide Mannschaften leben von der bärenstarken Defense. Die Offense ist bei beiden um das Laufspiel herum gebaut und die jeweiligen QBs sind jung, inkonsistent, limitiert – aber sehr gut zu Fuß.

Linebackers vs Tight Ends

Das Herzstück beider Verteidigungsreihen ist ein hervorragendes Linebacker-Duo. Man kann sich lange streiten, ob NaVorro Bowman/Patrick Willis oder Thomas Davis/Luke Kuechly besser sind. Man kann allerdings auch einfach genießen, daß am Sonntag abend alle vier ununterbrochen in action zu sehen sein werden. Da aller vier sehr gut potentielle Paßempfänger decken können, spielen sie in der Regel fast durch und werden auch in „langen“ downs nicht durch einen Defensive Back ersetzt.

Sowohl Niners als auch Panthers haben spiegelbildlich einen fangsicheren Tight End. Greg Olsen ist keine große Hausnummer, hilft aber seinem QB immer wieder aus brenzligen Situationen. Allerdings hat er in der Regel aber keine Gegenspieler wie Willis/Bowman. Im ersten Aufeinandertreffen der beiden im November hat er nur einen Ball gefangen. Im Gegensatz zu Vernon Davis auf der anderen Seite, ist der bullige Olsen auch nicht gerade eine Gefahr mit tiefen Paßrouten. Der Modellathlet hat wahrscheinlich das größte mismatch gegen die beiden Safeties Mike Mitchell und Quintin Mikell, wenn er tief geht – und das kann er wie kaum ein Zweiter. Da zusätzlich Kuechly „im Raum“ manchmal die Orientierung oder seinen Gegenspieler verliert: leichter Vorteil SF.

Front Four vs Laufspiel

San Franciscos erstklassiges Laufspiel trifft hier auf einen ebenbürtigen Gegner. Neben Davis und Kuechly, die beide ganz hervorragend hilflose RBs unangespitzt in den Boden rammen, sind vor allem die beiden Rookies in der Mitte der Linie für den Leistungssprung verantwortlich. Star Lotulelei und Kawann Short haben im Handumdrehen aus einer großen Schwäche eine Stärke gemacht. Auch die Defensive Ends Greg Hardy und Charles Johnson sind keine Schwachpunkte. Bekannt sind sie zwar hauptsächlich als sack artists, aber vor allem Hardy reißt im backfield auch oftmals RBs um. Die gesamte Front-7 sollte zwar alle Hände voll zu tun haben mit dem vielfältigen und kreativen Laufspiel San Franciscos, aber sie werden dem standhalten.

Andersrum ist San Frans erste Verteidigungslinie nicht mehr über jeden Zweifel erhaben. DE Justin Smith ist mittlerweile schon recht alt und spielt eigentlich immer mehr oder weniger körperlich angeschlagen; Glenn Dorsey ist nicht gebaut, um Nose Tackle zu spielen, stellt sich dafür aber erstaunlich kompetent an; DE Ray McDonald ist einer der unauffälligen, aber extrem zuverlässigen Linienspieler wie sie ein Bill Belichick oder Tom Coughlin lieben. Das ist insgesamt immer noch Top-10 Niveau, aber nicht mehr das unüberwindbare Bollwerk der letzten beiden Jahre.

Die Cardiac Cats auf der offensive Seite sind auch Top-10 Niveau, aber auch nicht wirklich so stark, wie es die name drop machine DeAngelo Williams (nicht mal 1000 Yards diese Saison), Jonathan Stewart (immer angeschlagen, auch für Sonntag „questionable“), Mike Tolbert (zu wenig genutzt?) und natürlich Mr. Escape&Scramble himself, Cam Newton, erwarten läßt.

Beim Laufspiel wird viel davon abhängen, welche neuen und kreativen Ideen die beiden OCs Mike Shula und Greg Roman aus dem Ärmel schütteln können. Alles, was die Verteidigungen kennen, können sie auch verteidigen. Was es aber noch nicht „auf Tape“ zu sehen gibt, könnte für die ein oder andere Verwirrung oder gar für ein big play reichen. Aber wie wahrscheinlich ist es, daß zwei Verteidungen die jeden Tag im Training von read option bis Power-O mit nur einem WRs auf dem Feld alles geboten bekommen? Weil die D-Line mehr überzeugt: leichter Vorteil Carolina.

QBs vs Pass Rush

Beide Teams scheuchen jeden gegnerischen QB stundenlang durch die Gegend. Carolina macht es recht klassisch: sie haben einfach zwei hervorragende Quarterbackjäger in Greg Hardy und Charles Johnson. Aber DC Sean McDermott hat unter dem großen Jimmy Johnson in Philadelphia gelernt und bekommt seitdem den double a gap blitz nicht mehr aus seinem Kopf. Beim double a gap blitz attackieren zwei LBs die „gaps“ zwischen dem Center und den Guards. So stellt die Defense nicht nur eine Überzahlsituation her (4 DL + 2 LBs vs 5 OLs), sondern die blitzenden LBs haben theoretisch auch den kürzesten Weg zum QB – nämlich straight ahead. Regel Nr. 1 in pass protection: wir „verteidigen“ von innen nach außen. Wer über „innen“ (innerhalb der Offensive Tackles) Druck machen will, wird auf jeden Fall aufgenommen – weil eben dieser Weg der kürzeste und damit schnellste zum QB ist. So sind denn Guards, Center und meistens noch ein RB verantwortlich für die zwei LBs und die beiden Defensive Tackles – und Hardy und Johnson sind in 1-gegen-1-Situationen. Viel Spaß, liebe Offensive Tackles!

Oftmals kommen die beiden LBs gar nicht zum Blitz, manchmal nur einer und manchmal passiert noch etwas ganz anderes, aber: das Ziel ist, den drei inneren Offensive Linemen und einem potentiellen RB Angst zu machen und sie davon abzuhalten, den Offensive Tackles zu helfen. Klappt meistens.

Was den Panthers die Variationen des double a gap blitzes sind, sind den 49ers alle erdenklichen Variationen an stunts und twists. Dabei kreuzen zwei Linienspieler (oder OLB) ihre Wege und verursachen Konfusion bei den Offensive Linemen. Einfachstes Beispiel ist der bei den 49ers extrem beliebte E-T-Stunt. Dabei stürzt Defensive Tackle („T“) Justin Smith nach außen und hat dabei an einem Arm den Guard und an dem anderen Arm den Offensive Tackle; unterdessen „schleicht“ sich der Defensive End („E“) Aldon Smith hintenrum und hat entweder niemanden oder nur den Center mit Anlauf gegen sich. Das kann man in vielen verschiedenen Variationen machen (Tackle und Tackle, Tackle und End auf gegenüberliegenden Seiten usw.). Die Idee dahinter ist, den OLinemen den eindeutigen Gegenspieler zu nehmen und Verwirrung beim „Übernehmen“ von Spielern oder beim Aushelfen zu schaffen. Als wildcard hat die Defense von Vic Fangio in diesem Jahr entdeckt, daß LB Bowman ein ganz ausgezeichneter blitzer ist. Und außerdem kann Aldon Smith jeden Offensive Tackle auseinandernehmen. Weil die Offensive Line der 49ers besser ist: Vorteil San Fran.

Das Paßspiel und die Secondaries

Weil ich faul bin, kopier ich hier einfach nochmal rein, was ich schon letzte Woche über Colin Kaepernick geschrieben habe:

Kaepernick ist ein sehr limitierter Quarterback. Es gibt einige Dinge, die er kann: genaue harte Würfen und für 1st Downs scramblen zum Beispiel. Es gibt aber auch viele Dinge, die er nicht kann: das „ganze Spielfeld sehen“; in einer unruhigen pocket nicht selbst unruhig werden und seine WRs nach und nach durchgehen; und sich nicht von Deckungsformationen verwirren lassen, die nach dem Snap anders aussehen als vorher. Zu einem gewissen Grade ist das auch ganz normal, schließlich ist das am Sonntag erst sein 27. Start in der NFL.

Und es ist auch gar nicht schlimm, denn mit HC Jim Harbaugh und OC Greg Roman hat er die zwei besten Coaches, die er sich nur wünschen kann. Sie geben ihm per play design viele einfache entweder-oder Entscheidungen. So gibt es viele rollouts und moving pockets, bei denen Kaep nur eine Spielfeldseite im Auge behalten muß, dort muß er dann meistens nur die Entscheidung treffen, ob er den tiefen Mann (WR oder TE Davis) nimmt oder den nahen (RB oder TE in flat), das heißt, er hat beide potentiellen Paßempfänger auf einer Sichtachse und muß nicht stehen bleiben, Kopf drehen und rumgucken. Oder durch bestimmte Paßroutenkombinationen wird sichergestellt, daß ein gewünschter WR (Boldin, Crabtree) oder TE Davis mit Sicherheit in eine 1-gegen-1 Situation kommen in der Hoffung, daß sie diese gewinnen. Oder es gibt klassische shot plays: sieben Mann in pass protection und nur drei Mann laufen Paßrouten, so bekommt Kaepernick viel Zeit. Wie gesagt, das Werfen an sich ist nicht das Problem bei ihm, sondern das schnelle treffen von richtigen Entscheidungen. Roman und Harbaugh nehmen ihm die schwierigen Entscheidungen ab. Der Nachteil dabei ist, daß es weniger Optionen gibt. Ein Rodgers, Brees oder Manning hat immer vier und meistens gar fünf Optionen im Paßspiel, SF oft nur zwei oder drei.

Cam Newton ist ähnlich. Nur hat er noch mehr Aussetzer in seinem Spiel. Er ist immer noch „inconsistent„. Oft wirft er meterweit über den Kopf eines WRs. Auf der anderen Seite schafft er es immer besser, in der pocket die Ruhe zu bewahren und mehrere Optionen durchzugehen. Am Sonntag wird sein größter Schwachpunkt aber sein, daß Steve Smith immer noch mindestens angeschlagen ist (Knie). Die beiden anderen WRs, Brandon LaFell und Ted Gin, wären in den meisten anderen NFL-Teams nicht die Nr.2 und 3 Receivers. Auch wenn sie hin und wieder einen Ball fangen, sollte man das nicht vergessen. Ich habe in den letzten beiden Spielzeiten oft rumgepöbelt, daß Carolinas Offense zu simpel, eintönig und vorhersehbar ist, aber mittlerweile hat OC Mike Shula ein richtig komplexes System installiert – und Newton versteht das und kann darin spielen. Er wird tatsächlich besser.

Gegen San Frans secondary wird es aber sehr schwer, Überraschungen oder Verwirrung hervorzurufen. Die CBs Tarrell Brown und Tramaine Brock machen einen sehr soliden Job. Nur sollte besser auch Carlos Rogers für den slot fit sein (hamstring injury), denn sonst muß SF schon tief in den Kader greifen. Perish Cox will man auch gegen das schwache receiving corps Carolinas nicht spielen lassen. Aber zur Not können immer noch die sehr guten Safeties Donte Hitner und Rookie Eric Reid (selten einen Rookie so gut Safety spielen gesehen) die Paßrouten kaputt machen.

Carolinas secondary ist Marke Resterampe. Die beiden bereits angesprochenen Safeties Mitchell & Mikell sehen gerne mal nicht durch. Und die CBs sind der endlich durchstartende Captain Munnerlyn, UDFA Melvin White und der alte Mann Drayton Florence. Schwer zu sagen, ob sie wirklich so gut sind, wie sie meistens aussehen, weil sie tatschlich so gut sind, oder ob sie wirklich so immens von der starken Front Seven profitieren.

Da nicht nur Carolinas secondary immer noch suspekt ist, sondern auch WRs Michael Crabtree und Anquan Boldin besser sind als ein angeschlagener Smith plus LaFell und Ginn: Vorteil San Fran.

Insgesamt ist das ein sehr ausgeglichenes matchup. Beide Teams begegnen sich auf der sprichwörtlichen Augenhöhe. Beide Mannschaften leben von ihren starken Verteidigungsreihen. Noch mehr als sonst wird hier alles auf zwei, drei big plays hinauslaufen – wer bei diesen auf der „falschen Seite“ steht, wird verlieren.

AFC Divisional Playoffs Preview: Indianapolis Colts @ New England Patriots

Für alle, die es noch nicht glauben wollten, hat Andrew Luck es letzte Woche bewiesen: er ist der talentierteste junge Profisportler seit Steffi Graf. Mit seinen Indianapolis Colts (12-5) besucht er am Sonnabend Bill Belichicks New England Patriots (12-4) im kalten und windigen Foxboro Stadium und spielt um den Einzug ins AFC Championship Game. Diese haben mehr „große Namen“ auf der Verletztenliste als auf dem Feld.

Colts Offense vs Patriots Defense

Nachdem Jerod Mayo schon länger sein Dasein auf IR fristet, ist nun auch Brandon Spikes einigermaßen überraschend dort gelandet. Mit Dont´a Hightower, Rookie Jamie Collins und Dane Fletcher haben die Pats auf der Linebacker Position viel besseren Ersatz, als die Namen befürchten lassen. Collins und Fletcher waren eh schon seit einigen Wochen das LB-Duo in der Nickel-D, weil sie viel besser Paßempfänger verteidigen können als Spikes, der nur den Vorwärtsgang kennt. Mit dem Wechsel von Spikes zu Fletcher allerdings fehlt der wichtigste Mann gegen den Lauf; Spikes kann zwar nur Vorwärtsgang, aber das macht er mit 180.

Auf der anderen Seite allerdings haben die Colts kein besonders gutes Laufspiel. Und durch die fast schon legendäre Disziplin von New Englands edge players – hier Rob Ninkovich und Chandler Jones – und den OLBs (wahrscheinlich Hightower und Collins), die Bill Belichick seinen Spielern einhämmert, kommen die RBs oft durch die Mitte direkt in die Arme der LBs, die nur noch zugreifen müssen.

Man macht sich ja oft lustig über Belichicks eintöniges Mantra „Do Your Job!“, aber in der gap discipline seiner Spieler sieht man, was es bedeutet und wie wertvoll das ist. Jeder Spieler hat genau einen „Job“: der äußerste Verteidiger zum Beispiel die Aufgabe, keinen Ballträger außen vorbeizulassen, sondern stattdessen ihm nur den Weg über die Mitte zu geben. „Do Your Job“ heißt außerdem noch „Don´t do something else and don´t try to be the hero!“. Das kann ziemlich langweilig sein, weil selten ganz doll spektakuläre splash plays dabei rumkommen. Aber was passiert, wenn der edge player versucht, den Helden zu spielen, sieht man in jedem Spiel der Packers-D gegen die Niners-O.

In der Mitte, wo sonst Vince Wilfork steht wie die Alpen, teilen sich jetzt die Rookies Chris Jones und Joe Vellano die Spielzeit mit einem gewissen Sealver Siliga, der im November von der Straße aufgelesen wurde. Aber gerade dieser Siliga spielt richtig gut gegen den Lauf und darum hat er auch den Stammplatz in der Base-D und bekommt auch viele snaps in der Nickel-D (allerdings auch mit Hauptaufgabe „Lauf verhindern“, ein pass rusher ist er nicht).

Mit dem Lauf wird Indy dieses Spiel nicht gewinnen, aber dafür haben sie ja Andrew Luck. Dumm nur, daß gerade jetzt New England ihre beste secondary seit etlichen Jahren hat. Getragen wird die gesamte unit von Cornerback Aquib Talib und Safety Devon McCourty. Beiden gehören zu den Besten auf ihren jeweiligen Positionen. Talib nimmt in jedem Spiel den besten gegnerischen WR in Manndeckung und meistens ganz aus dem Spiel (wenn er fit ist, so wie wahrscheinlich jetzt). McCourty fühlt sich sauwohl in der tiefen Mitte des Feldes. Was ein Earl Thomas ihm an speed voraushat, macht er an Spielverständnis wett. McCourty ist auch einer dieser Musterschüler in Sachen „Do Your Job!“: in der Regel hat er den Job, alle anderen Spieler vor sich zu haben und zu behalten. Das ist in der Regel nicht besonders spektakulär, aber genau das, was ein tiefer Safety eben machen sollte.

Talib wird sich herzlichst um T.Y. Hilton kümmern, so ein Spiel wie letzte Woche gegen Kansas City wird ihm damit nicht vergönnt sein. Bleiben für die Herren Griff Whalen, Darius Stonehands-Bey, LaVon Brazil und Da´Rick Rodgers noch die CBs Logan Ryan, Alfonzo Dennard und Kyle Arrington übrig. Arrington macht seine Sache im Slot immer recht zuverlässig. Spannend wird, wer an der Seitenlinie gegenüber von Talib verteidigt. Dennard hatte sich zu einem richtig guten CB entwickelt, bis er dann aufgrund kleinerer Verletzungen immer mal wieder aussetzen mußte. In dieser Zeit hat sich Rookie Logan Ryan anscheinend den Stammplatz erkämpft. Das erste Mal seit Menschengedenken hat Belichick einen CB gedraftet, der sofort positiv auffällt!

So wird es denn auch schwer für Andrew Luck und den Paßangriff. Helfen sollte ihm der lahme pass rush der Patriots – Chandler Jones spielt nur manchmal wirklich gut, Ninkovich war noch nie ein großer Quarterbackjäger – und seine traumwandlerische Fähigkeit, sich in einer unruhigen pocket „Zeit zu erkaufen“, bis ein WR endlich frei ist. New Englands-D wird sich ganz auf Hilton konzentrieren; wenn Indy eine Chance haben will, müssen die Typen wie WR Rodgers und Brazil was reißen. Manchmal haben sie schon angedeutet, daß Großes in ihnen steckt.

Patriots Offense vs Colts Defense

In der Defense fehlen etliche Stammspieler – in der Offense noch mehr. RT Sebastian Vollmer ist auf IR, der Gronk verletzt, Hernandez im Knast und die (fast alle) neuen WRs und TEs heißen Edelman, Amendola, Collie, Thompkins, Boyce, Dobson, Hoomanawanui, Develin und Mulligan.

Edelman, Amendola, Collie, Thompkins, Boyce, Dobson, Hoomanawanui, Develin und Mulligan. Echt jetzt! Es macht fast den Eindruck, als würden sich Bill Belichick, Josh McDaniels und Tom Brady über den Rest der Liga lustig machen wollen.

Ich würde zwar immer noch behaupten, daß Brady nicht mehr gaaanz so gut ist, wie 2007 oder 2010-12, aber er ist der beste Quarterback in 2-minute-drives. Es gab Spiele in dieser Saison, da ging im Paßspiel gar nichts zusammen – bis auf den letzten drive jeweils zum Ende der ersten Halbzeit und zum Ende des Spiels.

Mittlerweile scheinen sie sich alle irgendwie gefunden zu haben. Julian Edelman ist der Nr.1-WR, Amendola bespielt die zweite slot position, Thompkins und Dobson spielen an der Seitenlinie (Boyce ist auf IR). Die Tight Ends fangen in der Regel kaum Bälle, aber wenn, dann ist es sehr überraschend und führt oft zu wichtigen 1st Downs. Gekennzeichnet ist das Paßspiel von nicht enden wollendem Kurzpaßgedödel von Brady auf Wes Welkers drei kleine Brüder Amendola, Edelman und ex-Colt Austin Collie, der spielt meistens nur im vierten Viertel, wenn Brady genug hat von seinen unzuverlässigen Rookies Thompkins, Dobson und Boyce, die alle mal hin und wieder starke catches einstreuen können, aber manchmal sogar einen Luftballon auf den Boden fallen lassen würden.

Dieses vielen kurzen Pässe erlauben den Pats zwei Dinge. Einerseits gehen sogar die kleinen Wuseler manchmal überraschend tief, was Defensive Backs auf dem falschen Fuß erwischt. Zweitens wirft Brady den Ball so schnell, daß der pass rush keine Chance hat.

Was auch immer big plays erlaubt, ist das starke Laufspiel. Die Angriffs-Philosophie der Patriots ändert sich mit jedem Jahr so stark wie bei keiner anderen Mannschaft. Es ist noch nicht lange her, da haben sie die Gegner mit empty formations aus der shotgun attackiert; dann haben sie von jetzt auf gleich immer zwei Tight Ends auf dem Feld gehabt, die auch gleichzeitig die beiden besten Paßempfänger waren. Und dieses Jahr sind sie ihrer eigenen 2007er Version sehr ähnlich. Leider minus Randy Moss. Aber wie 2007 haben sie viel Erfolg mit play-action passes, ermöglicht durch das Laufspiel.

New England hat ein ungemein starkes Laufspiel. Eine gute Offensive Line haben sie eh immer, egal wer da gerade spielt, aber dieses Jahr haben sie gleich drei starke RBs mit sehr unterschiedlichen Stärken. Stevan Ridley ist der klassische Typ Running Back: kräftig genug, um durch die Mitte laufen zu können, kann aber auch über außen ausbrechen. LaGarrette Blount ist ein besserer Brandon Jacobs: he just runs over people. Und Shane Vereen läuft um Leute herum. Vereen ist oft der X-Factor. Er kann klassisch aus dem Backfield heraus laufen, am liebsten außen herum. Vor allem ist er aber auch ein hervorragender Ballfänger. McDaniels und Brady stellen ihn gerne als WR auf, vor allem, wenn die Defense in man coverage ist und Vereen einen Linebacker gegen sich hat.

So. Und hier liegt nun der Hund begraben für die Colts – man coverage. Indy spielt liebend gerne in „press man„, das heißt, die CBs stehen beim snap mit ihren Zehennägeln im Gesichtsgitter ihres direkten Gegenspielers und schubsen sie erstmal fünf Yards rum, bevor diese in ihre Paßroute „entlassen“ werden. Das ist einerseits am Sonnabend blöd wegen Vereen. Jedes Mal, wenn Brady man coverage sieht, wird er Vereen an die Seitenlinie schicken und zusehen, wie dieser einen LB vernascht. Da kann Jerrell Freeman noch so schnell sein, er kann dieses zu groß gewachsenen Darren Sproles nicht lange covern.

Und zweitens war „press man“ für kurze Zeit mal das Zaubermittel gegen die Pats. In der Saison 2011, als die pass happy offense um Gronk/Hernandez/Welker alles zerstörte, kamen die Steelers und die Giants um die Ecke und haben einfach mal so „press man“ gespielt. Siehe da: Pats Offense war tot. Die potentiellen Paßempfänger operierten fast ausschließlich in den 5-10 Yards hinter der Line of Scrimmage und die Pässe waren meistens „timed„, sprich: Brady macht drei Schritte nach hinten und guckt nach rechts zu Welker, der eine auf einen three step drop „getimete“ Route läuft, ist der nicht frei, macht er zwei weitere Schritte und guckt in der Zeit bereits nach links, wo Gronk just in dem Moment am „Ende seiner Route“ ist usw. Gegen Zonenverteidigung ist das easy (nicht generell, aber mit Brady/Welker/Gronk/Hernandez schon), gegen sehr physische Mannverteidigung dagegen geht die zeitliche Abstimmung völlig flöten, vor allem weil die Verteidiger bis zu fünf Yards hinter der Anspiellinie den Angreifer wie einen punching ball behandeln dürfen. Daraufhin haben die Pats aber Konzepte in ihr playbook aufgenommen, die man coverage vor große Probleme stellen.

Vor allem zwei Dinge: „stack“ oder „trips“ Formationen einerseits und „pick plays“ andererseits. Stack und Trips spielen auch die Colts sehr gerne. Dabei stehen zwei Angreifer leicht versetzt oder direkt hintereinander („stack“) oder gar drei Angreifer stehen (vertikal versetzt) nebeneinander. Damit mit man dem „press man„-Konzept seinen Kern: durch die räumliche Nähe kann nicht jedem WRs ein DBs direkt gegenüberstehen, damit können die WRs nicht rumgeschubst werden und damit wiederum stimmt das timing wieder zwischen QB und WR. Außerdem führen stack und trips formations oft zu Verwirrung, wer jetzt wen übernimmt, vor allem wenn die WRs nach dem snap kreuzen.

Bei pick plays laufen die WRs Routen, bei denen die DBs, während sie einem WR in man coverage folgen, entweder an einem anderen WR oder gar an einem Mitspieler hängenbleiben („pick“ wie in pick´n´roll beim Basketball).

Wenn die Colts-D von Greg Manusky am Sonnabend einfach so spielt, wie sie am liebsten spielt, nämlich in „press man“, wird Vereen 10 Bälle fangen und Manusky zur Strafe hundertmal „Hoomanawanui“ auf seine Taktiktafel schreiben müssen. Was sie stattdessen machen sollten? Puh. Keine Ahnung. Aber immerhin haben sie einen guten pass rusher in Robert Mathis; einen pfeilschnellen und explosiven LB in Freeman; einen sehr guten CB in Vontae Davis und einen zuverlässigen Safety in Antoine Bethea. Mit diesen Leuten kann man auch mal ganz andere Konzepte einstreuen. Alles in allem würde ich das over/under für den Pats-Angriff zwischen 27 und 30 Punkten setzen.

Das ist die bottom line: Können die Indianapolis Colts 30 Punkte im Foxboro machen, in den Playoffs, im Januar, gegen Bill Belichick und rocket scientiest Matt Patricia?

Es hängt alles an Andrew Luck. Ist er in seiner Entwicklung schon so weit, daß er nach dem Hammer letzte Woche gegen Chiefs jetzt ganz locker im Foxboro noch mal so eine Show abzieht? Und vergessen sollte man dabei auch nicht die drei INTs. Auf der anderen Seite kann Bill Belichick zum lebenden Gott werden, wenn er mit zehn neuen Starters (!) verglichen mit letzter Saison zum dritten Mal in Folge (!) ins AFC Championship Game marschiert. Welche Mannschaft war zuletzt drei Mal in Folge in einem Championship Game? Die 49ers in den Neunzigern? Januarfootball, draußen im Foxboro, mit diesen Storylines: besser geht´s nicht.

NFC Divisional Playoffs Preview: New Orleans Saints @ Seattle Seahawks

Am 2. Dezember waren die New Orleans Saints (12-5) das letzte Mal bei den Seattle Seahawks (13-3) zu Gast. Das Ergebnis war deutlich. Während die Saints ihre versohlten Hintern ins Flugzeug schleppten, feierte Seattle noch den Lautstärkerekord mit allen 12th men im CenturyLink Field. Zu Beginn der Divisional Playoffs gibt es jetzt das rematch. Im Gegensatz zum letzten legendären Playoffspiel der beiden gegeneinander, ist dieses Mal New Orleans bei den Buchmachern der klare underdog.

New Orleans´ sieben Punkte der Offense waren der Negativrekord in dieser Saison. Die 34 kassierten Punkte der Defense ebenfalls Negativrekord; überhaupt war es das einzige Mal, daß die Saints mehr als 30 Punkte zugelassen haben. Das spricht für den starken Job den Rob Ryan in seiner ersten Saison als Defensive Coordinator in New Orleans gemacht hat.

Seahawks Offense vs Saints Defense

Dabei sind die Spieler größtenteils dieselben, die sich 2012 unter Steve Spagnulo regelmäßig der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Wichtige Neuzugänge waren CB Keenan Lewis, Rookie-Safety Kenny Vaccaro und OLB Parys Haralson. Alle drei spielten wichtige Rollen: Lewis als recht zuverlässiger Nr.1 CB; Vaccaro als überraschend zuverlässiger Safety und Haralson als einziger in der Front-7, der große Erfahrung mit 3-4-Konzepten hatte (er kam von den 49ers). Blöderweise mußte Vaccaro in Woche 15 auf IR; da ist auch Haralson seit dem Wild-Card-Game und Lewis erschütterte sich das Gehirn und ist questionable für das Spiel in Seattle.

Das ist vor allem blöd, weil im „Hinspiel“ Russel Wilson per Arm um Bein der matchwinner war und nicht das „normale“ Laufspiel um Marshawn „beast mode“ Lynch und Robert Turbin. Beide zusammen kamen nur auf 79 Yards aus 27 Läufen. Ryans Verteidigungen machen zwar immer einen recht „wilden“ Eindruck, aber sie sind sehr diszipliniert und „fundamentally sound“ wenn es ums tackling geht. So haben sie auch letzte Woche die gefürchtete Laufmasche der Eagles sehr gut eingebremst (22 Läufe für 80 Yards). Seit ihrer bye week Mitte Oktober konnten nur vier ihrer elf Gegner mehr als 100 Yards erlaufen.

Genauso diszipliniert und mit sicheren tackles müssen sie dann aber auch dem kleinen Derwisch Russel Wilson gegenübertreten. Viele yards macht der kleine QB mit einfachen Würfen zu meterweit offenen Receivers. Diese „einfachen“ Würfe erabeitet sich Wilson aber mit schwierigsten Zirkuskunststückchen als Entfesselungskünstler. Er befreit sich so geschickt (und manchmal sogar richtiggehend elegant), daß die Übertragung am Sonnabend wieder zum drinking game werden könnte: einen Shot für jede Nennung von „Fran Tarkenton“ und zwei shots für jeden „Whoodini!“.

Hier ist das Herzstück der Saints-D gefragt: die Defensive Linemen Cameron Jordan, Akiem Hicks und OLB/DE Junior Gallette. Als sie vor wenigen Jahren zu den Saints kamen, hat man sich sehr viel von ihnen erwartet; massives Talent hatten alle drei. Doch dann kam kaum etwas. Unter Ryan nun steht Jordan plötzlich auf der shortlist für den DPOY. Hicks, zusammen mit Brodrick Bunkley oder Rookie John Jenkins machen zuverlässig die Mitte gegen den Lauf zu, während Gallette und Jordan ebenso zuverlässig Druck auf den QB machen. Knackpunkt hier ist, daß sie beim pass rush Wilson in der pocket halten und die Fluchtwege über die Außen zumachen und auch in der Mitte nicht blind nach vorne stürzen und ja nicht Wilson ausbrechen lassen, im Idealfall dann noch dem kleinen Mann mit Armen und Händen sein Sichtfeld verdecken.

Der X-Factor in der Offense ist Percy Harvin. Da er aber in dieser Saison keine 20 snaps gespielt hat und auch nicht klar ist, wie fit er tatsächlich ist, ist von Totalausfall bis matchwinner alles im Bereich des Möglichen. Neben den beiden WRs Golden Tate (sehr stark) und Doug Baldwin (stark) sollte man auch immer ein Auge auf Jermaine Kearse werfen. Dieser UDFA fängt in jedem Spiel einen eigentlich unmöglichen Ball.

Es wird hier noch mehr als sonst auf Fehlervermeidung der Saints ankommen, jeder missed tackle kann gegen Typen á la Wilson, Lynch und Tate zum TD führen.

Saints Offense vs Seahawks Defense

Auf der anderen Seite lastet alles auf den Schultern von Sean Payton und Drew Brees, sich einen gameplan zurechtzulegen, der eine Verteidigung knacken kann, die keine Schwachstellen hat.

Ich bin da auch ein bißchen ratlos, welches matchup hier das wichtigste oder spannendste sein wird. Nach der Verletzung des in Paßverteidigung exzellenten Linebackers K.J. Wright ist es vielleicht die Marques Colston-/Jimmy Graham-Combo über die Mitte. Die beiden Riesen können die Mitte attackieren wie kein anderes Duo der NFL. Aber selbst dafür hat Seattle als Antwort noch LB Bobby Wagner und die Safties Kam Chancellor und die one man dome patrol Earl Thomas.

Colsten und Graham können auch tief gehen. In Verbindung mit dem exzessiven screen game um Darren Sproles und Pierre Thomas (dieser allerdings questionable) können sie das Spiel sowohl sehr breit als auch sehr lang (? oder tief?) machen. In Kombination „streßt“ das eine Verteidung ungemein.

Von den individuellen matchups her ist Seattle fast überall im Vorteil. Pass rushers Michael Bennett und Cliff Avril gegen mittelmäßige Offensive Tackles; die „Legion of Boom“ gegen die WRs Robert Meachem, Lance Moore und Kenny Stills; Mount Mebane und Wagner als Anführer gegen das Laufspiel durch die Mitte um Jahri Evans und Brian De la Puente ist das noch das ausgeglichenste.

Die Zauberkünste des Russel Wilson gegen den Hasen, den Sean Payton aus seinem Hut zieht, ist in einem Satz das Faszinierende an diesem Spiel. Nimmt man noch die einzigartige Atmospähre im CenturyLink und die jüngste gemeinsame Geschichte der beiden Mannschaften dazu (blowout in dieser Saison plus der upset in den Playoffs 2011) ist das der perfekte Einstieg in das schönste Wochenende des Jahres.

NFC Wild Card Preview: San Francisco 49ers @ Green Bay Packers

Rematch, Rache, Rodgers.  Der Hintergrund dieser alten, jüngst aufs Spektakulärste neugeborenen Rivalität dürfte bekannt sein. Die einschlägigen Publikationen und Schreiberlinge haben diese Geschichten bereits nett verpackt und überall hingeschrieben (und bessere Alliterationen haben sie bestimmt auch!). Darum geht´s hier direkt zum den Dingen auf dem Spielfeld.

Packers Offense v 49ers Defense

Peyton Manning hat Rekorde gebrochen, Tom Brady erspielt ein Freilos mit no-names und Drew Brees hat mal wieder mehr als 5000 Yards erworfen, darum ist es vielleicht etwas untergegangen – aber es gibt kein Vertun: Aaron Rodgers ist der beste Quarterback der NFL.

Und Rodgers ist der beste QB ohne, daß er einen echten Superstar-WR hat, ohne einen furchteinflößenden Tight End, hinter einer mäßigen Offensive Line und ohne ein Genie wie Sean Payton als Offensive Coordinator. Er macht es einfach mit perfect execution. Rodgers hat alles: einen starken Arm, er trifft die richtigen Entscheidungen, er wirft ungemein genau und er verliert auch in zusammenbrechenden pockets nicht die Nerven. Wegen eines Schlüsselbeinbruchs hat er zwar einige Wochen gefehlt und letzte Woche gegen Chicago nur wie einer der besten und nicht wie der beste QB ausgesehen, aber man kann erwarten, daß er nach dem warm-up game und einer weiteren Woche Training wieder „der Alte“ ist.

Die 49ers stehen vor einer blöden Entscheidung. Verteidigen sie hauptsächlich mit ihrer base 3-4 defense oder tauschen sie einen Defensive Liner gegen einen zusätzlichen Defensive Back aus? Kein Team spielt häufiger in Base-D als die 49ers. Sie können das tun, weil sie mit NaVorro Bowman und Patrick Willis ein LB-Duo haben, die beide mindestens so gut gegen den Paß verteidigen können wie die meisten Safeties.

Green Bay spielt am liebsten mit 11-personnel, das heißt mit einem RB, einem TE und drei WRs. Mit fünf Defensive Backs und dem guten pass rush um OLB Aldon Smith bietet es sich für SF natürlich an, in Nickel-D zu spielen wie in Woche 1 dieser Saison. Aber: auch da hat GB trotz zweier Ballverluste 28 Punkte gemacht und mittlerweile haben die Packers ein richtiges Laufspiel entwickelt. Man mag es kaum glauben, aber die Cheeseheads können jetzt tatsächlich den Ball einigermaßen erfolgreich laufen!

Workhorse Eddie Lacey kann auch ganz gut ohne FB und nur mit einem TE laufen. Die Yards an sich wären dabei gar nicht so schlimm. Aber das letzte was San Francisco will, ist Aaron Rodgers in einem kurzen 2nd Down. Rodgers mit Jordy Nelson, Randall Cobb, James Jones und/oder Jarrett Boykin bei 2nd&2? Tödlich.

Randall Cobb war auch lange verletzt, hat aber in seinem ersten Einsatz nach der Rückkehr von IR zwei TDs gemacht im NFC North Championship Game. Jones ist der gute Allrounder (59-817-3), Boykin der unbekannte junge Typ (49-681-3) und Jordy Nelson (85-1314-8) der Mann mit den Magnethänden. Der fängt alles. Einfach alles. Und weil er sich zudem auch noch blind mit Rodgers versteht, sind die beiden mittlerweile das am schönsten anzusehene QB-WR-Duo der Liga.

So richtig ein entscheidendes matchup sehe ich hier gar nicht. Vielleicht Aldon Smith gegen Rookie-LT Bakthiari. Aber am Ende sollte San Fran versuchen, die Packers bei unter 30 Punkten zu halten und hoffen, daß der eigene Angriff mehr macht.

49ers Offense v Packers Defense

San Francisco lebt vom Laufspiel. Sie laufen und laufen und laufen und sie machen das so kreativ wie niemand sonst. Aus verschiedensten Formationen heraus, under center oder shotgun, mit read-option oder ohne und manchmal auch direkt mit dem Quarterback. Und die Spieler passen auf das System wie Arsch auf Eimer. Die linke Seite der Offensive Line mit Joe Staley und Mike Iupati sticht dabei besonders heraus. RB Frank Gore ist trotz Überschreitens der gefürchteten 30-Jahre-Schallmauer immer noch ein kompletter RB und hat mit Kendall Hunter einen zuverlässigen sidekick. Das paßt alles so gut zusammen, daß niemand in der ganzen weiten NFL weniger Pässe wirft als die 49ers – Peyton Manning hatte mehr vollständige Pässe als die Niners Paßversuche!

Und nun haben die Packers gerade einem funktionieren Laufspiel so gut wie gar nichts entgegenzusetzen, zumal auch noch Clay Matthews verletzt ausfällt. Ihre Spieler sind einfach schlechter als die gegnerischen Spieler. Was kann man da machen als Defensive Coordinator? Hmm. Den Lauf blitzen bis die Hölle einfriert? Immer mit acht Mann an der Anspiellinie rumstehen? Sie einfach laufen lassen und sich nur darauf konzentrieren, big plays zu verhindern? Hier kann DC Dom Capers mit einem guten Plan zeigen, daß er noch so gut ist wie sein Ruf.

So wird wahrscheinlich nicht allzu viel Druck auf QB Colin Karpernick lasten. Kaepernick ist ein sehr limitierter Quarterback. Es gibt einige Dinge, die er kann: genaue harte Würfen und für 1st Downs scramblen zum Beispiel. Es gibt aber auch viele Dinge, die er nicht kann: das „ganze Spielfeld sehen“; in einer unruhigen pocket nicht selbst unruhig werden und seine WRs nach und nach durchgehen; und sich nicht von Deckungsformationen verwirren lassen, die nach dem Snap anders aussehen als vorher. Zu einem gewissen Grade ist das auch ganz normal, schließlich ist das am Sonntag erst sein 27. Start in der NFL.

Und es ist auch gar nicht schlimm, denn mit HC Jim Harbaugh und OC Greg Roman hat er die zwei besten Coaches, die er sich nur wünschen kann. Sie geben ihm per play design viele einfache entweder-oder Entscheidungen. So gibt es viele rollouts und moving pockets, bei denen Kaep nur eine Spielfeldseite im Auge behalten muß, dort muß er dann meistens nur die Entscheidung treffen, ob er den tiefen Mann (WR oder TE Davis) nimmt oder den nahen (RB oder TE in flat), das heißt, er hat beide potentiellen Paßempfänger auf einer Sichtachse und muß nicht stehen bleiben, Kopf drehen und rumgucken. Oder durch bestimmte Paßroutenkombinationen wird sichergestellt, daß ein gewünschter WR (Boldin, Crabtree) oder TE Davis mit Sicherheit in eine 1-gegen-1 Situation kommen in der Hoffung, daß sie diese gewinnen. Oder es gibt klassische shot plays: sieben Mann in pass protection und nur drei Mann laufen Paßrouten, so bekommt Kaepernick viel Zeit. Wie gesagt, das Werfen an sich ist nicht das Problem bei ihm, sondern das schnelle treffen von richtigen Entscheidungen. Roman und Harbaugh nehmen ihm die schwierigen Entscheidungen ab. Der Nachteil dabei ist, daß es weniger Optionen gibt. Ein Rodgers, Brees oder Manning hat immer vier und meistens gar fünf Optionen im Paßspiel, SF oft nur zwei oder drei.

[Nebenbei: so sollte man idealerweise auch einen QB an die NFL heranführen. Kaepernick hat einen bequemen Brutkasten, in dem er sich langsam entwickeln kann; QBs wie Brandon Weeden oder Blaine Gabbert wurden schutzlos in ein Haifischbecken geworfen, während sie vom Beckenrand hören mußten: „du bist doch 1st-rd pick, Du machst das schon!“]

Trotz Laufspiel und play design wird Kaepernick aber am Ende doch gefordert sein. In der red zone rückt alles dichter zusammen und die Secondary hat viel weniger Platz zu verteidigen als außerhalb der redzone. San Fran wird das Spiel über seine Yards machen und den Ball bewegen, die Frage wird sein, ob sie daraus am Ende Touchdowns oder Field Goals machen. In der redzone wird Packers DC Dom Capers die zone blitzes nur so um San Frans Ohren werfen.

Dann wäre da noch das Wetter. Es soll so kalt werden, daß „frozen tundra“ zum Eupehmismus werden könnte, -20°C und kälter. Bei diesen Temperaturen wird das Werfen schwieriger, aber es ist nicht so schlimm wie Regen. Wie sich derart absurde Temperaturen auf das Spiel auswirken werden, kann man nur schwer abschätzen. Wir werden es sehen am Sonntag abend.

AFC Wild Card Preview: Kansas City Chiefs @ Indianapolis Colts

Jede Party beginnt mit einem ersten Drink und einem Smalltalk, an die sich schon zwei Stunden später niemand mehr erinnert. Das ist nicht schlimm, das gehört dazu. Bevor die richtig coolen Leute kommen und der teure Schnaps ausgepackt wird, muß man ja erstmal mit irgendetwas anfangen. Bei der diesjährigen Party „NFL Playoffs“ sind die beiden ersten Gäste die Langweiler aus Kansas City und die Streber aus Indianapolis.

Die Kansas City Chiefs (11-5) sind das am meisten überschätzte Team, während die Indianapolis Colts (11-5) die Mannschaft ist, die am deutlichsten über ihre Verhältnisse spielt. Nach korsakoffs ranking sind das die zwei schlechtesten Mannschaften in den Playoffs; und das deckt sich auch mit dem eyeball test.

Die Chiefs haben von ihren 11 Siegen nur einen gegen ein Team mit positiver Siegbilanz geholt – in Woche 3 gegen Michael Vick und seine Eagles. Sechs der Siege gab es gegen die fünf schlechtesten Mannschaften der Liga: Houston, Washington, Jacksonville, Cleveland und zweimal Oakland. Dazu gesagt werden muß aber, daß auch diese Spiele letzte Saison meistens in die Hose gegangen sind. Der neue Head Coach Andy Reid hat einen erstklassigen Job gemacht. Er hat die Prügelknaben (2 Siege, 14 Niederlagen in 2012) aufgerichtet, ein neues taktisches Korsett verpaßt, ihnen ihr Selbstvertrauen wiedergegeben und ganz plötzlich sind die Chiefs wieder so respektiert und respektabel wie zuletzt anfangs des letzten Jahrzehnts unter Dick Vermeil.

Aber langweilig sind sie. Furchtbar langweilig. Korsakoff hat ihr immer wieder darauf hingewiesen, daß diese Chiefs den 49ers der Saison 2011 sehr ähnlich sind. Aber mittlerweile würde ich das fast schon für eine Beleidigung der Niners halten. Die Chiefs haben die gleichen Charakteristika, aber die Umsetzung ist nicht so gut wie San Frans.

Chiefs Offense vs Colts Defense

Am besten klappt das noch mit der Field Position. Der Angriff um QB Alex Smith startet durchschnittlich an der eigenen 34-Yard-Linie. Das ist zwei Yards besser als der zweitplazierte – die San Francisco 49ers, natürlich. Dazu kommen völlig absurde 11 Touchdowns durch Special Teams und die Defense. Zum Vergleich: die Colts hatten derer zwei.

Auf die TDs kann man natürlich nicht regelmäßig zählen, weil da immer viel Zufall dabei ist. Aber Kansas Citys Special Teams sind erstklassig. Ohne deren Hilfe würde der Angriff auch zu fast nix kommen.

Alex Smith ist kein guter Quarterback. Nachdem bereits sein Vorgänger Matt Cassel einen 2nd-rd pick kostete und immer mal wieder Hoffnung machte, letztendlich aber doch nur die Chance nahm, einen jungen QB zu entwickeln, macht man es mit Smith genauso. 2nd-rounder abgegeben und durch die Hoffnung, daß er etwas reißt, nimmt man sich auch die Möglichkeit, einen jungen Typen hoch zu draften. Die Colts sind nun auch noch ein einigermaßen blödes matchup. Die Defense von Greg Manusky spielt sehr oft press man coverage. Mit CB Vontae Davis haben sie auch einen Idealtypus für diesen Stil. Er wird Dwayne Bowe aus dem Spiel nehmen, Kansas Citys einzigen WR für die Seitenlinie und die tiefen Bälle.

Wenn Smith paßt, dann alles kurz zu RB Jamaal Charles, Allzweckwaffe Dexter McCluster und slot guy Donnie Avery. Das wird ein Duell auf Augenhöhe, denn die Colts haben in der Mitte ganz passende Leute für dieses Kurzpaßgeschmeiße. LB Jerrell Freeman ist lange nicht über jeden Zweifel erhaben, aber er ist schnell, verdammt schnell. Eher daneben als dahinter (durch die fehlenden tiefen Waffen) werden die Safeties Antoine Bethea und LaRon Landry spielen. Bethea ist einer der zuverlässigsten space eater, derweil Landry einen fast einzigartigen Körper hat: gebaut wie ein LB, schnell wie ein RB. Nur macht er gerne mal einen Schritt in die falsche Richtung oder versucht spektakulär zu sein, anstatt den sicheren Lehrbuch-Tackle zu machen.

Mit diesem Trio in der Mitte muß auch kein Indy-Fan Angst haben, von KCs Laufspiel zerstört zu werden. Im Gegensatz zu Greg Romans Laufspiel in San Francisco, das eines der kreativsten und vielfältigsten und überhaupt schönsten ist, die man sich vorstellen kann, bekommt bei den Chiefs einfach Charles den Ball und alle gucken, was dann passiert. Das funktioniert auch regelmäßig, aber die ganz großen Sprünge macht man damit nicht. Fun Fact: sowohl die Jets, als auch die Patriots und Packers hatten in der Regular Season mehr Laufyards als die Chiefs.

Das entscheidende matchup ist hier ganz klar: Jamaal Charls in space gegen die edge players der Colts. Können Robert Mathis, Björn Werner und Erik Walden Charles bei Laufspielzügen diszipliniert die Außenseite zumachen? Und vor allem: können sie Charles auf Paßrouten decken und ihn zu Fall bringen, wenn er ihnen im 1-gegen-1 gegenübersteht? Daß es zu diesen Aufeinandertreffen kommt, dafür wird Andy Reid garantiert sorgen. Wenn Reid etwas kann, dann seine Westbrooks und McCoys und Charlesens per design in 1-vs-1-Situationen gegen überforderte Linebackers zu bekommen.

Colts Offense v Chiefs Defense

Auf der anderen Seite sieht es ähnlich aus. Nur daß die Colts einen richtigen Quarterback haben. Und was für einen! Die Colts verlangen von Andrew Luck unglaublich viel, vor allem, daß er immer wieder hinter einer schrecklichen Offensive Line lange 3rd Downs verwandelt.

Der Angriff unter dem neuen Offensive Coordinator Pep Hamilton (war bei Stanford auch Lucks OC) ist old school. Laufen, laufen und dann „Hau uns raus, Quarterback!“. Und auch hier ist es kein kreatives Laufspiel, sondern einfach Power, ab-durch-die-Mitte, three two yards and a cloud of dust. Allein die Offensive Line ist dafür nicht gebaut. Mann kann den RBs Donald Brown und Trent Richardson kaum einen Vorwurf machen, daß da nicht viel bei rumkommt.

So muß Andrew Luck immer wieder lange 3rd Downs verwandeln. Das kann er auch immer wieder, weil er eine unglaubliche pocket awareness und eine Cam-Newton-hafte Athletik besitzt. Er hat ein untrügliches Gespür dafür, wann von hinten links der pass rusher nur einen Schritt entfernt ist, er weiß instinktiv, wo der kleine Quadratztentimeter ist, wo er noch einen Schritt hin setzen kann. Und in der Not kann er auch immer einen 300-Pfund-Typen von seiner Schulter schütteln und auch mal für ein First Down laufen. Da er sich immer wieder Zeit „kaufen“ kann, haben auch seine mittelmäßigen WRs Zeit, sich freizulaufen.

Aber dieses Spiel, Lauf-Lauf-Paß, ist denkbar schlecht geeignet gegen diese Chiefs. Mit ihren dicken Jungs Dontari Poe, Mike DeVito und Tyson Jackson plus einer erstklassigen Absicherung in LB Derrick Johnson würde es zwangsläufig zu den langen dritten Versuchen kommen. Und dann können KCs bombige pass rusher Tamba Hali und Justin Houston (falls er denn wieder spielen kann) auf Teufel komm raus Luck attackieren. Hamilton muß hier etwas ausprobieren. Viel play action und shot plays mit sieben- oder acht-mann-protection bei ersten und zweiten Versuchen vielleicht. Darius Heyward-Bay, T.Y. Hilton und LaVon Brazil müssen dann die CBs schlagen und die Bälle auch fangen. Oder etwas ganz anderes. In den Playoffs werden die Stars geboren – nicht nur die Spieler, sondern auch die Coaches.

Also Charles gegen die OLBs und die Special Teams auf Seiten der Chiefs gegen den gameplan von Hamilton und die play making abilities von Luck auf der anderen Seite. Das heißt, es ist im Grunde so wie immer: Special Teams, Big Plays und Turnovers werden das Spiel entscheiden.

Es ist nur der erste Drink auf der Party, aber hey: die Party beginnt!

NFL-Power Ranking 2013, Week 13: Verdammte Frühform!

Mit der Demolition der New Orleans Saints im Century Link Field hat das beste Team der NFL, die Seattle Seahakws, die Grundlage geschafft für die Storyline „zu früh das Pulver verschossen“ im Falle eines Playoff-Stolperns.

Seattle ist die beste Mannschaft der Liga. Die Seahawks führen nach Woche 13, also nach drei Saisonvierteln, das Power-Ranking mit dem bärenstarken Wert von .769 an. Sie haben den besten Pythagorean der Liga mit 13.0 Saisonsiegen Erwartung. Sie sind nach Simple Ranking System die #1 der Liga (13.3 Punkte über dem durchschnittlichen NFL-Team angesiedelt). Das führt unumgänglich zum besten Record der Liga, 11-1 (5-1 in engen Spielen). Damit ist Seattle das erste für die Playoffs 2013/14 qualifizierte Team der Liga. Und damit ist man einen Auswärtssieg in San Francisco vom Home-Field Advantage in den Playoffs (NFC-Topseed) entfernt.

Kann Seattle trotzdem in den Playoffs stolpern? Natürlich. Die beste Mannschaft gewinnt nicht immer. Das letzte Team, das besser war als diese Seattle Seahawks, waren die San Diego Chargers in der Saison 2010/11. Wer es nicht mehr weiß: Diese Mannschaft verpasste die Playoffs!

Sollte Seattle also in den Playoffs scheitern, werden die Medien sich darauf einschießen, dass Frühform im November nicht zählt. You have to win in the playoffs. Nicht vergessen: So sehr das stimmt, so sehr ist das Bullshit. Du musst das machen, was du unter Kontrolle hast, und das ist deine Siegchance optimieren. Das machen die Seahawks 2013/14. Sie sind die besten. Aber Garantie für die Lombardi Trophy ist das keine.

Zu den Power-Rankings nach Woche 13, heute mit neuem Feature, einem Offense/Defense-Ranking und einem ersten Playoff-Picture. Weiterlesen